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von Max Bank

Archiv:Europäische Zentralbank: Unterschied zwischen den Versionen

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| Name            = Europäische Zentralbank EZB
| Name            = Europäische Zentralbank EZB
| Logo            =  
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| Sitz            = Frankfurt a.M.
| Sitz            = Frankfurt a.M.
| Gründung        =  
| Gründung        = 1. Juni 1998
| Aktionsbereich  = Europäische Union
| Aktionsbereich  = Europäische Union
| Funktion        = Stabilität der Euro-Zone, Bankenaufsicht,  
| Funktion        = Stabilität der Euro-Zone, Bankenaufsicht,  
| Mitarbeiter      =
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| Homepage        = [http://www.ecb.int/ www.ecb.int]
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}}  
}}  
==Kurzdarstellung==
=== Aufgaben der EZB ===
Die grundlegende Aufgaben der EZB bestehen darin<ref>[https://www.ecb.europa.eu/ecb/tasks/html/index.de.html Aufgaben], ecb.europa.eu, abgerufen am 18.11.2018</ref>,
*die Geldpolitik für das Euro-Währungsgebiet festzulegen und auszuführen,
*Devisengeschäfte durchzuführen,
*die offiziellen Währungsreserven der Mitgliedsstaaten des Eurogebiets zu halten und zu verwalten (Portfoliomanagement)
*das reibungslose Funktionieren der Zahlungssysteme zu fördern
===Bankenaufsicht===
Über die genannten Aufgaben hinaus ist die EZB für besondere Aufgaben im Zusammenhang mit der Aufsicht über Kreditinstitute, die in teilnehmenden Mitgliedsstaaten niedergelassen sind, zuständig.  Diese Aufgaben nimmt die EZB innerhalb eines Einheitlichen Bankenaufsichtsmechanismus (SSM, [[Single Supervisory Mechanism]]) wahr, der aus der EZB und den nationalen zuständigen Behörden besteht. Erläuterungen zur Bankenaufsicht sind [https://www.bankingsupervision.europa.eu/home/languagepolicy/html/index.de.html hier] abrufbar. Danach ist die EZB für die direkte Aufsicht über 118 bedeutende Banken in den teilnehmenden Ländern zuständig, auf die fast 82 % der Bankaktiva im Euroraum entfallen. Banken, die nicht als bedeutend eingestuft werden, werden weiterhin von den nationalen Aufsichtsbehörden beaufsichtigt, in enger Zusammenarbeit mit der EZB.
Über die [[Dominanz der Finanzbranche in den Expertengruppen der EU]] hat diese einen großen Einfluss auf die Finanzmarkregulierung.
===Leitlinien für die externe Kommunikation der EZB-Direktoriumsmitglieder===
Die Leitlinien sind [https://www.ecb.europa.eu/ecb/orga/transparency/html/eb-communications-guidelines.de.html hier] abrufbar. Danach basiert die Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern, mit Mitgliedern von Interessenverbänden und mit Vertretern der Zivilgesellschaft  auf offenen, transparenten und regelmäßigen Gesprächen und Diskussionen. So werden die Direktoriumsmitglieder, sofern ihre  Ausführungen als finanzmarktrelevant betrachtet werden könnten, Einladungen zu Vortragsaktivitäten auf Veranstaltungen nur annehmen, wenn die Ausführungen zu Beginn der Rede auf der Website der EZB veröffentlicht werden oder wenn die Veranstaltung von der breiten Öffentlichkeit direkt beobachtet und verfolgt werden kann (beispielsweise über einen Live-Webcast) oder wenn auf der Veranstaltung Medienvertreter anwesend sind, die in Echtzeit berichten könnten (Vortragsaktivitäten zu allgemeinen oder wissenschaftlichen Themen, bei denen keine finanzmarktrelevanten Informationen offengelegt werden, sind von dieser Vorgabe ausgenommen). Die Direktoriumsmitglieder sollen auch keine für den künftigen geldpolitischen Kurs relevanten persönlichen Einschätzungen zur Lage der Wirtschaft oder des Finanzsektors gegenüber Institutionen, Unternehmen oder Personen abgeben, die aus solchen Informationen Gewinn schlagen könnten, sofern die Einschätzungen nicht bereits öffentlich geäußert worden sind.
==Beziehungen zur Finanzwirtschaft==
===Einbindung von BlackRock in die europäische Bankenaufsicht===
[[BlackRock]] führte für die EZB sogenannte Stresstests für europäische Großbanken durch - an denen der Konzern wiederum teilweise als Aktionär beteiligt ist. Martin Hellwig, ehem. Vorsitzender der Monopolkommission und Leiter des Max-Planck-Instituts für Gemeinschaftsgüter, hält es für grundsätzlich falsch, dass einem privaten Unternehmen eine hoheitliche Aufgabe anvertraut wird.<ref>[http://www.spiegel.de/politik/deutschland/friedrich-merz-und-blackrock-geld-spielt-eine-rolle-kolumne-a-1239144.html#ref=rss Geld spielt eine Rolle], spiegel.de vom 19.11.2018, abgerufen am 19.11.2018</ref><ref>[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/ezb-in-der-kritik-blackrock-prueft-banken-an-denen-es-selbst-anteile-besitzt/22590450.html BlackRock prüft Banken, an denen es selbst Anteile besitzt], tagesspiegel.de vom 23.05.2018, abgerufen am 19.11.2018</ref>
===Nähe zur Großbanken===
Auf Antrag der "Financial Times" hat die EZB die Terminkalender des gesamten Direktoriums für die Zeit vom August 2014 bis Juli 2015 veröffentlicht. Nach Einschätzung der Süddeutschen Zeitung bestätigt die Lektüre, was man schon immer vermuten durfte: Europas Währungshüter haben einen engen Draht zur globalen Finanzelite. So traf z. B. [[Mario Draghi]] am 5. Mai 2015 Vertreter des französischen Versicherungskonzerns Axa, am 6. Mai Vertreter der weltweit größten Fondsgesellschaft [[BlackRock]] und am 13. Mai Vertreter des weltweit größten Hedgefond [[Bridgewater]] Associates. EZB-Direktor Benoit Coeuré traf sich mit der Großbank [[BNP Parisbas]] sogar am Morgen des 4. September 2014, dem Tag, an dem der EZB-Rat eine Senkung der Leitzinsen beschlossen hat. Normalerweise sollten EZB-Banker vor und währen der Ratssitzungen sehr zurückhaltend kommunizieren. In einigen Ländern dürfen führende Notenbanker in der Woche vor einer Zinssitzung grundsätzlich mit keinem Banker aus der Finanzwirtschaft sprechen.
Quelle: <ref>[http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/termine-der-ezb-direktoren-veroeffentlicht-ganz-nah-dran-1.2720255-2  Markus Zydra: Pikante Nähe zwischen EZB und Großbanken, Süddeutsche Zeitung.de, 4. 11. 2015], abgerufen am 04. 11. 2015</ref><ref>[http://www.afr.com/news/economy/monetary-policy/ecb-officials-met-bankers-before-big-policy-moves-20151103-gkpd6y Claire Jones: ECB officials met bankers before big policy moves, Financial Review, 03. 11. 2015], abgerufen am 04. 11. 2015</ref>
==Organisationsstruktur und Personal==
==Organisationsstruktur und Personal==
===Direktorium===
===Direktorium===
* [[Jean-Claude Trichet]], Präsident der EZB
{| class="lptable"
* [[Vítor Constâncio]], Vizepräsident der EZB
! 
* [[Lorenzo Bini Smaghi]]
!
* [[José Manuel González-Páramo]]
!
* [[Jürgen Stark]], Chefvolkswirt
|-
* [[Peter Praet]]
| [[Mario Draghi]]
(Stand: Juni 2011), Quelle:<ref>[http://www.ecb.int/ecb/orga/decisions/eb/html/index.de.html EZB-Das Direktorium] abgerufen am 27.06.11 </ref>
| Präsident der EZB
| 2002-2005 Managing Director und stellv. Vorsitzender von [[Goldman Sachs]] International <ref>[http://www.ecb.europa.eu/ecb/orga/decisions/html/cvdraghi.de.html CV Draghi], ecb.europa.eu, abgerufen am 29.04.2014</ref>
 
|-
| [[Luis de Guindos]]
| Vizepräsident der EZB
| frühere Funktionen: Spanischer Wirtschaftsminister, Direktor [[PricewaterhouseCoopers]] (PwC), CEO Iberia von Lehman Brothers
 
|-
| [[Benoît Cœuré]]
| Direktoriumsmitglied
| Cœuré arbeitete für das nationale statistische Amt Frankreichs (INSEE) und war Direktor der [[Agence France Trésor]], die Gelder und Schulden des französischen Staates verwaltet.
 
|-
| [[Sabine Lautenschläger]]
| Direktoriumsmitglied
| Seit 2014 Stellv. Vorsitzende des Aufsichtsgremiums des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus ([[Single Supervisory Mechanism]] - SSM)
 
|-
| [[Yves Mersch]]
| Direktoriumsmitglied
| 1998-2012 Präsident der [[Zentralbank von Luxemburg]]
 
|-
| [[Peter Praet]]
| Direktoriumsmitglied,
EZB-Chefvolkswirt
| 2000-2011 Geschäftsführender Direktor der belgischen Nationalbank
|}
(Stand: November 2018) Quelle: <ref>[http://www.ecb.europa.eu/ecb/orga/decisions/eb/html/index.de.html Das Direktorium] Webseite EZB, abgerufen am 18.11.2018</ref>
 
 
ehem. Mitglied des EZB-Direktoriums:
* [[Jörg Asmussen]]


==== Personalien ====


Jürgen Stark verließ im September 2011 offiziell aus persönlichen Gründen das Direktorium, inoffiziell wegen Differenzen mit [[Jean-Claude Trichet]] aufgrund der Aufgabe von [[Monetarismus|monetaristischer]] Dogmen.<ref>[http://www.ftd.de/politik/international/:kolumne-wolfgang-muenchau-prinzipienreiterei-bis-in-den-abgrund/60103793.html Wolfgang Münchau - Prinzipienreiterei bis in den Abgrund] FTD vom 13.09.2011</ref>
{{Finanzlobby-box}}
Anfang Oktober 2011 gaben die 17 Euroländer grünes Licht für den Finanzsstaatssekretät [[Jörg Assmussen]] als Chefsvolkswirt der EZB <ref>[http://www.welt.de/wirtschaft/article13639667/Gruenes-Licht-fuer-Joerg-Asmussen-als-EZB-Chefvolkswirt.html Grünes Licht für Jörg Asmussen als EZB-Chefvolkswirt], Welt vom 3.10.2010</ref>.
 
{{Finanzlobby-box}}  
===EZB-Rat===
===EZB-Rat===
Der [[Europäischer Zentralbankrat|Europäische Zentralbankrat]] ist das wichtigste Beschlussorgan der EZB. Er umfasst
Der [[Europäischer Zentralbankrat|Europäische Zentralbankrat]] ist das wichtigste Beschlussorgan der EZB. Er umfasst:
*die sechs Mitglieder des Direktoriums sowie
*die 6 Mitglieder des Direktoriums sowie
*die Präsidenten der nationalen Zentralbanken der 17 Eurostaaten.
*die Präsidenten der nationalen Zentralbanken der 17 Eurostaaten.
== Aufgaben ==


Die grundlegende Aufgaben der EZB sind gemäß [http://dejure.org/gesetze/AEUV/127.html Artikel 127 Absatz 2 des AEU Vertrages] die Geldpolitik des Euro-Währungsgebiets festzulegen und auszuführen, Devisengeschäfte durchzuführen, die offiziellen Währungsreserven der Mitgliedstaaten zu halten und zu verwalten und  das reibungslose Funktionieren der Zahlungssysteme zu fördern. Daneben hat die EZB die Aufgabe wirtschaftliche Statistiken über den Euroraum zu erstellen und die Banken zu beaufsichtigen <ref>[http://www.ecb.int/ecb/orga/tasks/html/index.de.html Aufgabenbeschreibung auf der Webseite der EZB]</ref>.


=== Geldpolitik ===
===Market Contact Groups===
Die Kontaktgruppen dienen dem Meinungsaustausch zwischen der EZB und Marktteilnehmern. Mitglieder sind in der Regel drei Vertreter der EZB und etwa 20 Vertreter der Finanzwirtschaft. Die Gruppen sind [https://www.ecb.europa.eu/paym/groups/html/index.en.html hier] abrufbar.


Die Hauptaufgabe der EZB besteht darin, den Banken Geld (mit Wertpapieren als Sicherheit) zu leihen und dadurch die Geldmenge und Inflation zu steuern. Als Bedingung für die Beteiligung an dem Verfahren verlangt die EZB eine Mindestreserve von Seiten der Banken. Die Mindestreserve beträgt 2% der Geldmenge, die bei den Banken in Form von Sichteinlagen (d.h. Konten) angelegt wurde.
Zum Thema "Market Operations" gibt es die folgenden Gruppen:
*Bond Market Contact Group (BMCG)
*Money Market Contact Group (MMCG)
*Foreign Exchange Contact Group (FXCG)
*Operations Managers Contact Group (OMCG)
Zum Thema "Payments & Securities" gibt es die folgenden Gruppen:
*Contact Group on Euro Payments Strategy" (COGEPS)
*Contact Group on Euro Securities Infrastructures" (COGEST)


==== Offenmarktgeschäfte ====
===Administrative Board of Review===
Bei diesem 'Überprüfungsausschuss' können sich Banken beschweren, wenn sie mit Entscheidungen der EZB nicht einverstanden sind.
{| class="lptable"
|-
! Mitglieder
!


Bei den sogenannten Offenmarktgeschäften  trifft sich der [[EZB-Rat]] einmal im Monat um anhand makroökonomischer Analysen seines Expertenteams mit einfacher Mehrheit die [[Leitzins]]en festzulegen, aus denen sich der [[Tagesgeldzinssatz]] ergibt. Die Leitzinsen setzen sich aus dem Einlagenzinssatz als Untergrenze und dem Spitzenfazilitätszinssatz als Obergrenze zusammen; Ersterer ist der Zinssatz für kurzfristig angelegtes Geld der Banken, Letzerer derjenige für kurzfristig von der EZB geliehenes Geld. Ungefähr in der Mitte dieser beiden Zinssätze liegt der Hauptrefinanzierungszinssatz, zu dem sich die Banken refinanzieren und der in den Medien als [[Leitzins]] bezeichnet wird.
|-
| F. Javier Arístegui Yáñez
| former Deputy Governor of the Banco de España


Der Hauptrefinanzierungszinssatz wird wöchentlich bestimmt. Dabei gibt die EZB den vom EZB-Rat festgelegten Mindeszinssatz vor und in einer Art Auktion können die Banken einen Zinssatz bieten zu dem sie eine angegebene Geldmenge leihen möchten (wobei sie der EZB dafür Wertpapiere geben). Nach Eingang der Gebote bestimmt die EZB einen marginalen Zinssatz. Banken die einen Zinssatz über dem marginalen Zinssatz geboten haben, bekommen die gesamte gewünschte Geldmenge. Die Banken die den marginalen Zinssatz geboten haben, bekommen Geld nach einem gewissen Kontigent zugeteilt und der Rest geht leer aus. Dieses Verfahren wird als Zinstender bezeichnet und der Hauptrefinanzierungszinssatz ist der marginale Zinssatz.Im Zuge der [[Welt-Finanzkrise]] ist die EZB 2008 allerdings zum Mengentender-Verfahren übergegangen um die nötige Liquidität zur Verfügung zu stellen, da auf Grund des Misstrauens die Banken sich Gegenseitig kein Geld mehr geliehen haben. Bei Mengentender-Verfahren bekommen zu einem vorher festgelegten Zinssatz (dem Hauptrefinanzierungszinstaz) alle Banken die verlangte Geldmenge.<ref>[[Olivier Blanchard]], Gerhard Illing: Makroökonomie. 5. aktualisierte und erweiterte Auflage. Pearson Studium, München u. a. 2008</ref><ref name="ecbpropaganda">[http://www.ecb.int/pub/pdf/other/price_stability_web_2011de.pdf?d437ce8213eb510d5ec7f8bb6f13b5ed  Preisstabilität:Warum ist sie für dich wichtig?], ecb 2011 </ref>
|-
| Concetta Brescia Morra
| Professor of Law


==== Ziele der Geldpolitik im Lissabon-Vertrag ====
|-
| André Camilleri
| former Director General of the Malta Financial Services Authority


Nach Art. 2 [http://www.flegel-g.de/lissabon/Protokoll4.html Protokoll 4 des Anhanges] zum [[Lissabon Vertrag]]es ist das vorrangige Ziel der EZB, die Preisstabilität zu gewährleisten. Zwar soll sie auch die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung in der Union unterstützen, darf dies aber nur, sofern dadurch nicht Preisstabilität beeinträchtigt wird.
|-
| [[Edgar Meister]]
| zuvor u.a. Aufsichtsrat der [[DWS Investment]] der [[Deutsche Bank|Deutschen Bank]]


|-
| Jean-Paul Redouin
| former First Deputy Governor of the [[Banque de France]] and Chair of the Commission Bancaire


==== Ratingagenturen und die Geldpolitik ====
|-
| colspan="2"| Stellvertreter: Kaarlo Jännäri, René Smits


Die Wertpapiere, welche die EZB von den Banken als Sicherheit nimmt, werden nach den Ratings der [[Ratingagenturen]], bewertet. D.h. wenn die Staatsanleihen von den Ratingagenturen niedriger bewertet werden, werden sie von der EZB nur noch mit Abschlägen als Sicherheit für die Vergabe von Geld an die Banken akzeptiert<ref>Lucas Zeise, Das Ende der Party, 2008, PapyRossa Verlag, S. 162 </ref>.
|}
(Stand: April 2015) Quelle: <ref>[http://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2014/html/pr140908.en.html 8 September 2014 - Members of the Administrative Board of Review appointed] Pressemitteilung der EZB, abgerufen am 02.04.2015</ref>


==== Kritik an der Gelpolitik der EZB ====


Nach einer Studie des Ökonomie-Professors Jörg Bibow im Auftrag der [[Hans Böckler Stiftung]] im Jahre 2011 senkt die EZB die Leitzinsen, im Gegensatz zu anderen Notenbanken, meist zu spät wenn die Konjunktur strauchelt und erhöht sie wieder zu früh, wenn sich die Konjunktur noch nicht richtig erholt hat <ref>[http://www.boeckler.de/36831_37268.htm EZB: Konjunktur bleibt aussen vor], Böckler Impuls Ausgabe 12/2011</ref>.
==Seitenwechsel==
* [[Edgar Meister]] wechselte mehrfach die Seiten zwischen Politik und Wirtschaft. Kurz bevor er im September 2014 Mitglied im 'Administrative Board of Review' wurde, verließ er den Aufsichtsrat der [[DWS Investment]] der Investment-Tochter der [[Deutsche Bank|Deutschen Bank]]. Für die [[Commerzbank]] arbeitete er bis 2013. 1991-09/1993 war er Finanzminister von Rheinland-Pfalz. Danach wechselte er in das Direktorium der [[Deutsche Bundesbank|Deutschen Bundesbank]] (bis 2007). Meister war Vorsitzender des [[Banking Supervision Committee]] der EU von 1998 bis 2007. Als Mitarbeiter der EZB ist er gleichzeitig Direktor bei der [[Ratingagentur]] [[Standard & Poor´s]] Credit Market Services. <ref>[http://corporateeurope.org/economy-finance/2014/11/deutsche-bank-supervisor-ecb From Deutsche Bank to supervisor at the ECB] CEO vom 07.11.2014, abgerufen am 02.04.2015</ref>


Der amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger [[Paul Krugman]] meint, dass die Fixierung der EZB auf eine Gesamt-[[Inflationsrate]] von 2 % im gesamten Euroraum zu Lasten der Peripherieländer geht <ref>[http://krugman.blogs.nytimes.com/2011/01/18/european-inflation-targets/ European Inflation Targets], Paul Krugmann Blog, 18.01.2011 </ref>.


==== Kritik an den als von der EZB als Sicherheiten angenommenen Wertpapieren ====
* [[Otmar Issing]], von 1998-2006 Direktoriumsmitglied der EZB, wechselte 2007 als Berater zur [[Goldman Sachs]] <ref>[http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,587085,00.html Kanzlerin beruft Issings Expertengruppe] Spiegel-online, 28. Oktober 2008, abgerufen am 14.05.2010</ref>


Nach einer Studie des [[DGB]] hat die EZB von 1999 (unter 10%)  bis zum Jahre 2010 (über 60 %) immer mehr toxische Papiere als Sicherheiten bei den Wertpapieren akzeptiert. Wohingegen der Anteil von Staatspapieren und ähnlichem von ca 50 % auf unter 20 % gefallen ist. Das heißt das die Banken die EZB benutzt haben, um für „nicht marktfähigen Sicherheiten“ problemlos an billiges Geld zu kommen.<ref>[http://pweb.arbeiterkammer.at/lists/lt.php?id=fUwAUQNUUlBTA0pRVFoCHlUKAQMG  Krise in Europa EZB im Dienste der Banken, nicht der Staaten], wirtschaftspolitik – standpunkte 03|2011
, arbeiterkammer wien </ref>


==Seitenwechsel==
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* [[Otmar Issing]], von 1998-2006 Direktoriumsmitglied der EZB, wechselte 2007 als Berater zur [[Goldman Sachs]]<ref>[http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,587085,00.html Kanzlerin beruft Issings Expertengruppe] Spiegel-online, 28. Oktober 2008, abgerufen am 14.05.2010</ref>


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
<references/>
<references/>
[[Kategorie:Unvollständig]]
[[Kategorie:Finanzlobby]]
[[Kategorie:Bank]]

Aktuelle Version vom 8. Juli 2020, 12:51 Uhr

Europäische Zentralbank EZB
Hauptsitz Frankfurt a.M.
Gründung 1. Juni 1998
Tätigkeitsbereich
Mitarbeiter
Etat
Webadresse www.ecb.int


Kurzdarstellung

Aufgaben der EZB

Die grundlegende Aufgaben der EZB bestehen darin[1],

  • die Geldpolitik für das Euro-Währungsgebiet festzulegen und auszuführen,
  • Devisengeschäfte durchzuführen,
  • die offiziellen Währungsreserven der Mitgliedsstaaten des Eurogebiets zu halten und zu verwalten (Portfoliomanagement)
  • das reibungslose Funktionieren der Zahlungssysteme zu fördern

Bankenaufsicht

Über die genannten Aufgaben hinaus ist die EZB für besondere Aufgaben im Zusammenhang mit der Aufsicht über Kreditinstitute, die in teilnehmenden Mitgliedsstaaten niedergelassen sind, zuständig. Diese Aufgaben nimmt die EZB innerhalb eines Einheitlichen Bankenaufsichtsmechanismus (SSM, Single Supervisory Mechanism) wahr, der aus der EZB und den nationalen zuständigen Behörden besteht. Erläuterungen zur Bankenaufsicht sind hier abrufbar. Danach ist die EZB für die direkte Aufsicht über 118 bedeutende Banken in den teilnehmenden Ländern zuständig, auf die fast 82 % der Bankaktiva im Euroraum entfallen. Banken, die nicht als bedeutend eingestuft werden, werden weiterhin von den nationalen Aufsichtsbehörden beaufsichtigt, in enger Zusammenarbeit mit der EZB.

Über die Dominanz der Finanzbranche in den Expertengruppen der EU hat diese einen großen Einfluss auf die Finanzmarkregulierung.

Leitlinien für die externe Kommunikation der EZB-Direktoriumsmitglieder

Die Leitlinien sind hier abrufbar. Danach basiert die Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern, mit Mitgliedern von Interessenverbänden und mit Vertretern der Zivilgesellschaft auf offenen, transparenten und regelmäßigen Gesprächen und Diskussionen. So werden die Direktoriumsmitglieder, sofern ihre Ausführungen als finanzmarktrelevant betrachtet werden könnten, Einladungen zu Vortragsaktivitäten auf Veranstaltungen nur annehmen, wenn die Ausführungen zu Beginn der Rede auf der Website der EZB veröffentlicht werden oder wenn die Veranstaltung von der breiten Öffentlichkeit direkt beobachtet und verfolgt werden kann (beispielsweise über einen Live-Webcast) oder wenn auf der Veranstaltung Medienvertreter anwesend sind, die in Echtzeit berichten könnten (Vortragsaktivitäten zu allgemeinen oder wissenschaftlichen Themen, bei denen keine finanzmarktrelevanten Informationen offengelegt werden, sind von dieser Vorgabe ausgenommen). Die Direktoriumsmitglieder sollen auch keine für den künftigen geldpolitischen Kurs relevanten persönlichen Einschätzungen zur Lage der Wirtschaft oder des Finanzsektors gegenüber Institutionen, Unternehmen oder Personen abgeben, die aus solchen Informationen Gewinn schlagen könnten, sofern die Einschätzungen nicht bereits öffentlich geäußert worden sind.

Beziehungen zur Finanzwirtschaft

Einbindung von BlackRock in die europäische Bankenaufsicht

BlackRock führte für die EZB sogenannte Stresstests für europäische Großbanken durch - an denen der Konzern wiederum teilweise als Aktionär beteiligt ist. Martin Hellwig, ehem. Vorsitzender der Monopolkommission und Leiter des Max-Planck-Instituts für Gemeinschaftsgüter, hält es für grundsätzlich falsch, dass einem privaten Unternehmen eine hoheitliche Aufgabe anvertraut wird.[2][3]

Nähe zur Großbanken

Auf Antrag der "Financial Times" hat die EZB die Terminkalender des gesamten Direktoriums für die Zeit vom August 2014 bis Juli 2015 veröffentlicht. Nach Einschätzung der Süddeutschen Zeitung bestätigt die Lektüre, was man schon immer vermuten durfte: Europas Währungshüter haben einen engen Draht zur globalen Finanzelite. So traf z. B. Mario Draghi am 5. Mai 2015 Vertreter des französischen Versicherungskonzerns Axa, am 6. Mai Vertreter der weltweit größten Fondsgesellschaft BlackRock und am 13. Mai Vertreter des weltweit größten Hedgefond Bridgewater Associates. EZB-Direktor Benoit Coeuré traf sich mit der Großbank BNP Parisbas sogar am Morgen des 4. September 2014, dem Tag, an dem der EZB-Rat eine Senkung der Leitzinsen beschlossen hat. Normalerweise sollten EZB-Banker vor und währen der Ratssitzungen sehr zurückhaltend kommunizieren. In einigen Ländern dürfen führende Notenbanker in der Woche vor einer Zinssitzung grundsätzlich mit keinem Banker aus der Finanzwirtschaft sprechen.

Quelle: [4][5]

Organisationsstruktur und Personal

Direktorium

Mario Draghi Präsident der EZB 2002-2005 Managing Director und stellv. Vorsitzender von Goldman Sachs International [6]
Luis de Guindos Vizepräsident der EZB frühere Funktionen: Spanischer Wirtschaftsminister, Direktor PricewaterhouseCoopers (PwC), CEO Iberia von Lehman Brothers
Benoît Cœuré Direktoriumsmitglied Cœuré arbeitete für das nationale statistische Amt Frankreichs (INSEE) und war Direktor der Agence France Trésor, die Gelder und Schulden des französischen Staates verwaltet.
Sabine Lautenschläger Direktoriumsmitglied Seit 2014 Stellv. Vorsitzende des Aufsichtsgremiums des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism - SSM)
Yves Mersch Direktoriumsmitglied 1998-2012 Präsident der Zentralbank von Luxemburg
Peter Praet Direktoriumsmitglied,

EZB-Chefvolkswirt

2000-2011 Geschäftsführender Direktor der belgischen Nationalbank

(Stand: November 2018) Quelle: [7]


ehem. Mitglied des EZB-Direktoriums:


EZB-Rat

Der Europäische Zentralbankrat ist das wichtigste Beschlussorgan der EZB. Er umfasst:

  • die 6 Mitglieder des Direktoriums sowie
  • die Präsidenten der nationalen Zentralbanken der 17 Eurostaaten.


Market Contact Groups

Die Kontaktgruppen dienen dem Meinungsaustausch zwischen der EZB und Marktteilnehmern. Mitglieder sind in der Regel drei Vertreter der EZB und etwa 20 Vertreter der Finanzwirtschaft. Die Gruppen sind hier abrufbar.

Zum Thema "Market Operations" gibt es die folgenden Gruppen:

  • Bond Market Contact Group (BMCG)
  • Money Market Contact Group (MMCG)
  • Foreign Exchange Contact Group (FXCG)
  • Operations Managers Contact Group (OMCG)

Zum Thema "Payments & Securities" gibt es die folgenden Gruppen:

  • Contact Group on Euro Payments Strategy" (COGEPS)
  • Contact Group on Euro Securities Infrastructures" (COGEST)

Administrative Board of Review

Bei diesem 'Überprüfungsausschuss' können sich Banken beschweren, wenn sie mit Entscheidungen der EZB nicht einverstanden sind.

Mitglieder
F. Javier Arístegui Yáñez former Deputy Governor of the Banco de España
Concetta Brescia Morra Professor of Law
André Camilleri former Director General of the Malta Financial Services Authority
Edgar Meister zuvor u.a. Aufsichtsrat der DWS Investment der Deutschen Bank
Jean-Paul Redouin former First Deputy Governor of the Banque de France and Chair of the Commission Bancaire
Stellvertreter: Kaarlo Jännäri, René Smits

(Stand: April 2015) Quelle: [8]


Seitenwechsel



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Einzelnachweise

  1. ↑ Aufgaben, ecb.europa.eu, abgerufen am 18.11.2018
  2. ↑ Geld spielt eine Rolle, spiegel.de vom 19.11.2018, abgerufen am 19.11.2018
  3. ↑ BlackRock prüft Banken, an denen es selbst Anteile besitzt, tagesspiegel.de vom 23.05.2018, abgerufen am 19.11.2018
  4. ↑ Markus Zydra: Pikante Nähe zwischen EZB und Großbanken, Süddeutsche Zeitung.de, 4. 11. 2015, abgerufen am 04. 11. 2015
  5. ↑ Claire Jones: ECB officials met bankers before big policy moves, Financial Review, 03. 11. 2015, abgerufen am 04. 11. 2015
  6. ↑ CV Draghi, ecb.europa.eu, abgerufen am 29.04.2014
  7. ↑ Das Direktorium Webseite EZB, abgerufen am 18.11.2018
  8. ↑ 8 September 2014 - Members of the Administrative Board of Review appointed Pressemitteilung der EZB, abgerufen am 02.04.2015
  9. ↑ From Deutsche Bank to supervisor at the ECB CEO vom 07.11.2014, abgerufen am 02.04.2015
  10. ↑ Kanzlerin beruft Issings Expertengruppe Spiegel-online, 28. Oktober 2008, abgerufen am 14.05.2010