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	<title>Lobbypedia - Benutzerbeiträge [de-formal]</title>
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		<id>https://lobbypedia.de/w/index.php?title=Facebook&amp;diff=137112</id>
		<title>Facebook</title>
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		<updated>2022-04-26T13:33:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;TorbenB: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{BoxUnternehmen&lt;br /&gt;
| Name             = Facebook&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| Branche          = IT-Branche&lt;br /&gt;
| Geschäftsfelder  = Soziale Netzwerke&lt;br /&gt;
| Hauptsitz        = Menlo Park (Kalifornien)&lt;br /&gt;
| Tochterunternehmen = Irland&lt;br /&gt;
| Gründing         = 2004    &lt;br /&gt;
| Lobbybüro Deutschland = Pariser Platz 4a, 10117 Berlin&lt;br /&gt;
| Lobbybüro EU = Rond Point Schuman 11, 1040 Brussels&lt;br /&gt;
| Homepage         = [http://www.facebook.com facebook.com]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
'''Facebook''' ist eines der bekanntesten sozialen Netzwerke und gehörte bis 2021 der Facebook Inc. mit Sitz im kalifornischen Menlo Park. Die Facebook Inc. wurde 2004 gegründet und ist seit dem 18. Mai 2012 an der Börse.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2012-05/facebook-boersen-gang Ein glanzloser Start an der Börse], zeit.de vom 18.05.2012, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; 2021 benannte sich der Dachkonzern Facebook Inc. in Meta Platforms Inc. um. Zu dieser gehören neben Facebook noch verschiedene digitale Angebote, unter anderem Instagram und WhatsApp.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.statista.com/chart/5194/active-users-of-social-networks-and-messaging-services/ Facebook Inc. Dominates the Social Media Landscape], statista.de vom 03.07.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; 2020 konnte Facebook seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 22 % auf ca. 86 Milliarden Dollar steigern.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://investor.fb.com/investor-news/press-release-details/2021/Facebook-Reports-Fourth-Quarter-and-Full-Year-2020-Results/default.aspx Pressemitteilung vom 27.01.2021], investor.fb.com, abgerufen am 05.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unternehmen hat seine Lobbyarbeit seit 2010 massiv ausgebaut - gerade angesichts verschiedener Datenschutz-Debatten, der Streitigkeiten um Urheberrechtsabkommen wie etwa [[ACTA]], sowie zunehmender Diskussionen um die Marktmacht der großen Digitalkonzerne. Dabei greift das Unternehmen u.a. auf eine bewährte Strategie zurück und heuert ehemalige Politiker/-innen und deren Mitarbeiter/-innen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lobbyarbeit: Struktur und Strategien==&lt;br /&gt;
{{Lobbyplanet-box}}&lt;br /&gt;
Angesichts zunehmender Datenschutz-Debatten&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe auch [http://pamanager.blogspot.com/2011/01/facebook-entdeckt-die-lobbyarbeit.html Facebook entdeckt die Lobbyarbeit], Public Affairs Manager-Blog vom 15.1.2011, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und der Streitigkeiten um Urheberrechtsabkommen, wie ACTA, SOPA und PIPA, baut Facebook seine Lobbyarbeit kontinuierlich aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lobbyarbeit erfolgt auf mehreren Schienen. Zum einen beschäftigt das Unternehmen eigene Lobbyist*innen, um Einfluss auf die jeweiligen Entscheidungsträger zu nehmen. Dafür unterhält Facebook Lobbybüros in den für den Konzern wichtigen Machtzentren, wie beispielsweise Washington, Brüssel, Berlin und anderen Regierungssitzen. Gleichzeitig ist Facebook Mitglied in diversen Verbänden (siehe unten), durch die es indirekt - in Kooperation mit anderen Unternehmen - Lobbyarbeit betreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit weltweit===&lt;br /&gt;
Der britische Ex-Politiker Nick Clegg, ehem. Stellv. Premierminister von Großbritannien und ehem. Parteivorsitzender der Liberaldemokraten (&amp;quot;Liberal Democrats&amp;quot;) ist seit Oktober 2018 Cheflobbyist von Facebook („Head of Global Affairs and Communication“).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/digital/britischer-ex-politiker-nick-clegg-facebooks-neuer-cheflobbyist-gibt-sich-als-ueberzeugter-europaeer-1.4306186 Facebooks neuer Cheflobbyist gibt sich als überzeugter Europäer], sueddeutsche.de vom 29.01.2019, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in Deutschland===&lt;br /&gt;
In Berlin wird Facebook seit dem Frühjahr 2011 von [[Eva Maria Kirschsieper]] vertreten, einer früheren Mitarbeiterin der ehemaligen EU-Abgeordneten [[Erika Mann]] (SPD).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-bekommt-deutsche-Lobbyistin-1207075.html Facebook bekommt deutsche Lobbyistin] Heise vom 14.03.2011, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Kirschsieper ist Mitglied des SPD-nahestehenden Vereins D64.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://d-64.org/verein/mitglieder/ D64-Mitglieder] D64, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Ferner heuerte Facebook den promovierten Rechtsanwalt und PR-Berater [[Gunnar Bender]] an, der von April 2012 bis Mitte 2014 die eigens hierfür geschaffene Stelle des &amp;quot;Director Policy&amp;quot; besetzte. Bender arbeitete zuvor in ähnlichen Positionen bei E-Plus, AOL Europe, Time Warner und der Bertelsmann AG.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://winfuture.de/news,67908.html Facebook bereitet Lobby-Offensive in Berlin vor] winfuture vom 01.02.2012, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&lt;br /&gt;
. Siehe auch [http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/gunnar-bender-facebook-ernennt-chef-lobbyisten-fuer-berlin-a-812773.html Facebook ernennt Chef-Lobbyisten für Berlin], Spiegel Online vom 1.2.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Im August 2014 wechselte er zu Bertelsmann zurück, wo er für die Tochterfirma arvato die Leitung der Unternehmenskommunikation übernahm.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://meedia.de/2014/05/26/facebook-lobbyist-gunnar-bender-wechselt-als-kommunikator-zu-arvato/ Facebook-Lobbyist Gunnar Bender wechselt als Kommunikator zu Arvato],  Meedia vom 26.05.2014, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nachdem das Berliner Facebook-Büro mehrere Jahre lang nur mit wenigen Stellen besetzt, eröffnete das Unternehmen im Februar 2016 ein neues größeres Lobbybüro am Potsdamer Platz in Berlin.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/facebook-lobby-offensive-in-berlin-a-1078030.html Lobby-Offensive in Deutschland: Facebook hat Berlin hinzugefügt] Spiegel Online vom 18.2.2016 abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Julia Reuss, frühere Büroleiterin der ehemaligen Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), im Bundeskanzleramt, ist seit Februar 2021 Cheflobbyistin (Public Policy Director) für die Region Zentraleuropa.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politik-kommunikation.de/personalwechsel/reuss-kirschsieper-osei-und-rens-neuen-positionen-bei-facebook-447903909 Reuss, Kirschsieper, Osel und Rens in neuen Positionen bei Facebook], politik-kommunikation.de vom 01.02.2021, abgerufen am 10.02.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutschlandfunk.de/neue-facebook-lobbyistin-reuss-lobbycontrol-befuerchtet.2907.de.html?dram:article_id=492374 LobbyControl befürchtet „Schieflage in der Digitalpolitik“], deutschlandfunk.de vom 11.02.2021, abgerufen am 13.02.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu dieser gehören Deutschland, Österreich, die Schweiz, die Benelux-Länder und Zentralosteuropa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland setzt Facebook auf groß angelegte [https://www.lobbycontrol.de/2021/10/facebook-gibt-millionen-fuer-imagewerbung-aus/?pk_campaign=20211101&amp;amp;pk_source=nl Motiv-Kampagnen in Zeitungen und Zeitschriften], um seinen beschädigten Ruf zu verbessern und die Debatte über strengere Regeln für Internetplattformen zu beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unternehmen ist Mitglied in den folgenden Vereinen und Thinktanks:&lt;br /&gt;
*[[AmCham Germany]]&lt;br /&gt;
*[[BITKOM]]&lt;br /&gt;
*Initiative D21&lt;br /&gt;
*Eco Verband der Internetwirtschaft&lt;br /&gt;
*[[Wirtschaftsforum der SPD]]&lt;br /&gt;
*[[Wirtschaftsrat der CDU]]&lt;br /&gt;
*Bundesverband Deutsche Startups&lt;br /&gt;
*Bundesverband Digitale Wirtschaft&lt;br /&gt;
*Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Dienstanbieter&lt;br /&gt;
Quelle: Transparenzregister &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbyregister.bundestag.de/suche/R002228] Transparenzregister Facebook, abgerufen am 25.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in Brüssel===&lt;br /&gt;
{{Lobbyismus_EU-Box}}&lt;br /&gt;
Ende Oktober 2011 eröffnete Facebook ein neues Lobbybüro in Brüssel, das von [[Erika Mann]] geleitet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeit.de/2013/41/privatsphaere-internet-datenschutz/seite-3 Facebooks oberste Lobbyistin in Europa] Zeit vom 10.10.2013, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit Mai 2020 ist die Finnin Aura Salla Cheflobbyistin („Head of EU Affairs“) von Facebook in Brüssel.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://corporateeurope.org/en/2020/10/facebook-friends-lobby-consultants From Facebok friends to lobby consultants], corporateeurope.org vom 22.10.2020, abgerufen am 30.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politico.eu/article/facebook-friendly-new-aura-salla-lobbyist-in-eu-brussels/ Facebook’s top lobbyist sends Brussel a friend request, politico.eu vom 21.12.2020, abgerufen asm 31.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis Februar 2020 arbeitete  Salla für die Beratungsabteilung („Advisory Service“) Inspire, Debate, Engage and Accelerate Action (IDEA) der EU-Kommission. Davor war sie Kabinettsmitglied von Jyrki Katainen, dem damaligen finnischen Vizepräsidenten der EU-Kommission sowie Politikberaterin für hybride Kriegsführung, Cybersecurity und Desinformation für das European Political Strategy Centre (EPS), einer Denkfabrik der EU-Kommission.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Januar 2012 ist Facebook dem freiwilligen Transparenzregister der EU beigetreten. Damals gab der Konzern an, für das Jahr 2011 zwischen 150.000 und 200.000 € für direkte Lobbyarbeit und Interessenvertretung in den Institutionen der EU ausgegeben zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/64755e0fc2a14e46aa9d8646df6f8f19/facebook-ireland-limited Daten der Facebook Inc aus dem EU Transparency Register], lobbyfacts.eu, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Betrag ist über die Jahre kontinuierlich gestiegen und hat 2019 seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. So gab der Konzern für das Finanzjahr 2019 an, zwischen 4,25 und 4,5 Mio. € für Lobbyarbeit in der EU gezahlt zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=28666427835-74 Facebook Ireland Limited] EU-Transparency Register, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ebenfalls gestiegen ist die Anzahl der Lobbyist*innen, die Facebook in Brüssel beschäftigt. Während der Konzern 2013 noch (umgerechnet und gerundet) 4 Vollzeitäquivalent-Personen in Brüssel beschäftigt hat&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/64755e0fc2a14e46aa9d8646df6f8f19/facebook-ireland-limited Daten der Facebook Inc aus dem EU Transparency Register], lobbyfacts.eu, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;, sind es inzwischen (umgerechnet und gerundet) 14 Vollzeitäquivalent-Personen (Stand 02.07.2020).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=28666427835-74 Facebook Ireland Limited] EU-Transparency Register, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch verschiedene Mitgliedschaften, unter anderem in der [[American Chamber of Commerce to the European Union]] und der [[European Internet Foundation]], betreibt Facebook auch indirekte Lobbyarbeit.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=28666427835-74&amp;amp;isListLobbyistView=true Facebook Ireland Limited] Transparency Register, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, Instagram und Whatsapp, erwägt, ihre Dienste in Europa abzuschalten, wenn es keine neue Übereinkunft zum Datenschutz geben sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/internet/2022-02/meta-facebook-instagram-drohung-europa-datenschutz?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F Meta-Konzern bringt Aus von Facebook und Instagram in Europa ins Spiel], zeit.de vom 07.02.2022, abgerufen am 07.02.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn der Konzern keine Daten zwischen Ländern und Regionen mehr transferieren dürfe oder sie nicht mehr unter seinen verschiedenen Diensten und Produkten teilen dürfe, könnte dies Auswirkungen haben auf die Fähigkeit oder auf die Art und Weise, wie Meta seine Dienste oder gezielte Werbung anbieten könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in den USA===&lt;br /&gt;
Seit 2011 stellt Facebook, zusätzlich zu ihrem eigenen Engagement, externe Firmen an, um für ihre Interessen Lobbyarbeit in der amerikanischen Politik zu betreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/hired-firms?cycle=2011&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Während sich 2011 noch drei externe Firmen für die Interessen von Facebook in Washington einsetzten, engagierte der Konzern in den folgenden Jahren zahlreiche weitere Firmen. 2019 arbeiteten 26 Firmen in diesem Kontext für Facebook.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/hired-firms?cycle=2019&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Folglich ist auch die Anzahl an Lobbyist*innen, die für Facebook in den USA arbeiten, deutlich gestiegen: von 23 Lobbyist*innen im Jahre 2011&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/lobbyists?cycle=2011&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 72 im Jahre 2019. Interessant ist, dass von den 72 Lobbyist*innen, die 2019 für Facebook arbeiteten, 67 [[Seitenwechsel|Seitenwechsler]] sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/lobbyists?cycle=2019&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls 2011 holte sich Facebook Catherine &amp;quot;Cathie&amp;quot; Martin und Joel D. Kaplan ins Haus. Martin war zuvor im Handelsministerium und im Kommunikationsstab von George W. Bush.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.opensecrets.org/revolving/rev_summary.php?id=76635 Martin, Catherine] OpenSecrets.org, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Kaplan kennt sich, als ehemaliger Assistent für George W. Bush, sehr gut mit den Entscheidungsfindungsprozessen im Weißen Haus aus.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://georgewbush-whitehouse.archives.gov/government/kaplan.html Joel D. Kaplan: White House Deputy Chief of Staff for Policy] The White House, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.opensecrets.org/revolving/rev_summary.php?id=76956 Kaplan, Joel D.] OpenSecrets.org, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook ist also sehr gut mit den politischen Institutionen Washingtons verknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA kann man anhand der Daten des dortigen Lobbyregisters sehen, wie die Lobby-Ausgaben von Facebook rasant ansteigen. Im ersten Quartal 2020 erreichte Facebook eine Höchstmarke mit 5.260.000 $.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://soprweb.senate.gov/index.cfm?event=getFilingDetails&amp;amp;filingID=F2D81986-685C-46D9-88D1-9DCAA19C8605&amp;amp;filingTypeID=51 LOBBYING REPORT Facebook Inc.] senate.gov, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;lptable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width:16%;&amp;quot; |Jahr&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width:16%;&amp;quot; |Lobbyausgaben in den USA (in Dollar)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2021&lt;br /&gt;
|20,07 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2020&lt;br /&gt;
|19,68 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2019&lt;br /&gt;
||16,71 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2018&lt;br /&gt;
||12,62 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2017&lt;br /&gt;
||11,51 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2016&lt;br /&gt;
||8,69 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2015&lt;br /&gt;
||9,85 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2014&lt;br /&gt;
||9,34 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2013&lt;br /&gt;
||6,43 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2012&lt;br /&gt;
||3,99 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2011&lt;br /&gt;
||1,35 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2010&lt;br /&gt;
||0,69 Millionen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: US Lobbyregister&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lda.senate.gov/filings/public/filing/search/?registrant=&amp;amp;registrant_country=&amp;amp;registrant_ppb_country=&amp;amp;client=meta&amp;amp;client_state=&amp;amp;client_country=&amp;amp;client_ppb_country=&amp;amp;lobbyist=&amp;amp;lobbyist_covered_position=&amp;amp;lobbyist_conviction_disclosure=&amp;amp;lobbyist_conviction_date_range_from=&amp;amp;lobbyist_conviction_date_range_to=&amp;amp;report_period=&amp;amp;report_year=&amp;amp;report_dt_posted_from=&amp;amp;report_dt_posted_to=&amp;amp;report_amount_reported_min=&amp;amp;report_amount_reported_max=&amp;amp;report_filing_uuid=&amp;amp;report_house_doc_id=&amp;amp;report_issue_area_description=&amp;amp;affiliated_organization=&amp;amp;affiliated_organization_country=&amp;amp;foreign_entity=&amp;amp;foreign_entity_country=&amp;amp;foreign_entity_ppb_country=&amp;amp;foreign_entity_ownership_percentage_min=&amp;amp;foreign_entity_ownership_percentage_max=&amp;amp;search=search] The United States Senate, zuletzt aufgerufen am 26.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 2017 trat Facebook als Geldgeber der Conservative Political Action Conference ([[CPAC]]), der jährlich stattfindenden Konferenz konservativer Aktivist*innen in den USA, auf. Angaben der Zeitung Politico zufolge spendete das Unternehmen allein 62.500 Dollar in bar an die CPAC. Zusätzlich bot Facebook auf der Konferenz Schulungen zur Nutzung der Social-Media-Plattform, mit dem Ziel potentielle Wähler*innen besser zu erreichen, an.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.politico.com/story/2017/02/facebook-aid-cpac-courts-conservatives-235256 Facebook to aid CPAC as it courts conservatives], Politico vom 22.02.2017, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem hat Facebook in den USA ein sogenanntes ''Political Action Committee'' (PAC)&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.washingtonpost.com/blogs/post-tech/post/facebook-forms-pac-for-political-donations/2011/09/26/gIQAHhmW0K_blog.html Facebook forms PAC for political donations] Washington Post, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; eingerichtet, das seitdem Wahlkampfspenden an beide großen Parteien in den USA verteilt. Im Jahr 2013 spendete das Facebook-PAC bei Senatswahlen in den US-Bundesstaaten 43,500 $ für die Republikaner und 45,500 $ für die Demokraten&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.adweek.com/socialtimes/fbpac-fec/431401 Facebook Political-Action Committee Adjusts Contributions To Senators Following FEC Inquiry] Social Times vom 08.01.2014, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 2014 erhielten die Republikaner 35.000 $ und die Demokraten 45.500 $&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/pacs/pac2pac.php?cmte=C00502906&amp;amp;cycle=2014 Facebook PAC/Party, Party breakdown 2014] opensecrets, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 2012 kündigten führende US-amerikanische Internetkonzerne, u.a. [[Google]], Facebook, Ebay und Amazon, an einen eigenen Lobbyverband zu gründen. Die so genannte [[The Internet Association]] soll sich nach eigenen Angaben für ein &amp;quot;offenes, innovatives und freies Internet&amp;quot; einsetzen. Sitz der Lobbyorganisation ist Washington. Dort hat der Verband im September 2012 seine Arbeit aufgenommen, um den IT-Konzernen &amp;quot;eine Stimme in Washington&amp;quot; zu geben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article108387816/Google-Facebook-Ebay-und-Amazon-gruenden-Lobby.html Google, Facebook, Ebay und Amazon gründen Lobby], Welt Online, Artikel vom 26.07.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;Als Präsident und Vorsitzender des Lobbyverbandes wurde der langjährige stellvertretende Personalchef des ''Energie- und Handelskomitees'' im US-Kongress und persönliche Berater des Komiteevorsitzenden, [[Michael Beckerman]], benannt. Das ''Energie- und Handelskomitee'' ist in den USA für die Telekommunikations- und Internetgesetzgebung zuständig.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://energycommerce.house.gov/about Committee on Energy and Commerce], abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fallbeispiele und Kritik==&lt;br /&gt;
===Datenskandal 2018: Cambridge Analytica===&lt;br /&gt;
Immer wieder wird Facebook für den Umgang mit den Daten seiner Nutzer*innen kritisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zdf.de/nachrichten/heute/was-macht-facebook-mit-unseren-daten-100.html Was macht Facebook mit unseren Daten?], zdf.de vom 09.07.2019, zuletzt abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser mangelhafte Umgang von Facebook mit den Daten seiner Nutzer*innen hat Auswirkungen auf demokratische Entscheidungsprozesse und kann damit auch zur Bedrohung für Demokratien werden: unter anderem bei den US-Präsidentschaftswahlen 2016 wurde probiert durch Fake News - also bewusste Falschmeldungen -, welche als Werbeanzeigen bei Facebook geschaltet wurden, den Wahlausgang zu beeinflussen. Diese Fake News konnten durch die umfangreichen Daten, die Facebook von seinen Nutzer*innen gespeichert hat, sehr gezielt an bestimmte Zielgruppen gerichtet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/netzwelt/web/us-wahl-2016-wie-soziale-medien-werbung-zu-propaganda-machten-a-1175906.html Wie soziale Medien Werbung zu Propaganda machen], spiegel.de vom 01.11.2017, zuletzt abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Deutlich wird der Umgang mit Nutzer*innendaten auch anhand des Datenskandals rund um Cambridge Analytica.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit März 2018 ist bekannt, dass Cambridge Analytica – ein britisches Datenalayse-Unternehmen, dass sich auf Wähleranalysen spezialisiert hat – Zugang zu rund 87 Millionen Facebook-Nutzerprofilen hatte&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2018-06/cambridge-analytica-europa-facebook-skandal-nutzer Europäische Nutzer angeblich nicht von Facebook-Skandal betroffen], Zeit.de vom 25.06.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;: Im Rahmen einer Teilnahme an der Umfrage-App „thisisyourdigitallife“ sind Daten von Facebook-Nutzer*innen erhoben worden und an Cambridge Analytica weitergegeben worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutschlandfunk.de/facebook-skandal-kreis-der-betroffenen-koennte-noch.697.de.html?dram:article_id=414837 Kreis der Betroffenen könnte noch größer sein], Deutschlandfunk.de vom 05.04.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook musste sich daraufhin vor dem US-Kongress (Committee on Commerce, Science and Transportation&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.commerce.senate.gov/public/_cache/files/9d8e069d-2670-4530-bcdc-d3a63a8831c4/7C8DE61421D13E86FC6855CC2EA7AEA7.senate-commerce-committee-combined-qfrs-06.11.2018.pdf Hearing: Facebook, Social Media Privacy, and the Use and Abuse of Data], U.S. Senate Committee On Commerce, Science &amp;amp; Transportation vom 08.06.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und Committee on Energy and Commerce&amp;lt;ref&amp;gt;[https://docs.house.gov/meetings/IF/IF00/20180411/108090/HHRG-115-IF00-Wstate-ZuckerbergM-20180411.pdf Hearing before the United State House of Representatives Committee on Energy and Commerce], U.S. House of Representatives vom 11.04.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;) verteidigen. In einer Stellungnahme im Rahmen der US-Anhörungen räumte Mark Zuckerberg ein, dass die Daten unter anderem für auswärtige Wahlen missbraucht wurden. Zudem entschuldigte er sich für die Fehler, die Facebook unterlaufen sind. So sollen die Nutzer*innendaten unter anderem eine Rolle im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 und bei der Brexit-Kampagne „Vote Leave“ gespielt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.theguardian.com/news/2018/mar/17/cambridge-analytica-facebook-influence-us-election Revealed: 50 million Facebook profiles harvested for Cambridge Analytica in major data breach], Theguardian.com vom 17.03.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch auf europäischer Ebene zog der Datenschutz-Skandal Konsequenzen mit sich: Im Mai kam es zu einem informellen Gespräch zwischen Mark Zuckerberg und Europaabgeordneten. In Folge dessen wurden insgesamt drei Anhörungen im Europäischen Parlament durchgeführt, um den Datenmissbrauch aufzuklären und mögliche Lösungen zu erarbeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20180530IPR04607/facebook-cambridge-analytica-abgeordnete-untersuchen-datenschutzverletzungen Facebook/Cambridge Analytica: Europaabgeordnete untersuchen Datenschutzverletzungen], Europäisches Parlament vom 31.05.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seit 2011: Lobbyarbeit gegen strikten Datenschutz===&lt;br /&gt;
Bislang ist der Datenschutz in den einzelnen EU-Mitgliedsländern teilweise sehr unterschiedlich. Die frühere EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft [[Viviane Reding]] präsentierte im Januar 2012 den Entwurf einer EU-Datenschutz-Grundverordnung, die eine aus dem Jahr 1995 stammende Richtlinie ersetzen und den Datenschutz in der EU vereinheitlichen soll.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2012:0011:FIN:DE:PDF Vorschlag der Europäischen Kommission für eine Datenschutz-Grundverordnung] KOM (2012) 11&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Gegensatz zur alten Richtlinie, die von den EU-Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt werden musste, wird die Verordnung unmittelbar in allen EU-Mitgliedsstaaten gelten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20130827001047/http://www.jura.uni-passau.de/fileadmin/dateien/fakultaeten/jura/lehrstuehle/hornung/Hornung__Eine_Datenschutz-Grundverordnung_fuer_Europa__ZD_20.pdf Eine Datenschutz-Grundverordnung für Europa?] Gerrit Hornung: Eine Datenschutz-Grundverordnung für Europa? Licht und Schatten im Kommissionsentwurf vom 25.1.2012. Zeitschrift für Datenschutz 3/2012, S. 99-105&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Verordnung sieht einen wesentlich strengeren Datenschutz auf EU-Ebene vor. Eine Neuerung ist zum Beispiel, dass sich Unternehmen, die Nutzer*innen in der EU haben – gleichzeitig aber außerhalb der EU sitzen – ebenfalls an die Verordnung halten müssen. Bisher konnten Beschwerden nur an die Datenschutzbehörde des Landes gerichtet werden, in der das jeweilige Unternehmen sitzt. Im Fall Facebook ist das Irland. Die irische Tochterfirma Facebook Ireland Limited verwaltet die Konten sämtlicher Nutzer weltweit, außerhalb der USA und Kanadas. Damit unterliegen all diese Nutzer*innen den Vorgaben der EU-Datenschutzrichtlinie sowie den irischen Datenschutzgesetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article13779212/Facebook-muss-fuer-Irland-Datenschutz-verbessern.html Facebook muss für Irland Datenschutz verbessern] Welt Online vom 21.12.2011, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der neuen Datenschutzverordnung sollen sich Verbraucher direkt an eine Datenschutzbehörde in ihrem Heimatland wenden können, die die Beschwerde dann an die zuständige Datenschutzbehörde des Landes mit dem Firmensitz weiterleitet und die Korrespondenz übernimmt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sp1&amp;quot;&amp;gt;[http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,811269,00.html EU will über Datenschutz bestimmen] Spiegel Online vom 25.01.2012, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Kampagnen wie [http://www.europe-v-facebook.org/DE/de.html ''europe-v-facebook''] fordern längst einen stärkeren Datenschutz und mehr Bestimmung der Nutzer*innen über ihre Daten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.europe-v-facebook.org/DE/Ziele/ziele.html Ziele vom „europe-v-facebook“]  europe-v-facebook, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Facebook und andere Internetunternehmen betrieben hohe Lobbyanstregungen gegen die geplante Verschärfung des europäischen Datenschutzes.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.tagesschau.de/ausland/eu-datenschutz104.html Was will die EU beim Datenschutz?] tagesschau.de vom 19.07.2013, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook setzte sich unter anderem gegen datenschutzfreundliche Standardeinstellungen und das &amp;quot;Recht auf Vergessen&amp;quot; ein, also das Löschen von Nutzer*innendaten. Laut der zuständigen Justizkommissarin [[Viviane Reding]] wurde die Lobbyarbeit um die Verordnung so „erbittert“ geführt wie sie es noch nie erlebt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.n-tv.de/politik/Blog-deckt-Lobbyeinfluss-auf-article10103291.html EU-Verordnung per &amp;quot;Copy &amp;amp; Paste&amp;quot;, Blog deckt Lobbyeinfluss auf] n-tv vom 12.02.2013, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach mehr als zwei Jahren Diskussion über den Entwurf und tausenden Änderungsanträgen hat das EU-Parlament am 12. März 2014 einer aktuellen Kompromissfassung der Verordnung zugestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein mächtiger Verbündeter von Facebook, [[Google]] und Co. ist die US-Regierung. Diese sprang bereits vor der offiziellen Veröffentlichung des Entwurfs in die Bresche, um die neue Datenschutzverordnung durch intensive Lobbyarbeit zu verhindern.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.europnews.org/2012-01-22-wann-lost-sich-europa-endlich-von-den-usa-usa-torpedieren-eu-datenschutz-verordnung.html USA torpedieren EU-Datenschutz-Verordnung], aufgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Cheflobbyist [[Richard Allan]] hatte im Sommer 2011 einen ersten (vermeintlichen) Erfolg, wie die Kritik umgangen werden kann. Er hat mit Bundesinnenminister [[Hans-Joachim Friedrich]] die Abmachung getroffen, dass Facebook erstmals an einer Initiative zur Selbstverpflichtung von sozialen Netzwerken mitarbeiten werde. Darin sollten &amp;quot;Regelungen zur Datensicherheit, sicheren Identitäten sowie Aspekten des Daten-, Verbraucher- und Jugendschutzes&amp;quot; enthalten sein.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-09/friedrich-facebook-datenschutz Innenminister Friedrich bringt Datenschützer auf die Palme]Zeit-Online vom 8.09.2011 abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses wurde allerdings vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) Schleswig-Holstein Schleswig Holstein kritisiert, da Innenminister für die Kontrolle gar nicht zuständig seien, sondern die Datenschutzbehörden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20140701084834/http://www.datenschutz.de/news/detail/?nid=5078 Weichert: „Innenminister sollte nicht weichspülen, sondern seine Hausaufgaben erledigen“] PM des Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) vom 8.09.2011 abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [http://lobbyplag.eu/ Plattform LobbyPlag] hat aufgedeckt, dass ganze Passagen in den von EU-Parlamentariern eingereichten Änderungsanträgen wortwörtlich aus Lobbypapieren übernommen wurden. Die Plattform vergleicht die Textvorschläge von Lobbyisten mit den Änderungsanträgen von EU-Parlamentariern. Auch Facebook hat in Lobbypapieren ausgearbeitete Textvorschläge eingereicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20150423150822/http://lobbyplag.eu/docs LobbyPlag Documents] LobbyPlag, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Außerdem betreibt Facebook über diverse Verbände, in denen es Mitglied ist, indirekt Lobbyarbeit in Bezug auf die Datenschutzreform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2011: Verdeckte Kampagne gegen Google===&lt;br /&gt;
Facebook betreibt zwar selbst Lobbyarbeit gegen verschärfte Datenschutzbestimmungen, nutzt jedoch gleichzeitig die öffentlichen Debatten zum Thema, um Konkurrenten zu diskreditieren, wie beispielsweise [[Google]]. Hierzu heuerte Facebook, wie im Frühjahr 2011 ans Licht kam, die PR- und Lobbyagentur [[Burson-Marsteller]] an, die daraufhin versuchte unabhängige Blogger anzuwerben, um kritische Berichte zu Googles Umgang mit dem Datenschutz zu lancieren. Einer der angeschriebenen Blogger lehnte das Angebot jedoch ab und veröffentlichte stattdessen die Anfrage von [[Burson-Marsteller]], woraufhin sich die Schmutzkampagne in einen Boomerang verwandelte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/google/facebook-schmutzkampagne-gegen-google-1639096.html Schmutzkampagne gegen Google] FAZ vom 13.05.2011, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Urheberrecht und Patentstreitigkeiten===&lt;br /&gt;
Im Wettstreit mit seinen direkten Konkurrenten - v.a. [[Google]] (insbesondere wegen Googles Plattform Google+) und [[Yahoo]] - versuchen sich die Internetkonzerne Patente zu sichern, um den jeweiligen Konkurrenten so ausstechen zu können. Yahoo klagte pünktlich vor dem Börsengang gegen Facebook wegen Patentverletzungen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.taz.de/!89514/ Patentstreit in USA: Yahoo klagt gegen Facebook] taz vom 13.03.2012, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook rüstete sich hierauf wiederum, indem es von [[IBM]] hunderte Patente kaufte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,823244,00.html Furcht vor Klagen: Facebook deckt sich mit Patenten ein] Spiegel vom 23.03.2012, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Die konkurrierenden Internetkonzerne versuchen sich hierbei auf allen Ebenen einen Vorteil zu verschaffen, wodurch u.a. auch Gesetzesinitiativen oder das Patentrecht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.opensecrets.org/lobby/clientissues.php?id=D000033563&amp;amp;year=2011 Facebook: Issues] OpenSecrets, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Austragungsort des Konkurrenzkampfes werden kann, was wiederum eine demokratische Entscheidungsfindung gefährdet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weitere Lobbystrategien==&lt;br /&gt;
===Individuelle Datenkompetenz vs. Datenschutz-Gesetze===&lt;br /&gt;
Obwohl Facebook über 2,5 aktive Milliarden Nutzer*innen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://investor.fb.com/investor-news/press-release-details/2020/Facebook-Reports-Fourth-Quarter-and-Full-Year-2019-Results/default.aspx Facebook Reports Fourth Quarter and Full Year 2019] Facebook Investor Relations vom 29.01.2020, abgerufen am 02.07.2020&lt;br /&gt;
. Siehe auch [https://www.cnbc.com/2020/01/29/facebook-fb-earnings-q4-2019.html Facebook stock falls after showing 51% rise in expenses], CNBC vom 29.01.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; verfügt (Stand 2019), hat das Unternehmen ein Imageproblem. Besonders der Umgang mit den Nutzer*innendaten sorgte in den letzten Jahren für scharfe Kritik. Das Berliner Facebook-Büro reagiert, in dem es sich öffentlichkeitswirksam zum Thema Datensicherheit engagiert. Facebook beteiligt sich schon seit mehreren Jahren an der Initiative &amp;quot;Deutschland sicher im Netz&amp;quot;. Außerdem betreibt das Unternehmen die Seite [aconnectedlife.info], auf der Nutzer*innen über Datensicherheit im Netz informiert werden und mit der sich Facebook gleichzeitig ein datensensibles Image verpasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um in Deutschland für die Seite zu werben, setzte Facebook auf besondere Botschafter*innen. Auf seiner Facebook-Seite ließ das Unternehmen acht Bundestagsabgeordnete von CDU, SPD und Bündnis 90/ Die Grünen in Kurzvideos zu Wort kommen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.facebook.com/FacebookBerlin Was bedeutetet Datenkompetenz?] Facebook Berlin, April-Mai 2014, abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt; – darunter mehrere Mitglieder des Bundestagsausschusses Digitale Agenda. Versehen mit einer Webadresse von aconnectedlife.com erklären die Politiker*innen darin, was sie unter Datenkompetenz verstehen. Der Inhalt aller Statements ähnelt sich und unterstützt die politische Agenda von Facebook: Nutzer*innen müssten selbst verantwortungsvoll mit ihren Daten umgehen. Wenn den Nutzer*innen die Verantwortung für ihre Daten übertragen wird, sinkt der Bedarf nach gesetzlichen Datenschutzregeln. Genau diese versucht Facebook mit den Stichworten Datenkompetenz und Selbstregulierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Öffentlichkeitsarbeit mit Politikern===&lt;br /&gt;
Facebook geht in Berlin direkt und offensiv auf die Politik zu. Facebook-Schulungen für Bundestagsabgeordnete u.a. der CSU&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2011/lobbying-facebook-style-mogen-sie-das/ Lobbying, Facebook-Style: Mögen Sie das?] netzpolitik.org vom 23.6.2011, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; , ein eigener „Leitfaden für Politiker und Amtsträger“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://de.scribd.com/doc/136194390/Facebook-Leitfaden-fur-Politiker Facebook-Leitfaden für Politiker] Eva-Maria Kirschsieper, 2013, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; oder die „Facebook Berlin Talks“ eignen sich gut um Kontakte zu Politiker*innen aufzubauen und zu pflegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===EU-Lobbying über die US-Regierung===&lt;br /&gt;
Eine ebenfalls wichtige Rolle spielt die US-Regierung, wodurch diese gleich in zweierlei Hinsicht im Fokus der Lobbyarbeit steht. So übt die US-Regierung in vielerlei Hinsicht Druck auf die EU und nationale Regierungen aus, wenn von politischen Entscheidungen US-Konzerne betroffen sind. So geschehen beispielsweise in den Datenschutzvorschriften, bzw. der geplanten Datenschutzverordnung der EU.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.datenschutzbeauftragter-info.de/die-usa-moechten-bei-eu-datenschutzreform-mitreden/ Die USA möchten bei EU-Datenschutzreform mitreden], Datenschutzbeauftragter Info vom 01.03.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobby-Kooperation mit Facebook-Werbekunden===&lt;br /&gt;
Eine weitere Lobbystrategie die Facebook nutzt, ist eine gängige Strategie von Digitalkonzernen: das Unternehmen versucht, in die eigene Lobbyarbeit und Imagewerbung kleine Unternehmen oder Unternehmensgründer einzubinden, die Facebook für ihr Geschäftsmodell bzw. ihre Werbung nutzen. Ein Beispiel dafür war eine Veranstaltung mit einem Hamburger Reiseveranstalter im April 2012. Dazu war auch der Hamburger Oberbürgermeister [[Olaf Scholz]] eingeladen, der Facebook lobte - und sich damit selbst als modern und gründerfreundlich inszenieren konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/lobbyarbeit-zum-ueberleben-facebook-sucht-sich-freunde-in-washington-seite-all/6646278-all.html Facebook sucht sich Freunde in Washington], Handelsblatt online vom 18.5.2012 abgerufen am 02.07.2020. Ausführlicher zu der Hamburger Veranstaltung, aber nicht mehr frei verfügbar: [http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/545024 Ein Gefühl für Wind und Wellen], Süddeutsche Zeitung vom 20.04.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Strategie, kleine Unternehmen für die eigene Lobbyarbeit einzuspannen, haben in der Vergangenheit bereits [[Microsoft]] und  [[Google]] genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Regulierungen und Einleitung von Verfahren als Reaktion auf gestiegene Marktmacht==&lt;br /&gt;
Seit 2012 hat die Facebook Inc. verschiedene andere Unternehmen aus dem digitalen Bereich akquiriert. Zu den bekanntesten dieser Unternehmen gehören Instagram, das im April 2012 für eine Milliarde Dollar übernommen wurde&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/facebook-kauft-instagram-eine-milliarde-dollar-fuer-eine-idee/6493154.html Eine Milliarde Dollar für eine Idee], tagesspiegel.de vom 11.04.2012, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und WhatsApp, welches im Februar 2014 übernommen wurde und Facebook insgesamt 19 Milliarden Dollar kostete.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/facebook-kauft-konkurrenten-whatsapp-fuer-milliardenbetrag-a-954546.html Facebook kauft Konkurrenten WhatsApp], spiegel.de vom 19.02.2014, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Alle drei Dienste gehören zu den meist genutzten sozialen Medien und verzeichnen hohe Nutzer*innenzahlen: Facebook hatte 2019 nach eigenen Angaben 2,5 Milliarden Nutzer*innen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://investor.fb.com/investor-news/press-release-details/2020/Facebook-Reports-Fourth-Quarter-and-Full-Year-2019-Results/default.aspx Facebook Reports Fourth Quarter and Full Year 2019 Results], Facebook Investor vom 29.01.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;, während WhatsApp im Februar 2020 das erste Mal die Grenze von 2 Milliarden Nutzer*innen überschritt&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/285230/umfrage/aktive-nutzer-von-whatsapp-weltweit/ Anzahl der monatlich aktiven Nutzer von WhatsApp weltweit in ausgewählten Monaten von April 2013 bis Februar 2020], statista.de vom 13.02.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;. Instagram wiederum hat 2018 die Marke von 1 Milliarde Nutzer*innen überschritten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://about.instagram.com/blog/announcements/welcome-to-igtv Willkommen bei IGTV], instagram.com vom 20.06.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Angaben der britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) vereint der Konzern rund 70 Prozent der Zeit auf sich, die Menschen mit Sozialen Medien verbringen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2021/marktmacht-facebook-muss-giphy-moeglicherweise-wieder-verkaufen/ Facebook muss Giphy möglicherweise wieder verkaufen], netzpolitik.org vom 16.08.2021, abgerufen am 29.08.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Basierend darauf gibt es Diskussionen um die große Marktmacht, die Facebook im Bereich der sozialen Medien hat und die Gefahren die von so einer Monopolstellung ausgehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/internet/2019-05/facebook-zerschlagung-wahlkampf-monopol-soziale-medien-digitalkonzerne Zerschlagt, was euch kaputt macht], zeit.de vom 21.05.2019, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.welt.de/debatte/kommentare/article175369044/Mark-Zuckerbergs-Werk-Facebook-ein-Monopol-das-zerschlagen-gehoert.html Facebook – ein Monopol, das zerschlagen gehört], welt.de vom 11.04.2018, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbycontrol.de/2020/01/big-tech-big-lobby/ Big Tech, big Lobby], lobbycontrol.de vom 23.01.2020, abgerufen am 27.05.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Insbesondere in den USA, der EU und Deutschland werden Maßnahmen diskutiert und umgesetzt, mit denen die Macht der Konzerne beschränkt und ihre fragwürdigen Geschäftspraktiken unterbunden werden sollen.&lt;br /&gt;
===USA===&lt;br /&gt;
Das Abgeordnetenhaus im amerikanischen Kongress hat am 11. Juni 2021 fünf Gesetzesentwürfe vorgelegt, die es erleichtern könnten, die Internetkonzerne zu zerschlagen und ihnen den Verkauf bestimmter Produkte zu verbieten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/tech-giganten-in-den-usa-marktmacht-soll-begrenzt-werden-17386091-p2.html Amerika knöpft sich seine Tech-Giganten vor], faz.de vom 12.06.2021, abgerufen am 04.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Juni 2021 hat ein US-Gericht eine Klage der US-Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Commission (FTC ) und etwa 40 Bundesstaaten abgewiesen, die Facebook unfairen Wettbewerb vorgeworfen hatten, und die Abspaltung von Instagram und WhatsApp erreichen wollten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/2021-06/usa-gericht-facebook-klage-monopol-handelsbehoerde US-Gericht weist Wettbewerbsklage gegen Facebook ab], zeit.de vom 28.06.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Januar 2022 ist die Wettbewerbsklage im zweiten Anlauf von demselben Gericht angenommen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/us-tech-konzern-kartellklage-gegen-facebook-uebernahmen-von-whatsapp-und-instagram-werden-geprueft/27966444.html?ticket=ST-2153473-cPc6cEheWcZuOScPl3WV-ap6 Kartellklage gegen Facebook: Übernahme von Whatsapp und Instagramm werden geprüft], handelsblatt.com vom 12.01.2022, abgerufen am 16.01.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===EU===&lt;br /&gt;
Mit dem [https://ec.europa.eu/info/strategy/priorities-2019-2024/europe-fit-digital-age/digital-services-act-ensuring-safe-and-accountable-online-environment_de Gesetz über digitale Dienste] will die Europäische Kommission ein besseres Gleichgewicht zwischen Rechten und Verantwortlichkeiten von Nutzern, Plattformen und Behörden herstellen und das Internet sicherer machen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.hss.de/news/detail/eu-will-die-grossen-internetkonzerne-regulieren-news7456/ Ein Rahmen für die digitale Wirtschaft], hss.de vom 06.04.2021, abgerufen am 04.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [https://ec.europa.eu/info/strategy/priorities-2019-2024/europe-fit-digital-age/digital-markets-act-ensuring-fair-and-open-digital-markets_de Gesetz über digitale Märkte] (Digital Markets Act) legt eine Reihe eng definierter objektiver Kriterien für die Einstufung einer großen Online-Plattform als „Gatekeeper“ fest. Diese dürfen gegenüber den von ihnen abhängigen gewerblichen Nutzern und Kunden keine unlauteren Praktiken anwenden, um einen unbilligen Vorteil zu erlangen. Am 24. März 2022 haben sich Europaparlament und Ministerrat auf die endgültige Fassung des Gesetzes geeinigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/digital-markets-act-der-eu-strenge-regeln-fuer-big-tech-unternehmen-17908180.html Die EU legt „Big Tech“ Fesseln an], faz.net vom 25.03.2022, abgerufen an 28.03.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die EU-Kommission hat Anfang Juni 2021 ein Verfahren gegen Facebook eingeleitet, um mögliche Wettbewerbsverstöße beim Kleinanzeigendienst Facebook Marketplace zu prüfen, was der Konzern für unbegründet hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/internet/2021-06/eu-kommission-facebook-marketplace-untersuchung-wettbewerbsvorteil EU-Kommission leitet Untersuchung gegen Facebook ein], zeit.de vom 04.06.2021, abgerufen am 04.07.202&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutschland===&lt;br /&gt;
Im Januar 2021 ist die 10. Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB-Digitalisierungsgesetz) in Kraft getreten. Der Gesetzgeber will damit vor allem die Marktmacht großer Digitalkonzerne wie Amazon beschränken. Insbesondere der neue § 19a GWB sieht neue, weitreichende Eingriffsbefugnisse für das Bundeskartellamt gegenüber „Unternehmen mit überragender marktübergreifender Bedeutung für den Wettbewerb“ vor. Das Bundeskartellamt hatte im Dezember 2020 ein Missbrauchsverfahren gegen Facebook wegen der Verknüpfung von Oculus mit dem Facebook-Netzwerk eingeleitet. Im Januar 2021 weitete das Bundeskartellamt sein Verfahren aus und prüft nun ebenfalls, ob Facebook unter die neuen Regelungen für Unternehmen mit überragender marktübergreifender Bedeutung für den Wettbewerb (§ 19a GWB) fällt und die Verknüpfung der Dienste hieran zu messen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Meldung/DE/Pressemitteilungen/2021/28_01_2021_Facebook_Oculus.html Bundeskartellamt prüft im Facebook/Oculus-Verfahren auch den neuen § 19 a GWB], Pressemitteilung vom 28.01.2021, abgerufen am 04.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende März 2021 hat das Oberlandesgericht Düsseldorf ein Verfahren des Bundeskartellamtes gegen Facebook ausgesetzt und an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) überwiesen, der entscheiden soll, ob das Bundeskartellamt berechtigt ist, Facebook Vorgaben für das Sammeln von Daten zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/eugh-soll-ueber-facebook-entscheiden-17261593.html EuGH soll über Facebook entscheiden], faz.de vom 24.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Reform der internationalen Unternehmensbesteuerung==&lt;br /&gt;
Insbesondere die global operierenden Digitalkonzerne können ihre Gewinne in Staaten mit niedrigen Steuersätzen verlagern und dadurch ihre Effektivsteuern bis auf nahe Null senken, was den Wettbewerb verzerrt und den finanziellen Gestaltungsspielraum der betroffenen Länder vermindert. Die Europazentrale von Facebook hat ihren Sitz in Dublin, wo bisher nur 12,5 % Unternehmenssteuer entrichtet werden. Auch Facebook nutzte jahrelang die Steuervermeidungs-Strategie [https://de.wikipedia.org/wiki/Double_Irish_With_a_Dutch_Sandwich Double Irish With a Dutch Sandwich]. Mark Zuckerberg, Vorstandsvorsitzender von Facebook, zeigte sich schon 2020 offen für eine Reform des globalen Steuersystems, bei dem Technologieunternehmen stärker zur Kasse gebeten werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.trend.at/wirtschaft/facebook-chef-zuckerberg-europa-steuern-11346675 Facebook-Chef will in Europa mehr Steuern zahlen], trend.at vom 14.02.2020, abgerufen am 05.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Vor diesem Hintergrund soll die internationale Unternehmensbesteuerung reformiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der OECD haben sich 131 Staaten (Stand: 5. Juli 2021) auf faire Verteilrechte und einen einheitlichen Mindeststeuersatz von 15 Prozent geeinigt. Am 9./10. Juli haben in Venedig die Finanzminister*innen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, der G20, das Konzept beschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Internationales_Steuerrecht/BEPS/schaedlichen-steuerwettbewerb-bekaempfen.html Reform der internationalen Unternehmenssteuer kommt], bundesfinanzministerium.de vom 10.07.2021, abgerufen am 27.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Besteuerungsrechte sollen tendenziell vom Ort der Produktion dahin gelenkt werden, wo die Produkte vermarktet werden. Dazu soll ein Anteil des Gewinns einer Unternehmensgruppe oder Geschäftssparte den Staaten mittels einer Formel zugeteilt werden. Dabei kommt es nicht darauf an, ob das Unternehmen in dem Staat einen Sitz hat. Neben dem Implementierungsplan der internationalen Staatengemeinschaft beabsichtigt auch die Europäische Kommission, den Prozess eng zu begleiten, um eine zeitnahe und einheitliche Umsetzung innerhalb der Europäischen Union zu gewährleisten. Die Staats- und Regierungschef aus der Gruppe der zwanzig wichtigsten Wirtschaftsnationen (G 20) billigten am 30. Oktober 2021 in Rom das Konzept, auf das sich zuvor 136 Länder verständigt hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/g-20-billigen-konzept-fuer-globale-mindeststeuer-17610977.html G 20 billigen Konzept für globale Mindeststeuer], faz.de vom 30.10.2021, abger¨fen am 31.10.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Reform soll schon im Jahr 2023 in Kraft treten. Für Länder, die bisher stark vom Steuerwettbewerb profitiert haben, sind gewisse Übergangserleichterungen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur, Geschäftsfelder und Finanzen==&lt;br /&gt;
Das Geschäft von Facebook basiert auf der kostenlosen Nutzung der verschiedenen Dienste, welche zur Facebook Inc. gehören. Geld verdient Facebook größtenteils durch Werbung, welche Drittanbieter bei den Diensten von Facebook schalten können: 2019 erzielte Facebook insgesamt 98,5% seiner Umsätze durch Werbung.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/217061/umfrage/umsatz-gewinn-von-facebook-weltweit/ Umsatz und Nettoergebnis von Facebook weltweit in den Jahren 2007 bis 2019], statista.de vom 31.012020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umsatz der Facebook Inc. ist dabei in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Von 12,5 Milliarden Dollar Jahresumsatz 2014&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mediadb.eu/datenbanken/internationale-medienkonzerne/facebook-inc.html#c14811 Facebook, Inc.], mediadb.eu vom 28.04.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 117,9 Milliarden Dollar im Jahr 2021.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/237434/umfrage/umsatz-von-facebook-weltweit-quartalszahlen/] Statista, abgerufen am 26.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Gewinn betrug 2021 39,37 Milliarden Dollar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/237450/umfrage/gewinn-von-facebook-weltweit-quartalszahlen/] Statista, abgerufen am 26.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Börsenwert des Unternehmen beträgt 508 Milliarden Dollar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ycharts.com/companies/FB/market_cap], ycharts.com, abgerufen am 26.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; (Stand 26.04.2022)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CEO und bekanntestes Gesicht von Facebook ist der Mitgründer Mark Zuckerberg. Im leitenden Management des Unternehmen sind außerdem Sheryl Sandberg (Chief Operating Officer), Dave Wehner (Chief Financial Officer) und Miker Schroepfer (Chief Technology Officer).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mediadb.eu/datenbanken/internationale-medienkonzerne/facebook-inc.html#c14811 Facebook, Inc.], mediadb.eu vom 28.04.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt beschäftigt Facebook 71.970 Menschen weltweit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://s21.q4cdn.com/399680738/files/doc_financials/2021/q4/FB-12.31.2021-Exhibit-99.1-Final.pdf], Meta Report 2021, abgerufen am 26.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; (Stand 2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterführende Informationen==&lt;br /&gt;
*[https://www.lobbycontrol.de/schwerpunkt/macht-der-digitalkonzerne/ LobbyControl: Macht der Digitalkonzerne]&lt;br /&gt;
*[https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/politik/mindeststeuer-die-15-prozent-revolution-e191257/?sc_src=email_2522714&amp;amp;sc_lid=207379752&amp;amp;sc_uid=DP7Ap9e2ae&amp;amp;sc_llid=44659&amp;amp;utm_medium=email&amp;amp;utm_source=emarsys&amp;amp;utm_content=projekte.sueddeutsche.de%2Fartikel%2Fpolitik%2Fmindeststeuer-die-15-prozent-revolution-e191257&amp;amp;utm_campaign=SZ_am_Morgen_Samstag_030721 Die Revolution der kleinen Zahl - ausführliche Analyse der globalen Mindeststeuer in der Süddeutschen Zeitung vom 2. Juli 2021]&lt;br /&gt;
*[http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Facebook sourcewatch über Facebook]&lt;br /&gt;
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Facebook Wikipedia über Facebook]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{spendenbanner}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:IT &amp;amp; Kommunikation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:EU]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>TorbenB</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lobbypedia.de/w/index.php?title=Facebook&amp;diff=137110</id>
		<title>Facebook</title>
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		<updated>2022-04-26T12:18:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;TorbenB: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{BoxUnternehmen&lt;br /&gt;
| Name             = Facebook&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| Branche          = IT-Branche&lt;br /&gt;
| Geschäftsfelder  = Soziale Netzwerke&lt;br /&gt;
| Hauptsitz        = Menlo Park (Kalifornien)&lt;br /&gt;
| Tochterunternehmen = Irland&lt;br /&gt;
| Gründing         = 2004    &lt;br /&gt;
| Lobbybüro Deutschland = Pariser Platz 4a, 10117 Berlin&lt;br /&gt;
| Lobbybüro EU = Rond Point Schuman 11, 1040 Brussels&lt;br /&gt;
| Homepage         = [http://www.facebook.com facebook.com]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
'''Facebook''' ist eines der bekanntesten sozialen Netzwerke und gehörte bis 2021 der Facebook Inc. mit Sitz im kalifornischen Menlo Park. Die Facebook Inc. wurde 2004 gegründet und ist seit dem 18. Mai 2012 an der Börse.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2012-05/facebook-boersen-gang Ein glanzloser Start an der Börse], zeit.de vom 18.05.2012, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; 2021 benannte sich der Dachkonzern Facebook Inc. in Meta Platforms Inc. um. Zu dieser gehören neben Facebook noch verschiedene digitale Angebote, unter anderem Instagram und WhatsApp.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.statista.com/chart/5194/active-users-of-social-networks-and-messaging-services/ Facebook Inc. Dominates the Social Media Landscape], statista.de vom 03.07.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; 2020 konnte Facebook seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 22 % auf ca. 86 Milliarden Dollar steigern.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://investor.fb.com/investor-news/press-release-details/2021/Facebook-Reports-Fourth-Quarter-and-Full-Year-2020-Results/default.aspx Pressemitteilung vom 27.01.2021], investor.fb.com, abgerufen am 05.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unternehmen hat seine Lobbyarbeit seit 2010 massiv ausgebaut - gerade angesichts verschiedener Datenschutz-Debatten, der Streitigkeiten um Urheberrechtsabkommen wie etwa [[ACTA]], sowie zunehmender Diskussionen um die Marktmacht der großen Digitalkonzerne. Dabei greift das Unternehmen u.a. auf eine bewährte Strategie zurück und heuert ehemalige Politiker/-innen und deren Mitarbeiter/-innen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lobbyarbeit: Struktur und Strategien==&lt;br /&gt;
{{Lobbyplanet-box}}&lt;br /&gt;
Angesichts zunehmender Datenschutz-Debatten&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe auch [http://pamanager.blogspot.com/2011/01/facebook-entdeckt-die-lobbyarbeit.html Facebook entdeckt die Lobbyarbeit], Public Affairs Manager-Blog vom 15.1.2011, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und der Streitigkeiten um Urheberrechtsabkommen, wie ACTA, SOPA und PIPA, baut Facebook seine Lobbyarbeit kontinuierlich aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lobbyarbeit erfolgt auf mehreren Schienen. Zum einen beschäftigt das Unternehmen eigene Lobbyist*innen, um Einfluss auf die jeweiligen Entscheidungsträger zu nehmen. Dafür unterhält Facebook Lobbybüros in den für den Konzern wichtigen Machtzentren, wie beispielsweise Washington, Brüssel, Berlin und anderen Regierungssitzen. Gleichzeitig ist Facebook Mitglied in diversen Verbänden (siehe unten), durch die es indirekt - in Kooperation mit anderen Unternehmen - Lobbyarbeit betreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit weltweit===&lt;br /&gt;
Der britische Ex-Politiker Nick Clegg, ehem. Stellv. Premierminister von Großbritannien und ehem. Parteivorsitzender der Liberaldemokraten (&amp;quot;Liberal Democrats&amp;quot;) ist seit Oktober 2018 Cheflobbyist von Facebook („Head of Global Affairs and Communication“).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/digital/britischer-ex-politiker-nick-clegg-facebooks-neuer-cheflobbyist-gibt-sich-als-ueberzeugter-europaeer-1.4306186 Facebooks neuer Cheflobbyist gibt sich als überzeugter Europäer], sueddeutsche.de vom 29.01.2019, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in Deutschland===&lt;br /&gt;
In Berlin wird Facebook seit dem Frühjahr 2011 von [[Eva Maria Kirschsieper]] vertreten, einer früheren Mitarbeiterin der ehemaligen EU-Abgeordneten [[Erika Mann]] (SPD).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-bekommt-deutsche-Lobbyistin-1207075.html Facebook bekommt deutsche Lobbyistin] Heise vom 14.03.2011, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Kirschsieper ist Mitglied des SPD-nahestehenden Vereins D64.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://d-64.org/verein/mitglieder/ D64-Mitglieder] D64, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Ferner heuerte Facebook den promovierten Rechtsanwalt und PR-Berater [[Gunnar Bender]] an, der von April 2012 bis Mitte 2014 die eigens hierfür geschaffene Stelle des &amp;quot;Director Policy&amp;quot; besetzte. Bender arbeitete zuvor in ähnlichen Positionen bei E-Plus, AOL Europe, Time Warner und der Bertelsmann AG.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://winfuture.de/news,67908.html Facebook bereitet Lobby-Offensive in Berlin vor] winfuture vom 01.02.2012, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&lt;br /&gt;
. Siehe auch [http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/gunnar-bender-facebook-ernennt-chef-lobbyisten-fuer-berlin-a-812773.html Facebook ernennt Chef-Lobbyisten für Berlin], Spiegel Online vom 1.2.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Im August 2014 wechselte er zu Bertelsmann zurück, wo er für die Tochterfirma arvato die Leitung der Unternehmenskommunikation übernahm.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://meedia.de/2014/05/26/facebook-lobbyist-gunnar-bender-wechselt-als-kommunikator-zu-arvato/ Facebook-Lobbyist Gunnar Bender wechselt als Kommunikator zu Arvato],  Meedia vom 26.05.2014, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nachdem das Berliner Facebook-Büro mehrere Jahre lang nur mit wenigen Stellen besetzt, eröffnete das Unternehmen im Februar 2016 ein neues größeres Lobbybüro am Potsdamer Platz in Berlin.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/facebook-lobby-offensive-in-berlin-a-1078030.html Lobby-Offensive in Deutschland: Facebook hat Berlin hinzugefügt] Spiegel Online vom 18.2.2016 abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Julia Reuss, frühere Büroleiterin der ehemaligen Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), im Bundeskanzleramt, ist seit Februar 2021 Cheflobbyistin (Public Policy Director) für die Region Zentraleuropa.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politik-kommunikation.de/personalwechsel/reuss-kirschsieper-osei-und-rens-neuen-positionen-bei-facebook-447903909 Reuss, Kirschsieper, Osel und Rens in neuen Positionen bei Facebook], politik-kommunikation.de vom 01.02.2021, abgerufen am 10.02.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutschlandfunk.de/neue-facebook-lobbyistin-reuss-lobbycontrol-befuerchtet.2907.de.html?dram:article_id=492374 LobbyControl befürchtet „Schieflage in der Digitalpolitik“], deutschlandfunk.de vom 11.02.2021, abgerufen am 13.02.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu dieser gehören Deutschland, Österreich, die Schweiz, die Benelux-Länder und Zentralosteuropa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland setzt Facebook auf groß angelegte [https://www.lobbycontrol.de/2021/10/facebook-gibt-millionen-fuer-imagewerbung-aus/?pk_campaign=20211101&amp;amp;pk_source=nl Motiv-Kampagnen in Zeitungen und Zeitschriften], um seinen beschädigten Ruf zu verbessern und die Debatte über strengere Regeln für Internetplattformen zu beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unternehmen ist Mitglied in den folgenden Vereinen und Thinktanks:&lt;br /&gt;
*[[AmCham Germany]]&lt;br /&gt;
*[[BITKOM]]&lt;br /&gt;
*Initiative D21&lt;br /&gt;
*Eco Verband der Internetwirtschaft&lt;br /&gt;
*[[Wirtschaftsforum der SPD]]&lt;br /&gt;
*[[Wirtschaftsrat der CDU]]&lt;br /&gt;
*Bundesverband Deutsche Startups&lt;br /&gt;
*Bundesverband Digitale Wirtschaft&lt;br /&gt;
*Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Dienstanbieter&lt;br /&gt;
Quelle: Transparenzregister &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbyregister.bundestag.de/suche/R002228] Transparenzregister Facebook, abgerufen am 25.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in Brüssel===&lt;br /&gt;
{{Lobbyismus_EU-Box}}&lt;br /&gt;
Ende Oktober 2011 eröffnete Facebook ein neues Lobbybüro in Brüssel, das von [[Erika Mann]] geleitet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeit.de/2013/41/privatsphaere-internet-datenschutz/seite-3 Facebooks oberste Lobbyistin in Europa] Zeit vom 10.10.2013, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit Mai 2020 ist die Finnin Aura Salla Cheflobbyistin („Head of EU Affairs“) von Facebook in Brüssel.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://corporateeurope.org/en/2020/10/facebook-friends-lobby-consultants From Facebok friends to lobby consultants], corporateeurope.org vom 22.10.2020, abgerufen am 30.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politico.eu/article/facebook-friendly-new-aura-salla-lobbyist-in-eu-brussels/ Facebook’s top lobbyist sends Brussel a friend request, politico.eu vom 21.12.2020, abgerufen asm 31.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis Februar 2020 arbeitete  Salla für die Beratungsabteilung („Advisory Service“) Inspire, Debate, Engage and Accelerate Action (IDEA) der EU-Kommission. Davor war sie Kabinettsmitglied von Jyrki Katainen, dem damaligen finnischen Vizepräsidenten der EU-Kommission sowie Politikberaterin für hybride Kriegsführung, Cybersecurity und Desinformation für das European Political Strategy Centre (EPS), einer Denkfabrik der EU-Kommission.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Januar 2012 ist Facebook dem freiwilligen Transparenzregister der EU beigetreten. Damals gab der Konzern an, für das Jahr 2011 zwischen 150.000 und 200.000 € für direkte Lobbyarbeit und Interessenvertretung in den Institutionen der EU ausgegeben zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/64755e0fc2a14e46aa9d8646df6f8f19/facebook-ireland-limited Daten der Facebook Inc aus dem EU Transparency Register], lobbyfacts.eu, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Betrag ist über die Jahre kontinuierlich gestiegen und hat 2019 seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. So gab der Konzern für das Finanzjahr 2019 an, zwischen 4,25 und 4,5 Mio. € für Lobbyarbeit in der EU gezahlt zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=28666427835-74 Facebook Ireland Limited] EU-Transparency Register, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ebenfalls gestiegen ist die Anzahl der Lobbyist*innen, die Facebook in Brüssel beschäftigt. Während der Konzern 2013 noch (umgerechnet und gerundet) 4 Vollzeitäquivalent-Personen in Brüssel beschäftigt hat&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/64755e0fc2a14e46aa9d8646df6f8f19/facebook-ireland-limited Daten der Facebook Inc aus dem EU Transparency Register], lobbyfacts.eu, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;, sind es inzwischen (umgerechnet und gerundet) 14 Vollzeitäquivalent-Personen (Stand 02.07.2020).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=28666427835-74 Facebook Ireland Limited] EU-Transparency Register, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch verschiedene Mitgliedschaften, unter anderem in der [[American Chamber of Commerce to the European Union]] und der [[European Internet Foundation]], betreibt Facebook auch indirekte Lobbyarbeit.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=28666427835-74&amp;amp;isListLobbyistView=true Facebook Ireland Limited] Transparency Register, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, Instagram und Whatsapp, erwägt, ihre Dienste in Europa abzuschalten, wenn es keine neue Übereinkunft zum Datenschutz geben sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/internet/2022-02/meta-facebook-instagram-drohung-europa-datenschutz?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F Meta-Konzern bringt Aus von Facebook und Instagram in Europa ins Spiel], zeit.de vom 07.02.2022, abgerufen am 07.02.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn der Konzern keine Daten zwischen Ländern und Regionen mehr transferieren dürfe oder sie nicht mehr unter seinen verschiedenen Diensten und Produkten teilen dürfe, könnte dies Auswirkungen haben auf die Fähigkeit oder auf die Art und Weise, wie Meta seine Dienste oder gezielte Werbung anbieten könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in den USA===&lt;br /&gt;
Seit 2011 stellt Facebook, zusätzlich zu ihrem eigenen Engagement, externe Firmen an, um für ihre Interessen Lobbyarbeit in der amerikanischen Politik zu betreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/hired-firms?cycle=2011&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Während sich 2011 noch drei externe Firmen für die Interessen von Facebook in Washington einsetzten, engagierte der Konzern in den folgenden Jahren zahlreiche weitere Firmen. 2019 arbeiteten 26 Firmen in diesem Kontext für Facebook.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/hired-firms?cycle=2019&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Folglich ist auch die Anzahl an Lobbyist*innen, die für Facebook in den USA arbeiten, deutlich gestiegen: von 23 Lobbyist*innen im Jahre 2011&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/lobbyists?cycle=2011&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 72 im Jahre 2019. Interessant ist, dass von den 72 Lobbyist*innen, die 2019 für Facebook arbeiteten, 67 [[Seitenwechsel|Seitenwechsler]] sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/lobbyists?cycle=2019&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls 2011 holte sich Facebook Catherine &amp;quot;Cathie&amp;quot; Martin und Joel D. Kaplan ins Haus. Martin war zuvor im Handelsministerium und im Kommunikationsstab von George W. Bush.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.opensecrets.org/revolving/rev_summary.php?id=76635 Martin, Catherine] OpenSecrets.org, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Kaplan kennt sich, als ehemaliger Assistent für George W. Bush, sehr gut mit den Entscheidungsfindungsprozessen im Weißen Haus aus.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://georgewbush-whitehouse.archives.gov/government/kaplan.html Joel D. Kaplan: White House Deputy Chief of Staff for Policy] The White House, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.opensecrets.org/revolving/rev_summary.php?id=76956 Kaplan, Joel D.] OpenSecrets.org, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook ist also sehr gut mit den politischen Institutionen Washingtons verknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA kann man anhand der Daten des dortigen Lobbyregisters sehen, wie die Lobby-Ausgaben von Facebook rasant ansteigen. Im ersten Quartal 2020 erreichte Facebook eine Höchstmarke mit 5.260.000 $.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://soprweb.senate.gov/index.cfm?event=getFilingDetails&amp;amp;filingID=F2D81986-685C-46D9-88D1-9DCAA19C8605&amp;amp;filingTypeID=51 LOBBYING REPORT Facebook Inc.] senate.gov, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;lptable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width:16%;&amp;quot; |Jahr&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width:16%;&amp;quot; |Lobbyausgaben in den USA (in Dollar)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2021&lt;br /&gt;
|20,07 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2020&lt;br /&gt;
|19,68 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2019&lt;br /&gt;
||16,71 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2018&lt;br /&gt;
||12,62 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2017&lt;br /&gt;
||11,51 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2016&lt;br /&gt;
||8,69 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2015&lt;br /&gt;
||9,85 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2014&lt;br /&gt;
||9,34 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2013&lt;br /&gt;
||6,43 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2012&lt;br /&gt;
||3,99 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2011&lt;br /&gt;
||1,35 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2010&lt;br /&gt;
||0,69 Millionen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: US Lobbyregister&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lda.senate.gov/filings/public/filing/search/?registrant=&amp;amp;registrant_country=&amp;amp;registrant_ppb_country=&amp;amp;client=meta&amp;amp;client_state=&amp;amp;client_country=&amp;amp;client_ppb_country=&amp;amp;lobbyist=&amp;amp;lobbyist_covered_position=&amp;amp;lobbyist_conviction_disclosure=&amp;amp;lobbyist_conviction_date_range_from=&amp;amp;lobbyist_conviction_date_range_to=&amp;amp;report_period=&amp;amp;report_year=&amp;amp;report_dt_posted_from=&amp;amp;report_dt_posted_to=&amp;amp;report_amount_reported_min=&amp;amp;report_amount_reported_max=&amp;amp;report_filing_uuid=&amp;amp;report_house_doc_id=&amp;amp;report_issue_area_description=&amp;amp;affiliated_organization=&amp;amp;affiliated_organization_country=&amp;amp;foreign_entity=&amp;amp;foreign_entity_country=&amp;amp;foreign_entity_ppb_country=&amp;amp;foreign_entity_ownership_percentage_min=&amp;amp;foreign_entity_ownership_percentage_max=&amp;amp;search=search] The United States Senate, zuletzt aufgerufen am 26.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 2017 trat Facebook als Geldgeber der Conservative Political Action Conference ([[CPAC]]), der jährlich stattfindenden Konferenz konservativer Aktivist*innen in den USA, auf. Angaben der Zeitung Politico zufolge spendete das Unternehmen allein 62.500 Dollar in bar an die CPAC. Zusätzlich bot Facebook auf der Konferenz Schulungen zur Nutzung der Social-Media-Plattform, mit dem Ziel potentielle Wähler*innen besser zu erreichen, an.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.politico.com/story/2017/02/facebook-aid-cpac-courts-conservatives-235256 Facebook to aid CPAC as it courts conservatives], Politico vom 22.02.2017, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem hat Facebook in den USA ein sogenanntes ''Political Action Committee'' (PAC)&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.washingtonpost.com/blogs/post-tech/post/facebook-forms-pac-for-political-donations/2011/09/26/gIQAHhmW0K_blog.html Facebook forms PAC for political donations] Washington Post, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; eingerichtet, das seitdem Wahlkampfspenden an beide großen Parteien in den USA verteilt. Im Jahr 2013 spendete das Facebook-PAC bei Senatswahlen in den US-Bundesstaaten 43,500 $ für die Republikaner und 45,500 $ für die Demokraten&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.adweek.com/socialtimes/fbpac-fec/431401 Facebook Political-Action Committee Adjusts Contributions To Senators Following FEC Inquiry] Social Times vom 08.01.2014, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 2014 erhielten die Republikaner 35.000 $ und die Demokraten 45.500 $&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/pacs/pac2pac.php?cmte=C00502906&amp;amp;cycle=2014 Facebook PAC/Party, Party breakdown 2014] opensecrets, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 2012 kündigten führende US-amerikanische Internetkonzerne, u.a. [[Google]], Facebook, Ebay und Amazon, an einen eigenen Lobbyverband zu gründen. Die so genannte [[The Internet Association]] soll sich nach eigenen Angaben für ein &amp;quot;offenes, innovatives und freies Internet&amp;quot; einsetzen. Sitz der Lobbyorganisation ist Washington. Dort hat der Verband im September 2012 seine Arbeit aufgenommen, um den IT-Konzernen &amp;quot;eine Stimme in Washington&amp;quot; zu geben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article108387816/Google-Facebook-Ebay-und-Amazon-gruenden-Lobby.html Google, Facebook, Ebay und Amazon gründen Lobby], Welt Online, Artikel vom 26.07.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;Als Präsident und Vorsitzender des Lobbyverbandes wurde der langjährige stellvertretende Personalchef des ''Energie- und Handelskomitees'' im US-Kongress und persönliche Berater des Komiteevorsitzenden, [[Michael Beckerman]], benannt. Das ''Energie- und Handelskomitee'' ist in den USA für die Telekommunikations- und Internetgesetzgebung zuständig.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://energycommerce.house.gov/about Committee on Energy and Commerce], abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fallbeispiele und Kritik==&lt;br /&gt;
===Datenskandal 2018: Cambridge Analytica===&lt;br /&gt;
Immer wieder wird Facebook für den Umgang mit den Daten seiner Nutzer*innen kritisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zdf.de/nachrichten/heute/was-macht-facebook-mit-unseren-daten-100.html Was macht Facebook mit unseren Daten?], zdf.de vom 09.07.2019, zuletzt abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser mangelhafte Umgang von Facebook mit den Daten seiner Nutzer*innen hat Auswirkungen auf demokratische Entscheidungsprozesse und kann damit auch zur Bedrohung für Demokratien werden: unter anderem bei den US-Präsidentschaftswahlen 2016 wurde probiert durch Fake News - also bewusste Falschmeldungen -, welche als Werbeanzeigen bei Facebook geschaltet wurden, den Wahlausgang zu beeinflussen. Diese Fake News konnten durch die umfangreichen Daten, die Facebook von seinen Nutzer*innen gespeichert hat, sehr gezielt an bestimmte Zielgruppen gerichtet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/netzwelt/web/us-wahl-2016-wie-soziale-medien-werbung-zu-propaganda-machten-a-1175906.html Wie soziale Medien Werbung zu Propaganda machen], spiegel.de vom 01.11.2017, zuletzt abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Deutlich wird der Umgang mit Nutzer*innendaten auch anhand des Datenskandals rund um Cambridge Analytica.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit März 2018 ist bekannt, dass Cambridge Analytica – ein britisches Datenalayse-Unternehmen, dass sich auf Wähleranalysen spezialisiert hat – Zugang zu rund 87 Millionen Facebook-Nutzerprofilen hatte&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2018-06/cambridge-analytica-europa-facebook-skandal-nutzer Europäische Nutzer angeblich nicht von Facebook-Skandal betroffen], Zeit.de vom 25.06.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;: Im Rahmen einer Teilnahme an der Umfrage-App „thisisyourdigitallife“ sind Daten von Facebook-Nutzer*innen erhoben worden und an Cambridge Analytica weitergegeben worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutschlandfunk.de/facebook-skandal-kreis-der-betroffenen-koennte-noch.697.de.html?dram:article_id=414837 Kreis der Betroffenen könnte noch größer sein], Deutschlandfunk.de vom 05.04.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook musste sich daraufhin vor dem US-Kongress (Committee on Commerce, Science and Transportation&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.commerce.senate.gov/public/_cache/files/9d8e069d-2670-4530-bcdc-d3a63a8831c4/7C8DE61421D13E86FC6855CC2EA7AEA7.senate-commerce-committee-combined-qfrs-06.11.2018.pdf Hearing: Facebook, Social Media Privacy, and the Use and Abuse of Data], U.S. Senate Committee On Commerce, Science &amp;amp; Transportation vom 08.06.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und Committee on Energy and Commerce&amp;lt;ref&amp;gt;[https://docs.house.gov/meetings/IF/IF00/20180411/108090/HHRG-115-IF00-Wstate-ZuckerbergM-20180411.pdf Hearing before the United State House of Representatives Committee on Energy and Commerce], U.S. House of Representatives vom 11.04.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;) verteidigen. In einer Stellungnahme im Rahmen der US-Anhörungen räumte Mark Zuckerberg ein, dass die Daten unter anderem für auswärtige Wahlen missbraucht wurden. Zudem entschuldigte er sich für die Fehler, die Facebook unterlaufen sind. So sollen die Nutzer*innendaten unter anderem eine Rolle im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 und bei der Brexit-Kampagne „Vote Leave“ gespielt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.theguardian.com/news/2018/mar/17/cambridge-analytica-facebook-influence-us-election Revealed: 50 million Facebook profiles harvested for Cambridge Analytica in major data breach], Theguardian.com vom 17.03.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch auf europäischer Ebene zog der Datenschutz-Skandal Konsequenzen mit sich: Im Mai kam es zu einem informellen Gespräch zwischen Mark Zuckerberg und Europaabgeordneten. In Folge dessen wurden insgesamt drei Anhörungen im Europäischen Parlament durchgeführt, um den Datenmissbrauch aufzuklären und mögliche Lösungen zu erarbeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20180530IPR04607/facebook-cambridge-analytica-abgeordnete-untersuchen-datenschutzverletzungen Facebook/Cambridge Analytica: Europaabgeordnete untersuchen Datenschutzverletzungen], Europäisches Parlament vom 31.05.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seit 2011: Lobbyarbeit gegen strikten Datenschutz===&lt;br /&gt;
Bislang ist der Datenschutz in den einzelnen EU-Mitgliedsländern teilweise sehr unterschiedlich. Die frühere EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft [[Viviane Reding]] präsentierte im Januar 2012 den Entwurf einer EU-Datenschutz-Grundverordnung, die eine aus dem Jahr 1995 stammende Richtlinie ersetzen und den Datenschutz in der EU vereinheitlichen soll.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2012:0011:FIN:DE:PDF Vorschlag der Europäischen Kommission für eine Datenschutz-Grundverordnung] KOM (2012) 11&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Gegensatz zur alten Richtlinie, die von den EU-Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt werden musste, wird die Verordnung unmittelbar in allen EU-Mitgliedsstaaten gelten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20130827001047/http://www.jura.uni-passau.de/fileadmin/dateien/fakultaeten/jura/lehrstuehle/hornung/Hornung__Eine_Datenschutz-Grundverordnung_fuer_Europa__ZD_20.pdf Eine Datenschutz-Grundverordnung für Europa?] Gerrit Hornung: Eine Datenschutz-Grundverordnung für Europa? Licht und Schatten im Kommissionsentwurf vom 25.1.2012. Zeitschrift für Datenschutz 3/2012, S. 99-105&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Verordnung sieht einen wesentlich strengeren Datenschutz auf EU-Ebene vor. Eine Neuerung ist zum Beispiel, dass sich Unternehmen, die Nutzer*innen in der EU haben – gleichzeitig aber außerhalb der EU sitzen – ebenfalls an die Verordnung halten müssen. Bisher konnten Beschwerden nur an die Datenschutzbehörde des Landes gerichtet werden, in der das jeweilige Unternehmen sitzt. Im Fall Facebook ist das Irland. Die irische Tochterfirma Facebook Ireland Limited verwaltet die Konten sämtlicher Nutzer weltweit, außerhalb der USA und Kanadas. Damit unterliegen all diese Nutzer*innen den Vorgaben der EU-Datenschutzrichtlinie sowie den irischen Datenschutzgesetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article13779212/Facebook-muss-fuer-Irland-Datenschutz-verbessern.html Facebook muss für Irland Datenschutz verbessern] Welt Online vom 21.12.2011, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der neuen Datenschutzverordnung sollen sich Verbraucher direkt an eine Datenschutzbehörde in ihrem Heimatland wenden können, die die Beschwerde dann an die zuständige Datenschutzbehörde des Landes mit dem Firmensitz weiterleitet und die Korrespondenz übernimmt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sp1&amp;quot;&amp;gt;[http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,811269,00.html EU will über Datenschutz bestimmen] Spiegel Online vom 25.01.2012, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Kampagnen wie [http://www.europe-v-facebook.org/DE/de.html ''europe-v-facebook''] fordern längst einen stärkeren Datenschutz und mehr Bestimmung der Nutzer*innen über ihre Daten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.europe-v-facebook.org/DE/Ziele/ziele.html Ziele vom „europe-v-facebook“]  europe-v-facebook, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Facebook und andere Internetunternehmen betrieben hohe Lobbyanstregungen gegen die geplante Verschärfung des europäischen Datenschutzes.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.tagesschau.de/ausland/eu-datenschutz104.html Was will die EU beim Datenschutz?] tagesschau.de vom 19.07.2013, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook setzte sich unter anderem gegen datenschutzfreundliche Standardeinstellungen und das &amp;quot;Recht auf Vergessen&amp;quot; ein, also das Löschen von Nutzer*innendaten. Laut der zuständigen Justizkommissarin [[Viviane Reding]] wurde die Lobbyarbeit um die Verordnung so „erbittert“ geführt wie sie es noch nie erlebt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.n-tv.de/politik/Blog-deckt-Lobbyeinfluss-auf-article10103291.html EU-Verordnung per &amp;quot;Copy &amp;amp; Paste&amp;quot;, Blog deckt Lobbyeinfluss auf] n-tv vom 12.02.2013, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach mehr als zwei Jahren Diskussion über den Entwurf und tausenden Änderungsanträgen hat das EU-Parlament am 12. März 2014 einer aktuellen Kompromissfassung der Verordnung zugestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein mächtiger Verbündeter von Facebook, [[Google]] und Co. ist die US-Regierung. Diese sprang bereits vor der offiziellen Veröffentlichung des Entwurfs in die Bresche, um die neue Datenschutzverordnung durch intensive Lobbyarbeit zu verhindern.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.europnews.org/2012-01-22-wann-lost-sich-europa-endlich-von-den-usa-usa-torpedieren-eu-datenschutz-verordnung.html USA torpedieren EU-Datenschutz-Verordnung], aufgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Cheflobbyist [[Richard Allan]] hatte im Sommer 2011 einen ersten (vermeintlichen) Erfolg, wie die Kritik umgangen werden kann. Er hat mit Bundesinnenminister [[Hans-Joachim Friedrich]] die Abmachung getroffen, dass Facebook erstmals an einer Initiative zur Selbstverpflichtung von sozialen Netzwerken mitarbeiten werde. Darin sollten &amp;quot;Regelungen zur Datensicherheit, sicheren Identitäten sowie Aspekten des Daten-, Verbraucher- und Jugendschutzes&amp;quot; enthalten sein.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-09/friedrich-facebook-datenschutz Innenminister Friedrich bringt Datenschützer auf die Palme]Zeit-Online vom 8.09.2011 abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses wurde allerdings vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) Schleswig-Holstein Schleswig Holstein kritisiert, da Innenminister für die Kontrolle gar nicht zuständig seien, sondern die Datenschutzbehörden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20140701084834/http://www.datenschutz.de/news/detail/?nid=5078 Weichert: „Innenminister sollte nicht weichspülen, sondern seine Hausaufgaben erledigen“] PM des Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) vom 8.09.2011 abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [http://lobbyplag.eu/ Plattform LobbyPlag] hat aufgedeckt, dass ganze Passagen in den von EU-Parlamentariern eingereichten Änderungsanträgen wortwörtlich aus Lobbypapieren übernommen wurden. Die Plattform vergleicht die Textvorschläge von Lobbyisten mit den Änderungsanträgen von EU-Parlamentariern. Auch Facebook hat in Lobbypapieren ausgearbeitete Textvorschläge eingereicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20150423150822/http://lobbyplag.eu/docs LobbyPlag Documents] LobbyPlag, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Außerdem betreibt Facebook über diverse Verbände, in denen es Mitglied ist, indirekt Lobbyarbeit in Bezug auf die Datenschutzreform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2011: Verdeckte Kampagne gegen Google===&lt;br /&gt;
Facebook betreibt zwar selbst Lobbyarbeit gegen verschärfte Datenschutzbestimmungen, nutzt jedoch gleichzeitig die öffentlichen Debatten zum Thema, um Konkurrenten zu diskreditieren, wie beispielsweise [[Google]]. Hierzu heuerte Facebook, wie im Frühjahr 2011 ans Licht kam, die PR- und Lobbyagentur [[Burson-Marsteller]] an, die daraufhin versuchte unabhängige Blogger anzuwerben, um kritische Berichte zu Googles Umgang mit dem Datenschutz zu lancieren. Einer der angeschriebenen Blogger lehnte das Angebot jedoch ab und veröffentlichte stattdessen die Anfrage von [[Burson-Marsteller]], woraufhin sich die Schmutzkampagne in einen Boomerang verwandelte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/google/facebook-schmutzkampagne-gegen-google-1639096.html Schmutzkampagne gegen Google] FAZ vom 13.05.2011, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Urheberrecht und Patentstreitigkeiten===&lt;br /&gt;
Im Wettstreit mit seinen direkten Konkurrenten - v.a. [[Google]] (insbesondere wegen Googles Plattform Google+) und [[Yahoo]] - versuchen sich die Internetkonzerne Patente zu sichern, um den jeweiligen Konkurrenten so ausstechen zu können. Yahoo klagte pünktlich vor dem Börsengang gegen Facebook wegen Patentverletzungen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.taz.de/!89514/ Patentstreit in USA: Yahoo klagt gegen Facebook] taz vom 13.03.2012, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook rüstete sich hierauf wiederum, indem es von [[IBM]] hunderte Patente kaufte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,823244,00.html Furcht vor Klagen: Facebook deckt sich mit Patenten ein] Spiegel vom 23.03.2012, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Die konkurrierenden Internetkonzerne versuchen sich hierbei auf allen Ebenen einen Vorteil zu verschaffen, wodurch u.a. auch Gesetzesinitiativen oder das Patentrecht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.opensecrets.org/lobby/clientissues.php?id=D000033563&amp;amp;year=2011 Facebook: Issues] OpenSecrets, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Austragungsort des Konkurrenzkampfes werden kann, was wiederum eine demokratische Entscheidungsfindung gefährdet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weitere Lobbystrategien==&lt;br /&gt;
===Individuelle Datenkompetenz vs. Datenschutz-Gesetze===&lt;br /&gt;
Obwohl Facebook über 2,5 aktive Milliarden Nutzer*innen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://investor.fb.com/investor-news/press-release-details/2020/Facebook-Reports-Fourth-Quarter-and-Full-Year-2019-Results/default.aspx Facebook Reports Fourth Quarter and Full Year 2019] Facebook Investor Relations vom 29.01.2020, abgerufen am 02.07.2020&lt;br /&gt;
. Siehe auch [https://www.cnbc.com/2020/01/29/facebook-fb-earnings-q4-2019.html Facebook stock falls after showing 51% rise in expenses], CNBC vom 29.01.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; verfügt (Stand 2019), hat das Unternehmen ein Imageproblem. Besonders der Umgang mit den Nutzer*innendaten sorgte in den letzten Jahren für scharfe Kritik. Das Berliner Facebook-Büro reagiert, in dem es sich öffentlichkeitswirksam zum Thema Datensicherheit engagiert. Facebook beteiligt sich schon seit mehreren Jahren an der Initiative &amp;quot;Deutschland sicher im Netz&amp;quot;. Außerdem betreibt das Unternehmen die Seite [aconnectedlife.info], auf der Nutzer*innen über Datensicherheit im Netz informiert werden und mit der sich Facebook gleichzeitig ein datensensibles Image verpasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um in Deutschland für die Seite zu werben, setzte Facebook auf besondere Botschafter*innen. Auf seiner Facebook-Seite ließ das Unternehmen acht Bundestagsabgeordnete von CDU, SPD und Bündnis 90/ Die Grünen in Kurzvideos zu Wort kommen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.facebook.com/FacebookBerlin Was bedeutetet Datenkompetenz?] Facebook Berlin, April-Mai 2014, abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt; – darunter mehrere Mitglieder des Bundestagsausschusses Digitale Agenda. Versehen mit einer Webadresse von aconnectedlife.com erklären die Politiker*innen darin, was sie unter Datenkompetenz verstehen. Der Inhalt aller Statements ähnelt sich und unterstützt die politische Agenda von Facebook: Nutzer*innen müssten selbst verantwortungsvoll mit ihren Daten umgehen. Wenn den Nutzer*innen die Verantwortung für ihre Daten übertragen wird, sinkt der Bedarf nach gesetzlichen Datenschutzregeln. Genau diese versucht Facebook mit den Stichworten Datenkompetenz und Selbstregulierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Öffentlichkeitsarbeit mit Politikern===&lt;br /&gt;
Facebook geht in Berlin direkt und offensiv auf die Politik zu. Facebook-Schulungen für Bundestagsabgeordnete u.a. der CSU&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2011/lobbying-facebook-style-mogen-sie-das/ Lobbying, Facebook-Style: Mögen Sie das?] netzpolitik.org vom 23.6.2011, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; , ein eigener „Leitfaden für Politiker und Amtsträger“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://de.scribd.com/doc/136194390/Facebook-Leitfaden-fur-Politiker Facebook-Leitfaden für Politiker] Eva-Maria Kirschsieper, 2013, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; oder die „Facebook Berlin Talks“ eignen sich gut um Kontakte zu Politiker*innen aufzubauen und zu pflegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===EU-Lobbying über die US-Regierung===&lt;br /&gt;
Eine ebenfalls wichtige Rolle spielt die US-Regierung, wodurch diese gleich in zweierlei Hinsicht im Fokus der Lobbyarbeit steht. So übt die US-Regierung in vielerlei Hinsicht Druck auf die EU und nationale Regierungen aus, wenn von politischen Entscheidungen US-Konzerne betroffen sind. So geschehen beispielsweise in den Datenschutzvorschriften, bzw. der geplanten Datenschutzverordnung der EU.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.datenschutzbeauftragter-info.de/die-usa-moechten-bei-eu-datenschutzreform-mitreden/ Die USA möchten bei EU-Datenschutzreform mitreden], Datenschutzbeauftragter Info vom 01.03.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobby-Kooperation mit Facebook-Werbekunden===&lt;br /&gt;
Eine weitere Lobbystrategie die Facebook nutzt, ist eine gängige Strategie von Digitalkonzernen: das Unternehmen versucht, in die eigene Lobbyarbeit und Imagewerbung kleine Unternehmen oder Unternehmensgründer einzubinden, die Facebook für ihr Geschäftsmodell bzw. ihre Werbung nutzen. Ein Beispiel dafür war eine Veranstaltung mit einem Hamburger Reiseveranstalter im April 2012. Dazu war auch der Hamburger Oberbürgermeister [[Olaf Scholz]] eingeladen, der Facebook lobte - und sich damit selbst als modern und gründerfreundlich inszenieren konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/lobbyarbeit-zum-ueberleben-facebook-sucht-sich-freunde-in-washington-seite-all/6646278-all.html Facebook sucht sich Freunde in Washington], Handelsblatt online vom 18.5.2012 abgerufen am 02.07.2020. Ausführlicher zu der Hamburger Veranstaltung, aber nicht mehr frei verfügbar: [http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/545024 Ein Gefühl für Wind und Wellen], Süddeutsche Zeitung vom 20.04.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Strategie, kleine Unternehmen für die eigene Lobbyarbeit einzuspannen, haben in der Vergangenheit bereits [[Microsoft]] und  [[Google]] genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Regulierungen und Einleitung von Verfahren als Reaktion auf gestiegene Marktmacht==&lt;br /&gt;
Seit 2012 hat die Facebook Inc. verschiedene andere Unternehmen aus dem digitalen Bereich akquiriert. Zu den bekanntesten dieser Unternehmen gehören Instagram, das im April 2012 für eine Milliarde Dollar übernommen wurde&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/facebook-kauft-instagram-eine-milliarde-dollar-fuer-eine-idee/6493154.html Eine Milliarde Dollar für eine Idee], tagesspiegel.de vom 11.04.2012, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und WhatsApp, welches im Februar 2014 übernommen wurde und Facebook insgesamt 19 Milliarden Dollar kostete.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/facebook-kauft-konkurrenten-whatsapp-fuer-milliardenbetrag-a-954546.html Facebook kauft Konkurrenten WhatsApp], spiegel.de vom 19.02.2014, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Alle drei Dienste gehören zu den meist genutzten sozialen Medien und verzeichnen hohe Nutzer*innenzahlen: Facebook hatte 2019 nach eigenen Angaben 2,5 Milliarden Nutzer*innen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://investor.fb.com/investor-news/press-release-details/2020/Facebook-Reports-Fourth-Quarter-and-Full-Year-2019-Results/default.aspx Facebook Reports Fourth Quarter and Full Year 2019 Results], Facebook Investor vom 29.01.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;, während WhatsApp im Februar 2020 das erste Mal die Grenze von 2 Milliarden Nutzer*innen überschritt&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/285230/umfrage/aktive-nutzer-von-whatsapp-weltweit/ Anzahl der monatlich aktiven Nutzer von WhatsApp weltweit in ausgewählten Monaten von April 2013 bis Februar 2020], statista.de vom 13.02.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;. Instagram wiederum hat 2018 die Marke von 1 Milliarde Nutzer*innen überschritten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://about.instagram.com/blog/announcements/welcome-to-igtv Willkommen bei IGTV], instagram.com vom 20.06.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Angaben der britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) vereint der Konzern rund 70 Prozent der Zeit auf sich, die Menschen mit Sozialen Medien verbringen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2021/marktmacht-facebook-muss-giphy-moeglicherweise-wieder-verkaufen/ Facebook muss Giphy möglicherweise wieder verkaufen], netzpolitik.org vom 16.08.2021, abgerufen am 29.08.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Basierend darauf gibt es Diskussionen um die große Marktmacht, die Facebook im Bereich der sozialen Medien hat und die Gefahren die von so einer Monopolstellung ausgehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/internet/2019-05/facebook-zerschlagung-wahlkampf-monopol-soziale-medien-digitalkonzerne Zerschlagt, was euch kaputt macht], zeit.de vom 21.05.2019, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.welt.de/debatte/kommentare/article175369044/Mark-Zuckerbergs-Werk-Facebook-ein-Monopol-das-zerschlagen-gehoert.html Facebook – ein Monopol, das zerschlagen gehört], welt.de vom 11.04.2018, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbycontrol.de/2020/01/big-tech-big-lobby/ Big Tech, big Lobby], lobbycontrol.de vom 23.01.2020, abgerufen am 27.05.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Insbesondere in den USA, der EU und Deutschland werden Maßnahmen diskutiert und umgesetzt, mit denen die Macht der Konzerne beschränkt und ihre fragwürdigen Geschäftspraktiken unterbunden werden sollen.&lt;br /&gt;
===USA===&lt;br /&gt;
Das Abgeordnetenhaus im amerikanischen Kongress hat am 11. Juni 2021 fünf Gesetzesentwürfe vorgelegt, die es erleichtern könnten, die Internetkonzerne zu zerschlagen und ihnen den Verkauf bestimmter Produkte zu verbieten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/tech-giganten-in-den-usa-marktmacht-soll-begrenzt-werden-17386091-p2.html Amerika knöpft sich seine Tech-Giganten vor], faz.de vom 12.06.2021, abgerufen am 04.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Juni 2021 hat ein US-Gericht eine Klage der US-Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Commission (FTC ) und etwa 40 Bundesstaaten abgewiesen, die Facebook unfairen Wettbewerb vorgeworfen hatten, und die Abspaltung von Instagram und WhatsApp erreichen wollten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/2021-06/usa-gericht-facebook-klage-monopol-handelsbehoerde US-Gericht weist Wettbewerbsklage gegen Facebook ab], zeit.de vom 28.06.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Januar 2022 ist die Wettbewerbsklage im zweiten Anlauf von demselben Gericht angenommen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/us-tech-konzern-kartellklage-gegen-facebook-uebernahmen-von-whatsapp-und-instagram-werden-geprueft/27966444.html?ticket=ST-2153473-cPc6cEheWcZuOScPl3WV-ap6 Kartellklage gegen Facebook: Übernahme von Whatsapp und Instagramm werden geprüft], handelsblatt.com vom 12.01.2022, abgerufen am 16.01.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===EU===&lt;br /&gt;
Mit dem [https://ec.europa.eu/info/strategy/priorities-2019-2024/europe-fit-digital-age/digital-services-act-ensuring-safe-and-accountable-online-environment_de Gesetz über digitale Dienste] will die Europäische Kommission ein besseres Gleichgewicht zwischen Rechten und Verantwortlichkeiten von Nutzern, Plattformen und Behörden herstellen und das Internet sicherer machen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.hss.de/news/detail/eu-will-die-grossen-internetkonzerne-regulieren-news7456/ Ein Rahmen für die digitale Wirtschaft], hss.de vom 06.04.2021, abgerufen am 04.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [https://ec.europa.eu/info/strategy/priorities-2019-2024/europe-fit-digital-age/digital-markets-act-ensuring-fair-and-open-digital-markets_de Gesetz über digitale Märkte] (Digital Markets Act) legt eine Reihe eng definierter objektiver Kriterien für die Einstufung einer großen Online-Plattform als „Gatekeeper“ fest. Diese dürfen gegenüber den von ihnen abhängigen gewerblichen Nutzern und Kunden keine unlauteren Praktiken anwenden, um einen unbilligen Vorteil zu erlangen. Am 24. März 2022 haben sich Europaparlament und Ministerrat auf die endgültige Fassung des Gesetzes geeinigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/digital-markets-act-der-eu-strenge-regeln-fuer-big-tech-unternehmen-17908180.html Die EU legt „Big Tech“ Fesseln an], faz.net vom 25.03.2022, abgerufen an 28.03.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die EU-Kommission hat Anfang Juni 2021 ein Verfahren gegen Facebook eingeleitet, um mögliche Wettbewerbsverstöße beim Kleinanzeigendienst Facebook Marketplace zu prüfen, was der Konzern für unbegründet hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/internet/2021-06/eu-kommission-facebook-marketplace-untersuchung-wettbewerbsvorteil EU-Kommission leitet Untersuchung gegen Facebook ein], zeit.de vom 04.06.2021, abgerufen am 04.07.202&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutschland===&lt;br /&gt;
Im Januar 2021 ist die 10. Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB-Digitalisierungsgesetz) in Kraft getreten. Der Gesetzgeber will damit vor allem die Marktmacht großer Digitalkonzerne wie Amazon beschränken. Insbesondere der neue § 19a GWB sieht neue, weitreichende Eingriffsbefugnisse für das Bundeskartellamt gegenüber „Unternehmen mit überragender marktübergreifender Bedeutung für den Wettbewerb“ vor. Das Bundeskartellamt hatte im Dezember 2020 ein Missbrauchsverfahren gegen Facebook wegen der Verknüpfung von Oculus mit dem Facebook-Netzwerk eingeleitet. Im Januar 2021 weitete das Bundeskartellamt sein Verfahren aus und prüft nun ebenfalls, ob Facebook unter die neuen Regelungen für Unternehmen mit überragender marktübergreifender Bedeutung für den Wettbewerb (§ 19a GWB) fällt und die Verknüpfung der Dienste hieran zu messen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Meldung/DE/Pressemitteilungen/2021/28_01_2021_Facebook_Oculus.html Bundeskartellamt prüft im Facebook/Oculus-Verfahren auch den neuen § 19 a GWB], Pressemitteilung vom 28.01.2021, abgerufen am 04.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende März 2021 hat das Oberlandesgericht Düsseldorf ein Verfahren des Bundeskartellamtes gegen Facebook ausgesetzt und an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) überwiesen, der entscheiden soll, ob das Bundeskartellamt berechtigt ist, Facebook Vorgaben für das Sammeln von Daten zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/eugh-soll-ueber-facebook-entscheiden-17261593.html EuGH soll über Facebook entscheiden], faz.de vom 24.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Reform der internationalen Unternehmensbesteuerung==&lt;br /&gt;
Insbesondere die global operierenden Digitalkonzerne können ihre Gewinne in Staaten mit niedrigen Steuersätzen verlagern und dadurch ihre Effektivsteuern bis auf nahe Null senken, was den Wettbewerb verzerrt und den finanziellen Gestaltungsspielraum der betroffenen Länder vermindert. Die Europazentrale von Facebook hat ihren Sitz in Dublin, wo bisher nur 12,5 % Unternehmenssteuer entrichtet werden. Auch Facebook nutzte jahrelang die Steuervermeidungs-Strategie [https://de.wikipedia.org/wiki/Double_Irish_With_a_Dutch_Sandwich Double Irish With a Dutch Sandwich]. Mark Zuckerberg, Vorstandsvorsitzender von Facebook, zeigte sich schon 2020 offen für eine Reform des globalen Steuersystems, bei dem Technologieunternehmen stärker zur Kasse gebeten werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.trend.at/wirtschaft/facebook-chef-zuckerberg-europa-steuern-11346675 Facebook-Chef will in Europa mehr Steuern zahlen], trend.at vom 14.02.2020, abgerufen am 05.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Vor diesem Hintergrund soll die internationale Unternehmensbesteuerung reformiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der OECD haben sich 131 Staaten (Stand: 5. Juli 2021) auf faire Verteilrechte und einen einheitlichen Mindeststeuersatz von 15 Prozent geeinigt. Am 9./10. Juli haben in Venedig die Finanzminister*innen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, der G20, das Konzept beschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Internationales_Steuerrecht/BEPS/schaedlichen-steuerwettbewerb-bekaempfen.html Reform der internationalen Unternehmenssteuer kommt], bundesfinanzministerium.de vom 10.07.2021, abgerufen am 27.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Besteuerungsrechte sollen tendenziell vom Ort der Produktion dahin gelenkt werden, wo die Produkte vermarktet werden. Dazu soll ein Anteil des Gewinns einer Unternehmensgruppe oder Geschäftssparte den Staaten mittels einer Formel zugeteilt werden. Dabei kommt es nicht darauf an, ob das Unternehmen in dem Staat einen Sitz hat. Neben dem Implementierungsplan der internationalen Staatengemeinschaft beabsichtigt auch die Europäische Kommission, den Prozess eng zu begleiten, um eine zeitnahe und einheitliche Umsetzung innerhalb der Europäischen Union zu gewährleisten. Die Staats- und Regierungschef aus der Gruppe der zwanzig wichtigsten Wirtschaftsnationen (G 20) billigten am 30. Oktober 2021 in Rom das Konzept, auf das sich zuvor 136 Länder verständigt hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/g-20-billigen-konzept-fuer-globale-mindeststeuer-17610977.html G 20 billigen Konzept für globale Mindeststeuer], faz.de vom 30.10.2021, abger¨fen am 31.10.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Reform soll schon im Jahr 2023 in Kraft treten. Für Länder, die bisher stark vom Steuerwettbewerb profitiert haben, sind gewisse Übergangserleichterungen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur, Geschäftsfelder und Finanzen==&lt;br /&gt;
Das Geschäft von Facebook basiert auf der kostenlosen Nutzung der verschiedenen Dienste, welche zur Facebook Inc. gehören. Geld verdient Facebook größtenteils durch Werbung, welche Drittanbieter bei den Diensten von Facebook schalten können: 2019 erzielte Facebook insgesamt 98,5% seiner Umsätze durch Werbung.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/217061/umfrage/umsatz-gewinn-von-facebook-weltweit/ Umsatz und Nettoergebnis von Facebook weltweit in den Jahren 2007 bis 2019], statista.de vom 31.012020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umsatz der Facebook Inc. ist dabei in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Von 12,5 Milliarden Dollar Jahresumsatz 2014&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mediadb.eu/datenbanken/internationale-medienkonzerne/facebook-inc.html#c14811 Facebook, Inc.], mediadb.eu vom 28.04.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 117,9 Milliarden Dollar im Jahr 2021.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/237434/umfrage/umsatz-von-facebook-weltweit-quartalszahlen/] Statista, abgerufen am 26.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Gewinn betrug 2021 39,37 Milliarden Dollar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/237450/umfrage/gewinn-von-facebook-weltweit-quartalszahlen/] Statista, abgerufen am 26.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Börsenwert des Unternehmen beträgt 508 Milliarden Dollar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ycharts.com/companies/FB/market_cap], ycharts.com, abgerufen am 26.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; (Stand 26.04.2022)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CEO und bekanntestes Gesicht von Facebook ist der Mitgründer Mark Zuckerberg. Im leitenden Management des Unternehmen sind außerdem Sheryl Sandberg (Chief Operating Officer), Dave Wehner (Chief Financial Officer) und Miker Schroepfer (Chief Technology Officer).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mediadb.eu/datenbanken/internationale-medienkonzerne/facebook-inc.html#c14811 Facebook, Inc.], mediadb.eu vom 28.04.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt beschäftigt Facebook mehr als 44.900 Menschen weltweit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/193372/umfrage/anzahl-der-mitarbeiter-von-facebook-weltweit/ Anzahl der Mitarbeiter von Facebook weltweit in den Jahren 2004 bis 2019], statista.de vom 31.01.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; (Stand 30.01.2020)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterführende Informationen==&lt;br /&gt;
*[https://www.lobbycontrol.de/schwerpunkt/macht-der-digitalkonzerne/ LobbyControl: Macht der Digitalkonzerne]&lt;br /&gt;
*[https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/politik/mindeststeuer-die-15-prozent-revolution-e191257/?sc_src=email_2522714&amp;amp;sc_lid=207379752&amp;amp;sc_uid=DP7Ap9e2ae&amp;amp;sc_llid=44659&amp;amp;utm_medium=email&amp;amp;utm_source=emarsys&amp;amp;utm_content=projekte.sueddeutsche.de%2Fartikel%2Fpolitik%2Fmindeststeuer-die-15-prozent-revolution-e191257&amp;amp;utm_campaign=SZ_am_Morgen_Samstag_030721 Die Revolution der kleinen Zahl - ausführliche Analyse der globalen Mindeststeuer in der Süddeutschen Zeitung vom 2. Juli 2021]&lt;br /&gt;
*[http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Facebook sourcewatch über Facebook]&lt;br /&gt;
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Facebook Wikipedia über Facebook]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{spendenbanner}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:IT &amp;amp; Kommunikation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:EU]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>TorbenB</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lobbypedia.de/w/index.php?title=Facebook&amp;diff=137108</id>
		<title>Facebook</title>
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		<updated>2022-04-26T11:44:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;TorbenB: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{BoxUnternehmen&lt;br /&gt;
| Name             = Facebook&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| Branche          = IT-Branche&lt;br /&gt;
| Geschäftsfelder  = Soziale Netzwerke&lt;br /&gt;
| Hauptsitz        = Menlo Park (Kalifornien)&lt;br /&gt;
| Tochterunternehmen = Irland&lt;br /&gt;
| Gründing         = 2004    &lt;br /&gt;
| Lobbybüro Deutschland = Pariser Platz 4a, 10117 Berlin&lt;br /&gt;
| Lobbybüro EU = Rond Point Schuman 11, 1040 Brussels&lt;br /&gt;
| Homepage         = [http://www.facebook.com facebook.com]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
'''Facebook''' ist eines der bekanntesten sozialen Netzwerke und gehörte bis 2021 der Facebook Inc. mit Sitz im kalifornischen Menlo Park. Die Facebook Inc. wurde 2004 gegründet und ist seit dem 18. Mai 2012 an der Börse.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2012-05/facebook-boersen-gang Ein glanzloser Start an der Börse], zeit.de vom 18.05.2012, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; 2021 benannte sich der Dachkonzern Facebook Inc. in Meta Platforms Inc. um. Zu dieser gehören neben Facebook noch verschiedene digitale Angebote, unter anderem Instagram und WhatsApp.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.statista.com/chart/5194/active-users-of-social-networks-and-messaging-services/ Facebook Inc. Dominates the Social Media Landscape], statista.de vom 03.07.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; 2020 konnte Facebook seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 22 % auf ca. 86 Milliarden Dollar steigern.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://investor.fb.com/investor-news/press-release-details/2021/Facebook-Reports-Fourth-Quarter-and-Full-Year-2020-Results/default.aspx Pressemitteilung vom 27.01.2021], investor.fb.com, abgerufen am 05.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unternehmen hat seine Lobbyarbeit seit 2010 massiv ausgebaut - gerade angesichts verschiedener Datenschutz-Debatten, der Streitigkeiten um Urheberrechtsabkommen wie etwa [[ACTA]], sowie zunehmender Diskussionen um die Marktmacht der großen Digitalkonzerne. Dabei greift das Unternehmen u.a. auf eine bewährte Strategie zurück und heuert ehemalige Politiker/-innen und deren Mitarbeiter/-innen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lobbyarbeit: Struktur und Strategien==&lt;br /&gt;
{{Lobbyplanet-box}}&lt;br /&gt;
Angesichts zunehmender Datenschutz-Debatten&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe auch [http://pamanager.blogspot.com/2011/01/facebook-entdeckt-die-lobbyarbeit.html Facebook entdeckt die Lobbyarbeit], Public Affairs Manager-Blog vom 15.1.2011, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und der Streitigkeiten um Urheberrechtsabkommen, wie ACTA, SOPA und PIPA, baut Facebook seine Lobbyarbeit kontinuierlich aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lobbyarbeit erfolgt auf mehreren Schienen. Zum einen beschäftigt das Unternehmen eigene Lobbyist*innen, um Einfluss auf die jeweiligen Entscheidungsträger zu nehmen. Dafür unterhält Facebook Lobbybüros in den für den Konzern wichtigen Machtzentren, wie beispielsweise Washington, Brüssel, Berlin und anderen Regierungssitzen. Gleichzeitig ist Facebook Mitglied in diversen Verbänden (siehe unten), durch die es indirekt - in Kooperation mit anderen Unternehmen - Lobbyarbeit betreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit weltweit===&lt;br /&gt;
Der britische Ex-Politiker Nick Clegg, ehem. Stellv. Premierminister von Großbritannien und ehem. Parteivorsitzender der Liberaldemokraten (&amp;quot;Liberal Democrats&amp;quot;) ist seit Oktober 2018 Cheflobbyist von Facebook („Head of Global Affairs and Communication“).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/digital/britischer-ex-politiker-nick-clegg-facebooks-neuer-cheflobbyist-gibt-sich-als-ueberzeugter-europaeer-1.4306186 Facebooks neuer Cheflobbyist gibt sich als überzeugter Europäer], sueddeutsche.de vom 29.01.2019, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in Deutschland===&lt;br /&gt;
In Berlin wird Facebook seit dem Frühjahr 2011 von [[Eva Maria Kirschsieper]] vertreten, einer früheren Mitarbeiterin der ehemaligen EU-Abgeordneten [[Erika Mann]] (SPD).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-bekommt-deutsche-Lobbyistin-1207075.html Facebook bekommt deutsche Lobbyistin] Heise vom 14.03.2011, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Kirschsieper ist Mitglied des SPD-nahestehenden Vereins D64.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://d-64.org/verein/mitglieder/ D64-Mitglieder] D64, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Ferner heuerte Facebook den promovierten Rechtsanwalt und PR-Berater [[Gunnar Bender]] an, der von April 2012 bis Mitte 2014 die eigens hierfür geschaffene Stelle des &amp;quot;Director Policy&amp;quot; besetzte. Bender arbeitete zuvor in ähnlichen Positionen bei E-Plus, AOL Europe, Time Warner und der Bertelsmann AG.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://winfuture.de/news,67908.html Facebook bereitet Lobby-Offensive in Berlin vor] winfuture vom 01.02.2012, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&lt;br /&gt;
. Siehe auch [http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/gunnar-bender-facebook-ernennt-chef-lobbyisten-fuer-berlin-a-812773.html Facebook ernennt Chef-Lobbyisten für Berlin], Spiegel Online vom 1.2.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Im August 2014 wechselte er zu Bertelsmann zurück, wo er für die Tochterfirma arvato die Leitung der Unternehmenskommunikation übernahm.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://meedia.de/2014/05/26/facebook-lobbyist-gunnar-bender-wechselt-als-kommunikator-zu-arvato/ Facebook-Lobbyist Gunnar Bender wechselt als Kommunikator zu Arvato],  Meedia vom 26.05.2014, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nachdem das Berliner Facebook-Büro mehrere Jahre lang nur mit wenigen Stellen besetzt, eröffnete das Unternehmen im Februar 2016 ein neues größeres Lobbybüro am Potsdamer Platz in Berlin.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/facebook-lobby-offensive-in-berlin-a-1078030.html Lobby-Offensive in Deutschland: Facebook hat Berlin hinzugefügt] Spiegel Online vom 18.2.2016 abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Julia Reuss, frühere Büroleiterin der ehemaligen Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), im Bundeskanzleramt, ist seit Februar 2021 Cheflobbyistin (Public Policy Director) für die Region Zentraleuropa.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politik-kommunikation.de/personalwechsel/reuss-kirschsieper-osei-und-rens-neuen-positionen-bei-facebook-447903909 Reuss, Kirschsieper, Osel und Rens in neuen Positionen bei Facebook], politik-kommunikation.de vom 01.02.2021, abgerufen am 10.02.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutschlandfunk.de/neue-facebook-lobbyistin-reuss-lobbycontrol-befuerchtet.2907.de.html?dram:article_id=492374 LobbyControl befürchtet „Schieflage in der Digitalpolitik“], deutschlandfunk.de vom 11.02.2021, abgerufen am 13.02.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu dieser gehören Deutschland, Österreich, die Schweiz, die Benelux-Länder und Zentralosteuropa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland setzt Facebook auf groß angelegte [https://www.lobbycontrol.de/2021/10/facebook-gibt-millionen-fuer-imagewerbung-aus/?pk_campaign=20211101&amp;amp;pk_source=nl Motiv-Kampagnen in Zeitungen und Zeitschriften], um seinen beschädigten Ruf zu verbessern und die Debatte über strengere Regeln für Internetplattformen zu beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unternehmen ist Mitglied in den folgenden Vereinen und Thinktanks:&lt;br /&gt;
*[[AmCham Germany]]&lt;br /&gt;
*[[BITKOM]]&lt;br /&gt;
*Initiative D21&lt;br /&gt;
*Eco Verband der Internetwirtschaft&lt;br /&gt;
*[[Wirtschaftsforum der SPD]]&lt;br /&gt;
*[[Wirtschaftsrat der CDU]]&lt;br /&gt;
*Bundesverband Deutsche Startups&lt;br /&gt;
*Bundesverband Digitale Wirtschaft&lt;br /&gt;
*Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Dienstanbieter&lt;br /&gt;
Quelle: Transparenzregister &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbyregister.bundestag.de/suche/R002228] Transparenzregister Facebook, abgerufen am 25.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in Brüssel===&lt;br /&gt;
{{Lobbyismus_EU-Box}}&lt;br /&gt;
Ende Oktober 2011 eröffnete Facebook ein neues Lobbybüro in Brüssel, das von [[Erika Mann]] geleitet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeit.de/2013/41/privatsphaere-internet-datenschutz/seite-3 Facebooks oberste Lobbyistin in Europa] Zeit vom 10.10.2013, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit Mai 2020 ist die Finnin Aura Salla Cheflobbyistin („Head of EU Affairs“) von Facebook in Brüssel.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://corporateeurope.org/en/2020/10/facebook-friends-lobby-consultants From Facebok friends to lobby consultants], corporateeurope.org vom 22.10.2020, abgerufen am 30.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politico.eu/article/facebook-friendly-new-aura-salla-lobbyist-in-eu-brussels/ Facebook’s top lobbyist sends Brussel a friend request, politico.eu vom 21.12.2020, abgerufen asm 31.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis Februar 2020 arbeitete  Salla für die Beratungsabteilung („Advisory Service“) Inspire, Debate, Engage and Accelerate Action (IDEA) der EU-Kommission. Davor war sie Kabinettsmitglied von Jyrki Katainen, dem damaligen finnischen Vizepräsidenten der EU-Kommission sowie Politikberaterin für hybride Kriegsführung, Cybersecurity und Desinformation für das European Political Strategy Centre (EPS), einer Denkfabrik der EU-Kommission.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Januar 2012 ist Facebook dem freiwilligen Transparenzregister der EU beigetreten. Damals gab der Konzern an, für das Jahr 2011 zwischen 150.000 und 200.000 € für direkte Lobbyarbeit und Interessenvertretung in den Institutionen der EU ausgegeben zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/64755e0fc2a14e46aa9d8646df6f8f19/facebook-ireland-limited Daten der Facebook Inc aus dem EU Transparency Register], lobbyfacts.eu, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Betrag ist über die Jahre kontinuierlich gestiegen und hat 2019 seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. So gab der Konzern für das Finanzjahr 2019 an, zwischen 4,25 und 4,5 Mio. € für Lobbyarbeit in der EU gezahlt zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=28666427835-74 Facebook Ireland Limited] EU-Transparency Register, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ebenfalls gestiegen ist die Anzahl der Lobbyist*innen, die Facebook in Brüssel beschäftigt. Während der Konzern 2013 noch (umgerechnet und gerundet) 4 Vollzeitäquivalent-Personen in Brüssel beschäftigt hat&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/64755e0fc2a14e46aa9d8646df6f8f19/facebook-ireland-limited Daten der Facebook Inc aus dem EU Transparency Register], lobbyfacts.eu, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;, sind es inzwischen (umgerechnet und gerundet) 14 Vollzeitäquivalent-Personen (Stand 02.07.2020).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=28666427835-74 Facebook Ireland Limited] EU-Transparency Register, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch verschiedene Mitgliedschaften, unter anderem in der [[American Chamber of Commerce to the European Union]] und der [[European Internet Foundation]], betreibt Facebook auch indirekte Lobbyarbeit.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=28666427835-74&amp;amp;isListLobbyistView=true Facebook Ireland Limited] Transparency Register, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, Instagram und Whatsapp, erwägt, ihre Dienste in Europa abzuschalten, wenn es keine neue Übereinkunft zum Datenschutz geben sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/internet/2022-02/meta-facebook-instagram-drohung-europa-datenschutz?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F Meta-Konzern bringt Aus von Facebook und Instagram in Europa ins Spiel], zeit.de vom 07.02.2022, abgerufen am 07.02.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn der Konzern keine Daten zwischen Ländern und Regionen mehr transferieren dürfe oder sie nicht mehr unter seinen verschiedenen Diensten und Produkten teilen dürfe, könnte dies Auswirkungen haben auf die Fähigkeit oder auf die Art und Weise, wie Meta seine Dienste oder gezielte Werbung anbieten könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in den USA===&lt;br /&gt;
Seit 2011 stellt Facebook, zusätzlich zu ihrem eigenen Engagement, externe Firmen an, um für ihre Interessen Lobbyarbeit in der amerikanischen Politik zu betreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/hired-firms?cycle=2011&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Während sich 2011 noch drei externe Firmen für die Interessen von Facebook in Washington einsetzten, engagierte der Konzern in den folgenden Jahren zahlreiche weitere Firmen. 2019 arbeiteten 26 Firmen in diesem Kontext für Facebook.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/hired-firms?cycle=2019&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Folglich ist auch die Anzahl an Lobbyist*innen, die für Facebook in den USA arbeiten, deutlich gestiegen: von 23 Lobbyist*innen im Jahre 2011&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/lobbyists?cycle=2011&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 72 im Jahre 2019. Interessant ist, dass von den 72 Lobbyist*innen, die 2019 für Facebook arbeiteten, 67 [[Seitenwechsel|Seitenwechsler]] sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/lobbyists?cycle=2019&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls 2011 holte sich Facebook Catherine &amp;quot;Cathie&amp;quot; Martin und Joel D. Kaplan ins Haus. Martin war zuvor im Handelsministerium und im Kommunikationsstab von George W. Bush.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.opensecrets.org/revolving/rev_summary.php?id=76635 Martin, Catherine] OpenSecrets.org, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Kaplan kennt sich, als ehemaliger Assistent für George W. Bush, sehr gut mit den Entscheidungsfindungsprozessen im Weißen Haus aus.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://georgewbush-whitehouse.archives.gov/government/kaplan.html Joel D. Kaplan: White House Deputy Chief of Staff for Policy] The White House, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.opensecrets.org/revolving/rev_summary.php?id=76956 Kaplan, Joel D.] OpenSecrets.org, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook ist also sehr gut mit den politischen Institutionen Washingtons verknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA kann man anhand der Daten des dortigen Lobbyregisters sehen, wie die Lobby-Ausgaben von Facebook rasant ansteigen. Im ersten Quartal 2020 erreichte Facebook eine Höchstmarke mit 5.260.000 $.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://soprweb.senate.gov/index.cfm?event=getFilingDetails&amp;amp;filingID=F2D81986-685C-46D9-88D1-9DCAA19C8605&amp;amp;filingTypeID=51 LOBBYING REPORT Facebook Inc.] senate.gov, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;lptable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width:16%;&amp;quot; |Jahr&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width:16%;&amp;quot; |Lobbyausgaben in den USA (in Dollar)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2020&lt;br /&gt;
|19,68 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2019&lt;br /&gt;
||16,71 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2018&lt;br /&gt;
||12,62 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2017&lt;br /&gt;
||11,51 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2016&lt;br /&gt;
||8,69 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2015&lt;br /&gt;
||9,85 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2014&lt;br /&gt;
||9,34 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2013&lt;br /&gt;
||6,43 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2012&lt;br /&gt;
||3,99 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2011&lt;br /&gt;
||1,35 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2010&lt;br /&gt;
||0,69 Millionen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: US Lobbyregister&amp;lt;ref&amp;gt;http://soprweb.senate.gov/index.cfm?event=processSearchCriteria Query the Lobbying Disclosure Act Database: Facebook] The United States Senate, zuletzt aufgerufen am 03.05.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 2017 trat Facebook als Geldgeber der Conservative Political Action Conference ([[CPAC]]), der jährlich stattfindenden Konferenz konservativer Aktivist*innen in den USA, auf. Angaben der Zeitung Politico zufolge spendete das Unternehmen allein 62.500 Dollar in bar an die CPAC. Zusätzlich bot Facebook auf der Konferenz Schulungen zur Nutzung der Social-Media-Plattform, mit dem Ziel potentielle Wähler*innen besser zu erreichen, an.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.politico.com/story/2017/02/facebook-aid-cpac-courts-conservatives-235256 Facebook to aid CPAC as it courts conservatives], Politico vom 22.02.2017, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem hat Facebook in den USA ein sogenanntes ''Political Action Committee'' (PAC)&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.washingtonpost.com/blogs/post-tech/post/facebook-forms-pac-for-political-donations/2011/09/26/gIQAHhmW0K_blog.html Facebook forms PAC for political donations] Washington Post, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; eingerichtet, das seitdem Wahlkampfspenden an beide großen Parteien in den USA verteilt. Im Jahr 2013 spendete das Facebook-PAC bei Senatswahlen in den US-Bundesstaaten 43,500 $ für die Republikaner und 45,500 $ für die Demokraten&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.adweek.com/socialtimes/fbpac-fec/431401 Facebook Political-Action Committee Adjusts Contributions To Senators Following FEC Inquiry] Social Times vom 08.01.2014, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 2014 erhielten die Republikaner 35.000 $ und die Demokraten 45.500 $&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/pacs/pac2pac.php?cmte=C00502906&amp;amp;cycle=2014 Facebook PAC/Party, Party breakdown 2014] opensecrets, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 2012 kündigten führende US-amerikanische Internetkonzerne, u.a. [[Google]], Facebook, Ebay und Amazon, an einen eigenen Lobbyverband zu gründen. Die so genannte [[The Internet Association]] soll sich nach eigenen Angaben für ein &amp;quot;offenes, innovatives und freies Internet&amp;quot; einsetzen. Sitz der Lobbyorganisation ist Washington. Dort hat der Verband im September 2012 seine Arbeit aufgenommen, um den IT-Konzernen &amp;quot;eine Stimme in Washington&amp;quot; zu geben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article108387816/Google-Facebook-Ebay-und-Amazon-gruenden-Lobby.html Google, Facebook, Ebay und Amazon gründen Lobby], Welt Online, Artikel vom 26.07.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;Als Präsident und Vorsitzender des Lobbyverbandes wurde der langjährige stellvertretende Personalchef des ''Energie- und Handelskomitees'' im US-Kongress und persönliche Berater des Komiteevorsitzenden, [[Michael Beckerman]], benannt. Das ''Energie- und Handelskomitee'' ist in den USA für die Telekommunikations- und Internetgesetzgebung zuständig.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://energycommerce.house.gov/about Committee on Energy and Commerce], abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fallbeispiele und Kritik==&lt;br /&gt;
===Datenskandal 2018: Cambridge Analytica===&lt;br /&gt;
Immer wieder wird Facebook für den Umgang mit den Daten seiner Nutzer*innen kritisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zdf.de/nachrichten/heute/was-macht-facebook-mit-unseren-daten-100.html Was macht Facebook mit unseren Daten?], zdf.de vom 09.07.2019, zuletzt abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser mangelhafte Umgang von Facebook mit den Daten seiner Nutzer*innen hat Auswirkungen auf demokratische Entscheidungsprozesse und kann damit auch zur Bedrohung für Demokratien werden: unter anderem bei den US-Präsidentschaftswahlen 2016 wurde probiert durch Fake News - also bewusste Falschmeldungen -, welche als Werbeanzeigen bei Facebook geschaltet wurden, den Wahlausgang zu beeinflussen. Diese Fake News konnten durch die umfangreichen Daten, die Facebook von seinen Nutzer*innen gespeichert hat, sehr gezielt an bestimmte Zielgruppen gerichtet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/netzwelt/web/us-wahl-2016-wie-soziale-medien-werbung-zu-propaganda-machten-a-1175906.html Wie soziale Medien Werbung zu Propaganda machen], spiegel.de vom 01.11.2017, zuletzt abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Deutlich wird der Umgang mit Nutzer*innendaten auch anhand des Datenskandals rund um Cambridge Analytica.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit März 2018 ist bekannt, dass Cambridge Analytica – ein britisches Datenalayse-Unternehmen, dass sich auf Wähleranalysen spezialisiert hat – Zugang zu rund 87 Millionen Facebook-Nutzerprofilen hatte&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2018-06/cambridge-analytica-europa-facebook-skandal-nutzer Europäische Nutzer angeblich nicht von Facebook-Skandal betroffen], Zeit.de vom 25.06.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;: Im Rahmen einer Teilnahme an der Umfrage-App „thisisyourdigitallife“ sind Daten von Facebook-Nutzer*innen erhoben worden und an Cambridge Analytica weitergegeben worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutschlandfunk.de/facebook-skandal-kreis-der-betroffenen-koennte-noch.697.de.html?dram:article_id=414837 Kreis der Betroffenen könnte noch größer sein], Deutschlandfunk.de vom 05.04.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook musste sich daraufhin vor dem US-Kongress (Committee on Commerce, Science and Transportation&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.commerce.senate.gov/public/_cache/files/9d8e069d-2670-4530-bcdc-d3a63a8831c4/7C8DE61421D13E86FC6855CC2EA7AEA7.senate-commerce-committee-combined-qfrs-06.11.2018.pdf Hearing: Facebook, Social Media Privacy, and the Use and Abuse of Data], U.S. Senate Committee On Commerce, Science &amp;amp; Transportation vom 08.06.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und Committee on Energy and Commerce&amp;lt;ref&amp;gt;[https://docs.house.gov/meetings/IF/IF00/20180411/108090/HHRG-115-IF00-Wstate-ZuckerbergM-20180411.pdf Hearing before the United State House of Representatives Committee on Energy and Commerce], U.S. House of Representatives vom 11.04.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;) verteidigen. In einer Stellungnahme im Rahmen der US-Anhörungen räumte Mark Zuckerberg ein, dass die Daten unter anderem für auswärtige Wahlen missbraucht wurden. Zudem entschuldigte er sich für die Fehler, die Facebook unterlaufen sind. So sollen die Nutzer*innendaten unter anderem eine Rolle im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 und bei der Brexit-Kampagne „Vote Leave“ gespielt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.theguardian.com/news/2018/mar/17/cambridge-analytica-facebook-influence-us-election Revealed: 50 million Facebook profiles harvested for Cambridge Analytica in major data breach], Theguardian.com vom 17.03.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch auf europäischer Ebene zog der Datenschutz-Skandal Konsequenzen mit sich: Im Mai kam es zu einem informellen Gespräch zwischen Mark Zuckerberg und Europaabgeordneten. In Folge dessen wurden insgesamt drei Anhörungen im Europäischen Parlament durchgeführt, um den Datenmissbrauch aufzuklären und mögliche Lösungen zu erarbeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20180530IPR04607/facebook-cambridge-analytica-abgeordnete-untersuchen-datenschutzverletzungen Facebook/Cambridge Analytica: Europaabgeordnete untersuchen Datenschutzverletzungen], Europäisches Parlament vom 31.05.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seit 2011: Lobbyarbeit gegen strikten Datenschutz===&lt;br /&gt;
Bislang ist der Datenschutz in den einzelnen EU-Mitgliedsländern teilweise sehr unterschiedlich. Die frühere EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft [[Viviane Reding]] präsentierte im Januar 2012 den Entwurf einer EU-Datenschutz-Grundverordnung, die eine aus dem Jahr 1995 stammende Richtlinie ersetzen und den Datenschutz in der EU vereinheitlichen soll.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2012:0011:FIN:DE:PDF Vorschlag der Europäischen Kommission für eine Datenschutz-Grundverordnung] KOM (2012) 11&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Gegensatz zur alten Richtlinie, die von den EU-Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt werden musste, wird die Verordnung unmittelbar in allen EU-Mitgliedsstaaten gelten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20130827001047/http://www.jura.uni-passau.de/fileadmin/dateien/fakultaeten/jura/lehrstuehle/hornung/Hornung__Eine_Datenschutz-Grundverordnung_fuer_Europa__ZD_20.pdf Eine Datenschutz-Grundverordnung für Europa?] Gerrit Hornung: Eine Datenschutz-Grundverordnung für Europa? Licht und Schatten im Kommissionsentwurf vom 25.1.2012. Zeitschrift für Datenschutz 3/2012, S. 99-105&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Verordnung sieht einen wesentlich strengeren Datenschutz auf EU-Ebene vor. Eine Neuerung ist zum Beispiel, dass sich Unternehmen, die Nutzer*innen in der EU haben – gleichzeitig aber außerhalb der EU sitzen – ebenfalls an die Verordnung halten müssen. Bisher konnten Beschwerden nur an die Datenschutzbehörde des Landes gerichtet werden, in der das jeweilige Unternehmen sitzt. Im Fall Facebook ist das Irland. Die irische Tochterfirma Facebook Ireland Limited verwaltet die Konten sämtlicher Nutzer weltweit, außerhalb der USA und Kanadas. Damit unterliegen all diese Nutzer*innen den Vorgaben der EU-Datenschutzrichtlinie sowie den irischen Datenschutzgesetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article13779212/Facebook-muss-fuer-Irland-Datenschutz-verbessern.html Facebook muss für Irland Datenschutz verbessern] Welt Online vom 21.12.2011, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der neuen Datenschutzverordnung sollen sich Verbraucher direkt an eine Datenschutzbehörde in ihrem Heimatland wenden können, die die Beschwerde dann an die zuständige Datenschutzbehörde des Landes mit dem Firmensitz weiterleitet und die Korrespondenz übernimmt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sp1&amp;quot;&amp;gt;[http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,811269,00.html EU will über Datenschutz bestimmen] Spiegel Online vom 25.01.2012, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Kampagnen wie [http://www.europe-v-facebook.org/DE/de.html ''europe-v-facebook''] fordern längst einen stärkeren Datenschutz und mehr Bestimmung der Nutzer*innen über ihre Daten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.europe-v-facebook.org/DE/Ziele/ziele.html Ziele vom „europe-v-facebook“]  europe-v-facebook, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Facebook und andere Internetunternehmen betrieben hohe Lobbyanstregungen gegen die geplante Verschärfung des europäischen Datenschutzes.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.tagesschau.de/ausland/eu-datenschutz104.html Was will die EU beim Datenschutz?] tagesschau.de vom 19.07.2013, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook setzte sich unter anderem gegen datenschutzfreundliche Standardeinstellungen und das &amp;quot;Recht auf Vergessen&amp;quot; ein, also das Löschen von Nutzer*innendaten. Laut der zuständigen Justizkommissarin [[Viviane Reding]] wurde die Lobbyarbeit um die Verordnung so „erbittert“ geführt wie sie es noch nie erlebt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.n-tv.de/politik/Blog-deckt-Lobbyeinfluss-auf-article10103291.html EU-Verordnung per &amp;quot;Copy &amp;amp; Paste&amp;quot;, Blog deckt Lobbyeinfluss auf] n-tv vom 12.02.2013, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach mehr als zwei Jahren Diskussion über den Entwurf und tausenden Änderungsanträgen hat das EU-Parlament am 12. März 2014 einer aktuellen Kompromissfassung der Verordnung zugestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein mächtiger Verbündeter von Facebook, [[Google]] und Co. ist die US-Regierung. Diese sprang bereits vor der offiziellen Veröffentlichung des Entwurfs in die Bresche, um die neue Datenschutzverordnung durch intensive Lobbyarbeit zu verhindern.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.europnews.org/2012-01-22-wann-lost-sich-europa-endlich-von-den-usa-usa-torpedieren-eu-datenschutz-verordnung.html USA torpedieren EU-Datenschutz-Verordnung], aufgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Cheflobbyist [[Richard Allan]] hatte im Sommer 2011 einen ersten (vermeintlichen) Erfolg, wie die Kritik umgangen werden kann. Er hat mit Bundesinnenminister [[Hans-Joachim Friedrich]] die Abmachung getroffen, dass Facebook erstmals an einer Initiative zur Selbstverpflichtung von sozialen Netzwerken mitarbeiten werde. Darin sollten &amp;quot;Regelungen zur Datensicherheit, sicheren Identitäten sowie Aspekten des Daten-, Verbraucher- und Jugendschutzes&amp;quot; enthalten sein.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-09/friedrich-facebook-datenschutz Innenminister Friedrich bringt Datenschützer auf die Palme]Zeit-Online vom 8.09.2011 abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses wurde allerdings vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) Schleswig-Holstein Schleswig Holstein kritisiert, da Innenminister für die Kontrolle gar nicht zuständig seien, sondern die Datenschutzbehörden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20140701084834/http://www.datenschutz.de/news/detail/?nid=5078 Weichert: „Innenminister sollte nicht weichspülen, sondern seine Hausaufgaben erledigen“] PM des Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) vom 8.09.2011 abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [http://lobbyplag.eu/ Plattform LobbyPlag] hat aufgedeckt, dass ganze Passagen in den von EU-Parlamentariern eingereichten Änderungsanträgen wortwörtlich aus Lobbypapieren übernommen wurden. Die Plattform vergleicht die Textvorschläge von Lobbyisten mit den Änderungsanträgen von EU-Parlamentariern. Auch Facebook hat in Lobbypapieren ausgearbeitete Textvorschläge eingereicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20150423150822/http://lobbyplag.eu/docs LobbyPlag Documents] LobbyPlag, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Außerdem betreibt Facebook über diverse Verbände, in denen es Mitglied ist, indirekt Lobbyarbeit in Bezug auf die Datenschutzreform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2011: Verdeckte Kampagne gegen Google===&lt;br /&gt;
Facebook betreibt zwar selbst Lobbyarbeit gegen verschärfte Datenschutzbestimmungen, nutzt jedoch gleichzeitig die öffentlichen Debatten zum Thema, um Konkurrenten zu diskreditieren, wie beispielsweise [[Google]]. Hierzu heuerte Facebook, wie im Frühjahr 2011 ans Licht kam, die PR- und Lobbyagentur [[Burson-Marsteller]] an, die daraufhin versuchte unabhängige Blogger anzuwerben, um kritische Berichte zu Googles Umgang mit dem Datenschutz zu lancieren. Einer der angeschriebenen Blogger lehnte das Angebot jedoch ab und veröffentlichte stattdessen die Anfrage von [[Burson-Marsteller]], woraufhin sich die Schmutzkampagne in einen Boomerang verwandelte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/google/facebook-schmutzkampagne-gegen-google-1639096.html Schmutzkampagne gegen Google] FAZ vom 13.05.2011, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Urheberrecht und Patentstreitigkeiten===&lt;br /&gt;
Im Wettstreit mit seinen direkten Konkurrenten - v.a. [[Google]] (insbesondere wegen Googles Plattform Google+) und [[Yahoo]] - versuchen sich die Internetkonzerne Patente zu sichern, um den jeweiligen Konkurrenten so ausstechen zu können. Yahoo klagte pünktlich vor dem Börsengang gegen Facebook wegen Patentverletzungen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.taz.de/!89514/ Patentstreit in USA: Yahoo klagt gegen Facebook] taz vom 13.03.2012, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook rüstete sich hierauf wiederum, indem es von [[IBM]] hunderte Patente kaufte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,823244,00.html Furcht vor Klagen: Facebook deckt sich mit Patenten ein] Spiegel vom 23.03.2012, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Die konkurrierenden Internetkonzerne versuchen sich hierbei auf allen Ebenen einen Vorteil zu verschaffen, wodurch u.a. auch Gesetzesinitiativen oder das Patentrecht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.opensecrets.org/lobby/clientissues.php?id=D000033563&amp;amp;year=2011 Facebook: Issues] OpenSecrets, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Austragungsort des Konkurrenzkampfes werden kann, was wiederum eine demokratische Entscheidungsfindung gefährdet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weitere Lobbystrategien==&lt;br /&gt;
===Individuelle Datenkompetenz vs. Datenschutz-Gesetze===&lt;br /&gt;
Obwohl Facebook über 2,5 aktive Milliarden Nutzer*innen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://investor.fb.com/investor-news/press-release-details/2020/Facebook-Reports-Fourth-Quarter-and-Full-Year-2019-Results/default.aspx Facebook Reports Fourth Quarter and Full Year 2019] Facebook Investor Relations vom 29.01.2020, abgerufen am 02.07.2020&lt;br /&gt;
. Siehe auch [https://www.cnbc.com/2020/01/29/facebook-fb-earnings-q4-2019.html Facebook stock falls after showing 51% rise in expenses], CNBC vom 29.01.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; verfügt (Stand 2019), hat das Unternehmen ein Imageproblem. Besonders der Umgang mit den Nutzer*innendaten sorgte in den letzten Jahren für scharfe Kritik. Das Berliner Facebook-Büro reagiert, in dem es sich öffentlichkeitswirksam zum Thema Datensicherheit engagiert. Facebook beteiligt sich schon seit mehreren Jahren an der Initiative &amp;quot;Deutschland sicher im Netz&amp;quot;. Außerdem betreibt das Unternehmen die Seite [aconnectedlife.info], auf der Nutzer*innen über Datensicherheit im Netz informiert werden und mit der sich Facebook gleichzeitig ein datensensibles Image verpasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um in Deutschland für die Seite zu werben, setzte Facebook auf besondere Botschafter*innen. Auf seiner Facebook-Seite ließ das Unternehmen acht Bundestagsabgeordnete von CDU, SPD und Bündnis 90/ Die Grünen in Kurzvideos zu Wort kommen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.facebook.com/FacebookBerlin Was bedeutetet Datenkompetenz?] Facebook Berlin, April-Mai 2014, abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt; – darunter mehrere Mitglieder des Bundestagsausschusses Digitale Agenda. Versehen mit einer Webadresse von aconnectedlife.com erklären die Politiker*innen darin, was sie unter Datenkompetenz verstehen. Der Inhalt aller Statements ähnelt sich und unterstützt die politische Agenda von Facebook: Nutzer*innen müssten selbst verantwortungsvoll mit ihren Daten umgehen. Wenn den Nutzer*innen die Verantwortung für ihre Daten übertragen wird, sinkt der Bedarf nach gesetzlichen Datenschutzregeln. Genau diese versucht Facebook mit den Stichworten Datenkompetenz und Selbstregulierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Öffentlichkeitsarbeit mit Politikern===&lt;br /&gt;
Facebook geht in Berlin direkt und offensiv auf die Politik zu. Facebook-Schulungen für Bundestagsabgeordnete u.a. der CSU&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2011/lobbying-facebook-style-mogen-sie-das/ Lobbying, Facebook-Style: Mögen Sie das?] netzpolitik.org vom 23.6.2011, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; , ein eigener „Leitfaden für Politiker und Amtsträger“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://de.scribd.com/doc/136194390/Facebook-Leitfaden-fur-Politiker Facebook-Leitfaden für Politiker] Eva-Maria Kirschsieper, 2013, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; oder die „Facebook Berlin Talks“ eignen sich gut um Kontakte zu Politiker*innen aufzubauen und zu pflegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===EU-Lobbying über die US-Regierung===&lt;br /&gt;
Eine ebenfalls wichtige Rolle spielt die US-Regierung, wodurch diese gleich in zweierlei Hinsicht im Fokus der Lobbyarbeit steht. So übt die US-Regierung in vielerlei Hinsicht Druck auf die EU und nationale Regierungen aus, wenn von politischen Entscheidungen US-Konzerne betroffen sind. So geschehen beispielsweise in den Datenschutzvorschriften, bzw. der geplanten Datenschutzverordnung der EU.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.datenschutzbeauftragter-info.de/die-usa-moechten-bei-eu-datenschutzreform-mitreden/ Die USA möchten bei EU-Datenschutzreform mitreden], Datenschutzbeauftragter Info vom 01.03.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobby-Kooperation mit Facebook-Werbekunden===&lt;br /&gt;
Eine weitere Lobbystrategie die Facebook nutzt, ist eine gängige Strategie von Digitalkonzernen: das Unternehmen versucht, in die eigene Lobbyarbeit und Imagewerbung kleine Unternehmen oder Unternehmensgründer einzubinden, die Facebook für ihr Geschäftsmodell bzw. ihre Werbung nutzen. Ein Beispiel dafür war eine Veranstaltung mit einem Hamburger Reiseveranstalter im April 2012. Dazu war auch der Hamburger Oberbürgermeister [[Olaf Scholz]] eingeladen, der Facebook lobte - und sich damit selbst als modern und gründerfreundlich inszenieren konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/lobbyarbeit-zum-ueberleben-facebook-sucht-sich-freunde-in-washington-seite-all/6646278-all.html Facebook sucht sich Freunde in Washington], Handelsblatt online vom 18.5.2012 abgerufen am 02.07.2020. Ausführlicher zu der Hamburger Veranstaltung, aber nicht mehr frei verfügbar: [http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/545024 Ein Gefühl für Wind und Wellen], Süddeutsche Zeitung vom 20.04.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Strategie, kleine Unternehmen für die eigene Lobbyarbeit einzuspannen, haben in der Vergangenheit bereits [[Microsoft]] und  [[Google]] genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Regulierungen und Einleitung von Verfahren als Reaktion auf gestiegene Marktmacht==&lt;br /&gt;
Seit 2012 hat die Facebook Inc. verschiedene andere Unternehmen aus dem digitalen Bereich akquiriert. Zu den bekanntesten dieser Unternehmen gehören Instagram, das im April 2012 für eine Milliarde Dollar übernommen wurde&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/facebook-kauft-instagram-eine-milliarde-dollar-fuer-eine-idee/6493154.html Eine Milliarde Dollar für eine Idee], tagesspiegel.de vom 11.04.2012, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und WhatsApp, welches im Februar 2014 übernommen wurde und Facebook insgesamt 19 Milliarden Dollar kostete.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/facebook-kauft-konkurrenten-whatsapp-fuer-milliardenbetrag-a-954546.html Facebook kauft Konkurrenten WhatsApp], spiegel.de vom 19.02.2014, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Alle drei Dienste gehören zu den meist genutzten sozialen Medien und verzeichnen hohe Nutzer*innenzahlen: Facebook hatte 2019 nach eigenen Angaben 2,5 Milliarden Nutzer*innen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://investor.fb.com/investor-news/press-release-details/2020/Facebook-Reports-Fourth-Quarter-and-Full-Year-2019-Results/default.aspx Facebook Reports Fourth Quarter and Full Year 2019 Results], Facebook Investor vom 29.01.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;, während WhatsApp im Februar 2020 das erste Mal die Grenze von 2 Milliarden Nutzer*innen überschritt&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/285230/umfrage/aktive-nutzer-von-whatsapp-weltweit/ Anzahl der monatlich aktiven Nutzer von WhatsApp weltweit in ausgewählten Monaten von April 2013 bis Februar 2020], statista.de vom 13.02.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;. Instagram wiederum hat 2018 die Marke von 1 Milliarde Nutzer*innen überschritten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://about.instagram.com/blog/announcements/welcome-to-igtv Willkommen bei IGTV], instagram.com vom 20.06.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Angaben der britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) vereint der Konzern rund 70 Prozent der Zeit auf sich, die Menschen mit Sozialen Medien verbringen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2021/marktmacht-facebook-muss-giphy-moeglicherweise-wieder-verkaufen/ Facebook muss Giphy möglicherweise wieder verkaufen], netzpolitik.org vom 16.08.2021, abgerufen am 29.08.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Basierend darauf gibt es Diskussionen um die große Marktmacht, die Facebook im Bereich der sozialen Medien hat und die Gefahren die von so einer Monopolstellung ausgehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/internet/2019-05/facebook-zerschlagung-wahlkampf-monopol-soziale-medien-digitalkonzerne Zerschlagt, was euch kaputt macht], zeit.de vom 21.05.2019, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.welt.de/debatte/kommentare/article175369044/Mark-Zuckerbergs-Werk-Facebook-ein-Monopol-das-zerschlagen-gehoert.html Facebook – ein Monopol, das zerschlagen gehört], welt.de vom 11.04.2018, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbycontrol.de/2020/01/big-tech-big-lobby/ Big Tech, big Lobby], lobbycontrol.de vom 23.01.2020, abgerufen am 27.05.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Insbesondere in den USA, der EU und Deutschland werden Maßnahmen diskutiert und umgesetzt, mit denen die Macht der Konzerne beschränkt und ihre fragwürdigen Geschäftspraktiken unterbunden werden sollen.&lt;br /&gt;
===USA===&lt;br /&gt;
Das Abgeordnetenhaus im amerikanischen Kongress hat am 11. Juni 2021 fünf Gesetzesentwürfe vorgelegt, die es erleichtern könnten, die Internetkonzerne zu zerschlagen und ihnen den Verkauf bestimmter Produkte zu verbieten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/tech-giganten-in-den-usa-marktmacht-soll-begrenzt-werden-17386091-p2.html Amerika knöpft sich seine Tech-Giganten vor], faz.de vom 12.06.2021, abgerufen am 04.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Juni 2021 hat ein US-Gericht eine Klage der US-Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Commission (FTC ) und etwa 40 Bundesstaaten abgewiesen, die Facebook unfairen Wettbewerb vorgeworfen hatten, und die Abspaltung von Instagram und WhatsApp erreichen wollten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/2021-06/usa-gericht-facebook-klage-monopol-handelsbehoerde US-Gericht weist Wettbewerbsklage gegen Facebook ab], zeit.de vom 28.06.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Januar 2022 ist die Wettbewerbsklage im zweiten Anlauf von demselben Gericht angenommen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/us-tech-konzern-kartellklage-gegen-facebook-uebernahmen-von-whatsapp-und-instagram-werden-geprueft/27966444.html?ticket=ST-2153473-cPc6cEheWcZuOScPl3WV-ap6 Kartellklage gegen Facebook: Übernahme von Whatsapp und Instagramm werden geprüft], handelsblatt.com vom 12.01.2022, abgerufen am 16.01.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===EU===&lt;br /&gt;
Mit dem [https://ec.europa.eu/info/strategy/priorities-2019-2024/europe-fit-digital-age/digital-services-act-ensuring-safe-and-accountable-online-environment_de Gesetz über digitale Dienste] will die Europäische Kommission ein besseres Gleichgewicht zwischen Rechten und Verantwortlichkeiten von Nutzern, Plattformen und Behörden herstellen und das Internet sicherer machen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.hss.de/news/detail/eu-will-die-grossen-internetkonzerne-regulieren-news7456/ Ein Rahmen für die digitale Wirtschaft], hss.de vom 06.04.2021, abgerufen am 04.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [https://ec.europa.eu/info/strategy/priorities-2019-2024/europe-fit-digital-age/digital-markets-act-ensuring-fair-and-open-digital-markets_de Gesetz über digitale Märkte] (Digital Markets Act) legt eine Reihe eng definierter objektiver Kriterien für die Einstufung einer großen Online-Plattform als „Gatekeeper“ fest. Diese dürfen gegenüber den von ihnen abhängigen gewerblichen Nutzern und Kunden keine unlauteren Praktiken anwenden, um einen unbilligen Vorteil zu erlangen. Am 24. März 2022 haben sich Europaparlament und Ministerrat auf die endgültige Fassung des Gesetzes geeinigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/digital-markets-act-der-eu-strenge-regeln-fuer-big-tech-unternehmen-17908180.html Die EU legt „Big Tech“ Fesseln an], faz.net vom 25.03.2022, abgerufen an 28.03.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die EU-Kommission hat Anfang Juni 2021 ein Verfahren gegen Facebook eingeleitet, um mögliche Wettbewerbsverstöße beim Kleinanzeigendienst Facebook Marketplace zu prüfen, was der Konzern für unbegründet hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/internet/2021-06/eu-kommission-facebook-marketplace-untersuchung-wettbewerbsvorteil EU-Kommission leitet Untersuchung gegen Facebook ein], zeit.de vom 04.06.2021, abgerufen am 04.07.202&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutschland===&lt;br /&gt;
Im Januar 2021 ist die 10. Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB-Digitalisierungsgesetz) in Kraft getreten. Der Gesetzgeber will damit vor allem die Marktmacht großer Digitalkonzerne wie Amazon beschränken. Insbesondere der neue § 19a GWB sieht neue, weitreichende Eingriffsbefugnisse für das Bundeskartellamt gegenüber „Unternehmen mit überragender marktübergreifender Bedeutung für den Wettbewerb“ vor. Das Bundeskartellamt hatte im Dezember 2020 ein Missbrauchsverfahren gegen Facebook wegen der Verknüpfung von Oculus mit dem Facebook-Netzwerk eingeleitet. Im Januar 2021 weitete das Bundeskartellamt sein Verfahren aus und prüft nun ebenfalls, ob Facebook unter die neuen Regelungen für Unternehmen mit überragender marktübergreifender Bedeutung für den Wettbewerb (§ 19a GWB) fällt und die Verknüpfung der Dienste hieran zu messen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Meldung/DE/Pressemitteilungen/2021/28_01_2021_Facebook_Oculus.html Bundeskartellamt prüft im Facebook/Oculus-Verfahren auch den neuen § 19 a GWB], Pressemitteilung vom 28.01.2021, abgerufen am 04.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende März 2021 hat das Oberlandesgericht Düsseldorf ein Verfahren des Bundeskartellamtes gegen Facebook ausgesetzt und an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) überwiesen, der entscheiden soll, ob das Bundeskartellamt berechtigt ist, Facebook Vorgaben für das Sammeln von Daten zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/eugh-soll-ueber-facebook-entscheiden-17261593.html EuGH soll über Facebook entscheiden], faz.de vom 24.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Reform der internationalen Unternehmensbesteuerung==&lt;br /&gt;
Insbesondere die global operierenden Digitalkonzerne können ihre Gewinne in Staaten mit niedrigen Steuersätzen verlagern und dadurch ihre Effektivsteuern bis auf nahe Null senken, was den Wettbewerb verzerrt und den finanziellen Gestaltungsspielraum der betroffenen Länder vermindert. Die Europazentrale von Facebook hat ihren Sitz in Dublin, wo bisher nur 12,5 % Unternehmenssteuer entrichtet werden. Auch Facebook nutzte jahrelang die Steuervermeidungs-Strategie [https://de.wikipedia.org/wiki/Double_Irish_With_a_Dutch_Sandwich Double Irish With a Dutch Sandwich]. Mark Zuckerberg, Vorstandsvorsitzender von Facebook, zeigte sich schon 2020 offen für eine Reform des globalen Steuersystems, bei dem Technologieunternehmen stärker zur Kasse gebeten werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.trend.at/wirtschaft/facebook-chef-zuckerberg-europa-steuern-11346675 Facebook-Chef will in Europa mehr Steuern zahlen], trend.at vom 14.02.2020, abgerufen am 05.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Vor diesem Hintergrund soll die internationale Unternehmensbesteuerung reformiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der OECD haben sich 131 Staaten (Stand: 5. Juli 2021) auf faire Verteilrechte und einen einheitlichen Mindeststeuersatz von 15 Prozent geeinigt. Am 9./10. Juli haben in Venedig die Finanzminister*innen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, der G20, das Konzept beschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Internationales_Steuerrecht/BEPS/schaedlichen-steuerwettbewerb-bekaempfen.html Reform der internationalen Unternehmenssteuer kommt], bundesfinanzministerium.de vom 10.07.2021, abgerufen am 27.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Besteuerungsrechte sollen tendenziell vom Ort der Produktion dahin gelenkt werden, wo die Produkte vermarktet werden. Dazu soll ein Anteil des Gewinns einer Unternehmensgruppe oder Geschäftssparte den Staaten mittels einer Formel zugeteilt werden. Dabei kommt es nicht darauf an, ob das Unternehmen in dem Staat einen Sitz hat. Neben dem Implementierungsplan der internationalen Staatengemeinschaft beabsichtigt auch die Europäische Kommission, den Prozess eng zu begleiten, um eine zeitnahe und einheitliche Umsetzung innerhalb der Europäischen Union zu gewährleisten. Die Staats- und Regierungschef aus der Gruppe der zwanzig wichtigsten Wirtschaftsnationen (G 20) billigten am 30. Oktober 2021 in Rom das Konzept, auf das sich zuvor 136 Länder verständigt hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/g-20-billigen-konzept-fuer-globale-mindeststeuer-17610977.html G 20 billigen Konzept für globale Mindeststeuer], faz.de vom 30.10.2021, abger¨fen am 31.10.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Reform soll schon im Jahr 2023 in Kraft treten. Für Länder, die bisher stark vom Steuerwettbewerb profitiert haben, sind gewisse Übergangserleichterungen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur, Geschäftsfelder und Finanzen==&lt;br /&gt;
Das Geschäft von Facebook basiert auf der kostenlosen Nutzung der verschiedenen Dienste, welche zur Facebook Inc. gehören. Geld verdient Facebook größtenteils durch Werbung, welche Drittanbieter bei den Diensten von Facebook schalten können: 2019 erzielte Facebook insgesamt 98,5% seiner Umsätze durch Werbung.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/217061/umfrage/umsatz-gewinn-von-facebook-weltweit/ Umsatz und Nettoergebnis von Facebook weltweit in den Jahren 2007 bis 2019], statista.de vom 31.012020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umsatz der Facebook Inc. ist dabei in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Von 12,5 Milliarden Dollar Jahresumsatz 2014&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mediadb.eu/datenbanken/internationale-medienkonzerne/facebook-inc.html#c14811 Facebook, Inc.], mediadb.eu vom 28.04.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 117,9 Milliarden Dollar im Jahr 2021.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/237434/umfrage/umsatz-von-facebook-weltweit-quartalszahlen/] Statista, abgerufen am 26.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Gewinn betrug 2021 39,37 Milliarden Dollar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/237450/umfrage/gewinn-von-facebook-weltweit-quartalszahlen/] Statista, abgerufen am 26.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Börsenwert des Unternehmen beträgt 508 Milliarden Dollar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ycharts.com/companies/FB/market_cap], ycharts.com, abgerufen am 26.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; (Stand 26.04.2022)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CEO und bekanntestes Gesicht von Facebook ist der Mitgründer Mark Zuckerberg. Im leitenden Management des Unternehmen sind außerdem Sheryl Sandberg (Chief Operating Officer), Dave Wehner (Chief Financial Officer) und Miker Schroepfer (Chief Technology Officer).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mediadb.eu/datenbanken/internationale-medienkonzerne/facebook-inc.html#c14811 Facebook, Inc.], mediadb.eu vom 28.04.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt beschäftigt Facebook mehr als 44.900 Menschen weltweit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/193372/umfrage/anzahl-der-mitarbeiter-von-facebook-weltweit/ Anzahl der Mitarbeiter von Facebook weltweit in den Jahren 2004 bis 2019], statista.de vom 31.01.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; (Stand 30.01.2020)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterführende Informationen==&lt;br /&gt;
*[https://www.lobbycontrol.de/schwerpunkt/macht-der-digitalkonzerne/ LobbyControl: Macht der Digitalkonzerne]&lt;br /&gt;
*[https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/politik/mindeststeuer-die-15-prozent-revolution-e191257/?sc_src=email_2522714&amp;amp;sc_lid=207379752&amp;amp;sc_uid=DP7Ap9e2ae&amp;amp;sc_llid=44659&amp;amp;utm_medium=email&amp;amp;utm_source=emarsys&amp;amp;utm_content=projekte.sueddeutsche.de%2Fartikel%2Fpolitik%2Fmindeststeuer-die-15-prozent-revolution-e191257&amp;amp;utm_campaign=SZ_am_Morgen_Samstag_030721 Die Revolution der kleinen Zahl - ausführliche Analyse der globalen Mindeststeuer in der Süddeutschen Zeitung vom 2. Juli 2021]&lt;br /&gt;
*[http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Facebook sourcewatch über Facebook]&lt;br /&gt;
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Facebook Wikipedia über Facebook]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{spendenbanner}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:IT &amp;amp; Kommunikation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:EU]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>TorbenB</name></author>
		
	</entry>
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		<title>Facebook</title>
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		<updated>2022-04-26T08:29:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;TorbenB: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{BoxUnternehmen&lt;br /&gt;
| Name             = Facebook&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| Branche          = IT-Branche&lt;br /&gt;
| Geschäftsfelder  = Soziale Netzwerke&lt;br /&gt;
| Hauptsitz        = Menlo Park (Kalifornien)&lt;br /&gt;
| Tochterunternehmen = Irland&lt;br /&gt;
| Gründing         = 2004    &lt;br /&gt;
| Lobbybüro Deutschland = Pariser Platz 4a, 10117 Berlin&lt;br /&gt;
| Lobbybüro EU = Rond Point Schuman 11, 1040 Brussels&lt;br /&gt;
| Homepage         = [http://www.facebook.com facebook.com]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
'''Facebook''' ist eines der bekanntesten sozialen Netzwerke und gehörte bis 2021 der Facebook Inc. mit Sitz im kalifornischen Menlo Park. Die Facebook Inc. wurde 2004 gegründet und ist seit dem 18. Mai 2012 an der Börse.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2012-05/facebook-boersen-gang Ein glanzloser Start an der Börse], zeit.de vom 18.05.2012, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; 2021 benannte sich der Dachkonzern Facebook Inc. in Meta Platforms Inc. um. Zu dieser gehören neben Facebook noch verschiedene digitale Angebote, unter anderem Instagram und WhatsApp.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.statista.com/chart/5194/active-users-of-social-networks-and-messaging-services/ Facebook Inc. Dominates the Social Media Landscape], statista.de vom 03.07.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; 2020 konnte Facebook seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 22 % auf ca. 86 Milliarden Dollar steigern.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://investor.fb.com/investor-news/press-release-details/2021/Facebook-Reports-Fourth-Quarter-and-Full-Year-2020-Results/default.aspx Pressemitteilung vom 27.01.2021], investor.fb.com, abgerufen am 05.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unternehmen hat seine Lobbyarbeit seit 2010 massiv ausgebaut - gerade angesichts verschiedener Datenschutz-Debatten, der Streitigkeiten um Urheberrechtsabkommen wie etwa [[ACTA]], sowie zunehmender Diskussionen um die Marktmacht der großen Digitalkonzerne. Dabei greift das Unternehmen u.a. auf eine bewährte Strategie zurück und heuert ehemalige Politiker/-innen und deren Mitarbeiter/-innen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lobbyarbeit: Struktur und Strategien==&lt;br /&gt;
{{Lobbyplanet-box}}&lt;br /&gt;
Angesichts zunehmender Datenschutz-Debatten&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe auch [http://pamanager.blogspot.com/2011/01/facebook-entdeckt-die-lobbyarbeit.html Facebook entdeckt die Lobbyarbeit], Public Affairs Manager-Blog vom 15.1.2011, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und der Streitigkeiten um Urheberrechtsabkommen, wie ACTA, SOPA und PIPA, baut Facebook seine Lobbyarbeit kontinuierlich aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lobbyarbeit erfolgt auf mehreren Schienen. Zum einen beschäftigt das Unternehmen eigene Lobbyist*innen, um Einfluss auf die jeweiligen Entscheidungsträger zu nehmen. Dafür unterhält Facebook Lobbybüros in den für den Konzern wichtigen Machtzentren, wie beispielsweise Washington, Brüssel, Berlin und anderen Regierungssitzen. Gleichzeitig ist Facebook Mitglied in diversen Verbänden (siehe unten), durch die es indirekt - in Kooperation mit anderen Unternehmen - Lobbyarbeit betreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit weltweit===&lt;br /&gt;
Der britische Ex-Politiker Nick Clegg, ehem. Stellv. Premierminister von Großbritannien und ehem. Parteivorsitzender der Liberaldemokraten (&amp;quot;Liberal Democrats&amp;quot;) ist seit Oktober 2018 Cheflobbyist von Facebook („Head of Global Affairs and Communication“).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/digital/britischer-ex-politiker-nick-clegg-facebooks-neuer-cheflobbyist-gibt-sich-als-ueberzeugter-europaeer-1.4306186 Facebooks neuer Cheflobbyist gibt sich als überzeugter Europäer], sueddeutsche.de vom 29.01.2019, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in Deutschland===&lt;br /&gt;
In Berlin wird Facebook seit dem Frühjahr 2011 von [[Eva Maria Kirschsieper]] vertreten, einer früheren Mitarbeiterin der ehemaligen EU-Abgeordneten [[Erika Mann]] (SPD).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-bekommt-deutsche-Lobbyistin-1207075.html Facebook bekommt deutsche Lobbyistin] Heise vom 14.03.2011, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Kirschsieper ist Mitglied des SPD-nahestehenden Vereins D64.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://d-64.org/verein/mitglieder/ D64-Mitglieder] D64, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Ferner heuerte Facebook den promovierten Rechtsanwalt und PR-Berater [[Gunnar Bender]] an, der von April 2012 bis Mitte 2014 die eigens hierfür geschaffene Stelle des &amp;quot;Director Policy&amp;quot; besetzte. Bender arbeitete zuvor in ähnlichen Positionen bei E-Plus, AOL Europe, Time Warner und der Bertelsmann AG.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://winfuture.de/news,67908.html Facebook bereitet Lobby-Offensive in Berlin vor] winfuture vom 01.02.2012, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&lt;br /&gt;
. Siehe auch [http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/gunnar-bender-facebook-ernennt-chef-lobbyisten-fuer-berlin-a-812773.html Facebook ernennt Chef-Lobbyisten für Berlin], Spiegel Online vom 1.2.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Im August 2014 wechselte er zu Bertelsmann zurück, wo er für die Tochterfirma arvato die Leitung der Unternehmenskommunikation übernahm.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://meedia.de/2014/05/26/facebook-lobbyist-gunnar-bender-wechselt-als-kommunikator-zu-arvato/ Facebook-Lobbyist Gunnar Bender wechselt als Kommunikator zu Arvato],  Meedia vom 26.05.2014, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nachdem das Berliner Facebook-Büro mehrere Jahre lang nur mit wenigen Stellen besetzt, eröffnete das Unternehmen im Februar 2016 ein neues größeres Lobbybüro am Potsdamer Platz in Berlin.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/facebook-lobby-offensive-in-berlin-a-1078030.html Lobby-Offensive in Deutschland: Facebook hat Berlin hinzugefügt] Spiegel Online vom 18.2.2016 abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Julia Reuss, frühere Büroleiterin der ehemaligen Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), im Bundeskanzleramt, ist seit Februar 2021 Cheflobbyistin (Public Policy Director) für die Region Zentraleuropa.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politik-kommunikation.de/personalwechsel/reuss-kirschsieper-osei-und-rens-neuen-positionen-bei-facebook-447903909 Reuss, Kirschsieper, Osel und Rens in neuen Positionen bei Facebook], politik-kommunikation.de vom 01.02.2021, abgerufen am 10.02.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutschlandfunk.de/neue-facebook-lobbyistin-reuss-lobbycontrol-befuerchtet.2907.de.html?dram:article_id=492374 LobbyControl befürchtet „Schieflage in der Digitalpolitik“], deutschlandfunk.de vom 11.02.2021, abgerufen am 13.02.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu dieser gehören Deutschland, Österreich, die Schweiz, die Benelux-Länder und Zentralosteuropa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland setzt Facebook auf groß angelegte [https://www.lobbycontrol.de/2021/10/facebook-gibt-millionen-fuer-imagewerbung-aus/?pk_campaign=20211101&amp;amp;pk_source=nl Motiv-Kampagnen in Zeitungen und Zeitschriften], um seinen beschädigten Ruf zu verbessern und die Debatte über strengere Regeln für Internetplattformen zu beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unternehmen ist Mitglied in den folgenden Vereinen und Thinktanks:&lt;br /&gt;
*[[AmCham Germany]]&lt;br /&gt;
*[[BITKOM]]&lt;br /&gt;
*Initiative D21&lt;br /&gt;
*Eco Verband der Internetwirtschaft&lt;br /&gt;
*[[Wirtschaftsforum der SPD]]&lt;br /&gt;
*[[Wirtschaftsrat der CDU]]&lt;br /&gt;
*Bundesverband Deutsche Startups&lt;br /&gt;
*Bundesverband Digitale Wirtschaft&lt;br /&gt;
*Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Dienstanbieter&lt;br /&gt;
Quelle: Transparenzregister &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbyregister.bundestag.de/suche/R002228] Transparenzregister Facebook, abgerufen am 25.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in Brüssel===&lt;br /&gt;
{{Lobbyismus_EU-Box}}&lt;br /&gt;
Ende Oktober 2011 eröffnete Facebook ein neues Lobbybüro in Brüssel, das von [[Erika Mann]] geleitet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeit.de/2013/41/privatsphaere-internet-datenschutz/seite-3 Facebooks oberste Lobbyistin in Europa] Zeit vom 10.10.2013, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit Mai 2020 ist die Finnin Aura Salla Cheflobbyistin („Head of EU Affairs“) von Facebook in Brüssel.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://corporateeurope.org/en/2020/10/facebook-friends-lobby-consultants From Facebok friends to lobby consultants], corporateeurope.org vom 22.10.2020, abgerufen am 30.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politico.eu/article/facebook-friendly-new-aura-salla-lobbyist-in-eu-brussels/ Facebook’s top lobbyist sends Brussel a friend request, politico.eu vom 21.12.2020, abgerufen asm 31.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis Februar 2020 arbeitete  Salla für die Beratungsabteilung („Advisory Service“) Inspire, Debate, Engage and Accelerate Action (IDEA) der EU-Kommission. Davor war sie Kabinettsmitglied von Jyrki Katainen, dem damaligen finnischen Vizepräsidenten der EU-Kommission sowie Politikberaterin für hybride Kriegsführung, Cybersecurity und Desinformation für das European Political Strategy Centre (EPS), einer Denkfabrik der EU-Kommission.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Januar 2012 ist Facebook dem freiwilligen Transparenzregister der EU beigetreten. Damals gab der Konzern an, für das Jahr 2011 zwischen 150.000 und 200.000 € für direkte Lobbyarbeit und Interessenvertretung in den Institutionen der EU ausgegeben zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/64755e0fc2a14e46aa9d8646df6f8f19/facebook-ireland-limited Daten der Facebook Inc aus dem EU Transparency Register], lobbyfacts.eu, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Betrag ist über die Jahre kontinuierlich gestiegen und hat 2019 seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. So gab der Konzern für das Finanzjahr 2019 an, zwischen 4,25 und 4,5 Mio. € für Lobbyarbeit in der EU gezahlt zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=28666427835-74 Facebook Ireland Limited] EU-Transparency Register, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ebenfalls gestiegen ist die Anzahl der Lobbyist*innen, die Facebook in Brüssel beschäftigt. Während der Konzern 2013 noch (umgerechnet und gerundet) 4 Vollzeitäquivalent-Personen in Brüssel beschäftigt hat&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/64755e0fc2a14e46aa9d8646df6f8f19/facebook-ireland-limited Daten der Facebook Inc aus dem EU Transparency Register], lobbyfacts.eu, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;, sind es inzwischen (umgerechnet und gerundet) 14 Vollzeitäquivalent-Personen (Stand 02.07.2020).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=28666427835-74 Facebook Ireland Limited] EU-Transparency Register, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch verschiedene Mitgliedschaften, unter anderem in der [[American Chamber of Commerce to the European Union]] und der [[European Internet Foundation]], betreibt Facebook auch indirekte Lobbyarbeit.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=28666427835-74&amp;amp;isListLobbyistView=true Facebook Ireland Limited] Transparency Register, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, Instagram und Whatsapp, erwägt, ihre Dienste in Europa abzuschalten, wenn es keine neue Übereinkunft zum Datenschutz geben sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/internet/2022-02/meta-facebook-instagram-drohung-europa-datenschutz?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F Meta-Konzern bringt Aus von Facebook und Instagram in Europa ins Spiel], zeit.de vom 07.02.2022, abgerufen am 07.02.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn der Konzern keine Daten zwischen Ländern und Regionen mehr transferieren dürfe oder sie nicht mehr unter seinen verschiedenen Diensten und Produkten teilen dürfe, könnte dies Auswirkungen haben auf die Fähigkeit oder auf die Art und Weise, wie Meta seine Dienste oder gezielte Werbung anbieten könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in den USA===&lt;br /&gt;
Seit 2011 stellt Facebook, zusätzlich zu ihrem eigenen Engagement, externe Firmen an, um für ihre Interessen Lobbyarbeit in der amerikanischen Politik zu betreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/hired-firms?cycle=2011&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Während sich 2011 noch drei externe Firmen für die Interessen von Facebook in Washington einsetzten, engagierte der Konzern in den folgenden Jahren zahlreiche weitere Firmen. 2019 arbeiteten 26 Firmen in diesem Kontext für Facebook.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/hired-firms?cycle=2019&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Folglich ist auch die Anzahl an Lobbyist*innen, die für Facebook in den USA arbeiten, deutlich gestiegen: von 23 Lobbyist*innen im Jahre 2011&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/lobbyists?cycle=2011&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 72 im Jahre 2019. Interessant ist, dass von den 72 Lobbyist*innen, die 2019 für Facebook arbeiteten, 67 [[Seitenwechsel|Seitenwechsler]] sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/lobbyists?cycle=2019&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls 2011 holte sich Facebook Catherine &amp;quot;Cathie&amp;quot; Martin und Joel D. Kaplan ins Haus. Martin war zuvor im Handelsministerium und im Kommunikationsstab von George W. Bush.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.opensecrets.org/revolving/rev_summary.php?id=76635 Martin, Catherine] OpenSecrets.org, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Kaplan kennt sich, als ehemaliger Assistent für George W. Bush, sehr gut mit den Entscheidungsfindungsprozessen im Weißen Haus aus.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://georgewbush-whitehouse.archives.gov/government/kaplan.html Joel D. Kaplan: White House Deputy Chief of Staff for Policy] The White House, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.opensecrets.org/revolving/rev_summary.php?id=76956 Kaplan, Joel D.] OpenSecrets.org, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook ist also sehr gut mit den politischen Institutionen Washingtons verknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA kann man anhand der Daten des dortigen Lobbyregisters sehen, wie die Lobby-Ausgaben von Facebook rasant ansteigen. Im ersten Quartal 2020 erreichte Facebook eine Höchstmarke mit 5.260.000 $.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://soprweb.senate.gov/index.cfm?event=getFilingDetails&amp;amp;filingID=F2D81986-685C-46D9-88D1-9DCAA19C8605&amp;amp;filingTypeID=51 LOBBYING REPORT Facebook Inc.] senate.gov, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;lptable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width:16%;&amp;quot; |Jahr&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width:16%;&amp;quot; |Lobbyausgaben in den USA (in Dollar)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2020&lt;br /&gt;
|19,68 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2019&lt;br /&gt;
||16,71 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2018&lt;br /&gt;
||12,62 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2017&lt;br /&gt;
||11,51 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2016&lt;br /&gt;
||8,69 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2015&lt;br /&gt;
||9,85 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2014&lt;br /&gt;
||9,34 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2013&lt;br /&gt;
||6,43 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2012&lt;br /&gt;
||3,99 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2011&lt;br /&gt;
||1,35 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2010&lt;br /&gt;
||0,69 Millionen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: US Lobbyregister&amp;lt;ref&amp;gt;http://soprweb.senate.gov/index.cfm?event=processSearchCriteria Query the Lobbying Disclosure Act Database: Facebook] The United States Senate, zuletzt aufgerufen am 03.05.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 2017 trat Facebook als Geldgeber der Conservative Political Action Conference ([[CPAC]]), der jährlich stattfindenden Konferenz konservativer Aktivist*innen in den USA, auf. Angaben der Zeitung Politico zufolge spendete das Unternehmen allein 62.500 Dollar in bar an die CPAC. Zusätzlich bot Facebook auf der Konferenz Schulungen zur Nutzung der Social-Media-Plattform, mit dem Ziel potentielle Wähler*innen besser zu erreichen, an.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.politico.com/story/2017/02/facebook-aid-cpac-courts-conservatives-235256 Facebook to aid CPAC as it courts conservatives], Politico vom 22.02.2017, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem hat Facebook in den USA ein sogenanntes ''Political Action Committee'' (PAC)&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.washingtonpost.com/blogs/post-tech/post/facebook-forms-pac-for-political-donations/2011/09/26/gIQAHhmW0K_blog.html Facebook forms PAC for political donations] Washington Post, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; eingerichtet, das seitdem Wahlkampfspenden an beide großen Parteien in den USA verteilt. Im Jahr 2013 spendete das Facebook-PAC bei Senatswahlen in den US-Bundesstaaten 43,500 $ für die Republikaner und 45,500 $ für die Demokraten&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.adweek.com/socialtimes/fbpac-fec/431401 Facebook Political-Action Committee Adjusts Contributions To Senators Following FEC Inquiry] Social Times vom 08.01.2014, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 2014 erhielten die Republikaner 35.000 $ und die Demokraten 45.500 $&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/pacs/pac2pac.php?cmte=C00502906&amp;amp;cycle=2014 Facebook PAC/Party, Party breakdown 2014] opensecrets, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 2012 kündigten führende US-amerikanische Internetkonzerne, u.a. [[Google]], Facebook, Ebay und Amazon, an einen eigenen Lobbyverband zu gründen. Die so genannte [[The Internet Association]] soll sich nach eigenen Angaben für ein &amp;quot;offenes, innovatives und freies Internet&amp;quot; einsetzen. Sitz der Lobbyorganisation ist Washington. Dort hat der Verband im September 2012 seine Arbeit aufgenommen, um den IT-Konzernen &amp;quot;eine Stimme in Washington&amp;quot; zu geben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article108387816/Google-Facebook-Ebay-und-Amazon-gruenden-Lobby.html Google, Facebook, Ebay und Amazon gründen Lobby], Welt Online, Artikel vom 26.07.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;Als Präsident und Vorsitzender des Lobbyverbandes wurde der langjährige stellvertretende Personalchef des ''Energie- und Handelskomitees'' im US-Kongress und persönliche Berater des Komiteevorsitzenden, [[Michael Beckerman]], benannt. Das ''Energie- und Handelskomitee'' ist in den USA für die Telekommunikations- und Internetgesetzgebung zuständig.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://energycommerce.house.gov/about Committee on Energy and Commerce], abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fallbeispiele und Kritik==&lt;br /&gt;
===Datenskandal 2018: Cambridge Analytica===&lt;br /&gt;
Immer wieder wird Facebook für den Umgang mit den Daten seiner Nutzer*innen kritisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zdf.de/nachrichten/heute/was-macht-facebook-mit-unseren-daten-100.html Was macht Facebook mit unseren Daten?], zdf.de vom 09.07.2019, zuletzt abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser mangelhafte Umgang von Facebook mit den Daten seiner Nutzer*innen hat Auswirkungen auf demokratische Entscheidungsprozesse und kann damit auch zur Bedrohung für Demokratien werden: unter anderem bei den US-Präsidentschaftswahlen 2016 wurde probiert durch Fake News - also bewusste Falschmeldungen -, welche als Werbeanzeigen bei Facebook geschaltet wurden, den Wahlausgang zu beeinflussen. Diese Fake News konnten durch die umfangreichen Daten, die Facebook von seinen Nutzer*innen gespeichert hat, sehr gezielt an bestimmte Zielgruppen gerichtet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/netzwelt/web/us-wahl-2016-wie-soziale-medien-werbung-zu-propaganda-machten-a-1175906.html Wie soziale Medien Werbung zu Propaganda machen], spiegel.de vom 01.11.2017, zuletzt abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Deutlich wird der Umgang mit Nutzer*innendaten auch anhand des Datenskandals rund um Cambridge Analytica.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit März 2018 ist bekannt, dass Cambridge Analytica – ein britisches Datenalayse-Unternehmen, dass sich auf Wähleranalysen spezialisiert hat – Zugang zu rund 87 Millionen Facebook-Nutzerprofilen hatte&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2018-06/cambridge-analytica-europa-facebook-skandal-nutzer Europäische Nutzer angeblich nicht von Facebook-Skandal betroffen], Zeit.de vom 25.06.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;: Im Rahmen einer Teilnahme an der Umfrage-App „thisisyourdigitallife“ sind Daten von Facebook-Nutzer*innen erhoben worden und an Cambridge Analytica weitergegeben worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutschlandfunk.de/facebook-skandal-kreis-der-betroffenen-koennte-noch.697.de.html?dram:article_id=414837 Kreis der Betroffenen könnte noch größer sein], Deutschlandfunk.de vom 05.04.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook musste sich daraufhin vor dem US-Kongress (Committee on Commerce, Science and Transportation&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.commerce.senate.gov/public/_cache/files/9d8e069d-2670-4530-bcdc-d3a63a8831c4/7C8DE61421D13E86FC6855CC2EA7AEA7.senate-commerce-committee-combined-qfrs-06.11.2018.pdf Hearing: Facebook, Social Media Privacy, and the Use and Abuse of Data], U.S. Senate Committee On Commerce, Science &amp;amp; Transportation vom 08.06.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und Committee on Energy and Commerce&amp;lt;ref&amp;gt;[https://docs.house.gov/meetings/IF/IF00/20180411/108090/HHRG-115-IF00-Wstate-ZuckerbergM-20180411.pdf Hearing before the United State House of Representatives Committee on Energy and Commerce], U.S. House of Representatives vom 11.04.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;) verteidigen. In einer Stellungnahme im Rahmen der US-Anhörungen räumte Mark Zuckerberg ein, dass die Daten unter anderem für auswärtige Wahlen missbraucht wurden. Zudem entschuldigte er sich für die Fehler, die Facebook unterlaufen sind. So sollen die Nutzer*innendaten unter anderem eine Rolle im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 und bei der Brexit-Kampagne „Vote Leave“ gespielt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.theguardian.com/news/2018/mar/17/cambridge-analytica-facebook-influence-us-election Revealed: 50 million Facebook profiles harvested for Cambridge Analytica in major data breach], Theguardian.com vom 17.03.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch auf europäischer Ebene zog der Datenschutz-Skandal Konsequenzen mit sich: Im Mai kam es zu einem informellen Gespräch zwischen Mark Zuckerberg und Europaabgeordneten. In Folge dessen wurden insgesamt drei Anhörungen im Europäischen Parlament durchgeführt, um den Datenmissbrauch aufzuklären und mögliche Lösungen zu erarbeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20180530IPR04607/facebook-cambridge-analytica-abgeordnete-untersuchen-datenschutzverletzungen Facebook/Cambridge Analytica: Europaabgeordnete untersuchen Datenschutzverletzungen], Europäisches Parlament vom 31.05.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seit 2011: Lobbyarbeit gegen strikten Datenschutz===&lt;br /&gt;
Bislang ist der Datenschutz in den einzelnen EU-Mitgliedsländern teilweise sehr unterschiedlich. Die frühere EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft [[Viviane Reding]] präsentierte im Januar 2012 den Entwurf einer EU-Datenschutz-Grundverordnung, die eine aus dem Jahr 1995 stammende Richtlinie ersetzen und den Datenschutz in der EU vereinheitlichen soll.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2012:0011:FIN:DE:PDF Vorschlag der Europäischen Kommission für eine Datenschutz-Grundverordnung] KOM (2012) 11&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Gegensatz zur alten Richtlinie, die von den EU-Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt werden musste, wird die Verordnung unmittelbar in allen EU-Mitgliedsstaaten gelten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20130827001047/http://www.jura.uni-passau.de/fileadmin/dateien/fakultaeten/jura/lehrstuehle/hornung/Hornung__Eine_Datenschutz-Grundverordnung_fuer_Europa__ZD_20.pdf Eine Datenschutz-Grundverordnung für Europa?] Gerrit Hornung: Eine Datenschutz-Grundverordnung für Europa? Licht und Schatten im Kommissionsentwurf vom 25.1.2012. Zeitschrift für Datenschutz 3/2012, S. 99-105&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Verordnung sieht einen wesentlich strengeren Datenschutz auf EU-Ebene vor. Eine Neuerung ist zum Beispiel, dass sich Unternehmen, die Nutzer*innen in der EU haben – gleichzeitig aber außerhalb der EU sitzen – ebenfalls an die Verordnung halten müssen. Bisher konnten Beschwerden nur an die Datenschutzbehörde des Landes gerichtet werden, in der das jeweilige Unternehmen sitzt. Im Fall Facebook ist das Irland. Die irische Tochterfirma Facebook Ireland Limited verwaltet die Konten sämtlicher Nutzer weltweit, außerhalb der USA und Kanadas. Damit unterliegen all diese Nutzer*innen den Vorgaben der EU-Datenschutzrichtlinie sowie den irischen Datenschutzgesetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article13779212/Facebook-muss-fuer-Irland-Datenschutz-verbessern.html Facebook muss für Irland Datenschutz verbessern] Welt Online vom 21.12.2011, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der neuen Datenschutzverordnung sollen sich Verbraucher direkt an eine Datenschutzbehörde in ihrem Heimatland wenden können, die die Beschwerde dann an die zuständige Datenschutzbehörde des Landes mit dem Firmensitz weiterleitet und die Korrespondenz übernimmt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sp1&amp;quot;&amp;gt;[http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,811269,00.html EU will über Datenschutz bestimmen] Spiegel Online vom 25.01.2012, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Kampagnen wie [http://www.europe-v-facebook.org/DE/de.html ''europe-v-facebook''] fordern längst einen stärkeren Datenschutz und mehr Bestimmung der Nutzer*innen über ihre Daten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.europe-v-facebook.org/DE/Ziele/ziele.html Ziele vom „europe-v-facebook“]  europe-v-facebook, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Facebook und andere Internetunternehmen betrieben hohe Lobbyanstregungen gegen die geplante Verschärfung des europäischen Datenschutzes.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.tagesschau.de/ausland/eu-datenschutz104.html Was will die EU beim Datenschutz?] tagesschau.de vom 19.07.2013, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook setzte sich unter anderem gegen datenschutzfreundliche Standardeinstellungen und das &amp;quot;Recht auf Vergessen&amp;quot; ein, also das Löschen von Nutzer*innendaten. Laut der zuständigen Justizkommissarin [[Viviane Reding]] wurde die Lobbyarbeit um die Verordnung so „erbittert“ geführt wie sie es noch nie erlebt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.n-tv.de/politik/Blog-deckt-Lobbyeinfluss-auf-article10103291.html EU-Verordnung per &amp;quot;Copy &amp;amp; Paste&amp;quot;, Blog deckt Lobbyeinfluss auf] n-tv vom 12.02.2013, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach mehr als zwei Jahren Diskussion über den Entwurf und tausenden Änderungsanträgen hat das EU-Parlament am 12. März 2014 einer aktuellen Kompromissfassung der Verordnung zugestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein mächtiger Verbündeter von Facebook, [[Google]] und Co. ist die US-Regierung. Diese sprang bereits vor der offiziellen Veröffentlichung des Entwurfs in die Bresche, um die neue Datenschutzverordnung durch intensive Lobbyarbeit zu verhindern.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.europnews.org/2012-01-22-wann-lost-sich-europa-endlich-von-den-usa-usa-torpedieren-eu-datenschutz-verordnung.html USA torpedieren EU-Datenschutz-Verordnung], aufgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Cheflobbyist [[Richard Allan]] hatte im Sommer 2011 einen ersten (vermeintlichen) Erfolg, wie die Kritik umgangen werden kann. Er hat mit Bundesinnenminister [[Hans-Joachim Friedrich]] die Abmachung getroffen, dass Facebook erstmals an einer Initiative zur Selbstverpflichtung von sozialen Netzwerken mitarbeiten werde. Darin sollten &amp;quot;Regelungen zur Datensicherheit, sicheren Identitäten sowie Aspekten des Daten-, Verbraucher- und Jugendschutzes&amp;quot; enthalten sein.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-09/friedrich-facebook-datenschutz Innenminister Friedrich bringt Datenschützer auf die Palme]Zeit-Online vom 8.09.2011 abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses wurde allerdings vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) Schleswig-Holstein Schleswig Holstein kritisiert, da Innenminister für die Kontrolle gar nicht zuständig seien, sondern die Datenschutzbehörden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20140701084834/http://www.datenschutz.de/news/detail/?nid=5078 Weichert: „Innenminister sollte nicht weichspülen, sondern seine Hausaufgaben erledigen“] PM des Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) vom 8.09.2011 abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [http://lobbyplag.eu/ Plattform LobbyPlag] hat aufgedeckt, dass ganze Passagen in den von EU-Parlamentariern eingereichten Änderungsanträgen wortwörtlich aus Lobbypapieren übernommen wurden. Die Plattform vergleicht die Textvorschläge von Lobbyisten mit den Änderungsanträgen von EU-Parlamentariern. Auch Facebook hat in Lobbypapieren ausgearbeitete Textvorschläge eingereicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20150423150822/http://lobbyplag.eu/docs LobbyPlag Documents] LobbyPlag, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Außerdem betreibt Facebook über diverse Verbände, in denen es Mitglied ist, indirekt Lobbyarbeit in Bezug auf die Datenschutzreform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2011: Verdeckte Kampagne gegen Google===&lt;br /&gt;
Facebook betreibt zwar selbst Lobbyarbeit gegen verschärfte Datenschutzbestimmungen, nutzt jedoch gleichzeitig die öffentlichen Debatten zum Thema, um Konkurrenten zu diskreditieren, wie beispielsweise [[Google]]. Hierzu heuerte Facebook, wie im Frühjahr 2011 ans Licht kam, die PR- und Lobbyagentur [[Burson-Marsteller]] an, die daraufhin versuchte unabhängige Blogger anzuwerben, um kritische Berichte zu Googles Umgang mit dem Datenschutz zu lancieren. Einer der angeschriebenen Blogger lehnte das Angebot jedoch ab und veröffentlichte stattdessen die Anfrage von [[Burson-Marsteller]], woraufhin sich die Schmutzkampagne in einen Boomerang verwandelte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/google/facebook-schmutzkampagne-gegen-google-1639096.html Schmutzkampagne gegen Google] FAZ vom 13.05.2011, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Urheberrecht und Patentstreitigkeiten===&lt;br /&gt;
Im Wettstreit mit seinen direkten Konkurrenten - v.a. [[Google]] (insbesondere wegen Googles Plattform Google+) und [[Yahoo]] - versuchen sich die Internetkonzerne Patente zu sichern, um den jeweiligen Konkurrenten so ausstechen zu können. Yahoo klagte pünktlich vor dem Börsengang gegen Facebook wegen Patentverletzungen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.taz.de/!89514/ Patentstreit in USA: Yahoo klagt gegen Facebook] taz vom 13.03.2012, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook rüstete sich hierauf wiederum, indem es von [[IBM]] hunderte Patente kaufte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,823244,00.html Furcht vor Klagen: Facebook deckt sich mit Patenten ein] Spiegel vom 23.03.2012, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Die konkurrierenden Internetkonzerne versuchen sich hierbei auf allen Ebenen einen Vorteil zu verschaffen, wodurch u.a. auch Gesetzesinitiativen oder das Patentrecht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.opensecrets.org/lobby/clientissues.php?id=D000033563&amp;amp;year=2011 Facebook: Issues] OpenSecrets, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Austragungsort des Konkurrenzkampfes werden kann, was wiederum eine demokratische Entscheidungsfindung gefährdet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weitere Lobbystrategien==&lt;br /&gt;
===Individuelle Datenkompetenz vs. Datenschutz-Gesetze===&lt;br /&gt;
Obwohl Facebook über 2,5 aktive Milliarden Nutzer*innen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://investor.fb.com/investor-news/press-release-details/2020/Facebook-Reports-Fourth-Quarter-and-Full-Year-2019-Results/default.aspx Facebook Reports Fourth Quarter and Full Year 2019] Facebook Investor Relations vom 29.01.2020, abgerufen am 02.07.2020&lt;br /&gt;
. Siehe auch [https://www.cnbc.com/2020/01/29/facebook-fb-earnings-q4-2019.html Facebook stock falls after showing 51% rise in expenses], CNBC vom 29.01.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; verfügt (Stand 2019), hat das Unternehmen ein Imageproblem. Besonders der Umgang mit den Nutzer*innendaten sorgte in den letzten Jahren für scharfe Kritik. Das Berliner Facebook-Büro reagiert, in dem es sich öffentlichkeitswirksam zum Thema Datensicherheit engagiert. Facebook beteiligt sich schon seit mehreren Jahren an der Initiative &amp;quot;Deutschland sicher im Netz&amp;quot;. Außerdem betreibt das Unternehmen die Seite [aconnectedlife.info], auf der Nutzer*innen über Datensicherheit im Netz informiert werden und mit der sich Facebook gleichzeitig ein datensensibles Image verpasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um in Deutschland für die Seite zu werben, setzte Facebook auf besondere Botschafter*innen. Auf seiner Facebook-Seite ließ das Unternehmen acht Bundestagsabgeordnete von CDU, SPD und Bündnis 90/ Die Grünen in Kurzvideos zu Wort kommen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.facebook.com/FacebookBerlin Was bedeutetet Datenkompetenz?] Facebook Berlin, April-Mai 2014, abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt; – darunter mehrere Mitglieder des Bundestagsausschusses Digitale Agenda. Versehen mit einer Webadresse von aconnectedlife.com erklären die Politiker*innen darin, was sie unter Datenkompetenz verstehen. Der Inhalt aller Statements ähnelt sich und unterstützt die politische Agenda von Facebook: Nutzer*innen müssten selbst verantwortungsvoll mit ihren Daten umgehen. Wenn den Nutzer*innen die Verantwortung für ihre Daten übertragen wird, sinkt der Bedarf nach gesetzlichen Datenschutzregeln. Genau diese versucht Facebook mit den Stichworten Datenkompetenz und Selbstregulierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Öffentlichkeitsarbeit mit Politikern===&lt;br /&gt;
Facebook geht in Berlin direkt und offensiv auf die Politik zu. Facebook-Schulungen für Bundestagsabgeordnete u.a. der CSU&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2011/lobbying-facebook-style-mogen-sie-das/ Lobbying, Facebook-Style: Mögen Sie das?] netzpolitik.org vom 23.6.2011, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; , ein eigener „Leitfaden für Politiker und Amtsträger“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://de.scribd.com/doc/136194390/Facebook-Leitfaden-fur-Politiker Facebook-Leitfaden für Politiker] Eva-Maria Kirschsieper, 2013, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; oder die „Facebook Berlin Talks“ eignen sich gut um Kontakte zu Politiker*innen aufzubauen und zu pflegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===EU-Lobbying über die US-Regierung===&lt;br /&gt;
Eine ebenfalls wichtige Rolle spielt die US-Regierung, wodurch diese gleich in zweierlei Hinsicht im Fokus der Lobbyarbeit steht. So übt die US-Regierung in vielerlei Hinsicht Druck auf die EU und nationale Regierungen aus, wenn von politischen Entscheidungen US-Konzerne betroffen sind. So geschehen beispielsweise in den Datenschutzvorschriften, bzw. der geplanten Datenschutzverordnung der EU.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.datenschutzbeauftragter-info.de/die-usa-moechten-bei-eu-datenschutzreform-mitreden/ Die USA möchten bei EU-Datenschutzreform mitreden], Datenschutzbeauftragter Info vom 01.03.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobby-Kooperation mit Facebook-Werbekunden===&lt;br /&gt;
Eine weitere Lobbystrategie die Facebook nutzt, ist eine gängige Strategie von Digitalkonzernen: das Unternehmen versucht, in die eigene Lobbyarbeit und Imagewerbung kleine Unternehmen oder Unternehmensgründer einzubinden, die Facebook für ihr Geschäftsmodell bzw. ihre Werbung nutzen. Ein Beispiel dafür war eine Veranstaltung mit einem Hamburger Reiseveranstalter im April 2012. Dazu war auch der Hamburger Oberbürgermeister [[Olaf Scholz]] eingeladen, der Facebook lobte - und sich damit selbst als modern und gründerfreundlich inszenieren konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/lobbyarbeit-zum-ueberleben-facebook-sucht-sich-freunde-in-washington-seite-all/6646278-all.html Facebook sucht sich Freunde in Washington], Handelsblatt online vom 18.5.2012 abgerufen am 02.07.2020. Ausführlicher zu der Hamburger Veranstaltung, aber nicht mehr frei verfügbar: [http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/545024 Ein Gefühl für Wind und Wellen], Süddeutsche Zeitung vom 20.04.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Strategie, kleine Unternehmen für die eigene Lobbyarbeit einzuspannen, haben in der Vergangenheit bereits [[Microsoft]] und  [[Google]] genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Regulierungen und Einleitung von Verfahren als Reaktion auf gestiegene Marktmacht==&lt;br /&gt;
Seit 2012 hat die Facebook Inc. verschiedene andere Unternehmen aus dem digitalen Bereich akquiriert. Zu den bekanntesten dieser Unternehmen gehören Instagram, das im April 2012 für eine Milliarde Dollar übernommen wurde&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/facebook-kauft-instagram-eine-milliarde-dollar-fuer-eine-idee/6493154.html Eine Milliarde Dollar für eine Idee], tagesspiegel.de vom 11.04.2012, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und WhatsApp, welches im Februar 2014 übernommen wurde und Facebook insgesamt 19 Milliarden Dollar kostete.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/facebook-kauft-konkurrenten-whatsapp-fuer-milliardenbetrag-a-954546.html Facebook kauft Konkurrenten WhatsApp], spiegel.de vom 19.02.2014, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Alle drei Dienste gehören zu den meist genutzten sozialen Medien und verzeichnen hohe Nutzer*innenzahlen: Facebook hatte 2019 nach eigenen Angaben 2,5 Milliarden Nutzer*innen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://investor.fb.com/investor-news/press-release-details/2020/Facebook-Reports-Fourth-Quarter-and-Full-Year-2019-Results/default.aspx Facebook Reports Fourth Quarter and Full Year 2019 Results], Facebook Investor vom 29.01.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;, während WhatsApp im Februar 2020 das erste Mal die Grenze von 2 Milliarden Nutzer*innen überschritt&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/285230/umfrage/aktive-nutzer-von-whatsapp-weltweit/ Anzahl der monatlich aktiven Nutzer von WhatsApp weltweit in ausgewählten Monaten von April 2013 bis Februar 2020], statista.de vom 13.02.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;. Instagram wiederum hat 2018 die Marke von 1 Milliarde Nutzer*innen überschritten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://about.instagram.com/blog/announcements/welcome-to-igtv Willkommen bei IGTV], instagram.com vom 20.06.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Angaben der britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) vereint der Konzern rund 70 Prozent der Zeit auf sich, die Menschen mit Sozialen Medien verbringen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2021/marktmacht-facebook-muss-giphy-moeglicherweise-wieder-verkaufen/ Facebook muss Giphy möglicherweise wieder verkaufen], netzpolitik.org vom 16.08.2021, abgerufen am 29.08.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Basierend darauf gibt es Diskussionen um die große Marktmacht, die Facebook im Bereich der sozialen Medien hat und die Gefahren die von so einer Monopolstellung ausgehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/internet/2019-05/facebook-zerschlagung-wahlkampf-monopol-soziale-medien-digitalkonzerne Zerschlagt, was euch kaputt macht], zeit.de vom 21.05.2019, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.welt.de/debatte/kommentare/article175369044/Mark-Zuckerbergs-Werk-Facebook-ein-Monopol-das-zerschlagen-gehoert.html Facebook – ein Monopol, das zerschlagen gehört], welt.de vom 11.04.2018, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbycontrol.de/2020/01/big-tech-big-lobby/ Big Tech, big Lobby], lobbycontrol.de vom 23.01.2020, abgerufen am 27.05.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Insbesondere in den USA, der EU und Deutschland werden Maßnahmen diskutiert und umgesetzt, mit denen die Macht der Konzerne beschränkt und ihre fragwürdigen Geschäftspraktiken unterbunden werden sollen.&lt;br /&gt;
===USA===&lt;br /&gt;
Das Abgeordnetenhaus im amerikanischen Kongress hat am 11. Juni 2021 fünf Gesetzesentwürfe vorgelegt, die es erleichtern könnten, die Internetkonzerne zu zerschlagen und ihnen den Verkauf bestimmter Produkte zu verbieten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/tech-giganten-in-den-usa-marktmacht-soll-begrenzt-werden-17386091-p2.html Amerika knöpft sich seine Tech-Giganten vor], faz.de vom 12.06.2021, abgerufen am 04.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Juni 2021 hat ein US-Gericht eine Klage der US-Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Commission (FTC ) und etwa 40 Bundesstaaten abgewiesen, die Facebook unfairen Wettbewerb vorgeworfen hatten, und die Abspaltung von Instagram und WhatsApp erreichen wollten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/2021-06/usa-gericht-facebook-klage-monopol-handelsbehoerde US-Gericht weist Wettbewerbsklage gegen Facebook ab], zeit.de vom 28.06.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Januar 2022 ist die Wettbewerbsklage im zweiten Anlauf von demselben Gericht angenommen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/us-tech-konzern-kartellklage-gegen-facebook-uebernahmen-von-whatsapp-und-instagram-werden-geprueft/27966444.html?ticket=ST-2153473-cPc6cEheWcZuOScPl3WV-ap6 Kartellklage gegen Facebook: Übernahme von Whatsapp und Instagramm werden geprüft], handelsblatt.com vom 12.01.2022, abgerufen am 16.01.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===EU===&lt;br /&gt;
Mit dem [https://ec.europa.eu/info/strategy/priorities-2019-2024/europe-fit-digital-age/digital-services-act-ensuring-safe-and-accountable-online-environment_de Gesetz über digitale Dienste] will die Europäische Kommission ein besseres Gleichgewicht zwischen Rechten und Verantwortlichkeiten von Nutzern, Plattformen und Behörden herstellen und das Internet sicherer machen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.hss.de/news/detail/eu-will-die-grossen-internetkonzerne-regulieren-news7456/ Ein Rahmen für die digitale Wirtschaft], hss.de vom 06.04.2021, abgerufen am 04.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [https://ec.europa.eu/info/strategy/priorities-2019-2024/europe-fit-digital-age/digital-markets-act-ensuring-fair-and-open-digital-markets_de Gesetz über digitale Märkte] (Digital Markets Act) legt eine Reihe eng definierter objektiver Kriterien für die Einstufung einer großen Online-Plattform als „Gatekeeper“ fest. Diese dürfen gegenüber den von ihnen abhängigen gewerblichen Nutzern und Kunden keine unlauteren Praktiken anwenden, um einen unbilligen Vorteil zu erlangen. Am 24. März 2022 haben sich Europaparlament und Ministerrat auf die endgültige Fassung des Gesetzes geeinigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/digital-markets-act-der-eu-strenge-regeln-fuer-big-tech-unternehmen-17908180.html Die EU legt „Big Tech“ Fesseln an], faz.net vom 25.03.2022, abgerufen an 28.03.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die EU-Kommission hat Anfang Juni 2021 ein Verfahren gegen Facebook eingeleitet, um mögliche Wettbewerbsverstöße beim Kleinanzeigendienst Facebook Marketplace zu prüfen, was der Konzern für unbegründet hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/internet/2021-06/eu-kommission-facebook-marketplace-untersuchung-wettbewerbsvorteil EU-Kommission leitet Untersuchung gegen Facebook ein], zeit.de vom 04.06.2021, abgerufen am 04.07.202&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutschland===&lt;br /&gt;
Im Januar 2021 ist die 10. Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB-Digitalisierungsgesetz) in Kraft getreten. Der Gesetzgeber will damit vor allem die Marktmacht großer Digitalkonzerne wie Amazon beschränken. Insbesondere der neue § 19a GWB sieht neue, weitreichende Eingriffsbefugnisse für das Bundeskartellamt gegenüber „Unternehmen mit überragender marktübergreifender Bedeutung für den Wettbewerb“ vor. Das Bundeskartellamt hatte im Dezember 2020 ein Missbrauchsverfahren gegen Facebook wegen der Verknüpfung von Oculus mit dem Facebook-Netzwerk eingeleitet. Im Januar 2021 weitete das Bundeskartellamt sein Verfahren aus und prüft nun ebenfalls, ob Facebook unter die neuen Regelungen für Unternehmen mit überragender marktübergreifender Bedeutung für den Wettbewerb (§ 19a GWB) fällt und die Verknüpfung der Dienste hieran zu messen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Meldung/DE/Pressemitteilungen/2021/28_01_2021_Facebook_Oculus.html Bundeskartellamt prüft im Facebook/Oculus-Verfahren auch den neuen § 19 a GWB], Pressemitteilung vom 28.01.2021, abgerufen am 04.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende März 2021 hat das Oberlandesgericht Düsseldorf ein Verfahren des Bundeskartellamtes gegen Facebook ausgesetzt und an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) überwiesen, der entscheiden soll, ob das Bundeskartellamt berechtigt ist, Facebook Vorgaben für das Sammeln von Daten zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/eugh-soll-ueber-facebook-entscheiden-17261593.html EuGH soll über Facebook entscheiden], faz.de vom 24.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Reform der internationalen Unternehmensbesteuerung==&lt;br /&gt;
Insbesondere die global operierenden Digitalkonzerne können ihre Gewinne in Staaten mit niedrigen Steuersätzen verlagern und dadurch ihre Effektivsteuern bis auf nahe Null senken, was den Wettbewerb verzerrt und den finanziellen Gestaltungsspielraum der betroffenen Länder vermindert. Die Europazentrale von Facebook hat ihren Sitz in Dublin, wo bisher nur 12,5 % Unternehmenssteuer entrichtet werden. Auch Facebook nutzte jahrelang die Steuervermeidungs-Strategie [https://de.wikipedia.org/wiki/Double_Irish_With_a_Dutch_Sandwich Double Irish With a Dutch Sandwich]. Mark Zuckerberg, Vorstandsvorsitzender von Facebook, zeigte sich schon 2020 offen für eine Reform des globalen Steuersystems, bei dem Technologieunternehmen stärker zur Kasse gebeten werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.trend.at/wirtschaft/facebook-chef-zuckerberg-europa-steuern-11346675 Facebook-Chef will in Europa mehr Steuern zahlen], trend.at vom 14.02.2020, abgerufen am 05.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Vor diesem Hintergrund soll die internationale Unternehmensbesteuerung reformiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der OECD haben sich 131 Staaten (Stand: 5. Juli 2021) auf faire Verteilrechte und einen einheitlichen Mindeststeuersatz von 15 Prozent geeinigt. Am 9./10. Juli haben in Venedig die Finanzminister*innen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, der G20, das Konzept beschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Internationales_Steuerrecht/BEPS/schaedlichen-steuerwettbewerb-bekaempfen.html Reform der internationalen Unternehmenssteuer kommt], bundesfinanzministerium.de vom 10.07.2021, abgerufen am 27.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Besteuerungsrechte sollen tendenziell vom Ort der Produktion dahin gelenkt werden, wo die Produkte vermarktet werden. Dazu soll ein Anteil des Gewinns einer Unternehmensgruppe oder Geschäftssparte den Staaten mittels einer Formel zugeteilt werden. Dabei kommt es nicht darauf an, ob das Unternehmen in dem Staat einen Sitz hat. Neben dem Implementierungsplan der internationalen Staatengemeinschaft beabsichtigt auch die Europäische Kommission, den Prozess eng zu begleiten, um eine zeitnahe und einheitliche Umsetzung innerhalb der Europäischen Union zu gewährleisten. Die Staats- und Regierungschef aus der Gruppe der zwanzig wichtigsten Wirtschaftsnationen (G 20) billigten am 30. Oktober 2021 in Rom das Konzept, auf das sich zuvor 136 Länder verständigt hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/g-20-billigen-konzept-fuer-globale-mindeststeuer-17610977.html G 20 billigen Konzept für globale Mindeststeuer], faz.de vom 30.10.2021, abger¨fen am 31.10.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Reform soll schon im Jahr 2023 in Kraft treten. Für Länder, die bisher stark vom Steuerwettbewerb profitiert haben, sind gewisse Übergangserleichterungen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur, Geschäftsfelder und Finanzen==&lt;br /&gt;
Das Geschäft von Facebook basiert auf der kostenlosen Nutzung der verschiedenen Dienste, welche zur Facebook Inc. gehören. Geld verdient Facebook größtenteils durch Werbung, welche Drittanbieter bei den Diensten von Facebook schalten können: 2019 erzielte Facebook insgesamt 98,5% seiner Umsätze durch Werbung.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/217061/umfrage/umsatz-gewinn-von-facebook-weltweit/ Umsatz und Nettoergebnis von Facebook weltweit in den Jahren 2007 bis 2019], statista.de vom 31.012020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umsatz der Facebook Inc. ist dabei in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Von 12,5 Milliarden Dollar Jahresumsatz 2014&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mediadb.eu/datenbanken/internationale-medienkonzerne/facebook-inc.html#c14811 Facebook, Inc.], mediadb.eu vom 28.04.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 70,6 Milliarden Dollar im Jahr 2019. Der Gewinn betrug 2019 18,5 Milliarden Dollar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://investor.fb.com/investor-news/press-release-details/2020/Facebook-Reports-Fourth-Quarter-and-Full-Year-2019-Results/default.aspx Facebook Reports Fourth Quarter and Full Year 2019 Results], Facebook Investor vom 29.01.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Börsenwert des Unternehmen beträgt 694 Milliarden Dollar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ycharts.com/companies/FB/market_cap Facebook Market Cap], ycharts.com, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; (Stand 08.07.2020)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CEO und bekanntestes Gesicht von Facebook ist der Mitgründer Mark Zuckerberg. Im leitenden Management des Unternehmen sind außerdem Sheryl Sandberg (Chief Operating Officer), Dave Wehner (Chief Financial Officer) und Miker Schroepfer (Chief Technology Officer).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mediadb.eu/datenbanken/internationale-medienkonzerne/facebook-inc.html#c14811 Facebook, Inc.], mediadb.eu vom 28.04.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt beschäftigt Facebook mehr als 44.900 Menschen weltweit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/193372/umfrage/anzahl-der-mitarbeiter-von-facebook-weltweit/ Anzahl der Mitarbeiter von Facebook weltweit in den Jahren 2004 bis 2019], statista.de vom 31.01.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; (Stand 30.01.2020)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterführende Informationen==&lt;br /&gt;
*[https://www.lobbycontrol.de/schwerpunkt/macht-der-digitalkonzerne/ LobbyControl: Macht der Digitalkonzerne]&lt;br /&gt;
*[https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/politik/mindeststeuer-die-15-prozent-revolution-e191257/?sc_src=email_2522714&amp;amp;sc_lid=207379752&amp;amp;sc_uid=DP7Ap9e2ae&amp;amp;sc_llid=44659&amp;amp;utm_medium=email&amp;amp;utm_source=emarsys&amp;amp;utm_content=projekte.sueddeutsche.de%2Fartikel%2Fpolitik%2Fmindeststeuer-die-15-prozent-revolution-e191257&amp;amp;utm_campaign=SZ_am_Morgen_Samstag_030721 Die Revolution der kleinen Zahl - ausführliche Analyse der globalen Mindeststeuer in der Süddeutschen Zeitung vom 2. Juli 2021]&lt;br /&gt;
*[http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Facebook sourcewatch über Facebook]&lt;br /&gt;
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Facebook Wikipedia über Facebook]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{spendenbanner}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:IT &amp;amp; Kommunikation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:EU]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>TorbenB</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lobbypedia.de/w/index.php?title=Facebook&amp;diff=137104</id>
		<title>Facebook</title>
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		<updated>2022-04-26T08:04:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;TorbenB: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{BoxUnternehmen&lt;br /&gt;
| Name             = Facebook&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| Branche          = IT-Branche&lt;br /&gt;
| Geschäftsfelder  = Soziale Netzwerke&lt;br /&gt;
| Hauptsitz        = Menlo Park (Kalifornien)&lt;br /&gt;
| Tochterunternehmen = Irland&lt;br /&gt;
| Gründing         = 2004    &lt;br /&gt;
| Lobbybüro Deutschland = Pariser Platz 4a, 10117 Berlin&lt;br /&gt;
| Lobbybüro EU = Rond Point Schuman 11, 1040 Brussels&lt;br /&gt;
| Homepage         = [http://www.facebook.com facebook.com]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
'''Facebook''' ist eines der bekanntesten sozialen Netzwerke und gehörte bis 2021 der Facebook Inc. mit Sitz im kalifornischen Menlo Park. Die Facebook Inc. wurde 2004 gegründet und ist seit dem 18. Mai 2012 an der Börse.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2012-05/facebook-boersen-gang Ein glanzloser Start an der Börse], zeit.de vom 18.05.2012, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; 2021 benannte sich der Dachkonzern Facebook Inc. in Meta Platforms Inc. um. Zu dieser gehören neben Facebook noch verschiedene digitale Angebote, unter anderem Instagram und WhatsApp.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.statista.com/chart/5194/active-users-of-social-networks-and-messaging-services/ Facebook Inc. Dominates the Social Media Landscape], statista.de vom 03.07.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; 2020 konnte Facebook seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 22 % auf ca. 86 Milliarden Dollar steigern.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://investor.fb.com/investor-news/press-release-details/2021/Facebook-Reports-Fourth-Quarter-and-Full-Year-2020-Results/default.aspx Pressemitteilung vom 27.01.2021], investor.fb.com, abgerufen am 05.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unternehmen hat seine Lobbyarbeit seit 2010 massiv ausgebaut - gerade angesichts verschiedener Datenschutz-Debatten, der Streitigkeiten um Urheberrechtsabkommen wie etwa [[ACTA]], sowie zunehmender Diskussionen um die Marktmacht der großen Digitalkonzerne. Dabei greift das Unternehmen u.a. auf eine bewährte Strategie zurück und heuert ehemalige Politiker/-innen und deren Mitarbeiter/-innen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lobbyarbeit: Struktur und Strategien==&lt;br /&gt;
{{Lobbyplanet-box}}&lt;br /&gt;
Angesichts zunehmender Datenschutz-Debatten&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe auch [http://pamanager.blogspot.com/2011/01/facebook-entdeckt-die-lobbyarbeit.html Facebook entdeckt die Lobbyarbeit], Public Affairs Manager-Blog vom 15.1.2011, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und der Streitigkeiten um Urheberrechtsabkommen, wie ACTA, SOPA und PIPA, baut Facebook seine Lobbyarbeit kontinuierlich aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lobbyarbeit erfolgt auf mehreren Schienen. Zum einen beschäftigt das Unternehmen eigene Lobbyist*innen, um Einfluss auf die jeweiligen Entscheidungsträger zu nehmen. Dafür unterhält Facebook Lobbybüros in den für den Konzern wichtigen Machtzentren, wie beispielsweise Washington, Brüssel, Berlin und anderen Regierungssitzen. Gleichzeitig ist Facebook Mitglied in diversen Verbänden (siehe unten), durch die es indirekt - in Kooperation mit anderen Unternehmen - Lobbyarbeit betreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit weltweit===&lt;br /&gt;
Der britische Ex-Politiker Nick Clegg, ehem. Stellv. Premierminister von Großbritannien und ehem. Parteivorsitzender der Liberaldemokraten (&amp;quot;Liberal Democrats&amp;quot;) ist seit Oktober 2018 Cheflobbyist von Facebook („Head of Global Affairs and Communication“).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/digital/britischer-ex-politiker-nick-clegg-facebooks-neuer-cheflobbyist-gibt-sich-als-ueberzeugter-europaeer-1.4306186 Facebooks neuer Cheflobbyist gibt sich als überzeugter Europäer], sueddeutsche.de vom 29.01.2019, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in Deutschland===&lt;br /&gt;
In Berlin wird Facebook seit dem Frühjahr 2011 von [[Eva Maria Kirschsieper]] vertreten, einer früheren Mitarbeiterin der ehemaligen EU-Abgeordneten [[Erika Mann]] (SPD).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-bekommt-deutsche-Lobbyistin-1207075.html Facebook bekommt deutsche Lobbyistin] Heise vom 14.03.2011, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Kirschsieper ist Mitglied des SPD-nahestehenden Vereins D64.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://d-64.org/verein/mitglieder/ D64-Mitglieder] D64, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Ferner heuerte Facebook den promovierten Rechtsanwalt und PR-Berater [[Gunnar Bender]] an, der von April 2012 bis Mitte 2014 die eigens hierfür geschaffene Stelle des &amp;quot;Director Policy&amp;quot; besetzte. Bender arbeitete zuvor in ähnlichen Positionen bei E-Plus, AOL Europe, Time Warner und der Bertelsmann AG.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://winfuture.de/news,67908.html Facebook bereitet Lobby-Offensive in Berlin vor] winfuture vom 01.02.2012, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&lt;br /&gt;
. Siehe auch [http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/gunnar-bender-facebook-ernennt-chef-lobbyisten-fuer-berlin-a-812773.html Facebook ernennt Chef-Lobbyisten für Berlin], Spiegel Online vom 1.2.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Im August 2014 wechselte er zu Bertelsmann zurück, wo er für die Tochterfirma arvato die Leitung der Unternehmenskommunikation übernahm.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://meedia.de/2014/05/26/facebook-lobbyist-gunnar-bender-wechselt-als-kommunikator-zu-arvato/ Facebook-Lobbyist Gunnar Bender wechselt als Kommunikator zu Arvato],  Meedia vom 26.05.2014, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nachdem das Berliner Facebook-Büro mehrere Jahre lang nur mit wenigen Stellen besetzt, eröffnete das Unternehmen im Februar 2016 ein neues größeres Lobbybüro am Potsdamer Platz in Berlin.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/facebook-lobby-offensive-in-berlin-a-1078030.html Lobby-Offensive in Deutschland: Facebook hat Berlin hinzugefügt] Spiegel Online vom 18.2.2016 abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Julia Reuss, ehemalige Büroleiterin der Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), im Bundeskanzleramt, ist seit Februar 2021 Cheflobbyistin (Public Policy Director) für die Region Zentraleuropa.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politik-kommunikation.de/personalwechsel/reuss-kirschsieper-osei-und-rens-neuen-positionen-bei-facebook-447903909 Reuss, Kirschsieper, Osel und Rens in neuen Positionen bei Facebook], politik-kommunikation.de vom 01.02.2021, abgerufen am 10.02.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutschlandfunk.de/neue-facebook-lobbyistin-reuss-lobbycontrol-befuerchtet.2907.de.html?dram:article_id=492374 LobbyControl befürchtet „Schieflage in der Digitalpolitik“], deutschlandfunk.de vom 11.02.2021, abgerufen am 13.02.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu dieser gehören Deutschland, Österreich, die Schweiz, die Benelux-Länder und Zentralosteuropa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland setzt Facebook auf groß angelegte [https://www.lobbycontrol.de/2021/10/facebook-gibt-millionen-fuer-imagewerbung-aus/?pk_campaign=20211101&amp;amp;pk_source=nl Motiv-Kampagnen in Zeitungen und Zeitschriften], um seinen beschädigten Ruf zu verbessern und die Debatte über strengere Regeln für Internetplattformen zu beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unternehmen ist Mitglied in den folgenden Vereinen und Thinktanks:&lt;br /&gt;
*[[AmCham Germany]]&lt;br /&gt;
*[[BITKOM]]&lt;br /&gt;
*Initiative D21&lt;br /&gt;
*Eco Verband der Internetwirtschaft&lt;br /&gt;
*[[Wirtschaftsforum der SPD]]&lt;br /&gt;
*[[Wirtschaftsrat der CDU]]&lt;br /&gt;
*Bundesverband Deutsche Startups&lt;br /&gt;
*Bundesverband Digitale Wirtschaft&lt;br /&gt;
*Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Dienstanbieter&lt;br /&gt;
Quelle: Transparenzregister &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbyregister.bundestag.de/suche/R002228] Transparenzregister Facebook, abgerufen am 25.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in Brüssel===&lt;br /&gt;
{{Lobbyismus_EU-Box}}&lt;br /&gt;
Ende Oktober 2011 eröffnete Facebook ein neues Lobbybüro in Brüssel, das von [[Erika Mann]] geleitet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeit.de/2013/41/privatsphaere-internet-datenschutz/seite-3 Facebooks oberste Lobbyistin in Europa] Zeit vom 10.10.2013, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit Mai 2020 ist die Finnin Aura Salla Cheflobbyistin („Head of EU Affairs“) von Facebook in Brüssel.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://corporateeurope.org/en/2020/10/facebook-friends-lobby-consultants From Facebok friends to lobby consultants], corporateeurope.org vom 22.10.2020, abgerufen am 30.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politico.eu/article/facebook-friendly-new-aura-salla-lobbyist-in-eu-brussels/ Facebook’s top lobbyist sends Brussel a friend request, politico.eu vom 21.12.2020, abgerufen asm 31.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis Februar 2020 arbeitete  Salla für die Beratungsabteilung („Advisory Service“) Inspire, Debate, Engage and Accelerate Action (IDEA) der EU-Kommission. Davor war sie Kabinettsmitglied von Jyrki Katainen, dem damaligen finnischen Vizepräsidenten der EU-Kommission sowie Politikberaterin für hybride Kriegsführung, Cybersecurity und Desinformation für das European Political Strategy Centre (EPS), einer Denkfabrik der EU-Kommission.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Januar 2012 ist Facebook dem freiwilligen Transparenzregister der EU beigetreten. Damals gab der Konzern an, für das Jahr 2011 zwischen 150.000 und 200.000 € für direkte Lobbyarbeit und Interessenvertretung in den Institutionen der EU ausgegeben zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/64755e0fc2a14e46aa9d8646df6f8f19/facebook-ireland-limited Daten der Facebook Inc aus dem EU Transparency Register], lobbyfacts.eu, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Betrag ist über die Jahre kontinuierlich gestiegen und hat 2019 seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. So gab der Konzern für das Finanzjahr 2019 an, zwischen 4,25 und 4,5 Mio. € für Lobbyarbeit in der EU gezahlt zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=28666427835-74 Facebook Ireland Limited] EU-Transparency Register, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ebenfalls gestiegen ist die Anzahl der Lobbyist*innen, die Facebook in Brüssel beschäftigt. Während der Konzern 2013 noch (umgerechnet und gerundet) 4 Vollzeitäquivalent-Personen in Brüssel beschäftigt hat&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/64755e0fc2a14e46aa9d8646df6f8f19/facebook-ireland-limited Daten der Facebook Inc aus dem EU Transparency Register], lobbyfacts.eu, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;, sind es inzwischen (umgerechnet und gerundet) 14 Vollzeitäquivalent-Personen (Stand 02.07.2020).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=28666427835-74 Facebook Ireland Limited] EU-Transparency Register, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch verschiedene Mitgliedschaften, unter anderem in der [[American Chamber of Commerce to the European Union]] und der [[European Internet Foundation]], betreibt Facebook auch indirekte Lobbyarbeit.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=28666427835-74&amp;amp;isListLobbyistView=true Facebook Ireland Limited] Transparency Register, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, Instagram und Whatsapp, erwägt, ihre Dienste in Europa abzuschalten, wenn es keine neue Übereinkunft zum Datenschutz geben sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/internet/2022-02/meta-facebook-instagram-drohung-europa-datenschutz?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F Meta-Konzern bringt Aus von Facebook und Instagram in Europa ins Spiel], zeit.de vom 07.02.2022, abgerufen am 07.02.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn der Konzern keine Daten zwischen Ländern und Regionen mehr transferieren dürfe oder sie nicht mehr unter seinen verschiedenen Diensten und Produkten teilen dürfe, könnte dies Auswirkungen haben auf die Fähigkeit oder auf die Art und Weise, wie Meta seine Dienste oder gezielte Werbung anbieten könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in den USA===&lt;br /&gt;
Seit 2011 stellt Facebook, zusätzlich zu ihrem eigenen Engagement, externe Firmen an, um für ihre Interessen Lobbyarbeit in der amerikanischen Politik zu betreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/hired-firms?cycle=2011&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Während sich 2011 noch drei externe Firmen für die Interessen von Facebook in Washington einsetzten, engagierte der Konzern in den folgenden Jahren zahlreiche weitere Firmen. 2019 arbeiteten 26 Firmen in diesem Kontext für Facebook.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/hired-firms?cycle=2019&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Folglich ist auch die Anzahl an Lobbyist*innen, die für Facebook in den USA arbeiten, deutlich gestiegen: von 23 Lobbyist*innen im Jahre 2011&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/lobbyists?cycle=2011&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 72 im Jahre 2019. Interessant ist, dass von den 72 Lobbyist*innen, die 2019 für Facebook arbeiteten, 67 [[Seitenwechsel|Seitenwechsler]] sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/lobbyists?cycle=2019&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls 2011 holte sich Facebook Catherine &amp;quot;Cathie&amp;quot; Martin und Joel D. Kaplan ins Haus. Martin war zuvor im Handelsministerium und im Kommunikationsstab von George W. Bush.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.opensecrets.org/revolving/rev_summary.php?id=76635 Martin, Catherine] OpenSecrets.org, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Kaplan kennt sich, als ehemaliger Assistent für George W. Bush, sehr gut mit den Entscheidungsfindungsprozessen im Weißen Haus aus.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://georgewbush-whitehouse.archives.gov/government/kaplan.html Joel D. Kaplan: White House Deputy Chief of Staff for Policy] The White House, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.opensecrets.org/revolving/rev_summary.php?id=76956 Kaplan, Joel D.] OpenSecrets.org, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook ist also sehr gut mit den politischen Institutionen Washingtons verknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA kann man anhand der Daten des dortigen Lobbyregisters sehen, wie die Lobby-Ausgaben von Facebook rasant ansteigen. Im ersten Quartal 2020 erreichte Facebook eine Höchstmarke mit 5.260.000 $.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://soprweb.senate.gov/index.cfm?event=getFilingDetails&amp;amp;filingID=F2D81986-685C-46D9-88D1-9DCAA19C8605&amp;amp;filingTypeID=51 LOBBYING REPORT Facebook Inc.] senate.gov, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;lptable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width:16%;&amp;quot; |Jahr&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width:16%;&amp;quot; |Lobbyausgaben in den USA (in Dollar)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2020&lt;br /&gt;
|19,68 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2019&lt;br /&gt;
||16,71 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2018&lt;br /&gt;
||12,62 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2017&lt;br /&gt;
||11,51 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2016&lt;br /&gt;
||8,69 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2015&lt;br /&gt;
||9,85 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2014&lt;br /&gt;
||9,34 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2013&lt;br /&gt;
||6,43 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2012&lt;br /&gt;
||3,99 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2011&lt;br /&gt;
||1,35 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2010&lt;br /&gt;
||0,69 Millionen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: US Lobbyregister&amp;lt;ref&amp;gt;http://soprweb.senate.gov/index.cfm?event=processSearchCriteria Query the Lobbying Disclosure Act Database: Facebook] The United States Senate, zuletzt aufgerufen am 03.05.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 2017 trat Facebook als Geldgeber der Conservative Political Action Conference ([[CPAC]]), der jährlich stattfindenden Konferenz konservativer Aktivist*innen in den USA, auf. Angaben der Zeitung Politico zufolge spendete das Unternehmen allein 62.500 Dollar in bar an die CPAC. Zusätzlich bot Facebook auf der Konferenz Schulungen zur Nutzung der Social-Media-Plattform, mit dem Ziel potentielle Wähler*innen besser zu erreichen, an.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.politico.com/story/2017/02/facebook-aid-cpac-courts-conservatives-235256 Facebook to aid CPAC as it courts conservatives], Politico vom 22.02.2017, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem hat Facebook in den USA ein sogenanntes ''Political Action Committee'' (PAC)&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.washingtonpost.com/blogs/post-tech/post/facebook-forms-pac-for-political-donations/2011/09/26/gIQAHhmW0K_blog.html Facebook forms PAC for political donations] Washington Post, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; eingerichtet, das seitdem Wahlkampfspenden an beide großen Parteien in den USA verteilt. Im Jahr 2013 spendete das Facebook-PAC bei Senatswahlen in den US-Bundesstaaten 43,500 $ für die Republikaner und 45,500 $ für die Demokraten&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.adweek.com/socialtimes/fbpac-fec/431401 Facebook Political-Action Committee Adjusts Contributions To Senators Following FEC Inquiry] Social Times vom 08.01.2014, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 2014 erhielten die Republikaner 35.000 $ und die Demokraten 45.500 $&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/pacs/pac2pac.php?cmte=C00502906&amp;amp;cycle=2014 Facebook PAC/Party, Party breakdown 2014] opensecrets, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 2012 kündigten führende US-amerikanische Internetkonzerne, u.a. [[Google]], Facebook, Ebay und Amazon, an einen eigenen Lobbyverband zu gründen. Die so genannte [[The Internet Association]] soll sich nach eigenen Angaben für ein &amp;quot;offenes, innovatives und freies Internet&amp;quot; einsetzen. Sitz der Lobbyorganisation ist Washington. Dort hat der Verband im September 2012 seine Arbeit aufgenommen, um den IT-Konzernen &amp;quot;eine Stimme in Washington&amp;quot; zu geben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article108387816/Google-Facebook-Ebay-und-Amazon-gruenden-Lobby.html Google, Facebook, Ebay und Amazon gründen Lobby], Welt Online, Artikel vom 26.07.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;Als Präsident und Vorsitzender des Lobbyverbandes wurde der langjährige stellvertretende Personalchef des ''Energie- und Handelskomitees'' im US-Kongress und persönliche Berater des Komiteevorsitzenden, [[Michael Beckerman]], benannt. Das ''Energie- und Handelskomitee'' ist in den USA für die Telekommunikations- und Internetgesetzgebung zuständig.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://energycommerce.house.gov/about Committee on Energy and Commerce], abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fallbeispiele und Kritik==&lt;br /&gt;
===Datenskandal 2018: Cambridge Analytica===&lt;br /&gt;
Immer wieder wird Facebook für den Umgang mit den Daten seiner Nutzer*innen kritisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zdf.de/nachrichten/heute/was-macht-facebook-mit-unseren-daten-100.html Was macht Facebook mit unseren Daten?], zdf.de vom 09.07.2019, zuletzt abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser mangelhafte Umgang von Facebook mit den Daten seiner Nutzer*innen hat Auswirkungen auf demokratische Entscheidungsprozesse und kann damit auch zur Bedrohung für Demokratien werden: unter anderem bei den US-Präsidentschaftswahlen 2016 wurde probiert durch Fake News - also bewusste Falschmeldungen -, welche als Werbeanzeigen bei Facebook geschaltet wurden, den Wahlausgang zu beeinflussen. Diese Fake News konnten durch die umfangreichen Daten, die Facebook von seinen Nutzer*innen gespeichert hat, sehr gezielt an bestimmte Zielgruppen gerichtet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/netzwelt/web/us-wahl-2016-wie-soziale-medien-werbung-zu-propaganda-machten-a-1175906.html Wie soziale Medien Werbung zu Propaganda machen], spiegel.de vom 01.11.2017, zuletzt abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Deutlich wird der Umgang mit Nutzer*innendaten auch anhand des Datenskandals rund um Cambridge Analytica.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit März 2018 ist bekannt, dass Cambridge Analytica – ein britisches Datenalayse-Unternehmen, dass sich auf Wähleranalysen spezialisiert hat – Zugang zu rund 87 Millionen Facebook-Nutzerprofilen hatte&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2018-06/cambridge-analytica-europa-facebook-skandal-nutzer Europäische Nutzer angeblich nicht von Facebook-Skandal betroffen], Zeit.de vom 25.06.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;: Im Rahmen einer Teilnahme an der Umfrage-App „thisisyourdigitallife“ sind Daten von Facebook-Nutzer*innen erhoben worden und an Cambridge Analytica weitergegeben worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutschlandfunk.de/facebook-skandal-kreis-der-betroffenen-koennte-noch.697.de.html?dram:article_id=414837 Kreis der Betroffenen könnte noch größer sein], Deutschlandfunk.de vom 05.04.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook musste sich daraufhin vor dem US-Kongress (Committee on Commerce, Science and Transportation&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.commerce.senate.gov/public/_cache/files/9d8e069d-2670-4530-bcdc-d3a63a8831c4/7C8DE61421D13E86FC6855CC2EA7AEA7.senate-commerce-committee-combined-qfrs-06.11.2018.pdf Hearing: Facebook, Social Media Privacy, and the Use and Abuse of Data], U.S. Senate Committee On Commerce, Science &amp;amp; Transportation vom 08.06.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und Committee on Energy and Commerce&amp;lt;ref&amp;gt;[https://docs.house.gov/meetings/IF/IF00/20180411/108090/HHRG-115-IF00-Wstate-ZuckerbergM-20180411.pdf Hearing before the United State House of Representatives Committee on Energy and Commerce], U.S. House of Representatives vom 11.04.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;) verteidigen. In einer Stellungnahme im Rahmen der US-Anhörungen räumte Mark Zuckerberg ein, dass die Daten unter anderem für auswärtige Wahlen missbraucht wurden. Zudem entschuldigte er sich für die Fehler, die Facebook unterlaufen sind. So sollen die Nutzer*innendaten unter anderem eine Rolle im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 und bei der Brexit-Kampagne „Vote Leave“ gespielt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.theguardian.com/news/2018/mar/17/cambridge-analytica-facebook-influence-us-election Revealed: 50 million Facebook profiles harvested for Cambridge Analytica in major data breach], Theguardian.com vom 17.03.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch auf europäischer Ebene zog der Datenschutz-Skandal Konsequenzen mit sich: Im Mai kam es zu einem informellen Gespräch zwischen Mark Zuckerberg und Europaabgeordneten. In Folge dessen wurden insgesamt drei Anhörungen im Europäischen Parlament durchgeführt, um den Datenmissbrauch aufzuklären und mögliche Lösungen zu erarbeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20180530IPR04607/facebook-cambridge-analytica-abgeordnete-untersuchen-datenschutzverletzungen Facebook/Cambridge Analytica: Europaabgeordnete untersuchen Datenschutzverletzungen], Europäisches Parlament vom 31.05.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seit 2011: Lobbyarbeit gegen strikten Datenschutz===&lt;br /&gt;
Bislang ist der Datenschutz in den einzelnen EU-Mitgliedsländern teilweise sehr unterschiedlich. Die frühere EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft [[Viviane Reding]] präsentierte im Januar 2012 den Entwurf einer EU-Datenschutz-Grundverordnung, die eine aus dem Jahr 1995 stammende Richtlinie ersetzen und den Datenschutz in der EU vereinheitlichen soll.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2012:0011:FIN:DE:PDF Vorschlag der Europäischen Kommission für eine Datenschutz-Grundverordnung] KOM (2012) 11&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Gegensatz zur alten Richtlinie, die von den EU-Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt werden musste, wird die Verordnung unmittelbar in allen EU-Mitgliedsstaaten gelten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20130827001047/http://www.jura.uni-passau.de/fileadmin/dateien/fakultaeten/jura/lehrstuehle/hornung/Hornung__Eine_Datenschutz-Grundverordnung_fuer_Europa__ZD_20.pdf Eine Datenschutz-Grundverordnung für Europa?] Gerrit Hornung: Eine Datenschutz-Grundverordnung für Europa? Licht und Schatten im Kommissionsentwurf vom 25.1.2012. Zeitschrift für Datenschutz 3/2012, S. 99-105&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Verordnung sieht einen wesentlich strengeren Datenschutz auf EU-Ebene vor. Eine Neuerung ist zum Beispiel, dass sich Unternehmen, die Nutzer*innen in der EU haben – gleichzeitig aber außerhalb der EU sitzen – ebenfalls an die Verordnung halten müssen. Bisher konnten Beschwerden nur an die Datenschutzbehörde des Landes gerichtet werden, in der das jeweilige Unternehmen sitzt. Im Fall Facebook ist das Irland. Die irische Tochterfirma Facebook Ireland Limited verwaltet die Konten sämtlicher Nutzer weltweit, außerhalb der USA und Kanadas. Damit unterliegen all diese Nutzer*innen den Vorgaben der EU-Datenschutzrichtlinie sowie den irischen Datenschutzgesetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article13779212/Facebook-muss-fuer-Irland-Datenschutz-verbessern.html Facebook muss für Irland Datenschutz verbessern] Welt Online vom 21.12.2011, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der neuen Datenschutzverordnung sollen sich Verbraucher direkt an eine Datenschutzbehörde in ihrem Heimatland wenden können, die die Beschwerde dann an die zuständige Datenschutzbehörde des Landes mit dem Firmensitz weiterleitet und die Korrespondenz übernimmt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sp1&amp;quot;&amp;gt;[http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,811269,00.html EU will über Datenschutz bestimmen] Spiegel Online vom 25.01.2012, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Kampagnen wie [http://www.europe-v-facebook.org/DE/de.html ''europe-v-facebook''] fordern längst einen stärkeren Datenschutz und mehr Bestimmung der Nutzer*innen über ihre Daten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.europe-v-facebook.org/DE/Ziele/ziele.html Ziele vom „europe-v-facebook“]  europe-v-facebook, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Facebook und andere Internetunternehmen betrieben hohe Lobbyanstregungen gegen die geplante Verschärfung des europäischen Datenschutzes.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.tagesschau.de/ausland/eu-datenschutz104.html Was will die EU beim Datenschutz?] tagesschau.de vom 19.07.2013, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook setzte sich unter anderem gegen datenschutzfreundliche Standardeinstellungen und das &amp;quot;Recht auf Vergessen&amp;quot; ein, also das Löschen von Nutzer*innendaten. Laut der zuständigen Justizkommissarin [[Viviane Reding]] wurde die Lobbyarbeit um die Verordnung so „erbittert“ geführt wie sie es noch nie erlebt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.n-tv.de/politik/Blog-deckt-Lobbyeinfluss-auf-article10103291.html EU-Verordnung per &amp;quot;Copy &amp;amp; Paste&amp;quot;, Blog deckt Lobbyeinfluss auf] n-tv vom 12.02.2013, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach mehr als zwei Jahren Diskussion über den Entwurf und tausenden Änderungsanträgen hat das EU-Parlament am 12. März 2014 einer aktuellen Kompromissfassung der Verordnung zugestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein mächtiger Verbündeter von Facebook, [[Google]] und Co. ist die US-Regierung. Diese sprang bereits vor der offiziellen Veröffentlichung des Entwurfs in die Bresche, um die neue Datenschutzverordnung durch intensive Lobbyarbeit zu verhindern.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.europnews.org/2012-01-22-wann-lost-sich-europa-endlich-von-den-usa-usa-torpedieren-eu-datenschutz-verordnung.html USA torpedieren EU-Datenschutz-Verordnung], aufgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Cheflobbyist [[Richard Allan]] hatte im Sommer 2011 einen ersten (vermeintlichen) Erfolg, wie die Kritik umgangen werden kann. Er hat mit Bundesinnenminister [[Hans-Joachim Friedrich]] die Abmachung getroffen, dass Facebook erstmals an einer Initiative zur Selbstverpflichtung von sozialen Netzwerken mitarbeiten werde. Darin sollten &amp;quot;Regelungen zur Datensicherheit, sicheren Identitäten sowie Aspekten des Daten-, Verbraucher- und Jugendschutzes&amp;quot; enthalten sein.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-09/friedrich-facebook-datenschutz Innenminister Friedrich bringt Datenschützer auf die Palme]Zeit-Online vom 8.09.2011 abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses wurde allerdings vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) Schleswig-Holstein Schleswig Holstein kritisiert, da Innenminister für die Kontrolle gar nicht zuständig seien, sondern die Datenschutzbehörden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20140701084834/http://www.datenschutz.de/news/detail/?nid=5078 Weichert: „Innenminister sollte nicht weichspülen, sondern seine Hausaufgaben erledigen“] PM des Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) vom 8.09.2011 abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [http://lobbyplag.eu/ Plattform LobbyPlag] hat aufgedeckt, dass ganze Passagen in den von EU-Parlamentariern eingereichten Änderungsanträgen wortwörtlich aus Lobbypapieren übernommen wurden. Die Plattform vergleicht die Textvorschläge von Lobbyisten mit den Änderungsanträgen von EU-Parlamentariern. Auch Facebook hat in Lobbypapieren ausgearbeitete Textvorschläge eingereicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20150423150822/http://lobbyplag.eu/docs LobbyPlag Documents] LobbyPlag, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Außerdem betreibt Facebook über diverse Verbände, in denen es Mitglied ist, indirekt Lobbyarbeit in Bezug auf die Datenschutzreform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2011: Verdeckte Kampagne gegen Google===&lt;br /&gt;
Facebook betreibt zwar selbst Lobbyarbeit gegen verschärfte Datenschutzbestimmungen, nutzt jedoch gleichzeitig die öffentlichen Debatten zum Thema, um Konkurrenten zu diskreditieren, wie beispielsweise [[Google]]. Hierzu heuerte Facebook, wie im Frühjahr 2011 ans Licht kam, die PR- und Lobbyagentur [[Burson-Marsteller]] an, die daraufhin versuchte unabhängige Blogger anzuwerben, um kritische Berichte zu Googles Umgang mit dem Datenschutz zu lancieren. Einer der angeschriebenen Blogger lehnte das Angebot jedoch ab und veröffentlichte stattdessen die Anfrage von [[Burson-Marsteller]], woraufhin sich die Schmutzkampagne in einen Boomerang verwandelte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/google/facebook-schmutzkampagne-gegen-google-1639096.html Schmutzkampagne gegen Google] FAZ vom 13.05.2011, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Urheberrecht und Patentstreitigkeiten===&lt;br /&gt;
Im Wettstreit mit seinen direkten Konkurrenten - v.a. [[Google]] (insbesondere wegen Googles Plattform Google+) und [[Yahoo]] - versuchen sich die Internetkonzerne Patente zu sichern, um den jeweiligen Konkurrenten so ausstechen zu können. Yahoo klagte pünktlich vor dem Börsengang gegen Facebook wegen Patentverletzungen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.taz.de/!89514/ Patentstreit in USA: Yahoo klagt gegen Facebook] taz vom 13.03.2012, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook rüstete sich hierauf wiederum, indem es von [[IBM]] hunderte Patente kaufte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,823244,00.html Furcht vor Klagen: Facebook deckt sich mit Patenten ein] Spiegel vom 23.03.2012, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Die konkurrierenden Internetkonzerne versuchen sich hierbei auf allen Ebenen einen Vorteil zu verschaffen, wodurch u.a. auch Gesetzesinitiativen oder das Patentrecht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.opensecrets.org/lobby/clientissues.php?id=D000033563&amp;amp;year=2011 Facebook: Issues] OpenSecrets, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Austragungsort des Konkurrenzkampfes werden kann, was wiederum eine demokratische Entscheidungsfindung gefährdet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weitere Lobbystrategien==&lt;br /&gt;
===Individuelle Datenkompetenz vs. Datenschutz-Gesetze===&lt;br /&gt;
Obwohl Facebook über 2,5 aktive Milliarden Nutzer*innen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://investor.fb.com/investor-news/press-release-details/2020/Facebook-Reports-Fourth-Quarter-and-Full-Year-2019-Results/default.aspx Facebook Reports Fourth Quarter and Full Year 2019] Facebook Investor Relations vom 29.01.2020, abgerufen am 02.07.2020&lt;br /&gt;
. Siehe auch [https://www.cnbc.com/2020/01/29/facebook-fb-earnings-q4-2019.html Facebook stock falls after showing 51% rise in expenses], CNBC vom 29.01.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; verfügt (Stand 2019), hat das Unternehmen ein Imageproblem. Besonders der Umgang mit den Nutzer*innendaten sorgte in den letzten Jahren für scharfe Kritik. Das Berliner Facebook-Büro reagiert, in dem es sich öffentlichkeitswirksam zum Thema Datensicherheit engagiert. Facebook beteiligt sich schon seit mehreren Jahren an der Initiative &amp;quot;Deutschland sicher im Netz&amp;quot;. Außerdem betreibt das Unternehmen die Seite [aconnectedlife.info], auf der Nutzer*innen über Datensicherheit im Netz informiert werden und mit der sich Facebook gleichzeitig ein datensensibles Image verpasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um in Deutschland für die Seite zu werben, setzte Facebook auf besondere Botschafter*innen. Auf seiner Facebook-Seite ließ das Unternehmen acht Bundestagsabgeordnete von CDU, SPD und Bündnis 90/ Die Grünen in Kurzvideos zu Wort kommen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.facebook.com/FacebookBerlin Was bedeutetet Datenkompetenz?] Facebook Berlin, April-Mai 2014, abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt; – darunter mehrere Mitglieder des Bundestagsausschusses Digitale Agenda. Versehen mit einer Webadresse von aconnectedlife.com erklären die Politiker*innen darin, was sie unter Datenkompetenz verstehen. Der Inhalt aller Statements ähnelt sich und unterstützt die politische Agenda von Facebook: Nutzer*innen müssten selbst verantwortungsvoll mit ihren Daten umgehen. Wenn den Nutzer*innen die Verantwortung für ihre Daten übertragen wird, sinkt der Bedarf nach gesetzlichen Datenschutzregeln. Genau diese versucht Facebook mit den Stichworten Datenkompetenz und Selbstregulierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Öffentlichkeitsarbeit mit Politikern===&lt;br /&gt;
Facebook geht in Berlin direkt und offensiv auf die Politik zu. Facebook-Schulungen für Bundestagsabgeordnete u.a. der CSU&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2011/lobbying-facebook-style-mogen-sie-das/ Lobbying, Facebook-Style: Mögen Sie das?] netzpolitik.org vom 23.6.2011, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; , ein eigener „Leitfaden für Politiker und Amtsträger“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://de.scribd.com/doc/136194390/Facebook-Leitfaden-fur-Politiker Facebook-Leitfaden für Politiker] Eva-Maria Kirschsieper, 2013, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; oder die „Facebook Berlin Talks“ eignen sich gut um Kontakte zu Politiker*innen aufzubauen und zu pflegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===EU-Lobbying über die US-Regierung===&lt;br /&gt;
Eine ebenfalls wichtige Rolle spielt die US-Regierung, wodurch diese gleich in zweierlei Hinsicht im Fokus der Lobbyarbeit steht. So übt die US-Regierung in vielerlei Hinsicht Druck auf die EU und nationale Regierungen aus, wenn von politischen Entscheidungen US-Konzerne betroffen sind. So geschehen beispielsweise in den Datenschutzvorschriften, bzw. der geplanten Datenschutzverordnung der EU.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.datenschutzbeauftragter-info.de/die-usa-moechten-bei-eu-datenschutzreform-mitreden/ Die USA möchten bei EU-Datenschutzreform mitreden], Datenschutzbeauftragter Info vom 01.03.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobby-Kooperation mit Facebook-Werbekunden===&lt;br /&gt;
Eine weitere Lobbystrategie die Facebook nutzt, ist eine gängige Strategie von Digitalkonzernen: das Unternehmen versucht, in die eigene Lobbyarbeit und Imagewerbung kleine Unternehmen oder Unternehmensgründer einzubinden, die Facebook für ihr Geschäftsmodell bzw. ihre Werbung nutzen. Ein Beispiel dafür war eine Veranstaltung mit einem Hamburger Reiseveranstalter im April 2012. Dazu war auch der Hamburger Oberbürgermeister [[Olaf Scholz]] eingeladen, der Facebook lobte - und sich damit selbst als modern und gründerfreundlich inszenieren konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/lobbyarbeit-zum-ueberleben-facebook-sucht-sich-freunde-in-washington-seite-all/6646278-all.html Facebook sucht sich Freunde in Washington], Handelsblatt online vom 18.5.2012 abgerufen am 02.07.2020. Ausführlicher zu der Hamburger Veranstaltung, aber nicht mehr frei verfügbar: [http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/545024 Ein Gefühl für Wind und Wellen], Süddeutsche Zeitung vom 20.04.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Strategie, kleine Unternehmen für die eigene Lobbyarbeit einzuspannen, haben in der Vergangenheit bereits [[Microsoft]] und  [[Google]] genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Regulierungen und Einleitung von Verfahren als Reaktion auf gestiegene Marktmacht==&lt;br /&gt;
Seit 2012 hat die Facebook Inc. verschiedene andere Unternehmen aus dem digitalen Bereich akquiriert. Zu den bekanntesten dieser Unternehmen gehören Instagram, das im April 2012 für eine Milliarde Dollar übernommen wurde&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/facebook-kauft-instagram-eine-milliarde-dollar-fuer-eine-idee/6493154.html Eine Milliarde Dollar für eine Idee], tagesspiegel.de vom 11.04.2012, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und WhatsApp, welches im Februar 2014 übernommen wurde und Facebook insgesamt 19 Milliarden Dollar kostete.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/facebook-kauft-konkurrenten-whatsapp-fuer-milliardenbetrag-a-954546.html Facebook kauft Konkurrenten WhatsApp], spiegel.de vom 19.02.2014, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Alle drei Dienste gehören zu den meist genutzten sozialen Medien und verzeichnen hohe Nutzer*innenzahlen: Facebook hatte 2019 nach eigenen Angaben 2,5 Milliarden Nutzer*innen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://investor.fb.com/investor-news/press-release-details/2020/Facebook-Reports-Fourth-Quarter-and-Full-Year-2019-Results/default.aspx Facebook Reports Fourth Quarter and Full Year 2019 Results], Facebook Investor vom 29.01.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;, während WhatsApp im Februar 2020 das erste Mal die Grenze von 2 Milliarden Nutzer*innen überschritt&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/285230/umfrage/aktive-nutzer-von-whatsapp-weltweit/ Anzahl der monatlich aktiven Nutzer von WhatsApp weltweit in ausgewählten Monaten von April 2013 bis Februar 2020], statista.de vom 13.02.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;. Instagram wiederum hat 2018 die Marke von 1 Milliarde Nutzer*innen überschritten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://about.instagram.com/blog/announcements/welcome-to-igtv Willkommen bei IGTV], instagram.com vom 20.06.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Angaben der britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) vereint der Konzern rund 70 Prozent der Zeit auf sich, die Menschen mit Sozialen Medien verbringen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2021/marktmacht-facebook-muss-giphy-moeglicherweise-wieder-verkaufen/ Facebook muss Giphy möglicherweise wieder verkaufen], netzpolitik.org vom 16.08.2021, abgerufen am 29.08.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Basierend darauf gibt es Diskussionen um die große Marktmacht, die Facebook im Bereich der sozialen Medien hat und die Gefahren die von so einer Monopolstellung ausgehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/internet/2019-05/facebook-zerschlagung-wahlkampf-monopol-soziale-medien-digitalkonzerne Zerschlagt, was euch kaputt macht], zeit.de vom 21.05.2019, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.welt.de/debatte/kommentare/article175369044/Mark-Zuckerbergs-Werk-Facebook-ein-Monopol-das-zerschlagen-gehoert.html Facebook – ein Monopol, das zerschlagen gehört], welt.de vom 11.04.2018, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbycontrol.de/2020/01/big-tech-big-lobby/ Big Tech, big Lobby], lobbycontrol.de vom 23.01.2020, abgerufen am 27.05.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Insbesondere in den USA, der EU und Deutschland werden Maßnahmen diskutiert und umgesetzt, mit denen die Macht der Konzerne beschränkt und ihre fragwürdigen Geschäftspraktiken unterbunden werden sollen.&lt;br /&gt;
===USA===&lt;br /&gt;
Das Abgeordnetenhaus im amerikanischen Kongress hat am 11. Juni 2021 fünf Gesetzesentwürfe vorgelegt, die es erleichtern könnten, die Internetkonzerne zu zerschlagen und ihnen den Verkauf bestimmter Produkte zu verbieten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/tech-giganten-in-den-usa-marktmacht-soll-begrenzt-werden-17386091-p2.html Amerika knöpft sich seine Tech-Giganten vor], faz.de vom 12.06.2021, abgerufen am 04.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Juni 2021 hat ein US-Gericht eine Klage der US-Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Commission (FTC ) und etwa 40 Bundesstaaten abgewiesen, die Facebook unfairen Wettbewerb vorgeworfen hatten, und die Abspaltung von Instagram und WhatsApp erreichen wollten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/2021-06/usa-gericht-facebook-klage-monopol-handelsbehoerde US-Gericht weist Wettbewerbsklage gegen Facebook ab], zeit.de vom 28.06.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Januar 2022 ist die Wettbewerbsklage im zweiten Anlauf von demselben Gericht angenommen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/us-tech-konzern-kartellklage-gegen-facebook-uebernahmen-von-whatsapp-und-instagram-werden-geprueft/27966444.html?ticket=ST-2153473-cPc6cEheWcZuOScPl3WV-ap6 Kartellklage gegen Facebook: Übernahme von Whatsapp und Instagramm werden geprüft], handelsblatt.com vom 12.01.2022, abgerufen am 16.01.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===EU===&lt;br /&gt;
Mit dem [https://ec.europa.eu/info/strategy/priorities-2019-2024/europe-fit-digital-age/digital-services-act-ensuring-safe-and-accountable-online-environment_de Gesetz über digitale Dienste] will die Europäische Kommission ein besseres Gleichgewicht zwischen Rechten und Verantwortlichkeiten von Nutzern, Plattformen und Behörden herstellen und das Internet sicherer machen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.hss.de/news/detail/eu-will-die-grossen-internetkonzerne-regulieren-news7456/ Ein Rahmen für die digitale Wirtschaft], hss.de vom 06.04.2021, abgerufen am 04.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [https://ec.europa.eu/info/strategy/priorities-2019-2024/europe-fit-digital-age/digital-markets-act-ensuring-fair-and-open-digital-markets_de Gesetz über digitale Märkte] (Digital Markets Act) legt eine Reihe eng definierter objektiver Kriterien für die Einstufung einer großen Online-Plattform als „Gatekeeper“ fest. Diese dürfen gegenüber den von ihnen abhängigen gewerblichen Nutzern und Kunden keine unlauteren Praktiken anwenden, um einen unbilligen Vorteil zu erlangen. Am 24. März 2022 haben sich Europaparlament und Ministerrat auf die endgültige Fassung des Gesetzes geeinigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/digital-markets-act-der-eu-strenge-regeln-fuer-big-tech-unternehmen-17908180.html Die EU legt „Big Tech“ Fesseln an], faz.net vom 25.03.2022, abgerufen an 28.03.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die EU-Kommission hat Anfang Juni 2021 ein Verfahren gegen Facebook eingeleitet, um mögliche Wettbewerbsverstöße beim Kleinanzeigendienst Facebook Marketplace zu prüfen, was der Konzern für unbegründet hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/internet/2021-06/eu-kommission-facebook-marketplace-untersuchung-wettbewerbsvorteil EU-Kommission leitet Untersuchung gegen Facebook ein], zeit.de vom 04.06.2021, abgerufen am 04.07.202&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutschland===&lt;br /&gt;
Im Januar 2021 ist die 10. Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB-Digitalisierungsgesetz) in Kraft getreten. Der Gesetzgeber will damit vor allem die Marktmacht großer Digitalkonzerne wie Amazon beschränken. Insbesondere der neue § 19a GWB sieht neue, weitreichende Eingriffsbefugnisse für das Bundeskartellamt gegenüber „Unternehmen mit überragender marktübergreifender Bedeutung für den Wettbewerb“ vor. Das Bundeskartellamt hatte im Dezember 2020 ein Missbrauchsverfahren gegen Facebook wegen der Verknüpfung von Oculus mit dem Facebook-Netzwerk eingeleitet. Im Januar 2021 weitete das Bundeskartellamt sein Verfahren aus und prüft nun ebenfalls, ob Facebook unter die neuen Regelungen für Unternehmen mit überragender marktübergreifender Bedeutung für den Wettbewerb (§ 19a GWB) fällt und die Verknüpfung der Dienste hieran zu messen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Meldung/DE/Pressemitteilungen/2021/28_01_2021_Facebook_Oculus.html Bundeskartellamt prüft im Facebook/Oculus-Verfahren auch den neuen § 19 a GWB], Pressemitteilung vom 28.01.2021, abgerufen am 04.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende März 2021 hat das Oberlandesgericht Düsseldorf ein Verfahren des Bundeskartellamtes gegen Facebook ausgesetzt und an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) überwiesen, der entscheiden soll, ob das Bundeskartellamt berechtigt ist, Facebook Vorgaben für das Sammeln von Daten zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/eugh-soll-ueber-facebook-entscheiden-17261593.html EuGH soll über Facebook entscheiden], faz.de vom 24.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Reform der internationalen Unternehmensbesteuerung==&lt;br /&gt;
Insbesondere die global operierenden Digitalkonzerne können ihre Gewinne in Staaten mit niedrigen Steuersätzen verlagern und dadurch ihre Effektivsteuern bis auf nahe Null senken, was den Wettbewerb verzerrt und den finanziellen Gestaltungsspielraum der betroffenen Länder vermindert. Die Europazentrale von Facebook hat ihren Sitz in Dublin, wo bisher nur 12,5 % Unternehmenssteuer entrichtet werden. Auch Facebook nutzte jahrelang die Steuervermeidungs-Strategie [https://de.wikipedia.org/wiki/Double_Irish_With_a_Dutch_Sandwich Double Irish With a Dutch Sandwich]. Mark Zuckerberg, Vorstandsvorsitzender von Facebook, zeigte sich schon 2020 offen für eine Reform des globalen Steuersystems, bei dem Technologieunternehmen stärker zur Kasse gebeten werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.trend.at/wirtschaft/facebook-chef-zuckerberg-europa-steuern-11346675 Facebook-Chef will in Europa mehr Steuern zahlen], trend.at vom 14.02.2020, abgerufen am 05.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Vor diesem Hintergrund soll die internationale Unternehmensbesteuerung reformiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der OECD haben sich 131 Staaten (Stand: 5. Juli 2021) auf faire Verteilrechte und einen einheitlichen Mindeststeuersatz von 15 Prozent geeinigt. Am 9./10. Juli haben in Venedig die Finanzminister*innen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, der G20, das Konzept beschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Internationales_Steuerrecht/BEPS/schaedlichen-steuerwettbewerb-bekaempfen.html Reform der internationalen Unternehmenssteuer kommt], bundesfinanzministerium.de vom 10.07.2021, abgerufen am 27.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Besteuerungsrechte sollen tendenziell vom Ort der Produktion dahin gelenkt werden, wo die Produkte vermarktet werden. Dazu soll ein Anteil des Gewinns einer Unternehmensgruppe oder Geschäftssparte den Staaten mittels einer Formel zugeteilt werden. Dabei kommt es nicht darauf an, ob das Unternehmen in dem Staat einen Sitz hat. Neben dem Implementierungsplan der internationalen Staatengemeinschaft beabsichtigt auch die Europäische Kommission, den Prozess eng zu begleiten, um eine zeitnahe und einheitliche Umsetzung innerhalb der Europäischen Union zu gewährleisten. Die Staats- und Regierungschef aus der Gruppe der zwanzig wichtigsten Wirtschaftsnationen (G 20) billigten am 30. Oktober 2021 in Rom das Konzept, auf das sich zuvor 136 Länder verständigt hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/g-20-billigen-konzept-fuer-globale-mindeststeuer-17610977.html G 20 billigen Konzept für globale Mindeststeuer], faz.de vom 30.10.2021, abger¨fen am 31.10.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Reform soll schon im Jahr 2023 in Kraft treten. Für Länder, die bisher stark vom Steuerwettbewerb profitiert haben, sind gewisse Übergangserleichterungen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur, Geschäftsfelder und Finanzen==&lt;br /&gt;
Das Geschäft von Facebook basiert auf der kostenlosen Nutzung der verschiedenen Dienste, welche zur Facebook Inc. gehören. Geld verdient Facebook größtenteils durch Werbung, welche Drittanbieter bei den Diensten von Facebook schalten können: 2019 erzielte Facebook insgesamt 98,5% seiner Umsätze durch Werbung.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/217061/umfrage/umsatz-gewinn-von-facebook-weltweit/ Umsatz und Nettoergebnis von Facebook weltweit in den Jahren 2007 bis 2019], statista.de vom 31.012020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umsatz der Facebook Inc. ist dabei in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Von 12,5 Milliarden Dollar Jahresumsatz 2014&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mediadb.eu/datenbanken/internationale-medienkonzerne/facebook-inc.html#c14811 Facebook, Inc.], mediadb.eu vom 28.04.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 70,6 Milliarden Dollar im Jahr 2019. Der Gewinn betrug 2019 18,5 Milliarden Dollar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://investor.fb.com/investor-news/press-release-details/2020/Facebook-Reports-Fourth-Quarter-and-Full-Year-2019-Results/default.aspx Facebook Reports Fourth Quarter and Full Year 2019 Results], Facebook Investor vom 29.01.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Börsenwert des Unternehmen beträgt 694 Milliarden Dollar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ycharts.com/companies/FB/market_cap Facebook Market Cap], ycharts.com, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; (Stand 08.07.2020)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CEO und bekanntestes Gesicht von Facebook ist der Mitgründer Mark Zuckerberg. Im leitenden Management des Unternehmen sind außerdem Sheryl Sandberg (Chief Operating Officer), Dave Wehner (Chief Financial Officer) und Miker Schroepfer (Chief Technology Officer).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mediadb.eu/datenbanken/internationale-medienkonzerne/facebook-inc.html#c14811 Facebook, Inc.], mediadb.eu vom 28.04.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt beschäftigt Facebook mehr als 44.900 Menschen weltweit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/193372/umfrage/anzahl-der-mitarbeiter-von-facebook-weltweit/ Anzahl der Mitarbeiter von Facebook weltweit in den Jahren 2004 bis 2019], statista.de vom 31.01.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; (Stand 30.01.2020)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterführende Informationen==&lt;br /&gt;
*[https://www.lobbycontrol.de/schwerpunkt/macht-der-digitalkonzerne/ LobbyControl: Macht der Digitalkonzerne]&lt;br /&gt;
*[https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/politik/mindeststeuer-die-15-prozent-revolution-e191257/?sc_src=email_2522714&amp;amp;sc_lid=207379752&amp;amp;sc_uid=DP7Ap9e2ae&amp;amp;sc_llid=44659&amp;amp;utm_medium=email&amp;amp;utm_source=emarsys&amp;amp;utm_content=projekte.sueddeutsche.de%2Fartikel%2Fpolitik%2Fmindeststeuer-die-15-prozent-revolution-e191257&amp;amp;utm_campaign=SZ_am_Morgen_Samstag_030721 Die Revolution der kleinen Zahl - ausführliche Analyse der globalen Mindeststeuer in der Süddeutschen Zeitung vom 2. Juli 2021]&lt;br /&gt;
*[http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Facebook sourcewatch über Facebook]&lt;br /&gt;
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Facebook Wikipedia über Facebook]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{spendenbanner}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:IT &amp;amp; Kommunikation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:EU]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>TorbenB</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lobbypedia.de/w/index.php?title=Facebook&amp;diff=137102</id>
		<title>Facebook</title>
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		<updated>2022-04-25T11:36:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;TorbenB: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{BoxUnternehmen&lt;br /&gt;
| Name             = Facebook&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| Branche          = IT-Branche&lt;br /&gt;
| Geschäftsfelder  = Soziale Netzwerke&lt;br /&gt;
| Hauptsitz        = Menlo Park (Kalifornien)&lt;br /&gt;
| Tochterunternehmen = Irland&lt;br /&gt;
| Gründing         = 2004    &lt;br /&gt;
| Lobbybüro Deutschland = Pariser Platz 4a, 10117 Berlin&lt;br /&gt;
| Lobbybüro EU = Rond Point Schuman 11, 1040 Brussels&lt;br /&gt;
| Homepage         = [http://www.facebook.com facebook.com]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
'''Facebook''' ist eines der bekanntesten sozialen Netzwerke und gehörte bis 2021 der Facebook Inc. mit Sitz im kalifornischen Menlo Park. Die Facebook Inc. wurde 2004 gegründet und ist seit dem 18. Mai 2012 an der Börse.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2012-05/facebook-boersen-gang Ein glanzloser Start an der Börse], zeit.de vom 18.05.2012, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; 2021 benannte sich der Dachkonzern Facebook Inc. in Meta Platforms Inc. um. Zu dieser gehören neben Facebook noch verschiedene digitale Angebote, unter anderem Instagram und WhatsApp.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.statista.com/chart/5194/active-users-of-social-networks-and-messaging-services/ Facebook Inc. Dominates the Social Media Landscape], statista.de vom 03.07.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; 2020 konnte Facebook seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 22 % auf ca. 86 Milliarden Dollar steigern.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://investor.fb.com/investor-news/press-release-details/2021/Facebook-Reports-Fourth-Quarter-and-Full-Year-2020-Results/default.aspx Pressemitteilung vom 27.01.2021], investor.fb.com, abgerufen am 05.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unternehmen hat seine Lobbyarbeit seit 2010 massiv ausgebaut - gerade angesichts verschiedener Datenschutz-Debatten, der Streitigkeiten um Urheberrechtsabkommen wie etwa [[ACTA]], sowie zunehmender Diskussionen um die Marktmacht der großen Digitalkonzerne. Dabei greift das Unternehmen u.a. auf eine bewährte Strategie zurück und heuert ehemalige Politiker/-innen und deren Mitarbeiter/-innen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lobbyarbeit: Struktur und Strategien==&lt;br /&gt;
{{Lobbyplanet-box}}&lt;br /&gt;
Angesichts zunehmender Datenschutz-Debatten&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe auch [http://pamanager.blogspot.com/2011/01/facebook-entdeckt-die-lobbyarbeit.html Facebook entdeckt die Lobbyarbeit], Public Affairs Manager-Blog vom 15.1.2011, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und der Streitigkeiten um Urheberrechtsabkommen, wie ACTA, SOPA und PIPA, baut Facebook seine Lobbyarbeit kontinuierlich aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lobbyarbeit erfolgt auf mehreren Schienen. Zum einen beschäftigt das Unternehmen eigene Lobbyist*innen, um Einfluss auf die jeweiligen Entscheidungsträger zu nehmen. Dafür unterhält Facebook Lobbybüros in den für den Konzern wichtigen Machtzentren, wie beispielsweise Washington, Brüssel, Berlin und anderen Regierungssitzen. Gleichzeitig ist Facebook Mitglied in diversen Verbänden (siehe unten), durch die es indirekt - in Kooperation mit anderen Unternehmen - Lobbyarbeit betreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit weltweit===&lt;br /&gt;
Der britische Ex-Politiker Nick Clegg, ehem. Stellv. Premierminister von Großbritannien und ehem. Parteivorsitzender der Liberaldemokraten (&amp;quot;Liberal Democrats&amp;quot;) ist seit Oktober 2018 Cheflobbyist von Facebook („Head of Global Affairs and Communication“).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/digital/britischer-ex-politiker-nick-clegg-facebooks-neuer-cheflobbyist-gibt-sich-als-ueberzeugter-europaeer-1.4306186 Facebooks neuer Cheflobbyist gibt sich als überzeugter Europäer], sueddeutsche.de vom 29.01.2019, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in Deutschland===&lt;br /&gt;
In Berlin wird Facebook seit dem Frühjahr 2011 von [[Eva Maria Kirschsieper]] vertreten, einer früheren Mitarbeiterin der ehemaligen EU-Abgeordneten [[Erika Mann]] (SPD).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-bekommt-deutsche-Lobbyistin-1207075.html Facebook bekommt deutsche Lobbyistin] Heise vom 14.03.2011, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Kirschsieper ist Mitglied des SPD-nahestehenden Vereins D64.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://d-64.org/verein/mitglieder/ D64-Mitglieder] D64, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Ferner heuerte Facebook den promovierten Rechtsanwalt und PR-Berater [[Gunnar Bender]] an, der von April 2012 bis Mitte 2014 die eigens hierfür geschaffene Stelle des &amp;quot;Director Policy&amp;quot; besetzte. Bender arbeitete zuvor in ähnlichen Positionen bei E-Plus, AOL Europe, Time Warner und der Bertelsmann AG.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://winfuture.de/news,67908.html Facebook bereitet Lobby-Offensive in Berlin vor] winfuture vom 01.02.2012, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&lt;br /&gt;
. Siehe auch [http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/gunnar-bender-facebook-ernennt-chef-lobbyisten-fuer-berlin-a-812773.html Facebook ernennt Chef-Lobbyisten für Berlin], Spiegel Online vom 1.2.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Im August 2014 wechselte er zu Bertelsmann zurück, wo er für die Tochterfirma arvato die Leitung der Unternehmenskommunikation übernahm.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://meedia.de/2014/05/26/facebook-lobbyist-gunnar-bender-wechselt-als-kommunikator-zu-arvato/ Facebook-Lobbyist Gunnar Bender wechselt als Kommunikator zu Arvato],  Meedia vom 26.05.2014, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Genaue Daten, wie viel Facebook in Deutschland für Lobbyarbeit ausgibt, liegen leider nicht vor, da es hier - anders als in den USA - kein verpflichtendes und vollständiges [[Lobbyregister]] gibt. Nachdem das Berliner Facebook-Büro mehrere Jahre lang nur mit wenigen Stellen besetzt, eröffnete das Unternehmen im Februar 2016 ein neues größeres Lobbybüro am Potsdamer Platz in Berlin.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/facebook-lobby-offensive-in-berlin-a-1078030.html Lobby-Offensive in Deutschland: Facebook hat Berlin hinzugefügt] Spiegel Online vom 18.2.2016 abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Julia Reuss, Büroleiterin der Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), im Bundeskanzleramt, wird ab Ende Februar 2021 Cheflobbyistin (Public Policy Director) für die Region Zentraleuropa.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politik-kommunikation.de/personalwechsel/reuss-kirschsieper-osei-und-rens-neuen-positionen-bei-facebook-447903909 Reuss, Kirschsieper, Osel und Rens in neuen Positionen bei Facebook], politik-kommunikation.de vom 01.02.2021, abgerufen am 10.02.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutschlandfunk.de/neue-facebook-lobbyistin-reuss-lobbycontrol-befuerchtet.2907.de.html?dram:article_id=492374 LobbyControl befürchtet „Schieflage in der Digitalpolitik“], deutschlandfunk.de vom 11.02.2021, abgerufen am 13.02.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu dieser gehören Deutschland, Österreich, die Schweiz, die Benelux-Länder und Zentralosteuropa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland setzt Facebook auf groß angelegte [https://www.lobbycontrol.de/2021/10/facebook-gibt-millionen-fuer-imagewerbung-aus/?pk_campaign=20211101&amp;amp;pk_source=nl Motiv-Kampagnen in Zeitungen und Zeitschriften], um seinen beschädigten Ruf zu verbessern und die Debatte über strengere Regeln für Internetplattformen zu beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unternehmen ist Mitglied in den folgenden Vereinen und Thinktanks:&lt;br /&gt;
*[[AmCham Germany]]&lt;br /&gt;
*[[BITKOM]]&lt;br /&gt;
*Initiative D21&lt;br /&gt;
*Eco Verband der Internetwirtschaft&lt;br /&gt;
*[[Wirtschaftsforum der SPD]]&lt;br /&gt;
*[[Wirtschaftsrat der CDU]]&lt;br /&gt;
*Bundesverband Deutsche Startups&lt;br /&gt;
*Bundesverband Digitale Wirtschaft&lt;br /&gt;
*Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Dienstanbieter&lt;br /&gt;
Quelle: Transparenzregister &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbyregister.bundestag.de/suche/R002228] Transparenzregister Facebook, abgerufen am 25.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in Brüssel===&lt;br /&gt;
{{Lobbyismus_EU-Box}}&lt;br /&gt;
Ende Oktober 2011 eröffnete Facebook ein neues Lobbybüro in Brüssel, das von [[Erika Mann]] geleitet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeit.de/2013/41/privatsphaere-internet-datenschutz/seite-3 Facebooks oberste Lobbyistin in Europa] Zeit vom 10.10.2013, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit Mai 2020 ist die Finnin Aura Salla Cheflobbyistin („Head of EU Affairs“) von Facebook in Brüssel.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://corporateeurope.org/en/2020/10/facebook-friends-lobby-consultants From Facebok friends to lobby consultants], corporateeurope.org vom 22.10.2020, abgerufen am 30.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politico.eu/article/facebook-friendly-new-aura-salla-lobbyist-in-eu-brussels/ Facebook’s top lobbyist sends Brussel a friend request, politico.eu vom 21.12.2020, abgerufen asm 31.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis Februar 2020 arbeitete  Salla für die Beratungsabteilung („Advisory Service“) Inspire, Debate, Engage and Accelerate Action (IDEA) der EU-Kommission. Davor war sie Kabinettsmitglied von Jyrki Katainen, dem damaligen finnischen Vizepräsidenten der EU-Kommission sowie Politikberaterin für hybride Kriegsführung, Cybersecurity und Desinformation für das European Political Strategy Centre (EPS), einer Denkfabrik der EU-Kommission.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Januar 2012 ist Facebook dem freiwilligen Transparenzregister der EU beigetreten. Damals gab der Konzern an, für das Jahr 2011 zwischen 150.000 und 200.000 € für direkte Lobbyarbeit und Interessenvertretung in den Institutionen der EU ausgegeben zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/64755e0fc2a14e46aa9d8646df6f8f19/facebook-ireland-limited Daten der Facebook Inc aus dem EU Transparency Register], lobbyfacts.eu, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Betrag ist über die Jahre kontinuierlich gestiegen und hat 2019 seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. So gab der Konzern für das Finanzjahr 2019 an, zwischen 4,25 und 4,5 Mio. € für Lobbyarbeit in der EU gezahlt zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=28666427835-74 Facebook Ireland Limited] EU-Transparency Register, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ebenfalls gestiegen ist die Anzahl der Lobbyist*innen, die Facebook in Brüssel beschäftigt. Während der Konzern 2013 noch (umgerechnet und gerundet) 4 Vollzeitäquivalent-Personen in Brüssel beschäftigt hat&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/64755e0fc2a14e46aa9d8646df6f8f19/facebook-ireland-limited Daten der Facebook Inc aus dem EU Transparency Register], lobbyfacts.eu, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;, sind es inzwischen (umgerechnet und gerundet) 14 Vollzeitäquivalent-Personen (Stand 02.07.2020).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=28666427835-74 Facebook Ireland Limited] EU-Transparency Register, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch verschiedene Mitgliedschaften, unter anderem in der [[American Chamber of Commerce to the European Union]] und der [[European Internet Foundation]], betreibt Facebook auch indirekte Lobbyarbeit.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=28666427835-74&amp;amp;isListLobbyistView=true Facebook Ireland Limited] Transparency Register, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, Instagram und Whatsapp, erwägt, ihre Dienste in Europa abzuschalten, wenn es keine neue Übereinkunft zum Datenschutz geben sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/internet/2022-02/meta-facebook-instagram-drohung-europa-datenschutz?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F Meta-Konzern bringt Aus von Facebook und Instagram in Europa ins Spiel], zeit.de vom 07.02.2022, abgerufen am 07.02.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn der Konzern keine Daten zwischen Ländern und Regionen mehr transferieren dürfe oder sie nicht mehr unter seinen verschiedenen Diensten und Produkten teilen dürfe, könnte dies Auswirkungen haben auf die Fähigkeit oder auf die Art und Weise, wie Meta seine Dienste oder gezielte Werbung anbieten könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in den USA===&lt;br /&gt;
Seit 2011 stellt Facebook, zusätzlich zu ihrem eigenen Engagement, externe Firmen an, um für ihre Interessen Lobbyarbeit in der amerikanischen Politik zu betreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/hired-firms?cycle=2011&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Während sich 2011 noch drei externe Firmen für die Interessen von Facebook in Washington einsetzten, engagierte der Konzern in den folgenden Jahren zahlreiche weitere Firmen. 2019 arbeiteten 26 Firmen in diesem Kontext für Facebook.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/hired-firms?cycle=2019&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Folglich ist auch die Anzahl an Lobbyist*innen, die für Facebook in den USA arbeiten, deutlich gestiegen: von 23 Lobbyist*innen im Jahre 2011&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/lobbyists?cycle=2011&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 72 im Jahre 2019. Interessant ist, dass von den 72 Lobbyist*innen, die 2019 für Facebook arbeiteten, 67 [[Seitenwechsel|Seitenwechsler]] sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/lobbyists?cycle=2019&amp;amp;id=D000033563 Facebook Inc] OpenSecrets.org, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls 2011 holte sich Facebook Catherine &amp;quot;Cathie&amp;quot; Martin und Joel D. Kaplan ins Haus. Martin war zuvor im Handelsministerium und im Kommunikationsstab von George W. Bush.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.opensecrets.org/revolving/rev_summary.php?id=76635 Martin, Catherine] OpenSecrets.org, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Kaplan kennt sich, als ehemaliger Assistent für George W. Bush, sehr gut mit den Entscheidungsfindungsprozessen im Weißen Haus aus.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://georgewbush-whitehouse.archives.gov/government/kaplan.html Joel D. Kaplan: White House Deputy Chief of Staff for Policy] The White House, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.opensecrets.org/revolving/rev_summary.php?id=76956 Kaplan, Joel D.] OpenSecrets.org, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook ist also sehr gut mit den politischen Institutionen Washingtons verknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA kann man anhand der Daten des dortigen Lobbyregisters sehen, wie die Lobby-Ausgaben von Facebook rasant ansteigen. Im ersten Quartal 2020 erreichte Facebook eine Höchstmarke mit 5.260.000 $.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://soprweb.senate.gov/index.cfm?event=getFilingDetails&amp;amp;filingID=F2D81986-685C-46D9-88D1-9DCAA19C8605&amp;amp;filingTypeID=51 LOBBYING REPORT Facebook Inc.] senate.gov, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;lptable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width:16%;&amp;quot; |Jahr&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width:16%;&amp;quot; |Lobbyausgaben in den USA (in Dollar)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2020&lt;br /&gt;
|19,68 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2019&lt;br /&gt;
||16,71 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2018&lt;br /&gt;
||12,62 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2017&lt;br /&gt;
||11,51 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2016&lt;br /&gt;
||8,69 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2015&lt;br /&gt;
||9,85 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2014&lt;br /&gt;
||9,34 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2013&lt;br /&gt;
||6,43 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2012&lt;br /&gt;
||3,99 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2011&lt;br /&gt;
||1,35 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||2010&lt;br /&gt;
||0,69 Millionen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: US Lobbyregister&amp;lt;ref&amp;gt;http://soprweb.senate.gov/index.cfm?event=processSearchCriteria Query the Lobbying Disclosure Act Database: Facebook] The United States Senate, zuletzt aufgerufen am 03.05.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 2017 trat Facebook als Geldgeber der Conservative Political Action Conference ([[CPAC]]), der jährlich stattfindenden Konferenz konservativer Aktivist*innen in den USA, auf. Angaben der Zeitung Politico zufolge spendete das Unternehmen allein 62.500 Dollar in bar an die CPAC. Zusätzlich bot Facebook auf der Konferenz Schulungen zur Nutzung der Social-Media-Plattform, mit dem Ziel potentielle Wähler*innen besser zu erreichen, an.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.politico.com/story/2017/02/facebook-aid-cpac-courts-conservatives-235256 Facebook to aid CPAC as it courts conservatives], Politico vom 22.02.2017, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem hat Facebook in den USA ein sogenanntes ''Political Action Committee'' (PAC)&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.washingtonpost.com/blogs/post-tech/post/facebook-forms-pac-for-political-donations/2011/09/26/gIQAHhmW0K_blog.html Facebook forms PAC for political donations] Washington Post, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; eingerichtet, das seitdem Wahlkampfspenden an beide großen Parteien in den USA verteilt. Im Jahr 2013 spendete das Facebook-PAC bei Senatswahlen in den US-Bundesstaaten 43,500 $ für die Republikaner und 45,500 $ für die Demokraten&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.adweek.com/socialtimes/fbpac-fec/431401 Facebook Political-Action Committee Adjusts Contributions To Senators Following FEC Inquiry] Social Times vom 08.01.2014, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 2014 erhielten die Republikaner 35.000 $ und die Demokraten 45.500 $&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/pacs/pac2pac.php?cmte=C00502906&amp;amp;cycle=2014 Facebook PAC/Party, Party breakdown 2014] opensecrets, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 2012 kündigten führende US-amerikanische Internetkonzerne, u.a. [[Google]], Facebook, Ebay und Amazon, an einen eigenen Lobbyverband zu gründen. Die so genannte [[The Internet Association]] soll sich nach eigenen Angaben für ein &amp;quot;offenes, innovatives und freies Internet&amp;quot; einsetzen. Sitz der Lobbyorganisation ist Washington. Dort hat der Verband im September 2012 seine Arbeit aufgenommen, um den IT-Konzernen &amp;quot;eine Stimme in Washington&amp;quot; zu geben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article108387816/Google-Facebook-Ebay-und-Amazon-gruenden-Lobby.html Google, Facebook, Ebay und Amazon gründen Lobby], Welt Online, Artikel vom 26.07.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;Als Präsident und Vorsitzender des Lobbyverbandes wurde der langjährige stellvertretende Personalchef des ''Energie- und Handelskomitees'' im US-Kongress und persönliche Berater des Komiteevorsitzenden, [[Michael Beckerman]], benannt. Das ''Energie- und Handelskomitee'' ist in den USA für die Telekommunikations- und Internetgesetzgebung zuständig.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://energycommerce.house.gov/about Committee on Energy and Commerce], abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fallbeispiele und Kritik==&lt;br /&gt;
===Datenskandal 2018: Cambridge Analytica===&lt;br /&gt;
Immer wieder wird Facebook für den Umgang mit den Daten seiner Nutzer*innen kritisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zdf.de/nachrichten/heute/was-macht-facebook-mit-unseren-daten-100.html Was macht Facebook mit unseren Daten?], zdf.de vom 09.07.2019, zuletzt abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser mangelhafte Umgang von Facebook mit den Daten seiner Nutzer*innen hat Auswirkungen auf demokratische Entscheidungsprozesse und kann damit auch zur Bedrohung für Demokratien werden: unter anderem bei den US-Präsidentschaftswahlen 2016 wurde probiert durch Fake News - also bewusste Falschmeldungen -, welche als Werbeanzeigen bei Facebook geschaltet wurden, den Wahlausgang zu beeinflussen. Diese Fake News konnten durch die umfangreichen Daten, die Facebook von seinen Nutzer*innen gespeichert hat, sehr gezielt an bestimmte Zielgruppen gerichtet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/netzwelt/web/us-wahl-2016-wie-soziale-medien-werbung-zu-propaganda-machten-a-1175906.html Wie soziale Medien Werbung zu Propaganda machen], spiegel.de vom 01.11.2017, zuletzt abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Deutlich wird der Umgang mit Nutzer*innendaten auch anhand des Datenskandals rund um Cambridge Analytica.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit März 2018 ist bekannt, dass Cambridge Analytica – ein britisches Datenalayse-Unternehmen, dass sich auf Wähleranalysen spezialisiert hat – Zugang zu rund 87 Millionen Facebook-Nutzerprofilen hatte&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2018-06/cambridge-analytica-europa-facebook-skandal-nutzer Europäische Nutzer angeblich nicht von Facebook-Skandal betroffen], Zeit.de vom 25.06.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;: Im Rahmen einer Teilnahme an der Umfrage-App „thisisyourdigitallife“ sind Daten von Facebook-Nutzer*innen erhoben worden und an Cambridge Analytica weitergegeben worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutschlandfunk.de/facebook-skandal-kreis-der-betroffenen-koennte-noch.697.de.html?dram:article_id=414837 Kreis der Betroffenen könnte noch größer sein], Deutschlandfunk.de vom 05.04.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook musste sich daraufhin vor dem US-Kongress (Committee on Commerce, Science and Transportation&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.commerce.senate.gov/public/_cache/files/9d8e069d-2670-4530-bcdc-d3a63a8831c4/7C8DE61421D13E86FC6855CC2EA7AEA7.senate-commerce-committee-combined-qfrs-06.11.2018.pdf Hearing: Facebook, Social Media Privacy, and the Use and Abuse of Data], U.S. Senate Committee On Commerce, Science &amp;amp; Transportation vom 08.06.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und Committee on Energy and Commerce&amp;lt;ref&amp;gt;[https://docs.house.gov/meetings/IF/IF00/20180411/108090/HHRG-115-IF00-Wstate-ZuckerbergM-20180411.pdf Hearing before the United State House of Representatives Committee on Energy and Commerce], U.S. House of Representatives vom 11.04.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;) verteidigen. In einer Stellungnahme im Rahmen der US-Anhörungen räumte Mark Zuckerberg ein, dass die Daten unter anderem für auswärtige Wahlen missbraucht wurden. Zudem entschuldigte er sich für die Fehler, die Facebook unterlaufen sind. So sollen die Nutzer*innendaten unter anderem eine Rolle im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 und bei der Brexit-Kampagne „Vote Leave“ gespielt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.theguardian.com/news/2018/mar/17/cambridge-analytica-facebook-influence-us-election Revealed: 50 million Facebook profiles harvested for Cambridge Analytica in major data breach], Theguardian.com vom 17.03.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch auf europäischer Ebene zog der Datenschutz-Skandal Konsequenzen mit sich: Im Mai kam es zu einem informellen Gespräch zwischen Mark Zuckerberg und Europaabgeordneten. In Folge dessen wurden insgesamt drei Anhörungen im Europäischen Parlament durchgeführt, um den Datenmissbrauch aufzuklären und mögliche Lösungen zu erarbeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20180530IPR04607/facebook-cambridge-analytica-abgeordnete-untersuchen-datenschutzverletzungen Facebook/Cambridge Analytica: Europaabgeordnete untersuchen Datenschutzverletzungen], Europäisches Parlament vom 31.05.2018, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seit 2011: Lobbyarbeit gegen strikten Datenschutz===&lt;br /&gt;
Bislang ist der Datenschutz in den einzelnen EU-Mitgliedsländern teilweise sehr unterschiedlich. Die frühere EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft [[Viviane Reding]] präsentierte im Januar 2012 den Entwurf einer EU-Datenschutz-Grundverordnung, die eine aus dem Jahr 1995 stammende Richtlinie ersetzen und den Datenschutz in der EU vereinheitlichen soll.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2012:0011:FIN:DE:PDF Vorschlag der Europäischen Kommission für eine Datenschutz-Grundverordnung] KOM (2012) 11&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Gegensatz zur alten Richtlinie, die von den EU-Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt werden musste, wird die Verordnung unmittelbar in allen EU-Mitgliedsstaaten gelten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20130827001047/http://www.jura.uni-passau.de/fileadmin/dateien/fakultaeten/jura/lehrstuehle/hornung/Hornung__Eine_Datenschutz-Grundverordnung_fuer_Europa__ZD_20.pdf Eine Datenschutz-Grundverordnung für Europa?] Gerrit Hornung: Eine Datenschutz-Grundverordnung für Europa? Licht und Schatten im Kommissionsentwurf vom 25.1.2012. Zeitschrift für Datenschutz 3/2012, S. 99-105&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Verordnung sieht einen wesentlich strengeren Datenschutz auf EU-Ebene vor. Eine Neuerung ist zum Beispiel, dass sich Unternehmen, die Nutzer*innen in der EU haben – gleichzeitig aber außerhalb der EU sitzen – ebenfalls an die Verordnung halten müssen. Bisher konnten Beschwerden nur an die Datenschutzbehörde des Landes gerichtet werden, in der das jeweilige Unternehmen sitzt. Im Fall Facebook ist das Irland. Die irische Tochterfirma Facebook Ireland Limited verwaltet die Konten sämtlicher Nutzer weltweit, außerhalb der USA und Kanadas. Damit unterliegen all diese Nutzer*innen den Vorgaben der EU-Datenschutzrichtlinie sowie den irischen Datenschutzgesetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article13779212/Facebook-muss-fuer-Irland-Datenschutz-verbessern.html Facebook muss für Irland Datenschutz verbessern] Welt Online vom 21.12.2011, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der neuen Datenschutzverordnung sollen sich Verbraucher direkt an eine Datenschutzbehörde in ihrem Heimatland wenden können, die die Beschwerde dann an die zuständige Datenschutzbehörde des Landes mit dem Firmensitz weiterleitet und die Korrespondenz übernimmt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sp1&amp;quot;&amp;gt;[http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,811269,00.html EU will über Datenschutz bestimmen] Spiegel Online vom 25.01.2012, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Kampagnen wie [http://www.europe-v-facebook.org/DE/de.html ''europe-v-facebook''] fordern längst einen stärkeren Datenschutz und mehr Bestimmung der Nutzer*innen über ihre Daten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.europe-v-facebook.org/DE/Ziele/ziele.html Ziele vom „europe-v-facebook“]  europe-v-facebook, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Facebook und andere Internetunternehmen betrieben hohe Lobbyanstregungen gegen die geplante Verschärfung des europäischen Datenschutzes.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.tagesschau.de/ausland/eu-datenschutz104.html Was will die EU beim Datenschutz?] tagesschau.de vom 19.07.2013, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook setzte sich unter anderem gegen datenschutzfreundliche Standardeinstellungen und das &amp;quot;Recht auf Vergessen&amp;quot; ein, also das Löschen von Nutzer*innendaten. Laut der zuständigen Justizkommissarin [[Viviane Reding]] wurde die Lobbyarbeit um die Verordnung so „erbittert“ geführt wie sie es noch nie erlebt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.n-tv.de/politik/Blog-deckt-Lobbyeinfluss-auf-article10103291.html EU-Verordnung per &amp;quot;Copy &amp;amp; Paste&amp;quot;, Blog deckt Lobbyeinfluss auf] n-tv vom 12.02.2013, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach mehr als zwei Jahren Diskussion über den Entwurf und tausenden Änderungsanträgen hat das EU-Parlament am 12. März 2014 einer aktuellen Kompromissfassung der Verordnung zugestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein mächtiger Verbündeter von Facebook, [[Google]] und Co. ist die US-Regierung. Diese sprang bereits vor der offiziellen Veröffentlichung des Entwurfs in die Bresche, um die neue Datenschutzverordnung durch intensive Lobbyarbeit zu verhindern.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.europnews.org/2012-01-22-wann-lost-sich-europa-endlich-von-den-usa-usa-torpedieren-eu-datenschutz-verordnung.html USA torpedieren EU-Datenschutz-Verordnung], aufgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Cheflobbyist [[Richard Allan]] hatte im Sommer 2011 einen ersten (vermeintlichen) Erfolg, wie die Kritik umgangen werden kann. Er hat mit Bundesinnenminister [[Hans-Joachim Friedrich]] die Abmachung getroffen, dass Facebook erstmals an einer Initiative zur Selbstverpflichtung von sozialen Netzwerken mitarbeiten werde. Darin sollten &amp;quot;Regelungen zur Datensicherheit, sicheren Identitäten sowie Aspekten des Daten-, Verbraucher- und Jugendschutzes&amp;quot; enthalten sein.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-09/friedrich-facebook-datenschutz Innenminister Friedrich bringt Datenschützer auf die Palme]Zeit-Online vom 8.09.2011 abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses wurde allerdings vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) Schleswig-Holstein Schleswig Holstein kritisiert, da Innenminister für die Kontrolle gar nicht zuständig seien, sondern die Datenschutzbehörden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20140701084834/http://www.datenschutz.de/news/detail/?nid=5078 Weichert: „Innenminister sollte nicht weichspülen, sondern seine Hausaufgaben erledigen“] PM des Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) vom 8.09.2011 abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [http://lobbyplag.eu/ Plattform LobbyPlag] hat aufgedeckt, dass ganze Passagen in den von EU-Parlamentariern eingereichten Änderungsanträgen wortwörtlich aus Lobbypapieren übernommen wurden. Die Plattform vergleicht die Textvorschläge von Lobbyisten mit den Änderungsanträgen von EU-Parlamentariern. Auch Facebook hat in Lobbypapieren ausgearbeitete Textvorschläge eingereicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20150423150822/http://lobbyplag.eu/docs LobbyPlag Documents] LobbyPlag, aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Außerdem betreibt Facebook über diverse Verbände, in denen es Mitglied ist, indirekt Lobbyarbeit in Bezug auf die Datenschutzreform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2011: Verdeckte Kampagne gegen Google===&lt;br /&gt;
Facebook betreibt zwar selbst Lobbyarbeit gegen verschärfte Datenschutzbestimmungen, nutzt jedoch gleichzeitig die öffentlichen Debatten zum Thema, um Konkurrenten zu diskreditieren, wie beispielsweise [[Google]]. Hierzu heuerte Facebook, wie im Frühjahr 2011 ans Licht kam, die PR- und Lobbyagentur [[Burson-Marsteller]] an, die daraufhin versuchte unabhängige Blogger anzuwerben, um kritische Berichte zu Googles Umgang mit dem Datenschutz zu lancieren. Einer der angeschriebenen Blogger lehnte das Angebot jedoch ab und veröffentlichte stattdessen die Anfrage von [[Burson-Marsteller]], woraufhin sich die Schmutzkampagne in einen Boomerang verwandelte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/google/facebook-schmutzkampagne-gegen-google-1639096.html Schmutzkampagne gegen Google] FAZ vom 13.05.2011, zuletzt abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Urheberrecht und Patentstreitigkeiten===&lt;br /&gt;
Im Wettstreit mit seinen direkten Konkurrenten - v.a. [[Google]] (insbesondere wegen Googles Plattform Google+) und [[Yahoo]] - versuchen sich die Internetkonzerne Patente zu sichern, um den jeweiligen Konkurrenten so ausstechen zu können. Yahoo klagte pünktlich vor dem Börsengang gegen Facebook wegen Patentverletzungen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.taz.de/!89514/ Patentstreit in USA: Yahoo klagt gegen Facebook] taz vom 13.03.2012, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Facebook rüstete sich hierauf wiederum, indem es von [[IBM]] hunderte Patente kaufte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,823244,00.html Furcht vor Klagen: Facebook deckt sich mit Patenten ein] Spiegel vom 23.03.2012, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Die konkurrierenden Internetkonzerne versuchen sich hierbei auf allen Ebenen einen Vorteil zu verschaffen, wodurch u.a. auch Gesetzesinitiativen oder das Patentrecht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.opensecrets.org/lobby/clientissues.php?id=D000033563&amp;amp;year=2011 Facebook: Issues] OpenSecrets, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Austragungsort des Konkurrenzkampfes werden kann, was wiederum eine demokratische Entscheidungsfindung gefährdet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weitere Lobbystrategien==&lt;br /&gt;
===Individuelle Datenkompetenz vs. Datenschutz-Gesetze===&lt;br /&gt;
Obwohl Facebook über 2,5 aktive Milliarden Nutzer*innen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://investor.fb.com/investor-news/press-release-details/2020/Facebook-Reports-Fourth-Quarter-and-Full-Year-2019-Results/default.aspx Facebook Reports Fourth Quarter and Full Year 2019] Facebook Investor Relations vom 29.01.2020, abgerufen am 02.07.2020&lt;br /&gt;
. Siehe auch [https://www.cnbc.com/2020/01/29/facebook-fb-earnings-q4-2019.html Facebook stock falls after showing 51% rise in expenses], CNBC vom 29.01.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; verfügt (Stand 2019), hat das Unternehmen ein Imageproblem. Besonders der Umgang mit den Nutzer*innendaten sorgte in den letzten Jahren für scharfe Kritik. Das Berliner Facebook-Büro reagiert, in dem es sich öffentlichkeitswirksam zum Thema Datensicherheit engagiert. Facebook beteiligt sich schon seit mehreren Jahren an der Initiative &amp;quot;Deutschland sicher im Netz&amp;quot;. Außerdem betreibt das Unternehmen die Seite [aconnectedlife.info], auf der Nutzer*innen über Datensicherheit im Netz informiert werden und mit der sich Facebook gleichzeitig ein datensensibles Image verpasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um in Deutschland für die Seite zu werben, setzte Facebook auf besondere Botschafter*innen. Auf seiner Facebook-Seite ließ das Unternehmen acht Bundestagsabgeordnete von CDU, SPD und Bündnis 90/ Die Grünen in Kurzvideos zu Wort kommen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.facebook.com/FacebookBerlin Was bedeutetet Datenkompetenz?] Facebook Berlin, April-Mai 2014, abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt; – darunter mehrere Mitglieder des Bundestagsausschusses Digitale Agenda. Versehen mit einer Webadresse von aconnectedlife.com erklären die Politiker*innen darin, was sie unter Datenkompetenz verstehen. Der Inhalt aller Statements ähnelt sich und unterstützt die politische Agenda von Facebook: Nutzer*innen müssten selbst verantwortungsvoll mit ihren Daten umgehen. Wenn den Nutzer*innen die Verantwortung für ihre Daten übertragen wird, sinkt der Bedarf nach gesetzlichen Datenschutzregeln. Genau diese versucht Facebook mit den Stichworten Datenkompetenz und Selbstregulierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Öffentlichkeitsarbeit mit Politikern===&lt;br /&gt;
Facebook geht in Berlin direkt und offensiv auf die Politik zu. Facebook-Schulungen für Bundestagsabgeordnete u.a. der CSU&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2011/lobbying-facebook-style-mogen-sie-das/ Lobbying, Facebook-Style: Mögen Sie das?] netzpolitik.org vom 23.6.2011, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; , ein eigener „Leitfaden für Politiker und Amtsträger“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://de.scribd.com/doc/136194390/Facebook-Leitfaden-fur-Politiker Facebook-Leitfaden für Politiker] Eva-Maria Kirschsieper, 2013, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; oder die „Facebook Berlin Talks“ eignen sich gut um Kontakte zu Politiker*innen aufzubauen und zu pflegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===EU-Lobbying über die US-Regierung===&lt;br /&gt;
Eine ebenfalls wichtige Rolle spielt die US-Regierung, wodurch diese gleich in zweierlei Hinsicht im Fokus der Lobbyarbeit steht. So übt die US-Regierung in vielerlei Hinsicht Druck auf die EU und nationale Regierungen aus, wenn von politischen Entscheidungen US-Konzerne betroffen sind. So geschehen beispielsweise in den Datenschutzvorschriften, bzw. der geplanten Datenschutzverordnung der EU.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.datenschutzbeauftragter-info.de/die-usa-moechten-bei-eu-datenschutzreform-mitreden/ Die USA möchten bei EU-Datenschutzreform mitreden], Datenschutzbeauftragter Info vom 01.03.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobby-Kooperation mit Facebook-Werbekunden===&lt;br /&gt;
Eine weitere Lobbystrategie die Facebook nutzt, ist eine gängige Strategie von Digitalkonzernen: das Unternehmen versucht, in die eigene Lobbyarbeit und Imagewerbung kleine Unternehmen oder Unternehmensgründer einzubinden, die Facebook für ihr Geschäftsmodell bzw. ihre Werbung nutzen. Ein Beispiel dafür war eine Veranstaltung mit einem Hamburger Reiseveranstalter im April 2012. Dazu war auch der Hamburger Oberbürgermeister [[Olaf Scholz]] eingeladen, der Facebook lobte - und sich damit selbst als modern und gründerfreundlich inszenieren konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/lobbyarbeit-zum-ueberleben-facebook-sucht-sich-freunde-in-washington-seite-all/6646278-all.html Facebook sucht sich Freunde in Washington], Handelsblatt online vom 18.5.2012 abgerufen am 02.07.2020. Ausführlicher zu der Hamburger Veranstaltung, aber nicht mehr frei verfügbar: [http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/545024 Ein Gefühl für Wind und Wellen], Süddeutsche Zeitung vom 20.04.2012, abgerufen am 02.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Strategie, kleine Unternehmen für die eigene Lobbyarbeit einzuspannen, haben in der Vergangenheit bereits [[Microsoft]] und  [[Google]] genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Regulierungen und Einleitung von Verfahren als Reaktion auf gestiegene Marktmacht==&lt;br /&gt;
Seit 2012 hat die Facebook Inc. verschiedene andere Unternehmen aus dem digitalen Bereich akquiriert. Zu den bekanntesten dieser Unternehmen gehören Instagram, das im April 2012 für eine Milliarde Dollar übernommen wurde&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/facebook-kauft-instagram-eine-milliarde-dollar-fuer-eine-idee/6493154.html Eine Milliarde Dollar für eine Idee], tagesspiegel.de vom 11.04.2012, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und WhatsApp, welches im Februar 2014 übernommen wurde und Facebook insgesamt 19 Milliarden Dollar kostete.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/facebook-kauft-konkurrenten-whatsapp-fuer-milliardenbetrag-a-954546.html Facebook kauft Konkurrenten WhatsApp], spiegel.de vom 19.02.2014, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Alle drei Dienste gehören zu den meist genutzten sozialen Medien und verzeichnen hohe Nutzer*innenzahlen: Facebook hatte 2019 nach eigenen Angaben 2,5 Milliarden Nutzer*innen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://investor.fb.com/investor-news/press-release-details/2020/Facebook-Reports-Fourth-Quarter-and-Full-Year-2019-Results/default.aspx Facebook Reports Fourth Quarter and Full Year 2019 Results], Facebook Investor vom 29.01.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;, während WhatsApp im Februar 2020 das erste Mal die Grenze von 2 Milliarden Nutzer*innen überschritt&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/285230/umfrage/aktive-nutzer-von-whatsapp-weltweit/ Anzahl der monatlich aktiven Nutzer von WhatsApp weltweit in ausgewählten Monaten von April 2013 bis Februar 2020], statista.de vom 13.02.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;. Instagram wiederum hat 2018 die Marke von 1 Milliarde Nutzer*innen überschritten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://about.instagram.com/blog/announcements/welcome-to-igtv Willkommen bei IGTV], instagram.com vom 20.06.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Angaben der britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) vereint der Konzern rund 70 Prozent der Zeit auf sich, die Menschen mit Sozialen Medien verbringen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2021/marktmacht-facebook-muss-giphy-moeglicherweise-wieder-verkaufen/ Facebook muss Giphy möglicherweise wieder verkaufen], netzpolitik.org vom 16.08.2021, abgerufen am 29.08.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Basierend darauf gibt es Diskussionen um die große Marktmacht, die Facebook im Bereich der sozialen Medien hat und die Gefahren die von so einer Monopolstellung ausgehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/internet/2019-05/facebook-zerschlagung-wahlkampf-monopol-soziale-medien-digitalkonzerne Zerschlagt, was euch kaputt macht], zeit.de vom 21.05.2019, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.welt.de/debatte/kommentare/article175369044/Mark-Zuckerbergs-Werk-Facebook-ein-Monopol-das-zerschlagen-gehoert.html Facebook – ein Monopol, das zerschlagen gehört], welt.de vom 11.04.2018, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbycontrol.de/2020/01/big-tech-big-lobby/ Big Tech, big Lobby], lobbycontrol.de vom 23.01.2020, abgerufen am 27.05.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Insbesondere in den USA, der EU und Deutschland werden Maßnahmen diskutiert und umgesetzt, mit denen die Macht der Konzerne beschränkt und ihre fragwürdigen Geschäftspraktiken unterbunden werden sollen.&lt;br /&gt;
===USA===&lt;br /&gt;
Das Abgeordnetenhaus im amerikanischen Kongress hat am 11. Juni 2021 fünf Gesetzesentwürfe vorgelegt, die es erleichtern könnten, die Internetkonzerne zu zerschlagen und ihnen den Verkauf bestimmter Produkte zu verbieten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/tech-giganten-in-den-usa-marktmacht-soll-begrenzt-werden-17386091-p2.html Amerika knöpft sich seine Tech-Giganten vor], faz.de vom 12.06.2021, abgerufen am 04.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Juni 2021 hat ein US-Gericht eine Klage der US-Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Commission (FTC ) und etwa 40 Bundesstaaten abgewiesen, die Facebook unfairen Wettbewerb vorgeworfen hatten, und die Abspaltung von Instagram und WhatsApp erreichen wollten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/2021-06/usa-gericht-facebook-klage-monopol-handelsbehoerde US-Gericht weist Wettbewerbsklage gegen Facebook ab], zeit.de vom 28.06.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Januar 2022 ist die Wettbewerbsklage im zweiten Anlauf von demselben Gericht angenommen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/us-tech-konzern-kartellklage-gegen-facebook-uebernahmen-von-whatsapp-und-instagram-werden-geprueft/27966444.html?ticket=ST-2153473-cPc6cEheWcZuOScPl3WV-ap6 Kartellklage gegen Facebook: Übernahme von Whatsapp und Instagramm werden geprüft], handelsblatt.com vom 12.01.2022, abgerufen am 16.01.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===EU===&lt;br /&gt;
Mit dem [https://ec.europa.eu/info/strategy/priorities-2019-2024/europe-fit-digital-age/digital-services-act-ensuring-safe-and-accountable-online-environment_de Gesetz über digitale Dienste] will die Europäische Kommission ein besseres Gleichgewicht zwischen Rechten und Verantwortlichkeiten von Nutzern, Plattformen und Behörden herstellen und das Internet sicherer machen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.hss.de/news/detail/eu-will-die-grossen-internetkonzerne-regulieren-news7456/ Ein Rahmen für die digitale Wirtschaft], hss.de vom 06.04.2021, abgerufen am 04.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [https://ec.europa.eu/info/strategy/priorities-2019-2024/europe-fit-digital-age/digital-markets-act-ensuring-fair-and-open-digital-markets_de Gesetz über digitale Märkte] (Digital Markets Act) legt eine Reihe eng definierter objektiver Kriterien für die Einstufung einer großen Online-Plattform als „Gatekeeper“ fest. Diese dürfen gegenüber den von ihnen abhängigen gewerblichen Nutzern und Kunden keine unlauteren Praktiken anwenden, um einen unbilligen Vorteil zu erlangen. Am 24. März 2022 haben sich Europaparlament und Ministerrat auf die endgültige Fassung des Gesetzes geeinigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/digital-markets-act-der-eu-strenge-regeln-fuer-big-tech-unternehmen-17908180.html Die EU legt „Big Tech“ Fesseln an], faz.net vom 25.03.2022, abgerufen an 28.03.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die EU-Kommission hat Anfang Juni 2021 ein Verfahren gegen Facebook eingeleitet, um mögliche Wettbewerbsverstöße beim Kleinanzeigendienst Facebook Marketplace zu prüfen, was der Konzern für unbegründet hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/digital/internet/2021-06/eu-kommission-facebook-marketplace-untersuchung-wettbewerbsvorteil EU-Kommission leitet Untersuchung gegen Facebook ein], zeit.de vom 04.06.2021, abgerufen am 04.07.202&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutschland===&lt;br /&gt;
Im Januar 2021 ist die 10. Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB-Digitalisierungsgesetz) in Kraft getreten. Der Gesetzgeber will damit vor allem die Marktmacht großer Digitalkonzerne wie Amazon beschränken. Insbesondere der neue § 19a GWB sieht neue, weitreichende Eingriffsbefugnisse für das Bundeskartellamt gegenüber „Unternehmen mit überragender marktübergreifender Bedeutung für den Wettbewerb“ vor. Das Bundeskartellamt hatte im Dezember 2020 ein Missbrauchsverfahren gegen Facebook wegen der Verknüpfung von Oculus mit dem Facebook-Netzwerk eingeleitet. Im Januar 2021 weitete das Bundeskartellamt sein Verfahren aus und prüft nun ebenfalls, ob Facebook unter die neuen Regelungen für Unternehmen mit überragender marktübergreifender Bedeutung für den Wettbewerb (§ 19a GWB) fällt und die Verknüpfung der Dienste hieran zu messen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Meldung/DE/Pressemitteilungen/2021/28_01_2021_Facebook_Oculus.html Bundeskartellamt prüft im Facebook/Oculus-Verfahren auch den neuen § 19 a GWB], Pressemitteilung vom 28.01.2021, abgerufen am 04.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende März 2021 hat das Oberlandesgericht Düsseldorf ein Verfahren des Bundeskartellamtes gegen Facebook ausgesetzt und an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) überwiesen, der entscheiden soll, ob das Bundeskartellamt berechtigt ist, Facebook Vorgaben für das Sammeln von Daten zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/eugh-soll-ueber-facebook-entscheiden-17261593.html EuGH soll über Facebook entscheiden], faz.de vom 24.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Reform der internationalen Unternehmensbesteuerung==&lt;br /&gt;
Insbesondere die global operierenden Digitalkonzerne können ihre Gewinne in Staaten mit niedrigen Steuersätzen verlagern und dadurch ihre Effektivsteuern bis auf nahe Null senken, was den Wettbewerb verzerrt und den finanziellen Gestaltungsspielraum der betroffenen Länder vermindert. Die Europazentrale von Facebook hat ihren Sitz in Dublin, wo bisher nur 12,5 % Unternehmenssteuer entrichtet werden. Auch Facebook nutzte jahrelang die Steuervermeidungs-Strategie [https://de.wikipedia.org/wiki/Double_Irish_With_a_Dutch_Sandwich Double Irish With a Dutch Sandwich]. Mark Zuckerberg, Vorstandsvorsitzender von Facebook, zeigte sich schon 2020 offen für eine Reform des globalen Steuersystems, bei dem Technologieunternehmen stärker zur Kasse gebeten werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.trend.at/wirtschaft/facebook-chef-zuckerberg-europa-steuern-11346675 Facebook-Chef will in Europa mehr Steuern zahlen], trend.at vom 14.02.2020, abgerufen am 05.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Vor diesem Hintergrund soll die internationale Unternehmensbesteuerung reformiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der OECD haben sich 131 Staaten (Stand: 5. Juli 2021) auf faire Verteilrechte und einen einheitlichen Mindeststeuersatz von 15 Prozent geeinigt. Am 9./10. Juli haben in Venedig die Finanzminister*innen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, der G20, das Konzept beschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Internationales_Steuerrecht/BEPS/schaedlichen-steuerwettbewerb-bekaempfen.html Reform der internationalen Unternehmenssteuer kommt], bundesfinanzministerium.de vom 10.07.2021, abgerufen am 27.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Besteuerungsrechte sollen tendenziell vom Ort der Produktion dahin gelenkt werden, wo die Produkte vermarktet werden. Dazu soll ein Anteil des Gewinns einer Unternehmensgruppe oder Geschäftssparte den Staaten mittels einer Formel zugeteilt werden. Dabei kommt es nicht darauf an, ob das Unternehmen in dem Staat einen Sitz hat. Neben dem Implementierungsplan der internationalen Staatengemeinschaft beabsichtigt auch die Europäische Kommission, den Prozess eng zu begleiten, um eine zeitnahe und einheitliche Umsetzung innerhalb der Europäischen Union zu gewährleisten. Die Staats- und Regierungschef aus der Gruppe der zwanzig wichtigsten Wirtschaftsnationen (G 20) billigten am 30. Oktober 2021 in Rom das Konzept, auf das sich zuvor 136 Länder verständigt hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/g-20-billigen-konzept-fuer-globale-mindeststeuer-17610977.html G 20 billigen Konzept für globale Mindeststeuer], faz.de vom 30.10.2021, abger¨fen am 31.10.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Reform soll schon im Jahr 2023 in Kraft treten. Für Länder, die bisher stark vom Steuerwettbewerb profitiert haben, sind gewisse Übergangserleichterungen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur, Geschäftsfelder und Finanzen==&lt;br /&gt;
Das Geschäft von Facebook basiert auf der kostenlosen Nutzung der verschiedenen Dienste, welche zur Facebook Inc. gehören. Geld verdient Facebook größtenteils durch Werbung, welche Drittanbieter bei den Diensten von Facebook schalten können: 2019 erzielte Facebook insgesamt 98,5% seiner Umsätze durch Werbung.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/217061/umfrage/umsatz-gewinn-von-facebook-weltweit/ Umsatz und Nettoergebnis von Facebook weltweit in den Jahren 2007 bis 2019], statista.de vom 31.012020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umsatz der Facebook Inc. ist dabei in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Von 12,5 Milliarden Dollar Jahresumsatz 2014&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mediadb.eu/datenbanken/internationale-medienkonzerne/facebook-inc.html#c14811 Facebook, Inc.], mediadb.eu vom 28.04.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 70,6 Milliarden Dollar im Jahr 2019. Der Gewinn betrug 2019 18,5 Milliarden Dollar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://investor.fb.com/investor-news/press-release-details/2020/Facebook-Reports-Fourth-Quarter-and-Full-Year-2019-Results/default.aspx Facebook Reports Fourth Quarter and Full Year 2019 Results], Facebook Investor vom 29.01.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Börsenwert des Unternehmen beträgt 694 Milliarden Dollar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ycharts.com/companies/FB/market_cap Facebook Market Cap], ycharts.com, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; (Stand 08.07.2020)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CEO und bekanntestes Gesicht von Facebook ist der Mitgründer Mark Zuckerberg. Im leitenden Management des Unternehmen sind außerdem Sheryl Sandberg (Chief Operating Officer), Dave Wehner (Chief Financial Officer) und Miker Schroepfer (Chief Technology Officer).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mediadb.eu/datenbanken/internationale-medienkonzerne/facebook-inc.html#c14811 Facebook, Inc.], mediadb.eu vom 28.04.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt beschäftigt Facebook mehr als 44.900 Menschen weltweit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/193372/umfrage/anzahl-der-mitarbeiter-von-facebook-weltweit/ Anzahl der Mitarbeiter von Facebook weltweit in den Jahren 2004 bis 2019], statista.de vom 31.01.2020, abgerufen am 09.07.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; (Stand 30.01.2020)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterführende Informationen==&lt;br /&gt;
*[https://www.lobbycontrol.de/schwerpunkt/macht-der-digitalkonzerne/ LobbyControl: Macht der Digitalkonzerne]&lt;br /&gt;
*[https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/politik/mindeststeuer-die-15-prozent-revolution-e191257/?sc_src=email_2522714&amp;amp;sc_lid=207379752&amp;amp;sc_uid=DP7Ap9e2ae&amp;amp;sc_llid=44659&amp;amp;utm_medium=email&amp;amp;utm_source=emarsys&amp;amp;utm_content=projekte.sueddeutsche.de%2Fartikel%2Fpolitik%2Fmindeststeuer-die-15-prozent-revolution-e191257&amp;amp;utm_campaign=SZ_am_Morgen_Samstag_030721 Die Revolution der kleinen Zahl - ausführliche Analyse der globalen Mindeststeuer in der Süddeutschen Zeitung vom 2. Juli 2021]&lt;br /&gt;
*[http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Facebook sourcewatch über Facebook]&lt;br /&gt;
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Facebook Wikipedia über Facebook]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{spendenbanner}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:IT &amp;amp; Kommunikation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:EU]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>TorbenB</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lobbypedia.de/w/index.php?title=Microsoft&amp;diff=137100</id>
		<title>Microsoft</title>
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		<updated>2022-04-25T09:35:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;TorbenB: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{BoxUnternehmen&lt;br /&gt;
| Name             = Microsoft Corporation&lt;br /&gt;
| Logo             = &lt;br /&gt;
| Branche          = Softwareentwicklung&lt;br /&gt;
| Geschäftsfelder  = &lt;br /&gt;
| Hauptsitz             = One Microsoft Way, Redmond WA 98052, USA&lt;br /&gt;
| Lobbybüro Deutschland = Unter den Linden 17, 10117 Berlin&lt;br /&gt;
| Lobbybüro EU = Rue Montoyer 51, 1000 Bruxelles&lt;br /&gt;
| Homepage         = [http://www.microsoft.com microsoft.com]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Microsoft ist mit rund 189.000 Mitarbeitern in 119 Niederlassungen der größte Softwarehersteller weltweit (Stand 2021).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.geekwire.com/2021/microsoft-adds-23k-employees-one-year-growing-14-despite-pandemic-tight-labor-market/ Mitarbeiterentwicklung Microsoft], GeekWire, aufgerufen am 22.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Umsatz im Geschäftsjahr 2021 betrug 168 Mrd. US-Dollar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/155707/umfrage/entwicklung-des-umsatzes-der-microsoft-corporation-seit-dem-geschaeftsjahr-2002/ Umsatzentwicklung Microsoft], Statista, aufgerufen am 22.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Software-Gigant ist Microsoft zum Beispiel an Cyber Security und Datenschutz, aber auch an Künstlicher Intelligenz interessiert und übt sowohl durch eigene Lobbyisten als auch durch Auftragslobbyarbeit und die Mitgliedschaft in zahlreichen Verbänden Einfluss auf die Politik aus. In den letzten Jahren hat Microsoft seine Lobbyarbeit sowohl in den USA als auch in der EU stark ausgeweitet. So brach der Konzern 2019 mit 10,49 Millionen US$ beinahe seinen Rekord für Lobbyausgaben in den Vereinigten Staaten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2013&amp;amp;id=D000000115 Lobbyausgaben USA], OpenSecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und  belegt in Europa hinter Google den zweiten Platz der Tech-Unternehmen in puncto Aufwendungen für Lobbyarbeit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/60239386204445e2b0fb38cada46b204/microsoft-corporation Lobbyausgaben EU], Lobbyfacts.eu vom 27.04.2020, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lobbyarbeit: Struktur und Strategien==&lt;br /&gt;
{{Lobbyplanet-box}}&lt;br /&gt;
Microsoft beschäftigt eigene Lobbyisten in allen für das Unternehmen wichtigen Machtzentren, wie beispielsweise Brüssel, Washington und Berlin. Neben der Lobbyarbeit, die Microsoft direkt betreibt, ist das Unternehmen an zahlreichen Lobby-Koalitionen beteiligt, wie z.B. der [[AmCham EU]], einer Lobbygruppe, die die Interessen von US-Konzernen in der EU vertritt. Außerdem beauftragt Microsoft [[Anwaltskanzleien]] und PR-Agenturen mit Lobbyarbeit und beteiligt sich an Denkfabriken wie dem [[Centre for European Policy Studies]] (CEPS) oder dem [[Transatlantic Policy Network]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die marktbeherrschende Stellung von Microsoft bei PC-Systemen und sein Umgang mit Nutzerdaten haben dem Image des Konzerns geschadet. Mithilfe von [[Astroturfing|Astroturf-Initativen]] oder der Unterstützung von Bildungsprojekten versucht Microsoft seinen Ruf aufzubessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in Deutschland===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im November 2013 wurde in Berlin die neue Hauptstadt-Repräsentanz von Microsoft eröffnet. Cheflobbyist für Microsoft Deutschland ist [[Seitenwechsel|Seitenwechslerin]] Tanja Böhm, die zuvor als Landesbeamtin u.a. Leiterin des Referats Politische Koordinierung Bund-Land-Europa in der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund und Nationale Expertin im Ausschuss der Regionen in Brüssel im Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt war.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://news.microsoft.com/de-de/personalie-tanja-boehm-leitet-corporate-affairs-team-und-hauptstadtrepraesentanz-microsoft-berlin/ Personalie: Tanja Böhm leitet Corporate Affairs Team und Hauptstadtrepräsentanz Microsoft Berlin], Microsoft News vom 22.02.2017, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Um sich herum hat sie ein zwölfköpfiges Team von professionellen Interessenvertreter:innen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.microsoft.com/de-de/berlin/ansprechpartner.aspx Microsoft Ansprechpartner], Microsoft.com, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Microsoft-Repräsentanz steht für einen neuen Typus Berliner Lobbybüros, die sich zugleich an die Öffentlichkeit richtet - einer Verbindung aus Flagship-Store und Lobbyzentrale. Nur die erste von vier Etagen ist für die Lobbyarbeit reserviert. Das Büro umfasst ein eigenes Café, in dem man die neuesten Microsoft-Produkte testen kann sowie einen Veranstaltungsraum, in dem regelmäßig namhafte VertreterInnen der Politik anwesend sind. Im Dezember 2019 sprach hier beispielsweise Ralph Brinkhaus - Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion - im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema &amp;quot;Digitales Deutschland&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.microsoft.com/de-de/berlin/veranstaltungen/digitales-deutschland-brinkhaus.aspx Digitales Deutschland mit Ralph Brinkhaus], Microsoft.de, abgerufen am 25.08.2020 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jährliche finanzielle Aufwändung im Bereich der Interessenvertretung lag in den Jahren 2020/2021 bei 2.650.001 bis 2.660.000 Euro. Damit liegt Microsoft, knapp hinter Google, auf Platz 2 unter den GAFAM Unternehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbyregister.bundestag.de/suche/R002153] Transparenzregister Microsoft, abgerufen am 25.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Microsoft ist Mitglied in den folgenden Verbänden und Thinktanks:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[American Chamber of Commerce in Germany]]&lt;br /&gt;
*[[Atlantik-Brücke]]&lt;br /&gt;
*[[BITKOM]]&lt;br /&gt;
*Bundesverband Deutscher Startups e.V.&lt;br /&gt;
*BVMW Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands e.V.&lt;br /&gt;
*eco - Verband der Internetwirtschaft e.V.&lt;br /&gt;
*Förderkreis der Deutschen Industrie e.V.&lt;br /&gt;
*game - Verband der deutschen Games-Branche e.V. &lt;br /&gt;
*Grüner Wirtschaftsdialog e.V.&lt;br /&gt;
*Handelsverband Deutschland - HDE e.V.&lt;br /&gt;
*Initiative D21 e.V.&lt;br /&gt;
*International Data Spaces e. V.&lt;br /&gt;
*Selbstregulierung Informationswirtschaft e.V.&lt;br /&gt;
*[[Verband der Automobilindustrie]]&lt;br /&gt;
*Verband kommunaler Unternehmen e. V.&lt;br /&gt;
*VDMA e.V.&lt;br /&gt;
*[[Wirtschaftsforum der SPD]]&lt;br /&gt;
*[[Wirtschaftsrat der CDU]]&lt;br /&gt;
*Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. &lt;br /&gt;
*Freiwillige Selbstkontrolle Unterhaltungssoftware GmbH (USK)&lt;br /&gt;
*Netzwerk „Wirtschaftskoalition Daten &amp;amp;nzc; Digitales“&lt;br /&gt;
*Netzwerk &amp;quot;Allianz der Chancen&amp;quot; &lt;br /&gt;
*[[Collegium]]&lt;br /&gt;
Quelle: Transparenzregister&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbyregister.bundestag.de/suche/R002153] Transparenzregister Microsoft, aufgerufen am 25.04.2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit auf EU-Ebene===&lt;br /&gt;
Microsoft betreibt ein eigenes Lobbybüro mit 17 Lobbyist:innen (10 Vollzeitäquivalent) in Brüssel, fünf dieser Interessenvertreter:innen haben einen Hausausweis für das Europäische Parlament. Damit stellt das Unternehmen die größte Lobby-Truppe unter den Tech-Konzernen in Europa. Für Lobbyarbeit gab Microsoft in der EU im Geschäftsjahr 2019 nach eigenen Angaben zwischen 5.000.000€ und 5.250.000€ aus und hat damit sein Budget in Brüssel über die letzten Jahre stetig erhöht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=0801162959-21 Microsoft im Transparenzregister], europa.eu vom 27.04.2020, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; 2014 - also zu Beginn der Juncker Kommission - gab der Konzern dafür noch zwischen 4.500.000€ und 5.000.000€ aus. Damit liegt das Unternehmen im Branchenvergleich vor Facebook und hinter Tech-Gigant Google.Verantwortlicher für die Lobbyarbeit in der EU ist Casper Klynge. Insgesamt sind 15 Personen mit Lobbyarbeit auf EU-Ebene betraut. Microsoft ist seit 2011 - also von Beginn an - im freiwilligen [[Transparenzregister EU|Transparenzregister der EU]] registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein in den ersten acht Monaten des Jahres 2020 trafen sich Vertreter:innen von Microsoft 17 Mal mit Kabinettsmitgliedern und Kommissar:innen. Über die letzten Jahre war es vor allem der*die Kommissar:in für Digitalwirtschaft und den digitalen Binnenmarkt, mit denen der intensivste Kontakt des Unternehmens bestand.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.integritywatch.eu/index.php?oldcommission=1 Treffen mit EU-Kommissionen,] Integritywatch, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Microsoft sind gute Kontakte zu politischen Entscheidungsträgern wichtig, um so die Interessen des Unternehmens in die Entscheidungsabläufe der EU einzubringen. So veranstaltet etwa eine der Lobbyistinnen, [[Dorothee Belz]], den „Salon der Ideen“. Mitglieder in diesem unternehmenseigenen [[Think Tank]] sind unter anderem mehrere Abgeordnete des Europäischen Parlamentes und des Deutschen Bundestages.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ideen-fuer-europa.eu/de/Erasmier/Seiten/Startseite.aspx Mitglieder] Microsoft: Ideen für Europa, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Belz ist neben ihrer Funktion als Vice President von Microsoft Europa auch in der Geschäftsführung des [http://lobbypedia.de/wiki/Wirtschaftsrat_der_CDU Wirtschaftsrates der CDU] tätig, einer Lobbyorganisation von unionsnahen Unternehmern. Im Wirtschaftsrat war sie Vorsitzende der Begleitarbeitsgruppe zur Enquetekommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ideen-fuer-europa.eu/de/Salon/Seiten/gastgeberin.aspx Die Gastgeberin] Microsoft: Ideen für Europa, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indirekt betreibt Microsoft auch über [[Denkfabriken auf internationaler Ebene|Denkfabriken]] und Verbände Lobbyarbeit. So unterstützt das Unternehmen die Denkfabriken [[Centre for European Policy Studies]] (CEPS) und das [[Transatlantic Policy Network]], das sich insbesondere für die Intensivierung der transatlantischen Handelspartnerschaft einsetzt. Microsoft ist zudem unter anderem Mitglied  in den Verbänden [[AmCham EU]] und der [[European Privacy Association]] (EPA).&amp;lt;ref name=&amp;quot;TRMicrosoft&amp;quot;&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=0801162959-21 Microsoft Corporation] Transparency Register, aufgerufen am 04.12.2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem versucht das Unternehmen, Entscheidungen auf EU-Ebene auch über die US-Regierung zu beeinflussen, wie beispielsweise in Kartellverfahren.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://derstandard.at/2602583 US-Regierung leistet Lobbyarbeit für Microsoft gegen EU] Der Standard vom 16.10.2006, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die US-Regierung steht vielen US-Konzernen zur Seite, wenn deren Geschäftsinteressen durch politische Entscheidungen eines anderen Nationalstaates oder der EU nachteilig beeinflusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;lptable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Jahr&lt;br /&gt;
|Lobbyausgaben in Brüssel (in €)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2019&lt;br /&gt;
|5,000,000€ - 5,250,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2018&lt;br /&gt;
|5,000,000€ - 5,250,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2017&lt;br /&gt;
|4,500,000€ - 4,750,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2016&lt;br /&gt;
|4,250,000€ - 4,500,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2015&lt;br /&gt;
|4,250,000€ - 4,500,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2014&lt;br /&gt;
|4,500,000€ - 5,000,000€&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Quelle: LobbyFacts&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/60239386204445e2b0fb38cada46b204/microsoft-corporation Microsoft Corporation], LobbyFacts vom 27.04.2020, zuletzt aufgerufen am 12.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Microsoft ist u.a. Mitglied der folgenden Lobbyverbände und Thinktanks:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[AmCham EU|American Chamber of Commerce to the European Union (AmCham EU)]]&lt;br /&gt;
*American European Community Association (AECA)&lt;br /&gt;
*[[BITKOM]]&lt;br /&gt;
*[[Bruegel]]&lt;br /&gt;
*[[Businesseurope|Business Europe]]&lt;br /&gt;
*Business Software Alliance (BSA)&lt;br /&gt;
*Centre on Regulation in Europe (CERRE)&lt;br /&gt;
*[[Centre for European Policy Studies|CEPS]]&lt;br /&gt;
*Computer and Communications Industry Association (CCIA)&lt;br /&gt;
*Center for European Reform (CER)&lt;br /&gt;
*Danish Energy Association&lt;br /&gt;
*[[DIGITALEUROPE|Digital Europe]]&lt;br /&gt;
*Digital Interoperability Forum&lt;br /&gt;
*EU40 (Network of young Members of the European Parliament)&lt;br /&gt;
*[[European Centre for International Political Economy|European Center for International Political Economy (ECIPE)]]&lt;br /&gt;
*European Digital Media Association (EDIMA)&lt;br /&gt;
*European Emergency Number Association&lt;br /&gt;
*[[European Internet Foundation|European Internet Foundation (EIF)]]&lt;br /&gt;
*European Internet Services Providers Association (EuroISPA)&lt;br /&gt;
*European Justice Forum&lt;br /&gt;
*European Liberal Business Club&lt;br /&gt;
*[[European Services Forum]]&lt;br /&gt;
*European Youth Forum&lt;br /&gt;
*[[Friends of Europe]]&lt;br /&gt;
*German Association for Information Technology, Telecommunication and New Media (BITKOM)&lt;br /&gt;
*German Marshall Fund&lt;br /&gt;
*Interactive Advertising Bureau&lt;br /&gt;
*Interactive Software Federation of Europe (ISFE)&lt;br /&gt;
*International Data Spaces e.V.&lt;br /&gt;
*Science Business&lt;br /&gt;
*[[Transatlantic Policy Network]]&lt;br /&gt;
*Winfried Martens Center&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in den USA===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2019 hat Microsoft 26 PR-Agenturen, Anwaltskanzleien und andere Lobbyfirmen damit beauftragt, die Politik in den USA in einer Vielzahl von Themen zu beeinflussen. Von den 111 Lobbyist:innen, die in diesem Jahr für den Tech-Riesen arbeiteten, handelt es sich bei über 80% um Seitenwechsler.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/lobbyists?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Lobbyists representing Microsoft Corp], OpenSecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Vordergründig wurde das Unternehmen in den Bereichen Telekommunikation, Computer &amp;amp; Informationstechnologie sowie Immigration im Kontext von Visa-Programmen für hochqualifizierte Fachkräfte (H-1B) und solchen, die als Kinder illegal in die USA eingereist sind (DACA), aktiv.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://thehill.com/business-a-lobbying/469874-microsoft-pushes-for-daca-legislation-on-capitol-hill Microsoft pushes for DACA legislation], The Hill vom 11.11.2019, abgerufen am 25.08.2020&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; Im selben Jahr gab der Konzern beinahe so viel Geld für Lobbyarbeit wie im bisherigen Rekordjahr 2013 aus und verfolgt somit einen Trend stetig ansteigender Ausgaben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Microsoft: Total Lobbying Expenditures], Opensecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt überholten die&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; fünf größten Tech-Giganten 2019 die US Chamber of Commerce, die bislang die Akteurin mit den größten Lobbyausgaben darstellte.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.seattletimes.com/business/amazon-and-microsoft-are-among-the-tech-giants-opening-wallets-in-newly-hostile-washington/ Amazon and Microsoft are among the tech giants opening wallets in newly hostile Washington, D.C.], Seattle Times vom 22.01.2020, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;lptable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Jahr&lt;br /&gt;
|Lobbyausgaben in den USA (in US$)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2020&lt;br /&gt;
|9,64 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2019&lt;br /&gt;
|10,26 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2018&lt;br /&gt;
|9,59 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2017&lt;br /&gt;
|8,66 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2016&lt;br /&gt;
|8,71 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2015&lt;br /&gt;
|8,49 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2014&lt;br /&gt;
|8,33 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2013&lt;br /&gt;
|10,49 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Quelle: OpenSecrets&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Microsoft Corporation], OpenSecrets.org, zuletzt aufgerufen am 03.05.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Fallbeispiele und Kritik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Microsoft &amp;amp; Datenschutzverordnungen in Washington===&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die im Mai 2018 in Kraft trat, wurde bereits von verschiedenen Ländern, von Süd Korea bis Kolumbien, in unterschiedlichen Ausprägungen übernommen. Den großen Tech-Firmen wird in den USA bislang jedoch noch deutlich mehr freie Hand gelassen als in Europa. Nichtsdestotrotz gibt es auch dort vermehrt Versuche, sich dem Recht der EU anzunähern. So begannen die Gesetzgeber:innen im Washington State einen Gesetzesvorschlag zum Thema Datenschutz auszuarbeiten, der sich stark auf die DSGVO bezog und sogar ganze Passagen wortwörtlich übernahm. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politico.eu/article/how-lobbyists-rewrote-washington-state-privacy-law-microsoft-amazon-regulation/ How lobbyists rewrote Washington state’s privacy law], Politico.eu vom 26.04.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser sollte ebenfalls das Recht von Kund:innen beinhalten, eine Löschung persönlicher Informationen aus Firmendatenbanken verlangen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine solche Verordnung hätte die Grundlage für stärkere potenzielle nationale US-Datenschutzregeln sein können. Microsoft reagierte auf dieses Szenario allerdings mit einer elfprozentigen Steigerung seiner Lobbyausgaben in Olympia, der Hauptstadt vom Washington State, und spielte laut Aktivist*innen und Abgeordneten eine bedeutende Rolle beim Entwerfen der Verordnung. Die finale Version des Gesetzes beinhaltet im Gegensatz zur europäischen DSGVO die Prämisse, dass Konzerne weiterhin das vorrangige Recht besitzen, persönliche Daten zu sammeln anstatt Kund:innen im Schutz ihrer Daten zu stärken.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politico.eu/article/how-lobbyists-rewrote-washington-state-privacy-law-microsoft-amazon-regulation/ How lobbyists rewrote Washington state’s privacy law], Politico.eu vom 26.04.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Windows als staatliche IT===&lt;br /&gt;
Microsoft hat es nicht nur geschafft, auf dem freien Markt eine Vormachtstellung für sein Betriebssystem zu erlangen, sondern baut stetig seine Monopolstellung innerhalb der Deutschen und Europäischen Verwaltungen und Regierungen mit gezieltem Lobbyismus aus. Expert:innen sprechen hier von einem sogenannten „Lock-In“. Dies bezeichnet eine Situation, in der ein Akteur nur noch mit einer bestimmten Firma Geschäfte machen kann, da sich andere Optionen verschlossen haben. Da digitale Systeme ständig wachsen und immer unabdingbarer werden, geraten Staaten immer tiefer in die Abhängigkeit von Konzernen wie Microsoft. In Folge dieses Arrangements erhält der Konzern oftmals politisches Mitspracherecht und diktiert nicht selten die Vertragsbedingungen, da z.B. tausende Spezialprogramme der Finanzämter und anderer Behörden an Microsoft gebunden sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Schallbruch, der bis 2016 Abteilungsleiter für Informationstechnik und Cybersicherheit der Bundesregierung war, sieht Probleme, die sich in Zukunft noch verstärken werden: „Kontrollfähigkeit und Steuerungsfähigkeit des Staates im Hinblick auf seine eigene IT nimmt immer weiter ab.“ Eine Trennung von staatlicher Verwaltung und Microsoft verschwimmt zunehmend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2018/wie-microsoft-europa-kolonialisiert/ Wie Microsoft Europa kolonisiert], Netzpolitik.org vom 20.02.2018, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Die eigentlich zwingend öffentliche Auftragsausschreibung findet lediglich zwischen verschiedenen Microsoft-Lizenz-Zwischenhändlern statt, und Verträge zwischen Bund und Konzern werden trotz Anfragen nach Informationsfreiheitsgesetz zu ihren Konditionen nur geschwärzt herausgegeben. Entwicklungen wie diese sind vor allem unter dem europäischen Beschaffungs- und Wettbewerbsrecht kritisch zu betrachten. Die EU-Kommission will eigentlich den Einsatz von freier Software fördern, setzt aber ebenfalls auf Microsoft-Produkte. Tatsächlich hat die Kommission selbst einen Rahmenvertrag mit Microsoft, der für alle EU-Institutionen gilt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2018/wie-microsoft-europa-kolonialisiert/ Wie Microsoft Europa kolonisiert], Netzpolitik.org vom 20.02.2018, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Obwohl kostengünstige Open-Source-Alternativen wie Linux längst vorhanden sind, bauen Regierungen weiterhin auf den Monopolisten statt auf Unabhängigkeit. Der Umstieg wäre aufgrund der zugespitzten Lage allerdings mit großem Zeitaufwand und hohen Folgekosten verbunden. Gleichzeitig zahlen die europäischen Staaten und Regierungen jährlich Milliarden an Lizenzgeldern für Microsoft-Produkte an den Konzern (das unabhängige IT-Marktanalyse-Unternehmen Pierre Audoin Consultants geht von zwei Milliarden Euro Umsatz mit dem öffentlichen Sektor Europas im Geschäftsjahr 2016/16 aus).&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; Das Geschäftsmodell des Unternehmens besteht eben darin, Software in Form vom Betriebssystem Windows und Büroprogrammen wie Word, Excel oder Powerpoint als Lizenzprodukt zu verkaufen und hält dabei den zugehörigen („proprietären“) Programmcode geheim. Damit verfolgt der Konzern eine andere Strategie als Tech-Konzerne wie Google, Facebook oder Amazon, die auf Open-Source-Software setzen.&amp;lt;/span&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus sahen sich die staatlichen Behörden Europas Ende 2014 dazu gezwungen, teure Service-Verträge mit Microsoft abzuschließen, da der Konzern die Lieferung von Sicherheits-Updates für die Version „Windows XP“ einstellte, damit dieser weiterhin Sicherheitslücken in seinen alten Programmen schließt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.golem.de/news/open-source-kritik-an-microsoft-monopol-in-der-verwaltung-1704-127217.html Kritik an Microsoft-Monopol in der Verwaltung], Golem.de vom 09.04.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nichtsdestotrotz gibt es sie, die Inseln im Microsoft-Ozean. So stellte die französische Gendarmerie national, aber auch die Stadt München wenigstens kurzweilig auf Open-Source-Alternativen um. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund von engen Verflechtungen der CDU/CSU mit dem US-Konzern (beispielsweise durch Dorothee Belz, die Microsoft Europe bis 2015 als Vizepräsidentin diente und Mitglied im Präsidium des Wirtschaftsrates der Union ist) ruderte letzte jedoch nach wenigen Jahren zurück. Ähnliche Verflechtungen finden sich europaweit. In Italien lenkt eine frühere Microsoft-Managerin die „digitale Transformation“ der Wirtschaftsmetropole Mailand. In Portugal leitete ein Microsoft-Manager die Wahlkampagne des konservativen Präsidenten. In Frankreich verfügt der Konzern gleich über sechs Manager und Berater mit engen Verbindungen zu Ministerien und Politikern. Gleichzeitig arbeiten technische Angestellte von Microsoft direkt in der IT-Verwaltung der Regierung. Mindestens fünf davon verfügen sogar über E-Mail-Adressen, die sie als Regierungsmitarbeiter ausweisen, mit denen sie „direkt in der Verwaltung Lobbyarbeit für Microsoft machen“, wie ein Beamter gegenüber Investigate Europe bestätigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Microsoft und Datenschutz===&lt;br /&gt;
Der kaum zu kontrollierende Transfer von Nutzerdaten in die Microsoft-Cloud bzw. auf Rechner in den USA bereitet Fachleuten schon lange Kopfschmerzen. Sie sehen hierdurch die Datensouveränität in Gefahr und berufen sich in ihrer Kritik auf die Einschätzung niederländischer Behörden, nach der aktuelle Microsoft-Produkte nicht konform sind mit der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Die niederländische Regierung hatte 2018 eine Datenschutzfolgenabschätzung für Microsoft-Produkte durchgeführt, welche notwendig ist, wenn eine Form der Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen zur Folge hat (Art. 35 DS-GVO).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.haufe.de/compliance/management-praxis/monopol-und-datenschutz-probleme-bei-neuer-microsoft-software_230130_485544.html IT-Experten sehen Monopol- und Datenschutzprobleme bei Microsoft-Software], Haufe.de vom 07.03.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei hatte sie zahlreiche Risiken identifiziert und somit festgestellt, dass die Software nicht den Vorgaben der DSGVO genügt. Dazu zählt etwa ein fehlender Überblick über Risiken aufgrund unzureichender Transparenz, illegales Speichern sensibler Daten sowie eine unzureichende Kontrolle über Unterauftragsverarbeiter.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Insbesondere die Bürosoftware von Microsoft und die damit hergestellten Dateien sind das wichtigste Einfallstor für Cyberattacken. Das berichtete das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bereits 2011.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; Die Zahl der Sicherheitslücken in Microsoft-Programmen ist dramatisch. So registrierte das amerikanische „National Institute for Standards and Technology“ für „Mircrosoft Office“ in den drei Jahren bis April 2017 188 Fälle – davon drei Viertel in der schlimmsten Kategorie. Weiterhin unterliegt der Konzern amerikanischem Recht und kann somit jederzeit gezwungen werden, US-Behörden Zugang zu Daten ausländischer Bürger oder Behörden zu verschaffen. Dass dies reale Praxis ist, haben die Enthüllungen Edward Snowdens gezeigt.&amp;lt;/span&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist für europäische Regierungen schwer, zu garantieren, dass Daten privat bleiben, solange sie die Software, mit der sie arbeiten, nicht kontrollieren können. Eine der dramatischsten Sicherheitslücken im Microsoft-System wurde Anfang 2017 durch das Wüten der Schadsoftware WannCry bekannt. Sie ermöglichte dem Trojaner-Virus Nutzerdaten abzufragen und Daten auf betroffenen Computern zu verschlüsseln und befiel neben Privatanwendern auch Computer im Gesundheitswesen wie die von Krankenhäusern. Die Lücke in Windows-Dateifreigaben wurde ebenfalls von der NSA-nahen Equation Group genutzt, wie später bekannt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heise.de/newsticker/meldung/WannaCry-Was-wir-bisher-ueber-die-Ransomware-Attacke-wissen-3713502.html WannaCry: Was wir bisher über die Ransomware-Attacke wissen], Heise.de vom 15.05.2017, aufgerufen am 18.8.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Unterstützung von Bildungsprojekten===&lt;br /&gt;
Microsoft unterstützt zahlreiche Projekte, bei denen Kindergärten, Schulen, Auszubildende, Studierende, Lehrerinnen usw. mit Soft- und Hardware des Unternehmens ausgestattet werden und ihre IT-Kompetenzen gefördert werden sollen. Schulen und Universitäten erhalten Microsoft-Produkte zumeist kostenlos, sodass die Jugendlichen erst gar nicht den Umgang mit anderen Betriebssystem und Programmen lernen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies ist eine Form von [[Lobbyismus an Schulen]] bzw. [[deep lobbying]]. Mit der Microsoft-Bildungsinitiative „Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache“ soll zum Beispiel die frühkindliche Sprachförderung gefördert werden. Initiativen wie diese werden dann als gesellschaftliche Verantwortung verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1037_Ueber_die_Initiative.htm Die Schlaumäuse-Initiative] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings ist die Förderung von Bildungsprojekten keineswegs uneigennützig. Denn die Projekte setzen auf Microsoft-Produkte und stärken die Marktmacht von Microsoft. Sie binden die Jugendlichen nach ihrer Ausbildung an den Konzern und lassen sie den Rest ihres Lebens Lizenzgebühren zahlen. So das Kalkül. Das sei „das klassische Drogendealer-Modell“, urteilt Rufus Pollock vom Zentrum für Informationsrecht der Universität Cambridge. &amp;quot;Bis die Kunden abhängig sind, kriegen sie den Stoff gratis&amp;quot;. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sind auch politisch hilfreich: Sie verbessern das aufgrund seiner Geschäftspraktiken angekratzte Image des Software-Riesen und nutzen der politischen Kontaktpflege, indem Politikerinnen als Schirmherren für Projekte gewonnen oder zu Projektpräsentationen geladen werden&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1234_Schlaumaeuse_Tour_2014.htm Große Deutschland-Tour] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Zusammenhang mit diesen Bemühungen führt Microsoft an, dass das &amp;quot;digitale Lernen&amp;quot; Ende 2013 im Koalitionsvertrag verankert wurde&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1234_Schlaumaeuse_Tour_2014.htm Große Deutschland-Tour] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zur Gründerförderung veranstaltet Microsoft auch den Schüler und Studentenwettbewerb 'Imagine Cup' und betrachtet dieses Engagement als gesellschaftliche Verantwortung&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.microsoft.com/germany/techwiese/techstudent/imagine-cup/default.aspx Imagine Cup - Deine Idee gewinnt!] Microsoft: Tech Student, aufgerufen am 07.08.2015&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
===Astroturf-Kampagne C4C===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für umstrittene Auftragslobbyarbeit ist die Campaign for Creativity (C4C), eine Kampagne, die 2005 für die Einführung von Software-Patenten nach amerikanischem Modell  in der EU kämpfte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://web.archive.org/web/20050310052552/campaignforcreativity.org/camp4creativity/index.htm Campaign for Creativity] Kopie der Campaign for Creativity Website (die Originalwebsite ist nicht mehr online). Aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kampagne war eine sogenannte [[Astroturfing]]-Initiative. Astroturf bedeutet auf Englisch Kunstrasen. Im Kontext von Interessenpolitik wird der Begriff für vermeintliche Bürgerbewegungen verwendet, die tatsächlich von Unternehmen oder Lobbyorganisationen gesteuert oder finanziert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Campaign for Creativity gab vor, Künstlerinnen, Musiker, Designer, Ingenieure und Software-Entwicklerinnen zu vertreten. Sie verschleierte, dass sie tatsächlich eine professionelle politische Kampagne war, die von der Londoner Lobby-Agentur [[Campbell Gentry]] organisiert wurde. Finanziert wurde die Kampagne von unter anderem von Microsoft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbycontrol.de/2005/12/campaign-for-creativity-erhalt-worst-eu-lobbying-award/ “Campaign for Creativity” erhält “Worst EU Lobbying Award”] LobbyControl, 16.12.2005, abgerufen am 23.07.2014 ''und'' [http://www.bpb.de/apuz/32777/grassrootscampaigning-und-chancen-durch-neue-medien?p=all#fr-footnode16 Grassrootscampaigning und Chancen durch neue Medien] Aus Politik und Zeitgeschichte 19/2010, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Patentstreitigkeiten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Microsoft versuchte über den ehemaligen Kommissar für Binnenmarkt, [[Charles McCreevy]], die Debatte über Patentrecht innerhalb der EU-Institutionen zu beeinflussen. McCreevy kommt aus Irland, wo Microsoft seinen Sitz für Europa hat. Irland ist stark von den Investitionen der dort ansässigen IT-Unternehmen abhängig. Microsoft sponserte hierzu eine Kampagne für die irische Ratspräsidentschaft, während McCreevy noch Finanzminister war.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://archive.corporateeurope.org/lobbycracy/C4Cbackground2.html The lobbying battle over the EU software patents directive] Corporate Europe Observatory vom 28.06.2005, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner lud Paul Allen, einer der Mitbegründer Microsofts und immer noch Großaktionär, im Jahr 2004 den damaligen EU-Handelskommissar, Peter Mandelson, auf eine Silvesterparty auf seinem Boot in der Karibik ein. Mandelson folgte der Einladung.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://archive.corporateeurope.org/lobbycracy/C4Cbackground2.html The lobbying battle over the EU software patents directive] Corporate Europe Observatory vom 28.06.2005, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Machtkampf der großen IT-Konzerne===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Machtkampf der großen IT-Konzerne (u.a. [[Google]], Microsoft, [[Apple]] und [[Facebook]]) wird die politische Ebene immer wieder Austragungsort der Auseinandersetzungen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.telekom-presse.at/Patent_Wahnsinn_eskaliert_weiter_-_Microsoft_beklagt_sich_in_Bruessel.id.18928.htm Patent Wahnsinn eskaliert weiter - Microsoft beklagt sich in Brüssel] Telekom Presse, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Machtkampf wird auf mehreren Ebenen ausgetragen. [[Google]] und Microsoft beispielsweise stehen mit ihren jeweiligen Suchmaschinen in direkter Konkurrenz, weswegen sich gegenseitig mit Patentklagen überziehen, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Auch in der Urheberrechtsdebatte, insbesondere bei den Abkommen SOPA, PIPA und [[ACTA]] stehen sich die beiden Konzerne gegenüber. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Microsoft finanzierte [[Initiative for a Competitive Online Marketplace]] (ICOMP) versuchte beispielsweise durch Seminare, zu denen EU-Parlamentarier eingeladen wurden, [[Google]] zu diskreditieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://falkvinge.net/2012/03/02/how-microsoft-pays-big-money-to-smear-google-audaciously/ How Microsoft Pays Big Money to Smear Google in European Parliament] falkvinge.net, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch auf der Webseite der ICOMP überwiegen die Negativschlagzeilen über [[Google]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.i-comp.org/ Home] ICOMP, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die PR- und Lobbyagentur [[Burson-Marsteller]] betreut die ICOMP und fungiert als deren Sekretariat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2013 erreichte die Rivalität zwischen Microsoft und [[Google]] ihren vorläufigen Höhepunkt in den USA. Microsoft verkaufte dort T-Shirts und Tassen mit Anti-Google-Aufdrücken, die [[Google]] den Vorwurf machten, Nutzerdaten zu sammeln und auszuwerten. Für diese Aktion erntete Microsoft allerdings Spott, da das Unternehmen selbst wegen seines Umgangs mit Benutzerdaten  in der Kritik steht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/wirtschaft/article122130034/Anti-Google-Kampagne-bringt-Microsoft-Spott.html Anti-Google-Kampagne bringt Microsoft Spott] Die Welt vom 21.11.2013, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Scharfe Kritik erntete Microsoft auch 2014, als bekannt wurde, dass es ohne richterlichen Beschluss das private Email-Postfach eines Bloggers durchsucht hat.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/netzwelt/web/microsoft-schnueffelaktion-in-privatem-hotmail-postfach-a-959985.html Vertrauensbruch: Microsoft filzt privates Hotmail-Postfach] Spiegel Online vom 21.03.2014, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzdarstellung und Geschichte==&lt;br /&gt;
Microsoft wurde 1975 von Bill Gates und Paul Allen gegründet und ging am 13. März 1986 an die Börse.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.microsoft.com/en-us/news/inside_ms.aspx Important Dates] Microsoft, aufgerufen am 22.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2002 erhielt Microsoft den Negativpreis BigBrotherAward von dem Verein Digitalcourage. Laut Digitalcourage e.V. bekam das Unternehmen den Preis wegen der Einführung des &amp;quot;Digital Rights Managements&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://bigbrotherawards.de/2002 bigbrotherawards.de] Preisträger 2002, abgerufen am 09.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur, Geschäftsfelder und Finanzen==&lt;br /&gt;
Microsoft bietet Betriebssysteme und Anwendungsprogramme sowie Hardware an. Mit seinem Betriebssystem Windows und dem Büropaket Office dominiert Microsoft das klassische PC-Geschäft, spielt allerdings bei dem immer wichtiger werdenden Markt für Smartphones und Tablets eine untergeordnete Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/newsticker/news1/article130265791/Microsoft-streicht-18-000-Stellen-weltweit.html Microsoft streicht 18.000 Stellen weltweit] Die Welt vom 17.07.2014, aufgerufen am 22.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Microsoft Deutschland ist die zweitgrößte Tochtergesellschaft der in den USA ansässigen Microsoft Corporation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FastFacts&amp;quot;&amp;gt;[http://www.microsoft.com/de-de/corporate/ueber-uns/ Fast Facts] Microsoft, aufgerufen am 04.12.2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterführende Informationen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[http://www.powerbase.info/index.php/Microsoft Microsoft bei Powerbase]&lt;br /&gt;
*[http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Microsoft Microsoft bei SourceWatch]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{spendenbanner}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:EU]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lobbyismus an Schulen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>TorbenB</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lobbypedia.de/w/index.php?title=Microsoft&amp;diff=137098</id>
		<title>Microsoft</title>
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		<updated>2022-04-25T09:34:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;TorbenB: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{BoxUnternehmen&lt;br /&gt;
| Name             = Microsoft Corporation&lt;br /&gt;
| Logo             = &lt;br /&gt;
| Branche          = Softwareentwicklung&lt;br /&gt;
| Geschäftsfelder  = &lt;br /&gt;
| Hauptsitz             = One Microsoft Way, Redmond WA 98052, USA&lt;br /&gt;
| Lobbybüro Deutschland = Unter den Linden 17, 10117 Berlin&lt;br /&gt;
| Lobbybüro EU = Rue Montoyer 51, 1000 Bruxelles&lt;br /&gt;
| Homepage         = [http://www.microsoft.com microsoft.com]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Microsoft ist mit rund 189.000 Mitarbeitern in 119 Niederlassungen der größte Softwarehersteller weltweit (Stand 2021).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.geekwire.com/2021/microsoft-adds-23k-employees-one-year-growing-14-despite-pandemic-tight-labor-market/ Mitarbeiterentwicklung Microsoft], GeekWire, aufgerufen am 22.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Umsatz im Geschäftsjahr 2021 betrug 168 Mrd. US-Dollar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/155707/umfrage/entwicklung-des-umsatzes-der-microsoft-corporation-seit-dem-geschaeftsjahr-2002/ Umsatzentwicklung Microsoft], Statista, aufgerufen am 22.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Software-Gigant ist Microsoft zum Beispiel an Cyber Security und Datenschutz, aber auch an Künstlicher Intelligenz interessiert und übt sowohl durch eigene Lobbyisten als auch durch Auftragslobbyarbeit und die Mitgliedschaft in zahlreichen Verbänden Einfluss auf die Politik aus. In den letzten Jahren hat Microsoft seine Lobbyarbeit sowohl in den USA als auch in der EU stark ausgeweitet. So brach der Konzern 2019 mit 10,49 Millionen US$ beinahe seinen Rekord für Lobbyausgaben in den Vereinigten Staaten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2013&amp;amp;id=D000000115 Lobbyausgaben USA], OpenSecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und  belegt in Europa hinter Google den zweiten Platz der Tech-Unternehmen in puncto Aufwendungen für Lobbyarbeit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/60239386204445e2b0fb38cada46b204/microsoft-corporation Lobbyausgaben EU], Lobbyfacts.eu vom 27.04.2020, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lobbyarbeit: Struktur und Strategien==&lt;br /&gt;
{{Lobbyplanet-box}}&lt;br /&gt;
Microsoft beschäftigt eigene Lobbyisten in allen für das Unternehmen wichtigen Machtzentren, wie beispielsweise Brüssel, Washington und Berlin. Neben der Lobbyarbeit, die Microsoft direkt betreibt, ist das Unternehmen an zahlreichen Lobby-Koalitionen beteiligt, wie z.B. der [[AmCham EU]], einer Lobbygruppe, die die Interessen von US-Konzernen in der EU vertritt. Außerdem beauftragt Microsoft [[Anwaltskanzleien]] und PR-Agenturen mit Lobbyarbeit und beteiligt sich an Denkfabriken wie dem [[Centre for European Policy Studies]] (CEPS) oder dem [[Transatlantic Policy Network]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die marktbeherrschende Stellung von Microsoft bei PC-Systemen und sein Umgang mit Nutzerdaten haben dem Image des Konzerns geschadet. Mithilfe von [[Astroturfing|Astroturf-Initativen]] oder der Unterstützung von Bildungsprojekten versucht Microsoft seinen Ruf aufzubessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in Deutschland===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im November 2013 wurde in Berlin die neue Hauptstadt-Repräsentanz von Microsoft eröffnet. Cheflobbyist für Microsoft Deutschland ist [[Seitenwechsel|Seitenwechslerin]] Tanja Böhm, die zuvor als Landesbeamtin u.a. Leiterin des Referats Politische Koordinierung Bund-Land-Europa in der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund und Nationale Expertin im Ausschuss der Regionen in Brüssel im Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt war.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://news.microsoft.com/de-de/personalie-tanja-boehm-leitet-corporate-affairs-team-und-hauptstadtrepraesentanz-microsoft-berlin/ Personalie: Tanja Böhm leitet Corporate Affairs Team und Hauptstadtrepräsentanz Microsoft Berlin], Microsoft News vom 22.02.2017, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Um sich herum hat sie ein zwölfköpfiges Team von professionellen Interessenvertreter:innen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.microsoft.com/de-de/berlin/ansprechpartner.aspx Microsoft Ansprechpartner], Microsoft.com, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Microsoft-Repräsentanz steht für einen neuen Typus Berliner Lobbybüros, die sich zugleich an die Öffentlichkeit richtet - einer Verbindung aus Flagship-Store und Lobbyzentrale. Nur die erste von vier Etagen ist für die Lobbyarbeit reserviert. Das Büro umfasst ein eigenes Café, in dem man die neuesten Microsoft-Produkte testen kann sowie einen Veranstaltungsraum, in dem regelmäßig namhafte VertreterInnen der Politik anwesend sind. Im Dezember 2019 sprach hier beispielsweise Ralph Brinkhaus - Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion - im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema &amp;quot;Digitales Deutschland&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.microsoft.com/de-de/berlin/veranstaltungen/digitales-deutschland-brinkhaus.aspx Digitales Deutschland mit Ralph Brinkhaus], Microsoft.de, abgerufen am 25.08.2020 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jährliche finanzielle Aufwändung im Bereich der Interessenvertretung lag in den Jahren 2020/2021 bei 2.650.001 bis 2.660.000 Euro. Damit liegt Microsoft, knapp hinter Google, auf Platz 2 unter den GAFAM Unternehmen &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbyregister.bundestag.de/suche/R002153] Transparenzregister Microsoft, abgerufen am 25.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Microsoft ist Mitglied in den folgenden Verbänden und Thinktanks:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[American Chamber of Commerce in Germany]]&lt;br /&gt;
*[[Atlantik-Brücke]]&lt;br /&gt;
*[[BITKOM]]&lt;br /&gt;
*Bundesverband Deutscher Startups e.V.&lt;br /&gt;
*BVMW Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands e.V.&lt;br /&gt;
*eco - Verband der Internetwirtschaft e.V.&lt;br /&gt;
*Förderkreis der Deutschen Industrie e.V.&lt;br /&gt;
*game - Verband der deutschen Games-Branche e.V. &lt;br /&gt;
*Grüner Wirtschaftsdialog e.V.&lt;br /&gt;
*Handelsverband Deutschland - HDE e.V.&lt;br /&gt;
*Initiative D21 e.V.&lt;br /&gt;
*International Data Spaces e. V.&lt;br /&gt;
*Selbstregulierung Informationswirtschaft e.V.&lt;br /&gt;
*[[Verband der Automobilindustrie]]&lt;br /&gt;
*Verband kommunaler Unternehmen e. V.&lt;br /&gt;
*VDMA e.V.&lt;br /&gt;
*[[Wirtschaftsforum der SPD]]&lt;br /&gt;
*[[Wirtschaftsrat der CDU]]&lt;br /&gt;
*Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. &lt;br /&gt;
*Freiwillige Selbstkontrolle Unterhaltungssoftware GmbH (USK)&lt;br /&gt;
*Netzwerk „Wirtschaftskoalition Daten &amp;amp;nzc; Digitales“&lt;br /&gt;
*Netzwerk &amp;quot;Allianz der Chancen&amp;quot; &lt;br /&gt;
*[[Collegium]]&lt;br /&gt;
Quelle: Transparenzregister&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbyregister.bundestag.de/suche/R002153] Transparenzregister Microsoft, aufgerufen am 25.04.2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit auf EU-Ebene===&lt;br /&gt;
Microsoft betreibt ein eigenes Lobbybüro mit 17 Lobbyist:innen (10 Vollzeitäquivalent) in Brüssel, fünf dieser Interessenvertreter:innen haben einen Hausausweis für das Europäische Parlament. Damit stellt das Unternehmen die größte Lobby-Truppe unter den Tech-Konzernen in Europa. Für Lobbyarbeit gab Microsoft in der EU im Geschäftsjahr 2019 nach eigenen Angaben zwischen 5.000.000€ und 5.250.000€ aus und hat damit sein Budget in Brüssel über die letzten Jahre stetig erhöht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=0801162959-21 Microsoft im Transparenzregister], europa.eu vom 27.04.2020, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; 2014 - also zu Beginn der Juncker Kommission - gab der Konzern dafür noch zwischen 4.500.000€ und 5.000.000€ aus. Damit liegt das Unternehmen im Branchenvergleich vor Facebook und hinter Tech-Gigant Google.Verantwortlicher für die Lobbyarbeit in der EU ist Casper Klynge. Insgesamt sind 15 Personen mit Lobbyarbeit auf EU-Ebene betraut. Microsoft ist seit 2011 - also von Beginn an - im freiwilligen [[Transparenzregister EU|Transparenzregister der EU]] registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein in den ersten acht Monaten des Jahres 2020 trafen sich Vertreter:innen von Microsoft 17 Mal mit Kabinettsmitgliedern und Kommissar:innen. Über die letzten Jahre war es vor allem der*die Kommissar:in für Digitalwirtschaft und den digitalen Binnenmarkt, mit denen der intensivste Kontakt des Unternehmens bestand.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.integritywatch.eu/index.php?oldcommission=1 Treffen mit EU-Kommissionen,] Integritywatch, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Microsoft sind gute Kontakte zu politischen Entscheidungsträgern wichtig, um so die Interessen des Unternehmens in die Entscheidungsabläufe der EU einzubringen. So veranstaltet etwa eine der Lobbyistinnen, [[Dorothee Belz]], den „Salon der Ideen“. Mitglieder in diesem unternehmenseigenen [[Think Tank]] sind unter anderem mehrere Abgeordnete des Europäischen Parlamentes und des Deutschen Bundestages.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ideen-fuer-europa.eu/de/Erasmier/Seiten/Startseite.aspx Mitglieder] Microsoft: Ideen für Europa, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Belz ist neben ihrer Funktion als Vice President von Microsoft Europa auch in der Geschäftsführung des [http://lobbypedia.de/wiki/Wirtschaftsrat_der_CDU Wirtschaftsrates der CDU] tätig, einer Lobbyorganisation von unionsnahen Unternehmern. Im Wirtschaftsrat war sie Vorsitzende der Begleitarbeitsgruppe zur Enquetekommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ideen-fuer-europa.eu/de/Salon/Seiten/gastgeberin.aspx Die Gastgeberin] Microsoft: Ideen für Europa, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indirekt betreibt Microsoft auch über [[Denkfabriken auf internationaler Ebene|Denkfabriken]] und Verbände Lobbyarbeit. So unterstützt das Unternehmen die Denkfabriken [[Centre for European Policy Studies]] (CEPS) und das [[Transatlantic Policy Network]], das sich insbesondere für die Intensivierung der transatlantischen Handelspartnerschaft einsetzt. Microsoft ist zudem unter anderem Mitglied  in den Verbänden [[AmCham EU]] und der [[European Privacy Association]] (EPA).&amp;lt;ref name=&amp;quot;TRMicrosoft&amp;quot;&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=0801162959-21 Microsoft Corporation] Transparency Register, aufgerufen am 04.12.2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem versucht das Unternehmen, Entscheidungen auf EU-Ebene auch über die US-Regierung zu beeinflussen, wie beispielsweise in Kartellverfahren.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://derstandard.at/2602583 US-Regierung leistet Lobbyarbeit für Microsoft gegen EU] Der Standard vom 16.10.2006, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die US-Regierung steht vielen US-Konzernen zur Seite, wenn deren Geschäftsinteressen durch politische Entscheidungen eines anderen Nationalstaates oder der EU nachteilig beeinflusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;lptable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Jahr&lt;br /&gt;
|Lobbyausgaben in Brüssel (in €)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2019&lt;br /&gt;
|5,000,000€ - 5,250,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2018&lt;br /&gt;
|5,000,000€ - 5,250,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2017&lt;br /&gt;
|4,500,000€ - 4,750,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2016&lt;br /&gt;
|4,250,000€ - 4,500,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2015&lt;br /&gt;
|4,250,000€ - 4,500,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2014&lt;br /&gt;
|4,500,000€ - 5,000,000€&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Quelle: LobbyFacts&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/60239386204445e2b0fb38cada46b204/microsoft-corporation Microsoft Corporation], LobbyFacts vom 27.04.2020, zuletzt aufgerufen am 12.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Microsoft ist u.a. Mitglied der folgenden Lobbyverbände und Thinktanks:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[AmCham EU|American Chamber of Commerce to the European Union (AmCham EU)]]&lt;br /&gt;
*American European Community Association (AECA)&lt;br /&gt;
*[[BITKOM]]&lt;br /&gt;
*[[Bruegel]]&lt;br /&gt;
*[[Businesseurope|Business Europe]]&lt;br /&gt;
*Business Software Alliance (BSA)&lt;br /&gt;
*Centre on Regulation in Europe (CERRE)&lt;br /&gt;
*[[Centre for European Policy Studies|CEPS]]&lt;br /&gt;
*Computer and Communications Industry Association (CCIA)&lt;br /&gt;
*Center for European Reform (CER)&lt;br /&gt;
*Danish Energy Association&lt;br /&gt;
*[[DIGITALEUROPE|Digital Europe]]&lt;br /&gt;
*Digital Interoperability Forum&lt;br /&gt;
*EU40 (Network of young Members of the European Parliament)&lt;br /&gt;
*[[European Centre for International Political Economy|European Center for International Political Economy (ECIPE)]]&lt;br /&gt;
*European Digital Media Association (EDIMA)&lt;br /&gt;
*European Emergency Number Association&lt;br /&gt;
*[[European Internet Foundation|European Internet Foundation (EIF)]]&lt;br /&gt;
*European Internet Services Providers Association (EuroISPA)&lt;br /&gt;
*European Justice Forum&lt;br /&gt;
*European Liberal Business Club&lt;br /&gt;
*[[European Services Forum]]&lt;br /&gt;
*European Youth Forum&lt;br /&gt;
*[[Friends of Europe]]&lt;br /&gt;
*German Association for Information Technology, Telecommunication and New Media (BITKOM)&lt;br /&gt;
*German Marshall Fund&lt;br /&gt;
*Interactive Advertising Bureau&lt;br /&gt;
*Interactive Software Federation of Europe (ISFE)&lt;br /&gt;
*International Data Spaces e.V.&lt;br /&gt;
*Science Business&lt;br /&gt;
*[[Transatlantic Policy Network]]&lt;br /&gt;
*Winfried Martens Center&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in den USA===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2019 hat Microsoft 26 PR-Agenturen, Anwaltskanzleien und andere Lobbyfirmen damit beauftragt, die Politik in den USA in einer Vielzahl von Themen zu beeinflussen. Von den 111 Lobbyist:innen, die in diesem Jahr für den Tech-Riesen arbeiteten, handelt es sich bei über 80% um Seitenwechsler.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/lobbyists?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Lobbyists representing Microsoft Corp], OpenSecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Vordergründig wurde das Unternehmen in den Bereichen Telekommunikation, Computer &amp;amp; Informationstechnologie sowie Immigration im Kontext von Visa-Programmen für hochqualifizierte Fachkräfte (H-1B) und solchen, die als Kinder illegal in die USA eingereist sind (DACA), aktiv.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://thehill.com/business-a-lobbying/469874-microsoft-pushes-for-daca-legislation-on-capitol-hill Microsoft pushes for DACA legislation], The Hill vom 11.11.2019, abgerufen am 25.08.2020&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; Im selben Jahr gab der Konzern beinahe so viel Geld für Lobbyarbeit wie im bisherigen Rekordjahr 2013 aus und verfolgt somit einen Trend stetig ansteigender Ausgaben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Microsoft: Total Lobbying Expenditures], Opensecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt überholten die&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; fünf größten Tech-Giganten 2019 die US Chamber of Commerce, die bislang die Akteurin mit den größten Lobbyausgaben darstellte.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.seattletimes.com/business/amazon-and-microsoft-are-among-the-tech-giants-opening-wallets-in-newly-hostile-washington/ Amazon and Microsoft are among the tech giants opening wallets in newly hostile Washington, D.C.], Seattle Times vom 22.01.2020, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;lptable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Jahr&lt;br /&gt;
|Lobbyausgaben in den USA (in US$)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2020&lt;br /&gt;
|9,64 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2019&lt;br /&gt;
|10,26 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2018&lt;br /&gt;
|9,59 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2017&lt;br /&gt;
|8,66 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2016&lt;br /&gt;
|8,71 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2015&lt;br /&gt;
|8,49 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2014&lt;br /&gt;
|8,33 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2013&lt;br /&gt;
|10,49 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Quelle: OpenSecrets&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Microsoft Corporation], OpenSecrets.org, zuletzt aufgerufen am 03.05.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Fallbeispiele und Kritik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Microsoft &amp;amp; Datenschutzverordnungen in Washington===&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die im Mai 2018 in Kraft trat, wurde bereits von verschiedenen Ländern, von Süd Korea bis Kolumbien, in unterschiedlichen Ausprägungen übernommen. Den großen Tech-Firmen wird in den USA bislang jedoch noch deutlich mehr freie Hand gelassen als in Europa. Nichtsdestotrotz gibt es auch dort vermehrt Versuche, sich dem Recht der EU anzunähern. So begannen die Gesetzgeber:innen im Washington State einen Gesetzesvorschlag zum Thema Datenschutz auszuarbeiten, der sich stark auf die DSGVO bezog und sogar ganze Passagen wortwörtlich übernahm. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politico.eu/article/how-lobbyists-rewrote-washington-state-privacy-law-microsoft-amazon-regulation/ How lobbyists rewrote Washington state’s privacy law], Politico.eu vom 26.04.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser sollte ebenfalls das Recht von Kund:innen beinhalten, eine Löschung persönlicher Informationen aus Firmendatenbanken verlangen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine solche Verordnung hätte die Grundlage für stärkere potenzielle nationale US-Datenschutzregeln sein können. Microsoft reagierte auf dieses Szenario allerdings mit einer elfprozentigen Steigerung seiner Lobbyausgaben in Olympia, der Hauptstadt vom Washington State, und spielte laut Aktivist*innen und Abgeordneten eine bedeutende Rolle beim Entwerfen der Verordnung. Die finale Version des Gesetzes beinhaltet im Gegensatz zur europäischen DSGVO die Prämisse, dass Konzerne weiterhin das vorrangige Recht besitzen, persönliche Daten zu sammeln anstatt Kund:innen im Schutz ihrer Daten zu stärken.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politico.eu/article/how-lobbyists-rewrote-washington-state-privacy-law-microsoft-amazon-regulation/ How lobbyists rewrote Washington state’s privacy law], Politico.eu vom 26.04.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Windows als staatliche IT===&lt;br /&gt;
Microsoft hat es nicht nur geschafft, auf dem freien Markt eine Vormachtstellung für sein Betriebssystem zu erlangen, sondern baut stetig seine Monopolstellung innerhalb der Deutschen und Europäischen Verwaltungen und Regierungen mit gezieltem Lobbyismus aus. Expert:innen sprechen hier von einem sogenannten „Lock-In“. Dies bezeichnet eine Situation, in der ein Akteur nur noch mit einer bestimmten Firma Geschäfte machen kann, da sich andere Optionen verschlossen haben. Da digitale Systeme ständig wachsen und immer unabdingbarer werden, geraten Staaten immer tiefer in die Abhängigkeit von Konzernen wie Microsoft. In Folge dieses Arrangements erhält der Konzern oftmals politisches Mitspracherecht und diktiert nicht selten die Vertragsbedingungen, da z.B. tausende Spezialprogramme der Finanzämter und anderer Behörden an Microsoft gebunden sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Schallbruch, der bis 2016 Abteilungsleiter für Informationstechnik und Cybersicherheit der Bundesregierung war, sieht Probleme, die sich in Zukunft noch verstärken werden: „Kontrollfähigkeit und Steuerungsfähigkeit des Staates im Hinblick auf seine eigene IT nimmt immer weiter ab.“ Eine Trennung von staatlicher Verwaltung und Microsoft verschwimmt zunehmend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2018/wie-microsoft-europa-kolonialisiert/ Wie Microsoft Europa kolonisiert], Netzpolitik.org vom 20.02.2018, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Die eigentlich zwingend öffentliche Auftragsausschreibung findet lediglich zwischen verschiedenen Microsoft-Lizenz-Zwischenhändlern statt, und Verträge zwischen Bund und Konzern werden trotz Anfragen nach Informationsfreiheitsgesetz zu ihren Konditionen nur geschwärzt herausgegeben. Entwicklungen wie diese sind vor allem unter dem europäischen Beschaffungs- und Wettbewerbsrecht kritisch zu betrachten. Die EU-Kommission will eigentlich den Einsatz von freier Software fördern, setzt aber ebenfalls auf Microsoft-Produkte. Tatsächlich hat die Kommission selbst einen Rahmenvertrag mit Microsoft, der für alle EU-Institutionen gilt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2018/wie-microsoft-europa-kolonialisiert/ Wie Microsoft Europa kolonisiert], Netzpolitik.org vom 20.02.2018, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Obwohl kostengünstige Open-Source-Alternativen wie Linux längst vorhanden sind, bauen Regierungen weiterhin auf den Monopolisten statt auf Unabhängigkeit. Der Umstieg wäre aufgrund der zugespitzten Lage allerdings mit großem Zeitaufwand und hohen Folgekosten verbunden. Gleichzeitig zahlen die europäischen Staaten und Regierungen jährlich Milliarden an Lizenzgeldern für Microsoft-Produkte an den Konzern (das unabhängige IT-Marktanalyse-Unternehmen Pierre Audoin Consultants geht von zwei Milliarden Euro Umsatz mit dem öffentlichen Sektor Europas im Geschäftsjahr 2016/16 aus).&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; Das Geschäftsmodell des Unternehmens besteht eben darin, Software in Form vom Betriebssystem Windows und Büroprogrammen wie Word, Excel oder Powerpoint als Lizenzprodukt zu verkaufen und hält dabei den zugehörigen („proprietären“) Programmcode geheim. Damit verfolgt der Konzern eine andere Strategie als Tech-Konzerne wie Google, Facebook oder Amazon, die auf Open-Source-Software setzen.&amp;lt;/span&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus sahen sich die staatlichen Behörden Europas Ende 2014 dazu gezwungen, teure Service-Verträge mit Microsoft abzuschließen, da der Konzern die Lieferung von Sicherheits-Updates für die Version „Windows XP“ einstellte, damit dieser weiterhin Sicherheitslücken in seinen alten Programmen schließt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.golem.de/news/open-source-kritik-an-microsoft-monopol-in-der-verwaltung-1704-127217.html Kritik an Microsoft-Monopol in der Verwaltung], Golem.de vom 09.04.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nichtsdestotrotz gibt es sie, die Inseln im Microsoft-Ozean. So stellte die französische Gendarmerie national, aber auch die Stadt München wenigstens kurzweilig auf Open-Source-Alternativen um. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund von engen Verflechtungen der CDU/CSU mit dem US-Konzern (beispielsweise durch Dorothee Belz, die Microsoft Europe bis 2015 als Vizepräsidentin diente und Mitglied im Präsidium des Wirtschaftsrates der Union ist) ruderte letzte jedoch nach wenigen Jahren zurück. Ähnliche Verflechtungen finden sich europaweit. In Italien lenkt eine frühere Microsoft-Managerin die „digitale Transformation“ der Wirtschaftsmetropole Mailand. In Portugal leitete ein Microsoft-Manager die Wahlkampagne des konservativen Präsidenten. In Frankreich verfügt der Konzern gleich über sechs Manager und Berater mit engen Verbindungen zu Ministerien und Politikern. Gleichzeitig arbeiten technische Angestellte von Microsoft direkt in der IT-Verwaltung der Regierung. Mindestens fünf davon verfügen sogar über E-Mail-Adressen, die sie als Regierungsmitarbeiter ausweisen, mit denen sie „direkt in der Verwaltung Lobbyarbeit für Microsoft machen“, wie ein Beamter gegenüber Investigate Europe bestätigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Microsoft und Datenschutz===&lt;br /&gt;
Der kaum zu kontrollierende Transfer von Nutzerdaten in die Microsoft-Cloud bzw. auf Rechner in den USA bereitet Fachleuten schon lange Kopfschmerzen. Sie sehen hierdurch die Datensouveränität in Gefahr und berufen sich in ihrer Kritik auf die Einschätzung niederländischer Behörden, nach der aktuelle Microsoft-Produkte nicht konform sind mit der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Die niederländische Regierung hatte 2018 eine Datenschutzfolgenabschätzung für Microsoft-Produkte durchgeführt, welche notwendig ist, wenn eine Form der Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen zur Folge hat (Art. 35 DS-GVO).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.haufe.de/compliance/management-praxis/monopol-und-datenschutz-probleme-bei-neuer-microsoft-software_230130_485544.html IT-Experten sehen Monopol- und Datenschutzprobleme bei Microsoft-Software], Haufe.de vom 07.03.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei hatte sie zahlreiche Risiken identifiziert und somit festgestellt, dass die Software nicht den Vorgaben der DSGVO genügt. Dazu zählt etwa ein fehlender Überblick über Risiken aufgrund unzureichender Transparenz, illegales Speichern sensibler Daten sowie eine unzureichende Kontrolle über Unterauftragsverarbeiter.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Insbesondere die Bürosoftware von Microsoft und die damit hergestellten Dateien sind das wichtigste Einfallstor für Cyberattacken. Das berichtete das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bereits 2011.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; Die Zahl der Sicherheitslücken in Microsoft-Programmen ist dramatisch. So registrierte das amerikanische „National Institute for Standards and Technology“ für „Mircrosoft Office“ in den drei Jahren bis April 2017 188 Fälle – davon drei Viertel in der schlimmsten Kategorie. Weiterhin unterliegt der Konzern amerikanischem Recht und kann somit jederzeit gezwungen werden, US-Behörden Zugang zu Daten ausländischer Bürger oder Behörden zu verschaffen. Dass dies reale Praxis ist, haben die Enthüllungen Edward Snowdens gezeigt.&amp;lt;/span&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist für europäische Regierungen schwer, zu garantieren, dass Daten privat bleiben, solange sie die Software, mit der sie arbeiten, nicht kontrollieren können. Eine der dramatischsten Sicherheitslücken im Microsoft-System wurde Anfang 2017 durch das Wüten der Schadsoftware WannCry bekannt. Sie ermöglichte dem Trojaner-Virus Nutzerdaten abzufragen und Daten auf betroffenen Computern zu verschlüsseln und befiel neben Privatanwendern auch Computer im Gesundheitswesen wie die von Krankenhäusern. Die Lücke in Windows-Dateifreigaben wurde ebenfalls von der NSA-nahen Equation Group genutzt, wie später bekannt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heise.de/newsticker/meldung/WannaCry-Was-wir-bisher-ueber-die-Ransomware-Attacke-wissen-3713502.html WannaCry: Was wir bisher über die Ransomware-Attacke wissen], Heise.de vom 15.05.2017, aufgerufen am 18.8.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Unterstützung von Bildungsprojekten===&lt;br /&gt;
Microsoft unterstützt zahlreiche Projekte, bei denen Kindergärten, Schulen, Auszubildende, Studierende, Lehrerinnen usw. mit Soft- und Hardware des Unternehmens ausgestattet werden und ihre IT-Kompetenzen gefördert werden sollen. Schulen und Universitäten erhalten Microsoft-Produkte zumeist kostenlos, sodass die Jugendlichen erst gar nicht den Umgang mit anderen Betriebssystem und Programmen lernen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies ist eine Form von [[Lobbyismus an Schulen]] bzw. [[deep lobbying]]. Mit der Microsoft-Bildungsinitiative „Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache“ soll zum Beispiel die frühkindliche Sprachförderung gefördert werden. Initiativen wie diese werden dann als gesellschaftliche Verantwortung verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1037_Ueber_die_Initiative.htm Die Schlaumäuse-Initiative] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings ist die Förderung von Bildungsprojekten keineswegs uneigennützig. Denn die Projekte setzen auf Microsoft-Produkte und stärken die Marktmacht von Microsoft. Sie binden die Jugendlichen nach ihrer Ausbildung an den Konzern und lassen sie den Rest ihres Lebens Lizenzgebühren zahlen. So das Kalkül. Das sei „das klassische Drogendealer-Modell“, urteilt Rufus Pollock vom Zentrum für Informationsrecht der Universität Cambridge. &amp;quot;Bis die Kunden abhängig sind, kriegen sie den Stoff gratis&amp;quot;. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sind auch politisch hilfreich: Sie verbessern das aufgrund seiner Geschäftspraktiken angekratzte Image des Software-Riesen und nutzen der politischen Kontaktpflege, indem Politikerinnen als Schirmherren für Projekte gewonnen oder zu Projektpräsentationen geladen werden&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1234_Schlaumaeuse_Tour_2014.htm Große Deutschland-Tour] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Zusammenhang mit diesen Bemühungen führt Microsoft an, dass das &amp;quot;digitale Lernen&amp;quot; Ende 2013 im Koalitionsvertrag verankert wurde&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1234_Schlaumaeuse_Tour_2014.htm Große Deutschland-Tour] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zur Gründerförderung veranstaltet Microsoft auch den Schüler und Studentenwettbewerb 'Imagine Cup' und betrachtet dieses Engagement als gesellschaftliche Verantwortung&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.microsoft.com/germany/techwiese/techstudent/imagine-cup/default.aspx Imagine Cup - Deine Idee gewinnt!] Microsoft: Tech Student, aufgerufen am 07.08.2015&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
===Astroturf-Kampagne C4C===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für umstrittene Auftragslobbyarbeit ist die Campaign for Creativity (C4C), eine Kampagne, die 2005 für die Einführung von Software-Patenten nach amerikanischem Modell  in der EU kämpfte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://web.archive.org/web/20050310052552/campaignforcreativity.org/camp4creativity/index.htm Campaign for Creativity] Kopie der Campaign for Creativity Website (die Originalwebsite ist nicht mehr online). Aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kampagne war eine sogenannte [[Astroturfing]]-Initiative. Astroturf bedeutet auf Englisch Kunstrasen. Im Kontext von Interessenpolitik wird der Begriff für vermeintliche Bürgerbewegungen verwendet, die tatsächlich von Unternehmen oder Lobbyorganisationen gesteuert oder finanziert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Campaign for Creativity gab vor, Künstlerinnen, Musiker, Designer, Ingenieure und Software-Entwicklerinnen zu vertreten. Sie verschleierte, dass sie tatsächlich eine professionelle politische Kampagne war, die von der Londoner Lobby-Agentur [[Campbell Gentry]] organisiert wurde. Finanziert wurde die Kampagne von unter anderem von Microsoft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbycontrol.de/2005/12/campaign-for-creativity-erhalt-worst-eu-lobbying-award/ “Campaign for Creativity” erhält “Worst EU Lobbying Award”] LobbyControl, 16.12.2005, abgerufen am 23.07.2014 ''und'' [http://www.bpb.de/apuz/32777/grassrootscampaigning-und-chancen-durch-neue-medien?p=all#fr-footnode16 Grassrootscampaigning und Chancen durch neue Medien] Aus Politik und Zeitgeschichte 19/2010, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Patentstreitigkeiten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Microsoft versuchte über den ehemaligen Kommissar für Binnenmarkt, [[Charles McCreevy]], die Debatte über Patentrecht innerhalb der EU-Institutionen zu beeinflussen. McCreevy kommt aus Irland, wo Microsoft seinen Sitz für Europa hat. Irland ist stark von den Investitionen der dort ansässigen IT-Unternehmen abhängig. Microsoft sponserte hierzu eine Kampagne für die irische Ratspräsidentschaft, während McCreevy noch Finanzminister war.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://archive.corporateeurope.org/lobbycracy/C4Cbackground2.html The lobbying battle over the EU software patents directive] Corporate Europe Observatory vom 28.06.2005, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner lud Paul Allen, einer der Mitbegründer Microsofts und immer noch Großaktionär, im Jahr 2004 den damaligen EU-Handelskommissar, Peter Mandelson, auf eine Silvesterparty auf seinem Boot in der Karibik ein. Mandelson folgte der Einladung.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://archive.corporateeurope.org/lobbycracy/C4Cbackground2.html The lobbying battle over the EU software patents directive] Corporate Europe Observatory vom 28.06.2005, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Machtkampf der großen IT-Konzerne===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Machtkampf der großen IT-Konzerne (u.a. [[Google]], Microsoft, [[Apple]] und [[Facebook]]) wird die politische Ebene immer wieder Austragungsort der Auseinandersetzungen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.telekom-presse.at/Patent_Wahnsinn_eskaliert_weiter_-_Microsoft_beklagt_sich_in_Bruessel.id.18928.htm Patent Wahnsinn eskaliert weiter - Microsoft beklagt sich in Brüssel] Telekom Presse, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Machtkampf wird auf mehreren Ebenen ausgetragen. [[Google]] und Microsoft beispielsweise stehen mit ihren jeweiligen Suchmaschinen in direkter Konkurrenz, weswegen sich gegenseitig mit Patentklagen überziehen, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Auch in der Urheberrechtsdebatte, insbesondere bei den Abkommen SOPA, PIPA und [[ACTA]] stehen sich die beiden Konzerne gegenüber. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Microsoft finanzierte [[Initiative for a Competitive Online Marketplace]] (ICOMP) versuchte beispielsweise durch Seminare, zu denen EU-Parlamentarier eingeladen wurden, [[Google]] zu diskreditieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://falkvinge.net/2012/03/02/how-microsoft-pays-big-money-to-smear-google-audaciously/ How Microsoft Pays Big Money to Smear Google in European Parliament] falkvinge.net, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch auf der Webseite der ICOMP überwiegen die Negativschlagzeilen über [[Google]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.i-comp.org/ Home] ICOMP, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die PR- und Lobbyagentur [[Burson-Marsteller]] betreut die ICOMP und fungiert als deren Sekretariat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2013 erreichte die Rivalität zwischen Microsoft und [[Google]] ihren vorläufigen Höhepunkt in den USA. Microsoft verkaufte dort T-Shirts und Tassen mit Anti-Google-Aufdrücken, die [[Google]] den Vorwurf machten, Nutzerdaten zu sammeln und auszuwerten. Für diese Aktion erntete Microsoft allerdings Spott, da das Unternehmen selbst wegen seines Umgangs mit Benutzerdaten  in der Kritik steht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/wirtschaft/article122130034/Anti-Google-Kampagne-bringt-Microsoft-Spott.html Anti-Google-Kampagne bringt Microsoft Spott] Die Welt vom 21.11.2013, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Scharfe Kritik erntete Microsoft auch 2014, als bekannt wurde, dass es ohne richterlichen Beschluss das private Email-Postfach eines Bloggers durchsucht hat.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/netzwelt/web/microsoft-schnueffelaktion-in-privatem-hotmail-postfach-a-959985.html Vertrauensbruch: Microsoft filzt privates Hotmail-Postfach] Spiegel Online vom 21.03.2014, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzdarstellung und Geschichte==&lt;br /&gt;
Microsoft wurde 1975 von Bill Gates und Paul Allen gegründet und ging am 13. März 1986 an die Börse.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.microsoft.com/en-us/news/inside_ms.aspx Important Dates] Microsoft, aufgerufen am 22.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2002 erhielt Microsoft den Negativpreis BigBrotherAward von dem Verein Digitalcourage. Laut Digitalcourage e.V. bekam das Unternehmen den Preis wegen der Einführung des &amp;quot;Digital Rights Managements&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://bigbrotherawards.de/2002 bigbrotherawards.de] Preisträger 2002, abgerufen am 09.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur, Geschäftsfelder und Finanzen==&lt;br /&gt;
Microsoft bietet Betriebssysteme und Anwendungsprogramme sowie Hardware an. Mit seinem Betriebssystem Windows und dem Büropaket Office dominiert Microsoft das klassische PC-Geschäft, spielt allerdings bei dem immer wichtiger werdenden Markt für Smartphones und Tablets eine untergeordnete Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/newsticker/news1/article130265791/Microsoft-streicht-18-000-Stellen-weltweit.html Microsoft streicht 18.000 Stellen weltweit] Die Welt vom 17.07.2014, aufgerufen am 22.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Microsoft Deutschland ist die zweitgrößte Tochtergesellschaft der in den USA ansässigen Microsoft Corporation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FastFacts&amp;quot;&amp;gt;[http://www.microsoft.com/de-de/corporate/ueber-uns/ Fast Facts] Microsoft, aufgerufen am 04.12.2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterführende Informationen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[http://www.powerbase.info/index.php/Microsoft Microsoft bei Powerbase]&lt;br /&gt;
*[http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Microsoft Microsoft bei SourceWatch]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{spendenbanner}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:EU]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lobbyismus an Schulen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>TorbenB</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lobbypedia.de/w/index.php?title=Microsoft&amp;diff=137096</id>
		<title>Microsoft</title>
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		<updated>2022-04-25T09:33:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;TorbenB: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{BoxUnternehmen&lt;br /&gt;
| Name             = Microsoft Corporation&lt;br /&gt;
| Logo             = &lt;br /&gt;
| Branche          = Softwareentwicklung&lt;br /&gt;
| Geschäftsfelder  = &lt;br /&gt;
| Hauptsitz             = One Microsoft Way, Redmond WA 98052, USA&lt;br /&gt;
| Lobbybüro Deutschland = Unter den Linden 17, 10117 Berlin&lt;br /&gt;
| Lobbybüro EU = Rue Montoyer 51, 1000 Bruxelles&lt;br /&gt;
| Homepage         = [http://www.microsoft.com microsoft.com]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Microsoft ist mit rund 189.000 Mitarbeitern in 119 Niederlassungen der größte Softwarehersteller weltweit (Stand 2021).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.geekwire.com/2021/microsoft-adds-23k-employees-one-year-growing-14-despite-pandemic-tight-labor-market/ Mitarbeiterentwicklung Microsoft], GeekWire, aufgerufen am 22.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Umsatz im Geschäftsjahr 2021 betrug 168 Mrd. US-Dollar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/155707/umfrage/entwicklung-des-umsatzes-der-microsoft-corporation-seit-dem-geschaeftsjahr-2002/ Umsatzentwicklung Microsoft], Statista, aufgerufen am 22.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Software-Gigant ist Microsoft zum Beispiel an Cyber Security und Datenschutz, aber auch an Künstlicher Intelligenz interessiert und übt sowohl durch eigene Lobbyisten als auch durch Auftragslobbyarbeit und die Mitgliedschaft in zahlreichen Verbänden Einfluss auf die Politik aus. In den letzten Jahren hat Microsoft seine Lobbyarbeit sowohl in den USA als auch in der EU stark ausgeweitet. So brach der Konzern 2019 mit 10,49 Millionen US$ beinahe seinen Rekord für Lobbyausgaben in den Vereinigten Staaten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2013&amp;amp;id=D000000115 Lobbyausgaben USA], OpenSecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und  belegt in Europa hinter Google den zweiten Platz der Tech-Unternehmen in puncto Aufwendungen für Lobbyarbeit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/60239386204445e2b0fb38cada46b204/microsoft-corporation Lobbyausgaben EU], Lobbyfacts.eu vom 27.04.2020, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lobbyarbeit: Struktur und Strategien==&lt;br /&gt;
{{Lobbyplanet-box}}&lt;br /&gt;
Microsoft beschäftigt eigene Lobbyisten in allen für das Unternehmen wichtigen Machtzentren, wie beispielsweise Brüssel, Washington und Berlin. Neben der Lobbyarbeit, die Microsoft direkt betreibt, ist das Unternehmen an zahlreichen Lobby-Koalitionen beteiligt, wie z.B. der [[AmCham EU]], einer Lobbygruppe, die die Interessen von US-Konzernen in der EU vertritt. Außerdem beauftragt Microsoft [[Anwaltskanzleien]] und PR-Agenturen mit Lobbyarbeit und beteiligt sich an Denkfabriken wie dem [[Centre for European Policy Studies]] (CEPS) oder dem [[Transatlantic Policy Network]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die marktbeherrschende Stellung von Microsoft bei PC-Systemen und sein Umgang mit Nutzerdaten haben dem Image des Konzerns geschadet. Mithilfe von [[Astroturfing|Astroturf-Initativen]] oder der Unterstützung von Bildungsprojekten versucht Microsoft seinen Ruf aufzubessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in Deutschland===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im November 2013 wurde in Berlin die neue Hauptstadt-Repräsentanz von Microsoft eröffnet. Cheflobbyist für Microsoft Deutschland ist [[Seitenwechsel|Seitenwechslerin]] Tanja Böhm, die zuvor als Landesbeamtin u.a. Leiterin des Referats Politische Koordinierung Bund-Land-Europa in der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund und Nationale Expertin im Ausschuss der Regionen in Brüssel im Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt war.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://news.microsoft.com/de-de/personalie-tanja-boehm-leitet-corporate-affairs-team-und-hauptstadtrepraesentanz-microsoft-berlin/ Personalie: Tanja Böhm leitet Corporate Affairs Team und Hauptstadtrepräsentanz Microsoft Berlin], Microsoft News vom 22.02.2017, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Um sich herum hat sie ein zwölfköpfiges Team von professionellen Interessenvertreter:innen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.microsoft.com/de-de/berlin/ansprechpartner.aspx Microsoft Ansprechpartner], Microsoft.com, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Microsoft-Repräsentanz steht für einen neuen Typus Berliner Lobbybüros, die sich zugleich an die Öffentlichkeit richtet - einer Verbindung aus Flagship-Store und Lobbyzentrale. Nur die erste von vier Etagen ist für die Lobbyarbeit reserviert. Das Büro umfasst ein eigenes Café, in dem man die neuesten Microsoft-Produkte testen kann sowie einen Veranstaltungsraum, in dem regelmäßig namhafte VertreterInnen der Politik anwesend sind. Im Dezember 2019 sprach hier beispielsweise Ralph Brinkhaus - Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion - im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema &amp;quot;Digitales Deutschland&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.microsoft.com/de-de/berlin/veranstaltungen/digitales-deutschland-brinkhaus.aspx Digitales Deutschland mit Ralph Brinkhaus], Microsoft.de, abgerufen am 25.08.2020 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jährliche finanzielle Aufwändung im Bereich der Interessenvertretung lag in den Jahren 2020/2021 bei 2.650.001 bis 2.660.000 Euro. Damit liegt Microsoft, knapp hinter Google, auf Platz 2 unter den GAFAM Unternehmen &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbyregister.bundestag.de/suche/R002153] Transparenzregister Microsoft, abgerufen am 25.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Microsoft ist Mitglied in den folgenden Verbänden und Thinktanks:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[American Chamber of Commerce in Germany]]&lt;br /&gt;
*[[Atlantik-Brücke]]&lt;br /&gt;
*[[BITKOM]]&lt;br /&gt;
*Bundesverband Deutscher Startups e.V.&lt;br /&gt;
*BVMW Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands e.V.&lt;br /&gt;
*eco - Verband der Internetwirtschaft e.V.&lt;br /&gt;
*Förderkreis der Deutschen Industrie e.V.&lt;br /&gt;
*game - Verband der deutschen Games-Branche e.V. &lt;br /&gt;
*Grüner Wirtschaftsdialog e.V.&lt;br /&gt;
*Handelsverband Deutschland - HDE e.V.&lt;br /&gt;
*Initiative D21 e.V.&lt;br /&gt;
*International Data Spaces e. V.&lt;br /&gt;
*Selbstregulierung Informationswirtschaft e.V.&lt;br /&gt;
*[[Verband der Automobilindustrie]]&lt;br /&gt;
*Verband kommunaler Unternehmen e. V.&lt;br /&gt;
*VDMA e.V.&lt;br /&gt;
*[[Wirtschaftsforum der SPD]]&lt;br /&gt;
*[[Wirtschaftsrat der CDU]]&lt;br /&gt;
*Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. &lt;br /&gt;
*Freiwillige Selbstkontrolle Unterhaltungssoftware GmbH (USK)&lt;br /&gt;
*Netzwerk „Wirtschaftskoalition Daten &amp;amp;nzc; Digitales“&lt;br /&gt;
*Netzwerk &amp;quot;Allianz der Chancen&amp;quot; &lt;br /&gt;
*[[Collegium]]&lt;br /&gt;
Quelle: Transparenzregister &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbyregister.bundestag.de/suche/R002153] Transparenzregister Microsoft, aufgerufen am 25.04.2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit auf EU-Ebene===&lt;br /&gt;
Microsoft betreibt ein eigenes Lobbybüro mit 17 Lobbyist:innen (10 Vollzeitäquivalent) in Brüssel, fünf dieser Interessenvertreter:innen haben einen Hausausweis für das Europäische Parlament. Damit stellt das Unternehmen die größte Lobby-Truppe unter den Tech-Konzernen in Europa. Für Lobbyarbeit gab Microsoft in der EU im Geschäftsjahr 2019 nach eigenen Angaben zwischen 5.000.000€ und 5.250.000€ aus und hat damit sein Budget in Brüssel über die letzten Jahre stetig erhöht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=0801162959-21 Microsoft im Transparenzregister], europa.eu vom 27.04.2020, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; 2014 - also zu Beginn der Juncker Kommission - gab der Konzern dafür noch zwischen 4.500.000€ und 5.000.000€ aus. Damit liegt das Unternehmen im Branchenvergleich vor Facebook und hinter Tech-Gigant Google.Verantwortlicher für die Lobbyarbeit in der EU ist Casper Klynge. Insgesamt sind 15 Personen mit Lobbyarbeit auf EU-Ebene betraut. Microsoft ist seit 2011 - also von Beginn an - im freiwilligen [[Transparenzregister EU|Transparenzregister der EU]] registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein in den ersten acht Monaten des Jahres 2020 trafen sich Vertreter:innen von Microsoft 17 Mal mit Kabinettsmitgliedern und Kommissar:innen. Über die letzten Jahre war es vor allem der*die Kommissar:in für Digitalwirtschaft und den digitalen Binnenmarkt, mit denen der intensivste Kontakt des Unternehmens bestand.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.integritywatch.eu/index.php?oldcommission=1 Treffen mit EU-Kommissionen,] Integritywatch, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Microsoft sind gute Kontakte zu politischen Entscheidungsträgern wichtig, um so die Interessen des Unternehmens in die Entscheidungsabläufe der EU einzubringen. So veranstaltet etwa eine der Lobbyistinnen, [[Dorothee Belz]], den „Salon der Ideen“. Mitglieder in diesem unternehmenseigenen [[Think Tank]] sind unter anderem mehrere Abgeordnete des Europäischen Parlamentes und des Deutschen Bundestages.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ideen-fuer-europa.eu/de/Erasmier/Seiten/Startseite.aspx Mitglieder] Microsoft: Ideen für Europa, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Belz ist neben ihrer Funktion als Vice President von Microsoft Europa auch in der Geschäftsführung des [http://lobbypedia.de/wiki/Wirtschaftsrat_der_CDU Wirtschaftsrates der CDU] tätig, einer Lobbyorganisation von unionsnahen Unternehmern. Im Wirtschaftsrat war sie Vorsitzende der Begleitarbeitsgruppe zur Enquetekommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ideen-fuer-europa.eu/de/Salon/Seiten/gastgeberin.aspx Die Gastgeberin] Microsoft: Ideen für Europa, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indirekt betreibt Microsoft auch über [[Denkfabriken auf internationaler Ebene|Denkfabriken]] und Verbände Lobbyarbeit. So unterstützt das Unternehmen die Denkfabriken [[Centre for European Policy Studies]] (CEPS) und das [[Transatlantic Policy Network]], das sich insbesondere für die Intensivierung der transatlantischen Handelspartnerschaft einsetzt. Microsoft ist zudem unter anderem Mitglied  in den Verbänden [[AmCham EU]] und der [[European Privacy Association]] (EPA).&amp;lt;ref name=&amp;quot;TRMicrosoft&amp;quot;&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=0801162959-21 Microsoft Corporation] Transparency Register, aufgerufen am 04.12.2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem versucht das Unternehmen, Entscheidungen auf EU-Ebene auch über die US-Regierung zu beeinflussen, wie beispielsweise in Kartellverfahren.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://derstandard.at/2602583 US-Regierung leistet Lobbyarbeit für Microsoft gegen EU] Der Standard vom 16.10.2006, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die US-Regierung steht vielen US-Konzernen zur Seite, wenn deren Geschäftsinteressen durch politische Entscheidungen eines anderen Nationalstaates oder der EU nachteilig beeinflusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;lptable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Jahr&lt;br /&gt;
|Lobbyausgaben in Brüssel (in €)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2019&lt;br /&gt;
|5,000,000€ - 5,250,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2018&lt;br /&gt;
|5,000,000€ - 5,250,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2017&lt;br /&gt;
|4,500,000€ - 4,750,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2016&lt;br /&gt;
|4,250,000€ - 4,500,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2015&lt;br /&gt;
|4,250,000€ - 4,500,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2014&lt;br /&gt;
|4,500,000€ - 5,000,000€&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Quelle: LobbyFacts&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/60239386204445e2b0fb38cada46b204/microsoft-corporation Microsoft Corporation], LobbyFacts vom 27.04.2020, zuletzt aufgerufen am 12.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Microsoft ist u.a. Mitglied der folgenden Lobbyverbände und Thinktanks:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[AmCham EU|American Chamber of Commerce to the European Union (AmCham EU)]]&lt;br /&gt;
*American European Community Association (AECA)&lt;br /&gt;
*[[BITKOM]]&lt;br /&gt;
*[[Bruegel]]&lt;br /&gt;
*[[Businesseurope|Business Europe]]&lt;br /&gt;
*Business Software Alliance (BSA)&lt;br /&gt;
*Centre on Regulation in Europe (CERRE)&lt;br /&gt;
*[[Centre for European Policy Studies|CEPS]]&lt;br /&gt;
*Computer and Communications Industry Association (CCIA)&lt;br /&gt;
*Center for European Reform (CER)&lt;br /&gt;
*Danish Energy Association&lt;br /&gt;
*[[DIGITALEUROPE|Digital Europe]]&lt;br /&gt;
*Digital Interoperability Forum&lt;br /&gt;
*EU40 (Network of young Members of the European Parliament)&lt;br /&gt;
*[[European Centre for International Political Economy|European Center for International Political Economy (ECIPE)]]&lt;br /&gt;
*European Digital Media Association (EDIMA)&lt;br /&gt;
*European Emergency Number Association&lt;br /&gt;
*[[European Internet Foundation|European Internet Foundation (EIF)]]&lt;br /&gt;
*European Internet Services Providers Association (EuroISPA)&lt;br /&gt;
*European Justice Forum&lt;br /&gt;
*European Liberal Business Club&lt;br /&gt;
*[[European Services Forum]]&lt;br /&gt;
*European Youth Forum&lt;br /&gt;
*[[Friends of Europe]]&lt;br /&gt;
*German Association for Information Technology, Telecommunication and New Media (BITKOM)&lt;br /&gt;
*German Marshall Fund&lt;br /&gt;
*Interactive Advertising Bureau&lt;br /&gt;
*Interactive Software Federation of Europe (ISFE)&lt;br /&gt;
*International Data Spaces e.V.&lt;br /&gt;
*Science Business&lt;br /&gt;
*[[Transatlantic Policy Network]]&lt;br /&gt;
*Winfried Martens Center&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in den USA===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2019 hat Microsoft 26 PR-Agenturen, Anwaltskanzleien und andere Lobbyfirmen damit beauftragt, die Politik in den USA in einer Vielzahl von Themen zu beeinflussen. Von den 111 Lobbyist:innen, die in diesem Jahr für den Tech-Riesen arbeiteten, handelt es sich bei über 80% um Seitenwechsler.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/lobbyists?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Lobbyists representing Microsoft Corp], OpenSecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Vordergründig wurde das Unternehmen in den Bereichen Telekommunikation, Computer &amp;amp; Informationstechnologie sowie Immigration im Kontext von Visa-Programmen für hochqualifizierte Fachkräfte (H-1B) und solchen, die als Kinder illegal in die USA eingereist sind (DACA), aktiv.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://thehill.com/business-a-lobbying/469874-microsoft-pushes-for-daca-legislation-on-capitol-hill Microsoft pushes for DACA legislation], The Hill vom 11.11.2019, abgerufen am 25.08.2020&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; Im selben Jahr gab der Konzern beinahe so viel Geld für Lobbyarbeit wie im bisherigen Rekordjahr 2013 aus und verfolgt somit einen Trend stetig ansteigender Ausgaben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Microsoft: Total Lobbying Expenditures], Opensecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt überholten die&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; fünf größten Tech-Giganten 2019 die US Chamber of Commerce, die bislang die Akteurin mit den größten Lobbyausgaben darstellte.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.seattletimes.com/business/amazon-and-microsoft-are-among-the-tech-giants-opening-wallets-in-newly-hostile-washington/ Amazon and Microsoft are among the tech giants opening wallets in newly hostile Washington, D.C.], Seattle Times vom 22.01.2020, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;lptable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Jahr&lt;br /&gt;
|Lobbyausgaben in den USA (in US$)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2020&lt;br /&gt;
|9,64 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2019&lt;br /&gt;
|10,26 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2018&lt;br /&gt;
|9,59 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2017&lt;br /&gt;
|8,66 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2016&lt;br /&gt;
|8,71 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2015&lt;br /&gt;
|8,49 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2014&lt;br /&gt;
|8,33 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2013&lt;br /&gt;
|10,49 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Quelle: OpenSecrets&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Microsoft Corporation], OpenSecrets.org, zuletzt aufgerufen am 03.05.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Fallbeispiele und Kritik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Microsoft &amp;amp; Datenschutzverordnungen in Washington===&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die im Mai 2018 in Kraft trat, wurde bereits von verschiedenen Ländern, von Süd Korea bis Kolumbien, in unterschiedlichen Ausprägungen übernommen. Den großen Tech-Firmen wird in den USA bislang jedoch noch deutlich mehr freie Hand gelassen als in Europa. Nichtsdestotrotz gibt es auch dort vermehrt Versuche, sich dem Recht der EU anzunähern. So begannen die Gesetzgeber:innen im Washington State einen Gesetzesvorschlag zum Thema Datenschutz auszuarbeiten, der sich stark auf die DSGVO bezog und sogar ganze Passagen wortwörtlich übernahm. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politico.eu/article/how-lobbyists-rewrote-washington-state-privacy-law-microsoft-amazon-regulation/ How lobbyists rewrote Washington state’s privacy law], Politico.eu vom 26.04.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser sollte ebenfalls das Recht von Kund:innen beinhalten, eine Löschung persönlicher Informationen aus Firmendatenbanken verlangen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine solche Verordnung hätte die Grundlage für stärkere potenzielle nationale US-Datenschutzregeln sein können. Microsoft reagierte auf dieses Szenario allerdings mit einer elfprozentigen Steigerung seiner Lobbyausgaben in Olympia, der Hauptstadt vom Washington State, und spielte laut Aktivist*innen und Abgeordneten eine bedeutende Rolle beim Entwerfen der Verordnung. Die finale Version des Gesetzes beinhaltet im Gegensatz zur europäischen DSGVO die Prämisse, dass Konzerne weiterhin das vorrangige Recht besitzen, persönliche Daten zu sammeln anstatt Kund:innen im Schutz ihrer Daten zu stärken.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politico.eu/article/how-lobbyists-rewrote-washington-state-privacy-law-microsoft-amazon-regulation/ How lobbyists rewrote Washington state’s privacy law], Politico.eu vom 26.04.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Windows als staatliche IT===&lt;br /&gt;
Microsoft hat es nicht nur geschafft, auf dem freien Markt eine Vormachtstellung für sein Betriebssystem zu erlangen, sondern baut stetig seine Monopolstellung innerhalb der Deutschen und Europäischen Verwaltungen und Regierungen mit gezieltem Lobbyismus aus. Expert:innen sprechen hier von einem sogenannten „Lock-In“. Dies bezeichnet eine Situation, in der ein Akteur nur noch mit einer bestimmten Firma Geschäfte machen kann, da sich andere Optionen verschlossen haben. Da digitale Systeme ständig wachsen und immer unabdingbarer werden, geraten Staaten immer tiefer in die Abhängigkeit von Konzernen wie Microsoft. In Folge dieses Arrangements erhält der Konzern oftmals politisches Mitspracherecht und diktiert nicht selten die Vertragsbedingungen, da z.B. tausende Spezialprogramme der Finanzämter und anderer Behörden an Microsoft gebunden sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Schallbruch, der bis 2016 Abteilungsleiter für Informationstechnik und Cybersicherheit der Bundesregierung war, sieht Probleme, die sich in Zukunft noch verstärken werden: „Kontrollfähigkeit und Steuerungsfähigkeit des Staates im Hinblick auf seine eigene IT nimmt immer weiter ab.“ Eine Trennung von staatlicher Verwaltung und Microsoft verschwimmt zunehmend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2018/wie-microsoft-europa-kolonialisiert/ Wie Microsoft Europa kolonisiert], Netzpolitik.org vom 20.02.2018, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Die eigentlich zwingend öffentliche Auftragsausschreibung findet lediglich zwischen verschiedenen Microsoft-Lizenz-Zwischenhändlern statt, und Verträge zwischen Bund und Konzern werden trotz Anfragen nach Informationsfreiheitsgesetz zu ihren Konditionen nur geschwärzt herausgegeben. Entwicklungen wie diese sind vor allem unter dem europäischen Beschaffungs- und Wettbewerbsrecht kritisch zu betrachten. Die EU-Kommission will eigentlich den Einsatz von freier Software fördern, setzt aber ebenfalls auf Microsoft-Produkte. Tatsächlich hat die Kommission selbst einen Rahmenvertrag mit Microsoft, der für alle EU-Institutionen gilt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2018/wie-microsoft-europa-kolonialisiert/ Wie Microsoft Europa kolonisiert], Netzpolitik.org vom 20.02.2018, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Obwohl kostengünstige Open-Source-Alternativen wie Linux längst vorhanden sind, bauen Regierungen weiterhin auf den Monopolisten statt auf Unabhängigkeit. Der Umstieg wäre aufgrund der zugespitzten Lage allerdings mit großem Zeitaufwand und hohen Folgekosten verbunden. Gleichzeitig zahlen die europäischen Staaten und Regierungen jährlich Milliarden an Lizenzgeldern für Microsoft-Produkte an den Konzern (das unabhängige IT-Marktanalyse-Unternehmen Pierre Audoin Consultants geht von zwei Milliarden Euro Umsatz mit dem öffentlichen Sektor Europas im Geschäftsjahr 2016/16 aus).&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; Das Geschäftsmodell des Unternehmens besteht eben darin, Software in Form vom Betriebssystem Windows und Büroprogrammen wie Word, Excel oder Powerpoint als Lizenzprodukt zu verkaufen und hält dabei den zugehörigen („proprietären“) Programmcode geheim. Damit verfolgt der Konzern eine andere Strategie als Tech-Konzerne wie Google, Facebook oder Amazon, die auf Open-Source-Software setzen.&amp;lt;/span&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus sahen sich die staatlichen Behörden Europas Ende 2014 dazu gezwungen, teure Service-Verträge mit Microsoft abzuschließen, da der Konzern die Lieferung von Sicherheits-Updates für die Version „Windows XP“ einstellte, damit dieser weiterhin Sicherheitslücken in seinen alten Programmen schließt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.golem.de/news/open-source-kritik-an-microsoft-monopol-in-der-verwaltung-1704-127217.html Kritik an Microsoft-Monopol in der Verwaltung], Golem.de vom 09.04.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nichtsdestotrotz gibt es sie, die Inseln im Microsoft-Ozean. So stellte die französische Gendarmerie national, aber auch die Stadt München wenigstens kurzweilig auf Open-Source-Alternativen um. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund von engen Verflechtungen der CDU/CSU mit dem US-Konzern (beispielsweise durch Dorothee Belz, die Microsoft Europe bis 2015 als Vizepräsidentin diente und Mitglied im Präsidium des Wirtschaftsrates der Union ist) ruderte letzte jedoch nach wenigen Jahren zurück. Ähnliche Verflechtungen finden sich europaweit. In Italien lenkt eine frühere Microsoft-Managerin die „digitale Transformation“ der Wirtschaftsmetropole Mailand. In Portugal leitete ein Microsoft-Manager die Wahlkampagne des konservativen Präsidenten. In Frankreich verfügt der Konzern gleich über sechs Manager und Berater mit engen Verbindungen zu Ministerien und Politikern. Gleichzeitig arbeiten technische Angestellte von Microsoft direkt in der IT-Verwaltung der Regierung. Mindestens fünf davon verfügen sogar über E-Mail-Adressen, die sie als Regierungsmitarbeiter ausweisen, mit denen sie „direkt in der Verwaltung Lobbyarbeit für Microsoft machen“, wie ein Beamter gegenüber Investigate Europe bestätigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Microsoft und Datenschutz===&lt;br /&gt;
Der kaum zu kontrollierende Transfer von Nutzerdaten in die Microsoft-Cloud bzw. auf Rechner in den USA bereitet Fachleuten schon lange Kopfschmerzen. Sie sehen hierdurch die Datensouveränität in Gefahr und berufen sich in ihrer Kritik auf die Einschätzung niederländischer Behörden, nach der aktuelle Microsoft-Produkte nicht konform sind mit der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Die niederländische Regierung hatte 2018 eine Datenschutzfolgenabschätzung für Microsoft-Produkte durchgeführt, welche notwendig ist, wenn eine Form der Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen zur Folge hat (Art. 35 DS-GVO).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.haufe.de/compliance/management-praxis/monopol-und-datenschutz-probleme-bei-neuer-microsoft-software_230130_485544.html IT-Experten sehen Monopol- und Datenschutzprobleme bei Microsoft-Software], Haufe.de vom 07.03.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei hatte sie zahlreiche Risiken identifiziert und somit festgestellt, dass die Software nicht den Vorgaben der DSGVO genügt. Dazu zählt etwa ein fehlender Überblick über Risiken aufgrund unzureichender Transparenz, illegales Speichern sensibler Daten sowie eine unzureichende Kontrolle über Unterauftragsverarbeiter.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Insbesondere die Bürosoftware von Microsoft und die damit hergestellten Dateien sind das wichtigste Einfallstor für Cyberattacken. Das berichtete das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bereits 2011.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; Die Zahl der Sicherheitslücken in Microsoft-Programmen ist dramatisch. So registrierte das amerikanische „National Institute for Standards and Technology“ für „Mircrosoft Office“ in den drei Jahren bis April 2017 188 Fälle – davon drei Viertel in der schlimmsten Kategorie. Weiterhin unterliegt der Konzern amerikanischem Recht und kann somit jederzeit gezwungen werden, US-Behörden Zugang zu Daten ausländischer Bürger oder Behörden zu verschaffen. Dass dies reale Praxis ist, haben die Enthüllungen Edward Snowdens gezeigt.&amp;lt;/span&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist für europäische Regierungen schwer, zu garantieren, dass Daten privat bleiben, solange sie die Software, mit der sie arbeiten, nicht kontrollieren können. Eine der dramatischsten Sicherheitslücken im Microsoft-System wurde Anfang 2017 durch das Wüten der Schadsoftware WannCry bekannt. Sie ermöglichte dem Trojaner-Virus Nutzerdaten abzufragen und Daten auf betroffenen Computern zu verschlüsseln und befiel neben Privatanwendern auch Computer im Gesundheitswesen wie die von Krankenhäusern. Die Lücke in Windows-Dateifreigaben wurde ebenfalls von der NSA-nahen Equation Group genutzt, wie später bekannt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heise.de/newsticker/meldung/WannaCry-Was-wir-bisher-ueber-die-Ransomware-Attacke-wissen-3713502.html WannaCry: Was wir bisher über die Ransomware-Attacke wissen], Heise.de vom 15.05.2017, aufgerufen am 18.8.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Unterstützung von Bildungsprojekten===&lt;br /&gt;
Microsoft unterstützt zahlreiche Projekte, bei denen Kindergärten, Schulen, Auszubildende, Studierende, Lehrerinnen usw. mit Soft- und Hardware des Unternehmens ausgestattet werden und ihre IT-Kompetenzen gefördert werden sollen. Schulen und Universitäten erhalten Microsoft-Produkte zumeist kostenlos, sodass die Jugendlichen erst gar nicht den Umgang mit anderen Betriebssystem und Programmen lernen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies ist eine Form von [[Lobbyismus an Schulen]] bzw. [[deep lobbying]]. Mit der Microsoft-Bildungsinitiative „Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache“ soll zum Beispiel die frühkindliche Sprachförderung gefördert werden. Initiativen wie diese werden dann als gesellschaftliche Verantwortung verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1037_Ueber_die_Initiative.htm Die Schlaumäuse-Initiative] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings ist die Förderung von Bildungsprojekten keineswegs uneigennützig. Denn die Projekte setzen auf Microsoft-Produkte und stärken die Marktmacht von Microsoft. Sie binden die Jugendlichen nach ihrer Ausbildung an den Konzern und lassen sie den Rest ihres Lebens Lizenzgebühren zahlen. So das Kalkül. Das sei „das klassische Drogendealer-Modell“, urteilt Rufus Pollock vom Zentrum für Informationsrecht der Universität Cambridge. &amp;quot;Bis die Kunden abhängig sind, kriegen sie den Stoff gratis&amp;quot;. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sind auch politisch hilfreich: Sie verbessern das aufgrund seiner Geschäftspraktiken angekratzte Image des Software-Riesen und nutzen der politischen Kontaktpflege, indem Politikerinnen als Schirmherren für Projekte gewonnen oder zu Projektpräsentationen geladen werden&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1234_Schlaumaeuse_Tour_2014.htm Große Deutschland-Tour] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Zusammenhang mit diesen Bemühungen führt Microsoft an, dass das &amp;quot;digitale Lernen&amp;quot; Ende 2013 im Koalitionsvertrag verankert wurde&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1234_Schlaumaeuse_Tour_2014.htm Große Deutschland-Tour] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zur Gründerförderung veranstaltet Microsoft auch den Schüler und Studentenwettbewerb 'Imagine Cup' und betrachtet dieses Engagement als gesellschaftliche Verantwortung&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.microsoft.com/germany/techwiese/techstudent/imagine-cup/default.aspx Imagine Cup - Deine Idee gewinnt!] Microsoft: Tech Student, aufgerufen am 07.08.2015&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
===Astroturf-Kampagne C4C===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für umstrittene Auftragslobbyarbeit ist die Campaign for Creativity (C4C), eine Kampagne, die 2005 für die Einführung von Software-Patenten nach amerikanischem Modell  in der EU kämpfte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://web.archive.org/web/20050310052552/campaignforcreativity.org/camp4creativity/index.htm Campaign for Creativity] Kopie der Campaign for Creativity Website (die Originalwebsite ist nicht mehr online). Aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kampagne war eine sogenannte [[Astroturfing]]-Initiative. Astroturf bedeutet auf Englisch Kunstrasen. Im Kontext von Interessenpolitik wird der Begriff für vermeintliche Bürgerbewegungen verwendet, die tatsächlich von Unternehmen oder Lobbyorganisationen gesteuert oder finanziert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Campaign for Creativity gab vor, Künstlerinnen, Musiker, Designer, Ingenieure und Software-Entwicklerinnen zu vertreten. Sie verschleierte, dass sie tatsächlich eine professionelle politische Kampagne war, die von der Londoner Lobby-Agentur [[Campbell Gentry]] organisiert wurde. Finanziert wurde die Kampagne von unter anderem von Microsoft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbycontrol.de/2005/12/campaign-for-creativity-erhalt-worst-eu-lobbying-award/ “Campaign for Creativity” erhält “Worst EU Lobbying Award”] LobbyControl, 16.12.2005, abgerufen am 23.07.2014 ''und'' [http://www.bpb.de/apuz/32777/grassrootscampaigning-und-chancen-durch-neue-medien?p=all#fr-footnode16 Grassrootscampaigning und Chancen durch neue Medien] Aus Politik und Zeitgeschichte 19/2010, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Patentstreitigkeiten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Microsoft versuchte über den ehemaligen Kommissar für Binnenmarkt, [[Charles McCreevy]], die Debatte über Patentrecht innerhalb der EU-Institutionen zu beeinflussen. McCreevy kommt aus Irland, wo Microsoft seinen Sitz für Europa hat. Irland ist stark von den Investitionen der dort ansässigen IT-Unternehmen abhängig. Microsoft sponserte hierzu eine Kampagne für die irische Ratspräsidentschaft, während McCreevy noch Finanzminister war.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://archive.corporateeurope.org/lobbycracy/C4Cbackground2.html The lobbying battle over the EU software patents directive] Corporate Europe Observatory vom 28.06.2005, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner lud Paul Allen, einer der Mitbegründer Microsofts und immer noch Großaktionär, im Jahr 2004 den damaligen EU-Handelskommissar, Peter Mandelson, auf eine Silvesterparty auf seinem Boot in der Karibik ein. Mandelson folgte der Einladung.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://archive.corporateeurope.org/lobbycracy/C4Cbackground2.html The lobbying battle over the EU software patents directive] Corporate Europe Observatory vom 28.06.2005, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Machtkampf der großen IT-Konzerne===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Machtkampf der großen IT-Konzerne (u.a. [[Google]], Microsoft, [[Apple]] und [[Facebook]]) wird die politische Ebene immer wieder Austragungsort der Auseinandersetzungen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.telekom-presse.at/Patent_Wahnsinn_eskaliert_weiter_-_Microsoft_beklagt_sich_in_Bruessel.id.18928.htm Patent Wahnsinn eskaliert weiter - Microsoft beklagt sich in Brüssel] Telekom Presse, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Machtkampf wird auf mehreren Ebenen ausgetragen. [[Google]] und Microsoft beispielsweise stehen mit ihren jeweiligen Suchmaschinen in direkter Konkurrenz, weswegen sich gegenseitig mit Patentklagen überziehen, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Auch in der Urheberrechtsdebatte, insbesondere bei den Abkommen SOPA, PIPA und [[ACTA]] stehen sich die beiden Konzerne gegenüber. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Microsoft finanzierte [[Initiative for a Competitive Online Marketplace]] (ICOMP) versuchte beispielsweise durch Seminare, zu denen EU-Parlamentarier eingeladen wurden, [[Google]] zu diskreditieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://falkvinge.net/2012/03/02/how-microsoft-pays-big-money-to-smear-google-audaciously/ How Microsoft Pays Big Money to Smear Google in European Parliament] falkvinge.net, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch auf der Webseite der ICOMP überwiegen die Negativschlagzeilen über [[Google]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.i-comp.org/ Home] ICOMP, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die PR- und Lobbyagentur [[Burson-Marsteller]] betreut die ICOMP und fungiert als deren Sekretariat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2013 erreichte die Rivalität zwischen Microsoft und [[Google]] ihren vorläufigen Höhepunkt in den USA. Microsoft verkaufte dort T-Shirts und Tassen mit Anti-Google-Aufdrücken, die [[Google]] den Vorwurf machten, Nutzerdaten zu sammeln und auszuwerten. Für diese Aktion erntete Microsoft allerdings Spott, da das Unternehmen selbst wegen seines Umgangs mit Benutzerdaten  in der Kritik steht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/wirtschaft/article122130034/Anti-Google-Kampagne-bringt-Microsoft-Spott.html Anti-Google-Kampagne bringt Microsoft Spott] Die Welt vom 21.11.2013, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Scharfe Kritik erntete Microsoft auch 2014, als bekannt wurde, dass es ohne richterlichen Beschluss das private Email-Postfach eines Bloggers durchsucht hat.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/netzwelt/web/microsoft-schnueffelaktion-in-privatem-hotmail-postfach-a-959985.html Vertrauensbruch: Microsoft filzt privates Hotmail-Postfach] Spiegel Online vom 21.03.2014, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzdarstellung und Geschichte==&lt;br /&gt;
Microsoft wurde 1975 von Bill Gates und Paul Allen gegründet und ging am 13. März 1986 an die Börse.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.microsoft.com/en-us/news/inside_ms.aspx Important Dates] Microsoft, aufgerufen am 22.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2002 erhielt Microsoft den Negativpreis BigBrotherAward von dem Verein Digitalcourage. Laut Digitalcourage e.V. bekam das Unternehmen den Preis wegen der Einführung des &amp;quot;Digital Rights Managements&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://bigbrotherawards.de/2002 bigbrotherawards.de] Preisträger 2002, abgerufen am 09.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur, Geschäftsfelder und Finanzen==&lt;br /&gt;
Microsoft bietet Betriebssysteme und Anwendungsprogramme sowie Hardware an. Mit seinem Betriebssystem Windows und dem Büropaket Office dominiert Microsoft das klassische PC-Geschäft, spielt allerdings bei dem immer wichtiger werdenden Markt für Smartphones und Tablets eine untergeordnete Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/newsticker/news1/article130265791/Microsoft-streicht-18-000-Stellen-weltweit.html Microsoft streicht 18.000 Stellen weltweit] Die Welt vom 17.07.2014, aufgerufen am 22.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Microsoft Deutschland ist die zweitgrößte Tochtergesellschaft der in den USA ansässigen Microsoft Corporation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FastFacts&amp;quot;&amp;gt;[http://www.microsoft.com/de-de/corporate/ueber-uns/ Fast Facts] Microsoft, aufgerufen am 04.12.2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterführende Informationen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[http://www.powerbase.info/index.php/Microsoft Microsoft bei Powerbase]&lt;br /&gt;
*[http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Microsoft Microsoft bei SourceWatch]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{spendenbanner}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:EU]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lobbyismus an Schulen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>TorbenB</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lobbypedia.de/w/index.php?title=Microsoft&amp;diff=137094</id>
		<title>Microsoft</title>
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		<updated>2022-04-25T09:22:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;TorbenB: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{BoxUnternehmen&lt;br /&gt;
| Name             = Microsoft Corporation&lt;br /&gt;
| Logo             = &lt;br /&gt;
| Branche          = Softwareentwicklung&lt;br /&gt;
| Geschäftsfelder  = &lt;br /&gt;
| Hauptsitz             = One Microsoft Way, Redmond WA 98052, USA&lt;br /&gt;
| Lobbybüro Deutschland = Unter den Linden 17, 10117 Berlin&lt;br /&gt;
| Lobbybüro EU = Rue Montoyer 51, 1000 Bruxelles&lt;br /&gt;
| Homepage         = [http://www.microsoft.com microsoft.com]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Microsoft ist mit rund 189.000 Mitarbeitern in 119 Niederlassungen der größte Softwarehersteller weltweit (Stand 2021).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.geekwire.com/2021/microsoft-adds-23k-employees-one-year-growing-14-despite-pandemic-tight-labor-market/ Mitarbeiterentwicklung Microsoft], GeekWire, aufgerufen am 22.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Umsatz im Geschäftsjahr 2021 betrug 168 Mrd. US-Dollar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/155707/umfrage/entwicklung-des-umsatzes-der-microsoft-corporation-seit-dem-geschaeftsjahr-2002/ Umsatzentwicklung Microsoft], Statista, aufgerufen am 22.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Software-Gigant ist Microsoft zum Beispiel an Cyber Security und Datenschutz, aber auch an Künstlicher Intelligenz interessiert und übt sowohl durch eigene Lobbyisten als auch durch Auftragslobbyarbeit und die Mitgliedschaft in zahlreichen Verbänden Einfluss auf die Politik aus. In den letzten Jahren hat Microsoft seine Lobbyarbeit sowohl in den USA als auch in der EU stark ausgeweitet. So brach der Konzern 2019 mit 10,49 Millionen US$ beinahe seinen Rekord für Lobbyausgaben in den Vereinigten Staaten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2013&amp;amp;id=D000000115 Lobbyausgaben USA], OpenSecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und  belegt in Europa hinter Google den zweiten Platz der Tech-Unternehmen in puncto Aufwendungen für Lobbyarbeit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/60239386204445e2b0fb38cada46b204/microsoft-corporation Lobbyausgaben EU], Lobbyfacts.eu vom 27.04.2020, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lobbyarbeit: Struktur und Strategien==&lt;br /&gt;
{{Lobbyplanet-box}}&lt;br /&gt;
Microsoft beschäftigt eigene Lobbyisten in allen für das Unternehmen wichtigen Machtzentren, wie beispielsweise Brüssel, Washington und Berlin. Neben der Lobbyarbeit, die Microsoft direkt betreibt, ist das Unternehmen an zahlreichen Lobby-Koalitionen beteiligt, wie z.B. der [[AmCham EU]], einer Lobbygruppe, die die Interessen von US-Konzernen in der EU vertritt. Außerdem beauftragt Microsoft [[Anwaltskanzleien]] und PR-Agenturen mit Lobbyarbeit und beteiligt sich an Denkfabriken wie dem [[Centre for European Policy Studies]] (CEPS) oder dem [[Transatlantic Policy Network]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die marktbeherrschende Stellung von Microsoft bei PC-Systemen und sein Umgang mit Nutzerdaten haben dem Image des Konzerns geschadet. Mithilfe von [[Astroturfing|Astroturf-Initativen]] oder der Unterstützung von Bildungsprojekten versucht Microsoft seinen Ruf aufzubessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in Deutschland===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im November 2013 wurde in Berlin die neue Hauptstadt-Repräsentanz von Microsoft eröffnet. Cheflobbyist für Microsoft Deutschland ist [[Seitenwechsel|Seitenwechslerin]] Tanja Böhm, die zuvor als Landesbeamtin u.a. Leiterin des Referats Politische Koordinierung Bund-Land-Europa in der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund und Nationale Expertin im Ausschuss der Regionen in Brüssel im Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt war.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://news.microsoft.com/de-de/personalie-tanja-boehm-leitet-corporate-affairs-team-und-hauptstadtrepraesentanz-microsoft-berlin/ Personalie: Tanja Böhm leitet Corporate Affairs Team und Hauptstadtrepräsentanz Microsoft Berlin], Microsoft News vom 22.02.2017, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Um sich herum hat sie ein zwölfköpfiges Team von professionellen Interessenvertreter:innen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.microsoft.com/de-de/berlin/ansprechpartner.aspx Microsoft Ansprechpartner], Microsoft.com, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Microsoft-Repräsentanz steht für einen neuen Typus Berliner Lobbybüros, die sich zugleich an die Öffentlichkeit richtet - einer Verbindung aus Flagship-Store und Lobbyzentrale. Nur die erste von vier Etagen ist für die Lobbyarbeit reserviert. Das Büro umfasst ein eigenes Café, in dem man die neuesten Microsoft-Produkte testen kann sowie einen Veranstaltungsraum, in dem regelmäßig namhafte VertreterInnen der Politik anwesend sind. Im Dezember 2019 sprach hier beispielsweise Ralph Brinkhaus - Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion - im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema &amp;quot;Digitales Deutschland&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.microsoft.com/de-de/berlin/veranstaltungen/digitales-deutschland-brinkhaus.aspx Digitales Deutschland mit Ralph Brinkhaus], Microsoft.de, abgerufen am 25.08.2020 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Microsoft ist Mitglied in den folgenden Verbänden und Thinktanks:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[American Chamber of Commerce in Germany]]&lt;br /&gt;
*[[Atlantik-Brücke]]&lt;br /&gt;
*[[BITKOM]]&lt;br /&gt;
*Bundesverband Deutscher Startups e.V.&lt;br /&gt;
*BVMW Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands e.V.&lt;br /&gt;
*eco - Verband der Internetwirtschaft e.V.&lt;br /&gt;
*Förderkreis der Deutschen Industrie e.V.&lt;br /&gt;
*game - Verband der deutschen Games-Branche e.V. &lt;br /&gt;
*Grüner Wirtschaftsdialog e.V.&lt;br /&gt;
*Handelsverband Deutschland - HDE e.V.&lt;br /&gt;
*Initiative D21 e.V.&lt;br /&gt;
*International Data Spaces e. V.&lt;br /&gt;
*Selbstregulierung Informationswirtschaft e.V.&lt;br /&gt;
*[[Verband der Automobilindustrie]]&lt;br /&gt;
*Verband kommunaler Unternehmen e. V.&lt;br /&gt;
*VDMA e.V.&lt;br /&gt;
*[[Wirtschaftsforum der SPD]]&lt;br /&gt;
*[[Wirtschaftsrat der CDU]]&lt;br /&gt;
*Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. &lt;br /&gt;
*Freiwillige Selbstkontrolle Unterhaltungssoftware GmbH (USK)&lt;br /&gt;
*Netzwerk „Wirtschaftskoalition Daten &amp;amp;nzc; Digitales“&lt;br /&gt;
*Netzwerk &amp;quot;Allianz der Chancen&amp;quot; &lt;br /&gt;
*[[Collegium]]&lt;br /&gt;
Quelle: Transparenzregister &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbyregister.bundestag.de/suche/R002153] Transparenzregister Microsoft, aufgerufen am 25.04.2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit auf EU-Ebene===&lt;br /&gt;
Microsoft betreibt ein eigenes Lobbybüro mit 17 Lobbyist:innen (10 Vollzeitäquivalent) in Brüssel, fünf dieser Interessenvertreter:innen haben einen Hausausweis für das Europäische Parlament. Damit stellt das Unternehmen die größte Lobby-Truppe unter den Tech-Konzernen in Europa. Für Lobbyarbeit gab Microsoft in der EU im Geschäftsjahr 2019 nach eigenen Angaben zwischen 5.000.000€ und 5.250.000€ aus und hat damit sein Budget in Brüssel über die letzten Jahre stetig erhöht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=0801162959-21 Microsoft im Transparenzregister], europa.eu vom 27.04.2020, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; 2014 - also zu Beginn der Juncker Kommission - gab der Konzern dafür noch zwischen 4.500.000€ und 5.000.000€ aus. Damit liegt das Unternehmen im Branchenvergleich vor Facebook und hinter Tech-Gigant Google.Verantwortlicher für die Lobbyarbeit in der EU ist Casper Klynge. Insgesamt sind 15 Personen mit Lobbyarbeit auf EU-Ebene betraut. Microsoft ist seit 2011 - also von Beginn an - im freiwilligen [[Transparenzregister EU|Transparenzregister der EU]] registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein in den ersten acht Monaten des Jahres 2020 trafen sich Vertreter:innen von Microsoft 17 Mal mit Kabinettsmitgliedern und Kommissar:innen. Über die letzten Jahre war es vor allem der*die Kommissar:in für Digitalwirtschaft und den digitalen Binnenmarkt, mit denen der intensivste Kontakt des Unternehmens bestand.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.integritywatch.eu/index.php?oldcommission=1 Treffen mit EU-Kommissionen,] Integritywatch, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Microsoft sind gute Kontakte zu politischen Entscheidungsträgern wichtig, um so die Interessen des Unternehmens in die Entscheidungsabläufe der EU einzubringen. So veranstaltet etwa eine der Lobbyistinnen, [[Dorothee Belz]], den „Salon der Ideen“. Mitglieder in diesem unternehmenseigenen [[Think Tank]] sind unter anderem mehrere Abgeordnete des Europäischen Parlamentes und des Deutschen Bundestages.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ideen-fuer-europa.eu/de/Erasmier/Seiten/Startseite.aspx Mitglieder] Microsoft: Ideen für Europa, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Belz ist neben ihrer Funktion als Vice President von Microsoft Europa auch in der Geschäftsführung des [http://lobbypedia.de/wiki/Wirtschaftsrat_der_CDU Wirtschaftsrates der CDU] tätig, einer Lobbyorganisation von unionsnahen Unternehmern. Im Wirtschaftsrat war sie Vorsitzende der Begleitarbeitsgruppe zur Enquetekommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ideen-fuer-europa.eu/de/Salon/Seiten/gastgeberin.aspx Die Gastgeberin] Microsoft: Ideen für Europa, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indirekt betreibt Microsoft auch über [[Denkfabriken auf internationaler Ebene|Denkfabriken]] und Verbände Lobbyarbeit. So unterstützt das Unternehmen die Denkfabriken [[Centre for European Policy Studies]] (CEPS) und das [[Transatlantic Policy Network]], das sich insbesondere für die Intensivierung der transatlantischen Handelspartnerschaft einsetzt. Microsoft ist zudem unter anderem Mitglied  in den Verbänden [[AmCham EU]] und der [[European Privacy Association]] (EPA).&amp;lt;ref name=&amp;quot;TRMicrosoft&amp;quot;&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=0801162959-21 Microsoft Corporation] Transparency Register, aufgerufen am 04.12.2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem versucht das Unternehmen, Entscheidungen auf EU-Ebene auch über die US-Regierung zu beeinflussen, wie beispielsweise in Kartellverfahren.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://derstandard.at/2602583 US-Regierung leistet Lobbyarbeit für Microsoft gegen EU] Der Standard vom 16.10.2006, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die US-Regierung steht vielen US-Konzernen zur Seite, wenn deren Geschäftsinteressen durch politische Entscheidungen eines anderen Nationalstaates oder der EU nachteilig beeinflusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;lptable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Jahr&lt;br /&gt;
|Lobbyausgaben in Brüssel (in €)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2019&lt;br /&gt;
|5,000,000€ - 5,250,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2018&lt;br /&gt;
|5,000,000€ - 5,250,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2017&lt;br /&gt;
|4,500,000€ - 4,750,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2016&lt;br /&gt;
|4,250,000€ - 4,500,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2015&lt;br /&gt;
|4,250,000€ - 4,500,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2014&lt;br /&gt;
|4,500,000€ - 5,000,000€&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Quelle: LobbyFacts&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/60239386204445e2b0fb38cada46b204/microsoft-corporation Microsoft Corporation], LobbyFacts vom 27.04.2020, zuletzt aufgerufen am 12.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Microsoft ist u.a. Mitglied der folgenden Lobbyverbände und Thinktanks:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[AmCham EU|American Chamber of Commerce to the European Union (AmCham EU)]]&lt;br /&gt;
*American European Community Association (AECA)&lt;br /&gt;
*[[BITKOM]]&lt;br /&gt;
*[[Bruegel]]&lt;br /&gt;
*[[Businesseurope|Business Europe]]&lt;br /&gt;
*Business Software Alliance (BSA)&lt;br /&gt;
*Centre on Regulation in Europe (CERRE)&lt;br /&gt;
*[[Centre for European Policy Studies|CEPS]]&lt;br /&gt;
*Computer and Communications Industry Association (CCIA)&lt;br /&gt;
*Center for European Reform (CER)&lt;br /&gt;
*Danish Energy Association&lt;br /&gt;
*[[DIGITALEUROPE|Digital Europe]]&lt;br /&gt;
*Digital Interoperability Forum&lt;br /&gt;
*EU40 (Network of young Members of the European Parliament)&lt;br /&gt;
*[[European Centre for International Political Economy|European Center for International Political Economy (ECIPE)]]&lt;br /&gt;
*European Digital Media Association (EDIMA)&lt;br /&gt;
*European Emergency Number Association&lt;br /&gt;
*[[European Internet Foundation|European Internet Foundation (EIF)]]&lt;br /&gt;
*European Internet Services Providers Association (EuroISPA)&lt;br /&gt;
*European Justice Forum&lt;br /&gt;
*European Liberal Business Club&lt;br /&gt;
*[[European Services Forum]]&lt;br /&gt;
*European Youth Forum&lt;br /&gt;
*[[Friends of Europe]]&lt;br /&gt;
*German Association for Information Technology, Telecommunication and New Media (BITKOM)&lt;br /&gt;
*German Marshall Fund&lt;br /&gt;
*Interactive Advertising Bureau&lt;br /&gt;
*Interactive Software Federation of Europe (ISFE)&lt;br /&gt;
*International Data Spaces e.V.&lt;br /&gt;
*Science Business&lt;br /&gt;
*[[Transatlantic Policy Network]]&lt;br /&gt;
*Winfried Martens Center&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in den USA===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2019 hat Microsoft 26 PR-Agenturen, Anwaltskanzleien und andere Lobbyfirmen damit beauftragt, die Politik in den USA in einer Vielzahl von Themen zu beeinflussen. Von den 111 Lobbyist:innen, die in diesem Jahr für den Tech-Riesen arbeiteten, handelt es sich bei über 80% um Seitenwechsler.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/lobbyists?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Lobbyists representing Microsoft Corp], OpenSecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Vordergründig wurde das Unternehmen in den Bereichen Telekommunikation, Computer &amp;amp; Informationstechnologie sowie Immigration im Kontext von Visa-Programmen für hochqualifizierte Fachkräfte (H-1B) und solchen, die als Kinder illegal in die USA eingereist sind (DACA), aktiv.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://thehill.com/business-a-lobbying/469874-microsoft-pushes-for-daca-legislation-on-capitol-hill Microsoft pushes for DACA legislation], The Hill vom 11.11.2019, abgerufen am 25.08.2020&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; Im selben Jahr gab der Konzern beinahe so viel Geld für Lobbyarbeit wie im bisherigen Rekordjahr 2013 aus und verfolgt somit einen Trend stetig ansteigender Ausgaben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Microsoft: Total Lobbying Expenditures], Opensecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt überholten die&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; fünf größten Tech-Giganten 2019 die US Chamber of Commerce, die bislang die Akteurin mit den größten Lobbyausgaben darstellte.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.seattletimes.com/business/amazon-and-microsoft-are-among-the-tech-giants-opening-wallets-in-newly-hostile-washington/ Amazon and Microsoft are among the tech giants opening wallets in newly hostile Washington, D.C.], Seattle Times vom 22.01.2020, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;lptable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Jahr&lt;br /&gt;
|Lobbyausgaben in den USA (in US$)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2020&lt;br /&gt;
|9,64 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2019&lt;br /&gt;
|10,26 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2018&lt;br /&gt;
|9,59 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2017&lt;br /&gt;
|8,66 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2016&lt;br /&gt;
|8,71 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2015&lt;br /&gt;
|8,49 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2014&lt;br /&gt;
|8,33 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2013&lt;br /&gt;
|10,49 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Quelle: OpenSecrets&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Microsoft Corporation], OpenSecrets.org, zuletzt aufgerufen am 03.05.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Fallbeispiele und Kritik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Microsoft &amp;amp; Datenschutzverordnungen in Washington===&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die im Mai 2018 in Kraft trat, wurde bereits von verschiedenen Ländern, von Süd Korea bis Kolumbien, in unterschiedlichen Ausprägungen übernommen. Den großen Tech-Firmen wird in den USA bislang jedoch noch deutlich mehr freie Hand gelassen als in Europa. Nichtsdestotrotz gibt es auch dort vermehrt Versuche, sich dem Recht der EU anzunähern. So begannen die Gesetzgeber:innen im Washington State einen Gesetzesvorschlag zum Thema Datenschutz auszuarbeiten, der sich stark auf die DSGVO bezog und sogar ganze Passagen wortwörtlich übernahm. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politico.eu/article/how-lobbyists-rewrote-washington-state-privacy-law-microsoft-amazon-regulation/ How lobbyists rewrote Washington state’s privacy law], Politico.eu vom 26.04.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser sollte ebenfalls das Recht von Kund:innen beinhalten, eine Löschung persönlicher Informationen aus Firmendatenbanken verlangen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine solche Verordnung hätte die Grundlage für stärkere potenzielle nationale US-Datenschutzregeln sein können. Microsoft reagierte auf dieses Szenario allerdings mit einer elfprozentigen Steigerung seiner Lobbyausgaben in Olympia, der Hauptstadt vom Washington State, und spielte laut Aktivist*innen und Abgeordneten eine bedeutende Rolle beim Entwerfen der Verordnung. Die finale Version des Gesetzes beinhaltet im Gegensatz zur europäischen DSGVO die Prämisse, dass Konzerne weiterhin das vorrangige Recht besitzen, persönliche Daten zu sammeln anstatt Kund:innen im Schutz ihrer Daten zu stärken.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politico.eu/article/how-lobbyists-rewrote-washington-state-privacy-law-microsoft-amazon-regulation/ How lobbyists rewrote Washington state’s privacy law], Politico.eu vom 26.04.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Windows als staatliche IT===&lt;br /&gt;
Microsoft hat es nicht nur geschafft, auf dem freien Markt eine Vormachtstellung für sein Betriebssystem zu erlangen, sondern baut stetig seine Monopolstellung innerhalb der Deutschen und Europäischen Verwaltungen und Regierungen mit gezieltem Lobbyismus aus. Expert:innen sprechen hier von einem sogenannten „Lock-In“. Dies bezeichnet eine Situation, in der ein Akteur nur noch mit einer bestimmten Firma Geschäfte machen kann, da sich andere Optionen verschlossen haben. Da digitale Systeme ständig wachsen und immer unabdingbarer werden, geraten Staaten immer tiefer in die Abhängigkeit von Konzernen wie Microsoft. In Folge dieses Arrangements erhält der Konzern oftmals politisches Mitspracherecht und diktiert nicht selten die Vertragsbedingungen, da z.B. tausende Spezialprogramme der Finanzämter und anderer Behörden an Microsoft gebunden sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Schallbruch, der bis 2016 Abteilungsleiter für Informationstechnik und Cybersicherheit der Bundesregierung war, sieht Probleme, die sich in Zukunft noch verstärken werden: „Kontrollfähigkeit und Steuerungsfähigkeit des Staates im Hinblick auf seine eigene IT nimmt immer weiter ab.“ Eine Trennung von staatlicher Verwaltung und Microsoft verschwimmt zunehmend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2018/wie-microsoft-europa-kolonialisiert/ Wie Microsoft Europa kolonisiert], Netzpolitik.org vom 20.02.2018, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Die eigentlich zwingend öffentliche Auftragsausschreibung findet lediglich zwischen verschiedenen Microsoft-Lizenz-Zwischenhändlern statt, und Verträge zwischen Bund und Konzern werden trotz Anfragen nach Informationsfreiheitsgesetz zu ihren Konditionen nur geschwärzt herausgegeben. Entwicklungen wie diese sind vor allem unter dem europäischen Beschaffungs- und Wettbewerbsrecht kritisch zu betrachten. Die EU-Kommission will eigentlich den Einsatz von freier Software fördern, setzt aber ebenfalls auf Microsoft-Produkte. Tatsächlich hat die Kommission selbst einen Rahmenvertrag mit Microsoft, der für alle EU-Institutionen gilt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2018/wie-microsoft-europa-kolonialisiert/ Wie Microsoft Europa kolonisiert], Netzpolitik.org vom 20.02.2018, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Obwohl kostengünstige Open-Source-Alternativen wie Linux längst vorhanden sind, bauen Regierungen weiterhin auf den Monopolisten statt auf Unabhängigkeit. Der Umstieg wäre aufgrund der zugespitzten Lage allerdings mit großem Zeitaufwand und hohen Folgekosten verbunden. Gleichzeitig zahlen die europäischen Staaten und Regierungen jährlich Milliarden an Lizenzgeldern für Microsoft-Produkte an den Konzern (das unabhängige IT-Marktanalyse-Unternehmen Pierre Audoin Consultants geht von zwei Milliarden Euro Umsatz mit dem öffentlichen Sektor Europas im Geschäftsjahr 2016/16 aus).&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; Das Geschäftsmodell des Unternehmens besteht eben darin, Software in Form vom Betriebssystem Windows und Büroprogrammen wie Word, Excel oder Powerpoint als Lizenzprodukt zu verkaufen und hält dabei den zugehörigen („proprietären“) Programmcode geheim. Damit verfolgt der Konzern eine andere Strategie als Tech-Konzerne wie Google, Facebook oder Amazon, die auf Open-Source-Software setzen.&amp;lt;/span&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus sahen sich die staatlichen Behörden Europas Ende 2014 dazu gezwungen, teure Service-Verträge mit Microsoft abzuschließen, da der Konzern die Lieferung von Sicherheits-Updates für die Version „Windows XP“ einstellte, damit dieser weiterhin Sicherheitslücken in seinen alten Programmen schließt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.golem.de/news/open-source-kritik-an-microsoft-monopol-in-der-verwaltung-1704-127217.html Kritik an Microsoft-Monopol in der Verwaltung], Golem.de vom 09.04.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nichtsdestotrotz gibt es sie, die Inseln im Microsoft-Ozean. So stellte die französische Gendarmerie national, aber auch die Stadt München wenigstens kurzweilig auf Open-Source-Alternativen um. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund von engen Verflechtungen der CDU/CSU mit dem US-Konzern (beispielsweise durch Dorothee Belz, die Microsoft Europe bis 2015 als Vizepräsidentin diente und Mitglied im Präsidium des Wirtschaftsrates der Union ist) ruderte letzte jedoch nach wenigen Jahren zurück. Ähnliche Verflechtungen finden sich europaweit. In Italien lenkt eine frühere Microsoft-Managerin die „digitale Transformation“ der Wirtschaftsmetropole Mailand. In Portugal leitete ein Microsoft-Manager die Wahlkampagne des konservativen Präsidenten. In Frankreich verfügt der Konzern gleich über sechs Manager und Berater mit engen Verbindungen zu Ministerien und Politikern. Gleichzeitig arbeiten technische Angestellte von Microsoft direkt in der IT-Verwaltung der Regierung. Mindestens fünf davon verfügen sogar über E-Mail-Adressen, die sie als Regierungsmitarbeiter ausweisen, mit denen sie „direkt in der Verwaltung Lobbyarbeit für Microsoft machen“, wie ein Beamter gegenüber Investigate Europe bestätigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Microsoft und Datenschutz===&lt;br /&gt;
Der kaum zu kontrollierende Transfer von Nutzerdaten in die Microsoft-Cloud bzw. auf Rechner in den USA bereitet Fachleuten schon lange Kopfschmerzen. Sie sehen hierdurch die Datensouveränität in Gefahr und berufen sich in ihrer Kritik auf die Einschätzung niederländischer Behörden, nach der aktuelle Microsoft-Produkte nicht konform sind mit der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Die niederländische Regierung hatte 2018 eine Datenschutzfolgenabschätzung für Microsoft-Produkte durchgeführt, welche notwendig ist, wenn eine Form der Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen zur Folge hat (Art. 35 DS-GVO).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.haufe.de/compliance/management-praxis/monopol-und-datenschutz-probleme-bei-neuer-microsoft-software_230130_485544.html IT-Experten sehen Monopol- und Datenschutzprobleme bei Microsoft-Software], Haufe.de vom 07.03.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei hatte sie zahlreiche Risiken identifiziert und somit festgestellt, dass die Software nicht den Vorgaben der DSGVO genügt. Dazu zählt etwa ein fehlender Überblick über Risiken aufgrund unzureichender Transparenz, illegales Speichern sensibler Daten sowie eine unzureichende Kontrolle über Unterauftragsverarbeiter.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Insbesondere die Bürosoftware von Microsoft und die damit hergestellten Dateien sind das wichtigste Einfallstor für Cyberattacken. Das berichtete das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bereits 2011.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; Die Zahl der Sicherheitslücken in Microsoft-Programmen ist dramatisch. So registrierte das amerikanische „National Institute for Standards and Technology“ für „Mircrosoft Office“ in den drei Jahren bis April 2017 188 Fälle – davon drei Viertel in der schlimmsten Kategorie. Weiterhin unterliegt der Konzern amerikanischem Recht und kann somit jederzeit gezwungen werden, US-Behörden Zugang zu Daten ausländischer Bürger oder Behörden zu verschaffen. Dass dies reale Praxis ist, haben die Enthüllungen Edward Snowdens gezeigt.&amp;lt;/span&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist für europäische Regierungen schwer, zu garantieren, dass Daten privat bleiben, solange sie die Software, mit der sie arbeiten, nicht kontrollieren können. Eine der dramatischsten Sicherheitslücken im Microsoft-System wurde Anfang 2017 durch das Wüten der Schadsoftware WannCry bekannt. Sie ermöglichte dem Trojaner-Virus Nutzerdaten abzufragen und Daten auf betroffenen Computern zu verschlüsseln und befiel neben Privatanwendern auch Computer im Gesundheitswesen wie die von Krankenhäusern. Die Lücke in Windows-Dateifreigaben wurde ebenfalls von der NSA-nahen Equation Group genutzt, wie später bekannt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heise.de/newsticker/meldung/WannaCry-Was-wir-bisher-ueber-die-Ransomware-Attacke-wissen-3713502.html WannaCry: Was wir bisher über die Ransomware-Attacke wissen], Heise.de vom 15.05.2017, aufgerufen am 18.8.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Unterstützung von Bildungsprojekten===&lt;br /&gt;
Microsoft unterstützt zahlreiche Projekte, bei denen Kindergärten, Schulen, Auszubildende, Studierende, Lehrerinnen usw. mit Soft- und Hardware des Unternehmens ausgestattet werden und ihre IT-Kompetenzen gefördert werden sollen. Schulen und Universitäten erhalten Microsoft-Produkte zumeist kostenlos, sodass die Jugendlichen erst gar nicht den Umgang mit anderen Betriebssystem und Programmen lernen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies ist eine Form von [[Lobbyismus an Schulen]] bzw. [[deep lobbying]]. Mit der Microsoft-Bildungsinitiative „Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache“ soll zum Beispiel die frühkindliche Sprachförderung gefördert werden. Initiativen wie diese werden dann als gesellschaftliche Verantwortung verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1037_Ueber_die_Initiative.htm Die Schlaumäuse-Initiative] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings ist die Förderung von Bildungsprojekten keineswegs uneigennützig. Denn die Projekte setzen auf Microsoft-Produkte und stärken die Marktmacht von Microsoft. Sie binden die Jugendlichen nach ihrer Ausbildung an den Konzern und lassen sie den Rest ihres Lebens Lizenzgebühren zahlen. So das Kalkül. Das sei „das klassische Drogendealer-Modell“, urteilt Rufus Pollock vom Zentrum für Informationsrecht der Universität Cambridge. &amp;quot;Bis die Kunden abhängig sind, kriegen sie den Stoff gratis&amp;quot;. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sind auch politisch hilfreich: Sie verbessern das aufgrund seiner Geschäftspraktiken angekratzte Image des Software-Riesen und nutzen der politischen Kontaktpflege, indem Politikerinnen als Schirmherren für Projekte gewonnen oder zu Projektpräsentationen geladen werden&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1234_Schlaumaeuse_Tour_2014.htm Große Deutschland-Tour] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Zusammenhang mit diesen Bemühungen führt Microsoft an, dass das &amp;quot;digitale Lernen&amp;quot; Ende 2013 im Koalitionsvertrag verankert wurde&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1234_Schlaumaeuse_Tour_2014.htm Große Deutschland-Tour] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zur Gründerförderung veranstaltet Microsoft auch den Schüler und Studentenwettbewerb 'Imagine Cup' und betrachtet dieses Engagement als gesellschaftliche Verantwortung&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.microsoft.com/germany/techwiese/techstudent/imagine-cup/default.aspx Imagine Cup - Deine Idee gewinnt!] Microsoft: Tech Student, aufgerufen am 07.08.2015&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
===Astroturf-Kampagne C4C===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für umstrittene Auftragslobbyarbeit ist die Campaign for Creativity (C4C), eine Kampagne, die 2005 für die Einführung von Software-Patenten nach amerikanischem Modell  in der EU kämpfte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://web.archive.org/web/20050310052552/campaignforcreativity.org/camp4creativity/index.htm Campaign for Creativity] Kopie der Campaign for Creativity Website (die Originalwebsite ist nicht mehr online). Aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kampagne war eine sogenannte [[Astroturfing]]-Initiative. Astroturf bedeutet auf Englisch Kunstrasen. Im Kontext von Interessenpolitik wird der Begriff für vermeintliche Bürgerbewegungen verwendet, die tatsächlich von Unternehmen oder Lobbyorganisationen gesteuert oder finanziert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Campaign for Creativity gab vor, Künstlerinnen, Musiker, Designer, Ingenieure und Software-Entwicklerinnen zu vertreten. Sie verschleierte, dass sie tatsächlich eine professionelle politische Kampagne war, die von der Londoner Lobby-Agentur [[Campbell Gentry]] organisiert wurde. Finanziert wurde die Kampagne von unter anderem von Microsoft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbycontrol.de/2005/12/campaign-for-creativity-erhalt-worst-eu-lobbying-award/ “Campaign for Creativity” erhält “Worst EU Lobbying Award”] LobbyControl, 16.12.2005, abgerufen am 23.07.2014 ''und'' [http://www.bpb.de/apuz/32777/grassrootscampaigning-und-chancen-durch-neue-medien?p=all#fr-footnode16 Grassrootscampaigning und Chancen durch neue Medien] Aus Politik und Zeitgeschichte 19/2010, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Patentstreitigkeiten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Microsoft versuchte über den ehemaligen Kommissar für Binnenmarkt, [[Charles McCreevy]], die Debatte über Patentrecht innerhalb der EU-Institutionen zu beeinflussen. McCreevy kommt aus Irland, wo Microsoft seinen Sitz für Europa hat. Irland ist stark von den Investitionen der dort ansässigen IT-Unternehmen abhängig. Microsoft sponserte hierzu eine Kampagne für die irische Ratspräsidentschaft, während McCreevy noch Finanzminister war.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://archive.corporateeurope.org/lobbycracy/C4Cbackground2.html The lobbying battle over the EU software patents directive] Corporate Europe Observatory vom 28.06.2005, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner lud Paul Allen, einer der Mitbegründer Microsofts und immer noch Großaktionär, im Jahr 2004 den damaligen EU-Handelskommissar, Peter Mandelson, auf eine Silvesterparty auf seinem Boot in der Karibik ein. Mandelson folgte der Einladung.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://archive.corporateeurope.org/lobbycracy/C4Cbackground2.html The lobbying battle over the EU software patents directive] Corporate Europe Observatory vom 28.06.2005, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Machtkampf der großen IT-Konzerne===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Machtkampf der großen IT-Konzerne (u.a. [[Google]], Microsoft, [[Apple]] und [[Facebook]]) wird die politische Ebene immer wieder Austragungsort der Auseinandersetzungen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.telekom-presse.at/Patent_Wahnsinn_eskaliert_weiter_-_Microsoft_beklagt_sich_in_Bruessel.id.18928.htm Patent Wahnsinn eskaliert weiter - Microsoft beklagt sich in Brüssel] Telekom Presse, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Machtkampf wird auf mehreren Ebenen ausgetragen. [[Google]] und Microsoft beispielsweise stehen mit ihren jeweiligen Suchmaschinen in direkter Konkurrenz, weswegen sich gegenseitig mit Patentklagen überziehen, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Auch in der Urheberrechtsdebatte, insbesondere bei den Abkommen SOPA, PIPA und [[ACTA]] stehen sich die beiden Konzerne gegenüber. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Microsoft finanzierte [[Initiative for a Competitive Online Marketplace]] (ICOMP) versuchte beispielsweise durch Seminare, zu denen EU-Parlamentarier eingeladen wurden, [[Google]] zu diskreditieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://falkvinge.net/2012/03/02/how-microsoft-pays-big-money-to-smear-google-audaciously/ How Microsoft Pays Big Money to Smear Google in European Parliament] falkvinge.net, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch auf der Webseite der ICOMP überwiegen die Negativschlagzeilen über [[Google]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.i-comp.org/ Home] ICOMP, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die PR- und Lobbyagentur [[Burson-Marsteller]] betreut die ICOMP und fungiert als deren Sekretariat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2013 erreichte die Rivalität zwischen Microsoft und [[Google]] ihren vorläufigen Höhepunkt in den USA. Microsoft verkaufte dort T-Shirts und Tassen mit Anti-Google-Aufdrücken, die [[Google]] den Vorwurf machten, Nutzerdaten zu sammeln und auszuwerten. Für diese Aktion erntete Microsoft allerdings Spott, da das Unternehmen selbst wegen seines Umgangs mit Benutzerdaten  in der Kritik steht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/wirtschaft/article122130034/Anti-Google-Kampagne-bringt-Microsoft-Spott.html Anti-Google-Kampagne bringt Microsoft Spott] Die Welt vom 21.11.2013, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Scharfe Kritik erntete Microsoft auch 2014, als bekannt wurde, dass es ohne richterlichen Beschluss das private Email-Postfach eines Bloggers durchsucht hat.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/netzwelt/web/microsoft-schnueffelaktion-in-privatem-hotmail-postfach-a-959985.html Vertrauensbruch: Microsoft filzt privates Hotmail-Postfach] Spiegel Online vom 21.03.2014, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzdarstellung und Geschichte==&lt;br /&gt;
Microsoft wurde 1975 von Bill Gates und Paul Allen gegründet und ging am 13. März 1986 an die Börse.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.microsoft.com/en-us/news/inside_ms.aspx Important Dates] Microsoft, aufgerufen am 22.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2002 erhielt Microsoft den Negativpreis BigBrotherAward von dem Verein Digitalcourage. Laut Digitalcourage e.V. bekam das Unternehmen den Preis wegen der Einführung des &amp;quot;Digital Rights Managements&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://bigbrotherawards.de/2002 bigbrotherawards.de] Preisträger 2002, abgerufen am 09.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur, Geschäftsfelder und Finanzen==&lt;br /&gt;
Microsoft bietet Betriebssysteme und Anwendungsprogramme sowie Hardware an. Mit seinem Betriebssystem Windows und dem Büropaket Office dominiert Microsoft das klassische PC-Geschäft, spielt allerdings bei dem immer wichtiger werdenden Markt für Smartphones und Tablets eine untergeordnete Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/newsticker/news1/article130265791/Microsoft-streicht-18-000-Stellen-weltweit.html Microsoft streicht 18.000 Stellen weltweit] Die Welt vom 17.07.2014, aufgerufen am 22.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Microsoft Deutschland ist die zweitgrößte Tochtergesellschaft der in den USA ansässigen Microsoft Corporation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FastFacts&amp;quot;&amp;gt;[http://www.microsoft.com/de-de/corporate/ueber-uns/ Fast Facts] Microsoft, aufgerufen am 04.12.2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterführende Informationen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[http://www.powerbase.info/index.php/Microsoft Microsoft bei Powerbase]&lt;br /&gt;
*[http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Microsoft Microsoft bei SourceWatch]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{spendenbanner}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:EU]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lobbyismus an Schulen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>TorbenB</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lobbypedia.de/w/index.php?title=Microsoft&amp;diff=137092</id>
		<title>Microsoft</title>
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		<updated>2022-04-25T09:19:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;TorbenB: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{BoxUnternehmen&lt;br /&gt;
| Name             = Microsoft Corporation&lt;br /&gt;
| Logo             = &lt;br /&gt;
| Branche          = Softwareentwicklung&lt;br /&gt;
| Geschäftsfelder  = &lt;br /&gt;
| Hauptsitz             = One Microsoft Way, Redmond WA 98052, USA&lt;br /&gt;
| Lobbybüro Deutschland = Unter den Linden 17, 10117 Berlin&lt;br /&gt;
| Lobbybüro EU = Rue Montoyer 51, 1000 Bruxelles&lt;br /&gt;
| Homepage         = [http://www.microsoft.com microsoft.com]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Microsoft ist mit rund 189.000 Mitarbeitern in 119 Niederlassungen der größte Softwarehersteller weltweit (Stand 2021).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.geekwire.com/2021/microsoft-adds-23k-employees-one-year-growing-14-despite-pandemic-tight-labor-market/ Mitarbeiterentwicklung Microsoft], GeekWire, aufgerufen am 22.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Umsatz im Geschäftsjahr 2021 betrug 168 Mrd. US-Dollar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/155707/umfrage/entwicklung-des-umsatzes-der-microsoft-corporation-seit-dem-geschaeftsjahr-2002/ Umsatzentwicklung Microsoft], Statista, aufgerufen am 22.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Software-Gigant ist Microsoft zum Beispiel an Cyber Security und Datenschutz, aber auch an Künstlicher Intelligenz interessiert und übt sowohl durch eigene Lobbyisten als auch durch Auftragslobbyarbeit und die Mitgliedschaft in zahlreichen Verbänden Einfluss auf die Politik aus. In den letzten Jahren hat Microsoft seine Lobbyarbeit sowohl in den USA als auch in der EU stark ausgeweitet. So brach der Konzern 2019 mit 10,49 Millionen US$ beinahe seinen Rekord für Lobbyausgaben in den Vereinigten Staaten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2013&amp;amp;id=D000000115 Lobbyausgaben USA], OpenSecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und  belegt in Europa hinter Google den zweiten Platz der Tech-Unternehmen in puncto Aufwendungen für Lobbyarbeit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/60239386204445e2b0fb38cada46b204/microsoft-corporation Lobbyausgaben EU], Lobbyfacts.eu vom 27.04.2020, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lobbyarbeit: Struktur und Strategien==&lt;br /&gt;
{{Lobbyplanet-box}}&lt;br /&gt;
Microsoft beschäftigt eigene Lobbyisten in allen für das Unternehmen wichtigen Machtzentren, wie beispielsweise Brüssel, Washington und Berlin. Neben der Lobbyarbeit, die Microsoft direkt betreibt, ist das Unternehmen an zahlreichen Lobby-Koalitionen beteiligt, wie z.B. der [[AmCham EU]], einer Lobbygruppe, die die Interessen von US-Konzernen in der EU vertritt. Außerdem beauftragt Microsoft [[Anwaltskanzleien]] und PR-Agenturen mit Lobbyarbeit und beteiligt sich an Denkfabriken wie dem [[Centre for European Policy Studies]] (CEPS) oder dem [[Transatlantic Policy Network]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die marktbeherrschende Stellung von Microsoft bei PC-Systemen und sein Umgang mit Nutzerdaten haben dem Image des Konzerns geschadet. Mithilfe von [[Astroturfing|Astroturf-Initativen]] oder der Unterstützung von Bildungsprojekten versucht Microsoft seinen Ruf aufzubessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in Deutschland===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im November 2013 wurde in Berlin die neue Hauptstadt-Repräsentanz von Microsoft eröffnet. Cheflobbyist für Microsoft Deutschland ist [[Seitenwechsel|Seitenwechslerin]] Tanja Böhm, die zuvor als Landesbeamtin u.a. Leiterin des Referats Politische Koordinierung Bund-Land-Europa in der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund und Nationale Expertin im Ausschuss der Regionen in Brüssel im Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt war.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://news.microsoft.com/de-de/personalie-tanja-boehm-leitet-corporate-affairs-team-und-hauptstadtrepraesentanz-microsoft-berlin/ Personalie: Tanja Böhm leitet Corporate Affairs Team und Hauptstadtrepräsentanz Microsoft Berlin], Microsoft News vom 22.02.2017, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Um sich herum hat sie ein zwölfköpfiges Team von professionellen Interessenvertreter:innen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.microsoft.com/de-de/berlin/ansprechpartner.aspx Microsoft Ansprechpartner], Microsoft.com, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Microsoft-Repräsentanz steht für einen neuen Typus Berliner Lobbybüros, die sich zugleich an die Öffentlichkeit richtet - einer Verbindung aus Flagship-Store und Lobbyzentrale. Nur die erste von vier Etagen ist für die Lobbyarbeit reserviert. Das Büro umfasst ein eigenes Café, in dem man die neuesten Microsoft-Produkte testen kann sowie einen Veranstaltungsraum, in dem regelmäßig namhafte VertreterInnen der Politik anwesend sind. Im Dezember 2019 sprach hier beispielsweise Ralph Brinkhaus - Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion - im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema &amp;quot;Digitales Deutschland&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.microsoft.com/de-de/berlin/veranstaltungen/digitales-deutschland-brinkhaus.aspx Digitales Deutschland mit Ralph Brinkhaus], Microsoft.de, abgerufen am 25.08.2020 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Microsoft ist Mitglied in den folgenden Verbänden und Thinktanks:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[American Chamber of Commerce in Germany]]&lt;br /&gt;
*[[Atlantik-Brücke]]&lt;br /&gt;
*[[BITKOM]]&lt;br /&gt;
*Bundesverband Deutscher Startups e.V.&lt;br /&gt;
*BVMW Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands e.V.&lt;br /&gt;
*eco - Verband der Internetwirtschaft e.V.&lt;br /&gt;
*Förderkreis der Deutschen Industrie e.V.&lt;br /&gt;
*game - Verband der deutschen Games-Branche e.V. &lt;br /&gt;
*Grüner Wirtschaftsdialog e.V.&lt;br /&gt;
*Handelsverband Deutschland - HDE e.V.&lt;br /&gt;
*Initiative D21 e.V.&lt;br /&gt;
*International Data Spaces e. V.&lt;br /&gt;
*Selbstregulierung Informationswirtschaft e.V.&lt;br /&gt;
*[[Verband der Automobilindustrie]]&lt;br /&gt;
*Verband kommunaler Unternehmen e. V.&lt;br /&gt;
*VDMA e.V.&lt;br /&gt;
*[[Wirtschaftsforum der SPD]]&lt;br /&gt;
*[[Wirtschaftsrat der CDU]]&lt;br /&gt;
*Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. &lt;br /&gt;
*Freiwillige Selbstkontrolle Unterhaltungssoftware GmbH (USK)&lt;br /&gt;
*Netzwerk „Wirtschaftskoalition Daten &amp;amp;nzc; Digitales“&lt;br /&gt;
*Netzwerk &amp;quot;Allianz der Chancen&amp;quot; &lt;br /&gt;
*[[Collegium]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit auf EU-Ebene===&lt;br /&gt;
Microsoft betreibt ein eigenes Lobbybüro mit 17 Lobbyist:innen (10 Vollzeitäquivalent) in Brüssel, fünf dieser Interessenvertreter:innen haben einen Hausausweis für das Europäische Parlament. Damit stellt das Unternehmen die größte Lobby-Truppe unter den Tech-Konzernen in Europa. Für Lobbyarbeit gab Microsoft in der EU im Geschäftsjahr 2019 nach eigenen Angaben zwischen 5.000.000€ und 5.250.000€ aus und hat damit sein Budget in Brüssel über die letzten Jahre stetig erhöht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=0801162959-21 Microsoft im Transparenzregister], europa.eu vom 27.04.2020, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; 2014 - also zu Beginn der Juncker Kommission - gab der Konzern dafür noch zwischen 4.500.000€ und 5.000.000€ aus. Damit liegt das Unternehmen im Branchenvergleich vor Facebook und hinter Tech-Gigant Google.Verantwortlicher für die Lobbyarbeit in der EU ist Casper Klynge. Insgesamt sind 15 Personen mit Lobbyarbeit auf EU-Ebene betraut. Microsoft ist seit 2011 - also von Beginn an - im freiwilligen [[Transparenzregister EU|Transparenzregister der EU]] registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein in den ersten acht Monaten des Jahres 2020 trafen sich Vertreter:innen von Microsoft 17 Mal mit Kabinettsmitgliedern und Kommissar:innen. Über die letzten Jahre war es vor allem der*die Kommissar:in für Digitalwirtschaft und den digitalen Binnenmarkt, mit denen der intensivste Kontakt des Unternehmens bestand.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.integritywatch.eu/index.php?oldcommission=1 Treffen mit EU-Kommissionen,] Integritywatch, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Microsoft sind gute Kontakte zu politischen Entscheidungsträgern wichtig, um so die Interessen des Unternehmens in die Entscheidungsabläufe der EU einzubringen. So veranstaltet etwa eine der Lobbyistinnen, [[Dorothee Belz]], den „Salon der Ideen“. Mitglieder in diesem unternehmenseigenen [[Think Tank]] sind unter anderem mehrere Abgeordnete des Europäischen Parlamentes und des Deutschen Bundestages.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ideen-fuer-europa.eu/de/Erasmier/Seiten/Startseite.aspx Mitglieder] Microsoft: Ideen für Europa, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Belz ist neben ihrer Funktion als Vice President von Microsoft Europa auch in der Geschäftsführung des [http://lobbypedia.de/wiki/Wirtschaftsrat_der_CDU Wirtschaftsrates der CDU] tätig, einer Lobbyorganisation von unionsnahen Unternehmern. Im Wirtschaftsrat war sie Vorsitzende der Begleitarbeitsgruppe zur Enquetekommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ideen-fuer-europa.eu/de/Salon/Seiten/gastgeberin.aspx Die Gastgeberin] Microsoft: Ideen für Europa, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indirekt betreibt Microsoft auch über [[Denkfabriken auf internationaler Ebene|Denkfabriken]] und Verbände Lobbyarbeit. So unterstützt das Unternehmen die Denkfabriken [[Centre for European Policy Studies]] (CEPS) und das [[Transatlantic Policy Network]], das sich insbesondere für die Intensivierung der transatlantischen Handelspartnerschaft einsetzt. Microsoft ist zudem unter anderem Mitglied  in den Verbänden [[AmCham EU]] und der [[European Privacy Association]] (EPA).&amp;lt;ref name=&amp;quot;TRMicrosoft&amp;quot;&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=0801162959-21 Microsoft Corporation] Transparency Register, aufgerufen am 04.12.2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem versucht das Unternehmen, Entscheidungen auf EU-Ebene auch über die US-Regierung zu beeinflussen, wie beispielsweise in Kartellverfahren.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://derstandard.at/2602583 US-Regierung leistet Lobbyarbeit für Microsoft gegen EU] Der Standard vom 16.10.2006, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die US-Regierung steht vielen US-Konzernen zur Seite, wenn deren Geschäftsinteressen durch politische Entscheidungen eines anderen Nationalstaates oder der EU nachteilig beeinflusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;lptable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Jahr&lt;br /&gt;
|Lobbyausgaben in Brüssel (in €)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2019&lt;br /&gt;
|5,000,000€ - 5,250,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2018&lt;br /&gt;
|5,000,000€ - 5,250,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2017&lt;br /&gt;
|4,500,000€ - 4,750,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2016&lt;br /&gt;
|4,250,000€ - 4,500,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2015&lt;br /&gt;
|4,250,000€ - 4,500,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2014&lt;br /&gt;
|4,500,000€ - 5,000,000€&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Quelle: LobbyFacts&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/60239386204445e2b0fb38cada46b204/microsoft-corporation Microsoft Corporation], LobbyFacts vom 27.04.2020, zuletzt aufgerufen am 12.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Microsoft ist u.a. Mitglied der folgenden Lobbyverbände und Thinktanks:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[AmCham EU|American Chamber of Commerce to the European Union (AmCham EU)]]&lt;br /&gt;
*American European Community Association (AECA)&lt;br /&gt;
*[[BITKOM]]&lt;br /&gt;
*[[Bruegel]]&lt;br /&gt;
*[[Businesseurope|Business Europe]]&lt;br /&gt;
*Business Software Alliance (BSA)&lt;br /&gt;
*Centre on Regulation in Europe (CERRE)&lt;br /&gt;
*[[Centre for European Policy Studies|CEPS]]&lt;br /&gt;
*Computer and Communications Industry Association (CCIA)&lt;br /&gt;
*Center for European Reform (CER)&lt;br /&gt;
*Danish Energy Association&lt;br /&gt;
*[[DIGITALEUROPE|Digital Europe]]&lt;br /&gt;
*Digital Interoperability Forum&lt;br /&gt;
*EU40 (Network of young Members of the European Parliament)&lt;br /&gt;
*[[European Centre for International Political Economy|European Center for International Political Economy (ECIPE)]]&lt;br /&gt;
*European Digital Media Association (EDIMA)&lt;br /&gt;
*European Emergency Number Association&lt;br /&gt;
*[[European Internet Foundation|European Internet Foundation (EIF)]]&lt;br /&gt;
*European Internet Services Providers Association (EuroISPA)&lt;br /&gt;
*European Justice Forum&lt;br /&gt;
*European Liberal Business Club&lt;br /&gt;
*[[European Services Forum]]&lt;br /&gt;
*European Youth Forum&lt;br /&gt;
*[[Friends of Europe]]&lt;br /&gt;
*German Association for Information Technology, Telecommunication and New Media (BITKOM)&lt;br /&gt;
*German Marshall Fund&lt;br /&gt;
*Interactive Advertising Bureau&lt;br /&gt;
*Interactive Software Federation of Europe (ISFE)&lt;br /&gt;
*International Data Spaces e.V.&lt;br /&gt;
*Science Business&lt;br /&gt;
*[[Transatlantic Policy Network]]&lt;br /&gt;
*Winfried Martens Center&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in den USA===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2019 hat Microsoft 26 PR-Agenturen, Anwaltskanzleien und andere Lobbyfirmen damit beauftragt, die Politik in den USA in einer Vielzahl von Themen zu beeinflussen. Von den 111 Lobbyist:innen, die in diesem Jahr für den Tech-Riesen arbeiteten, handelt es sich bei über 80% um Seitenwechsler.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/lobbyists?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Lobbyists representing Microsoft Corp], OpenSecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Vordergründig wurde das Unternehmen in den Bereichen Telekommunikation, Computer &amp;amp; Informationstechnologie sowie Immigration im Kontext von Visa-Programmen für hochqualifizierte Fachkräfte (H-1B) und solchen, die als Kinder illegal in die USA eingereist sind (DACA), aktiv.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://thehill.com/business-a-lobbying/469874-microsoft-pushes-for-daca-legislation-on-capitol-hill Microsoft pushes for DACA legislation], The Hill vom 11.11.2019, abgerufen am 25.08.2020&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; Im selben Jahr gab der Konzern beinahe so viel Geld für Lobbyarbeit wie im bisherigen Rekordjahr 2013 aus und verfolgt somit einen Trend stetig ansteigender Ausgaben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Microsoft: Total Lobbying Expenditures], Opensecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt überholten die&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; fünf größten Tech-Giganten 2019 die US Chamber of Commerce, die bislang die Akteurin mit den größten Lobbyausgaben darstellte.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.seattletimes.com/business/amazon-and-microsoft-are-among-the-tech-giants-opening-wallets-in-newly-hostile-washington/ Amazon and Microsoft are among the tech giants opening wallets in newly hostile Washington, D.C.], Seattle Times vom 22.01.2020, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;lptable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Jahr&lt;br /&gt;
|Lobbyausgaben in den USA (in US$)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2020&lt;br /&gt;
|9,64 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2019&lt;br /&gt;
|10,26 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2018&lt;br /&gt;
|9,59 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2017&lt;br /&gt;
|8,66 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2016&lt;br /&gt;
|8,71 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2015&lt;br /&gt;
|8,49 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2014&lt;br /&gt;
|8,33 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2013&lt;br /&gt;
|10,49 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Quelle: OpenSecrets&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Microsoft Corporation], OpenSecrets.org, zuletzt aufgerufen am 03.05.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Fallbeispiele und Kritik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Microsoft &amp;amp; Datenschutzverordnungen in Washington===&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die im Mai 2018 in Kraft trat, wurde bereits von verschiedenen Ländern, von Süd Korea bis Kolumbien, in unterschiedlichen Ausprägungen übernommen. Den großen Tech-Firmen wird in den USA bislang jedoch noch deutlich mehr freie Hand gelassen als in Europa. Nichtsdestotrotz gibt es auch dort vermehrt Versuche, sich dem Recht der EU anzunähern. So begannen die Gesetzgeber:innen im Washington State einen Gesetzesvorschlag zum Thema Datenschutz auszuarbeiten, der sich stark auf die DSGVO bezog und sogar ganze Passagen wortwörtlich übernahm. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politico.eu/article/how-lobbyists-rewrote-washington-state-privacy-law-microsoft-amazon-regulation/ How lobbyists rewrote Washington state’s privacy law], Politico.eu vom 26.04.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser sollte ebenfalls das Recht von Kund:innen beinhalten, eine Löschung persönlicher Informationen aus Firmendatenbanken verlangen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine solche Verordnung hätte die Grundlage für stärkere potenzielle nationale US-Datenschutzregeln sein können. Microsoft reagierte auf dieses Szenario allerdings mit einer elfprozentigen Steigerung seiner Lobbyausgaben in Olympia, der Hauptstadt vom Washington State, und spielte laut Aktivist*innen und Abgeordneten eine bedeutende Rolle beim Entwerfen der Verordnung. Die finale Version des Gesetzes beinhaltet im Gegensatz zur europäischen DSGVO die Prämisse, dass Konzerne weiterhin das vorrangige Recht besitzen, persönliche Daten zu sammeln anstatt Kund:innen im Schutz ihrer Daten zu stärken.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politico.eu/article/how-lobbyists-rewrote-washington-state-privacy-law-microsoft-amazon-regulation/ How lobbyists rewrote Washington state’s privacy law], Politico.eu vom 26.04.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Windows als staatliche IT===&lt;br /&gt;
Microsoft hat es nicht nur geschafft, auf dem freien Markt eine Vormachtstellung für sein Betriebssystem zu erlangen, sondern baut stetig seine Monopolstellung innerhalb der Deutschen und Europäischen Verwaltungen und Regierungen mit gezieltem Lobbyismus aus. Expert:innen sprechen hier von einem sogenannten „Lock-In“. Dies bezeichnet eine Situation, in der ein Akteur nur noch mit einer bestimmten Firma Geschäfte machen kann, da sich andere Optionen verschlossen haben. Da digitale Systeme ständig wachsen und immer unabdingbarer werden, geraten Staaten immer tiefer in die Abhängigkeit von Konzernen wie Microsoft. In Folge dieses Arrangements erhält der Konzern oftmals politisches Mitspracherecht und diktiert nicht selten die Vertragsbedingungen, da z.B. tausende Spezialprogramme der Finanzämter und anderer Behörden an Microsoft gebunden sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Schallbruch, der bis 2016 Abteilungsleiter für Informationstechnik und Cybersicherheit der Bundesregierung war, sieht Probleme, die sich in Zukunft noch verstärken werden: „Kontrollfähigkeit und Steuerungsfähigkeit des Staates im Hinblick auf seine eigene IT nimmt immer weiter ab.“ Eine Trennung von staatlicher Verwaltung und Microsoft verschwimmt zunehmend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2018/wie-microsoft-europa-kolonialisiert/ Wie Microsoft Europa kolonisiert], Netzpolitik.org vom 20.02.2018, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Die eigentlich zwingend öffentliche Auftragsausschreibung findet lediglich zwischen verschiedenen Microsoft-Lizenz-Zwischenhändlern statt, und Verträge zwischen Bund und Konzern werden trotz Anfragen nach Informationsfreiheitsgesetz zu ihren Konditionen nur geschwärzt herausgegeben. Entwicklungen wie diese sind vor allem unter dem europäischen Beschaffungs- und Wettbewerbsrecht kritisch zu betrachten. Die EU-Kommission will eigentlich den Einsatz von freier Software fördern, setzt aber ebenfalls auf Microsoft-Produkte. Tatsächlich hat die Kommission selbst einen Rahmenvertrag mit Microsoft, der für alle EU-Institutionen gilt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2018/wie-microsoft-europa-kolonialisiert/ Wie Microsoft Europa kolonisiert], Netzpolitik.org vom 20.02.2018, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Obwohl kostengünstige Open-Source-Alternativen wie Linux längst vorhanden sind, bauen Regierungen weiterhin auf den Monopolisten statt auf Unabhängigkeit. Der Umstieg wäre aufgrund der zugespitzten Lage allerdings mit großem Zeitaufwand und hohen Folgekosten verbunden. Gleichzeitig zahlen die europäischen Staaten und Regierungen jährlich Milliarden an Lizenzgeldern für Microsoft-Produkte an den Konzern (das unabhängige IT-Marktanalyse-Unternehmen Pierre Audoin Consultants geht von zwei Milliarden Euro Umsatz mit dem öffentlichen Sektor Europas im Geschäftsjahr 2016/16 aus).&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; Das Geschäftsmodell des Unternehmens besteht eben darin, Software in Form vom Betriebssystem Windows und Büroprogrammen wie Word, Excel oder Powerpoint als Lizenzprodukt zu verkaufen und hält dabei den zugehörigen („proprietären“) Programmcode geheim. Damit verfolgt der Konzern eine andere Strategie als Tech-Konzerne wie Google, Facebook oder Amazon, die auf Open-Source-Software setzen.&amp;lt;/span&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus sahen sich die staatlichen Behörden Europas Ende 2014 dazu gezwungen, teure Service-Verträge mit Microsoft abzuschließen, da der Konzern die Lieferung von Sicherheits-Updates für die Version „Windows XP“ einstellte, damit dieser weiterhin Sicherheitslücken in seinen alten Programmen schließt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.golem.de/news/open-source-kritik-an-microsoft-monopol-in-der-verwaltung-1704-127217.html Kritik an Microsoft-Monopol in der Verwaltung], Golem.de vom 09.04.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nichtsdestotrotz gibt es sie, die Inseln im Microsoft-Ozean. So stellte die französische Gendarmerie national, aber auch die Stadt München wenigstens kurzweilig auf Open-Source-Alternativen um. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund von engen Verflechtungen der CDU/CSU mit dem US-Konzern (beispielsweise durch Dorothee Belz, die Microsoft Europe bis 2015 als Vizepräsidentin diente und Mitglied im Präsidium des Wirtschaftsrates der Union ist) ruderte letzte jedoch nach wenigen Jahren zurück. Ähnliche Verflechtungen finden sich europaweit. In Italien lenkt eine frühere Microsoft-Managerin die „digitale Transformation“ der Wirtschaftsmetropole Mailand. In Portugal leitete ein Microsoft-Manager die Wahlkampagne des konservativen Präsidenten. In Frankreich verfügt der Konzern gleich über sechs Manager und Berater mit engen Verbindungen zu Ministerien und Politikern. Gleichzeitig arbeiten technische Angestellte von Microsoft direkt in der IT-Verwaltung der Regierung. Mindestens fünf davon verfügen sogar über E-Mail-Adressen, die sie als Regierungsmitarbeiter ausweisen, mit denen sie „direkt in der Verwaltung Lobbyarbeit für Microsoft machen“, wie ein Beamter gegenüber Investigate Europe bestätigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Microsoft und Datenschutz===&lt;br /&gt;
Der kaum zu kontrollierende Transfer von Nutzerdaten in die Microsoft-Cloud bzw. auf Rechner in den USA bereitet Fachleuten schon lange Kopfschmerzen. Sie sehen hierdurch die Datensouveränität in Gefahr und berufen sich in ihrer Kritik auf die Einschätzung niederländischer Behörden, nach der aktuelle Microsoft-Produkte nicht konform sind mit der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Die niederländische Regierung hatte 2018 eine Datenschutzfolgenabschätzung für Microsoft-Produkte durchgeführt, welche notwendig ist, wenn eine Form der Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen zur Folge hat (Art. 35 DS-GVO).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.haufe.de/compliance/management-praxis/monopol-und-datenschutz-probleme-bei-neuer-microsoft-software_230130_485544.html IT-Experten sehen Monopol- und Datenschutzprobleme bei Microsoft-Software], Haufe.de vom 07.03.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei hatte sie zahlreiche Risiken identifiziert und somit festgestellt, dass die Software nicht den Vorgaben der DSGVO genügt. Dazu zählt etwa ein fehlender Überblick über Risiken aufgrund unzureichender Transparenz, illegales Speichern sensibler Daten sowie eine unzureichende Kontrolle über Unterauftragsverarbeiter.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Insbesondere die Bürosoftware von Microsoft und die damit hergestellten Dateien sind das wichtigste Einfallstor für Cyberattacken. Das berichtete das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bereits 2011.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; Die Zahl der Sicherheitslücken in Microsoft-Programmen ist dramatisch. So registrierte das amerikanische „National Institute for Standards and Technology“ für „Mircrosoft Office“ in den drei Jahren bis April 2017 188 Fälle – davon drei Viertel in der schlimmsten Kategorie. Weiterhin unterliegt der Konzern amerikanischem Recht und kann somit jederzeit gezwungen werden, US-Behörden Zugang zu Daten ausländischer Bürger oder Behörden zu verschaffen. Dass dies reale Praxis ist, haben die Enthüllungen Edward Snowdens gezeigt.&amp;lt;/span&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist für europäische Regierungen schwer, zu garantieren, dass Daten privat bleiben, solange sie die Software, mit der sie arbeiten, nicht kontrollieren können. Eine der dramatischsten Sicherheitslücken im Microsoft-System wurde Anfang 2017 durch das Wüten der Schadsoftware WannCry bekannt. Sie ermöglichte dem Trojaner-Virus Nutzerdaten abzufragen und Daten auf betroffenen Computern zu verschlüsseln und befiel neben Privatanwendern auch Computer im Gesundheitswesen wie die von Krankenhäusern. Die Lücke in Windows-Dateifreigaben wurde ebenfalls von der NSA-nahen Equation Group genutzt, wie später bekannt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heise.de/newsticker/meldung/WannaCry-Was-wir-bisher-ueber-die-Ransomware-Attacke-wissen-3713502.html WannaCry: Was wir bisher über die Ransomware-Attacke wissen], Heise.de vom 15.05.2017, aufgerufen am 18.8.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Unterstützung von Bildungsprojekten===&lt;br /&gt;
Microsoft unterstützt zahlreiche Projekte, bei denen Kindergärten, Schulen, Auszubildende, Studierende, Lehrerinnen usw. mit Soft- und Hardware des Unternehmens ausgestattet werden und ihre IT-Kompetenzen gefördert werden sollen. Schulen und Universitäten erhalten Microsoft-Produkte zumeist kostenlos, sodass die Jugendlichen erst gar nicht den Umgang mit anderen Betriebssystem und Programmen lernen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies ist eine Form von [[Lobbyismus an Schulen]] bzw. [[deep lobbying]]. Mit der Microsoft-Bildungsinitiative „Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache“ soll zum Beispiel die frühkindliche Sprachförderung gefördert werden. Initiativen wie diese werden dann als gesellschaftliche Verantwortung verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1037_Ueber_die_Initiative.htm Die Schlaumäuse-Initiative] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings ist die Förderung von Bildungsprojekten keineswegs uneigennützig. Denn die Projekte setzen auf Microsoft-Produkte und stärken die Marktmacht von Microsoft. Sie binden die Jugendlichen nach ihrer Ausbildung an den Konzern und lassen sie den Rest ihres Lebens Lizenzgebühren zahlen. So das Kalkül. Das sei „das klassische Drogendealer-Modell“, urteilt Rufus Pollock vom Zentrum für Informationsrecht der Universität Cambridge. &amp;quot;Bis die Kunden abhängig sind, kriegen sie den Stoff gratis&amp;quot;. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sind auch politisch hilfreich: Sie verbessern das aufgrund seiner Geschäftspraktiken angekratzte Image des Software-Riesen und nutzen der politischen Kontaktpflege, indem Politikerinnen als Schirmherren für Projekte gewonnen oder zu Projektpräsentationen geladen werden&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1234_Schlaumaeuse_Tour_2014.htm Große Deutschland-Tour] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Zusammenhang mit diesen Bemühungen führt Microsoft an, dass das &amp;quot;digitale Lernen&amp;quot; Ende 2013 im Koalitionsvertrag verankert wurde&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1234_Schlaumaeuse_Tour_2014.htm Große Deutschland-Tour] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zur Gründerförderung veranstaltet Microsoft auch den Schüler und Studentenwettbewerb 'Imagine Cup' und betrachtet dieses Engagement als gesellschaftliche Verantwortung&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.microsoft.com/germany/techwiese/techstudent/imagine-cup/default.aspx Imagine Cup - Deine Idee gewinnt!] Microsoft: Tech Student, aufgerufen am 07.08.2015&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
===Astroturf-Kampagne C4C===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für umstrittene Auftragslobbyarbeit ist die Campaign for Creativity (C4C), eine Kampagne, die 2005 für die Einführung von Software-Patenten nach amerikanischem Modell  in der EU kämpfte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://web.archive.org/web/20050310052552/campaignforcreativity.org/camp4creativity/index.htm Campaign for Creativity] Kopie der Campaign for Creativity Website (die Originalwebsite ist nicht mehr online). Aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kampagne war eine sogenannte [[Astroturfing]]-Initiative. Astroturf bedeutet auf Englisch Kunstrasen. Im Kontext von Interessenpolitik wird der Begriff für vermeintliche Bürgerbewegungen verwendet, die tatsächlich von Unternehmen oder Lobbyorganisationen gesteuert oder finanziert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Campaign for Creativity gab vor, Künstlerinnen, Musiker, Designer, Ingenieure und Software-Entwicklerinnen zu vertreten. Sie verschleierte, dass sie tatsächlich eine professionelle politische Kampagne war, die von der Londoner Lobby-Agentur [[Campbell Gentry]] organisiert wurde. Finanziert wurde die Kampagne von unter anderem von Microsoft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbycontrol.de/2005/12/campaign-for-creativity-erhalt-worst-eu-lobbying-award/ “Campaign for Creativity” erhält “Worst EU Lobbying Award”] LobbyControl, 16.12.2005, abgerufen am 23.07.2014 ''und'' [http://www.bpb.de/apuz/32777/grassrootscampaigning-und-chancen-durch-neue-medien?p=all#fr-footnode16 Grassrootscampaigning und Chancen durch neue Medien] Aus Politik und Zeitgeschichte 19/2010, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Patentstreitigkeiten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Microsoft versuchte über den ehemaligen Kommissar für Binnenmarkt, [[Charles McCreevy]], die Debatte über Patentrecht innerhalb der EU-Institutionen zu beeinflussen. McCreevy kommt aus Irland, wo Microsoft seinen Sitz für Europa hat. Irland ist stark von den Investitionen der dort ansässigen IT-Unternehmen abhängig. Microsoft sponserte hierzu eine Kampagne für die irische Ratspräsidentschaft, während McCreevy noch Finanzminister war.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://archive.corporateeurope.org/lobbycracy/C4Cbackground2.html The lobbying battle over the EU software patents directive] Corporate Europe Observatory vom 28.06.2005, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner lud Paul Allen, einer der Mitbegründer Microsofts und immer noch Großaktionär, im Jahr 2004 den damaligen EU-Handelskommissar, Peter Mandelson, auf eine Silvesterparty auf seinem Boot in der Karibik ein. Mandelson folgte der Einladung.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://archive.corporateeurope.org/lobbycracy/C4Cbackground2.html The lobbying battle over the EU software patents directive] Corporate Europe Observatory vom 28.06.2005, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Machtkampf der großen IT-Konzerne===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Machtkampf der großen IT-Konzerne (u.a. [[Google]], Microsoft, [[Apple]] und [[Facebook]]) wird die politische Ebene immer wieder Austragungsort der Auseinandersetzungen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.telekom-presse.at/Patent_Wahnsinn_eskaliert_weiter_-_Microsoft_beklagt_sich_in_Bruessel.id.18928.htm Patent Wahnsinn eskaliert weiter - Microsoft beklagt sich in Brüssel] Telekom Presse, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Machtkampf wird auf mehreren Ebenen ausgetragen. [[Google]] und Microsoft beispielsweise stehen mit ihren jeweiligen Suchmaschinen in direkter Konkurrenz, weswegen sich gegenseitig mit Patentklagen überziehen, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Auch in der Urheberrechtsdebatte, insbesondere bei den Abkommen SOPA, PIPA und [[ACTA]] stehen sich die beiden Konzerne gegenüber. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Microsoft finanzierte [[Initiative for a Competitive Online Marketplace]] (ICOMP) versuchte beispielsweise durch Seminare, zu denen EU-Parlamentarier eingeladen wurden, [[Google]] zu diskreditieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://falkvinge.net/2012/03/02/how-microsoft-pays-big-money-to-smear-google-audaciously/ How Microsoft Pays Big Money to Smear Google in European Parliament] falkvinge.net, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch auf der Webseite der ICOMP überwiegen die Negativschlagzeilen über [[Google]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.i-comp.org/ Home] ICOMP, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die PR- und Lobbyagentur [[Burson-Marsteller]] betreut die ICOMP und fungiert als deren Sekretariat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2013 erreichte die Rivalität zwischen Microsoft und [[Google]] ihren vorläufigen Höhepunkt in den USA. Microsoft verkaufte dort T-Shirts und Tassen mit Anti-Google-Aufdrücken, die [[Google]] den Vorwurf machten, Nutzerdaten zu sammeln und auszuwerten. Für diese Aktion erntete Microsoft allerdings Spott, da das Unternehmen selbst wegen seines Umgangs mit Benutzerdaten  in der Kritik steht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/wirtschaft/article122130034/Anti-Google-Kampagne-bringt-Microsoft-Spott.html Anti-Google-Kampagne bringt Microsoft Spott] Die Welt vom 21.11.2013, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Scharfe Kritik erntete Microsoft auch 2014, als bekannt wurde, dass es ohne richterlichen Beschluss das private Email-Postfach eines Bloggers durchsucht hat.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/netzwelt/web/microsoft-schnueffelaktion-in-privatem-hotmail-postfach-a-959985.html Vertrauensbruch: Microsoft filzt privates Hotmail-Postfach] Spiegel Online vom 21.03.2014, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzdarstellung und Geschichte==&lt;br /&gt;
Microsoft wurde 1975 von Bill Gates und Paul Allen gegründet und ging am 13. März 1986 an die Börse.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.microsoft.com/en-us/news/inside_ms.aspx Important Dates] Microsoft, aufgerufen am 22.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2002 erhielt Microsoft den Negativpreis BigBrotherAward von dem Verein Digitalcourage. Laut Digitalcourage e.V. bekam das Unternehmen den Preis wegen der Einführung des &amp;quot;Digital Rights Managements&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://bigbrotherawards.de/2002 bigbrotherawards.de] Preisträger 2002, abgerufen am 09.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur, Geschäftsfelder und Finanzen==&lt;br /&gt;
Microsoft bietet Betriebssysteme und Anwendungsprogramme sowie Hardware an. Mit seinem Betriebssystem Windows und dem Büropaket Office dominiert Microsoft das klassische PC-Geschäft, spielt allerdings bei dem immer wichtiger werdenden Markt für Smartphones und Tablets eine untergeordnete Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/newsticker/news1/article130265791/Microsoft-streicht-18-000-Stellen-weltweit.html Microsoft streicht 18.000 Stellen weltweit] Die Welt vom 17.07.2014, aufgerufen am 22.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Microsoft Deutschland ist die zweitgrößte Tochtergesellschaft der in den USA ansässigen Microsoft Corporation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FastFacts&amp;quot;&amp;gt;[http://www.microsoft.com/de-de/corporate/ueber-uns/ Fast Facts] Microsoft, aufgerufen am 04.12.2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterführende Informationen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[http://www.powerbase.info/index.php/Microsoft Microsoft bei Powerbase]&lt;br /&gt;
*[http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Microsoft Microsoft bei SourceWatch]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{spendenbanner}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:EU]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lobbyismus an Schulen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>TorbenB</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lobbypedia.de/w/index.php?title=Microsoft&amp;diff=137090</id>
		<title>Microsoft</title>
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		<updated>2022-04-22T11:39:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;TorbenB: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{BoxUnternehmen&lt;br /&gt;
| Name             = Microsoft Corporation&lt;br /&gt;
| Logo             = &lt;br /&gt;
| Branche          = Softwareentwicklung&lt;br /&gt;
| Geschäftsfelder  = &lt;br /&gt;
| Hauptsitz             = One Microsoft Way, Redmond WA 98052, USA&lt;br /&gt;
| Lobbybüro Deutschland = Unter den Linden 17, 10117 Berlin&lt;br /&gt;
| Lobbybüro EU = Rue Montoyer 51, 1000 Bruxelles&lt;br /&gt;
| Homepage         = [http://www.microsoft.com microsoft.com]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Microsoft ist mit rund 189.000 Mitarbeitern in 119 Niederlassungen der größte Softwarehersteller weltweit (Stand 2021).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.geekwire.com/2021/microsoft-adds-23k-employees-one-year-growing-14-despite-pandemic-tight-labor-market/ Mitarbeiterentwicklung Microsoft], GeekWire, aufgerufen am 22.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Umsatz im Geschäftsjahr 2021 betrug 168 Mrd. US-Dollar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/155707/umfrage/entwicklung-des-umsatzes-der-microsoft-corporation-seit-dem-geschaeftsjahr-2002/ Umsatzentwicklung Microsoft], Statista, aufgerufen am 22.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Software-Gigant ist Microsoft zum Beispiel an Cyber Security und Datenschutz, aber auch an Künstlicher Intelligenz interessiert und übt sowohl durch eigene Lobbyisten als auch durch Auftragslobbyarbeit und die Mitgliedschaft in zahlreichen Verbänden Einfluss auf die Politik aus. In den letzten Jahren hat Microsoft seine Lobbyarbeit sowohl in den USA als auch in der EU stark ausgeweitet. So brach der Konzern 2019 mit 10,49 Millionen US$ beinahe seinen Rekord für Lobbyausgaben in den Vereinigten Staaten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2013&amp;amp;id=D000000115 Lobbyausgaben USA], OpenSecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und  belegt in Europa hinter Google den zweiten Platz der Tech-Unternehmen in puncto Aufwendungen für Lobbyarbeit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/60239386204445e2b0fb38cada46b204/microsoft-corporation Lobbyausgaben EU], Lobbyfacts.eu vom 27.04.2020, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lobbyarbeit: Struktur und Strategien==&lt;br /&gt;
{{Lobbyplanet-box}}&lt;br /&gt;
Microsoft beschäftigt eigene Lobbyisten in allen für das Unternehmen wichtigen Machtzentren, wie beispielsweise Brüssel, Washington und Berlin. Neben der Lobbyarbeit, die Microsoft direkt betreibt, ist das Unternehmen an zahlreichen Lobby-Koalitionen beteiligt, wie z.B. der [[AmCham EU]], einer Lobbygruppe, die die Interessen von US-Konzernen in der EU vertritt. Außerdem beauftragt Microsoft [[Anwaltskanzleien]] und PR-Agenturen mit Lobbyarbeit und beteiligt sich an Denkfabriken wie dem [[Centre for European Policy Studies]] (CEPS) oder dem [[Transatlantic Policy Network]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die marktbeherrschende Stellung von Microsoft bei PC-Systemen und sein Umgang mit Nutzerdaten haben dem Image des Konzerns geschadet. Mithilfe von [[Astroturfing|Astroturf-Initativen]] oder der Unterstützung von Bildungsprojekten versucht Microsoft seinen Ruf aufzubessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in Deutschland===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im November 2013 wurde in Berlin die neue Hauptstadt-Repräsentanz von Microsoft eröffnet. Cheflobbyist für Microsoft Deutschland ist [[Seitenwechsel|Seitenwechslerin]] Tanja Böhm, die zuvor als Landesbeamtin u.a. Leiterin des Referats Politische Koordinierung Bund-Land-Europa in der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund und Nationale Expertin im Ausschuss der Regionen in Brüssel im Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt war.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://news.microsoft.com/de-de/personalie-tanja-boehm-leitet-corporate-affairs-team-und-hauptstadtrepraesentanz-microsoft-berlin/ Personalie: Tanja Böhm leitet Corporate Affairs Team und Hauptstadtrepräsentanz Microsoft Berlin], Microsoft News vom 22.02.2017, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Um sich herum hat sie ein zwölfköpfiges Team von professionellen Interessenvertreter:innen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.microsoft.com/de-de/berlin/ansprechpartner.aspx Microsoft Ansprechpartner], Microsoft.com, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Angaben über die Höhe der Lobbyausgaben macht Microsoft nicht. In Deutschland gibt es, anders als in den USA, kein [[Lobbyregister]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Microsoft-Repräsentanz steht für einen neuen Typus Berliner Lobbybüros, die sich zugleich an die Öffentlichkeit richtet - einer Verbindung aus Flagship-Store und Lobbyzentrale. Nur die erste von vier Etagen ist für die Lobbyarbeit reserviert. Das Büro umfasst ein eigenes Café, in dem man die neuesten Microsoft-Produkte testen kann sowie einen Veranstaltungsraum, in dem regelmäßig namhafte VertreterInnen der Politik anwesend sind. Im Dezember 2019 sprach hier beispielsweise Ralph Brinkhaus - Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion - im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema &amp;quot;Digitales Deutschland&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.microsoft.com/de-de/berlin/veranstaltungen/digitales-deutschland-brinkhaus.aspx Digitales Deutschland mit Ralph Brinkhaus], Microsoft.de, abgerufen am 25.08.2020 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit auf EU-Ebene===&lt;br /&gt;
Microsoft betreibt ein eigenes Lobbybüro mit 17 Lobbyist:innen (10 Vollzeitäquivalent) in Brüssel, fünf dieser Interessenvertreter:innen haben einen Hausausweis für das Europäische Parlament. Damit stellt das Unternehmen die größte Lobby-Truppe unter den Tech-Konzernen in Europa. Für Lobbyarbeit gab Microsoft in der EU im Geschäftsjahr 2019 nach eigenen Angaben zwischen 5.000.000€ und 5.250.000€ aus und hat damit sein Budget in Brüssel über die letzten Jahre stetig erhöht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=0801162959-21 Microsoft im Transparenzregister], europa.eu vom 27.04.2020, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; 2014 - also zu Beginn der Juncker Kommission - gab der Konzern dafür noch zwischen 4.500.000€ und 5.000.000€ aus. Damit liegt das Unternehmen im Branchenvergleich vor Facebook und hinter Tech-Gigant Google.Verantwortlicher für die Lobbyarbeit in der EU ist Casper Klynge. Insgesamt sind 15 Personen mit Lobbyarbeit auf EU-Ebene betraut. Microsoft ist seit 2011 - also von Beginn an - im freiwilligen [[Transparenzregister EU|Transparenzregister der EU]] registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein in den ersten acht Monaten des Jahres 2020 trafen sich Vertreter:innen von Microsoft 17 Mal mit Kabinettsmitgliedern und Kommissar:innen. Über die letzten Jahre war es vor allem der*die Kommissar:in für Digitalwirtschaft und den digitalen Binnenmarkt, mit denen der intensivste Kontakt des Unternehmens bestand.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.integritywatch.eu/index.php?oldcommission=1 Treffen mit EU-Kommissionen,] Integritywatch, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Microsoft sind gute Kontakte zu politischen Entscheidungsträgern wichtig, um so die Interessen des Unternehmens in die Entscheidungsabläufe der EU einzubringen. So veranstaltet etwa eine der Lobbyistinnen, [[Dorothee Belz]], den „Salon der Ideen“. Mitglieder in diesem unternehmenseigenen [[Think Tank]] sind unter anderem mehrere Abgeordnete des Europäischen Parlamentes und des Deutschen Bundestages.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ideen-fuer-europa.eu/de/Erasmier/Seiten/Startseite.aspx Mitglieder] Microsoft: Ideen für Europa, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Belz ist neben ihrer Funktion als Vice President von Microsoft Europa auch in der Geschäftsführung des [http://lobbypedia.de/wiki/Wirtschaftsrat_der_CDU Wirtschaftsrates der CDU] tätig, einer Lobbyorganisation von unionsnahen Unternehmern. Im Wirtschaftsrat war sie Vorsitzende der Begleitarbeitsgruppe zur Enquetekommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ideen-fuer-europa.eu/de/Salon/Seiten/gastgeberin.aspx Die Gastgeberin] Microsoft: Ideen für Europa, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indirekt betreibt Microsoft auch über [[Denkfabriken auf internationaler Ebene|Denkfabriken]] und Verbände Lobbyarbeit. So unterstützt das Unternehmen die Denkfabriken [[Centre for European Policy Studies]] (CEPS) und das [[Transatlantic Policy Network]], das sich insbesondere für die Intensivierung der transatlantischen Handelspartnerschaft einsetzt. Microsoft ist zudem unter anderem Mitglied  in den Verbänden [[AmCham EU]] und der [[European Privacy Association]] (EPA).&amp;lt;ref name=&amp;quot;TRMicrosoft&amp;quot;&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=0801162959-21 Microsoft Corporation] Transparency Register, aufgerufen am 04.12.2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem versucht das Unternehmen, Entscheidungen auf EU-Ebene auch über die US-Regierung zu beeinflussen, wie beispielsweise in Kartellverfahren.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://derstandard.at/2602583 US-Regierung leistet Lobbyarbeit für Microsoft gegen EU] Der Standard vom 16.10.2006, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die US-Regierung steht vielen US-Konzernen zur Seite, wenn deren Geschäftsinteressen durch politische Entscheidungen eines anderen Nationalstaates oder der EU nachteilig beeinflusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;lptable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Jahr&lt;br /&gt;
|Lobbyausgaben in Brüssel (in €)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2019&lt;br /&gt;
|5,000,000€ - 5,250,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2018&lt;br /&gt;
|5,000,000€ - 5,250,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2017&lt;br /&gt;
|4,500,000€ - 4,750,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2016&lt;br /&gt;
|4,250,000€ - 4,500,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2015&lt;br /&gt;
|4,250,000€ - 4,500,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2014&lt;br /&gt;
|4,500,000€ - 5,000,000€&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Quelle: LobbyFacts&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/60239386204445e2b0fb38cada46b204/microsoft-corporation Microsoft Corporation], LobbyFacts vom 27.04.2020, zuletzt aufgerufen am 12.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Microsoft ist u.a. Mitglied der folgenden Lobbyverbände und Thinktanks:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[AmCham EU|American Chamber of Commerce to the European Union (AmCham EU)]]&lt;br /&gt;
*American European Community Association (AECA)&lt;br /&gt;
*[[Bruegel]]&lt;br /&gt;
*[[Businesseurope|Business Europe]]&lt;br /&gt;
*Business Software Alliance (BSA)&lt;br /&gt;
*Centre on Regulation in Europe (CERRE)&lt;br /&gt;
*[[Centre for European Policy Studies|CEPS]]&lt;br /&gt;
*Computer and Communications Industry Association (CCIA)&lt;br /&gt;
*Center for European Reform (CER)&lt;br /&gt;
*Danish Energy Association&lt;br /&gt;
*[[DIGITALEUROPE|Digital Europe]]&lt;br /&gt;
*Digital Interoperability Forum&lt;br /&gt;
*EU40 (Network of young Members of the European Parliament)&lt;br /&gt;
*[[European Centre for International Political Economy|European Center for International Political Economy (ECIPE)]]&lt;br /&gt;
*European Digital Media Association (EDIMA)&lt;br /&gt;
*European Emergency Number Association&lt;br /&gt;
*[[European Internet Foundation|European Internet Foundation (EIF)]]&lt;br /&gt;
*European Internet Services Providers Association (EuroISPA)&lt;br /&gt;
*European Justice Forum&lt;br /&gt;
*European Liberal Business Club&lt;br /&gt;
*[[European Services Forum]]&lt;br /&gt;
*European Youth Forum&lt;br /&gt;
*[[Friends of Europe]]&lt;br /&gt;
*German Association for Information Technology, Telecommunication and New Media (BITKOM)&lt;br /&gt;
*German Marshall Fund&lt;br /&gt;
*Interactive Advertising Bureau&lt;br /&gt;
*Interactive Software Federation of Europe (ISFE)&lt;br /&gt;
*Science Business&lt;br /&gt;
*[[Transatlantic Policy Network]]&lt;br /&gt;
*Winfried Martens Center&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in den USA===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2019 hat Microsoft 26 PR-Agenturen, Anwaltskanzleien und andere Lobbyfirmen damit beauftragt, die Politik in den USA in einer Vielzahl von Themen zu beeinflussen. Von den 111 Lobbyist:innen, die in diesem Jahr für den Tech-Riesen arbeiteten, handelt es sich bei über 80% um Seitenwechsler.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/lobbyists?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Lobbyists representing Microsoft Corp], OpenSecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Vordergründig wurde das Unternehmen in den Bereichen Telekommunikation, Computer &amp;amp; Informationstechnologie sowie Immigration im Kontext von Visa-Programmen für hochqualifizierte Fachkräfte (H-1B) und solchen, die als Kinder illegal in die USA eingereist sind (DACA), aktiv.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://thehill.com/business-a-lobbying/469874-microsoft-pushes-for-daca-legislation-on-capitol-hill Microsoft pushes for DACA legislation], The Hill vom 11.11.2019, abgerufen am 25.08.2020&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; Im selben Jahr gab der Konzern beinahe so viel Geld für Lobbyarbeit wie im bisherigen Rekordjahr 2013 aus und verfolgt somit einen Trend stetig ansteigender Ausgaben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Microsoft: Total Lobbying Expenditures], Opensecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt überholten die&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; fünf größten Tech-Giganten 2019 die US Chamber of Commerce, die bislang die Akteurin mit den größten Lobbyausgaben darstellte.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.seattletimes.com/business/amazon-and-microsoft-are-among-the-tech-giants-opening-wallets-in-newly-hostile-washington/ Amazon and Microsoft are among the tech giants opening wallets in newly hostile Washington, D.C.], Seattle Times vom 22.01.2020, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;lptable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Jahr&lt;br /&gt;
|Lobbyausgaben in den USA (in US$)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2020&lt;br /&gt;
|9,64 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2019&lt;br /&gt;
|10,26 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2018&lt;br /&gt;
|9,59 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2017&lt;br /&gt;
|8,66 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2016&lt;br /&gt;
|8,71 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2015&lt;br /&gt;
|8,49 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2014&lt;br /&gt;
|8,33 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2013&lt;br /&gt;
|10,49 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Quelle: OpenSecrets&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Microsoft Corporation], OpenSecrets.org, zuletzt aufgerufen am 03.05.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Fallbeispiele und Kritik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Microsoft &amp;amp; Datenschutzverordnungen in Washington===&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die im Mai 2018 in Kraft trat, wurde bereits von verschiedenen Ländern, von Süd Korea bis Kolumbien, in unterschiedlichen Ausprägungen übernommen. Den großen Tech-Firmen wird in den USA bislang jedoch noch deutlich mehr freie Hand gelassen als in Europa. Nichtsdestotrotz gibt es auch dort vermehrt Versuche, sich dem Recht der EU anzunähern. So begannen die Gesetzgeber:innen im Washington State einen Gesetzesvorschlag zum Thema Datenschutz auszuarbeiten, der sich stark auf die DSGVO bezog und sogar ganze Passagen wortwörtlich übernahm. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politico.eu/article/how-lobbyists-rewrote-washington-state-privacy-law-microsoft-amazon-regulation/ How lobbyists rewrote Washington state’s privacy law], Politico.eu vom 26.04.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser sollte ebenfalls das Recht von Kund:innen beinhalten, eine Löschung persönlicher Informationen aus Firmendatenbanken verlangen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine solche Verordnung hätte die Grundlage für stärkere potenzielle nationale US-Datenschutzregeln sein können. Microsoft reagierte auf dieses Szenario allerdings mit einer elfprozentigen Steigerung seiner Lobbyausgaben in Olympia, der Hauptstadt vom Washington State, und spielte laut Aktivist*innen und Abgeordneten eine bedeutende Rolle beim Entwerfen der Verordnung. Die finale Version des Gesetzes beinhaltet im Gegensatz zur europäischen DSGVO die Prämisse, dass Konzerne weiterhin das vorrangige Recht besitzen, persönliche Daten zu sammeln anstatt Kund:innen im Schutz ihrer Daten zu stärken.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politico.eu/article/how-lobbyists-rewrote-washington-state-privacy-law-microsoft-amazon-regulation/ How lobbyists rewrote Washington state’s privacy law], Politico.eu vom 26.04.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Windows als staatliche IT===&lt;br /&gt;
Microsoft hat es nicht nur geschafft, auf dem freien Markt eine Vormachtstellung für sein Betriebssystem zu erlangen, sondern baut stetig seine Monopolstellung innerhalb der Deutschen und Europäischen Verwaltungen und Regierungen mit gezieltem Lobbyismus aus. Expert:innen sprechen hier von einem sogenannten „Lock-In“. Dies bezeichnet eine Situation, in der ein Akteur nur noch mit einer bestimmten Firma Geschäfte machen kann, da sich andere Optionen verschlossen haben. Da digitale Systeme ständig wachsen und immer unabdingbarer werden, geraten Staaten immer tiefer in die Abhängigkeit von Konzernen wie Microsoft. In Folge dieses Arrangements erhält der Konzern oftmals politisches Mitspracherecht und diktiert nicht selten die Vertragsbedingungen, da z.B. tausende Spezialprogramme der Finanzämter und anderer Behörden an Microsoft gebunden sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Schallbruch, der bis 2016 Abteilungsleiter für Informationstechnik und Cybersicherheit der Bundesregierung war, sieht Probleme, die sich in Zukunft noch verstärken werden: „Kontrollfähigkeit und Steuerungsfähigkeit des Staates im Hinblick auf seine eigene IT nimmt immer weiter ab.“ Eine Trennung von staatlicher Verwaltung und Microsoft verschwimmt zunehmend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2018/wie-microsoft-europa-kolonialisiert/ Wie Microsoft Europa kolonisiert], Netzpolitik.org vom 20.02.2018, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Die eigentlich zwingend öffentliche Auftragsausschreibung findet lediglich zwischen verschiedenen Microsoft-Lizenz-Zwischenhändlern statt, und Verträge zwischen Bund und Konzern werden trotz Anfragen nach Informationsfreiheitsgesetz zu ihren Konditionen nur geschwärzt herausgegeben. Entwicklungen wie diese sind vor allem unter dem europäischen Beschaffungs- und Wettbewerbsrecht kritisch zu betrachten. Die EU-Kommission will eigentlich den Einsatz von freier Software fördern, setzt aber ebenfalls auf Microsoft-Produkte. Tatsächlich hat die Kommission selbst einen Rahmenvertrag mit Microsoft, der für alle EU-Institutionen gilt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2018/wie-microsoft-europa-kolonialisiert/ Wie Microsoft Europa kolonisiert], Netzpolitik.org vom 20.02.2018, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Obwohl kostengünstige Open-Source-Alternativen wie Linux längst vorhanden sind, bauen Regierungen weiterhin auf den Monopolisten statt auf Unabhängigkeit. Der Umstieg wäre aufgrund der zugespitzten Lage allerdings mit großem Zeitaufwand und hohen Folgekosten verbunden. Gleichzeitig zahlen die europäischen Staaten und Regierungen jährlich Milliarden an Lizenzgeldern für Microsoft-Produkte an den Konzern (das unabhängige IT-Marktanalyse-Unternehmen Pierre Audoin Consultants geht von zwei Milliarden Euro Umsatz mit dem öffentlichen Sektor Europas im Geschäftsjahr 2016/16 aus).&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; Das Geschäftsmodell des Unternehmens besteht eben darin, Software in Form vom Betriebssystem Windows und Büroprogrammen wie Word, Excel oder Powerpoint als Lizenzprodukt zu verkaufen und hält dabei den zugehörigen („proprietären“) Programmcode geheim. Damit verfolgt der Konzern eine andere Strategie als Tech-Konzerne wie Google, Facebook oder Amazon, die auf Open-Source-Software setzen.&amp;lt;/span&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus sahen sich die staatlichen Behörden Europas Ende 2014 dazu gezwungen, teure Service-Verträge mit Microsoft abzuschließen, da der Konzern die Lieferung von Sicherheits-Updates für die Version „Windows XP“ einstellte, damit dieser weiterhin Sicherheitslücken in seinen alten Programmen schließt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.golem.de/news/open-source-kritik-an-microsoft-monopol-in-der-verwaltung-1704-127217.html Kritik an Microsoft-Monopol in der Verwaltung], Golem.de vom 09.04.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nichtsdestotrotz gibt es sie, die Inseln im Microsoft-Ozean. So stellte die französische Gendarmerie national, aber auch die Stadt München wenigstens kurzweilig auf Open-Source-Alternativen um. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund von engen Verflechtungen der CDU/CSU mit dem US-Konzern (beispielsweise durch Dorothee Belz, die Microsoft Europe bis 2015 als Vizepräsidentin diente und Mitglied im Präsidium des Wirtschaftsrates der Union ist) ruderte letzte jedoch nach wenigen Jahren zurück. Ähnliche Verflechtungen finden sich europaweit. In Italien lenkt eine frühere Microsoft-Managerin die „digitale Transformation“ der Wirtschaftsmetropole Mailand. In Portugal leitete ein Microsoft-Manager die Wahlkampagne des konservativen Präsidenten. In Frankreich verfügt der Konzern gleich über sechs Manager und Berater mit engen Verbindungen zu Ministerien und Politikern. Gleichzeitig arbeiten technische Angestellte von Microsoft direkt in der IT-Verwaltung der Regierung. Mindestens fünf davon verfügen sogar über E-Mail-Adressen, die sie als Regierungsmitarbeiter ausweisen, mit denen sie „direkt in der Verwaltung Lobbyarbeit für Microsoft machen“, wie ein Beamter gegenüber Investigate Europe bestätigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Microsoft und Datenschutz===&lt;br /&gt;
Der kaum zu kontrollierende Transfer von Nutzerdaten in die Microsoft-Cloud bzw. auf Rechner in den USA bereitet Fachleuten schon lange Kopfschmerzen. Sie sehen hierdurch die Datensouveränität in Gefahr und berufen sich in ihrer Kritik auf die Einschätzung niederländischer Behörden, nach der aktuelle Microsoft-Produkte nicht konform sind mit der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Die niederländische Regierung hatte 2018 eine Datenschutzfolgenabschätzung für Microsoft-Produkte durchgeführt, welche notwendig ist, wenn eine Form der Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen zur Folge hat (Art. 35 DS-GVO).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.haufe.de/compliance/management-praxis/monopol-und-datenschutz-probleme-bei-neuer-microsoft-software_230130_485544.html IT-Experten sehen Monopol- und Datenschutzprobleme bei Microsoft-Software], Haufe.de vom 07.03.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei hatte sie zahlreiche Risiken identifiziert und somit festgestellt, dass die Software nicht den Vorgaben der DSGVO genügt. Dazu zählt etwa ein fehlender Überblick über Risiken aufgrund unzureichender Transparenz, illegales Speichern sensibler Daten sowie eine unzureichende Kontrolle über Unterauftragsverarbeiter.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Insbesondere die Bürosoftware von Microsoft und die damit hergestellten Dateien sind das wichtigste Einfallstor für Cyberattacken. Das berichtete das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bereits 2011.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; Die Zahl der Sicherheitslücken in Microsoft-Programmen ist dramatisch. So registrierte das amerikanische „National Institute for Standards and Technology“ für „Mircrosoft Office“ in den drei Jahren bis April 2017 188 Fälle – davon drei Viertel in der schlimmsten Kategorie. Weiterhin unterliegt der Konzern amerikanischem Recht und kann somit jederzeit gezwungen werden, US-Behörden Zugang zu Daten ausländischer Bürger oder Behörden zu verschaffen. Dass dies reale Praxis ist, haben die Enthüllungen Edward Snowdens gezeigt.&amp;lt;/span&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist für europäische Regierungen schwer, zu garantieren, dass Daten privat bleiben, solange sie die Software, mit der sie arbeiten, nicht kontrollieren können. Eine der dramatischsten Sicherheitslücken im Microsoft-System wurde Anfang 2017 durch das Wüten der Schadsoftware WannCry bekannt. Sie ermöglichte dem Trojaner-Virus Nutzerdaten abzufragen und Daten auf betroffenen Computern zu verschlüsseln und befiel neben Privatanwendern auch Computer im Gesundheitswesen wie die von Krankenhäusern. Die Lücke in Windows-Dateifreigaben wurde ebenfalls von der NSA-nahen Equation Group genutzt, wie später bekannt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heise.de/newsticker/meldung/WannaCry-Was-wir-bisher-ueber-die-Ransomware-Attacke-wissen-3713502.html WannaCry: Was wir bisher über die Ransomware-Attacke wissen], Heise.de vom 15.05.2017, aufgerufen am 18.8.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Unterstützung von Bildungsprojekten===&lt;br /&gt;
Microsoft unterstützt zahlreiche Projekte, bei denen Kindergärten, Schulen, Auszubildende, Studierende, Lehrerinnen usw. mit Soft- und Hardware des Unternehmens ausgestattet werden und ihre IT-Kompetenzen gefördert werden sollen. Schulen und Universitäten erhalten Microsoft-Produkte zumeist kostenlos, sodass die Jugendlichen erst gar nicht den Umgang mit anderen Betriebssystem und Programmen lernen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies ist eine Form von [[Lobbyismus an Schulen]] bzw. [[deep lobbying]]. Mit der Microsoft-Bildungsinitiative „Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache“ soll zum Beispiel die frühkindliche Sprachförderung gefördert werden. Initiativen wie diese werden dann als gesellschaftliche Verantwortung verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1037_Ueber_die_Initiative.htm Die Schlaumäuse-Initiative] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings ist die Förderung von Bildungsprojekten keineswegs uneigennützig. Denn die Projekte setzen auf Microsoft-Produkte und stärken die Marktmacht von Microsoft. Sie binden die Jugendlichen nach ihrer Ausbildung an den Konzern und lassen sie den Rest ihres Lebens Lizenzgebühren zahlen. So das Kalkül. Das sei „das klassische Drogendealer-Modell“, urteilt Rufus Pollock vom Zentrum für Informationsrecht der Universität Cambridge. &amp;quot;Bis die Kunden abhängig sind, kriegen sie den Stoff gratis&amp;quot;. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sind auch politisch hilfreich: Sie verbessern das aufgrund seiner Geschäftspraktiken angekratzte Image des Software-Riesen und nutzen der politischen Kontaktpflege, indem Politikerinnen als Schirmherren für Projekte gewonnen oder zu Projektpräsentationen geladen werden&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1234_Schlaumaeuse_Tour_2014.htm Große Deutschland-Tour] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Zusammenhang mit diesen Bemühungen führt Microsoft an, dass das &amp;quot;digitale Lernen&amp;quot; Ende 2013 im Koalitionsvertrag verankert wurde&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1234_Schlaumaeuse_Tour_2014.htm Große Deutschland-Tour] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zur Gründerförderung veranstaltet Microsoft auch den Schüler und Studentenwettbewerb 'Imagine Cup' und betrachtet dieses Engagement als gesellschaftliche Verantwortung&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.microsoft.com/germany/techwiese/techstudent/imagine-cup/default.aspx Imagine Cup - Deine Idee gewinnt!] Microsoft: Tech Student, aufgerufen am 07.08.2015&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
===Astroturf-Kampagne C4C===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für umstrittene Auftragslobbyarbeit ist die Campaign for Creativity (C4C), eine Kampagne, die 2005 für die Einführung von Software-Patenten nach amerikanischem Modell  in der EU kämpfte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://web.archive.org/web/20050310052552/campaignforcreativity.org/camp4creativity/index.htm Campaign for Creativity] Kopie der Campaign for Creativity Website (die Originalwebsite ist nicht mehr online). Aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kampagne war eine sogenannte [[Astroturfing]]-Initiative. Astroturf bedeutet auf Englisch Kunstrasen. Im Kontext von Interessenpolitik wird der Begriff für vermeintliche Bürgerbewegungen verwendet, die tatsächlich von Unternehmen oder Lobbyorganisationen gesteuert oder finanziert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Campaign for Creativity gab vor, Künstlerinnen, Musiker, Designer, Ingenieure und Software-Entwicklerinnen zu vertreten. Sie verschleierte, dass sie tatsächlich eine professionelle politische Kampagne war, die von der Londoner Lobby-Agentur [[Campbell Gentry]] organisiert wurde. Finanziert wurde die Kampagne von unter anderem von Microsoft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbycontrol.de/2005/12/campaign-for-creativity-erhalt-worst-eu-lobbying-award/ “Campaign for Creativity” erhält “Worst EU Lobbying Award”] LobbyControl, 16.12.2005, abgerufen am 23.07.2014 ''und'' [http://www.bpb.de/apuz/32777/grassrootscampaigning-und-chancen-durch-neue-medien?p=all#fr-footnode16 Grassrootscampaigning und Chancen durch neue Medien] Aus Politik und Zeitgeschichte 19/2010, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Patentstreitigkeiten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Microsoft versuchte über den ehemaligen Kommissar für Binnenmarkt, [[Charles McCreevy]], die Debatte über Patentrecht innerhalb der EU-Institutionen zu beeinflussen. McCreevy kommt aus Irland, wo Microsoft seinen Sitz für Europa hat. Irland ist stark von den Investitionen der dort ansässigen IT-Unternehmen abhängig. Microsoft sponserte hierzu eine Kampagne für die irische Ratspräsidentschaft, während McCreevy noch Finanzminister war.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://archive.corporateeurope.org/lobbycracy/C4Cbackground2.html The lobbying battle over the EU software patents directive] Corporate Europe Observatory vom 28.06.2005, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner lud Paul Allen, einer der Mitbegründer Microsofts und immer noch Großaktionär, im Jahr 2004 den damaligen EU-Handelskommissar, Peter Mandelson, auf eine Silvesterparty auf seinem Boot in der Karibik ein. Mandelson folgte der Einladung.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://archive.corporateeurope.org/lobbycracy/C4Cbackground2.html The lobbying battle over the EU software patents directive] Corporate Europe Observatory vom 28.06.2005, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Machtkampf der großen IT-Konzerne===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Machtkampf der großen IT-Konzerne (u.a. [[Google]], Microsoft, [[Apple]] und [[Facebook]]) wird die politische Ebene immer wieder Austragungsort der Auseinandersetzungen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.telekom-presse.at/Patent_Wahnsinn_eskaliert_weiter_-_Microsoft_beklagt_sich_in_Bruessel.id.18928.htm Patent Wahnsinn eskaliert weiter - Microsoft beklagt sich in Brüssel] Telekom Presse, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Machtkampf wird auf mehreren Ebenen ausgetragen. [[Google]] und Microsoft beispielsweise stehen mit ihren jeweiligen Suchmaschinen in direkter Konkurrenz, weswegen sich gegenseitig mit Patentklagen überziehen, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Auch in der Urheberrechtsdebatte, insbesondere bei den Abkommen SOPA, PIPA und [[ACTA]] stehen sich die beiden Konzerne gegenüber. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Microsoft finanzierte [[Initiative for a Competitive Online Marketplace]] (ICOMP) versuchte beispielsweise durch Seminare, zu denen EU-Parlamentarier eingeladen wurden, [[Google]] zu diskreditieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://falkvinge.net/2012/03/02/how-microsoft-pays-big-money-to-smear-google-audaciously/ How Microsoft Pays Big Money to Smear Google in European Parliament] falkvinge.net, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch auf der Webseite der ICOMP überwiegen die Negativschlagzeilen über [[Google]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.i-comp.org/ Home] ICOMP, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die PR- und Lobbyagentur [[Burson-Marsteller]] betreut die ICOMP und fungiert als deren Sekretariat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2013 erreichte die Rivalität zwischen Microsoft und [[Google]] ihren vorläufigen Höhepunkt in den USA. Microsoft verkaufte dort T-Shirts und Tassen mit Anti-Google-Aufdrücken, die [[Google]] den Vorwurf machten, Nutzerdaten zu sammeln und auszuwerten. Für diese Aktion erntete Microsoft allerdings Spott, da das Unternehmen selbst wegen seines Umgangs mit Benutzerdaten  in der Kritik steht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/wirtschaft/article122130034/Anti-Google-Kampagne-bringt-Microsoft-Spott.html Anti-Google-Kampagne bringt Microsoft Spott] Die Welt vom 21.11.2013, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Scharfe Kritik erntete Microsoft auch 2014, als bekannt wurde, dass es ohne richterlichen Beschluss das private Email-Postfach eines Bloggers durchsucht hat.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/netzwelt/web/microsoft-schnueffelaktion-in-privatem-hotmail-postfach-a-959985.html Vertrauensbruch: Microsoft filzt privates Hotmail-Postfach] Spiegel Online vom 21.03.2014, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzdarstellung und Geschichte==&lt;br /&gt;
Microsoft wurde 1975 von Bill Gates und Paul Allen gegründet und ging am 13. März 1986 an die Börse.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.microsoft.com/en-us/news/inside_ms.aspx Important Dates] Microsoft, aufgerufen am 22.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2002 erhielt Microsoft den Negativpreis BigBrotherAward von dem Verein Digitalcourage. Laut Digitalcourage e.V. bekam das Unternehmen den Preis wegen der Einführung des &amp;quot;Digital Rights Managements&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://bigbrotherawards.de/2002 bigbrotherawards.de] Preisträger 2002, abgerufen am 09.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur, Geschäftsfelder und Finanzen==&lt;br /&gt;
Microsoft bietet Betriebssysteme und Anwendungsprogramme sowie Hardware an. Mit seinem Betriebssystem Windows und dem Büropaket Office dominiert Microsoft das klassische PC-Geschäft, spielt allerdings bei dem immer wichtiger werdenden Markt für Smartphones und Tablets eine untergeordnete Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/newsticker/news1/article130265791/Microsoft-streicht-18-000-Stellen-weltweit.html Microsoft streicht 18.000 Stellen weltweit] Die Welt vom 17.07.2014, aufgerufen am 22.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Microsoft Deutschland ist die zweitgrößte Tochtergesellschaft der in den USA ansässigen Microsoft Corporation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FastFacts&amp;quot;&amp;gt;[http://www.microsoft.com/de-de/corporate/ueber-uns/ Fast Facts] Microsoft, aufgerufen am 04.12.2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterführende Informationen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[http://www.powerbase.info/index.php/Microsoft Microsoft bei Powerbase]&lt;br /&gt;
*[http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Microsoft Microsoft bei SourceWatch]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{spendenbanner}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:EU]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lobbyismus an Schulen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>TorbenB</name></author>
		
	</entry>
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		<title>Microsoft</title>
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		<updated>2022-04-22T11:37:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;TorbenB: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{BoxUnternehmen&lt;br /&gt;
| Name             = Microsoft Corporation&lt;br /&gt;
| Logo             = &lt;br /&gt;
| Branche          = Softwareentwicklung&lt;br /&gt;
| Geschäftsfelder  = &lt;br /&gt;
| Hauptsitz             = One Microsoft Way, Redmond WA 98052, USA&lt;br /&gt;
| Lobbybüro Deutschland = Unter den Linden 17, 10117 Berlin&lt;br /&gt;
| Lobbybüro EU = Rue Montoyer 51, 1000 Bruxelles&lt;br /&gt;
| Homepage         = [http://www.microsoft.com microsoft.com]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Microsoft ist mit rund 189.000 Mitarbeitern in 119 Niederlassungen der größte Softwarehersteller weltweit (Stand 2021).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.geekwire.com/2021/microsoft-adds-23k-employees-one-year-growing-14-despite-pandemic-tight-labor-market/], GeekWire, aufgerufen am 22.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Umsatz im Geschäftsjahr 2021 betrug 168 Mrd. US-Dollar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/155707/umfrage/entwicklung-des-umsatzes-der-microsoft-corporation-seit-dem-geschaeftsjahr-2002/], Statista, aufgerufen am 22.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Software-Gigant ist Microsoft zum Beispiel an Cyber Security und Datenschutz, aber auch an Künstlicher Intelligenz interessiert und übt sowohl durch eigene Lobbyisten als auch durch Auftragslobbyarbeit und die Mitgliedschaft in zahlreichen Verbänden Einfluss auf die Politik aus. In den letzten Jahren hat Microsoft seine Lobbyarbeit sowohl in den USA als auch in der EU stark ausgeweitet. So brach der Konzern 2019 mit 10,49 Millionen US$ beinahe seinen Rekord für Lobbyausgaben in den Vereinigten Staaten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2013&amp;amp;id=D000000115 Lobbyausgaben USA], OpenSecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und  belegt in Europa hinter Google den zweiten Platz der Tech-Unternehmen in puncto Aufwendungen für Lobbyarbeit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/60239386204445e2b0fb38cada46b204/microsoft-corporation Lobbyausgaben EU], Lobbyfacts.eu vom 27.04.2020, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lobbyarbeit: Struktur und Strategien==&lt;br /&gt;
{{Lobbyplanet-box}}&lt;br /&gt;
Microsoft beschäftigt eigene Lobbyisten in allen für das Unternehmen wichtigen Machtzentren, wie beispielsweise Brüssel, Washington und Berlin. Neben der Lobbyarbeit, die Microsoft direkt betreibt, ist das Unternehmen an zahlreichen Lobby-Koalitionen beteiligt, wie z.B. der [[AmCham EU]], einer Lobbygruppe, die die Interessen von US-Konzernen in der EU vertritt. Außerdem beauftragt Microsoft [[Anwaltskanzleien]] und PR-Agenturen mit Lobbyarbeit und beteiligt sich an Denkfabriken wie dem [[Centre for European Policy Studies]] (CEPS) oder dem [[Transatlantic Policy Network]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die marktbeherrschende Stellung von Microsoft bei PC-Systemen und sein Umgang mit Nutzerdaten haben dem Image des Konzerns geschadet. Mithilfe von [[Astroturfing|Astroturf-Initativen]] oder der Unterstützung von Bildungsprojekten versucht Microsoft seinen Ruf aufzubessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in Deutschland===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im November 2013 wurde in Berlin die neue Hauptstadt-Repräsentanz von Microsoft eröffnet. Cheflobbyist für Microsoft Deutschland ist [[Seitenwechsel|Seitenwechslerin]] Tanja Böhm, die zuvor als Landesbeamtin u.a. Leiterin des Referats Politische Koordinierung Bund-Land-Europa in der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund und Nationale Expertin im Ausschuss der Regionen in Brüssel im Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt war.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://news.microsoft.com/de-de/personalie-tanja-boehm-leitet-corporate-affairs-team-und-hauptstadtrepraesentanz-microsoft-berlin/ Personalie: Tanja Böhm leitet Corporate Affairs Team und Hauptstadtrepräsentanz Microsoft Berlin], Microsoft News vom 22.02.2017, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Um sich herum hat sie ein zwölfköpfiges Team von professionellen Interessenvertreter:innen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.microsoft.com/de-de/berlin/ansprechpartner.aspx Microsoft Ansprechpartner], Microsoft.com, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Angaben über die Höhe der Lobbyausgaben macht Microsoft nicht. In Deutschland gibt es, anders als in den USA, kein [[Lobbyregister]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Microsoft-Repräsentanz steht für einen neuen Typus Berliner Lobbybüros, die sich zugleich an die Öffentlichkeit richtet - einer Verbindung aus Flagship-Store und Lobbyzentrale. Nur die erste von vier Etagen ist für die Lobbyarbeit reserviert. Das Büro umfasst ein eigenes Café, in dem man die neuesten Microsoft-Produkte testen kann sowie einen Veranstaltungsraum, in dem regelmäßig namhafte VertreterInnen der Politik anwesend sind. Im Dezember 2019 sprach hier beispielsweise Ralph Brinkhaus - Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion - im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema &amp;quot;Digitales Deutschland&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.microsoft.com/de-de/berlin/veranstaltungen/digitales-deutschland-brinkhaus.aspx Digitales Deutschland mit Ralph Brinkhaus], Microsoft.de, abgerufen am 25.08.2020 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit auf EU-Ebene===&lt;br /&gt;
Microsoft betreibt ein eigenes Lobbybüro mit 17 Lobbyist:innen (10 Vollzeitäquivalent) in Brüssel, fünf dieser Interessenvertreter:innen haben einen Hausausweis für das Europäische Parlament. Damit stellt das Unternehmen die größte Lobby-Truppe unter den Tech-Konzernen in Europa. Für Lobbyarbeit gab Microsoft in der EU im Geschäftsjahr 2019 nach eigenen Angaben zwischen 5.000.000€ und 5.250.000€ aus und hat damit sein Budget in Brüssel über die letzten Jahre stetig erhöht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=0801162959-21 Microsoft im Transparenzregister], europa.eu vom 27.04.2020, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; 2014 - also zu Beginn der Juncker Kommission - gab der Konzern dafür noch zwischen 4.500.000€ und 5.000.000€ aus. Damit liegt das Unternehmen im Branchenvergleich vor Facebook und hinter Tech-Gigant Google.Verantwortlicher für die Lobbyarbeit in der EU ist Casper Klynge. Insgesamt sind 15 Personen mit Lobbyarbeit auf EU-Ebene betraut. Microsoft ist seit 2011 - also von Beginn an - im freiwilligen [[Transparenzregister EU|Transparenzregister der EU]] registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein in den ersten acht Monaten des Jahres 2020 trafen sich Vertreter:innen von Microsoft 17 Mal mit Kabinettsmitgliedern und Kommissar:innen. Über die letzten Jahre war es vor allem der*die Kommissar:in für Digitalwirtschaft und den digitalen Binnenmarkt, mit denen der intensivste Kontakt des Unternehmens bestand.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.integritywatch.eu/index.php?oldcommission=1 Treffen mit EU-Kommissionen,] Integritywatch, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Microsoft sind gute Kontakte zu politischen Entscheidungsträgern wichtig, um so die Interessen des Unternehmens in die Entscheidungsabläufe der EU einzubringen. So veranstaltet etwa eine der Lobbyistinnen, [[Dorothee Belz]], den „Salon der Ideen“. Mitglieder in diesem unternehmenseigenen [[Think Tank]] sind unter anderem mehrere Abgeordnete des Europäischen Parlamentes und des Deutschen Bundestages.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ideen-fuer-europa.eu/de/Erasmier/Seiten/Startseite.aspx Mitglieder] Microsoft: Ideen für Europa, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Belz ist neben ihrer Funktion als Vice President von Microsoft Europa auch in der Geschäftsführung des [http://lobbypedia.de/wiki/Wirtschaftsrat_der_CDU Wirtschaftsrates der CDU] tätig, einer Lobbyorganisation von unionsnahen Unternehmern. Im Wirtschaftsrat war sie Vorsitzende der Begleitarbeitsgruppe zur Enquetekommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ideen-fuer-europa.eu/de/Salon/Seiten/gastgeberin.aspx Die Gastgeberin] Microsoft: Ideen für Europa, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indirekt betreibt Microsoft auch über [[Denkfabriken auf internationaler Ebene|Denkfabriken]] und Verbände Lobbyarbeit. So unterstützt das Unternehmen die Denkfabriken [[Centre for European Policy Studies]] (CEPS) und das [[Transatlantic Policy Network]], das sich insbesondere für die Intensivierung der transatlantischen Handelspartnerschaft einsetzt. Microsoft ist zudem unter anderem Mitglied  in den Verbänden [[AmCham EU]] und der [[European Privacy Association]] (EPA).&amp;lt;ref name=&amp;quot;TRMicrosoft&amp;quot;&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=0801162959-21 Microsoft Corporation] Transparency Register, aufgerufen am 04.12.2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem versucht das Unternehmen, Entscheidungen auf EU-Ebene auch über die US-Regierung zu beeinflussen, wie beispielsweise in Kartellverfahren.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://derstandard.at/2602583 US-Regierung leistet Lobbyarbeit für Microsoft gegen EU] Der Standard vom 16.10.2006, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die US-Regierung steht vielen US-Konzernen zur Seite, wenn deren Geschäftsinteressen durch politische Entscheidungen eines anderen Nationalstaates oder der EU nachteilig beeinflusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;lptable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Jahr&lt;br /&gt;
|Lobbyausgaben in Brüssel (in €)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2019&lt;br /&gt;
|5,000,000€ - 5,250,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2018&lt;br /&gt;
|5,000,000€ - 5,250,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2017&lt;br /&gt;
|4,500,000€ - 4,750,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2016&lt;br /&gt;
|4,250,000€ - 4,500,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2015&lt;br /&gt;
|4,250,000€ - 4,500,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2014&lt;br /&gt;
|4,500,000€ - 5,000,000€&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Quelle: LobbyFacts&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/60239386204445e2b0fb38cada46b204/microsoft-corporation Microsoft Corporation], LobbyFacts vom 27.04.2020, zuletzt aufgerufen am 12.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Microsoft ist u.a. Mitglied der folgenden Lobbyverbände und Thinktanks:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[AmCham EU|American Chamber of Commerce to the European Union (AmCham EU)]]&lt;br /&gt;
*American European Community Association (AECA)&lt;br /&gt;
*[[Bruegel]]&lt;br /&gt;
*[[Businesseurope|Business Europe]]&lt;br /&gt;
*Business Software Alliance (BSA)&lt;br /&gt;
*Centre on Regulation in Europe (CERRE)&lt;br /&gt;
*[[Centre for European Policy Studies|CEPS]]&lt;br /&gt;
*Computer and Communications Industry Association (CCIA)&lt;br /&gt;
*Center for European Reform (CER)&lt;br /&gt;
*Danish Energy Association&lt;br /&gt;
*[[DIGITALEUROPE|Digital Europe]]&lt;br /&gt;
*Digital Interoperability Forum&lt;br /&gt;
*EU40 (Network of young Members of the European Parliament)&lt;br /&gt;
*[[European Centre for International Political Economy|European Center for International Political Economy (ECIPE)]]&lt;br /&gt;
*European Digital Media Association (EDIMA)&lt;br /&gt;
*European Emergency Number Association&lt;br /&gt;
*[[European Internet Foundation|European Internet Foundation (EIF)]]&lt;br /&gt;
*European Internet Services Providers Association (EuroISPA)&lt;br /&gt;
*European Justice Forum&lt;br /&gt;
*European Liberal Business Club&lt;br /&gt;
*[[European Services Forum]]&lt;br /&gt;
*European Youth Forum&lt;br /&gt;
*[[Friends of Europe]]&lt;br /&gt;
*German Association for Information Technology, Telecommunication and New Media (BITKOM)&lt;br /&gt;
*German Marshall Fund&lt;br /&gt;
*Interactive Advertising Bureau&lt;br /&gt;
*Interactive Software Federation of Europe (ISFE)&lt;br /&gt;
*Science Business&lt;br /&gt;
*[[Transatlantic Policy Network]]&lt;br /&gt;
*Winfried Martens Center&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in den USA===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2019 hat Microsoft 26 PR-Agenturen, Anwaltskanzleien und andere Lobbyfirmen damit beauftragt, die Politik in den USA in einer Vielzahl von Themen zu beeinflussen. Von den 111 Lobbyist:innen, die in diesem Jahr für den Tech-Riesen arbeiteten, handelt es sich bei über 80% um Seitenwechsler.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/lobbyists?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Lobbyists representing Microsoft Corp], OpenSecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Vordergründig wurde das Unternehmen in den Bereichen Telekommunikation, Computer &amp;amp; Informationstechnologie sowie Immigration im Kontext von Visa-Programmen für hochqualifizierte Fachkräfte (H-1B) und solchen, die als Kinder illegal in die USA eingereist sind (DACA), aktiv.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://thehill.com/business-a-lobbying/469874-microsoft-pushes-for-daca-legislation-on-capitol-hill Microsoft pushes for DACA legislation], The Hill vom 11.11.2019, abgerufen am 25.08.2020&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; Im selben Jahr gab der Konzern beinahe so viel Geld für Lobbyarbeit wie im bisherigen Rekordjahr 2013 aus und verfolgt somit einen Trend stetig ansteigender Ausgaben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Microsoft: Total Lobbying Expenditures], Opensecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt überholten die&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; fünf größten Tech-Giganten 2019 die US Chamber of Commerce, die bislang die Akteurin mit den größten Lobbyausgaben darstellte.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.seattletimes.com/business/amazon-and-microsoft-are-among-the-tech-giants-opening-wallets-in-newly-hostile-washington/ Amazon and Microsoft are among the tech giants opening wallets in newly hostile Washington, D.C.], Seattle Times vom 22.01.2020, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;lptable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Jahr&lt;br /&gt;
|Lobbyausgaben in den USA (in US$)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2020&lt;br /&gt;
|9,64 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2019&lt;br /&gt;
|10,26 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2018&lt;br /&gt;
|9,59 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2017&lt;br /&gt;
|8,66 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2016&lt;br /&gt;
|8,71 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2015&lt;br /&gt;
|8,49 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2014&lt;br /&gt;
|8,33 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2013&lt;br /&gt;
|10,49 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Quelle: OpenSecrets&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Microsoft Corporation], OpenSecrets.org, zuletzt aufgerufen am 03.05.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Fallbeispiele und Kritik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Microsoft &amp;amp; Datenschutzverordnungen in Washington===&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die im Mai 2018 in Kraft trat, wurde bereits von verschiedenen Ländern, von Süd Korea bis Kolumbien, in unterschiedlichen Ausprägungen übernommen. Den großen Tech-Firmen wird in den USA bislang jedoch noch deutlich mehr freie Hand gelassen als in Europa. Nichtsdestotrotz gibt es auch dort vermehrt Versuche, sich dem Recht der EU anzunähern. So begannen die Gesetzgeber:innen im Washington State einen Gesetzesvorschlag zum Thema Datenschutz auszuarbeiten, der sich stark auf die DSGVO bezog und sogar ganze Passagen wortwörtlich übernahm. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politico.eu/article/how-lobbyists-rewrote-washington-state-privacy-law-microsoft-amazon-regulation/ How lobbyists rewrote Washington state’s privacy law], Politico.eu vom 26.04.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser sollte ebenfalls das Recht von Kund:innen beinhalten, eine Löschung persönlicher Informationen aus Firmendatenbanken verlangen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine solche Verordnung hätte die Grundlage für stärkere potenzielle nationale US-Datenschutzregeln sein können. Microsoft reagierte auf dieses Szenario allerdings mit einer elfprozentigen Steigerung seiner Lobbyausgaben in Olympia, der Hauptstadt vom Washington State, und spielte laut Aktivist*innen und Abgeordneten eine bedeutende Rolle beim Entwerfen der Verordnung. Die finale Version des Gesetzes beinhaltet im Gegensatz zur europäischen DSGVO die Prämisse, dass Konzerne weiterhin das vorrangige Recht besitzen, persönliche Daten zu sammeln anstatt Kund:innen im Schutz ihrer Daten zu stärken.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politico.eu/article/how-lobbyists-rewrote-washington-state-privacy-law-microsoft-amazon-regulation/ How lobbyists rewrote Washington state’s privacy law], Politico.eu vom 26.04.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Windows als staatliche IT===&lt;br /&gt;
Microsoft hat es nicht nur geschafft, auf dem freien Markt eine Vormachtstellung für sein Betriebssystem zu erlangen, sondern baut stetig seine Monopolstellung innerhalb der Deutschen und Europäischen Verwaltungen und Regierungen mit gezieltem Lobbyismus aus. Expert:innen sprechen hier von einem sogenannten „Lock-In“. Dies bezeichnet eine Situation, in der ein Akteur nur noch mit einer bestimmten Firma Geschäfte machen kann, da sich andere Optionen verschlossen haben. Da digitale Systeme ständig wachsen und immer unabdingbarer werden, geraten Staaten immer tiefer in die Abhängigkeit von Konzernen wie Microsoft. In Folge dieses Arrangements erhält der Konzern oftmals politisches Mitspracherecht und diktiert nicht selten die Vertragsbedingungen, da z.B. tausende Spezialprogramme der Finanzämter und anderer Behörden an Microsoft gebunden sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Schallbruch, der bis 2016 Abteilungsleiter für Informationstechnik und Cybersicherheit der Bundesregierung war, sieht Probleme, die sich in Zukunft noch verstärken werden: „Kontrollfähigkeit und Steuerungsfähigkeit des Staates im Hinblick auf seine eigene IT nimmt immer weiter ab.“ Eine Trennung von staatlicher Verwaltung und Microsoft verschwimmt zunehmend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2018/wie-microsoft-europa-kolonialisiert/ Wie Microsoft Europa kolonisiert], Netzpolitik.org vom 20.02.2018, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Die eigentlich zwingend öffentliche Auftragsausschreibung findet lediglich zwischen verschiedenen Microsoft-Lizenz-Zwischenhändlern statt, und Verträge zwischen Bund und Konzern werden trotz Anfragen nach Informationsfreiheitsgesetz zu ihren Konditionen nur geschwärzt herausgegeben. Entwicklungen wie diese sind vor allem unter dem europäischen Beschaffungs- und Wettbewerbsrecht kritisch zu betrachten. Die EU-Kommission will eigentlich den Einsatz von freier Software fördern, setzt aber ebenfalls auf Microsoft-Produkte. Tatsächlich hat die Kommission selbst einen Rahmenvertrag mit Microsoft, der für alle EU-Institutionen gilt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2018/wie-microsoft-europa-kolonialisiert/ Wie Microsoft Europa kolonisiert], Netzpolitik.org vom 20.02.2018, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Obwohl kostengünstige Open-Source-Alternativen wie Linux längst vorhanden sind, bauen Regierungen weiterhin auf den Monopolisten statt auf Unabhängigkeit. Der Umstieg wäre aufgrund der zugespitzten Lage allerdings mit großem Zeitaufwand und hohen Folgekosten verbunden. Gleichzeitig zahlen die europäischen Staaten und Regierungen jährlich Milliarden an Lizenzgeldern für Microsoft-Produkte an den Konzern (das unabhängige IT-Marktanalyse-Unternehmen Pierre Audoin Consultants geht von zwei Milliarden Euro Umsatz mit dem öffentlichen Sektor Europas im Geschäftsjahr 2016/16 aus).&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; Das Geschäftsmodell des Unternehmens besteht eben darin, Software in Form vom Betriebssystem Windows und Büroprogrammen wie Word, Excel oder Powerpoint als Lizenzprodukt zu verkaufen und hält dabei den zugehörigen („proprietären“) Programmcode geheim. Damit verfolgt der Konzern eine andere Strategie als Tech-Konzerne wie Google, Facebook oder Amazon, die auf Open-Source-Software setzen.&amp;lt;/span&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus sahen sich die staatlichen Behörden Europas Ende 2014 dazu gezwungen, teure Service-Verträge mit Microsoft abzuschließen, da der Konzern die Lieferung von Sicherheits-Updates für die Version „Windows XP“ einstellte, damit dieser weiterhin Sicherheitslücken in seinen alten Programmen schließt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.golem.de/news/open-source-kritik-an-microsoft-monopol-in-der-verwaltung-1704-127217.html Kritik an Microsoft-Monopol in der Verwaltung], Golem.de vom 09.04.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nichtsdestotrotz gibt es sie, die Inseln im Microsoft-Ozean. So stellte die französische Gendarmerie national, aber auch die Stadt München wenigstens kurzweilig auf Open-Source-Alternativen um. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund von engen Verflechtungen der CDU/CSU mit dem US-Konzern (beispielsweise durch Dorothee Belz, die Microsoft Europe bis 2015 als Vizepräsidentin diente und Mitglied im Präsidium des Wirtschaftsrates der Union ist) ruderte letzte jedoch nach wenigen Jahren zurück. Ähnliche Verflechtungen finden sich europaweit. In Italien lenkt eine frühere Microsoft-Managerin die „digitale Transformation“ der Wirtschaftsmetropole Mailand. In Portugal leitete ein Microsoft-Manager die Wahlkampagne des konservativen Präsidenten. In Frankreich verfügt der Konzern gleich über sechs Manager und Berater mit engen Verbindungen zu Ministerien und Politikern. Gleichzeitig arbeiten technische Angestellte von Microsoft direkt in der IT-Verwaltung der Regierung. Mindestens fünf davon verfügen sogar über E-Mail-Adressen, die sie als Regierungsmitarbeiter ausweisen, mit denen sie „direkt in der Verwaltung Lobbyarbeit für Microsoft machen“, wie ein Beamter gegenüber Investigate Europe bestätigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Microsoft und Datenschutz===&lt;br /&gt;
Der kaum zu kontrollierende Transfer von Nutzerdaten in die Microsoft-Cloud bzw. auf Rechner in den USA bereitet Fachleuten schon lange Kopfschmerzen. Sie sehen hierdurch die Datensouveränität in Gefahr und berufen sich in ihrer Kritik auf die Einschätzung niederländischer Behörden, nach der aktuelle Microsoft-Produkte nicht konform sind mit der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Die niederländische Regierung hatte 2018 eine Datenschutzfolgenabschätzung für Microsoft-Produkte durchgeführt, welche notwendig ist, wenn eine Form der Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen zur Folge hat (Art. 35 DS-GVO).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.haufe.de/compliance/management-praxis/monopol-und-datenschutz-probleme-bei-neuer-microsoft-software_230130_485544.html IT-Experten sehen Monopol- und Datenschutzprobleme bei Microsoft-Software], Haufe.de vom 07.03.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei hatte sie zahlreiche Risiken identifiziert und somit festgestellt, dass die Software nicht den Vorgaben der DSGVO genügt. Dazu zählt etwa ein fehlender Überblick über Risiken aufgrund unzureichender Transparenz, illegales Speichern sensibler Daten sowie eine unzureichende Kontrolle über Unterauftragsverarbeiter.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Insbesondere die Bürosoftware von Microsoft und die damit hergestellten Dateien sind das wichtigste Einfallstor für Cyberattacken. Das berichtete das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bereits 2011.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; Die Zahl der Sicherheitslücken in Microsoft-Programmen ist dramatisch. So registrierte das amerikanische „National Institute for Standards and Technology“ für „Mircrosoft Office“ in den drei Jahren bis April 2017 188 Fälle – davon drei Viertel in der schlimmsten Kategorie. Weiterhin unterliegt der Konzern amerikanischem Recht und kann somit jederzeit gezwungen werden, US-Behörden Zugang zu Daten ausländischer Bürger oder Behörden zu verschaffen. Dass dies reale Praxis ist, haben die Enthüllungen Edward Snowdens gezeigt.&amp;lt;/span&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist für europäische Regierungen schwer, zu garantieren, dass Daten privat bleiben, solange sie die Software, mit der sie arbeiten, nicht kontrollieren können. Eine der dramatischsten Sicherheitslücken im Microsoft-System wurde Anfang 2017 durch das Wüten der Schadsoftware WannCry bekannt. Sie ermöglichte dem Trojaner-Virus Nutzerdaten abzufragen und Daten auf betroffenen Computern zu verschlüsseln und befiel neben Privatanwendern auch Computer im Gesundheitswesen wie die von Krankenhäusern. Die Lücke in Windows-Dateifreigaben wurde ebenfalls von der NSA-nahen Equation Group genutzt, wie später bekannt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heise.de/newsticker/meldung/WannaCry-Was-wir-bisher-ueber-die-Ransomware-Attacke-wissen-3713502.html WannaCry: Was wir bisher über die Ransomware-Attacke wissen], Heise.de vom 15.05.2017, aufgerufen am 18.8.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Unterstützung von Bildungsprojekten===&lt;br /&gt;
Microsoft unterstützt zahlreiche Projekte, bei denen Kindergärten, Schulen, Auszubildende, Studierende, Lehrerinnen usw. mit Soft- und Hardware des Unternehmens ausgestattet werden und ihre IT-Kompetenzen gefördert werden sollen. Schulen und Universitäten erhalten Microsoft-Produkte zumeist kostenlos, sodass die Jugendlichen erst gar nicht den Umgang mit anderen Betriebssystem und Programmen lernen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies ist eine Form von [[Lobbyismus an Schulen]] bzw. [[deep lobbying]]. Mit der Microsoft-Bildungsinitiative „Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache“ soll zum Beispiel die frühkindliche Sprachförderung gefördert werden. Initiativen wie diese werden dann als gesellschaftliche Verantwortung verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1037_Ueber_die_Initiative.htm Die Schlaumäuse-Initiative] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings ist die Förderung von Bildungsprojekten keineswegs uneigennützig. Denn die Projekte setzen auf Microsoft-Produkte und stärken die Marktmacht von Microsoft. Sie binden die Jugendlichen nach ihrer Ausbildung an den Konzern und lassen sie den Rest ihres Lebens Lizenzgebühren zahlen. So das Kalkül. Das sei „das klassische Drogendealer-Modell“, urteilt Rufus Pollock vom Zentrum für Informationsrecht der Universität Cambridge. &amp;quot;Bis die Kunden abhängig sind, kriegen sie den Stoff gratis&amp;quot;. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sind auch politisch hilfreich: Sie verbessern das aufgrund seiner Geschäftspraktiken angekratzte Image des Software-Riesen und nutzen der politischen Kontaktpflege, indem Politikerinnen als Schirmherren für Projekte gewonnen oder zu Projektpräsentationen geladen werden&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1234_Schlaumaeuse_Tour_2014.htm Große Deutschland-Tour] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Zusammenhang mit diesen Bemühungen führt Microsoft an, dass das &amp;quot;digitale Lernen&amp;quot; Ende 2013 im Koalitionsvertrag verankert wurde&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1234_Schlaumaeuse_Tour_2014.htm Große Deutschland-Tour] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zur Gründerförderung veranstaltet Microsoft auch den Schüler und Studentenwettbewerb 'Imagine Cup' und betrachtet dieses Engagement als gesellschaftliche Verantwortung&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.microsoft.com/germany/techwiese/techstudent/imagine-cup/default.aspx Imagine Cup - Deine Idee gewinnt!] Microsoft: Tech Student, aufgerufen am 07.08.2015&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
===Astroturf-Kampagne C4C===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für umstrittene Auftragslobbyarbeit ist die Campaign for Creativity (C4C), eine Kampagne, die 2005 für die Einführung von Software-Patenten nach amerikanischem Modell  in der EU kämpfte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://web.archive.org/web/20050310052552/campaignforcreativity.org/camp4creativity/index.htm Campaign for Creativity] Kopie der Campaign for Creativity Website (die Originalwebsite ist nicht mehr online). Aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kampagne war eine sogenannte [[Astroturfing]]-Initiative. Astroturf bedeutet auf Englisch Kunstrasen. Im Kontext von Interessenpolitik wird der Begriff für vermeintliche Bürgerbewegungen verwendet, die tatsächlich von Unternehmen oder Lobbyorganisationen gesteuert oder finanziert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Campaign for Creativity gab vor, Künstlerinnen, Musiker, Designer, Ingenieure und Software-Entwicklerinnen zu vertreten. Sie verschleierte, dass sie tatsächlich eine professionelle politische Kampagne war, die von der Londoner Lobby-Agentur [[Campbell Gentry]] organisiert wurde. Finanziert wurde die Kampagne von unter anderem von Microsoft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbycontrol.de/2005/12/campaign-for-creativity-erhalt-worst-eu-lobbying-award/ “Campaign for Creativity” erhält “Worst EU Lobbying Award”] LobbyControl, 16.12.2005, abgerufen am 23.07.2014 ''und'' [http://www.bpb.de/apuz/32777/grassrootscampaigning-und-chancen-durch-neue-medien?p=all#fr-footnode16 Grassrootscampaigning und Chancen durch neue Medien] Aus Politik und Zeitgeschichte 19/2010, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Patentstreitigkeiten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Microsoft versuchte über den ehemaligen Kommissar für Binnenmarkt, [[Charles McCreevy]], die Debatte über Patentrecht innerhalb der EU-Institutionen zu beeinflussen. McCreevy kommt aus Irland, wo Microsoft seinen Sitz für Europa hat. Irland ist stark von den Investitionen der dort ansässigen IT-Unternehmen abhängig. Microsoft sponserte hierzu eine Kampagne für die irische Ratspräsidentschaft, während McCreevy noch Finanzminister war.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://archive.corporateeurope.org/lobbycracy/C4Cbackground2.html The lobbying battle over the EU software patents directive] Corporate Europe Observatory vom 28.06.2005, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner lud Paul Allen, einer der Mitbegründer Microsofts und immer noch Großaktionär, im Jahr 2004 den damaligen EU-Handelskommissar, Peter Mandelson, auf eine Silvesterparty auf seinem Boot in der Karibik ein. Mandelson folgte der Einladung.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://archive.corporateeurope.org/lobbycracy/C4Cbackground2.html The lobbying battle over the EU software patents directive] Corporate Europe Observatory vom 28.06.2005, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Machtkampf der großen IT-Konzerne===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Machtkampf der großen IT-Konzerne (u.a. [[Google]], Microsoft, [[Apple]] und [[Facebook]]) wird die politische Ebene immer wieder Austragungsort der Auseinandersetzungen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.telekom-presse.at/Patent_Wahnsinn_eskaliert_weiter_-_Microsoft_beklagt_sich_in_Bruessel.id.18928.htm Patent Wahnsinn eskaliert weiter - Microsoft beklagt sich in Brüssel] Telekom Presse, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Machtkampf wird auf mehreren Ebenen ausgetragen. [[Google]] und Microsoft beispielsweise stehen mit ihren jeweiligen Suchmaschinen in direkter Konkurrenz, weswegen sich gegenseitig mit Patentklagen überziehen, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Auch in der Urheberrechtsdebatte, insbesondere bei den Abkommen SOPA, PIPA und [[ACTA]] stehen sich die beiden Konzerne gegenüber. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Microsoft finanzierte [[Initiative for a Competitive Online Marketplace]] (ICOMP) versuchte beispielsweise durch Seminare, zu denen EU-Parlamentarier eingeladen wurden, [[Google]] zu diskreditieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://falkvinge.net/2012/03/02/how-microsoft-pays-big-money-to-smear-google-audaciously/ How Microsoft Pays Big Money to Smear Google in European Parliament] falkvinge.net, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch auf der Webseite der ICOMP überwiegen die Negativschlagzeilen über [[Google]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.i-comp.org/ Home] ICOMP, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die PR- und Lobbyagentur [[Burson-Marsteller]] betreut die ICOMP und fungiert als deren Sekretariat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2013 erreichte die Rivalität zwischen Microsoft und [[Google]] ihren vorläufigen Höhepunkt in den USA. Microsoft verkaufte dort T-Shirts und Tassen mit Anti-Google-Aufdrücken, die [[Google]] den Vorwurf machten, Nutzerdaten zu sammeln und auszuwerten. Für diese Aktion erntete Microsoft allerdings Spott, da das Unternehmen selbst wegen seines Umgangs mit Benutzerdaten  in der Kritik steht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/wirtschaft/article122130034/Anti-Google-Kampagne-bringt-Microsoft-Spott.html Anti-Google-Kampagne bringt Microsoft Spott] Die Welt vom 21.11.2013, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Scharfe Kritik erntete Microsoft auch 2014, als bekannt wurde, dass es ohne richterlichen Beschluss das private Email-Postfach eines Bloggers durchsucht hat.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/netzwelt/web/microsoft-schnueffelaktion-in-privatem-hotmail-postfach-a-959985.html Vertrauensbruch: Microsoft filzt privates Hotmail-Postfach] Spiegel Online vom 21.03.2014, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzdarstellung und Geschichte==&lt;br /&gt;
Microsoft wurde 1975 von Bill Gates und Paul Allen gegründet und ging am 13. März 1986 an die Börse.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.microsoft.com/en-us/news/inside_ms.aspx Important Dates] Microsoft, aufgerufen am 22.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2002 erhielt Microsoft den Negativpreis BigBrotherAward von dem Verein Digitalcourage. Laut Digitalcourage e.V. bekam das Unternehmen den Preis wegen der Einführung des &amp;quot;Digital Rights Managements&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://bigbrotherawards.de/2002 bigbrotherawards.de] Preisträger 2002, abgerufen am 09.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur, Geschäftsfelder und Finanzen==&lt;br /&gt;
Microsoft bietet Betriebssysteme und Anwendungsprogramme sowie Hardware an. Mit seinem Betriebssystem Windows und dem Büropaket Office dominiert Microsoft das klassische PC-Geschäft, spielt allerdings bei dem immer wichtiger werdenden Markt für Smartphones und Tablets eine untergeordnete Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/newsticker/news1/article130265791/Microsoft-streicht-18-000-Stellen-weltweit.html Microsoft streicht 18.000 Stellen weltweit] Die Welt vom 17.07.2014, aufgerufen am 22.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Microsoft Deutschland ist die zweitgrößte Tochtergesellschaft der in den USA ansässigen Microsoft Corporation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FastFacts&amp;quot;&amp;gt;[http://www.microsoft.com/de-de/corporate/ueber-uns/ Fast Facts] Microsoft, aufgerufen am 04.12.2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterführende Informationen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[http://www.powerbase.info/index.php/Microsoft Microsoft bei Powerbase]&lt;br /&gt;
*[http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Microsoft Microsoft bei SourceWatch]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{spendenbanner}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:EU]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lobbyismus an Schulen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>TorbenB</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lobbypedia.de/w/index.php?title=Microsoft&amp;diff=137086</id>
		<title>Microsoft</title>
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		<updated>2022-04-22T11:26:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;TorbenB: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{BoxUnternehmen&lt;br /&gt;
| Name             = Microsoft Corporation&lt;br /&gt;
| Logo             = &lt;br /&gt;
| Branche          = Softwareentwicklung&lt;br /&gt;
| Geschäftsfelder  = &lt;br /&gt;
| Hauptsitz             = One Microsoft Way, Redmond WA 98052, USA&lt;br /&gt;
| Lobbybüro Deutschland = Unter den Linden 17, 10117 Berlin&lt;br /&gt;
| Lobbybüro EU = Rue Montoyer 51, 1000 Bruxelles&lt;br /&gt;
| Homepage         = [http://www.microsoft.com microsoft.com]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Microsoft ist mit rund 189.000 Mitarbeitern in 119 Niederlassungen der größte Softwarehersteller weltweit (Stand 2021).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.geekwire.com/2021/microsoft-adds-23k-employees-one-year-growing-14-despite-pandemic-tight-labor-market/], aufgerufen am 22.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Umsatz im Geschäftsjahr 2021 betrug 168 Mrd. US-Dollar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/155707/umfrage/entwicklung-des-umsatzes-der-microsoft-corporation-seit-dem-geschaeftsjahr-2002/], aufgerufen am 22.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Software-Gigant ist Microsoft zum Beispiel an Cyber Security und Datenschutz, aber auch an Künstlicher Intelligenz interessiert und übt sowohl durch eigene Lobbyisten als auch durch Auftragslobbyarbeit und die Mitgliedschaft in zahlreichen Verbänden Einfluss auf die Politik aus. In den letzten Jahren hat Microsoft seine Lobbyarbeit sowohl in den USA als auch in der EU stark ausgeweitet. So brach der Konzern 2019 mit 10,49 Millionen US$ beinahe seinen Rekord für Lobbyausgaben in den Vereinigten Staaten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2013&amp;amp;id=D000000115 Lobbyausgaben USA], OpenSecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; und  belegt in Europa hinter Google den zweiten Platz der Tech-Unternehmen in puncto Aufwendungen für Lobbyarbeit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/60239386204445e2b0fb38cada46b204/microsoft-corporation Lobbyausgaben EU], Lobbyfacts.eu vom 27.04.2020, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lobbyarbeit: Struktur und Strategien==&lt;br /&gt;
{{Lobbyplanet-box}}&lt;br /&gt;
Microsoft beschäftigt eigene Lobbyisten in allen für das Unternehmen wichtigen Machtzentren, wie beispielsweise Brüssel, Washington und Berlin. Neben der Lobbyarbeit, die Microsoft direkt betreibt, ist das Unternehmen an zahlreichen Lobby-Koalitionen beteiligt, wie z.B. der [[AmCham EU]], einer Lobbygruppe, die die Interessen von US-Konzernen in der EU vertritt. Außerdem beauftragt Microsoft [[Anwaltskanzleien]] und PR-Agenturen mit Lobbyarbeit und beteiligt sich an Denkfabriken wie dem [[Centre for European Policy Studies]] (CEPS) oder dem [[Transatlantic Policy Network]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die marktbeherrschende Stellung von Microsoft bei PC-Systemen und sein Umgang mit Nutzerdaten haben dem Image des Konzerns geschadet. Mithilfe von [[Astroturfing|Astroturf-Initativen]] oder der Unterstützung von Bildungsprojekten versucht Microsoft seinen Ruf aufzubessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in Deutschland===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im November 2013 wurde in Berlin die neue Hauptstadt-Repräsentanz von Microsoft eröffnet. Cheflobbyist für Microsoft Deutschland ist [[Seitenwechsel|Seitenwechslerin]] Tanja Böhm, die zuvor als Landesbeamtin u.a. Leiterin des Referats Politische Koordinierung Bund-Land-Europa in der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund und Nationale Expertin im Ausschuss der Regionen in Brüssel im Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt war.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://news.microsoft.com/de-de/personalie-tanja-boehm-leitet-corporate-affairs-team-und-hauptstadtrepraesentanz-microsoft-berlin/ Personalie: Tanja Böhm leitet Corporate Affairs Team und Hauptstadtrepräsentanz Microsoft Berlin], Microsoft News vom 22.02.2017, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Um sich herum hat sie ein zwölfköpfiges Team von professionellen Interessenvertreter:innen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.microsoft.com/de-de/berlin/ansprechpartner.aspx Microsoft Ansprechpartner], Microsoft.com, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Angaben über die Höhe der Lobbyausgaben macht Microsoft nicht. In Deutschland gibt es, anders als in den USA, kein [[Lobbyregister]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Microsoft-Repräsentanz steht für einen neuen Typus Berliner Lobbybüros, die sich zugleich an die Öffentlichkeit richtet - einer Verbindung aus Flagship-Store und Lobbyzentrale. Nur die erste von vier Etagen ist für die Lobbyarbeit reserviert. Das Büro umfasst ein eigenes Café, in dem man die neuesten Microsoft-Produkte testen kann sowie einen Veranstaltungsraum, in dem regelmäßig namhafte VertreterInnen der Politik anwesend sind. Im Dezember 2019 sprach hier beispielsweise Ralph Brinkhaus - Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion - im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema &amp;quot;Digitales Deutschland&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.microsoft.com/de-de/berlin/veranstaltungen/digitales-deutschland-brinkhaus.aspx Digitales Deutschland mit Ralph Brinkhaus], Microsoft.de, abgerufen am 25.08.2020 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit auf EU-Ebene===&lt;br /&gt;
Microsoft betreibt ein eigenes Lobbybüro mit 17 Lobbyist:innen (10 Vollzeitäquivalent) in Brüssel, fünf dieser Interessenvertreter:innen haben einen Hausausweis für das Europäische Parlament. Damit stellt das Unternehmen die größte Lobby-Truppe unter den Tech-Konzernen in Europa. Für Lobbyarbeit gab Microsoft in der EU im Geschäftsjahr 2019 nach eigenen Angaben zwischen 5.000.000€ und 5.250.000€ aus und hat damit sein Budget in Brüssel über die letzten Jahre stetig erhöht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=0801162959-21 Microsoft im Transparenzregister], europa.eu vom 27.04.2020, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; 2014 - also zu Beginn der Juncker Kommission - gab der Konzern dafür noch zwischen 4.500.000€ und 5.000.000€ aus. Damit liegt das Unternehmen im Branchenvergleich vor Facebook und hinter Tech-Gigant Google.Verantwortlicher für die Lobbyarbeit in der EU ist Casper Klynge. Insgesamt sind 15 Personen mit Lobbyarbeit auf EU-Ebene betraut. Microsoft ist seit 2011 - also von Beginn an - im freiwilligen [[Transparenzregister EU|Transparenzregister der EU]] registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein in den ersten acht Monaten des Jahres 2020 trafen sich Vertreter:innen von Microsoft 17 Mal mit Kabinettsmitgliedern und Kommissar:innen. Über die letzten Jahre war es vor allem der*die Kommissar:in für Digitalwirtschaft und den digitalen Binnenmarkt, mit denen der intensivste Kontakt des Unternehmens bestand.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.integritywatch.eu/index.php?oldcommission=1 Treffen mit EU-Kommissionen,] Integritywatch, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Microsoft sind gute Kontakte zu politischen Entscheidungsträgern wichtig, um so die Interessen des Unternehmens in die Entscheidungsabläufe der EU einzubringen. So veranstaltet etwa eine der Lobbyistinnen, [[Dorothee Belz]], den „Salon der Ideen“. Mitglieder in diesem unternehmenseigenen [[Think Tank]] sind unter anderem mehrere Abgeordnete des Europäischen Parlamentes und des Deutschen Bundestages.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ideen-fuer-europa.eu/de/Erasmier/Seiten/Startseite.aspx Mitglieder] Microsoft: Ideen für Europa, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Belz ist neben ihrer Funktion als Vice President von Microsoft Europa auch in der Geschäftsführung des [http://lobbypedia.de/wiki/Wirtschaftsrat_der_CDU Wirtschaftsrates der CDU] tätig, einer Lobbyorganisation von unionsnahen Unternehmern. Im Wirtschaftsrat war sie Vorsitzende der Begleitarbeitsgruppe zur Enquetekommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ideen-fuer-europa.eu/de/Salon/Seiten/gastgeberin.aspx Die Gastgeberin] Microsoft: Ideen für Europa, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indirekt betreibt Microsoft auch über [[Denkfabriken auf internationaler Ebene|Denkfabriken]] und Verbände Lobbyarbeit. So unterstützt das Unternehmen die Denkfabriken [[Centre for European Policy Studies]] (CEPS) und das [[Transatlantic Policy Network]], das sich insbesondere für die Intensivierung der transatlantischen Handelspartnerschaft einsetzt. Microsoft ist zudem unter anderem Mitglied  in den Verbänden [[AmCham EU]] und der [[European Privacy Association]] (EPA).&amp;lt;ref name=&amp;quot;TRMicrosoft&amp;quot;&amp;gt;[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=0801162959-21 Microsoft Corporation] Transparency Register, aufgerufen am 04.12.2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem versucht das Unternehmen, Entscheidungen auf EU-Ebene auch über die US-Regierung zu beeinflussen, wie beispielsweise in Kartellverfahren.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://derstandard.at/2602583 US-Regierung leistet Lobbyarbeit für Microsoft gegen EU] Der Standard vom 16.10.2006, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die US-Regierung steht vielen US-Konzernen zur Seite, wenn deren Geschäftsinteressen durch politische Entscheidungen eines anderen Nationalstaates oder der EU nachteilig beeinflusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;lptable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Jahr&lt;br /&gt;
|Lobbyausgaben in Brüssel (in €)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2019&lt;br /&gt;
|5,000,000€ - 5,250,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2018&lt;br /&gt;
|5,000,000€ - 5,250,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2017&lt;br /&gt;
|4,500,000€ - 4,750,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2016&lt;br /&gt;
|4,250,000€ - 4,500,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2015&lt;br /&gt;
|4,250,000€ - 4,500,000€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2014&lt;br /&gt;
|4,500,000€ - 5,000,000€&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Quelle: LobbyFacts&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lobbyfacts.eu/representative/60239386204445e2b0fb38cada46b204/microsoft-corporation Microsoft Corporation], LobbyFacts vom 27.04.2020, zuletzt aufgerufen am 12.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Microsoft ist u.a. Mitglied der folgenden Lobbyverbände und Thinktanks:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[AmCham EU|American Chamber of Commerce to the European Union (AmCham EU)]]&lt;br /&gt;
*American European Community Association (AECA)&lt;br /&gt;
*[[Bruegel]]&lt;br /&gt;
*[[Businesseurope|Business Europe]]&lt;br /&gt;
*Business Software Alliance (BSA)&lt;br /&gt;
*Centre on Regulation in Europe (CERRE)&lt;br /&gt;
*[[Centre for European Policy Studies|CEPS]]&lt;br /&gt;
*Computer and Communications Industry Association (CCIA)&lt;br /&gt;
*Center for European Reform (CER)&lt;br /&gt;
*Danish Energy Association&lt;br /&gt;
*[[DIGITALEUROPE|Digital Europe]]&lt;br /&gt;
*Digital Interoperability Forum&lt;br /&gt;
*EU40 (Network of young Members of the European Parliament)&lt;br /&gt;
*[[European Centre for International Political Economy|European Center for International Political Economy (ECIPE)]]&lt;br /&gt;
*European Digital Media Association (EDIMA)&lt;br /&gt;
*European Emergency Number Association&lt;br /&gt;
*[[European Internet Foundation|European Internet Foundation (EIF)]]&lt;br /&gt;
*European Internet Services Providers Association (EuroISPA)&lt;br /&gt;
*European Justice Forum&lt;br /&gt;
*European Liberal Business Club&lt;br /&gt;
*[[European Services Forum]]&lt;br /&gt;
*European Youth Forum&lt;br /&gt;
*[[Friends of Europe]]&lt;br /&gt;
*German Association for Information Technology, Telecommunication and New Media (BITKOM)&lt;br /&gt;
*German Marshall Fund&lt;br /&gt;
*Interactive Advertising Bureau&lt;br /&gt;
*Interactive Software Federation of Europe (ISFE)&lt;br /&gt;
*Science Business&lt;br /&gt;
*[[Transatlantic Policy Network]]&lt;br /&gt;
*Winfried Martens Center&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbyarbeit in den USA===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2019 hat Microsoft 26 PR-Agenturen, Anwaltskanzleien und andere Lobbyfirmen damit beauftragt, die Politik in den USA in einer Vielzahl von Themen zu beeinflussen. Von den 111 Lobbyist:innen, die in diesem Jahr für den Tech-Riesen arbeiteten, handelt es sich bei über 80% um Seitenwechsler.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/lobbyists?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Lobbyists representing Microsoft Corp], OpenSecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Vordergründig wurde das Unternehmen in den Bereichen Telekommunikation, Computer &amp;amp; Informationstechnologie sowie Immigration im Kontext von Visa-Programmen für hochqualifizierte Fachkräfte (H-1B) und solchen, die als Kinder illegal in die USA eingereist sind (DACA), aktiv.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://thehill.com/business-a-lobbying/469874-microsoft-pushes-for-daca-legislation-on-capitol-hill Microsoft pushes for DACA legislation], The Hill vom 11.11.2019, abgerufen am 25.08.2020&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; Im selben Jahr gab der Konzern beinahe so viel Geld für Lobbyarbeit wie im bisherigen Rekordjahr 2013 aus und verfolgt somit einen Trend stetig ansteigender Ausgaben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Microsoft: Total Lobbying Expenditures], Opensecrets, aufgerufen am 13.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt überholten die&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; fünf größten Tech-Giganten 2019 die US Chamber of Commerce, die bislang die Akteurin mit den größten Lobbyausgaben darstellte.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.seattletimes.com/business/amazon-and-microsoft-are-among-the-tech-giants-opening-wallets-in-newly-hostile-washington/ Amazon and Microsoft are among the tech giants opening wallets in newly hostile Washington, D.C.], Seattle Times vom 22.01.2020, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;lptable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Jahr&lt;br /&gt;
|Lobbyausgaben in den USA (in US$)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2020&lt;br /&gt;
|9,64 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2019&lt;br /&gt;
|10,26 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2018&lt;br /&gt;
|9,59 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2017&lt;br /&gt;
|8,66 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2016&lt;br /&gt;
|8,71 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2015&lt;br /&gt;
|8,49 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2014&lt;br /&gt;
|8,33 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2013&lt;br /&gt;
|10,49 Millionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Quelle: OpenSecrets&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.opensecrets.org/federal-lobbying/clients/summary?cycle=2019&amp;amp;id=D000000115 Microsoft Corporation], OpenSecrets.org, zuletzt aufgerufen am 03.05.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Fallbeispiele und Kritik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Microsoft &amp;amp; Datenschutzverordnungen in Washington===&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die im Mai 2018 in Kraft trat, wurde bereits von verschiedenen Ländern, von Süd Korea bis Kolumbien, in unterschiedlichen Ausprägungen übernommen. Den großen Tech-Firmen wird in den USA bislang jedoch noch deutlich mehr freie Hand gelassen als in Europa. Nichtsdestotrotz gibt es auch dort vermehrt Versuche, sich dem Recht der EU anzunähern. So begannen die Gesetzgeber:innen im Washington State einen Gesetzesvorschlag zum Thema Datenschutz auszuarbeiten, der sich stark auf die DSGVO bezog und sogar ganze Passagen wortwörtlich übernahm. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politico.eu/article/how-lobbyists-rewrote-washington-state-privacy-law-microsoft-amazon-regulation/ How lobbyists rewrote Washington state’s privacy law], Politico.eu vom 26.04.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser sollte ebenfalls das Recht von Kund:innen beinhalten, eine Löschung persönlicher Informationen aus Firmendatenbanken verlangen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine solche Verordnung hätte die Grundlage für stärkere potenzielle nationale US-Datenschutzregeln sein können. Microsoft reagierte auf dieses Szenario allerdings mit einer elfprozentigen Steigerung seiner Lobbyausgaben in Olympia, der Hauptstadt vom Washington State, und spielte laut Aktivist*innen und Abgeordneten eine bedeutende Rolle beim Entwerfen der Verordnung. Die finale Version des Gesetzes beinhaltet im Gegensatz zur europäischen DSGVO die Prämisse, dass Konzerne weiterhin das vorrangige Recht besitzen, persönliche Daten zu sammeln anstatt Kund:innen im Schutz ihrer Daten zu stärken.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.politico.eu/article/how-lobbyists-rewrote-washington-state-privacy-law-microsoft-amazon-regulation/ How lobbyists rewrote Washington state’s privacy law], Politico.eu vom 26.04.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Windows als staatliche IT===&lt;br /&gt;
Microsoft hat es nicht nur geschafft, auf dem freien Markt eine Vormachtstellung für sein Betriebssystem zu erlangen, sondern baut stetig seine Monopolstellung innerhalb der Deutschen und Europäischen Verwaltungen und Regierungen mit gezieltem Lobbyismus aus. Expert:innen sprechen hier von einem sogenannten „Lock-In“. Dies bezeichnet eine Situation, in der ein Akteur nur noch mit einer bestimmten Firma Geschäfte machen kann, da sich andere Optionen verschlossen haben. Da digitale Systeme ständig wachsen und immer unabdingbarer werden, geraten Staaten immer tiefer in die Abhängigkeit von Konzernen wie Microsoft. In Folge dieses Arrangements erhält der Konzern oftmals politisches Mitspracherecht und diktiert nicht selten die Vertragsbedingungen, da z.B. tausende Spezialprogramme der Finanzämter und anderer Behörden an Microsoft gebunden sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Schallbruch, der bis 2016 Abteilungsleiter für Informationstechnik und Cybersicherheit der Bundesregierung war, sieht Probleme, die sich in Zukunft noch verstärken werden: „Kontrollfähigkeit und Steuerungsfähigkeit des Staates im Hinblick auf seine eigene IT nimmt immer weiter ab.“ Eine Trennung von staatlicher Verwaltung und Microsoft verschwimmt zunehmend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2018/wie-microsoft-europa-kolonialisiert/ Wie Microsoft Europa kolonisiert], Netzpolitik.org vom 20.02.2018, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Die eigentlich zwingend öffentliche Auftragsausschreibung findet lediglich zwischen verschiedenen Microsoft-Lizenz-Zwischenhändlern statt, und Verträge zwischen Bund und Konzern werden trotz Anfragen nach Informationsfreiheitsgesetz zu ihren Konditionen nur geschwärzt herausgegeben. Entwicklungen wie diese sind vor allem unter dem europäischen Beschaffungs- und Wettbewerbsrecht kritisch zu betrachten. Die EU-Kommission will eigentlich den Einsatz von freier Software fördern, setzt aber ebenfalls auf Microsoft-Produkte. Tatsächlich hat die Kommission selbst einen Rahmenvertrag mit Microsoft, der für alle EU-Institutionen gilt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2018/wie-microsoft-europa-kolonialisiert/ Wie Microsoft Europa kolonisiert], Netzpolitik.org vom 20.02.2018, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Obwohl kostengünstige Open-Source-Alternativen wie Linux längst vorhanden sind, bauen Regierungen weiterhin auf den Monopolisten statt auf Unabhängigkeit. Der Umstieg wäre aufgrund der zugespitzten Lage allerdings mit großem Zeitaufwand und hohen Folgekosten verbunden. Gleichzeitig zahlen die europäischen Staaten und Regierungen jährlich Milliarden an Lizenzgeldern für Microsoft-Produkte an den Konzern (das unabhängige IT-Marktanalyse-Unternehmen Pierre Audoin Consultants geht von zwei Milliarden Euro Umsatz mit dem öffentlichen Sektor Europas im Geschäftsjahr 2016/16 aus).&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; Das Geschäftsmodell des Unternehmens besteht eben darin, Software in Form vom Betriebssystem Windows und Büroprogrammen wie Word, Excel oder Powerpoint als Lizenzprodukt zu verkaufen und hält dabei den zugehörigen („proprietären“) Programmcode geheim. Damit verfolgt der Konzern eine andere Strategie als Tech-Konzerne wie Google, Facebook oder Amazon, die auf Open-Source-Software setzen.&amp;lt;/span&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus sahen sich die staatlichen Behörden Europas Ende 2014 dazu gezwungen, teure Service-Verträge mit Microsoft abzuschließen, da der Konzern die Lieferung von Sicherheits-Updates für die Version „Windows XP“ einstellte, damit dieser weiterhin Sicherheitslücken in seinen alten Programmen schließt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.golem.de/news/open-source-kritik-an-microsoft-monopol-in-der-verwaltung-1704-127217.html Kritik an Microsoft-Monopol in der Verwaltung], Golem.de vom 09.04.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Nichtsdestotrotz gibt es sie, die Inseln im Microsoft-Ozean. So stellte die französische Gendarmerie national, aber auch die Stadt München wenigstens kurzweilig auf Open-Source-Alternativen um. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund von engen Verflechtungen der CDU/CSU mit dem US-Konzern (beispielsweise durch Dorothee Belz, die Microsoft Europe bis 2015 als Vizepräsidentin diente und Mitglied im Präsidium des Wirtschaftsrates der Union ist) ruderte letzte jedoch nach wenigen Jahren zurück. Ähnliche Verflechtungen finden sich europaweit. In Italien lenkt eine frühere Microsoft-Managerin die „digitale Transformation“ der Wirtschaftsmetropole Mailand. In Portugal leitete ein Microsoft-Manager die Wahlkampagne des konservativen Präsidenten. In Frankreich verfügt der Konzern gleich über sechs Manager und Berater mit engen Verbindungen zu Ministerien und Politikern. Gleichzeitig arbeiten technische Angestellte von Microsoft direkt in der IT-Verwaltung der Regierung. Mindestens fünf davon verfügen sogar über E-Mail-Adressen, die sie als Regierungsmitarbeiter ausweisen, mit denen sie „direkt in der Verwaltung Lobbyarbeit für Microsoft machen“, wie ein Beamter gegenüber Investigate Europe bestätigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Microsoft und Datenschutz===&lt;br /&gt;
Der kaum zu kontrollierende Transfer von Nutzerdaten in die Microsoft-Cloud bzw. auf Rechner in den USA bereitet Fachleuten schon lange Kopfschmerzen. Sie sehen hierdurch die Datensouveränität in Gefahr und berufen sich in ihrer Kritik auf die Einschätzung niederländischer Behörden, nach der aktuelle Microsoft-Produkte nicht konform sind mit der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Die niederländische Regierung hatte 2018 eine Datenschutzfolgenabschätzung für Microsoft-Produkte durchgeführt, welche notwendig ist, wenn eine Form der Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen zur Folge hat (Art. 35 DS-GVO).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.haufe.de/compliance/management-praxis/monopol-und-datenschutz-probleme-bei-neuer-microsoft-software_230130_485544.html IT-Experten sehen Monopol- und Datenschutzprobleme bei Microsoft-Software], Haufe.de vom 07.03.2019, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei hatte sie zahlreiche Risiken identifiziert und somit festgestellt, dass die Software nicht den Vorgaben der DSGVO genügt. Dazu zählt etwa ein fehlender Überblick über Risiken aufgrund unzureichender Transparenz, illegales Speichern sensibler Daten sowie eine unzureichende Kontrolle über Unterauftragsverarbeiter.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt;Insbesondere die Bürosoftware von Microsoft und die damit hergestellten Dateien sind das wichtigste Einfallstor für Cyberattacken. Das berichtete das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bereits 2011.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: normal&amp;quot;&amp;gt; Die Zahl der Sicherheitslücken in Microsoft-Programmen ist dramatisch. So registrierte das amerikanische „National Institute for Standards and Technology“ für „Mircrosoft Office“ in den drei Jahren bis April 2017 188 Fälle – davon drei Viertel in der schlimmsten Kategorie. Weiterhin unterliegt der Konzern amerikanischem Recht und kann somit jederzeit gezwungen werden, US-Behörden Zugang zu Daten ausländischer Bürger oder Behörden zu verschaffen. Dass dies reale Praxis ist, haben die Enthüllungen Edward Snowdens gezeigt.&amp;lt;/span&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist für europäische Regierungen schwer, zu garantieren, dass Daten privat bleiben, solange sie die Software, mit der sie arbeiten, nicht kontrollieren können. Eine der dramatischsten Sicherheitslücken im Microsoft-System wurde Anfang 2017 durch das Wüten der Schadsoftware WannCry bekannt. Sie ermöglichte dem Trojaner-Virus Nutzerdaten abzufragen und Daten auf betroffenen Computern zu verschlüsseln und befiel neben Privatanwendern auch Computer im Gesundheitswesen wie die von Krankenhäusern. Die Lücke in Windows-Dateifreigaben wurde ebenfalls von der NSA-nahen Equation Group genutzt, wie später bekannt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heise.de/newsticker/meldung/WannaCry-Was-wir-bisher-ueber-die-Ransomware-Attacke-wissen-3713502.html WannaCry: Was wir bisher über die Ransomware-Attacke wissen], Heise.de vom 15.05.2017, aufgerufen am 18.8.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Unterstützung von Bildungsprojekten===&lt;br /&gt;
Microsoft unterstützt zahlreiche Projekte, bei denen Kindergärten, Schulen, Auszubildende, Studierende, Lehrerinnen usw. mit Soft- und Hardware des Unternehmens ausgestattet werden und ihre IT-Kompetenzen gefördert werden sollen. Schulen und Universitäten erhalten Microsoft-Produkte zumeist kostenlos, sodass die Jugendlichen erst gar nicht den Umgang mit anderen Betriebssystem und Programmen lernen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies ist eine Form von [[Lobbyismus an Schulen]] bzw. [[deep lobbying]]. Mit der Microsoft-Bildungsinitiative „Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache“ soll zum Beispiel die frühkindliche Sprachförderung gefördert werden. Initiativen wie diese werden dann als gesellschaftliche Verantwortung verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1037_Ueber_die_Initiative.htm Die Schlaumäuse-Initiative] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings ist die Förderung von Bildungsprojekten keineswegs uneigennützig. Denn die Projekte setzen auf Microsoft-Produkte und stärken die Marktmacht von Microsoft. Sie binden die Jugendlichen nach ihrer Ausbildung an den Konzern und lassen sie den Rest ihres Lebens Lizenzgebühren zahlen. So das Kalkül. Das sei „das klassische Drogendealer-Modell“, urteilt Rufus Pollock vom Zentrum für Informationsrecht der Universität Cambridge. &amp;quot;Bis die Kunden abhängig sind, kriegen sie den Stoff gratis&amp;quot;. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/cyber-attacken-auf-staatliche-it-wer-das-monopol-verlaesst-wird-unter-druck-gesetzt/19628246-2.html Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft], Tagesspiegel vom 13.05.2017, aufgerufen am 18.08.2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sind auch politisch hilfreich: Sie verbessern das aufgrund seiner Geschäftspraktiken angekratzte Image des Software-Riesen und nutzen der politischen Kontaktpflege, indem Politikerinnen als Schirmherren für Projekte gewonnen oder zu Projektpräsentationen geladen werden&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1234_Schlaumaeuse_Tour_2014.htm Große Deutschland-Tour] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Zusammenhang mit diesen Bemühungen führt Microsoft an, dass das &amp;quot;digitale Lernen&amp;quot; Ende 2013 im Koalitionsvertrag verankert wurde&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schlaumaeuse.de/Initiative/Ueberblick/1234_Schlaumaeuse_Tour_2014.htm Große Deutschland-Tour] Microsoft: Schlaumäuse, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zur Gründerförderung veranstaltet Microsoft auch den Schüler und Studentenwettbewerb 'Imagine Cup' und betrachtet dieses Engagement als gesellschaftliche Verantwortung&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.microsoft.com/germany/techwiese/techstudent/imagine-cup/default.aspx Imagine Cup - Deine Idee gewinnt!] Microsoft: Tech Student, aufgerufen am 07.08.2015&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
===Astroturf-Kampagne C4C===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für umstrittene Auftragslobbyarbeit ist die Campaign for Creativity (C4C), eine Kampagne, die 2005 für die Einführung von Software-Patenten nach amerikanischem Modell  in der EU kämpfte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://web.archive.org/web/20050310052552/campaignforcreativity.org/camp4creativity/index.htm Campaign for Creativity] Kopie der Campaign for Creativity Website (die Originalwebsite ist nicht mehr online). Aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kampagne war eine sogenannte [[Astroturfing]]-Initiative. Astroturf bedeutet auf Englisch Kunstrasen. Im Kontext von Interessenpolitik wird der Begriff für vermeintliche Bürgerbewegungen verwendet, die tatsächlich von Unternehmen oder Lobbyorganisationen gesteuert oder finanziert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Campaign for Creativity gab vor, Künstlerinnen, Musiker, Designer, Ingenieure und Software-Entwicklerinnen zu vertreten. Sie verschleierte, dass sie tatsächlich eine professionelle politische Kampagne war, die von der Londoner Lobby-Agentur [[Campbell Gentry]] organisiert wurde. Finanziert wurde die Kampagne von unter anderem von Microsoft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lobbycontrol.de/2005/12/campaign-for-creativity-erhalt-worst-eu-lobbying-award/ “Campaign for Creativity” erhält “Worst EU Lobbying Award”] LobbyControl, 16.12.2005, abgerufen am 23.07.2014 ''und'' [http://www.bpb.de/apuz/32777/grassrootscampaigning-und-chancen-durch-neue-medien?p=all#fr-footnode16 Grassrootscampaigning und Chancen durch neue Medien] Aus Politik und Zeitgeschichte 19/2010, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Patentstreitigkeiten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Microsoft versuchte über den ehemaligen Kommissar für Binnenmarkt, [[Charles McCreevy]], die Debatte über Patentrecht innerhalb der EU-Institutionen zu beeinflussen. McCreevy kommt aus Irland, wo Microsoft seinen Sitz für Europa hat. Irland ist stark von den Investitionen der dort ansässigen IT-Unternehmen abhängig. Microsoft sponserte hierzu eine Kampagne für die irische Ratspräsidentschaft, während McCreevy noch Finanzminister war.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://archive.corporateeurope.org/lobbycracy/C4Cbackground2.html The lobbying battle over the EU software patents directive] Corporate Europe Observatory vom 28.06.2005, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner lud Paul Allen, einer der Mitbegründer Microsofts und immer noch Großaktionär, im Jahr 2004 den damaligen EU-Handelskommissar, Peter Mandelson, auf eine Silvesterparty auf seinem Boot in der Karibik ein. Mandelson folgte der Einladung.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://archive.corporateeurope.org/lobbycracy/C4Cbackground2.html The lobbying battle over the EU software patents directive] Corporate Europe Observatory vom 28.06.2005, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Machtkampf der großen IT-Konzerne===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Machtkampf der großen IT-Konzerne (u.a. [[Google]], Microsoft, [[Apple]] und [[Facebook]]) wird die politische Ebene immer wieder Austragungsort der Auseinandersetzungen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.telekom-presse.at/Patent_Wahnsinn_eskaliert_weiter_-_Microsoft_beklagt_sich_in_Bruessel.id.18928.htm Patent Wahnsinn eskaliert weiter - Microsoft beklagt sich in Brüssel] Telekom Presse, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Machtkampf wird auf mehreren Ebenen ausgetragen. [[Google]] und Microsoft beispielsweise stehen mit ihren jeweiligen Suchmaschinen in direkter Konkurrenz, weswegen sich gegenseitig mit Patentklagen überziehen, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Auch in der Urheberrechtsdebatte, insbesondere bei den Abkommen SOPA, PIPA und [[ACTA]] stehen sich die beiden Konzerne gegenüber. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Microsoft finanzierte [[Initiative for a Competitive Online Marketplace]] (ICOMP) versuchte beispielsweise durch Seminare, zu denen EU-Parlamentarier eingeladen wurden, [[Google]] zu diskreditieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://falkvinge.net/2012/03/02/how-microsoft-pays-big-money-to-smear-google-audaciously/ How Microsoft Pays Big Money to Smear Google in European Parliament] falkvinge.net, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch auf der Webseite der ICOMP überwiegen die Negativschlagzeilen über [[Google]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.i-comp.org/ Home] ICOMP, aufgerufen am 30.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die PR- und Lobbyagentur [[Burson-Marsteller]] betreut die ICOMP und fungiert als deren Sekretariat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2013 erreichte die Rivalität zwischen Microsoft und [[Google]] ihren vorläufigen Höhepunkt in den USA. Microsoft verkaufte dort T-Shirts und Tassen mit Anti-Google-Aufdrücken, die [[Google]] den Vorwurf machten, Nutzerdaten zu sammeln und auszuwerten. Für diese Aktion erntete Microsoft allerdings Spott, da das Unternehmen selbst wegen seines Umgangs mit Benutzerdaten  in der Kritik steht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/wirtschaft/article122130034/Anti-Google-Kampagne-bringt-Microsoft-Spott.html Anti-Google-Kampagne bringt Microsoft Spott] Die Welt vom 21.11.2013, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Scharfe Kritik erntete Microsoft auch 2014, als bekannt wurde, dass es ohne richterlichen Beschluss das private Email-Postfach eines Bloggers durchsucht hat.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/netzwelt/web/microsoft-schnueffelaktion-in-privatem-hotmail-postfach-a-959985.html Vertrauensbruch: Microsoft filzt privates Hotmail-Postfach] Spiegel Online vom 21.03.2014, aufgerufen am 23.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzdarstellung und Geschichte==&lt;br /&gt;
Microsoft wurde 1975 von Bill Gates und Paul Allen gegründet und ging am 13. März 1986 an die Börse.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.microsoft.com/en-us/news/inside_ms.aspx Important Dates] Microsoft, aufgerufen am 22.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2002 erhielt Microsoft den Negativpreis BigBrotherAward von dem Verein Digitalcourage. Laut Digitalcourage e.V. bekam das Unternehmen den Preis wegen der Einführung des &amp;quot;Digital Rights Managements&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://bigbrotherawards.de/2002 bigbrotherawards.de] Preisträger 2002, abgerufen am 09.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur, Geschäftsfelder und Finanzen==&lt;br /&gt;
Microsoft bietet Betriebssysteme und Anwendungsprogramme sowie Hardware an. Mit seinem Betriebssystem Windows und dem Büropaket Office dominiert Microsoft das klassische PC-Geschäft, spielt allerdings bei dem immer wichtiger werdenden Markt für Smartphones und Tablets eine untergeordnete Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/newsticker/news1/article130265791/Microsoft-streicht-18-000-Stellen-weltweit.html Microsoft streicht 18.000 Stellen weltweit] Die Welt vom 17.07.2014, aufgerufen am 22.07.2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Microsoft Deutschland ist die zweitgrößte Tochtergesellschaft der in den USA ansässigen Microsoft Corporation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FastFacts&amp;quot;&amp;gt;[http://www.microsoft.com/de-de/corporate/ueber-uns/ Fast Facts] Microsoft, aufgerufen am 04.12.2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterführende Informationen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[http://www.powerbase.info/index.php/Microsoft Microsoft bei Powerbase]&lt;br /&gt;
*[http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Microsoft Microsoft bei SourceWatch]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{spendenbanner}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:EU]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lobbyismus an Schulen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>TorbenB</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lobbypedia.de/w/index.php?title=Bundesverband_der_Tabakwirtschaft_und_neuartiger_Erzeugnisse&amp;diff=137084</id>
		<title>Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://lobbypedia.de/w/index.php?title=Bundesverband_der_Tabakwirtschaft_und_neuartiger_Erzeugnisse&amp;diff=137084"/>
		<updated>2022-04-21T11:29:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;TorbenB: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{BoxOrganisation&lt;br /&gt;
| Name              = Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse e.V.&lt;br /&gt;
| Logo              = &lt;br /&gt;
| Rechtsform        = eingetragener Verein&lt;br /&gt;
| Tätigkeitsbereich = Interessenvertretung der Tabakwirtschaft&lt;br /&gt;
| Gründungsdatum    =  2019&lt;br /&gt;
| Hauptsitz         = Berlin&lt;br /&gt;
| Lobbybüro         = Unter den Linden 42, 10117 Berlin&lt;br /&gt;
| Lobbybüro EU      = &lt;br /&gt;
| Homepage          = [https://www.bvte.de/de/home.html / bvte.de]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) ist der Spitzenverband der deutschen [https://lobbypedia.de/wiki/Kategorie:Tabaklobby Tabakwirtschaft] in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins. Der Verband vertritt und fördert nach eigener Aussage „produktübergreifend die Interessen der gesamten Wertschöpfungskette der Branche für das Rauchen, Dampfen sowie oralen Tabak- und Nikotingenuss“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bvte.de/de/ueber-den-bvte/wer-wir-sind.html Über den BVTE], bvte.de, abgerufen am 17.02.2022 &amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich vertritt der Verband aber primär die konventionelle Tabakindustrie.  Große Unternehmen wie British American Tobacco, Reemtsma und JT International, welche zusammen über einen Marktanteil von 49,4% auf dem deutschen Tabakmarkt verfügen (Stand 2021), sind Mitglieder des Verbands.&amp;lt;ref name=&amp;quot;unifair&amp;quot;&amp;gt;[https://unfairtobacco.org/wp-content/uploads/2021/09/Tabaklobby-Index_2021.pdf 2021 Tobacco Industry Interference Index], Unifairtobacco 2021, abgerufen am 17.02.2022 &amp;lt;/ref&amp;gt; Andere relevante Akteure wie der Marktführer [[Philip Morris]] (Marktanteil 37,1%), der Bundesverband der Zigarrenindustrie oder das Bündnis für tabakfreien Genuss (Interessenverband der E-Zigaretten) sind hingegen keine Mitglieder. Die vor der Gründung des BTVE größte Interessenvertretung der Tabakindustrie, der [[Deutscher Zigarettenverband|Deutsche Zigarettenverband (DZV)]], wurde als Mitglied in den den neuen Dachverband aufgenommen. Die beiden Verbände haben die gleiche Geschäftsstelle, einen ähnlichen Vorstand und den gleichen Geschäftsführer. Ihre Interessen können als deckungsgleich eingeschätzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lobbystrategien und Einfluss==&lt;br /&gt;
Die deutsche Tabaklobby verfügt im (europäischen) Vergleich über einen hohen Einfluss und gilt als wenig reguliert. Der regelmäßig erscheinende Tobacco Control Scale, eine unabhängige Bewertung der Tabakkontrolle in europäischen Staaten, bewertete die deutsche Tabakkontrolle als extrem ungenügend und mit Platz  36 von 36 im europäischen Vergleich.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tobaccocontrolscale.org/TCS2019.pdf The Tobacco Control Scale 2019 in Europe] , Tobacco Control Scale, abgerufen am 17.02.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die globale Tabakwirtschaft jahrzehntelang versucht hat, Zweifel an der Gesundheitsschädlichkeit ihrer Produkte zu säen und Wissenschaftler anheuerte, um dieses Vorhaben mit Studien zu unterstützen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ajph.aphapublications.org/doi/10.2105/AJPH.2004.043059 Manufacturing Uncertainty: Contested Science and the Protection of the Public’s Health and Environment] aphapublications.org, abgerufen am 25.02.2022 &amp;lt;/ref&amp;gt;, hat sich die Strategie mittlerweile verändert: Der BVTE gibt auf seiner Webseite ein Bekenntnis zu Themen wie Umwelt- oder Jugendschutz ab. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bvte.de/de/bewegt.html Unser Engagement für eine saubere Umwelt] bvte,de, abgerufen am 25.02.2022 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;unifair&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gleichsetzung von konventionellen und neuartigen Produkten===&lt;br /&gt;
Der Verband  setzt sich für eine gleichmäßige Besteuerung von konventionellen Produkten und neuartigen Tabakersatzprodukten ein, welche wesentlich weniger schädlich sind. Entgegen dem Namen vertritt der Verband primär die Interessen der konventionellen Tabakindustrie statt jene der wesentlich weniger gesundheitsschädlichen Alternativprodukte. Eine gleiche Besteuerung führe nämlich im Interesse der konventionellen Nikotinindustrie viele Verbraucher zu konventionellen Produkten zurück, da der finanzielle Vorteil für alternative, weniger gesundheitsschädliche Produkte nicht mehr gegeben wäre.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://tabak-steuer.de/tabaksteuern/tabaksteuer-2022-was-ist-neu/) Tabaksteuer 2022- was ist neu], Tabaksteuer.de, abgerufen am 17.02.2022 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Imageverbesserung durch karikative Projekte===&lt;br /&gt;
Die Tabakkonzerne versuchen verstärkt, durch karitative Projekte ihre &amp;quot;soziale Unternehmensverantwortung&amp;quot; unter Beweis zu stellen. So vergab zum Beispiel die Firma Reemstma von 2007-2018 den ''Liberty Award'', einen Preis für Auslandandskorrespondent:innen, die sich besonders um die Freiheit bemüht haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liberty&amp;quot;&amp;gt;[https://www.liberty-award.de/ Reemstma liberty award] , liberty-award.de, aufgerufen am 17.02.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese und andere Fördermaßnahmen werden in großformatigen Anzeigen in Parteizeitungen präsentiert - obwohl Tabakwerbung seit Anfang 2007 in bundesdeutschen Printmedien verboten ist. Die Parteien ignorieren dieses Verbot jedoch mit der Begründung, bei den Inseraten wie dem Liberty Award handele es sich schließlich nicht um Produktwerbung - wie etwa bei der Reemtsma-Reklame für Gauloises (&amp;quot;Liberté toujours&amp;quot;) -, sondern um Imagewerbung für das Unternehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liberty&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;Solche indirekten Formen der [[Parteienfinanzierung]] sind gängige Praxis der Tabakunternehmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tabaksteuerreform 2022-2026==&lt;br /&gt;
Am 10. Juni 2021 hat der Bundestag der Reform der Tabaksteuer zugestimmt. Konkret wurde dabei festgelegt, dass E-Zigaretten und Tabakerhitzer von nun an nicht mehr von der Umsatzsteuer, sondern wie konventionelle Tabakprodukte besteuert werden. Außerdem soll die Tabaksteuer jährlich schrittweise erhöht werden: Um rund 10 bis 15 Cent pro Schachtel und Jahr. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2021/kw23-de-tabaksteuer-843442 Bundestag erhöht die Tabaksteuer], bundestag.de,, abgerufen am 17.02.2022 &amp;lt;/ref&amp;gt; Dies ist sehr im Interesse der Tabaklobby, da dadurch ein sprunghafter Anstieg der Tabaksteuer verhindert wird, wie es zum Beispiel in Australien oder Großbritannien geschehen ist. Die dortigen Preisschocks sorgten dafür, dass viele Raucher:innen mit dem Rauchen aufhörten oder auf alternative Produkte umstiegen. &amp;lt;ref Name=&amp;quot;Spiegel&amp;quot;&amp;gt;[https://www.spiegel.de/wirtschaft/olaf-scholz-wie-die-zigarettenlobby-einfluss-auf-die-tabaksteuer-novelle-nahm-a-5aea94f9-8f55-497b-956e-d575cb0c0a66 Wie Olaf Scholz die Tabaklobby glücklich machte]Spiegel.de 2021, abgerufen am 17.02.2022 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der BVTE hat erheblichen Einfluss auf die Gesetzgebung genommen. Dem Spiegel zufolge haben sich Tabaklobbyisten mindestens zwölf mal mit hohen Ministerialvertretern des für die Besteuerung zuständigen Finanzministeriums (unter  dem damaligen Minister Olaf Scholz) getroffen.&amp;lt;ref Name=&amp;quot;Spiegel&amp;quot;&amp;gt;[https://www.spiegel.de/wirtschaft/olaf-scholz-wie-die-zigarettenlobby-einfluss-auf-die-tabaksteuer-novelle-nahm-a-5aea94f9-8f55-497b-956e-d575cb0c0a66 Wie Olaf Scholz die Tabaklobby glücklich machte]Spiegel.de 2021, abgerufen am 17.02.2022 &amp;lt;/ref&amp;gt; Im Zentrum der Verhandlungen standen dabei Rolf Bösinger, zuständiger SPD-Staatssekretär für die Tabaksteuer und Jan Mücke, Geschäftsführer des BVTE und als Seitenwechsler ehemaliger FDP-Politiker (siehe Seitenwechsler Jan Mücke).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sei laut den Journalisten Christian Reiermann und Claus Hecking außerdem problematisch, dass sich die Bundesregierung im Gegensatz zu Vertretern des BVTE und anderen Interessenvertretungen der [https://lobbypedia.de/wiki/Kategorie:Tabaklobby Tabaklobby] überhaupt nicht von Vertretern von Gesundheits-, Ärzte-, Anti-Tabak- oder sonstigen zivilgesellschaftlichen Organisationen beraten lassen hat.&amp;lt;ref Name=&amp;quot;Spiegel&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;. Insofern liege eine Beeinflussung der Gesetzgebung seitens der Tabakindustrie nahe, vor allem da ein Bündnis von etwa fünfzig Gesundheitsorganisationen und Hilfswerken in ihrer „Strategie für ein tabakfreies Deutschland 2040“ eine drastische Erhöhung der Besteuerung von Tabakprodukten fordern&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dkfz.de/de/krebspraevention/strategie-tabakfrei-2040.html Strategie für ein tabakfreies Deutschland 2040] dfkz.de, abgerufen am 17.02.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis für tabakfreien Genuss, eine Interessenvertretung der Unternehmen für E-Zigaretten-Liquids, hält die steuerliche Gleichsetzung von konventionellen Tabakprodukten und neuartigeren, wesentlich weniger gesundheitsschädlichen Produkten für verfassungswidrig, weil der unterschiedliche Grad an Gesundheitsrisiko nicht berücksichtigt wird &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tabakfreiergenuss.org/e-zigarettensteuer-trotz-anpassung-hoechst-problematisch-bftg-strebt-verfassungsklage-an/ E-Zigarettensteuer trotz Anpassung höchst problematisch- BfTG strebt Verfassungsbeschwerde an], Tabakfreiergenuss.org, abgerufen am 25.02.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Bündnis hat deshalb angekündigt, eine Verfassungsbeschwerde einzureichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Tabakexpertin Laura Graen Auskunft zu dem Tabaksteuermodernisierungsgesetz nach dem Informationsfreiheitsgesetz begehrte, wies das Finanzministerium ihren Antrag ab.&amp;lt;ref Name=&amp;quot;Spiegel&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Begründung lautete folgendermaßen: „Das BMF könnte so in der Wahrnehmung seiner Aufgaben, d. h. insbesondere im Hinblick auf den Dialogprozess mit unterschiedlichsten Externen, stark beeinträchtigt werden“. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut einem von Heino Stöver, Direktor des Instituts für Suchtforschung an der Frankfur University of Applied Sciences, organisierten Online-Symposium  setze das Tabaksteuermodernisierungsgesetz die vollkommen falschen Signale, um Deutschland bis 2040 rauchfrei zu bekommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aerztezeitung.de/Politik/Wissenschaftler-Deutschlands-Irrweg-mit-Tabaksteuern-und-Ausstiegsmanie-420148.html Wissenschaftler: Deutschlands Irrweg mit Tabaksteuern und Ausstiegsmanie] aertzezeitung.de, abgerufen am 09.03.2022 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte==&lt;br /&gt;
Der BVTE wurde am 2. September 2019 in Berlin als neuer Branchen-Dachverband für die Tabakwirtschaft in Deutschland gegründet &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bvte.de/de/ueber-den-bvte/wer-wir-sind.html Über den BVTE]bvte.de, abgerufen am 17.02.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Neugründung wurde vor allem wegen zwei Motiven durchgeführt: Erstens aufgrund von alternativen neuartigen Konkurrenzprodukten zu konventionellen Tabakprodukten, welche die Marktsituation nachhaltig verändern werden.  Andererseits wegen dem größerer öffentlicheren Gesundheitsbewusstsein und einer sich verändernden öffentlichen Grundhaltung bezüglich Tabakprodukten. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/Tabaklobby-nimmt-sich-der-E-Zigarette-an-341713.html Tabaklobby nimmt sich der E-Zigarette an]aerztezeitung.de, abgerufen am 17.02.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Verband versucht sich somit ein moderneres und gesundheitsbewussteres Image zu geben. Aufgrund der sich veränderten Marktsituation wollte der BVTE außerdem möglichst alle Interessen der Branche in einem Verband bündeln, was ihm jedoch nur teilweise gelungen ist (siehe Kurzbeschreibung). Die Strategien und Ziele der Tabaklobby haben sich jedoch trotz des neuen Verbandes und einer moderneren Aufmachung nicht verändert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Organisationsstruktur, Personal und Verbindungen==&lt;br /&gt;
Der Verein fungiert als Branchen-Dachverband für die Tabakwirtschaft in Deutschland. Der vorherige Dachverband, der  [[Deutscher Zigarettenverband|Deutscher Zigarettenverband (DZV)]], wurde als Mitglied in den BTVE aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Seitenwechsler Jan Mücke==&lt;br /&gt;
Aktueller Geschäftsführer ist Jan Mücke, ein [[Seitenwechsler in Deutschland im Überblick|Seitenwechsler]]. Vor seiner Tätigkeit als Geschäftsführer des BVTE war er bereits Geschäftsführer des Deutschen Zigarettenverbands (er führt diese Tätigkeit weiterhin aus). Die Öffentlichkeit erfuhr damals erst mit zwei Monaten Verspätung vom Seitenwechsel des Geschäftsführers und Sprechers Mücke – nämlich kurz nach der Landtagswahl in Mückes Heimat Sachsen am 31. August 2014. Der ehemalige FDP-Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium trat seinen neuen Job beim DZV bereits am 1. Juli 2014 an - diese Information wurde jedoch bis mehrere Wochen nach der sächsischen Landtagswahlzurück gehalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.saechsische.de/ex-fdp-staatssekretaer-jan-muecke-ist-jetzt-tabak-lobbyist-2919680.html?utm_source=szonline Jan Mücke ist jetzt Tabak-Lobbyist],saechsische.de, abgerufen am 17.02.2022 &amp;lt;/ref&amp;gt; Mücke war seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestags und bis zu seiner Ernennung als Staatssekretär der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion und deren Sprecher für Infrastruktur und Luftfahrt. Der BVTE profitiert von den politischen Kontakten Mückes (siehe Tabaksteuerreform 2022).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Mitglieder===&lt;br /&gt;
Folgende Unternehmen und Verbände sind als ordentliche Mitglieder gelistet&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mitglieder&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bvte.de/de/ueber-den-bvte/mitglieder.html Über den BVTE: Mitglieder], BVTE.de, aufgerufen am 17.02.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*British American Tobacco GmbH&lt;br /&gt;
*Deutscher Zigarettenverband e.V.&lt;br /&gt;
*GIZEH Raucherbedarf GmbH&lt;br /&gt;
*Heintz von Landewyck GmbH&lt;br /&gt;
*Joh. Wilh. Von Eicken GmbH&lt;br /&gt;
*JT International Germany GmbH&lt;br /&gt;
*Niko Liquids GmbH&lt;br /&gt;
*PMS Perfect Media Solutions GmbH&lt;br /&gt;
*Quantus Beteiligungs- und Beratungsgesellschaft mbH&lt;br /&gt;
*Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH&lt;br /&gt;
*Riccardo Retail GmbH&lt;br /&gt;
*Swedish Match AB&lt;br /&gt;
*TMCC Tobcaco Management &amp;amp; Consulting GmbH&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Unternehmen und Verbände sind als Partnermitglieder gelistet&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mitglieder&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bundesverband Deutscher Tabakpflanzer e.V. (BDT)&lt;br /&gt;
*Die Tabak Zeitung&lt;br /&gt;
*Hauni Maschinenbau GmbH&lt;br /&gt;
*Verband Deutscher Wasserpfeifentabak-Manufakturen und Händler e.V.&lt;br /&gt;
*Verband der Zigarettenpapier verarbeitenden Industrie e.V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verbindung zum Prometheus-Freiheitsinstitut===&lt;br /&gt;
Der BVTE bewirbt auf seiner Webseite den Podcast &amp;quot;Gestatten&amp;quot; des [[Prometheus|Prometheus-Freiheitsinstititut]] &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bvte.de/de/bewegt.html BVTE bewegt], bvte.de, abgerufen am 25.02.2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dies ist eine als libertär geltende Denkfabrik, welche von dem FDP-Bundestagsabgeordneten [[Frank Schäffler]] gegründet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterführende Informationen==&lt;br /&gt;
Dokumentation: Nikotin im Beutel. Die neue Masche der Tabak-Industrie - Film von Bärbel Merseburger-Sill&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-nikotin-im-beutel-102.html], ZDFzoom, 20. April 2022, abgerufen am 21.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{spendenbanner}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Organisation]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Die Kategorie bitte entfernen, wenn der Artikel als Entwurf bearbeitet wird. Die Kategorie wieder hinzufügen, wenn der Artikel veröffentlicht wird. --&amp;gt;[[Kategorie:Tabaklobby]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seitenwechsel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>TorbenB</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lobbypedia.de/w/index.php?title=Deutscher_Zigarettenverband&amp;diff=137082</id>
		<title>Deutscher Zigarettenverband</title>
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		<updated>2022-04-21T11:25:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;TorbenB: Weiterführende Informationen hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{BoxOrganisation&lt;br /&gt;
| Name             = Deutscher Zigarettenverband e.V.&lt;br /&gt;
| Logo             = &lt;br /&gt;
| Rechtsform       = eingetragener Verein&lt;br /&gt;
| Tätigkeitsbereich  = Interessenvertretung der Zigarettenindustrie&lt;br /&gt;
| Gründungsdatum  = 2008&lt;br /&gt;
| Hauptsitz             = Berlin&lt;br /&gt;
| Lobbybüro Deutschland = Unter den Linden 42&amp;lt;br /&amp;gt; 10117 Berlin&lt;br /&gt;
| Homepage         = [https://www.zigarettenverband.de/ zigarettenverband.de]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Der '''Deutsche Zigarettenverband (DZV)''' ist der Interessenverband der Zigarettenhersteller in Deutschland. Zusammen haben die fünf Mitglieder einen Marktanteil von 60 Prozent.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zigarettenverband.de/de/3/%C3%9Cber_den_DZV Website DZV], abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verband macht einerseits Stimmung gegen unliebsame Gesetze. Zugleich versucht er, das Ansehen der Zigarettenindustrie zu steigern. Seit der Gründung des [[Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse|Bundesverbandes der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE)]] wird der DZV oftmals durch diesen vertreten. Die beiden Verbände haben die gleiche Geschäftsstelle, einen ähnlichen Vorstand und den gleichen Geschäftsführer. Ihre Interessen können als deckungsgleich eingeschätzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lobbystrategien und Einfluss==&lt;br /&gt;
{{LobbyPlanet-Box}}&lt;br /&gt;
Die Tabakkonzerne versuchen verstärkt, durch karitative Projekte ihre &amp;quot;soziale Unternehmensverantwortung&amp;quot; unter Beweis zu stellen. So vergibt zum Beispiel die Firma Reemstma seit 2007 den ''Liberty Award'', einen Preis für Auslandandskorrespondent/innen, die sich besonders um die Freiheit bemüht haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.liberty-award.de/index.php/liberty-award Reemtsma Liberty Award], abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese und andere Fördermaßnahmen werden in großformatigen Anzeigen in Parteizeitungen präsentiert - obwohl Tabakwerbung seit Anfang 2007 in bundesdeutschen Printmedien verboten ist. Die Parteien ignorieren dieses Verbot jedoch mit der Begründung, bei den Inseraten wie dem Liberty Award handele es sich schließlich nicht um Produktwerbung - wie etwa bei der Reemtsma-Reklame für Gauloises (&amp;quot;Liberté toujours&amp;quot;) -, sondern um Imagewerbung für das Unternehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.lto.de/recht/hintergruende/h/tabakunternehmen-zwischen-werbeverbot-und-meinungsfreiheit/ Tabakunternehmen: Zwischen Werbeverbot und Meinungsfreiheit], Legal Tribute Online, 18.November 2010, abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt; Solche indirekten Formen der Parteienfinanzierung sind [[Parteisponsoring#Fallbeispiele|gängige Praxis der Tabakunternehmen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seitenwechsel===&lt;br /&gt;
'''Jan Mücke''': Aktueller Geschäftsführer ist Jan Mücke, ein Seitenwechsler. Die Öffentlichkeit erfuhr erst mit zwei Monaten Verspätung vom Seitenwechsel des Geschäftsführers und Sprechers Mücke – nämlich kurz nach der Landtagswahl in Mückes Heimat Sachsen am 31. August. Der ehemalige FDP-Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium trat seinen neuen Job beim DZV bereits am 1. Juli 2014 an - diese Information wurde jedoch aus strategischen Gründen zurück gehalten&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sz-online.de/nachrichten/ex-fdp-staatssekretaer-jan-muecke-ist-jetzt-tabak-lobbyist-2919680.html Peter Heimann: Ex-FDP-Staatssekretär Jan Mücke ist jetzt Tabak-Lobbyist], Sächsische Zeitung, 3. September 2014, abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mücke war seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestags und bis zu seiner Ernennung als Staatssekretär der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion und deren Sprecher für Infrastruktur und Luftfahrt. Der DZV will von den politischen Kontakten Mückes profitieren&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zigarettenverband.de/pos-data/page_img/Publikationen/Pressemitteilungen/2014-09-02_DZV%20PM%20Wechsel%20GF.pdf Pressemitteilung DZV: Jan Mücke ist neuer Geschäftsführer des DZV] DZV, 2. September 2014, abgerufen am 20.06.2017]&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Marianne Tritz''': Bereits in der Vergangenheit hatte der DZV politisches Personal angeworben. 2008 sorgte der neugegründete Verband mit der Präsentation von Marianne Tritz als Geschäftsführerin für Aufsehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.taz.de/!5185299/ Die Grüne und die Tabaklobby], taz, 11. März 2008, abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt; Die ehemalige Umweltaktivistin und [[Bündnis 90/Die Grünen]]-Bundestagsabgeordnete war direkt vor ihrem Wechsel zum DZV Vorstandsreferentin des Grünen-Fraktionsvorsitzenden und Tabakgegners Fritz Kuhn - und geriet deswegen in die Kritik. Die Geschäftsführung der Grünen legte ihr nahe, nicht mehr öffentlich mit grünen Inhalten zu werben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/wirtschaft/article1803729/Gruene-Tabak-Lobbyistin-bekommt-Millionen.html PR für Zigaretten: Grüne Tabak-Lobbyistin bekommt Millionen], Die Welt, 15. März 2008, abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt; Tritz wurde 2012 als Geschäftsführerin entlassen. Als Grund für die Beendigung der Zusammenarbeit gab der DZV Vorstand die Fokussierung der Verbandsarbeit auf die Überarbeitung der Europäischen Tabakproduktrichtlinie an.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zigarettenverband.de/pos-data/page_img/Publikationen/Pressemitteilungen/2012-10-30%20PM%20DZV%20neu.pdf Pressmitteilung], DZV, 30. Oktober 2012, abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt; Inzwischen ist Tritz Geschäftsführerin des Gesamtsverbands Dämmstoffindustrie (GDI).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Grassroots-Lobbying===&lt;br /&gt;
'''Entscheiden Sie selbst''': Als Reaktion auf die Tabakproduktrichtlinie der Europäischen Union rief der Zigarettenverband 2010 gemeinsam mit anderen Lobbyorganisationen die Beschäftigten der Branche dazu auf, eine Online-Konsultation der EU dazu zu nutzen, ihren Unmut über die geplante Richtlinie kundzutun. Die von der Tabakindustrie ins Leben gerufene Initiative ''Entscheiden Sie selbst''  verkaufte die Rekordbeteiligung von 85.000 Eingaben als Beleg für einen europaweiten Bürgerprotest.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20120820234700/http://www.entscheiden-sie-selbst.de/aktuelles.html?page=2 Pressemitteilung vom 19.12.2012], Entscheiden Sie Selbst, abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei stammten allein 30.000 oft wortgleiche Schreiben von Tabakhändlern aus Italien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://ec.europa.eu/health/tobacco/docs/consultation_report_en.pdf European Comission: Public consultation on the possible revision of the Tobacco Products Directive 2001/37/EC page 6], abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bayern sagt Nein''': 2010 wurde in Bayern per Volksentscheid abgestimmt, ob das damalige Rauchverbot in der Gastronomie erheblich verschärft werden sollte. Das Aktionsbündnis ''Bayern sagt Nein'' versuchte, die Öffentlichkeit gegen eine weitere Regulierung zu mobilisieren. Neben anderen Verbänden der Tabakindustrie beteiligte sich auch der DZV am Bündnis und unterstützte es mit 150.000 Euro.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.deutschlandfunk.de/viel-geld-fuer-viel-rauch.862.de.html?dram:article_id=123543 Viel Geld für viel Rauch], Deutschlandfunk vom 01.07.2010, abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Bericht des Corporate European Observatory enthüllte 2014 weitere Strategien der Tabaklobby. Hier ist die Rede von intensiver, teils aggressiver Lobbyarbeit – von zahlreichen Anrufen, Emails, Einladungen auf Drinks über ungefragten Zustellungen von kostenlosen E-Zigaretten bis zu unangemeldeten Besuchen in den Büros der Abgeordneten. Der Bericht ist [http://corporateeurope.org/lobbycracy/2013/07/tobacco-lobbyists-all-fired-ahead-key-vote hier] einsehbar.   &amp;lt;ref&amp;gt;[http://corporateeurope.org/lobbycracy/2013/07/tobacco-lobbyists-all-fired-ahead-key-vote Tobacco lobbyists all fired up ahead of key-vote], CEO-Bericht vom 8. Juli 2014, abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lobbying gegen Außenwerbeverbot  für Zigaretten===&lt;br /&gt;
Im April 2016 wurde ein Gesetzesentwurf von Bundesernährungsminister Christian Schmidt, der ein Außenwerbeverbot für Zigaretten ab 2020 vorsieht, vom Bundeskabinett abgesegnet. Das Gesetz war im März 2017 jedoch noch immer nicht verabschiedet, da die [[CDU]]/[[CSU]]-Bundestagsfraktion um den Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder den Entwurf nicht auf die Tagesordnung nahm - auch ein Verdienst der Tabaklobby. Während das Vorhaben zunächst abgeschwächt wurde und die Frist für ein Werbeverbot von 2018 auf 2020 verlängert wurde, verhandelten [[Philip Morris]] und der DZV in zahlreichen Treffen mit der Bundesregierung über die Tabakwerbung. In der 18. Legislaturperiode trafen sich die Lobbyisten mindestens 32-mal mit Vertretern der Koalition. Im April 2017 konnte das Gesetz doch noch verabschiedet werden, nur wenige Wochen später hätte der Entwurf in der Legislaturperiode nicht mehr zur Abstimmung kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/zigarettenlobby-volker-kauder-blockiert-gesetz-gegen-tabakwerbung-a-1137549.html Schöner qualmen auf deutschen Litfaßsäulen] Spiegel Online vom 07. März 2017, abgerufen am 20.06.2017&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/tabakwerbung-bundesregierung-beschliesst-verbot-ab-2020-a-1088226.html Kabinett beschließt Verbot von Tabakwerbung] Spiegel Online vom 20. April 2016, abgerufen am 20.06.2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzdarstellung und Geschichte==&lt;br /&gt;
Im Namen seiner fünf Mitglieder tritt der Verband im Bewusstsein der &amp;quot;Verantwortung für die Interessen der Zigarettenindustrie in Deutschland ein.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zigarettenverband.de/de/3/%C3%9Cber_den_DZV Website DZV], abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt; Der DZV bekämpft derzeit vor allem die neue Tabakproduktrichtlinie der Europäischen Union, die abschreckende Bilder auf den Verpackungen, ein Verbot von Mentholzigaretten, Verringerung des Zigarettenschmuggels durch Rückverfolgungssysteme und andere Maßnahmen zur Tabakkontrolle vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vorgängerorganisation===&lt;br /&gt;
Die Vorgängerorganisation des DZV war der '''Verband für Cigarettenindustrie (VdC)'''. Auch dieser machte intensive Lobbyarbeit für Tabak- und Zigarettenindustrie. Der VdC galt über viele Jahrzehnte hinweg als einer der einflussreichsten Branchenvertreter Deutschlands, geriet aber in die Kritik, als bekannt wurde, dass jahrelang vermeintlich neutrale Experten für lobbyfreundliche Studien bezahlt wurden. So zogen Wissenschaftler, die vom VdC mit Forschungsgeldern und anderen Vergünstigungen bedacht wurden, gegenüber der Politik die Gesundheitsgefahren des Rauchens in Zweifel.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.taz.de/!5185299/ Die Grüne und die Tabaklobby], taz, 11. März 2008, abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt; 2007 stieg Philipp Morris aus dem Verband aus - der umsatzstarke Konzern verfolgte andere Positionen als die anderen Mitglieder. Die verbliebenen Konzerne lösten den VdC auf - wohl auch, um Kosten zu sparen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welt.de/wirtschaft/article1803729/Gruene-Tabak-Lobbyistin-bekommt-Millionen.html PR für Zigaretten: Grüne Tabak-Lobbyistin bekommt Millionen], Die Welt, 15. März 2008, abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt; Dann erfolgte die Gründung des noch heute bestehenden Verbands DZV. Dieser gelobte mehr Tansparenz und Verantwortungsbewusstsein.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.mopo.de/news/tabak-tabaklobby-formiert-sich-neu---gruene-an-der-spitze,5066732,5380380.html Tabaklobby formiert sich neu - Grüne an der Spitze], Hamburger Morgenpost, 14. März 2015,  abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Neustrukturierung===&lt;br /&gt;
Am 2. September 2019 wurde in Berlin der [[Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse|Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE)]] gegründet. Dieser hat den DZV seitdem weitestgehend als zentralen Interessenverband der Tabak-Lobby abgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Organisationsstruktur und Personal==&lt;br /&gt;
===Vorstand===&lt;br /&gt;
Im Vorstand sitzt jeweils ein Vertreter der fünf Mitgliedsunternehmen Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH Deutschland, Japan Tobacco International in Deutschland, British American Tobacco Germany GmbH, Heintz van Landewyck GmbH und Joh. Wilh. von Eicken GmbH&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zigarettenverband.de/de/61/%C3%9CBER_DEN_DZV/Vorstand Deutscher Zigarettenverband Vorstand]  abgerufen am 15.05.2017&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verbindungen===&lt;br /&gt;
Neben dem DZV gibt es weitere Zusammenschlüsse der Tabakindustrie&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zigarettenverband.de/de/27/%C3%9Cber_den_DZV/Partner Partner], zigarettenverband.de&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE)&lt;br /&gt;
*Verband der deutschen Rauchtabakindustrie (VdR)&lt;br /&gt;
*Bundesverband der Zigarrenindustrie e. V. (BdZ)&lt;br /&gt;
*Bundesverband Deutscher Tabakwaren-Großhändler und Automatenhersteller (BDTA)&lt;br /&gt;
*Bundesverband des Tabakwareneinzelhandels (BTWE)&lt;br /&gt;
*Bundesverband der Deutschen Industrie&lt;br /&gt;
*Bundesverband deutscher Tabakpflanzer e.V. (BdT)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterführende Informationen==&lt;br /&gt;
Dokumentation: Nikotin im Beutel. Die neue Masche der Tabak-Industrie - Film von Bärbel Merseburger-Sill&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-nikotin-im-beutel-102.html], ZDFzoom, 20. April 2022, abgerufen am 21.04.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{spendenbanner}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seitenwechsel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:EU]]&lt;br /&gt;
[[Organisation]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grassroots-Lobbying]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parteispenden]]&lt;br /&gt;
[[Category:Organisation]]&lt;br /&gt;
[[Category:Tabaklobby]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>TorbenB</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lobbypedia.de/w/index.php?title=Thomas_Barei%C3%9F&amp;diff=137043</id>
		<title>Thomas Bareiß</title>
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		<updated>2022-04-19T09:19:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;TorbenB: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der CDU-Politiker Thomas Bareiß (*15.02.1975 in Albstadt-Ebingen), Mitglied des Deutschen Bundestags und Vorstandsmitglied des Parlamentskreises Mittelstand, war von März 2018 bis Dez. 2021 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, in dessen Zuständigkeitsbereich die Energie- und Mittelstandspolitik fallen. Darüber hinaus war er Beauftragter der Bundesregierung für Tourismus und für Mittelstand. Als Parlamentarischer Staatssekretär war er Vorsitzender des Aufsichtsrats der bundeseigenen [https://www.dena.de/ueber-die-dena/ Deutschen Energie-Agentur], die zum Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung beitragen soll. Bareiß gilt als Bremser bei der Energiewendh9zXUCEfw7yReJqe&amp;lt;ref&amp;gt;Susanne Götze/Annika Joeres: Die Klimaschmutzlobby, München 2020, S. 183)&amp;lt;/ref&amp;gt;, hält Erdgas als für die Energiewende unverzichtbar&amp;lt;ref&amp;gt;[https://blog.erdgas.info/ist-erdgas-eine-loesung-fuer-die-europaeische-energieversorgung/ Ist Erdgas eine Lösung für die europäische Energieversorgung?], blog.erdgas.info vom 29.07.2019, abgerufen am 25.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; und ist Gegner einer CO2-Steuer&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.thomas-bareiss-ueber-erstwaehler-cdu-staatssekretaer-sorgt-mit-tweet-fuer-aufregung.1698b5d7-f95a-4d00-ae30-199255f8c583.html Thomas Bareiß über Erstwähler], stuttgarter.zeitung.de vom 27.05.2019, abgerufen am 25.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Karriere==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2020-2021 Beauftragter der Bundesregierung für den Mittelstand&lt;br /&gt;
*seit 2018 Mitglied des Bundesvorstands der CDU Deutschlands&lt;br /&gt;
*2018-2021 Beauftragter der Bundesregierung für Tourismus&lt;br /&gt;
*2018-2021 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie&lt;br /&gt;
*2014-2018 Beauftragter für Energiepolitik der CDU/CSU-Fraktion&lt;br /&gt;
*2010-2014 Koordinator für Energiepolitik der CDU/CSU-Fraktion&lt;br /&gt;
*seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestags&lt;br /&gt;
*1999-2005 Assistent der Geschäftsführung und Leiter Controlling, EDV und Organisation bei einem Textilunternehmen&lt;br /&gt;
*1995-1998 Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Berufsakademie Ravensburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/Visitenkarten/visitenkarte-bareiss.html Biografie], bmwi.de, abgerufen am 24.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mitgliedschaften==&lt;br /&gt;
Aktuelle Mitgliedschaften (03/2021):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Vorsitzender des Aufsichtsrats (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
*[[Gesellschaft zum Studium strukturpolitischer Fragen]], Vorsitzender des Beirats für Energie (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
*Parlamentskreis Mittelstand, Vorstandsmitglied&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.cducsu.de/sites/default/files/pkm_flyer.pdf Parlamentskreis Mittelstand], cducsu.de, abgerufen am 12.05.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitgliedschaften bis zu seiner Ernennung zum Parlamentarischen Staatssekretär im März 2018:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Deutsche Rockwool GmbH + Co. OHG, Mitglied des Fachbeirats (Einkünfte jährlich Stufe 4)&lt;br /&gt;
*Stiftung Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung, Mitglied des Kuratoriums (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
*Gesellschaft zur Förderung des energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln e.V., Mitglied des Beirats (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
*Zukunft Erdgas, Mitglied des Beirats (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
*Max-Planck-Institut für chemische Energiekonversion, Mitglied des Kuratoriums (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
*Agora Energiewende, Mitglied des Rates der Agora (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
*Deutsch-Aserbaidschanisches Forum, Mitglied des Kuratoriums (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundestag.de/abgeordnete/biografien/B/bareiss_thomas-518130 Biografie], bundestag.de, abgerufen am 26.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beiratsvorsitzender der Gesellschaft zum Studium strukturpolitischer Fragen==&lt;br /&gt;
Bareiß, als Parlamentarischer Staatssekretär für Wirtschaft und Energie für die Ausgestaltung der Energiewende zuständig, ist seit Jahren Vorsitzender des &amp;quot;Beirats Energie&amp;quot; der [[Gesellschaft zum Studium strukturpolitischer Fragen]] (Strukturgesellschaft), die Parlamentarier und Lobbyisten zusammenbringt. Neben dem [[Bundesverband der Deutschen Industrie]] (BDI) sind die folgenden Organisationen aus dem Energiesektor Mitglieder der Strukturgesellschaft: [[Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft]], Deutscher Braunkohle-Industrie-Verein, Deutscher Wasserstoff- und Brennstoffzellenverband, innogy SE ([[E.ON]]), Propan Rheingas und die Lobby-Initiative [https://www.gas.info/die-initiative-zukunft-gas Zukunft Gas], in deren Beirat Bareiß bis zur Ernennung zum Parlamentarischen Staatssekretär saß. Laut Newsletter von Bareiß vom 16. Januar 2020 lud dieser als Vorsitzender des „Beirats Energie&amp;quot; der Strukturgesellschaft die folgenden Interessenvertreter als Experten rund um das Thema Wasserstoff sowie Brennstoffzelle ein: Carsten Rolle (Abteilungsleiter Energie- und Klimapolitik des BDI), Timm Kehler (Vorstand von  [https://www.gas.info/die-initiative-zukunft-gas Initiative Zukunft Gas] und Sprecher der [https://www.gas.info/die-initiative-zukunft-gas/plattformen-zukunft-gas/initiative-brennstoffzelle Initiative Brennstoffzelle]) und [https://www.sglcarbon.com/pdf/Flyer-Innovation-Panel-17-10-19.pdf Marc Grünwald] (Vizepräsident von MAN Energy Solutions).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.thomas-bareiss.de/2020/01/16/im-energiepolitischen-austausch-ist-wasserstoff-das-neue-wundermittel-fuer-die-energiewende/ Im energiepolitischen Austausch: Ist Wasserstoff das neue Wundermittel für die Energiewende], thomas.bareiss.de, abgerufen am 26.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einsatz für und Reisen nach Aserbaidschan==&lt;br /&gt;
Nach Angaben eines Medizintechnikunternehmens aus Rheinland-Pfalz hat Bareiß auf dem Höhepunkt der Corona-Krise im Frühjahr 2020 darauf gedrungen, Beatmungsgeräte zuvorderst nach Aserbaidschan zu liefern.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/staatssekretaer-bareiss-wandte-sich-fuer-aserbaidschan-an-firma-17240769.html Staatssekretär wandte sich für Baku an deutsche Medizintechnikfirma], faz.net vom 12.03.2021, abgerufen am 01.04.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Er habe dies mit den guten Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Aserbaidschan begründet. Laut Bundeswirtschaftsministerium habe Bareiß lediglich um Sachverhaltsaufklärung im Hinblick auf Liefertermine im Rahmen eines konkreten Vertrages mit einem deutschen Hersteller medizinischer Geräte gebeten. 2018 war er Hauptredner auf dem 1. Deutsch-Aserbaidschanischen Wirtschaftsdialog, den der zurückgetretene CDU-Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann gemeinsam mit dem aserbaidschanischen Botschafter veranstaltet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://socar.de/2018/12/1-deutsch-aserbaidschanischer-wirtschaftsdialog/ 1. Deutsch-Aserbaidschanischer Wirtschaftsdialog in Berlin], socar.de vom 05.12.2018, abgerufen am 01.04.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Unterstützer der Veranstaltung waren SOCAR,  der staatliche Energiekonzern von Aserbaidschan, und das Gasunternehmen UNIPER, das Mitglied der Lobby-Initiative Zukunft Gas ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bareiß unternahm Insgesamt fünf umstrittene Reisen nach Aserbaidschan: 2007 als Mitglied im EU-Ausschuss des Bundestags, 2010 als Mitglied des Ausschusses Wirtschaft und Energie, 2012 als Mitglied des EU-Ausschusses des Bundestags auf Einladung der Gesellschaft zur Förderung der deutsch-aserbaidschanischen Beziehungen (Fördergesellschaft), die im Zusammenhang mit staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und Korruptionsvorwürfen steht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.swp.de/suedwesten/landkreise/zollernalb/cdu-affaere-bareiss-reisen-nach-aserbaidschan-werfen-neue-fragen-auf-56099994.html Bareiß-Fragen nach Aserbaidschan werfen neue Fragen auf], swp.de vom 06.04.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Begleitet wurde er auf dieser Reise von dem Staatssekretär a. D. Eduard Lintner (CSU), dem Gründer der Fördergesellschaft, der nachweislich Geld aus Aserbaidschan bekommen hat, unter anderem nachdem er die die aserbaidschanische Präsidentschaftswahl 2013 beobachtet – und als sauber deklariert hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.vice.com/de/article/akd5ne/aserbaidschan-affare-die-abenteuerlichen-reisen-eines-deutschen-staatssekretars Asserbaidschan-Affäre: Die abenteuerlichen Reisen eines deutschen Staatssekretärs], vice.com, update vom 02.04.2021, abgerufen am 08.04.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Reise wurde von der Fördergesellschaft finanziert. Hierzu erklärte Bareiß: „Zum Zeitpunkt, als ich 2012 die Reise angetreten habe, waren mir keine Meldungen über Kritik, Unregelmäßigkeiten bzw. Vorwürfe bekannt. Ich bin mir sicher, wären mir die später öffentlich gewordenen Vorwürfe bereits bekannt gewesen, hätte ich mich damals sicher anders entschieden“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://twitter.com/MKreutzfeldt/status/1381616429389201411/photo/1 twitter.com/MKreutzfeldt] vom 12.04.2021, abgerufen am 13.04.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Als parlamentarischer Staatssekretär reiste Bareiß 2018 gemeinsam mit der Bundeskanzlerin nach Aserbaidschan, 2019 mit einer Wirtschaftsdelegation. Begleiter auf einigen der genannten Reisen war der CDU-Politiker Otto Hauser, Staatssekretär a.D., Unternehmensberater und Honorarkonsul von Aserbaidschan. Hauser gilt als einer der wichtigsten Strippenzieher der Baku-Connection.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.vice.com/de/article/akd5ne/aserbaidschan-affare-die-abenteuerlichen-reisen-eines-deutschen-staatssekretars Asserbaidschan-Affäre: Die abenteuerlichen Reisen eines deutschen Staatssekretärs], vice.com, update vom 02.04.2021, abgerufen am 08.04.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterstützer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft==&lt;br /&gt;
Zum Thema CO2-Steuer drehte Bareiß 2019 ein Social-Media-Video für die [[Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft]] (INSM).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://nb-no.facebook.com/Marktwirtschaft/videos/wie-finden-wir-den-richtigen-preis-für-co2/2205770302885463/ Wie finden wir den richtigen Preis für CO2?], facebook.com vom 30.08.2019, abgerufen am 25.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit unterstützte Bareiß die INSM-Klima-Kampagne, die das vorrangige Ziel hatte, eine CO2-Steuer zu verhindern. Am 17.08.2019 stellte Bareiß die Vorhaben der Bundesregierung beim INSM-Frühstücksdialog vor.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.insm.de/insm/presse/insm-veranstaltungen/2019/fruehstuecksdialog-klima-und-umweltpolitik Klima- und Umweltpolitik], insm.de, abgerufen am 25.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zitate==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ohne Erdgas ist eine verlässliche, bezahlbare und klimafreundliche Energieversorgung mittel- bis langfristig nicht denkbar&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: &amp;lt;ref&amp;gt;[https://blog.erdgas.info/ist-erdgas-eine-loesung-fuer-die-europaeische-energieversorgung/ Ist Erdgas eine Lösung für die europäische Energieversorgung?], blog.erdgas.info vom29.07.2019, abgerufen am 01.04.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterführende Informationen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[https://www.lobbycontrol.de/wp-content/uploads/Lobbycontrol-Studie-Wirtschaftsrat-Klimabremser.pdf Der Wirtschaftsrat der CDU Mächtiges Lobbyforum und einflussreicher Klimaschutzbremser, Herausgeber: LobbyControl, März 2021]&lt;br /&gt;
*[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/warum-erdgas-europas-klimaziele-gefaehrdet-milliarden-fuer-eine-infrastruktur-die-so-nicht-gebraucht-wird/26237262.html Warum Erdgas Europas Klimaziele gefährdet Weil die Industrie Vorgaben macht, entscheidet die EU bei der Energiepolitik gegen Klimaziele, Tagesspiegel vom 05.10.2020]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{spendenbanner}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Die Kategorie bitte entfernen, wenn der Artikel als Entwurf bearbeitet wird. Die Kategorie wieder hinzufügen, wenn der Artikel veröffentlicht wird. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Category:Person]]&lt;br /&gt;
[[Category:Energie]]&lt;br /&gt;
[[Category:CDU]]&lt;br /&gt;
[[Category:Klima]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>TorbenB</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lobbypedia.de/w/index.php?title=Thomas_Barei%C3%9F&amp;diff=137041</id>
		<title>Thomas Bareiß</title>
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		<updated>2022-04-19T09:18:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;TorbenB: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der CDU-Politiker Thomas Bareiß (*15.02.1975 in Albstadt-Ebingen), Mitglied des Deutschen Bundestags und Vorstandsmitglied des Parlamentskreises Mittelstand, war von März 2018 bis Dez. 2021 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, in dessen Zuständigkeitsbereich die Energie- und Mittelstandspolitik fallen. Darüber hinaus war er Beauftragter der Bundesregierung für Tourismus und für Mittelstand. Als Parlamentarischer Staatssekretär war er Vorsitzender des Aufsichtsrats der bundeseigenen [https://www.dena.de/ueber-die-dena/ Deutschen Energie-Agentur], die zum Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung beitragen soll. Bareiß gilt als Bremser bei der Energiewendh9zXUCEfw7yReJqe&amp;lt;ref&amp;gt;Susanne Götze/Annika Joeres: Die Klimaschmutzlobby, München 2020, S. 183)&amp;lt;/ref&amp;gt;, hält Erdgas als für die Energiewende unverzichtbar&amp;lt;ref&amp;gt;[https://blog.erdgas.info/ist-erdgas-eine-loesung-fuer-die-europaeische-energieversorgung/ Ist Erdgas eine Lösung für die europäische Energieversorgung?], blog.erdgas.info vom 29.07.2019, abgerufen am 25.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; und ist Gegner einer CO2-Steuer&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.thomas-bareiss-ueber-erstwaehler-cdu-staatssekretaer-sorgt-mit-tweet-fuer-aufregung.1698b5d7-f95a-4d00-ae30-199255f8c583.html Thomas Bareiß über Erstwähler], stuttgarter.zeitung.de vom 27.05.2019, abgerufen am 25.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Karriere==&lt;br /&gt;
===Karriere===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2020-2021 Beauftragter der Bundesregierung für den Mittelstand&lt;br /&gt;
*seit 2018 Mitglied des Bundesvorstands der CDU Deutschlands&lt;br /&gt;
*2018-2021 Beauftragter der Bundesregierung für Tourismus&lt;br /&gt;
*2018-2021 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie&lt;br /&gt;
*2014-2018 Beauftragter für Energiepolitik der CDU/CSU-Fraktion&lt;br /&gt;
*2010-2014 Koordinator für Energiepolitik der CDU/CSU-Fraktion&lt;br /&gt;
*seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestags&lt;br /&gt;
*1999-2005 Assistent der Geschäftsführung und Leiter Controlling, EDV und Organisation bei einem Textilunternehmen&lt;br /&gt;
*1995-1998 Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Berufsakademie Ravensburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/Visitenkarten/visitenkarte-bareiss.html Biografie], bmwi.de, abgerufen am 24.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mitgliedschaften==&lt;br /&gt;
Aktuelle Mitgliedschaften (03/2021):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Vorsitzender des Aufsichtsrats (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
*[[Gesellschaft zum Studium strukturpolitischer Fragen]], Vorsitzender des Beirats für Energie (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
*Parlamentskreis Mittelstand, Vorstandsmitglied&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.cducsu.de/sites/default/files/pkm_flyer.pdf Parlamentskreis Mittelstand], cducsu.de, abgerufen am 12.05.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitgliedschaften bis zu seiner Ernennung zum Parlamentarischen Staatssekretär im März 2018:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Deutsche Rockwool GmbH + Co. OHG, Mitglied des Fachbeirats (Einkünfte jährlich Stufe 4)&lt;br /&gt;
*Stiftung Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung, Mitglied des Kuratoriums (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
*Gesellschaft zur Förderung des energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln e.V., Mitglied des Beirats (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
*Zukunft Erdgas, Mitglied des Beirats (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
*Max-Planck-Institut für chemische Energiekonversion, Mitglied des Kuratoriums (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
*Agora Energiewende, Mitglied des Rates der Agora (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
*Deutsch-Aserbaidschanisches Forum, Mitglied des Kuratoriums (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundestag.de/abgeordnete/biografien/B/bareiss_thomas-518130 Biografie], bundestag.de, abgerufen am 26.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beiratsvorsitzender der Gesellschaft zum Studium strukturpolitischer Fragen==&lt;br /&gt;
Bareiß, als Parlamentarischer Staatssekretär für Wirtschaft und Energie für die Ausgestaltung der Energiewende zuständig, ist seit Jahren Vorsitzender des &amp;quot;Beirats Energie&amp;quot; der [[Gesellschaft zum Studium strukturpolitischer Fragen]] (Strukturgesellschaft), die Parlamentarier und Lobbyisten zusammenbringt. Neben dem [[Bundesverband der Deutschen Industrie]] (BDI) sind die folgenden Organisationen aus dem Energiesektor Mitglieder der Strukturgesellschaft: [[Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft]], Deutscher Braunkohle-Industrie-Verein, Deutscher Wasserstoff- und Brennstoffzellenverband, innogy SE ([[E.ON]]), Propan Rheingas und die Lobby-Initiative [https://www.gas.info/die-initiative-zukunft-gas Zukunft Gas], in deren Beirat Bareiß bis zur Ernennung zum Parlamentarischen Staatssekretär saß. Laut Newsletter von Bareiß vom 16. Januar 2020 lud dieser als Vorsitzender des „Beirats Energie&amp;quot; der Strukturgesellschaft die folgenden Interessenvertreter als Experten rund um das Thema Wasserstoff sowie Brennstoffzelle ein: Carsten Rolle (Abteilungsleiter Energie- und Klimapolitik des BDI), Timm Kehler (Vorstand von  [https://www.gas.info/die-initiative-zukunft-gas Initiative Zukunft Gas] und Sprecher der [https://www.gas.info/die-initiative-zukunft-gas/plattformen-zukunft-gas/initiative-brennstoffzelle Initiative Brennstoffzelle]) und [https://www.sglcarbon.com/pdf/Flyer-Innovation-Panel-17-10-19.pdf Marc Grünwald] (Vizepräsident von MAN Energy Solutions).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.thomas-bareiss.de/2020/01/16/im-energiepolitischen-austausch-ist-wasserstoff-das-neue-wundermittel-fuer-die-energiewende/ Im energiepolitischen Austausch: Ist Wasserstoff das neue Wundermittel für die Energiewende], thomas.bareiss.de, abgerufen am 26.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einsatz für und Reisen nach Aserbaidschan==&lt;br /&gt;
Nach Angaben eines Medizintechnikunternehmens aus Rheinland-Pfalz hat Bareiß auf dem Höhepunkt der Corona-Krise im Frühjahr 2020 darauf gedrungen, Beatmungsgeräte zuvorderst nach Aserbaidschan zu liefern.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/staatssekretaer-bareiss-wandte-sich-fuer-aserbaidschan-an-firma-17240769.html Staatssekretär wandte sich für Baku an deutsche Medizintechnikfirma], faz.net vom 12.03.2021, abgerufen am 01.04.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Er habe dies mit den guten Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Aserbaidschan begründet. Laut Bundeswirtschaftsministerium habe Bareiß lediglich um Sachverhaltsaufklärung im Hinblick auf Liefertermine im Rahmen eines konkreten Vertrages mit einem deutschen Hersteller medizinischer Geräte gebeten. 2018 war er Hauptredner auf dem 1. Deutsch-Aserbaidschanischen Wirtschaftsdialog, den der zurückgetretene CDU-Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann gemeinsam mit dem aserbaidschanischen Botschafter veranstaltet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://socar.de/2018/12/1-deutsch-aserbaidschanischer-wirtschaftsdialog/ 1. Deutsch-Aserbaidschanischer Wirtschaftsdialog in Berlin], socar.de vom 05.12.2018, abgerufen am 01.04.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Unterstützer der Veranstaltung waren SOCAR,  der staatliche Energiekonzern von Aserbaidschan, und das Gasunternehmen UNIPER, das Mitglied der Lobby-Initiative Zukunft Gas ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bareiß unternahm Insgesamt fünf umstrittene Reisen nach Aserbaidschan: 2007 als Mitglied im EU-Ausschuss des Bundestags, 2010 als Mitglied des Ausschusses Wirtschaft und Energie, 2012 als Mitglied des EU-Ausschusses des Bundestags auf Einladung der Gesellschaft zur Förderung der deutsch-aserbaidschanischen Beziehungen (Fördergesellschaft), die im Zusammenhang mit staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und Korruptionsvorwürfen steht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.swp.de/suedwesten/landkreise/zollernalb/cdu-affaere-bareiss-reisen-nach-aserbaidschan-werfen-neue-fragen-auf-56099994.html Bareiß-Fragen nach Aserbaidschan werfen neue Fragen auf], swp.de vom 06.04.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Begleitet wurde er auf dieser Reise von dem Staatssekretär a. D. Eduard Lintner (CSU), dem Gründer der Fördergesellschaft, der nachweislich Geld aus Aserbaidschan bekommen hat, unter anderem nachdem er die die aserbaidschanische Präsidentschaftswahl 2013 beobachtet – und als sauber deklariert hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.vice.com/de/article/akd5ne/aserbaidschan-affare-die-abenteuerlichen-reisen-eines-deutschen-staatssekretars Asserbaidschan-Affäre: Die abenteuerlichen Reisen eines deutschen Staatssekretärs], vice.com, update vom 02.04.2021, abgerufen am 08.04.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Reise wurde von der Fördergesellschaft finanziert. Hierzu erklärte Bareiß: „Zum Zeitpunkt, als ich 2012 die Reise angetreten habe, waren mir keine Meldungen über Kritik, Unregelmäßigkeiten bzw. Vorwürfe bekannt. Ich bin mir sicher, wären mir die später öffentlich gewordenen Vorwürfe bereits bekannt gewesen, hätte ich mich damals sicher anders entschieden“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://twitter.com/MKreutzfeldt/status/1381616429389201411/photo/1 twitter.com/MKreutzfeldt] vom 12.04.2021, abgerufen am 13.04.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Als parlamentarischer Staatssekretär reiste Bareiß 2018 gemeinsam mit der Bundeskanzlerin nach Aserbaidschan, 2019 mit einer Wirtschaftsdelegation. Begleiter auf einigen der genannten Reisen war der CDU-Politiker Otto Hauser, Staatssekretär a.D., Unternehmensberater und Honorarkonsul von Aserbaidschan. Hauser gilt als einer der wichtigsten Strippenzieher der Baku-Connection.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.vice.com/de/article/akd5ne/aserbaidschan-affare-die-abenteuerlichen-reisen-eines-deutschen-staatssekretars Asserbaidschan-Affäre: Die abenteuerlichen Reisen eines deutschen Staatssekretärs], vice.com, update vom 02.04.2021, abgerufen am 08.04.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterstützer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft==&lt;br /&gt;
Zum Thema CO2-Steuer drehte Bareiß 2019 ein Social-Media-Video für die [[Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft]] (INSM).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://nb-no.facebook.com/Marktwirtschaft/videos/wie-finden-wir-den-richtigen-preis-für-co2/2205770302885463/ Wie finden wir den richtigen Preis für CO2?], facebook.com vom 30.08.2019, abgerufen am 25.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit unterstützte Bareiß die INSM-Klima-Kampagne, die das vorrangige Ziel hatte, eine CO2-Steuer zu verhindern. Am 17.08.2019 stellte Bareiß die Vorhaben der Bundesregierung beim INSM-Frühstücksdialog vor.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.insm.de/insm/presse/insm-veranstaltungen/2019/fruehstuecksdialog-klima-und-umweltpolitik Klima- und Umweltpolitik], insm.de, abgerufen am 25.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zitate==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ohne Erdgas ist eine verlässliche, bezahlbare und klimafreundliche Energieversorgung mittel- bis langfristig nicht denkbar&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: &amp;lt;ref&amp;gt;[https://blog.erdgas.info/ist-erdgas-eine-loesung-fuer-die-europaeische-energieversorgung/ Ist Erdgas eine Lösung für die europäische Energieversorgung?], blog.erdgas.info vom29.07.2019, abgerufen am 01.04.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterführende Informationen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[https://www.lobbycontrol.de/wp-content/uploads/Lobbycontrol-Studie-Wirtschaftsrat-Klimabremser.pdf Der Wirtschaftsrat der CDU Mächtiges Lobbyforum und einflussreicher Klimaschutzbremser, Herausgeber: LobbyControl, März 2021]&lt;br /&gt;
*[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/warum-erdgas-europas-klimaziele-gefaehrdet-milliarden-fuer-eine-infrastruktur-die-so-nicht-gebraucht-wird/26237262.html Warum Erdgas Europas Klimaziele gefährdet Weil die Industrie Vorgaben macht, entscheidet die EU bei der Energiepolitik gegen Klimaziele, Tagesspiegel vom 05.10.2020]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{spendenbanner}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Die Kategorie bitte entfernen, wenn der Artikel als Entwurf bearbeitet wird. Die Kategorie wieder hinzufügen, wenn der Artikel veröffentlicht wird. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Category:Person]]&lt;br /&gt;
[[Category:Energie]]&lt;br /&gt;
[[Category:CDU]]&lt;br /&gt;
[[Category:Klima]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>TorbenB</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lobbypedia.de/w/index.php?title=Thomas_Barei%C3%9F&amp;diff=137039</id>
		<title>Thomas Bareiß</title>
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		<updated>2022-04-19T09:17:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;TorbenB: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der CDU-Politiker Thomas Bareiß (*15.02.1975 in Albstadt-Ebingen), Mitglied des Deutschen Bundestags und Vorstandsmitglied des Parlamentskreises Mittelstand, war von März 2018 bis Dez. 2021 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, in dessen Zuständigkeitsbereich die Energie- und Mittelstandspolitik fallen. Darüber hinaus war er Beauftragter der Bundesregierung für Tourismus und für Mittelstand. Als Parlamentarischer Staatssekretär war er Vorsitzender des Aufsichtsrats der bundeseigenen [https://www.dena.de/ueber-die-dena/ Deutschen Energie-Agentur], die zum Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung beitragen soll. Bareiß gilt als Bremser bei der Energiewendh9zXUCEfw7yReJqe&amp;lt;ref&amp;gt;Susanne Götze/Annika Joeres: Die Klimaschmutzlobby, München 2020, S. 183)&amp;lt;/ref&amp;gt;, hält Erdgas als für die Energiewende unverzichtbar&amp;lt;ref&amp;gt;[https://blog.erdgas.info/ist-erdgas-eine-loesung-fuer-die-europaeische-energieversorgung/ Ist Erdgas eine Lösung für die europäische Energieversorgung?], blog.erdgas.info vom 29.07.2019, abgerufen am 25.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; und ist Gegner einer CO2-Steuer&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.thomas-bareiss-ueber-erstwaehler-cdu-staatssekretaer-sorgt-mit-tweet-fuer-aufregung.1698b5d7-f95a-4d00-ae30-199255f8c583.html Thomas Bareiß über Erstwähler], stuttgarter.zeitung.de vom 27.05.2019, abgerufen am 25.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Karriere===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2020-2021 Beauftragter der Bundesregierung für den Mittelstand&lt;br /&gt;
*seit 2018 Mitglied des Bundesvorstands der CDU Deutschlands&lt;br /&gt;
*2018-2021 Beauftragter der Bundesregierung für Tourismus&lt;br /&gt;
*2018-2021 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie&lt;br /&gt;
*2014-2018 Beauftragter für Energiepolitik der CDU/CSU-Fraktion&lt;br /&gt;
*2010-2014 Koordinator für Energiepolitik der CDU/CSU-Fraktion&lt;br /&gt;
*seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestags&lt;br /&gt;
*1999-2005 Assistent der Geschäftsführung und Leiter Controlling, EDV und Organisation bei einem Textilunternehmen&lt;br /&gt;
*1995-1998 Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Berufsakademie Ravensburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/Visitenkarten/visitenkarte-bareiss.html Biografie], bmwi.de, abgerufen am 24.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mitgliedschaften==&lt;br /&gt;
Aktuelle Mitgliedschaften (03/2021):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Vorsitzender des Aufsichtsrats (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
*[[Gesellschaft zum Studium strukturpolitischer Fragen]], Vorsitzender des Beirats für Energie (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
*Parlamentskreis Mittelstand, Vorstandsmitglied&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.cducsu.de/sites/default/files/pkm_flyer.pdf Parlamentskreis Mittelstand], cducsu.de, abgerufen am 12.05.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitgliedschaften bis zu seiner Ernennung zum Parlamentarischen Staatssekretär im März 2018:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Deutsche Rockwool GmbH + Co. OHG, Mitglied des Fachbeirats (Einkünfte jährlich Stufe 4)&lt;br /&gt;
*Stiftung Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung, Mitglied des Kuratoriums (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
*Gesellschaft zur Förderung des energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln e.V., Mitglied des Beirats (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
*Zukunft Erdgas, Mitglied des Beirats (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
*Max-Planck-Institut für chemische Energiekonversion, Mitglied des Kuratoriums (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
*Agora Energiewende, Mitglied des Rates der Agora (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
*Deutsch-Aserbaidschanisches Forum, Mitglied des Kuratoriums (ehrenamtlich)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundestag.de/abgeordnete/biografien/B/bareiss_thomas-518130 Biografie], bundestag.de, abgerufen am 26.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beiratsvorsitzender der Gesellschaft zum Studium strukturpolitischer Fragen==&lt;br /&gt;
Bareiß, als Parlamentarischer Staatssekretär für Wirtschaft und Energie für die Ausgestaltung der Energiewende zuständig, ist seit Jahren Vorsitzender des &amp;quot;Beirats Energie&amp;quot; der [[Gesellschaft zum Studium strukturpolitischer Fragen]] (Strukturgesellschaft), die Parlamentarier und Lobbyisten zusammenbringt. Neben dem [[Bundesverband der Deutschen Industrie]] (BDI) sind die folgenden Organisationen aus dem Energiesektor Mitglieder der Strukturgesellschaft: [[Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft]], Deutscher Braunkohle-Industrie-Verein, Deutscher Wasserstoff- und Brennstoffzellenverband, innogy SE ([[E.ON]]), Propan Rheingas und die Lobby-Initiative [https://www.gas.info/die-initiative-zukunft-gas Zukunft Gas], in deren Beirat Bareiß bis zur Ernennung zum Parlamentarischen Staatssekretär saß. Laut Newsletter von Bareiß vom 16. Januar 2020 lud dieser als Vorsitzender des „Beirats Energie&amp;quot; der Strukturgesellschaft die folgenden Interessenvertreter als Experten rund um das Thema Wasserstoff sowie Brennstoffzelle ein: Carsten Rolle (Abteilungsleiter Energie- und Klimapolitik des BDI), Timm Kehler (Vorstand von  [https://www.gas.info/die-initiative-zukunft-gas Initiative Zukunft Gas] und Sprecher der [https://www.gas.info/die-initiative-zukunft-gas/plattformen-zukunft-gas/initiative-brennstoffzelle Initiative Brennstoffzelle]) und [https://www.sglcarbon.com/pdf/Flyer-Innovation-Panel-17-10-19.pdf Marc Grünwald] (Vizepräsident von MAN Energy Solutions).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.thomas-bareiss.de/2020/01/16/im-energiepolitischen-austausch-ist-wasserstoff-das-neue-wundermittel-fuer-die-energiewende/ Im energiepolitischen Austausch: Ist Wasserstoff das neue Wundermittel für die Energiewende], thomas.bareiss.de, abgerufen am 26.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einsatz für und Reisen nach Aserbaidschan==&lt;br /&gt;
Nach Angaben eines Medizintechnikunternehmens aus Rheinland-Pfalz hat Bareiß auf dem Höhepunkt der Corona-Krise im Frühjahr 2020 darauf gedrungen, Beatmungsgeräte zuvorderst nach Aserbaidschan zu liefern.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/staatssekretaer-bareiss-wandte-sich-fuer-aserbaidschan-an-firma-17240769.html Staatssekretär wandte sich für Baku an deutsche Medizintechnikfirma], faz.net vom 12.03.2021, abgerufen am 01.04.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Er habe dies mit den guten Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Aserbaidschan begründet. Laut Bundeswirtschaftsministerium habe Bareiß lediglich um Sachverhaltsaufklärung im Hinblick auf Liefertermine im Rahmen eines konkreten Vertrages mit einem deutschen Hersteller medizinischer Geräte gebeten. 2018 war er Hauptredner auf dem 1. Deutsch-Aserbaidschanischen Wirtschaftsdialog, den der zurückgetretene CDU-Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann gemeinsam mit dem aserbaidschanischen Botschafter veranstaltet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://socar.de/2018/12/1-deutsch-aserbaidschanischer-wirtschaftsdialog/ 1. Deutsch-Aserbaidschanischer Wirtschaftsdialog in Berlin], socar.de vom 05.12.2018, abgerufen am 01.04.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Unterstützer der Veranstaltung waren SOCAR,  der staatliche Energiekonzern von Aserbaidschan, und das Gasunternehmen UNIPER, das Mitglied der Lobby-Initiative Zukunft Gas ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bareiß unternahm Insgesamt fünf umstrittene Reisen nach Aserbaidschan: 2007 als Mitglied im EU-Ausschuss des Bundestags, 2010 als Mitglied des Ausschusses Wirtschaft und Energie, 2012 als Mitglied des EU-Ausschusses des Bundestags auf Einladung der Gesellschaft zur Förderung der deutsch-aserbaidschanischen Beziehungen (Fördergesellschaft), die im Zusammenhang mit staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und Korruptionsvorwürfen steht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.swp.de/suedwesten/landkreise/zollernalb/cdu-affaere-bareiss-reisen-nach-aserbaidschan-werfen-neue-fragen-auf-56099994.html Bareiß-Fragen nach Aserbaidschan werfen neue Fragen auf], swp.de vom 06.04.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Begleitet wurde er auf dieser Reise von dem Staatssekretär a. D. Eduard Lintner (CSU), dem Gründer der Fördergesellschaft, der nachweislich Geld aus Aserbaidschan bekommen hat, unter anderem nachdem er die die aserbaidschanische Präsidentschaftswahl 2013 beobachtet – und als sauber deklariert hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.vice.com/de/article/akd5ne/aserbaidschan-affare-die-abenteuerlichen-reisen-eines-deutschen-staatssekretars Asserbaidschan-Affäre: Die abenteuerlichen Reisen eines deutschen Staatssekretärs], vice.com, update vom 02.04.2021, abgerufen am 08.04.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Reise wurde von der Fördergesellschaft finanziert. Hierzu erklärte Bareiß: „Zum Zeitpunkt, als ich 2012 die Reise angetreten habe, waren mir keine Meldungen über Kritik, Unregelmäßigkeiten bzw. Vorwürfe bekannt. Ich bin mir sicher, wären mir die später öffentlich gewordenen Vorwürfe bereits bekannt gewesen, hätte ich mich damals sicher anders entschieden“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://twitter.com/MKreutzfeldt/status/1381616429389201411/photo/1 twitter.com/MKreutzfeldt] vom 12.04.2021, abgerufen am 13.04.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Als parlamentarischer Staatssekretär reiste Bareiß 2018 gemeinsam mit der Bundeskanzlerin nach Aserbaidschan, 2019 mit einer Wirtschaftsdelegation. Begleiter auf einigen der genannten Reisen war der CDU-Politiker Otto Hauser, Staatssekretär a.D., Unternehmensberater und Honorarkonsul von Aserbaidschan. Hauser gilt als einer der wichtigsten Strippenzieher der Baku-Connection.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.vice.com/de/article/akd5ne/aserbaidschan-affare-die-abenteuerlichen-reisen-eines-deutschen-staatssekretars Asserbaidschan-Affäre: Die abenteuerlichen Reisen eines deutschen Staatssekretärs], vice.com, update vom 02.04.2021, abgerufen am 08.04.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterstützer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft==&lt;br /&gt;
Zum Thema CO2-Steuer drehte Bareiß 2019 ein Social-Media-Video für die [[Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft]] (INSM).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://nb-no.facebook.com/Marktwirtschaft/videos/wie-finden-wir-den-richtigen-preis-für-co2/2205770302885463/ Wie finden wir den richtigen Preis für CO2?], facebook.com vom 30.08.2019, abgerufen am 25.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit unterstützte Bareiß die INSM-Klima-Kampagne, die das vorrangige Ziel hatte, eine CO2-Steuer zu verhindern. Am 17.08.2019 stellte Bareiß die Vorhaben der Bundesregierung beim INSM-Frühstücksdialog vor.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.insm.de/insm/presse/insm-veranstaltungen/2019/fruehstuecksdialog-klima-und-umweltpolitik Klima- und Umweltpolitik], insm.de, abgerufen am 25.03.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zitate==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ohne Erdgas ist eine verlässliche, bezahlbare und klimafreundliche Energieversorgung mittel- bis langfristig nicht denkbar&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: &amp;lt;ref&amp;gt;[https://blog.erdgas.info/ist-erdgas-eine-loesung-fuer-die-europaeische-energieversorgung/ Ist Erdgas eine Lösung für die europäische Energieversorgung?], blog.erdgas.info vom29.07.2019, abgerufen am 01.04.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterführende Informationen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[https://www.lobbycontrol.de/wp-content/uploads/Lobbycontrol-Studie-Wirtschaftsrat-Klimabremser.pdf Der Wirtschaftsrat der CDU Mächtiges Lobbyforum und einflussreicher Klimaschutzbremser, Herausgeber: LobbyControl, März 2021]&lt;br /&gt;
*[https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/warum-erdgas-europas-klimaziele-gefaehrdet-milliarden-fuer-eine-infrastruktur-die-so-nicht-gebraucht-wird/26237262.html Warum Erdgas Europas Klimaziele gefährdet Weil die Industrie Vorgaben macht, entscheidet die EU bei der Energiepolitik gegen Klimaziele, Tagesspiegel vom 05.10.2020]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{spendenbanner}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Die Kategorie bitte entfernen, wenn der Artikel als Entwurf bearbeitet wird. Die Kategorie wieder hinzufügen, wenn der Artikel veröffentlicht wird. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Category:Person]]&lt;br /&gt;
[[Category:Energie]]&lt;br /&gt;
[[Category:CDU]]&lt;br /&gt;
[[Category:Klima]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>TorbenB</name></author>
		
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