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Joe Borg

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Joseph Borg (*19. März 1952 in Malta) maltesischer Politiker, wurde wenige Monate nach dem Ausscheiden aus seinem Amt als EU-Kommissar für Fischerei und maritime Angelegenheiten von der internationalen Beratungs- und Lobbyfirma FIPRA angeworben. Unter anderem betreibt diese Firma Lobbying bei der EU-Kommission in Meeresangelegenheiten. Unter anderem berät sie den Kreuzfahrtriesen Royal Caribbean.

Karriere

  • seit 2010 Berater bei der internationalen Beratungs- und Lobbyfirma FIPRA
  • 2004–2009 EU-Kommissar zuständig für Fischerei und Maritime Angelegenheiten
  • 11/2002–05/2003 Vorsitzender des Ministerkomitees des Europarates
  • 1999–2004 Außenminister von Malta
  • 1998–1999 Parlamentarischer Sekretär im Außenministerium
  • 1996–1998 Schattenminister für Industrie mit Zuständigkeiten für die EU
  • 1995–2004 Mitglied des Repräsentantenhauses in Malta für die Christdemokratische Nationale Partei

Wirken

In der Zeit als Außenminister führte er die Beitrittsverhandlungen Maltas mit der Europäischen Union. Mit dem Beitritt Maltas in die EU 2004 stieg Borg zum EU-Kommissar auf. In seiner Amtszeit unter der Präsidentschaft von José Manuel Barroso war er für den Bereich Fischerei und maritime Angelegenheiten verantwortlich.[1] Borg bat die EU-Komission um Erlaubnis, nach Ende seiner Amtszeit 2009 eine neue Beschäftigung bei der internationalen Beratungs- und Lobbyfirma FIPRA (The Finsbury International Policy & Regulatory Advisers) aufnehmen zu dürfen. Die Kommission befand, dass kein Interessenkonflikt vorliege und bewilligte Borgs Antrag, nachdem dieser versicherte gemäß dem Verhaltenskodex für EU-Kommissare bei seinem neuen Arbeitgeber nicht in Bereichen beratend tätig zu werden, die thematisch mit seinem ehemaligen Posten zu tun haben.[2]

Wie wenig Gehalt diese Zusicherungen haben, belegt der Fall eines ehemaligen Mitarbeiters von Borg: John Richardson, seinerzeit Direktor der für Fischerei und maritime Angelegenheiten zuständigen Generaldirektion, ist seit 2008 Sonderberater bei FIPRA für genau den Verantwortungsbereich den er auch als damaliger Direktor inne hatte, nämlich für den Bereich 'maritime policy and diplomacy'.[3]

Übergangsgeld trotz Nebentätigkeiten

Wie auch Charles McCreevy geriet Borg außerdem dafür in die Kritik, neben seinem Posten bei der FIPRA zusätzlich Übergangsgelder von der EU-Kommission in Höhe von monatlich etwa 11.000 Euro zu beziehen [4]. Diese Gelder sind eigentlich dazu gedacht, Ex-Kommissarinnen und -Kommissaren in der Zeit zu unterstützen, in der sie noch keine neue Tätigkeit gefunden haben.

Zitate

Bei einem Treffen mit der FIPRA am 7. Mai 2009 in Malta sagte Borg in seiner Rede, dass die FIPRA und die EU-Kommission mehr gemeinsam hätten, als man denkt. "The Finsbury International Policy & Regulatory Advisers and the European Commission have more in common than one might think."[5]

Weiterführende Informationen


Aktuelle Informationen aus der Welt des Lobbyismus

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Einzelnachweise

  1. Biografie Borgs auf der Seite der Europäischen Kommission], abgerufen am 30.04.2014
  2. Joe Borg to work for Brussels public relations company, Artikel vom 13.06.2010, abgerufen am 30.04.2014
  3. Seitenwechsel der EU-KommissarInnen - Folge 3, Blogeintrag auf LobbyControl, abgerufen am 30.04.2014
  4. EU-Kommissare kassieren doppelt, Financial Times Deutschland vom 23.September 2010/ mmnews.de, abgerufen am 30.04.2014
  5. Rede Borgs beim jählichen Treffen der FIPRA, am 07.Mai 2009, abgerufen am 30.04.2014