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David H. Koch

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David H. Koch (3. Mai 1940 in Wichita, Kansas) ist Vizepräsident ("Executive Vice President") und Mitglied des Verwaltungsrats des Mischkonzerns Koch Industries, dessen weltweiter Umsatz im Jahr 2014 bei 115 Mrd. Dollar lag.[1] Sein Bruder Charles G. Koch ist Verwaltungsratsvorsitzender und CEO. David H. Koch ist darüber hinaus Vorsitzender und CEO der Koch Chemical Technology Group, einer Tochtergesellschaft von Koch Industries.

David H. Koch und sein Bruder Charles gründen und fördern seit 50 Jahren libertär-konservative Denkfabriken, die nach marktorientierten Problemlösungen suchen.[2] Nach Auffassung von Charles G. Koch sollten staatliche Aktivitäten klein gehalten werden und sich darauf beschränken, zum sozialen Wohlbefinden beizutragen.[3] Laut Heike Buchler von der ZEIT sind die Koch-Brüder zum Synonym für politische Einflussnahme durch Konzerne und Milliardäre geworden.[4] Ihre politischen Ziele seien ein radikal libertäres Amerika, weitgehend frei von staatlichem Einfluss und Regulierung. Das Netzwerk der Koch-Brüder wird als "Kochtopus" bezeichnet.

Im Juni 2018 wurde bekannt, dass sich David H. Koch aus gesundheitlichen Gründen aus dem Unternehmen und den politischen Organisationen der Koch-Brüder zurückzieht.[5]


Politische Einflussnahme über Stiftungen, Denkfabriken und Universitäten

Koch ist Gründer der David H. Koch Charitable Foundation and Personal Philantropy, die nicht nur gemeinnützige Zwecke verfolgt, sondern - wie die Stiftungen seines Bruders - Organisationen fördert, die sich für die politischen Ziele der Koch-Familien einsetzen. Die Stiftungen der Koch-Brüder sind in der Koch Family Foundations and Philanthropy zusammengefasst. Die politischen Aktivitäten der David H. Koch Charitable Foundation and Personal Philantropy werden als "Public Policy" bezeichnet.[6] In diesem Zusammenhang hat Koch Forschungs- und Erziehungsprogramme gefördert, die untersuchen, wie die Freiheit Wohlstand und sozialen Fortschritt fördert.

Nach eigenen Angaben ist Koch weiterhin Mitglied des Verwaltungsrats des von Charles G. Koch gegründeten Cato Institute und Mitglied des Kuratoriums der Reason Foundation und der Americans for Prosperity Foundation.[7]:

Aktivitäten

Lobbying

2017 hat Koch Industries in den USA 9,5 Mio. Dollar für Lobbying ausgegeben.[8]

Leugnung des Klimawandels

Nach Angaben von Greenpeace USA haben die Kochs von 1997 - 2011 über 67 Mio. Dollar an Organisationen gespendet, die den Klimawandel leugnen.[9] Zu den Hauptempfängern gehören u.a.

Unterstützung der Tea-Party

Die Kochs haben der Tea Party Hilfe beim Aufbau ihrer Organisation gewährt.[10] Sie sponsorten die Organisationen "Americans for Prosperity" und "Freedom Works", die ihrerseits die Tea-Party logistisch und organisatorisch unterstützen. [11]

Einmischung in den US-amerikanischen Wahlkampf

Die Gebrüder Koch finanzieren die Politikstiftung "Americans for Prosperity", die die Umwelt- und Gesundheitspolitik von Obama bekämpfte und Kandidaten der Republikanischen Partei mit marktradikalen Positionen unterstützt.[12] Die Stiftung spielte eine wichtige Rolle bei der Übernahme des Repräsentantenhauses durch die Republikanische Partei im Jahre 2010.

2018 will das Koch-Netzwerk zwischen 300 und 400 Millionen Dollar für politische Zwecke in den USA ausgeben.[13] Wer in dem Netzwerk namens „Seminar“ dabei sein will muss pro Jahr 100 000 Dollar an Koch-nahe Gruppen spenden.[14]


Deutsche Partner des Netzwerks

Das Atlas Network, das vom Koch-Netzwerk gefördert wird und mit seinen Organisationen vernetzt ist, nennt als Partner die folgenden Organisationen:


Zitate

Weiterführende Informationen

Matea Gold: An amazing map of the Koch brothers massive political network, The Washington Post, 6. Januar 2014


Aktuelle Informationen aus der Welt des Lobbyismus

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Einzelnachweise

  1. Koch Industries on Forbes List, Webseite abgerufen am 22. 11. 2015
  2. Profil Charles G. Koch auf der Webseite von Koch Industries, abgerufen am 22. 11. 2015
  3. What Is Economic Freedom?, Webseite Koch Industries, abgerufen am 22. 11. 2015
  4. Heike Buchler: Die Reue der Koch-Brüder, Zeit online vom 10. November 2015, abgerufen am 23. 11. 2015
  5. David Koch to retire from Koch Industries due to poor health, reuters.com vom 05.06.2018, abgerufen am 07.06.2018
  6. David H. Koch Charitable Foundation and Personal Hilanthropy, Webseite Koch Family & Philantropy, abgerufen am 24. 11. 2015
  7. Profil David H. Koch, Webseite Koch Industries, abgerufen am 22. 11. 2015
  8. Open Secrets, Webseite abgerufen am 07.06.2018
  9. Climate Denial Front Groups, Webseite Greenpeace USA, abgerufen am 22. 11. 2015
  10. Heike Buchler: Die Reue der Koch-Brüder, Zeit online vom 10. November 2015, abgerufen am 23. 11. 2015
  11. Jane Mayer: Covert Operations, The New Yorker, 30. August 2010, Webseite abgerufen am 22. 11. 2015
  12. The Koch Network Spent $100 Million This Election Cycle, 5. November 2014, National Journal, abgerufen am 24. 11. 2015
  13. Network backed by Koch brothers is going „all in“ for 2018 midterms, cbsnews.com vom 27.01.2018, abgerufen am 07.06.2018
  14. Koch Industries Konservativ, reich, mächtig, sueddeutsche.de vom 06.06.2018, abgerufen am 07.06.2016