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Nach einer Studie des | Nach einer Studie des Ökonomie-Professors Jörg Bibow im Auftrag der Hans Böckler Stiftung im Jahre 2011 senkt die EZB die Leitzinsen, im Gegensatz zu anderen Notenbanken, meist zu spät wenn die Konjunktur strauchelt und erhöht sie wieder zu früh, wenn sich die Konjunktur noch nicht richtig erholt hat <ref>[http://www.boeckler.de/36831_37268.htm EZB: Konjunktur bleibt aussen vor], Böckler Impuls Ausgabe 12/2011</ref>. | ||
Der amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman meint, dass die Fixierung der EZB auf eine Gesamt-Inflationsrate von 2 % im gesamten Euroraum zu Lasten der Peripherieländer geht <ref>[http://krugman.blogs.nytimes.com/2011/01/18/european-inflation-targets/| European Inflation Targets], Paul Krugmann Blog, 18.01.2011 </ref>. | Der amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman meint, dass die Fixierung der EZB auf eine Gesamt-Inflationsrate von 2 % im gesamten Euroraum zu Lasten der Peripherieländer geht <ref>[http://krugman.blogs.nytimes.com/2011/01/18/european-inflation-targets/| European Inflation Targets], Paul Krugmann Blog, 18.01.2011 </ref>. | ||
Version vom 9. Oktober 2011, 21:05 Uhr
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| Europäische Zentralbank EZB | |
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| Hauptsitz | Frankfurt a.M. |
| Gründung | |
| Tätigkeitsbereich | |
| Mitarbeiter | |
| Etat | |
| Webadresse | www.ecb.int |
Organisationsstruktur und Personal
Direktorium
- Jean-Claude Trichet, Präsident der EZB
- Vítor Constâncio, Vizepräsident der EZB
- Lorenzo Bini Smaghi
- José Manuel González-Páramo
- Jürgen Stark, Chefvolkswirt
- Peter Praet
(Stand: Juni 2011), Quelle:[1]
Personalien
Jürgen Stark verließ im September 2011 offiziell aus persönlichen Gründen das Direktorium, inoffiziell wegen Differenzen mit Jean-Claude Trichet auf Grund der Aufgabe von monetaristischen Dogmen.[2]
EZB-Rat
Der Europäische Zentralbankrat ist das wichtigste Beschlussorgan der EZB. Er umfasst
- die sechs Mitglieder des Direktoriums sowie
- die Präsidenten der nationalen Zentralbanken der 17 Länder des Euroraums.
Aufgaben
Die Grundlegende Aufgaben der EZB sind gemäß Artikel 127 Absatz 2 des AEU Vertrages die Geldpolitik des Euro-Währungsgebiets festzulegen und auszuführen, Devisengeschäfte durchzuführen, die offiziellen Währungsreserven der Mitgliedstaaten zu halten und zu verwalten und das reibungslose Funktionieren der Zahlungssysteme zu fördern. Daneben hat die EZB die Aufgabe wirtschaftliche Statistiken über den Euroraum zu erstellen und die Banken zu beuafsichtigen [3].
Geldpolitik
Die Hauptaufgabe der EZB ist es den Banken Geld (mit Wertpapieren als Sicherheit) zu leihen und dadurch die Geldmenge und Inflation zu steuern. Als Bedingung für die Beteiligung an dem Verfahren verlangt die EZB eine Mindestreserve von den Banken. Die Mindestreserve beträgt 2% der Geldmenge, welche bei den Banken in Form von Sichteinlagen (d.h. Konten) angelegt wurde.
Offenmarktgeschäfte
Bei den sogenannten Offenmarktgeschäften trifft der EZB-Rat sich einmal im Monat um auf Grund von makroökonomischer Analysen ihres Expertenteams die Leitzinsen, welche den Tagesgeldzinssatz bestimmen, mit einfacher Mehrheit festzulegen. Wobei die Leitzinsen sich aus Einlagenzinssatz (der Zinssatz für kurzfristig angelegtes Geld der Banken) als Untergrenze und Spitzenfazilitätszinssatz (der Zinssatz für kurzfristig von den Banken von der EZB geliehenes Geld) als Obergrenze zusammen setzen. Der Hauptrefinanzierungszinssatz wird wöchentlich bestimmt. Dabei gibt die EZB den vom EZB-Rat festgelegten Mindeszinssatz vor und in einer Art Auktion können die Banken einen Zinssatz bieten zu dem sie eine angegebene Geldmenge leihen möchten (wobei sie der EZB dafür Wertpapiere geben). Nach Eingang der Gebote bestimmt die EZB einen marginalen Zinssatz. Banken die einen Zinssatz über dem marginalen Zinssatz geboten haben, bekommen die gesamte gewünschte Geldmenge. Die Banken die den marginalen Zinssatz geboten haben, bekommen Geld nach einem gewissen Kontigent zugeteilt und der Rest geht leer aus. Dieses Verfahren wird als Zinstender bezeichnet und der Hauptrefinanzierungszinssatz ist der marginale Zinssatz.Im Zuge der Finanzkrise 2008 ist die EZB allerdings zum Mengentender-Verfahren übergegangen um die nötige Liquidität zur Verfügung zu stellen, da auf Grund des Misstrauens die Banken sich Gegenseitig kein Geld mehr geliehen haben. Bei Mengentender-Verfahren bekommen zu einem vorher festgelegten Zinssatz (dem Hauptrefinanzierungszinstaz) alle Banken die verlangte Geldmenge.[4]
Ziele der Geldpolitik im Lissabon-Vertrag
Nach Protokoll 4 des Anhanges des Lissabon Vertrages hat die EZB das vorangige Ziel für die Preisstabilität zu sorgen. Erst danach unterstützt die EZB durch die Gelpolitik wirtschaftliche Entwicklung und somit auch die Beschäftigung in der EU.
Ratingagenturen und die Geldpolitik
Die Wertpapiere, welche die EZB von den Banken als Sicherheit nimmt, werden nach den Ratings der Ratingagenturen, bewertet. D.h. wenn die Staatsanleihen von den Ratingagenturen niedriger bewertet werden, werden sie von der EZB nur noch mit Abschlägen als Sicherheit für die Vergabe von Geld an die Banken akzeptiert[5].
Kritik an der Gelpolitik der EZB
Nach einer Studie des Ökonomie-Professors Jörg Bibow im Auftrag der Hans Böckler Stiftung im Jahre 2011 senkt die EZB die Leitzinsen, im Gegensatz zu anderen Notenbanken, meist zu spät wenn die Konjunktur strauchelt und erhöht sie wieder zu früh, wenn sich die Konjunktur noch nicht richtig erholt hat [6].
Der amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman meint, dass die Fixierung der EZB auf eine Gesamt-Inflationsrate von 2 % im gesamten Euroraum zu Lasten der Peripherieländer geht [7].
Seitenwechsel
- Otmar Issing, von 1998-2006 Direktoriumsmitglied der EZB, wechselte 2007 als Berater zur Goldman Sachs[8]
Einzelnachweise
- ↑ EZB-Das Direktorium abgerufen am 27.06.11
- ↑ Wolfgang Münchau - Prinzipienreiterei bis in den Abgrund FTD vom 13.09.2011
- ↑ Aufgabenbeschreibung auf der Webseite der EZB
- ↑ Olivier Blanchard, Gerhard Illing: Makroökonomie. 5. aktualisierte und erweiterte Auflage. Pearson Studium, München u. a. 2008
- ↑ Lucas Zeise, Das Ende der Party, 2008, PapyRossa Verlag, S. 162
- ↑ EZB: Konjunktur bleibt aussen vor, Böckler Impuls Ausgabe 12/2011
- ↑ European Inflation Targets, Paul Krugmann Blog, 18.01.2011
- ↑ Kanzlerin beruft Issings Expertengruppe Spiegel-online, 28. Oktober 2008, abgerufen am 14.05.2010
