EUTOP

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Die EUTOP International GmbH ist eine Lobbyagentur, die 1990 von Klemens Joos gegründet wurde und ihren Hauptsitz in München hat. Nach eigenen Angaben verfügt die Agentur über Büros in Berlin, Brüssel, Prag, Wien, London, New York, Paris, Peking und Tokio. Schwerpunkt ist die Vertretung der Kundeninteressen, von Unternehmen, Interessenvertretungen und Verbänden, gegenüber den EU-Institutionen in Brüssel und in den EU-Mitgliedsstaaten.


EUTOP International GmbH
Eutop.png
Rechtsform GmbH
Tätigkeitsbereich Lobbyagentur, die die Interessen von Unternehmen und Verbänden in Brüssel vertritt
Gründungsdatum 1990
Hauptsitz München, Denninger Straße 15
Lobbybüro
Lobbybüro EU Brüssel, Rue d'Arlon 15
Webadresse www.eutop.com/de


Kurzdarstellung und Geschichte

Der Gründer und Geschäftsführer Klemens Joos kommt aus dem CSU-Umfeld und gehörte früher dem Vorstand der Jungen Union in Bayern an. Nach der Gründung der EUTOP promovierte er zum Thema: "Interessenvertretung deutscher Unternehmen bei den Institutionen der Europäischen Union".

Laut Lobbycontrol gilt die Agentur als eher konservativ und gut vernetzt in der Union.[1] Ende der 90er Jahre spendete EUTOP 110.000 Euro an die CDU und 58.000 Euro an die CSU. Über die Kunden ist nur wenig bekannt: u.a. gehörten dazu die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), die Deutsche Telekom und Porsche. Nach eigenen Angaben zählen unter anderem zahlreiche EURO STOXX-, DAX- und MDAX-Konzerne sowie europäische Tochtergesellschaften von im Dow Jones-Index gelisteten Unternehmen zu den nicht konkret benannten langjährigen Kunden. Seit mittlerweile mehr als 20 Jahren verfüge EUTOP über vielfältige Kontakte zu politischen Entscheidungsträgern aller Mitgliedstaaten. Auf diese Weise unterstütze die Organisation ihre Kunden effektiv und effizient dabei, ihre Anliegen in die Entscheidungsprozesse in Brüssel und in den Mitgliedstaaten der EU einzubringen.

Organisationsstruktur und Personal

Neben der Zentrale in München unterhält EUTOP Büros in:

  • Brüssel (EUTOP Brussels SPRL),
  • Berlin (EUTOP Berlin GmbH)
  • Wien (EUTOP Vienna GmbH)
  • Prag (8EUTOP Prague s.r.o.)

Das EUTOP-Team besteht aus rund 100 Personen (Stand: Januar 2015). Neben den Mitarbeitern gehören dazu auch strukturelle Berater, darunter ehemalige Spitzen der Legislative und Exekutive sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus mehreren EU-Mitgliedstaaten.

Geschäftsführer

EUTOP International GmbH, München
Geschäftsführer Klemens Joos, Gründer von EUTOP
  • Lehrbeauftragter an der Fakultät für Betriebswirtschaft an der Uni München für das Aufgabengebiet "Convincing Political Stakeholders"
  • Europäischer Wirtschaftssenat (EWS), Senator Sektion Deutschland
  • 1988-1990 persönlicher Refernt eines Abgeordneten des Europaparlaments
Prokurist Walter Hannes Tombrock
  • Lobbyunternehmen project europe, Geschäftsführer und Gründer
  • ehem. Büroleiter/Wissenschaftlicher Mitarbeiter von Abgeordneten des Europäisches Parlaments und des Deutschen Bundestags[2]
EUTOP Berlin GmbH
Geschäftsführer
Prokurist ebenfalls Walter Hannes Tombrock
EUTOP Brussels
Geschäftsführer
  • bis 01/2015 stellv. Leiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union[3]


Senior Consultants

Berater sind u.a.:

  • Werner P. Bohrer (ehemaliger Geschäftsührender Gesellschafter von EU.select)
  • Lorenz Heimerl (ehemaliger Stellv. Geschäftsführer von EU.select

Lobbystrategien und Einfluss

Fallstudien und Kritik

Mehrere prominente Politiker wurden von der EUTOP Speaker Agency GmbH als Honoraredner vermittelt, u.a. der ehemalige Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU), Ex-Arbeitsminister Walter Riester (SPD) sowie in den Jahren 2006 und 2007 der damalige FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle.[4]

Netzwerke

Der Gründer und Geschäftsführer Klemens Joos kommt aus dem Umfeld der CSU und gehörte früher dem Vorstand der Jungen Union in Bayern an. Nach der Gründung von EUTOP promovierte er zum Thema: "Interessenvertretung deutscher Unternehmen bei den Institutionen der Europäischen Union". Laut LobbyControl gilt die Agentur als eher konservativ und gut vernetzt in der Union[5]. In den Jahren 1998, 1999 und 2002 erhielten CDU und CSU von EUTOP Spenden in Höhe von rund 75.000 bzw. 77.000 Euro. Die SPD erhielt 2002 eine Spende von rund 12.000 Euro[6].

EUTOP war lange Zeit nur ein Teil des Firmengeflechts von Joos. Dazu gehörten außerdem die Speaker Agency, die u.a. Vorträge für Politiker vermittelte, und das ehemalige Internetportal polixea (vorher: politikerscreen). Polixea präsentierte sich als Informationsdienst für Politik samt einer speziellen Suchmaschine für politische Inhalte. Die Suchmaschine war Zeitweise auf den Webseiten verschiedener Parteien, Abgeordneter und sogar Ministrien eingebunden. Über eine gemeinsame Holding war polixea mit EUTOP verbunden, was den meisten Nutzern jedoch nicht bekannt gewesen sein dürfte. Kooperationen mit dem ZDF und mit Focus stärkten die Glaubwürdigkeit. Unklar ist, ob polixea auch den Kunden von EUTOP zugute kam. LobbyControl äußert den Verdacht, dass es sich bei polixea um eine Plattform zur Flankierung der Lobbyarbeit von EUTOP gehandelt habe. Auf jeden Fall bot die Plattform die Möglichkeit, Politiker zu Gastbeiträgen einzuladen und damit in Kontakt zu treten. Zudem gab es Überschneidungen zwischen den Kunden von EUTOP und politikerscreen.[7] (siehe Fallstudien).

Zum Firmengeflecht von EUTOP gehörte früher auch AGOREL. Die Firma wurde 2007 von EUTOP abgespalten und übernahm deren Kunden aus dem Bereich "Elektronik und Nutzfahrzeuge". Ein Artikel auf Süddeutsche Online warf Anfang 2008 die Frage auf, ob dies ein Synonym für Rüstung sei. Die Firma wurde 2008 wieder aufgelöst.


Firmen, die zum Netzwerk von Klemens Joos gehörten, waren in die 2010 bekannt gewordene Parteisponsoring-Affäre bei der FDP verwickelt.[8]

Auf seiner Webseite wirbt EUTOP gegenüber potentiellen Kunden damit, "jahrzehntelange Kontakte zu politischen Entscheidungsträgern auf allen Ebenen" zu haben. Auf diese Weise unterstütze die Organisation ihre Kunden "effektiv und effizient dabei, ihre Anliegen in die Entscheidungsprozesse in Brüssel und in den Mitgliedstaaten der EU einzubringen". Vor diesem Hintergrund verwundert es kaum, dass der ehemalige Staatssekretär Stéphane Beemelmans seit November 2014 Geschäftsführer der Lobbyagentur ist. Als ehemaliger hochrangiger Beamter verfügt Beemelmans über zahlreiche Kontakte in den Regierungsapparat und kann für EUTOP als Türöffner fungieren[9].


Weiterführende Informationen


Aktuelle Informationen aus der Welt des Lobbyismus

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Einzelnachweise

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