Jürgen Starks Rücktritt |
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Jürgen Stark verließ im September 2011 offiziell aus persönlichen Gründen das Direktorium, inoffiziell wegen Differenzen mit [[Jean-Claude Trichet]] auf Grund der Aufgabe von [[Monetarismus|monetaristischen]] Dogmen <ref>[http://www.ftd.de/politik/international/:kolumne-wolfgang-muenchau-prinzipienreiterei-bis-in-den-abgrund/60103793.html Wolfgang Münchau - Prinzipienreiterei bis in den Abgrund] FTD vom 13.09.2011</ref> | Jürgen Stark verließ im September 2011 offiziell aus persönlichen Gründen das Direktorium, inoffiziell wegen Differenzen mit [[Jean-Claude Trichet]] auf Grund der Aufgabe von [[Monetarismus|monetaristischen]] Dogmen.<ref>[http://www.ftd.de/politik/international/:kolumne-wolfgang-muenchau-prinzipienreiterei-bis-in-den-abgrund/60103793.html Wolfgang Münchau - Prinzipienreiterei bis in den Abgrund] FTD vom 13.09.2011</ref> | ||
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===EZB-Rat=== | ===EZB-Rat=== | ||
Der [[Europäischer Zentralbankrat|Europäische Zentralbankrat]] ist das wichtigste Beschlussorgan der EZB. Er umfasst | Der [[Europäischer Zentralbankrat|Europäische Zentralbankrat]] ist das wichtigste Beschlussorgan der EZB. Er umfasst | ||
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Der EZB-Rat trifft sich einmal im Monat um auf Grund von makroökonomischer Analysen ihres Expertenteams die Leitzinsen, welche den Tagesgeldzinssatz bestimmen, mit einfacher Mehrheit festzulegen. Wobei die Leitzinsen sich aus Einlagenzinssatz (der Zinssatz für kurzfristig angelegtes Geld der Banken) als Untergrenze und Spitzenfazilitätszinssatz (der Zinssatz für kurzfristig von den Banken von der EZB geliehenes Geld) als Obergrenze zusammen setzen. | Der EZB-Rat trifft sich einmal im Monat um auf Grund von makroökonomischer Analysen ihres Expertenteams die Leitzinsen, welche den Tagesgeldzinssatz bestimmen, mit einfacher Mehrheit festzulegen. Wobei die Leitzinsen sich aus Einlagenzinssatz (der Zinssatz für kurzfristig angelegtes Geld der Banken) als Untergrenze und Spitzenfazilitätszinssatz (der Zinssatz für kurzfristig von den Banken von der EZB geliehenes Geld) als Obergrenze zusammen setzen. | ||
Der Hauptrefinanzierungszinssatz ist der Zinssatz der durch die wöchentlichen Offenmarktgeschäfte bestimmt wird. Dabei gibt die EZB den vom EZB-Rat festgelegten Mindeszinssatz vor und in einer Art Auktion können die Banken einen Zinssatz bieten zu dem sie eine angegebene Geldmenge leihen möchten. Nach Eingang der Gebote bestimmt die EZB einen marginalen Zinssatz. Banken die einen Zinssatz über dem marginalen Zinssatz geboten haben, bekommen die gesamte gewünschte Geldmenge. Die Banken die den marginalen Zinssatz geboten haben, bekommen Geld nach einem gewissen Kontigent zugeteilt und der Rest geht leer aus. Dieses Verfahren wird als Zinstender bezeichnet und der Hauptrefinanzierungszinssatz ist der marginale Zinssatz.Im Zuge der Finanzkrise 2008 ist die EZB allerdings zum Mengentender-Verfahren übergegangen um die nötige Liquidität zur Verfügung zu stellen, da auf Grund des Misstrauens die Banken sich Gegenseitig kein Geld mehr geliehen haben. Bei Mengentender-Verfahren bekommen zu einem vorher festgelegten Zinssatz (dem Hauptrefinanzierungszinstaz) alle Banken die verlangte Geldmenge<ref>[[Olivier Blanchard]], Gerhard Illing: Makroökonomie. 5. aktualisierte und erweiterte Auflage. Pearson Studium, München u. a. 2008</ref> | Der Hauptrefinanzierungszinssatz ist der Zinssatz der durch die wöchentlichen Offenmarktgeschäfte bestimmt wird. Dabei gibt die EZB den vom EZB-Rat festgelegten Mindeszinssatz vor und in einer Art Auktion können die Banken einen Zinssatz bieten zu dem sie eine angegebene Geldmenge leihen möchten. Nach Eingang der Gebote bestimmt die EZB einen marginalen Zinssatz. Banken die einen Zinssatz über dem marginalen Zinssatz geboten haben, bekommen die gesamte gewünschte Geldmenge. Die Banken die den marginalen Zinssatz geboten haben, bekommen Geld nach einem gewissen Kontigent zugeteilt und der Rest geht leer aus. Dieses Verfahren wird als Zinstender bezeichnet und der Hauptrefinanzierungszinssatz ist der marginale Zinssatz.Im Zuge der Finanzkrise 2008 ist die EZB allerdings zum Mengentender-Verfahren übergegangen um die nötige Liquidität zur Verfügung zu stellen, da auf Grund des Misstrauens die Banken sich Gegenseitig kein Geld mehr geliehen haben. Bei Mengentender-Verfahren bekommen zu einem vorher festgelegten Zinssatz (dem Hauptrefinanzierungszinstaz) alle Banken die verlangte Geldmenge.<ref>[[Olivier Blanchard]], Gerhard Illing: Makroökonomie. 5. aktualisierte und erweiterte Auflage. Pearson Studium, München u. a. 2008</ref> | ||
Nach [http://www.flegel-g.de/lissabon/Protokoll4.html Protokoll 4 des Anhanges] des [[Lissabon Vertrag]]es hat die EZB das vorangige Ziel für die Preisstabilität zu sorgen. Erst danach unterstützt die EZB die wirtschaftliche Entwicklung und somit auch die Beschäftigung in der EU. | Nach [http://www.flegel-g.de/lissabon/Protokoll4.html Protokoll 4 des Anhanges] des [[Lissabon Vertrag]]es hat die EZB das vorangige Ziel für die Preisstabilität zu sorgen. Erst danach unterstützt die EZB die wirtschaftliche Entwicklung und somit auch die Beschäftigung in der EU. | ||
==Seitenwechsel== | ==Seitenwechsel== | ||
* [[Otmar Issing]], von 1998-2006 Direktoriumsmitglied der EZB, wechselte 2007 als Berater zur [[Goldman Sachs]] <ref>[http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,587085,00.html Kanzlerin beruft Issings Expertengruppe] Spiegel-online, 28. Oktober 2008, abgerufen am 14.05.2010</ref> | * [[Otmar Issing]], von 1998-2006 Direktoriumsmitglied der EZB, wechselte 2007 als Berater zur [[Goldman Sachs]]<ref>[http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,587085,00.html Kanzlerin beruft Issings Expertengruppe] Spiegel-online, 28. Oktober 2008, abgerufen am 14.05.2010</ref> | ||
==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||
Version vom 19. September 2011, 08:24 Uhr
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| Europäische Zentralbank EZB | |
|---|---|
| Hauptsitz | Frankfurt a.M. |
| Gründung | |
| Tätigkeitsbereich | |
| Mitarbeiter | |
| Etat | |
| Webadresse | www.ecb.int |
Organisationsstruktur und Personal
Direktorium
- Jean-Claude Trichet, Präsident der EZB
- Vítor Constâncio, Vizepräsident der EZB
- Lorenzo Bini Smaghi
- José Manuel González-Páramo
- Jürgen Stark, Chefvolkswirt
- Peter Praet
(Stand: Juni 2011), Quelle:[1]
Personalien
Jürgen Stark verließ im September 2011 offiziell aus persönlichen Gründen das Direktorium, inoffiziell wegen Differenzen mit Jean-Claude Trichet auf Grund der Aufgabe von monetaristischen Dogmen.[2]
EZB-Rat
Der Europäische Zentralbankrat ist das wichtigste Beschlussorgan der EZB. Er umfasst
- die sechs Mitglieder des Direktoriums sowie
- die Präsidenten der nationalen Zentralbanken der 17 Länder des Euroraums.
Aufgaben
Die Hauptaufgabe der EZB ist es den Banken Geld nach Gewissen Verfahren zu Verfügung zu stellen und dadurch die Geldmenge und Inflation zu steuern. Dafür verlangt die EZB eine Mindestreserve von den Banken. Die Mindestreserve beträgt 2% der Geldmenge, welche bei den Banken in Form von Konten angelegt wurde.
Der EZB-Rat trifft sich einmal im Monat um auf Grund von makroökonomischer Analysen ihres Expertenteams die Leitzinsen, welche den Tagesgeldzinssatz bestimmen, mit einfacher Mehrheit festzulegen. Wobei die Leitzinsen sich aus Einlagenzinssatz (der Zinssatz für kurzfristig angelegtes Geld der Banken) als Untergrenze und Spitzenfazilitätszinssatz (der Zinssatz für kurzfristig von den Banken von der EZB geliehenes Geld) als Obergrenze zusammen setzen. Der Hauptrefinanzierungszinssatz ist der Zinssatz der durch die wöchentlichen Offenmarktgeschäfte bestimmt wird. Dabei gibt die EZB den vom EZB-Rat festgelegten Mindeszinssatz vor und in einer Art Auktion können die Banken einen Zinssatz bieten zu dem sie eine angegebene Geldmenge leihen möchten. Nach Eingang der Gebote bestimmt die EZB einen marginalen Zinssatz. Banken die einen Zinssatz über dem marginalen Zinssatz geboten haben, bekommen die gesamte gewünschte Geldmenge. Die Banken die den marginalen Zinssatz geboten haben, bekommen Geld nach einem gewissen Kontigent zugeteilt und der Rest geht leer aus. Dieses Verfahren wird als Zinstender bezeichnet und der Hauptrefinanzierungszinssatz ist der marginale Zinssatz.Im Zuge der Finanzkrise 2008 ist die EZB allerdings zum Mengentender-Verfahren übergegangen um die nötige Liquidität zur Verfügung zu stellen, da auf Grund des Misstrauens die Banken sich Gegenseitig kein Geld mehr geliehen haben. Bei Mengentender-Verfahren bekommen zu einem vorher festgelegten Zinssatz (dem Hauptrefinanzierungszinstaz) alle Banken die verlangte Geldmenge.[3]
Nach Protokoll 4 des Anhanges des Lissabon Vertrages hat die EZB das vorangige Ziel für die Preisstabilität zu sorgen. Erst danach unterstützt die EZB die wirtschaftliche Entwicklung und somit auch die Beschäftigung in der EU.
Seitenwechsel
- Otmar Issing, von 1998-2006 Direktoriumsmitglied der EZB, wechselte 2007 als Berater zur Goldman Sachs[4]
Einzelnachweise
- ↑ EZB-Das Direktorium abgerufen am 27.06.11
- ↑ Wolfgang Münchau - Prinzipienreiterei bis in den Abgrund FTD vom 13.09.2011
- ↑ Olivier Blanchard, Gerhard Illing: Makroökonomie. 5. aktualisierte und erweiterte Auflage. Pearson Studium, München u. a. 2008
- ↑ Kanzlerin beruft Issings Expertengruppe Spiegel-online, 28. Oktober 2008, abgerufen am 14.05.2010
