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Caio Koch-Weser

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Caio Koch-Weser (* 25. Juli 1944 in Rolândia, Brasilien) ist seit Januar 2006 Berater im erweiterten Vorstand der Deutschen Bank[1]. Ehemals hochrangiger deutscher Finanzbeamter. Top-Lobbyist der Finanzbranche mit besten Verbindungen zu Politik, Medien und Wirtschaft, nicht zuletzt durch seine Mitgliedschaft in hochrangigen Denkfabriken.

Caio Koch-Weser stand wegen seines im Jahr 2006 erfolgten Seitenwechsels stark in der Kritik.

Karriere

  • seit 2006 Vice Chairman der Deutschen Bank
  • 2003–2005 Chairman of the EU's Economic and Financial Committee, a committee of treasury directors and deputy central bankers that prepares EU ministerial meetings
  • Vorsitzender des Verwaltungsrates der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
  • 1999–11/2005 Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen
  • 1996–99 Managing Director Operations and Member of the Executive Committee
  • 1991–95 Regional Vice President for Middle East and North Africa
  • 1990–91 Deputy Treasurer and Director Treasury Operations
  • 1973–1999 Tätigkeit in der Weltbank seit 1991 als Vizepräsident und seit 1996 als geschäftsführender Direktor

Quelle: [2]


Verbindungen

Kritik

Als Staatssekretär und Vorsitzender des Verwaltungsrates der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) war Koch-Weser direkt mit Entscheidungen befasst, die seinen späteren Arbeitgeber, die Deutsche Bank, betrafen. So hat die Deutsche Bank in seiner Amtszeit öffentliche Aufträge und Bürgschaften erhalten. Unter anderem unterzeichnete er kurz vor seinem Seitenwechsel eine Absicherung des Bundes für einen Milliardenkredit der Deutschen Bank an Gasprom.[5] Heute ist er Topmanager der Deutschen Bank ohne eigenen operativen Bereich aber trotzdem mit Millionengehalt.

Anmerkung: Die Deutsche Bank wirbt regelmäßig Mitglieder nationaler und internationaler Bankenaufsichtsbehörden an, um deren Insiderwissen und Netzwerke im Konzern zu nutzen. Jüngste Beispiele sind Helmut Bauer (kam im Februar 2008 von der BaFin) und Malcolm Knight (kam im Oktober 2008 von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich).[6]

Ermittlungen wegen Ostsee-Pipeline

Die Berliner Staatsanwaltschaft leitete im März 2008 ein Ermittlungsverfahren gegen den Bankchef Josef Ackermann im Fall um die staatliche Bürgschaft der Deutschen Bank für die Ostsee-Erdgas-Pipeline ein. Dabei geht es angeblich um den Vorwurf der strafbaren Vorteilsgewährung an den ebenfalls beschuldigten Caio Koch-Weser. Der Spiegel schreibt: "Die damalige Bundesregierung hatte die Bürgschaft Ende 2005 gewährt und damit kurz vor Koch-Wesers Wechsel von der Politik zu Deutschlands größtem Finanzinstitut."[7] Nach seiner Abwahl nahm der für die Bürgschaft verantwortliche Bundeskanzler Gerhard Schröder im Dezember 2005 einen Posten bei der Nord Stream AG, einem Tochterunternehmen des vom russischen Staat kontrollierten Energiekonzerns Gazprom, an.[8]


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Einzelnachweise

  1. Pressemitteilung der Deutschen Bank, 23.01.2006
  2. Webseite der kfw-Entwicklungsbank abgerufen am 10.6.2011
  3. Business and Economics Advisory Group des Atlantic Council, Webseite abgerufen am 19. 9. 2014
  4. Thielen an der Spitze der Bertelsmann Stiftung abgerufen am 12.08.2011
  5. Neue Ermittlungen gegen Koch-Weser Spiegel-Online vom 17.07.2006, abgerufen am 10.6.2011
  6. Ackermann kauft sie alle Nachdenkseiten.de, 02.07.2008
  7. Kirch setzt Ermittlungen gegen Ackermann durch Spiegel Online vom 7. März 2008
  8. Schröder verrubelt seinen Ruf Spiegel-Online vom 12.12.2005