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Bank of America

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Bank of America Corp.
Branche Finanzindustrie
Hauptsitz Bank of America Corporate Center, 100 North Tryon Street, Charlotte, North Carolina 28255, USA
Lobbybüro Deutschland ??
Lobbybüro EU Bank of America Merrill Lynch Financial Centre, 2 King Edward Street, London,United Kingdom
Webadresse bankofamerica.com

Bank of America führte im Jahr 2010 die Liste der weltgrößten Banken an.[1] Im Juni 2010 wurde ihr Anlagevermögen (assets) mit $2.37 Billionen (Engl: trillion) notiert.[2] Die Bank verfügt über das am weitesten verzweigte Netzwerk in den USA und ist in 30 Bundesstaaten vertreten. Die Bank ist der größte Geldverleiher der USA. Durch die Übernahme von Merrill Lynch im Jahr 2009 wurde die Bank of America zudem zum weltgrößten Broker (Vermittlung von Immobilen- und Finanzgeschäften)[3]

Im Frühjahr 2011 wurde bekannt, dass die Bank of America sich vor Veröffentlichungen von internen Papieren durch die Internet-Plattform Wikileaks zu wappnen versuchte, indem sie einen Krisenstab einrichtete, der Lecks sowie mögliche Skandale in den Geschäften der Bank lokalisieren sollte.[4]

Mit Andreas Dombret gelangte im Jahr 2009 ein ehemaliger Top-Manager der Bank of America in den Vorstand der Deutschen Bundesbank.[5]


Unternehmensgeschichte: Pleiten, Fusionen, Aufkäufe

Wenn das One World Trade Center fertig gestellt ist, wird der Bank of America Tower nach dem Empire State Building der drittgrößte Turm in New York sein
Die Bank of America hat einst als kleine Regionalbank im Süden der USA begonnen. Durch aggressive Zukäufe im ganzen Land stieg sie innerhalb von zwei Jahrzehnten zu einem der größten Geldinstitute der USA auf. Sie wurde 1998 als BankAmerica von ihrem Konkurrenten NationsBank aufgekauft, die dem neu entstandenen Konzern den heutigen Namen Bank of America gab. In der Vita der Bank of America und der NationsBank spiegelt sich mit über 3.000 Übernahmen und Aufkäufen die Geschichte von Pleiten, Fusionen und Konzentrationsprozessen der US-Finanzindustrie. [6]
  • September 2008 - Durch die 50 Mrd-Dollar-Übernahme des Pleitekandidaten Merrill Lynch steigt die Bank of America zu einer bedeutenden Größe im Investmentgeschäft auf. Mit der Übernahme geriet die Bank of America selbst in Schieflage und erhielt umfangreiche staatliche Hilfen (siehe unten).
  • Juli 2008 - Übernahme der bis dahin größten Immobilien- und Hypothenkenbank der USA, Countrywide Financial, für 4 Mrd. US-Doller. Countrywide soll angeblich vor der Pleite gestanden haben, ferner ermittelte das FBI wegen des Verdachts auf betrügerische Immobiliengeschäfte ermittelte gegen das Institut.[7]
  • 2007 Nach den Übernahmen der Regionalbank Fleetboston und des Kreditkartenherausgebers MBNA, erwirtschaftete die Bank Bank of America über 20 Mrd. Dollar Nettogewinn, der Börsenwert überstieg zum ersten Mal den des größten Konkurrenten Citigroup.[8]
  • 1998 Die BankAmerica wird von der NationsBank aufgekauft. Die bis dahin größte Übernahme im US-Finanzsektor.
  • 1983 Die BankAmerica verlässt erstmals den angestammten Markt im US-Bundesstaat Kalifornien und expandiert durch den Aufkauf der Seafirst Corporation nach Seattle/Washington.
  • 1904 Ein erster Vorläufer der BankAmerica wird von einem italienischen Einwanderer in San Francisco als "Bank of Italy" gegründet.
  • 1874 Die Commercial National Bank, der erste Vorläufer der NationsBank wird in Charlotte/North Carolina gegründet.

Struktur, Geschäftsfelder und Finanzen

Brisante Geschäfte vor und in der Krise

Unterstützung durch staatliche Rettungspakete

Mit der Übernahme von Merill Lynch geriet die Bank of America Ende 2008 selbst in Schieflage und erhielt zwischen Oktober 2008 und Januar 2009 45 Mrd. US$ aus dem US-Rettungspaket. Die US-Regierung sagte zudem Garantien von 118 Mrd. US$ zu. Die Bank zahlte die Regierungsgelder Ende 2009 vollständig zurück, plus ca. 4,5 Mrd. US$ Gebühren. Die Garantien nahm die Bank letztlich nicht in Anspruch.[9]

Die Bank of America profitierte zudem von dem Rettungspaket für den Versicherungskonzern AIG.

In den USA gab es eine kritische Diskussion darüber, dass die Bank of America nach Erhalt staatlicher Rettungsgelder weiter Millionen Dollar für ihre Lobbyarbeit ausgab, u.a. um Einschränkungen bei der Managerbezahlung, Hypothekenkrediten oder Kreditkartengebühren zu verhindern und Widerstand gegen die neue Verbraucherschutzorganisation und wichtige Arbeitnehmer-Gesetze zu leisten (siehe Sourcewatch-Artikel mit Quellen).

Lobbyarbeit: Struktur und Strategien

Mitgliedschaften


Personen und Netzwerke

  • Mit Andreas Dombret gelangte im Jahr 2010 ein Top-Manager der Bank of America als Vorstandsmitglied in die Deutsche Bundesbank, also in eine der wichtigsten Regulierungsbehörden der europäischen Finanzbranche. Dombret hatte zuvor federführend die Übernahme der konkursbedrohten Investmentbank Merrill Lynch durch die Bank of America geleitet.
  • Mit William Fox wechselte im Jahr 2006 ein profilierter Experte für Geldwäsche und illegale Fiananzgeschäfte in den Posten des "Senior compliance executive for financial crimes" der Bank of America. Er ist somit federführend für interne Verhaltensregeln und die Bekämpfung von kriminellen Finanzgeschäften durch Mitarbeiter der Bank of America zuständig. William Fox arbeitete zuvor als Chef des "Financial Crimes Enforcement Network" (Netzwerk zur Bekämpfung von Finanzkriminalität) des US-Finanzministeriums, das sich mit Geldwäsche und der Finanzierung von Terrornetzwerken befasst. Fox ist ein ehemaliger Mitarbeiter (Special Assistant) des hohen US-Finanzbeamten (Teasury General Counsel) David Aufhauser.[11]
  • Hans-Olaf Henkel: 2006 gewann die Bank of America den ehemaligen Präsidenten des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Hans-Olaf Henkel, als Senior Advisor.[12] Als Vertreter der Bank of America wird Henkel u.a. auch im Kuratorium der Gesellschaft zur Förderung der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung (Freunde des ifo Instituts) geführt.[13]

Lobbyarbeit in der EU

Laut dem EU-Transparenzregister gab die Bank of America Merrill Lynch im Jahr 2016 zwischen 1,250,000 € und 1,499,999 € für ihre Lobbyarbeit auf europäischer Ebene aus.[14]

Fallbeispiele und Kritik

Bank of America und Wikileaks

Nachdem Wikileaks-Mitbegründer Julian Assange Ende 2010 eine Veröffentlichungsoffensive interner Dokumente gegen eine große US-Bank ankündigte und die Aufdeckung eines "Ökosystems der Korruption" in Aussicht stellte, brachen bei der Bank of America offenbar fieberhafte Aktivitäten aus. Die Zeit schrieb damals[15]:
"Im Hauptquartier der Bank, in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina, wurde eilig ein Team mit etwa 15 Mitgliedern um den Risiko-Manager Bruce Thompson zusammengestellt, um nach möglichen Maulwürfen im Unternehmen zu suchen. Jeder verloren gegangene Computer wurde zurückverfolgt, Tausende Dokumente gesichtet. Eine externe Beratungsfirma sowie die Top-Anwaltskanzleien des Landes sollten mögliche rechtliche Folgen einer Enthüllung ausloten. Denn noch einen Skandal kann die Bank nicht gebrauchen."


Weiterführende Informationen


Aktuelle Informationen aus der Welt des Lobbyismus

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Einzelnachweise

  1. “The Banker top 1000,” The Financial Times, June 30, 2010
  2. “To 50 Bank Holding Companies,” Federal Reserve, June 6, 2010.
  3. “Merrill, UBS Sued by Schwab Over Mortgage-Backed Securities,” Bloomberg News Service, July 14, 2010.
  4. Bank of America Gier, Macht und Größenwahn, zeit-online vom 13. Januar 2011, abgerufen am 17. Januar 2011
  5. Investmentbanker vom Fach financial times deutschland, 11. März 2010, abgerufen am 2. Juli 2010.
  6. Bank of America Gier, Macht und Größenwahn, zeit-online vom 13. Januar 2011, abgerufen am 17. Januar 2011
  7. Countrywide FBI Investigation, CNNMoney.com vom 10. März 2008, abgerufen am 17. Januar 2011
  8. Bank of America Gier, Macht und Größenwahn, zeit-online vom 13. Januar 2011, abgerufen am 17. Januar 2011
  9. Eine detaillierte Auflistung der Rettungsgelder für die Bank of America findet sich auf der Webseite der US-Journalistenorganisation Pro Publica. Siehe zu den Rettungsmaßnahmen auch Bank of America braucht 20 Milliarden Dollar, Wirtschaftswoche Online vom 16.1.2009, abgerufen am 20.1.2011
  10. Kuratorium, Webseite des Konvents für Deutschland, abgerufen am 20.1.2011
  11. FinCEN, "Director William J. Fox Departing the Financial Crimes Enforcement Network," Press Release 30 January 2006, accessed 12 April 2010.
  12. Hans-Olaf Henkel wird Berater, Manager Magazin vom 22.2.2006, abgerufen am 20.1.2011
  13. Mitglieder des Vorstands und des Kuratoriums der Gesellschaft zur Förderung der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung (Freunde des ifo Instituts) e.V., Webseite des ifo-Instituts, abgerufen am 20.1.2011
  14. Eintrag im EU-Transparenzregister, abgerufen am 7.6.2017
  15. Bank of America Gier, Macht und Größenwahn, zeit-online vom 13. Januar 2011, abgerufen am 17. Januar 2011