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Friedrich-Naumann-Stiftung

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Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
Rechtsform Stiftung des privaten Rechts
Tätigkeitsbereich Förderung des Wirtschaftsliberalismus
Gründungsdatum 1958
Hauptsitz Karl-Marx-Straße 2, 14482 Potsdam
Lobbybüro
Lobbybüro EU
Webadresse www.freiheit.org

Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit ist die parteinahe Stiftung der FDP. Über ihren Think-Tank Liberales Institut wirkt sie in einer Vielzahl von neoliberalen Netzwerken und Denkfabriken mit.

Die Friedrich-Naumann organisiert u.a. gemeinsam mit dem Institut für Unternehmerische Freiheit, dem International Policy Network, der Atlas Economic Research Foundation, dem Cato Institute und der Heritage Foundation den jährlichen Kongress European Resource Bank.

Kurzdarstellung und Geschichte

Dem Freiheitsbegriff der Stiftung liegt das Konzept zugrunde, dass die Freiheit der unternehmerischen Betätigung möglichst wenig durch staatliche Maßnahmen zum Schutz von Arbeitnehmern, Konsumenten oder der Umwelt eingeschränkt werden sollte. Sie orientiert sich dabei an den Vorstellungen der Friedrich August von Hayek Stiftung und der Friedrich August von Hayek Gesellschaft. Seit 2011 gibt es einen Hayek-Kreis der Stipendiaten der Stiftung.[1]

Die Stiftung beschäftigt sich mit der Organisation von Seminaren, der Begabtenförderung, der Verwaltung des Archiv des Liberalismus sowie der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die sich "Redaktion der Freiheit" nennt. Über diese werden Veranstaltungen organisiert, Konzepte für die Freiheit entwickelt und Autoren vernetzt und gefördert, die sich mit freiheitlichen Texten öffentlich engagieren. Außerdem wird jährlich ein "Freiheitspreis" verliehen.

In seiner Dankesrede für die Verleihung des Freiheitspreises 2012 definierte der Preisträger Wolfgang Kersting den Markt wie folgt: "Der Markt ist institutionalisierte Menschenliebe"[2]

Organisationsstruktur und Personal

Das Organigramm der Stiftung findet sich hier

Hauptamtlicher Geschäftsführer

  • Steffen Saebisch, ehemaliger Staatssekretär im hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung[3]

Kuratorium

Die Mitglieder sind hier abrufbar. Zu ihnen gehören u.a.

Vorstand

Die Mitglieder sind hier abrufbar. Zu ihnen gehören u. a.

Liberales Institut

Institutsleiter des Lieberalen Instituts ist Detmar Doering. Er ist u. a. Mitglied bzw. Mitglied des Beirats der folgenden Organisationen: Mont Pelerin Society[6], Friedrich A. von Hayek - Gesellschaft[7], Institut für Unternehmerische Freiheit, Die Familienunternehmer - ASU, John Stuart Mill Institut[8]

Kooperationen

Die Stiftung organisiert gemeinsam mit der Ludwig-Erhard-Stiftung, der Stiftung Marktwirtschaft und der Deutsche Stiftung Eigentum Veranstaltungen.[9]

Fallstudien und Kritik

2010: Friedrich-Naumann-Stiftung unterstützt neoliberale Eliten Thailands

Im Frühjahr 2010 war es in Thailand zur blutigen Niederschlagung von demokratischen Massenprotesten durch die Armee gekommen, bei denen über 90 Menschen zu Tode kamen und mehr als 2.000 verletzt worden. Verantwortlich dafür war unter anderen der damalige Ministerpräsident Thailands Abhisit Vejjajiva, der sich seit Dezember 2012 dafür vor Gericht verantworten muss.
Die Friedrich-Naumann-Stiftung kooperiert seit Jahren eng mit Abhisit Vejjajiva, der 'Democrat Party' und den hinter ihr stehenden alten Eliten Thailands. Ende März 2010 etwa führte der Stiftungsvorsitzende, Wolfgang Gerhardt, in Bangkok Gespräche mit dem Finanzminister sowie mit hochrangigen Vertretern der 'Democrat Party'. Zu dieser Zeit hatten nicht nur die Massenproteste, sondern auch die brutale Repression schon begonnen. Am 7. April war eine Delegation der Naumann-Stiftung zu Krisengesprächen im Parlament des Landes eingetroffen, musste es aber, als Demonstranten eindrangen, fluchtartig verlassen. Wenig später begannen die Massaker, über die Menschenrechtsorganisationen heute berichten.
Die Motive der Naumann-Stiftung, in Thailand auf die alten Eliten zu setzen und dafür auch über Putsch und blutige Repression hinwegzusehen, lassen sich zwei Papieren entnehmen, in denen sie im Sommer 2011 berichtete. Darin attackiert der Autor den Plan der neuen Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra, Mindesteinkommen zu garantieren, Subventionen für die Landbevölkerung und das Vorhaben, Erstklässlern in der Schule kostenlos Computer zukommen zu lassen, um die Benachteiligung ärmerer Familien zu lindern. All dies offenbare "ein zutiefst (...) dirigistisches Staatsverständnis", urteilte die Naumann-Stiftung und drang auf neoliberale, für ausländische, insbesondere auch für deutsche Unternehmen günstige Reformen. Grundsätzlich setzt die Naumann-Stiftung weiterhin auf die 'Democrat Party', die jeglichen ökonomischen "Dirigismus" des Staates ablehnt.[10]

Aktuelle Informationen aus der Welt des Lobbyismus

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Einzelnachweise

  1. Hayek-Kreis der FNF-Stipendiaten, Webseite hayekfnf, abgerufen am 26. Juli 2013
  2. Frankfurt: Freiheitspreis 2012 für Wolfgang Kersting, www.freiheit.org, abgerufen am 26. Dezember 2012
  3. Saebisch leitet Friedrich-Naumann-Stiftung, politik-kommunikation.de, 30.9.2014, zuletzt aufgerufen am 30. September 2014
  4. Schönhauser Gespräche 2010 Redner/Moderatoren Christian Lindner MdB, Website Bankenverband, abgerufen am 18.Oktober 2012
  5. Leutheusser-Schnarrenberger neu im Vorstand der Friedrich-Naumann-Stiftung politik-kommunikation.de, 30.9.2014, zuletzt abgerufen am 20.9.2014
  6. Dr. Detmar Doering Leiter des Instituts, Website Friedrich-Naumann-Stiftung, abgerufen am 5. Oktober 2012
  7. NZZ Libro Detmar Doering, Website der NZZ, abgerufen am 5. Oktober 2012
  8. John Stuart Mill Institut für Freiheitsforschung, An-Institut der privaten SRH Hochschule Heidelberg
  9. Bargeld ist geprägte Freiheit, Kooperationsveranstaltung vom 21.09.2016, stiftung-marktwirtschaft de, abgerufen am 30.09.2016
  10. Machtexzesse german-foreign-policy.com vom 12.12.2012, abgerufen am 14.12.2012