| Europäische Zentralbank EZB | |
|---|---|
| Hauptsitz | Frankfurt a.M. |
| Gründung | 1. Juni 1998 |
| Tätigkeitsbereich | |
| Mitarbeiter | |
| Etat | |
| Webadresse | www.ecb.int |
Kurzdarstellung
Aufgaben der EZB
Die grundlegende Aufgaben der EZB sind:
- die Geldpolitik des Euro-Währungsgebiets: Den Banken Geld zu leihen (mit Wertpapieren als Sicherheit) und dadurch die Geldmenge und Inflation zu steuern. Den Leitzins festlegen.
- Devisengeschäfte durchzuführen
- die Währungsreserven der Mitgliedstaaten zu verwalten
- das reibungslose Funktionieren der Zahlungssysteme zu fördern
- wirtschaftliche Statistiken über den Euroraum zu erstellen
- die Banken zu beaufsichtigen
Quelle: [1]
Bankenaufsicht
Seit November 2014 ist die EZB im Rahmen der angestrebten Europäischen Bankenunion mit ihrem Einheitlichen Bankenaufsichtsmechanismus (SSM, Single Supervisory Mechanism) für die direkte Aufsicht über bedeutende Großbanken zuständig. Ein Kreditinstitut wird als bedeutend eingestuft, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist[2]:
- Der Gesamtwert der Vermögenswerte übersteigt 30 Mrd. Euro oder 20 % des Bruttoinlandsprodukts
- Es handelt sich um eines der bedeutendsten Kreditinstitute in einem Mitgliedsstaat
- Es handelt sich um einen Empfänger direkter finanzieller Unterstützung aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus
- Der Gesamtwert der Vermögenswerte übersteigt 5 Mrd Euro und die länderübergreifenden Aktiva/Passiva in mehr als einem der anderen teilnehmenden Mitgliedstaaten im Verhältnis zu den Gesamtaktiva/-passiva übersteigen 20 %
Institute, die weniger bedeutend sind, werden direkt von den nationalen zuständigen Behörden unter Gesamtaufsicht der EZB kontrolliert.
Organisationsstruktur und Personal
Direktorium
| Mario Draghi | Präsident der EZB | 2002-2005 Managing Director und stellv. Vorsitzender von Goldman Sachs International [3] |
| Vítor Constâncio | Vizepräsident der EZB |
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| Benoît Cœuré | Direktoriumsmitglied | Cœuré arbeitete für das nationale statistische Amt Frankreichs (INSEE) und war Direktor der Agence France Trésor, die Gelder und Schulden des französischen Staates verwaltet. |
| Sabine Lautenschläger | Direktoriumsmitglied | Seit 2008 Mitglied im Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) [4] |
| Yves Mersch | Direktoriumsmitglied | 1998-2012 Präsident der Zentralbank von Luxemburg |
| Peter Praet | Direktoriumsmitglied,
EZB-Chefvolkswirt |
2000-2011 Mitglied des Direktoriums der belgischen Nationalbank |
(Stand: März 2015) Quelle: [5]
ehem. Mitglied des EZB-Direktoriums:
EZB-Rat
Der Europäische Zentralbankrat ist das wichtigste Beschlussorgan der EZB. Er umfasst:
- die 6 Mitglieder des Direktoriums sowie
- die Präsidenten der nationalen Zentralbanken der 17 Eurostaaten.
Market Contact Groups
Die Kontaktgruppen dienen dem Meinungsaustausch zwischen der EZB und Marktteilnehmern. Mitglieder sind in der Regel drei Vertreter der EZB und etwa 20 Vertreter der Finanzwirtschaft. Die Gruppen sind hier abrufbar.
Zum Thema "Market Operations" gibt es die folgenden Gruppen:
- Bond Market Contact Group (BMCG)
- Money Market Contact Group (MMCG)
- Foreign Exchange Contact Group (FXCG)
- Operations Managers Contact Group (OMCG)
Zum Thema "Payments & Securities" gibt es die folgenden Gruppen:
- Contact Group on Euro Payments Strategy" (COGEPS)
- Contact Group on Euro Securities Infrastructures" (COGEST)
Administrative Board of Review
Bei diesem 'Überprüfungsausschuss' können sich Banken beschweren, wenn sie mit Entscheidungen der EZB nicht einverstanden sind.
| Mitglieder | |
|---|---|
| F. Javier Arístegui Yáñez | former Deputy Governor of the Banco de España |
| Concetta Brescia Morra | Professor of Law |
| André Camilleri | former Director General of the Malta Financial Services Authority |
| Edgar Meister | zuvor u.a. Aufsichtsrat der DWS Investment der Deutschen Bank |
| Jean-Paul Redouin | former First Deputy Governor of the Banque de France and Chair of the Commission Bancaire |
| Stellvertreter: Kaarlo Jännäri, René Smits | |
(Stand: April 2015) Quelle: [6]
Seitenwechsel
- Edgar Meister wechselte mehrfach die Seiten zwischen Politik und Wirtschaft. Kurz bevor er im September 2014 Mitglied im 'Administrative Board of Review' wurde, verließ er den Aufsichtsrat der DWS Investment der Investment-Tochter der Deutschen Bank. Für die Commerzbank arbeitete er bis 2013. 1991-09/1993 war er Finanzminister von Rheinland-Pfalz. Danach wechselte er in das Direktorium der Deutschen Bundesbank (bis 2007). Meister war Vorsitzender des Banking Supervision Committee der EU von 1998 bis 2007. Als Mitarbeiter der EZB ist er gleichzeitig Direktor bei der Ratingagentur Standard & Poor´s Credit Market Services. [7]
- Otmar Issing, von 1998-2006 Direktoriumsmitglied der EZB, wechselte 2007 als Berater zur Goldman Sachs [8]
Aktuelle Informationen aus der Welt des Lobbyismus

Einzelnachweise
- ↑ Aufgabenbeschreibung auf der Webseite der EZB, ecb.europa.eu, abgerufen am 29.04.2014
- ↑ Leitfaden zur Bankenaufsicht, September 2014
- ↑ CV Draghi, ecb.europa.eu, abgerufen am 29.04.2014
- ↑ CV Sabine Lautenschläger, abgerufen am 13.03.2015
- ↑ Das Direktorium Webseite EZB, abgerufen am 29.04.2014
- ↑ 8 September 2014 - Members of the Administrative Board of Review appointed Pressemitteilung der EZB, abgerufen am 02.04.2015
- ↑ From Deutsche Bank to supervisor at the ECB CEO vom 07.11.2014, abgerufen am 02.04.2015
- ↑ Kanzlerin beruft Issings Expertengruppe Spiegel-online, 28. Oktober 2008, abgerufen am 14.05.2010
