Anmelden Anmelden

Hans Martin Bury

Aus Lobbypedia

Wechseln zu: Navigation, Suche

Hans Martin Bury (* 5. April 1966) SPD-Politiker, ehemaliger Staatssekretär im Außenministerium und im Kanzleramt, war 15 Jahre lang Mitglied im Bundestag, im Anschluss daran wechselte er in die Finanzbranche zur Investmentbank Lehman Brothers. Nach dem Zusammenbruch des Instituts stieg er als Unternehmensberater bei der Kommunikationsagentur Hering Schuppener ein.

Karriere

  • seit 04/2009 Managing Partner bei Hering Schuppener
  • 2008–2009 Managing Director bei der Nomura Bank
  • seit 05/2008 Mitglied des Aufsichtsrats der Deutsche Telekom
  • 2005–2008 Managing Director bei Lehman Brothers Investment Banking Germany, 2008 zugleich Mitglied des Vorstands Lehman Brothers Bankhaus AG
  • 2002–2005 Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt
  • 1999–2002 Staatsminister im Bundeskanzleramt, Bund-Länder-Koordinierung
  • 1998–1999 Sprecher für Wirtschaft und Technologie der SPD-Bundestagsfraktion
  • 1994–1998 Sprecher für Post und Telekommunikation der SPD-Bundestagsfraktion, SPD-Verhandlungsführer bei der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes und des Postmarktes
  • 1990–2005 Mitglied des Deutschen Bundestages

Kritik

2005 stieg Bury als Managing Director bei dem deutschen Tochterunternehmen vom Investmenthaus Lehman Brothers ein. Dort kümmerte er sich u. a. um die Geschäfte mit der öffentlichen Hand. Nach dem Fiasko in der Finanzwirtschaft, das auch Lehman Brothers den Ruin bescherte, war es ausgerechnet Bury, der von der SPD zur Arbeitsgruppe "Mehr Transparenz und Stabilität auf den Finanzmärkten" hinzugezogen wurde. Das 27-köpfige Gremium unter dem Vorsitz von Peer Steinbrück wurde mit der Aufgabe betraut, ein Banken-Rettungspaket zu erarbeiten. Der entworfene 14-Punkte-Plan enthielt u. a. die Zielvorgabe einer strengeren Reglementierung riskanter Finanzprodukte und einer besseren Bankenkontrolle.[1] Die Teilnahme Burys wurde damit gerechtfertigt, dass dieser "ein anerkannter Finanzpolitiker" sei, so die Netzwerk-Sprecherin Nina Hauer.[2]

Nach der Pleite von Lehman Brothers Mitte September 2008 wechselte Bury abermals die Branche. Seit April 2009 leitet er für die PR- und Investor-Relations-Agentur Hering Schuppener mit Sitz in Frankfurt das Geschäftsfeld Corporate Affairs. Seine Abteilung konzentriert sich vorrangig auf die Positionierung von Unternehmen in der Öffentlichkeit und auf die Kommunikation ihrer Interessen auf politischer Ebene und bildet somit die Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft. Das Unternehmen hat vor kurzem ein weiteres Büro in Berlin eröffnet. Damit wird dem Ziel des Unternehmens Rechnung getragen, den Bereich Corporate Affairs weiter auszubauen.[3] Bury gilt in seinen Kreisen als ein hervorragender Netzwerker. Mit dem zusätzlichen Sitz der Agentur in Berlin dürfte es ihm noch leichter fallen, seine Kontakte zu den politischen Entscheidungsträgern zu pflegen.


Aktuelle Informationen aus der Welt des Lobbyismus

https://twitter.com/lobbycontrolhttps://www.facebook.com/lobbycontrolhttps://www.lobbycontrol.dehttps://www.lobbycontrol.de/unterstutzen/newsletter/Vernetzen

Einzelnachweise

  1. "Erkenntnisreiche Zwangsbeglückung", Artikel in der SZ vom 28.10.2008, abgerufen am 03.09.2010
  2. Hans Martin Bury ist "Lehman Brother" mit SPD-Parteibuch, Bildartikel vom 22.10.2008, abgerufen am 03.09.10
  3. Profil Burys bei Hering Schuppener, abgerufen am 03.09.10