Anmelden Anmelden

Alfred Tacke

Aus Lobbypedia

Wechseln zu: Navigation, Suche

Alfred Tacke (*13.07.1951 in Celle), SPD, gilt als Gefolgsmann und enger Vertrauter von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder. Tacke geriet 2004 in den Vorwurf der Lobby-Tätigkeit, nachdem er 2002 als Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium gemeinsam mit Werner Müller die umstrittene Ministererlaubnis zugunsten von E.ON erteilt hatte und danach an die Konzernspitze des Stromerzeugers STEAG wechselte, an der E.ON beteiligt war.

Karriere

  • 03/2009–01/2011 Mitglied im Lenkungsrat Unternehmensfinanzierung, der die Bundesregierung bei der Vergabe von Großbürgschaften und Krediten aus dem Wirtschaftsfonds Deutschland beraten hat[1]
  • 05/2005–12/2008 Vorstandsvorsitzender der STEAG (ab 2007: STEAG Evonik Industries)
  • 1998–04/2004 Beamteter Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, zuständig für Energie- und Industriepolitik, ab 07/2003 zuständig für die Außenwirtschafts- und Europapolitik
  • 2000 Beauftragter für die Vorbereitung des G8-Weltwirtschaftsgipfels
  • 1991–1998 Beamteter Staatssekretär im Wirtschaftsministerium in Niedersachsen
  • 1990–1991 Referatsleiter für Wirtschafts- und Strukturpolitik in der Staatskanzlei in Niedersachsen
  • 1982 Promotion zum Dr. rer. pol.
  • 1971–1975 Studium der Wirtschaftswissenschaften[2]

Verbindungen / Netzwerke

Tacke und Schröder

Alfred Tacke begann seine Laufbahn beim DGB Landesbund in Hannover, wo er als Referent für die Bereiche Wirtschafts- und Umweltpolitik zuständig war. 1990 holte der neu gewählte niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder (SPD) den Gewerkschaftsfunktionär als Referatsleiter in die Staatskanzlei und ein Jahr später kam Alfred Tacke als beamteter Staatssekretär in das Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Verkehr. Nach der Wahl Schröders 1998 zum Bundeskanzler wurde Tacke als beamteter Staatssekretär ins Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie berufen. Auch für Schröders zweiter Amtszeit, nach dem knappen Sieg der rot-grünen Koalition bei der Bundestagswahl vom 22. September 2002, blieb Alfred Tacke im Amt. Seit Juli 2003 war er zudem für die Außenwirtschafts- und Europapolitik zuständig.[3]

Tacke und die Deutsche Bahn

Tacke galt im April 2009 zwischenzeitlich als möglicher Nachfolger von Hartmut Mehdorn an der Spitze der Deutschen Bahn. Den Posten erhielt aber der Daimler-Vorstand Rüdiger Grube.[4]

Wirken

Fall: Ministererlaubnis zur Übernahme von Ruhrgas durch E.ON

Der Energiekonzern E.ON beabsichtigte im Frühjar 2002 den Gasversorger Ruhrgas vollständig zu übernehmen. Das Bundeskartellamt und die Monopolkommission verboten die Fusionspläne, weil sie Gefahren für den freien Wettbewerb befürchteten. Ein Bundeswirtschaftsminister kann durch eine sogenannte Ministererlaubnis dieses Votum außer Kraft setzen und die Fusion dennoch erlauben. Dies beabsichtigte Wirtschaftsminister Werner Müller. Allerdings übertrug Müller die Entscheidung über E.ON/Ruhrgas an seinen weisungsgebundenen Staatssekretär Alfred Tacke, denn Müller war früher beim E.ON-Vorläufer Veba beschäftigt. Tacke erteilte nun, in Vertretung, die Ministererlaubnis.[5] Tacke beendete auf eigenen Wunsch 2004 seine Karriere als Staatssekretär und somit sein Beamtenverhältnis und wurde im folgenden Jahr Vorstandsvorsitzender der STEAG – damals eine Tochtergesellschaft der RAG.[6] Er folgte damit Werner Müller, der bereits 2003 aus der Politik in den Vorstandsvorsitz des STEAG-Mutterkonzerns gewechselt war.[7]

Weiterführende Informationen

Aktuelle Informationen aus der Welt des Lobbyismus

https://twitter.com/lobbycontrolhttps://www.facebook.com/lobbycontrolhttps://www.lobbycontrol.dehttps://www.lobbycontrol.de/unterstutzen/newsletter/Vernetzen

Einzelnachweise

  1. Brüderle verabschiedet den "Lenkungsrat Unternehmensfinanzierung" Bundesministerium der Finanzen, abgerufen am 18.09.2015
  2. Köpfe der Wirtschaft: Alfred Tacke Wirtschaftswoche, abgerufen am 18.09.2015
  3. Biographie Tacke Ernst Reuter Initative, abgerufen am 18.09.2015
  4. Daimler-Vorstand Grube soll neuer Bahnchef werden focus-online vom 01.04.2009, abgerufen am 18.09.2015
  5. Herbe Kritik an der Ministererlaubnis Spiegel-Online vom 04.07.2002, abgerufen am 18.09.2015
  6. Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage Deutscher Bundestag vom 28.09.2004, abgerufen am 18.09.2015
  7. Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage Deutscher Bundestag vom 24.06.2003, abgerufen am 18.09.2015