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von Denise Walke

German Marshall Fund

German Marshall Fund
Rechtsform
Tätigkeitsbereich Forum für transatlantischen Austausch
Gründungsdatum 1972
Hauptsitz Washington, DC/ USA
Lobbybüro
Lobbybüro EU Rue de la Loi 155 Wetstraat, 1040 Brussels Belgium
Webadresse http://www.gmfus.org/

Der German Marshall Fund of the United States - Transatlantic Center (kurz: German Marshall Fund, GMF) ist eine überparteiliche, gemeinnützige Stiftung, die Experten verschiedener Tätigkeitsbereiche ein Forum für den transatlantischen Austausch bietet. Gleichzeitig fungiert der GMF als Geldgeber für verschiedene Initiativen aus dem zivil-gesellschaftlichen Bereich. Dabei stehen Themen der europäisch-nordamerikanischen Beziehungen im Mittelpunkt. [1]

Lobbystrategien und Einfluss

Der German Marshall Fund ist ein Forum für verschiedene Lobbytätigkeiten. Das Think-Tank schafft eine Plattform für den Austausch zwischen Politikern aus nationalen und EU-Institutionen, Unternehmensvertretern, Wissenschaftlern und der Presse. Die guten Beziehungen zur Politik resultieren auch aus den vorherigen Beschäftigungen der Führungsebene. Vier der sieben Vorstandsmitglieder waren vorher im engeren Beraterkreis verschiedener Regierungen tätig. [2]

Die Arbeit des GMF teilt sich in folgende Bereiche:

1. Policy: Der Arbeitsbereich Policy analysiert zentrale Themen transatlantischer Beziehungen. Hinzu kommt die Organisation von Veranstaltungen, die einflussreiche Menschen aus verschiedenen Tätigkeitsfeldern zusammenbringen sollen

2. Leadership: Das Leadership-Programm des GMF unterstützt junge Nachwuchskräfte bei der Entwicklung von Führungsfähigkeiten

3. Civil Society: Der GMF fördert Demokratieinitiativen, Rechtsstaatlichkeit und regionale Kooperation mithilfe von Stiftungsgeldern. Zum Bereich Civil Society gehört auch das Congressional Affairs Program, das Kongressabgeordnete zu transatlantischen Themen informiert und schult

Quelle:[3]

Netzwerke

  • Think Tank Diversity Consortium
  • The Global Access Pipeline
  • NextNATO

Fallbeispiele und Kritik

Der GMF und TTIP

Nur kurz nachdem Michael Froman zum TTIP-Verhandlungsführer ernannt wurde, bot Konferenzdirektorin Nicola Lightner, die auf die Handelsbeziehungen zwischen Nordamerika und der EU spezialisiert ist, Froman die Unterstützung des GMF an. „If it would be helpful, I'd be more than happy to sit down with you and discuss in more general how GMF can be the most helpful for Mr. Froman“, schrieb sie in einer E-Mail an einen Mitarbeiter Fromans. In einem Brief bestärkte der damalige GMF-Präsident Craig Kennedy das Angebot: „Please let me know if there is anything GMF can do to help you with these efforts. We would be more than happy to host you in Washington D.C. or any of our European Offices for any public remarks or private conversations with different stakeholders you might find useful“, schrieb er im Juni 2013. Hinzu kommt, dass die Hälfte der Sponsoren der Stiftung selbst aktiv in die Lobbyarbeit für das Freihandelsabkommen involviert sind. Darüber hinaus kooperiert das Think-Tank mit dem TTIP-Befürworter Businesseurope und veranstaltet gemeinsame Events. The Correspondent bemängelt, dass diese Korrespondenz die Unabhängigkeit und Überparteilichkeit der Forschungstätigkeiten des Think-Tanks in Frage stelle. [4]

Organisationsstruktur, Personal und Verbindungen

Der German Marshall Fund bündelt seine inhaltlichen Tätigkeiten in verschiedenen Foren. Im Vordergrund steht jeweils das Knüpfen von Netzwerken und die Zusammenarbeit verschiedener Experten. Thematische Schwerpunkte sind unter anderem Stadtpolitik, Energiesicherheit und -politik, der Dialog mit China, Japan und Indien, die NATO und allgemeine Sicherheitsthemen und darüber hinaus alle Themen, die die Beziehungen zwischen Nordamerika und Europa betreffen. [5]

Karen Donfried, President

  • ehem. Beraterin Obamas für Europafragen
  • ehem. Direktorin für Europafragen des National Security Council
  • ehem. Offizierin des Geheimdienstes zuständig für Europa beim National Intelligence Council

Ivan Vejvoda, Senior Vice President, Programs

  • ehem. Mitarbeiter der serbischen Regierung, zuständig für Außenpolitik und Europäische Integration
  • ehem. Direktor des Fund of an Open Society

Debbie Iwig , Vice President and Chief Financial Officer

  • ehem. Vizepräsidenten von Project Hope
  • ehem. Vizepräsidentin von Mariott

Courtney Bickert, Vice President, Strategic Partnerships

  • ehem. Geschäftsführerin verschiedener internationaler Organisationen

Ian Lesser, Senior Director, Foreign and Security Policy; Executive Director, Transatlantic Center Brussels

  • ehem. Vizepräsident und Studienleiter beim Pacific Council on International Policy (Partner des Council of Foreign Relations)
  • Buchautor und Autor für verschiedene Zeitungen
  • Beirat der NATO Defense College Foundation

Daniela Schwarzer, Senior Director for Research, Director of the Europe Program Berlin

  • ehem. Abteilungsleiterin der Stiftung Wissenschaft und Politik (Europäische Integration)
  • ehem. Beraterin der polnischen und französischen Regierung
  • nicht-exekutives Vorstandsmitglied bei BNP Paribas

Derek Chollet, Counselor and Senior Advisor for Security and Defense Policy

  • ehem. Diplomat, zuständig für die nordamerikanische Verteidigungspolitik gegenüber Europa (inkl. NATO), dem Nahen Osten, Afrika und der westlichen Hemisphäre
  • ehem. Berater des amerikanischen Präsidenten und Direktor für strategische Planung beim National Security Council

Quelle: [6]

Finanzen und Finanzierung

Nach Angaben im Transparenzregister der EU verfügte der GMF im Jahr 2014 über ein Budget von 1.047.706 €, wovon 48.362 € aus EU-Mitteln stammen. Im gleichen Jahr kosteten die Lobbytätigkeiten des Think-Tanks zwischen 100.000 € und 200.000 €. [7] Bei der Finanzierung der Stiftung spielen Mitgliedschaften eine wichtige Rolle. Es besteht ein dreistufiges System mit unterschiedlichen Mitgliedsbeiträgen und Vorteilen. Die günstigste Mitgliedschaft beläuft sich auf 25.000 US$ im Jahr, die mit den umfassendsten Vorteilen kostet jährlich 100.000US$. Alle Mitglieder des German Marshall Funds, unabhängig von der Beitragshöhe, beteiligen sich an der Nominierung der Marshall Memorial Fellows und haben somit internen Einfluss auf die politische und themenbezogene Ausrichtung des Think-Tanks.[8] Einer der größten Unterstützer der Denkfabrik ist der Energiekonzern Chevron, der jährlich zwischen 500.000 US$ und 999.999 US$ an den GMF zahlt. Weitere Sponsoren sind Daimler (250.000 US$ - 499.999US$), Airbus Americas, BP (beide 100.000 US$ - 249.999 US$) sowie die Deutsche Post, Ford, Audi und Ericsson. [9]

Kurzdarstellung und Geschichte

Der German Marshall Fund, gegründet 1972, ist eine Schenkung der damaligen Bundesregierung unter Bundeskanzler Willy Brandt an die USA. Die Stiftung war ein Geschenk als Dank für das amerikanische Engagement im Rahmen des sogenannten Marshall-Plans zum Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg. Der GMF sollte die transatlantische Zusammenarbeit langfristig stärken. Das Think-Tank forscht und analysiert zu transatlantischen Themen und bietet Führungspersonen aus diesen Themenfeldern eine Plattform zum Austausch. Zusätzlich stellt es Nachwuchskräften ein Forum bereit, um ihre Fähigkeiten und Netzwerke durch transatlantischen Dialog auszuweiten. Die Stiftung versucht die Unabhängigkeit ihrer Arbeit zu sichern, in dem es gezielt Individuen mit verschiedenen sozialen und ethnischen Hintergründen fördert, um eine möglichst große Vielfalt an Perspektiven und Betrachtungsweisen in die Forschung und Analyse einfließen zu lassen. [10] Der German Marshall Fund unterhält Büros in Berlin, Paris, Brüssel, Belgrad, Ankara, Bukarest und Warschau sowie einige kleinere Vertretungen in Bratislava, Turin und Stockholm. [11]

Weiterführende Informationen

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Aktuelle Informationen aus der Welt des Lobbyismus

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Einzelnachweise

  1. ↑ About GMF, Website GMF, abgerufen am 01.03.2016
  2. ↑ Executive Team, Website GMF, abgerufen am 02.03.2016
  3. ↑ Policy, Website GMF, abgerufen am 01.03.2016
  4. ↑ Think Tanks Influence on TTIP, The Correspondent, abgerufen am 02.03.2016
  5. ↑ Forums, Website GMF, abgerufen am 01.03.2016
  6. ↑ Executive Team, Website GMF, abgerufen am 02.03.2016
  7. ↑ GMF im EU-Transparenzregister, Website EU-Transparenzregister, abgerufen am 17.03.2016
  8. ↑ Consolidated Financial Report 2014, Website GMF, abgerufen am 01.03.2016
  9. ↑ Think Tanks Influence on TTIP, The Correspondent, abgerufen am 02.03.2016
  10. ↑ Diversity Statement, Website GMF, abgerufen am 01.03.2016
  11. ↑ About GMF, Website GMF, abgerufen am 01.03.2016