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Manfred Schmidt

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Manfred Reinhold Schmidt, Eventmanager.

Karriere

Manfred Schmidt gründete im März 2003 die Manfred Schmidt ccc GmbH (ab 2008: Manfred Schmidt Media GmbH) mit Sitz im schweizerischen Kanton Zug, welches aufgrund seiner niedrigen Unternehmensbesteuerung als Steueroase gilt.

Der Zweck der Gesellschaft wird im Handelsregister wie folgt angegeben:

Entwicklung neuer Kommunikationskonzepte und das umfassende Consulting bei Planung, Durchführung und Kontrolle von Kommunikation jedweder Art sowie Consulting in allen anderen einzelwirtschaftlich angrenzenden Bereichen; die Gesellschaft wird insoweit ausschliesslich auslandsbezogen geschäftstätig; kann andere ausländische Unternehmen gleicher oder ähnlicher Art übernehmen, sich an ihnen beteiligen und ihre Geschäfte führen

Auf der Webseite seines Unternehmens beschreibt Manfred Schmidt die Dienstleistungen seines Unternehmens wie folgt:

  • Organisation und Umsetzung hochkarätiger VIP Networkingevents
  • Gästemanagement aus Wirtschaft, Politik. Medien, Sport, Kultur und Lifestyle
  • PR Management
  • Exklusives Eventmanagement

In Berlin vermietet die Manfred Schmidt Media GmbH einen exklusiven Veranstaltungsort am Pariser Platz, die Residenz.

Verbindungen / Netzwerke

  • Manfred Schmidt soll mehr mehr als 20.000 Kontakte in seiner Datenbank haben
  • Zu Beginn war der Steuerberater Dr. Ulrich Heyll Gesellschafter der Manfred Schmidt Media Gmbh

Wirken

Manfred Schmidt organisiert mit seinem Unternehmen größere Veranstaltungen für Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Medien und dem Show-Business. Während Vertreter aus der Wirtschaft als Sponsoren die Veranstaltung finanzieren, nehmen prominente Politiker an den Partys kostenlos teil. Manfred Schmidt führte diese Veranstaltungen zum Teil für Unternehmen durch (Vodafone Night), zum Teil aber auch in direkter Absprache mit prominenten Politikern. So organisierte er u.a. Christian Wullfs Siegesfeier nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten im Juni 2010[1] und eine Wahlkampfparty für Klaus Wowereit im Juli 2011.[2] Auch für die frühere Gesundheitsministerin Ulla Schmidt war Schmidt als Eventmanager tätig.[3]

Wullfs Siegesfeier zum Bundespräsidenten

Wulff hat unmittelbar nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten an einer von Manfred Schmidt organisierten Siegesparty am Pariser Platz in Berlin teilgenommen. Unter den Gästen befanden sich Lobbyisten und Vertreter verschiedenster Unternehmen wie Celesio, BMW und Daimler. Für die Teilnahme an der “Netzwerkveranstaltung zur Bundespräsidentschaftswahl” stellte Manfred Schmidt einzelnen Lobbyisten 3.000 Euro in Rechnung. Wulff selbst lud auf Kosten von Manfred Schmidt über 80 Personen ein. Darunter seine Tochter Annalena, Egon Geerkens, Philipp Rösler und Martina Krogmann.

Nord-Süd-Dialog

Der Nord-Süd-Dialog war eine jährliche Lobby-Veranstaltung mit Politikern, Wirtschaftsvertretern und Prominenten aus den CDU-regierten Bundesländern Niedersachsen und Baden-Württemberg. Veranstalter des Nord-Süd-Dialogs war Manfred Schmidt. Die Veranstaltung fand insgesamt dreimal statt. 2007 in Hannover/Pelikanviertel, 2008 in Stuttgart/Cannstatter Römerkastell und 2009 in Hannover/Flughafengelände.

TeilnehmerInnen des Nord-Süd-Dialogs waren u.a.: Carsten Maschmeyer (AWD-Gründer), Joachim Hunold (Ex-Air-Berlin-Chef), Martin Winterkorn (Volkswagen), Michael Macht (Porsche), Philipp Rösler (FDP), Michael Frenzel (Tui).

Manfred Schmidt soll durch die Veranstaltung 685.000 Euro eingenommen haben, während sich die Kosten auf nur 300.000 Euro beliefen.

Olaf Glaeseker warb in seiner Funktion als niedersächsischer Regierungssprecher aktiv Sponsoren für die Lobby-Veranstaltung. So heißt es in einer vom Stern zitierten Email: “Wir würden uns auch im Namen von Ministerpräsident Christian Wulff freuen, wenn wir auch in diesem Jahr die Deutsche Messe wieder als Sponsor für die Veranstaltung gewinnen könnten“. Ferner soll Glaeseker dafür gesorgt haben, dass das hauseigene Veranstaltungsmanagement der Medizinischen Hochschule Hannover ein Teil des Servicepersonals zur Bewirtung der Gäste gestellt hat.

Wulff will davon nichts gewusst haben. Doch soll er nach Medienberichten als Ministerpräsident auch persönlich bei den Unternehmen Tui, Talanx und der Deutschen Bahn für den Nord-Süd-Dialog geworben haben.

Die taz berichtet zudem darüber, dass sich auch der damalige Chef der Staatskanzlei, Lothar Hagebölling – heute Chef des Bundespräsidialamts -, für das Gelingen des von Schmidt organisierten “Nord-Süd-Dialogs” einsetzte. Als es Streit mit dem Flughafen Hannover gab, traf sich Hagebölling auf Bitten von Wulffs damaligem Sprecher Olaf Glaeseker mit Flughafen-Chef Raoul Hille, um die Wogen zu glätten.

Länderdialog Bayern und Nordrhein-Westfalen

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung plante Manfred Schmidt gemeinsam mit Michael Mronz, Sporteventmanager und Lebensgefährte von Guido Westerwelle, einen zweiten Länderdialog. Nach dem Vorbild des Nord-Dialogs sollten diesmal Prominente aus Bayern und Nordrhein-Westfalen zusammen feiern. Das Projekt musste jedoch kurzfristig abgesagt werden, nachdem die "Rent-a-Rüttgers"-Sponsoring-Affäre bekannt geworden war.[4]

Ermittlungen gegen Schmidt

Nach Bekanntwerden der engen Zusammenarbeit zwischen Manfred Schmidt und Wulffs früheren Sprecher Olaf Glaeseker ermittelt die Staatsanwaltschaft nun wegen des Anfangsverdachts auf Bestechung oder Bestechlichkeit.[5]

Zitate

Manfred Schmidt beschreibt seine Tätigkeit selbst als
"Sozialarbeiter auf anderem Level" [6]


Aktuelle Informationen aus der Welt des Lobbyismus

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Einzelnachweise

  1. "Wulff und das "Schnulligate", Stern, 25. Januar 2012, abgerufen am 06. Februar 2012.
  2. Stern, Nr. 5, 26.1.2012, S. 38ff
  3. Stern, Nr. 5, 26.1.2012, S. 40
  4. "Korruptionsvorwurf gegen Wulffs Partyplaner, Sueddeutschezeitung.de, 20.1.2012, abgerufen am 20.3.2012.
  5. "Glaeseker hat sehr selbständig gehandelt", FAZ.NET, 25.1.2012, abgerufen am 20.3.2012.
  6. Manfred Schmidt, "Sozialarbeiter" der deutschen Elite, Süddeutsche Zeitung, 20. Januar 2012, abgerufen am 06. Februar 2012.