Gerald Hennenhöfer: Unterschied zwischen den Versionen

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Gerald Hennenhöfer (geb. 10. November 1947 in Erfurt), Jurist. Verkörpert wie kaum ein anderer in Deutschland das Prinzip Drehtür. Hennenhöfer ist seit Dezember 2009 erneut Leiter der Abteilung Reaktorsicherheit im Bundesumweltministerium unter Peter Altmaier. Er wechselte wurde 1998 nach dem rot-grünen Regierungsantritt aus dieser Position entlassen, wechselte zum Atomkonzern E.ON und wurde Lobbyist, später Berater, bis ihn der damalige Bundesumweltminister Norbert Röttgen in diese Position als Atomaufseher die Position des obersten Atomaufsehers zurück holte.


Am 13. September 2012 wurde Hennenhöfer vor dem Untersuchungsauschuss "Gorleben" als Zeuge verhört.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • seit 2009 Leiter der Abteilung RS (Sicherheit kerntechnischer Einrichtungen, Strahlenschutz, nukleare Ver- und Entsorgung) im Bundesumweltministerium, voraussichtlich bis Ende 2014[1]
  • 2004–2009 Anwalt bei der Kanzlei Redeker, die u.a. zum Atomlager Asse beriet[2]
  • 1998–2004 „Generalbevollmächtigter für Wirtschaftspolitik“ beim Atomkonzern Viag, heute: E.ON
  • 1994-1998 Leiter der Abteilung Reaktorsicherheit im Umweltministerium


Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010: Seine Rolle bei der Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Rolle beim Zustandekommen der umstrittenen Atom-Vereinbarung zwischen der Regierung Merkel/Westerwelle und dem Energie-Oligopol aus RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall im September 2010 war unbekannt. Im September 2012 wurde nun bestätigt, dass Hennenhöfer ohne das Wissen vom damaligen Bundesumweltminister Norbert Röttgen an Verhandlungen teilnahm. [3]


2010: Verhalten bei Panne im AKW Grafenrheinfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2012 bestätigte das Umweltministerium eine weitere sehr fragwürdige Entscheidung Hennehöfers: 2010 wurde im Atomkraftwerk Grafenrheinfeld in Bayern ein Riss nahe des Druckbehälters festgestellt. Hennenhöfer bestand trotz der drohenden Gefahr auf den Weiterbetrieb. Dieter Majer, Technikexperte und Unterabteilungsleiter, protestierte heftig, da der Weiterbetrieb unverantwortbar sei. Hennenhöfer vertraute aber lieber auf externe Berater, die ihm zum Weiterbetrieb rieten. [4]

2010: Rolle im Geheimdeal zur Laufzeitverlängerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Umweltministerium bestätigte nun auch, dass Hennenhöfer am Geheimdeal mit den großen Energiekonzernen zu Laufzeitverlängerung und Gewinnbesteuerung beteiligt war. Davon erfuhr sein Chef, Bundesumweltminister Norbert Röttgem wohl erst später, da er stets darauf bestand, dass das BMU nicht an Gesprächen des Finanzministeriums und der Industrie beteilgt war. Laut einem Bericht der Frankurter Rundschau wurde Hennenhöfer "zur Fachfrage zu erwartender Nachrüstungen in den deutschen Kernkraftwerken" konsultiert. Zusätzlich nahm er an Vorgesprächen von Finanz- und Umweltressort teil. [5]

2009: Rückkehr des 360-Grad Wechsler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2009 kehrte Hennenhöfer dann zurück auf den Posten als oberster Atomaufseher im Bundesamt für Strahlenschutz.

Dieser Drehtürmechanismus sorgte für erhebliche Empörung bei Opposition und Umweltbewegung. Die Anti-Atomkraft-Intitiative .ausgestrahlt organisierte eine Unterschriften Kampagne, in der Norbert Röttgen dazu aufgefordert wurde die Personalentscheidung zu revidieren.[6] Erhebliche Bedenken gegen Hennenhöfer wurden unter anderem von der Süddeutschen Zeitung[7], der Frankfurter Rundschau[8], der Tagesschau[9] und der taz[10] dokumentiert.

2008: Atomlager Asse II[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2004 bis 2009 war er bei der Anwaltskanzlei Redecker tätig. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau zählte dort u.a. das Helmholtz-Zentrum München zu seinen Mandanten, das bis 2008 das Skandal-Atomlager Asse II betrieb. Hennenhöfer soll dem Asse-Betreiber zu einer zurückhaltenden Informationsstrategie gegenüber der Öffentlichkeit geraten haben, als dieser wegen Wassereinbrüchen in das Atomlager in die Kritik geriet. Die Frankfurter Rundschau zitierte einen Vermerk aus Hennenhöfers Feder: „Es ist überhaupt nichts davon zu halten, die ,Asse-Begleitgruppe fortlaufend zu unterrichten.“ Die FR schrieb weiter: „Die Gruppe war in der Asse-Region eingerichtet worden, um die Bürger besser über die Gefahren und Pläne zur Asse-Sanierung in Kenntnis zu setzen. Helmholtz hatte sich diverse Pannen geleistet und mangelhaft informiert.“[11]

1998: Atomkonsens - Verhandlungen für E.ON[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Regierungswechsel 1998 musste Hennenhöfer seinen Ministeriumsschreibtisch räumen und wechselte zu einem Konzern, den er zuvor beaufsichtigt hatte: dem Energieriesen Viag (heute E.ON). Dort wurde er Generalbevollmächtigter für Wirtschaftspolitik. Er verhandelte und unterzeichnete für den Konzern den so genannten Atomkonsens mit der rot-grünen Regierung, der begrenzte Restlaufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke festlegte.

1990er Jahre: Atommüll, Biblis, Castor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Grünen Abgeordneten Sylvia Kotting-Uhl wurden im September 2012 bisher unveröffentlichte Akten vorgelegt, die belegen, dass Hennenhöfer bereits 1996 persönlich vom Bundesamt für Strahlenschutz wegen des ostdeutschen Endlagers Morsleben gewarnt wurde. Das Ex-Bergwerk brauche wegen Tropfstellen und "fortschreitender Auflockerung der Salzbarriere umgehend Stabilisierungsmaßnahmen" und müsse "gegen Erdbeben ausgelegt werden". Er wies die Landesregierung Sachsen-Anhalt gegen Widerstand an, dort weiterhin Atommüll einzulagern und sorgte für eine Verlängerung der zunächst bis 2000 befristeten Einlagerung. Morsleben muss heute für 2,2 Milliarden Euro saniert werden. [5]


Die BI Lüchow-Danneberg schrieb über Hennenhöfers Wirken in den 1990er Jahren: „Als Chef der Atomaufsicht ließ er in den 90er Jahren trotz Einsturzgefahr zigtausend Tonnen West-Strahlenmüll in die vormalige DDR-Atommüllkippe Morsleben schaffen. Er verhinderte die von der hessischen Landesregierung bereits beschlossene Stilllegung des Pannen-AKW Biblis per bundesaufsichtlicher Weisung. Informationen über verstrahlte Castor-Behälter ignorierte er und ließ sie weiter rollen.“[12]

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg kommentierte die erneute Berufung Hennenhöfers zum Atomaufseher 2009 mit folgenden Worten: „Einen Atom-Lobbyisten, der skrupellos und bewusst alle Risiken ausblendet, an die Spitze der Atomaufsicht zu setzen, ist eine Unverschämtheit. (...) Es darf nicht sein, dass sich die Atomindustrie quasi selbst kontrolliert.“[13]


„Die Atomkraftbefürworter beherrschen das gesamte institutionelle Szenarium. Das reicht [...] bis zum Abteilungsleiter für Reaktorsicherheit im Bundesumweltministerium. Gerald Hennenhöfer ist ein Spitzenfunktionär der Atomindustrie. Umweltminister Norbert Röttgen hat ihn nach der Bundestagswahl wieder in sein Ministerium geholt. Ein Skandal, den man nicht einmal für einen fiktionalen Politik-Thriller erfinden könnte.“ Der Journalist und Lobbyismus-Experte Thomas Leif in einem Interview mit dem Vorwärts.[14]

Weiterführende Informationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Organigramm der Abteilung RS - Sicherheit kerntechnischer Einrichtungen, Strahlenschutz,

nukleare Ver- und Entsorgung im Bundesumweltministerium.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Altmaiers "Ohrfeige" für Asse-Gegner, ndr.de vom 02.11.2012, abgerufen a 05.12.2012
  2. Den Bock zum Gärtner gemacht, Frankfurter Rundschau vom 01.12.2009, abgerufen am 10.09.2010
  3. Frankfurter Rundschau vom 12.09.2012, abgerufen am 14.09.2012
  4. Frankfurter Rundschau vom 12.09.2012, abgerufen am 14.09.2012
  5. 5,05,1 Merkels Altlast Frankfurter Rundschau vom 12.09.2012, abgerufen am 14.09.2012
  6. Atomlobby raus aus der Atomaufsicht Hintergrundinformation von ausgestrahlt, Dezember 2009, abgerufen an 10.10.2010
  7. Umweltminister Röttgen holt Atomlobbyisten sueddeutsche.de vom 30.11.2009, abgerufen am 26.10.2010
  8. Den Bock zum Gärtner gemacht fr-online vom 01.12.2009, abgerufen am 26.10.2010
  9. Röttgen holt Atomlobbyisten ins Umweltministerium tagesschau.de vom 01.12.2009, abgerufen am 26.10.2010
  10. Röttgen bekennt Farbe taz.de vom 02.12.2009, abgerufen am am 26.10.2010
  11. FR-Online, 1.12.2009, "Den Bock zum Gärtner gemacht"
  12. Atomlobby raus aus der Atomaufsicht! Unterschriftenaktion gegen die Ernennung von Hennenhöfer Presseerklärung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg vom 02.12.2009, abgerufen am 10.09.2010
  13. Atomlobby raus aus der Atomaufsicht! Unterschriftenaktion gegen die Ernennung von Hennenhöfer Presseerklärung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg vom 02.12.2009, abgerufen am 10.09.2010
  14. Die Doppelstrategie der Atomkonzerne Vorwärts vom 12.04.2011, abgerufen am 13.04.2011
'''Gerald Hennenhöfer''' ''(geb. 10. November 1947 in Erfurt)'', Jurist. Verkörpert wie kaum ein anderer in Deutschland das Prinzip Drehtür. Hennenhöfer ist seit Dezember 2009 erneut Leiter der Abteilung Reaktorsicherheit im [[Bundesumweltministerium]] unter [[Peter Altmaier]]. Er wechseltewurde 1998 nach dem rot-grünen Regierungsantritt aus dieser Position entlassen, wechselte zum Atomkonzern [[E.ON]] und wurde Lobbyist, später Berater, bis ihn der damalige Bundesumweltminister [[Norbert Röttgen]] in diesedie Position als Atomaufseher des obersten Atomaufsehers zurück holte.
        

        Am 13. September 2012 wurde Hennenhöfer vor dem Untersuchungsauschuss "Gorleben" als Zeuge verhört.
        

        ==Karriere==
        
        * seit 2009  Leiter der Abteilung RS (Sicherheit kerntechnischer Einrichtungen, Strahlenschutz, nukleare Ver- und Entsorgung) im [[Bundesumweltministerium]], voraussichtlich bis Ende 2014<ref>[http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/hennenhoefer101.html Altmaiers "Ohrfeige" für Asse-Gegner], ndr.de vom 02.11.2012, abgerufen a 05.12.2012</ref>
        
        * 2004–2009 Anwalt bei der Kanzlei [[Redeker]], die u.a. zum Atomlager Asse beriet<ref>[http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2115225_Kritik-am-neuen-Umweltminister-Den-Bock-zum-Gaertner-gemacht.html Den Bock zum Gärtner gemacht], Frankfurter Rundschau vom 01.12.2009, abgerufen am 10.09.2010</ref> 
        
        * 1998–2004 „Generalbevollmächtigter für Wirtschaftspolitik“ beim Atomkonzern [[Viag]], heute: [[E.ON]] 
        
        * 1994-1998 Leiter der Abteilung Reaktorsicherheit im Umweltministerium
        

        == Wirken ==
        
        ===2010: Seine Rolle bei der Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke===
        
        Seine Rolle beim Zustandekommen der umstrittenen Atom-Vereinbarung zwischen der Regierung Merkel/Westerwelle und dem Energie-Oligopol aus [[RWE]], [[E.ON]], [[EnBW]] und [[Vattenfall]] im September 2010 war unbekannt. Im September 2012 wurde nun bestätigt, dass Hennenhöfer ohne das Wissen vom damaligen Bundesumweltminister [[Norbert Röttgen]] an Verhandlungen teilnahm. <ref>[http://www.fr-online.de/politik/atompolitik-gorleben-merkels-altlast,1472596,17227924.html/ Frankfurter Rundschau vom 12.09.2012], abgerufen am 14.09.2012 </ref>
        

        ===2010: Verhalten bei Panne im AKW Grafenrheinfeld===
        
        Im September 2012 bestätigte das Umweltministerium eine weitere sehr fragwürdige Entscheidung Hennehöfers: 2010 wurde im Atomkraftwerk Grafenrheinfeld in Bayern ein Riss nahe des Druckbehälters festgestellt. Hennenhöfer bestand trotz der drohenden Gefahr auf den Weiterbetrieb. Dieter Majer, Technikexperte und Unterabteilungsleiter, protestierte heftig, da der Weiterbetrieb unverantwortbar sei. Hennenhöfer vertraute aber lieber auf externe Berater, die ihm zum Weiterbetrieb rieten. <ref> [http://www.fr-online.de/politik/atompolitik-gorleben-merkels-altlast,1472596,17227924.html/ Frankfurter Rundschau vom 12.09.2012], abgerufen am 14.09.2012 </ref>
        

        ===2010: Rolle im Geheimdeal zur Laufzeitverlängerung===
        
        Das Umweltministerium bestätigte nun auch, dass Hennenhöfer am Geheimdeal mit den großen Energiekonzernen zu Laufzeitverlängerung und Gewinnbesteuerung beteiligt war. Davon erfuhr sein Chef, Bundesumweltminister [[Norbert Röttgem]] wohl erst später, da er stets darauf bestand, dass das BMU nicht an Gesprächen des Finanzministeriums und der Industrie beteilgt war. Laut einem Bericht der Frankurter Rundschau wurde Hennenhöfer "zur Fachfrage zu erwartender Nachrüstungen in den deutschen Kernkraftwerken" konsultiert. Zusätzlich nahm er an Vorgesprächen von Finanz- und Umweltressort teil. <ref name="fr1" />
        

        ===2009: Rückkehr des 360-Grad Wechsler===
        
        Im Dezember 2009 kehrte Hennenhöfer dann zurück auf den Posten als oberster Atomaufseher im Bundesamt für Strahlenschutz. 
        

        Dieser Drehtürmechanismus sorgte für erhebliche Empörung bei Opposition und Umweltbewegung. Die Anti-Atomkraft-Intitiative ''.ausgestrahlt'' organisierte eine Unterschriften Kampagne, in der [[Norbert Röttgen]] dazu aufgefordert wurde die Personalentscheidung zu revidieren.<ref>[http://www.ausgestrahlt.de/aktionen/atomaufsicht/hintergrund-info.html Atomlobby raus aus der Atomaufsicht] Hintergrundinformation von ausgestrahlt, Dezember 2009, abgerufen an 10.10.2010</ref> Erhebliche Bedenken gegen Hennenhöfer wurden unter anderem von der Süddeutschen Zeitung<ref>[http://www.sueddeutsche.de/politik/799/496118/text/ Umweltminister Röttgen holt Atomlobbyisten] sueddeutsche.de vom 30.11.2009, abgerufen am 26.10.2010</ref>, der Frankfurter Rundschau<ref>[http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2115225_Kritik-am-neuen-Umweltminister-Den-Bock-zum-Gaertner-gemacht.html Den Bock zum Gärtner gemacht] fr-online vom 01.12.2009, abgerufen am 26.10.2010</ref>, der Tagesschau<ref>[http://www.tagesschau.de/inland/atomausstieg114.html Röttgen holt Atomlobbyisten ins Umweltministerium] tagesschau.de vom 01.12.2009, abgerufen am 26.10.2010</ref> und der taz<ref>[http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/roettgen-bekennt-farbe/ Röttgen bekennt Farbe] taz.de vom 02.12.2009, abgerufen am am 26.10.2010</ref> dokumentiert.
        

        ===2008: Atomlager Asse II===
        
        Von 2004 bis 2009 war er bei der Anwaltskanzlei [[Redecker]] tätig. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau zählte dort u.a. das [[Helmholtz-Zentrum München]] zu seinen Mandanten, das bis 2008 das Skandal-[[Atomlager Asse II]] betrieb. Hennenhöfer soll dem Asse-Betreiber zu einer zurückhaltenden Informationsstrategie gegenüber der Öffentlichkeit geraten haben, als dieser wegen Wassereinbrüchen in das Atomlager in die Kritik geriet. Die Frankfurter Rundschau zitierte einen Vermerk aus Hennenhöfers Feder:  ''„Es ist überhaupt nichts davon zu halten, die ,Asse-Begleitgruppe fortlaufend zu unterrichten.“'' Die FR schrieb weiter: ''„Die Gruppe war in der Asse-Region eingerichtet worden, um die Bürger besser über die Gefahren und Pläne zur Asse-Sanierung in Kenntnis zu setzen. Helmholtz hatte sich diverse Pannen geleistet und mangelhaft informiert.“''<ref>[http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2115225_Kritik-am-neuen-Umweltminister-Den-Bock-zum-Gaertner-gemacht.html FR-Online, 1.12.2009, "Den Bock zum Gärtner gemacht"]</ref>
        

        ===1998: Atomkonsens - Verhandlungen für E.ON ===
        
        Nach dem Regierungswechsel 1998 musste Hennenhöfer seinen Ministeriumsschreibtisch räumen und wechselte zu einem Konzern, den er zuvor beaufsichtigt hatte: dem Energieriesen [[Viag]] (heute [[E.ON]]). Dort wurde er Generalbevollmächtigter für Wirtschaftspolitik. Er verhandelte und unterzeichnete für den Konzern den so genannten [[Atomkonsens]] mit der rot-grünen Regierung, der begrenzte Restlaufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke festlegte.
        

        ===1990er Jahre: Atommüll, Biblis, Castor===
        
        Der Grünen Abgeordneten Sylvia Kotting-Uhl wurden im September 2012 bisher unveröffentlichte Akten vorgelegt, die belegen, dass Hennenhöfer bereits 1996 persönlich vom Bundesamt für Strahlenschutz wegen des ostdeutschen Endlagers Morsleben gewarnt wurde. Das Ex-Bergwerk brauche wegen Tropfstellen und "fortschreitender Auflockerung der Salzbarriere umgehend Stabilisierungsmaßnahmen" und müsse "gegen Erdbeben ausgelegt werden". Er wies die Landesregierung Sachsen-Anhalt gegen Widerstand an, dort weiterhin Atommüll einzulagern und sorgte für eine Verlängerung der zunächst bis 2000 befristeten Einlagerung. Morsleben muss heute für 2,2 Milliarden Euro saniert werden. <ref name="fr1"> [http://www.fr-online.de/energie/atompolitik-gorleben-merkels-altlast,1473634,17227924.html Merkels Altlast] Frankfurter Rundschau vom 12.09.2012, abgerufen am 14.09.2012 </ref>
        

        Die ''BI Lüchow-Danneberg'' schrieb über Hennenhöfers Wirken in den 1990er Jahren: ''„Als Chef der Atomaufsicht ließ er in den 90er Jahren trotz Einsturzgefahr zigtausend Tonnen West-Strahlenmüll in die vormalige DDR-Atommüllkippe Morsleben schaffen. Er verhinderte die von der hessischen Landesregierung bereits beschlossene Stilllegung des Pannen-AKW Biblis per bundesaufsichtlicher Weisung. Informationen über verstrahlte Castor-Behälter ignorierte er und ließ sie weiter rollen.“''<ref>[http://www.bi-luechow-dannenberg.de/chronologisch/demonstration-berlin/atomlobby-raus-aus-der-atomaufsicht-unterschriftenaktion-gegen-die-ernennung-von-hennenhofer Atomlobby raus aus der Atomaufsicht! Unterschriftenaktion gegen die Ernennung von Hennenhöfer] Presseerklärung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg vom 02.12.2009, abgerufen am 10.09.2010</ref>
        

        == Zitate ==
        
        Die ''Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg'' kommentierte die erneute Berufung Hennenhöfers zum Atomaufseher 2009 mit folgenden Worten: ''„Einen Atom-Lobbyisten, der skrupellos und bewusst alle Risiken ausblendet, an die Spitze der Atomaufsicht zu setzen, ist eine Unverschämtheit. (...) Es darf nicht sein, dass sich die Atomindustrie quasi selbst kontrolliert.“''<ref>[http://www.bi-luechow-dannenberg.de/chronologisch/demonstration-berlin/atomlobby-raus-aus-der-atomaufsicht-unterschriftenaktion-gegen-die-ernennung-von-hennenhofer Atomlobby raus aus der Atomaufsicht! Unterschriftenaktion gegen die Ernennung von Hennenhöfer] Presseerklärung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg vom 02.12.2009, abgerufen am 10.09.2010</ref>
        
<blockquote>„Die Atomkraftbefürworter beherrschen das gesamte institutionelle Szenarium. Das reicht [...] bis zum Abteilungsleiter für Reaktorsicherheit im Bundesumweltministerium. Gerald Hennenhöfer ist ein Spitzenfunktionär der Atomindustrie. Umweltminister Norbert Röttgen hat ihn nach der Bundestagswahl wieder in sein Ministerium geholt. Ein Skandal, den man nicht einmal für einen fiktionalen Politik-Thriller erfinden könnte.“ Der Journalist und Lobbyismus-Experte Thomas Leif in einem Interview mit dem Vorwärts.<ref>[http://www.vorwaerts.de/artikel/die-doppelstrategie-der-atomkonzerne Die Doppelstrategie der Atomkonzerne] Vorwärts vom 12.04.2011, abgerufen am 13.04.2011</ref></blockquote>
        

        == Weiterführende Informationen ==
        
        * [http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/abteilung_rs.pdf Organigramm] der Abteilung RS - Sicherheit kerntechnischer Einrichtungen, Strahlenschutz,
        
        nukleare Ver- und Entsorgung im [[Bundesumweltministerium]].
        

        == Einzelnachweise ==
        <references />
        

        [[Kategorie: Seitenwechsel]]
        
        [[Kategorie:Energie]]
        
        [[Kategorie:Atom]]
        
        [[Kategorie:Person]]
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'''Gerald Hennenhöfer''' ''(geb. 10. November 1947 in Erfurt)'', Jurist. Verkörpert wie kaum ein anderer in Deutschland das Prinzip Drehtür. Hennenhöfer ist seit Dezember 2009 erneut Leiter der Abteilung Reaktorsicherheit im [[Bundesumweltministerium]] unter [[Peter Altmaier]]. Er wechselte 1998 nach dem rot-grünen Regierungsantritt aus dieser Position zum Atomkonzern [[E.ON]] und wurde Lobbyist, später Berater, bis ihn der damalige Bundesumweltminister [[Norbert Röttgen]] in diese Position als Atomaufseher zurück holte.
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'''Gerald Hennenhöfer''' ''(geb. 10. November 1947 in Erfurt)'', Jurist. Verkörpert wie kaum ein anderer in Deutschland das Prinzip Drehtür. Hennenhöfer ist seit Dezember 2009 erneut Leiter der Abteilung Reaktorsicherheit im [[Bundesumweltministerium]] unter [[Peter Altmaier]]. Er wurde 1998 nach dem rot-grünen Regierungsantritt aus dieser Position entlassen, wechselte zum Atomkonzern [[E.ON]] und wurde Lobbyist, später Berater, bis ihn der damalige Bundesumweltminister [[Norbert Röttgen]] in die Position des obersten Atomaufsehers zurück holte.
   
   

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