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von Felix Duffy

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==Lobbystrategien und Einfluss==
==Lobbystrategien und Einfluss==
Der ADAC versteht sich als die Interessenvertretung der AutofahrerInnen. Zunächst einmal gilt es den ADAC als Interessenvertretung der Autofahrer zu betrachten, so wie er sich selbst beschreibt. Mit über 18 Millionen Mitglieder ist er der mitgliederstärkste Club Deutschlands. Aus dieser Größe leitet der Verein auch seine einflussreiche Rolle im politischen Berlin ab. Ob er jedoch wirklich immer die Interessen seiner Mitglieder vertritt, ist allerdings fraglich. Ferdinand Dudenhöffer, Automobilwirtschaftsexperte von der Universität Duisburg-Essen nennt dies "geborgte Macht" und verweist darauf, dass ein Großteil der Mitglieder schließlich nur aufgrund der Pannenhilfe dem ADAC beigetreten sei. Er kritisiert die Tatsache, dass der ADAC aufgrund seiner Mitgliederzahl fähig ist, wirtschaftliche Interessen durchzusetzen.<ref name="WAZ"/>
Der ADAC versteht sich als die Interessenvertretung der AutofahrerInnen. Zunächst einmal gilt es den ADAC als Interessenvertretung der Autofahrer zu betrachten, so wie er sich selbst beschreibt. Mit über 19 Millionen Mitglieder ist er der mitgliederstärkste Club Deutschlands. Aus dieser Größe leitet der Verein auch seine einflussreiche Rolle im politischen Berlin ab. Ob er jedoch wirklich immer die Interessen seiner Mitglieder vertritt, ist allerdings fraglich. Ferdinand Dudenhöffer, Automobilwirtschaftsexperte von der Universität Duisburg-Essen nennt dies "geborgte Macht" und verweist darauf, dass ein Großteil der Mitglieder schließlich nur aufgrund der Pannenhilfe dem ADAC beigetreten sei. Er kritisiert die Tatsache, dass der ADAC aufgrund seiner Mitgliederzahl fähig ist, wirtschaftliche Interessen durchzusetzen.<ref name="WAZ"/>


Mit seinen zahlreichen eigenen Tochtergesellschaften verfolgt der Verein auch wirtschaftliche Interessen. Die Tochtergesellschaften kommen aus unterschiedlichen Branchen: Sie reichen von der ADAC Autoversicherung AG über den ADAC Verlag GmbH & Co. KG bis hin zu der ADAC Finanzdienste GmbH. All diese Firmen sind in der ADAC Beteiligungs- und Wirtschaftsdienst GmbH, die als Holding agiert, gebündelt.<ref name="unternehmen"/>
Mit seinen zahlreichen eigenen Tochtergesellschaften verfolgt der Verein auch wirtschaftliche Interessen. Die Tochtergesellschaften kommen aus unterschiedlichen Branchen: Sie reichen von der ADAC Autoversicherung AG über den ADAC Verlag GmbH & Co. KG bis hin zu der ADAC Finanzdienste GmbH. All diese Firmen sind in der ADAC Beteiligungs- und Wirtschaftsdienst GmbH, die als Holding agiert, gebündelt.<ref name="unternehmen"/>


Der ADAC verfügt über gute Kontakte zur Bundesregierung. Für den Zeitraum von 2009-2013 lassen sich 60 hochrangige Kontakte des ADAC mit Ministern oder Staatssekretären der Bundesregierung nachweisen, darunter zahlreiche persönliche Gespräche mit Bundesministern.<ref>[http://www.nachhaltig-links.de/images/stories/Verkehr/Dokumente3/AW-schriftlFrag-Treffen-Kanzleramt-2013-09-19.pdf Antwort auf Frage 156 im Monat September], Schriftliche Frage der Linksfraktion, abgerufen am 12.03.2014</ref> [[Peter Ramsauer]] nahm in seiner Funktion als Bundesverkehrsminister jährlich an der Verleihung des Preises "Gelber Engel" teil. Der damalige Staatsminister im Kanzleramt und jetztige [[Daimler]]-Lobbyist, [[Eckart von Klaeden]], hielt ein Grußwort beim ADAC-Empfang. "Die Kontakte reichen von Runden Tischen mit der Kanzlerin über Vier-Augen-Gespräche zwischen Ministern und ADAC-Präsident Peter Meyer bis hin zur Teilnahme hochrangiger Politiker an prunkvollen ADAC-Veranstaltungen."<ref name="sueddeutsche"/>
Der ADAC verfügt über gute Kontakte zur Bundesregierung. Für den Zeitraum von 2009-2013 lassen sich 60 hochrangige Kontakte des ADAC mit Ministern oder Staatssekretären der Bundesregierung nachweisen, darunter zahlreiche persönliche Gespräche mit Bundesministern.<ref>[http://www.nachhaltig-links.de/images/stories/Verkehr/Dokumente3/AW-schriftlFrag-Treffen-Kanzleramt-2013-09-19.pdf Antwort auf Frage 156 im Monat September], Schriftliche Frage der Linksfraktion, abgerufen am 29.03.2017</ref> [[Peter Ramsauer]] nahm in seiner Funktion als Bundesverkehrsminister jährlich an der Verleihung des Preises "Gelber Engel" teil. Der damalige Staatsminister im Kanzleramt und jetztige [[Daimler]]-Lobbyist, [[Eckart von Klaeden]], hielt ein Grußwort beim ADAC-Empfang. "Die Kontakte reichen von Runden Tischen mit der Kanzlerin über Vier-Augen-Gespräche zwischen Ministern und ADAC-Präsident Peter Meyer bis hin zur Teilnahme hochrangiger Politiker an prunkvollen ADAC-Veranstaltungen."<ref name="sueddeutsche"/>


Auch im Bundestag ist der ADAC präsent: In der vergangenen Wahlperiode trat der ADAC laut dessen Vorsitzenden Martin Burkert (SPD) bei 5 Expertenanhörungen des Verkehrsausschusses auf <ref>[http://www.spiegel.de/auto/aktuell/ausschuss-chef-kritisiert-politischen-einfluss-des-adac-a-944950.html Ausschusschef kritisiert politischen Einfluss des ADAC], Spiegel Online, 20.01.2014, abgerufen am 20.01.2014</ref>
Auch im Bundestag ist der ADAC präsent: In der vergangenen Wahlperiode trat der ADAC laut dessen Vorsitzenden Martin Burkert (SPD) bei 5 Expertenanhörungen des Verkehrsausschusses auf <ref>[http://www.spiegel.de/auto/aktuell/ausschuss-chef-kritisiert-politischen-einfluss-des-adac-a-944950.html Ausschusschef kritisiert politischen Einfluss des ADAC], Spiegel Online, 20.01.2014, abgerufen am 29.03.2017</ref>


Die Berliner Lobbyarbeit wird im Berliner Präsidialbüro koordiniert, welches vor allem als Kontaktbörse zu Abgeordneten, Fraktionsmitarbeitern und Journalisten innerhalb des Politikgeschehens in Berlin fungiert. Aber nicht nur von Berlin aus wird Lobbyarbeit betrieben, auch in München sitzen 18 Mitarbeiter, die für die Pressearbeit zuständig sind. Dies zeigt, welche Möglichkeiten der ADAC hat, sich medial zu präsentieren.<ref>[http://www.adac.de/sp/presse/pressekontakt/default.aspx ADAC Presseportal], adac.de, abgerufen am 29.01.2014</ref>
Die Berliner Lobbyarbeit wird im Berliner Präsidialbüro koordiniert, welches vor allem als Kontaktbörse zu Abgeordneten, Fraktionsmitarbeitern und Journalisten innerhalb des Politikgeschehens in Berlin fungiert. Aber nicht nur von Berlin aus wird Lobbyarbeit betrieben, auch in München sitzen 18 Mitarbeiter, die für die Pressearbeit zuständig sind. Dies zeigt, welche Möglichkeiten der ADAC hat, sich medial zu präsentieren.<ref>[http://www.adac.de/sp/presse/pressekontakt/default.aspx ADAC Presseportal], adac.de, abgerufen am 29.03.2017</ref>


===Politische Positionen===
===Politische Positionen===
* für strengere CO<sub>2</sub>-Werte bei Neuwagen<ref name="sueddeutsche"/>
* für strengere CO<sub>2</sub>-Werte bei Neuwagen<ref name="sueddeutsche"/>
* gegen eine PKW-Maut für Ausländer<ref>[http://www.adac.de/infotestrat/adac-im-einsatz/motorwelt/maut_unwahrheiten.aspx Unangenehme Wahrheiten über die PKW-Maut], adac.de, abgerufen am 30.01.2014</ref>
* gegen die Einführung eines Tempolimits<ref name="sueddeutsche"/>
* gegen die Einführung eines Tempolimits<ref name="sueddeutsche"/>
* gegen die Einführung einer Null-Promille-Grenze<ref name="sueddeutsche"/>
* gegen die Einführung einer Null-Promille-Grenze<ref name="sueddeutsche"/>
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===2015: Immobilien-Affäre um Klaus-Peter Reimer ===
===2015: Immobilien-Affäre um Klaus-Peter Reimer ===
Am 8. Juli 2015 trat der Vizepräsident für Finanzen und ADAC-Regionalclub-Vorsitzender in Westfalen Klaus-Peter Reimer von allen seinen Ämtern zurück. Er reagierte damit auf den Vorwurf, er habe als Bauherr für den ADAC Bauaufträge nicht korrekt ausgeschrieben. Bei zwei Bauvorhaben in Gelsenkirchen und Hagen soll Reimer nach Informationen der Süddeutschen Zeitung einen befreundeten Architekten beauftragt haben, ohne den Auftrag offiziell auszuschreiben und ohne Alternativangebote einzuholen. Die geplanten Immobilienvorhaben belaufen sich auf rund 15 Millionen Euro. Eine interne Untersuchung ergab, dass die Vergabe an den Architekten so nicht hätte erfolgen dürfen.<ref>http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/automobilclub-maechtiger-adac-funktionaer-stuerzt-ueber-immobilienprojekt-1.2556571
Am 8. Juli 2015 trat der Vizepräsident für Finanzen und ADAC-Regionalclub-Vorsitzender in Westfalen Klaus-Peter Reimer von allen seinen Ämtern zurück. Er reagierte damit auf den Vorwurf, er habe als Bauherr für den ADAC Bauaufträge nicht korrekt ausgeschrieben. Bei zwei Bauvorhaben in Gelsenkirchen und Hagen soll Reimer nach Informationen der Süddeutschen Zeitung einen befreundeten Architekten beauftragt haben, ohne den Auftrag offiziell auszuschreiben und ohne Alternativangebote einzuholen. Die geplanten Immobilienvorhaben belaufen sich auf rund 15 Millionen Euro. Eine interne Untersuchung ergab, dass die Vergabe an den Architekten so nicht hätte erfolgen dürfen.<ref>http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/automobilclub-maechtiger-adac-funktionaer-stuerzt-ueber-immobilienprojekt-1.2556571
  Mächtiger ADAC-Funktionär stürzt über Immobilienprojekt], sueddeutsche.de.de vom 8.07.2015, abgerufen am 14.07.2015</ref>  
  Mächtiger ADAC-Funktionär stürzt über Immobilienprojekt], sueddeutsche.de.de vom 8.07.2015, abgerufen am 29.03.2017</ref>  


===2014: Stimmfälschungen beim Autopreis „Gelber Engel“===
===2014: Stimmfälschungen beim Autopreis „Gelber Engel“===
Am 14. Januar 2014 wurden erstmals Verdächtigungen in der Süddeutschen Zeitung laut, nach denen der ADAC bei der Wahl vom Publikumspreis des Autopreises "Gelber Engel" die Stimmzahlen manipuliert hätte.<ref>[http://www.sueddeutsche.de/auto/falsche-zahlen-bei-der-leserwahl-manipulation-beim-gelben-engel-1.1862654 ADAC: Manipulation beim Gelben Engel], sueddeutsche.de vom 14.01.2014, abgerufen am 29.01.2014</ref> Im Laufe der weiteren Recherchen stellte sich heraus, dass die Zahlen nach oben korrigiert wurden, da sie für einen 18 Millionen Mitglieder starken Verein viel zu gering waren. Zumindest war dies die Einschätzung des damaligen Kommunikationsdirektor Michael Ramstetter. Es wurde daraufhin aufgedeckt, dass diese Manipulation schon in früheren Preisverleihungen ähnlich gehandhabt wurde und Zahlen vermehrt noch oben korrigiert wurden.<ref>[http://www.spiegel.de/auto/aktuell/geschoente-stimmzahlen-adac-gibt-auch-fruehere-manipulationen-zu-a-944376.html Geschönte Stimmzahlen: ADAC gibt auch frühere Manipulationen zu], spiegel.de vom 20.01.2014, abgerufen am 29.01.2014</ref> Abgesehen von einem enormen Imageverlust des ADAC, zog dies auch personelle Konsequenzen nach sich. Zunächst trat Michael Ramstetter von seinem Posten als Kommunikationdirektor zurück;<ref>[http://www.sueddeutsche.de/auto/michael-ramstetter-und-der-adac-sie-nannten-ihn-rambo-1.1867068 ADAC: Michael Ramstetter - der Mann den sie Rambo nannten], sueddeutsche.de vom 20.01.2014, abgerufen am 29.01.2014</ref> es folgten Rücktritte vom Präsidenter Peter Meyer <ref>[http://www.spiegel.de/auto/aktuell/adac-kommentar-zum-ruecktritt-von-praesident-peter-meyer-a-952593.html Rücktritt vom Präsidenten Meyer] Rücktritt von Präsident Meyer: Spiegel-Online.de vom 10.02.2014 gesehen am 12.03.2014</ref> und Geschäftsführer Karl Obermair.<ref>[http://www.n-tv.de/auto/ADAC-sondert-Geschaeftsfuehrer-Obermair-ab-article12347896.html Einvernehmliche Trennung] N-tv.de vom 25.02.2014 gesehen am 12.03.2014</ref>
Am 14. Januar 2014 wurden erstmals Verdächtigungen in der Süddeutschen Zeitung laut, nach denen der ADAC bei der Wahl vom Publikumspreis des Autopreises "Gelber Engel" die Stimmzahlen manipuliert hätte.<ref>[http://www.sueddeutsche.de/auto/falsche-zahlen-bei-der-leserwahl-manipulation-beim-gelben-engel-1.1862654 ADAC: Manipulation beim Gelben Engel], sueddeutsche.de vom 14.01.2014, abgerufen am 29.03.2017</ref> Im Laufe der weiteren Recherchen stellte sich heraus, dass die Zahlen nach oben korrigiert wurden, da sie für einen 18 Millionen Mitglieder starken Verein viel zu gering waren. Zumindest war dies die Einschätzung des damaligen Kommunikationsdirektor Michael Ramstetter. Es wurde daraufhin aufgedeckt, dass diese Manipulation schon in früheren Preisverleihungen ähnlich gehandhabt wurde und Zahlen vermehrt noch oben korrigiert wurden.<ref>[http://www.spiegel.de/auto/aktuell/geschoente-stimmzahlen-adac-gibt-auch-fruehere-manipulationen-zu-a-944376.html Geschönte Stimmzahlen: ADAC gibt auch frühere Manipulationen zu], spiegel.de vom 20.01.2014, abgerufen am 29.03.2017</ref> Abgesehen von einem enormen Imageverlust des ADAC, zog dies auch personelle Konsequenzen nach sich. Zunächst trat Michael Ramstetter von seinem Posten als Kommunikationdirektor zurück;<ref>[http://www.sueddeutsche.de/auto/michael-ramstetter-und-der-adac-sie-nannten-ihn-rambo-1.1867068 ADAC: Michael Ramstetter - der Mann den sie Rambo nannten], sueddeutsche.de vom 20.01.2014, abgerufen am 29.03.2017</ref> es folgten Rücktritte vom Präsidenter Peter Meyer <ref>[http://www.spiegel.de/auto/aktuell/adac-kommentar-zum-ruecktritt-von-praesident-peter-meyer-a-952593.html Rücktritt vom Präsidenten Meyer] Rücktritt von Präsident Meyer: Spiegel-Online.de vom 10.02.2014 gesehen am 29.03.2017</ref> und Geschäftsführer Karl Obermair.<ref>[http://www.n-tv.de/auto/ADAC-sondert-Geschaeftsfuehrer-Obermair-ab-article12347896.html Einvernehmliche Trennung] N-tv.de vom 25.02.2014 gesehen am 29.03.2017</ref>
Auch die Rangfolge der "Wahl des Lieblingsautos" wurde gefälscht und fehlerhaft ausgewertet. Ein unabhängiges Wirtschaftsprüfungsunternehmen stellt eine völlig andere Reihenfolge der Gewinner fest. Bis auf den ersten Platz, dem VW Golf, wurden alle Plätze ausgetauscht. Der 3er BMW, vorher auf Platz 69 wurde auf Platz 2 gestuft, Audi A3, Mercedes A-Klasse und Skoda Octavia rutschen jeweils einen Platz im Ranking nach unten.<ref>[http://www.zeit.de/2014/08/adac-wandlungsprozess Platzierung beim gelben Engel] Zeit-online.de vom 13.02.2014 gesehen am 12.03.2014</ref>
Auch die Rangfolge der "Wahl des Lieblingsautos" wurde gefälscht und fehlerhaft ausgewertet. Ein unabhängiges Wirtschaftsprüfungsunternehmen stellt eine völlig andere Reihenfolge der Gewinner fest. Bis auf den ersten Platz, dem VW Golf, wurden alle Plätze ausgetauscht. Der 3er BMW, vorher auf Platz 69 wurde auf Platz 2 gestuft, Audi A3, Mercedes A-Klasse und Skoda Octavia rutschen jeweils einen Platz im Ranking nach unten.<ref>[http://www.zeit.de/2014/08/adac-wandlungsprozess Platzierung beim gelben Engel] Zeit-online.de vom 13.02.2014 gesehen am 29.03.2017</ref>


===2005: ADAC mogelt bei Autotest===
===2005: ADAC mogelt bei Autotest===
Der ADAC testete im Jahr 2005 im Rahmen seiner Auto-Tests den Dacia Logan. Diesem wurde ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt, es kursierten Filmaufnahmen im Internet auf denen der Logan umkippt. Aus ADAC-Kreisen wurde ganz klar vom Kauf dieses Autos abgeraten. Daraufhin wurde dem ADAC unterstellt, dass er mit diesem Testergebnis der deutschen Automobilbranche einen Gefallen tun wollte. Der Test wurde unter anderem von Renault, deren Tochterunternehmen Dacia ist, und von Continental, von denen die Reifen waren, nachgestellt. Außerdem wurde der Test auch von der Fachzeitschrift "Auto-Zeitung" wiederholt, alle kamen zu dem Ergebnis, dass der Logan unter normalen Testverhältnissen nicht umkippt. Nach genaueren Untersuchungen kamen deutsche und französische Experten zu dem Ergebnis, dass der ADAC den Logan falsch bereift hatte, es wurde nämlich ein Reifen mit einer zu kleinen Felge ausgestattet.<ref>[http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/billigauto-im-elchtest-hat-der-adac-geschummelt-1252802.html Billigauto im Elchtest: Hat der ADAC geschummelt?], faz.net vom 10.09.2005, abgerufen am 29.01.2014</ref> Im Nachhinein musste der ADAC die Ungereimtheiten öffentlich zugeben.<ref>[http://www.n-tv.de/auto/ADAC-mogelte-auch-bei-Autotest-article12109316.html "Billigflieger aus Rumänien": ADAC mogelte auch bei Autotest], n-tv.de vom 20.01.2014, abgerufen am 29.01.2014</ref>
Der ADAC testete im Jahr 2005 im Rahmen seiner Auto-Tests den Dacia Logan. Diesem wurde ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt, es kursierten Filmaufnahmen im Internet auf denen der Logan umkippt. Aus ADAC-Kreisen wurde ganz klar vom Kauf dieses Autos abgeraten. Daraufhin wurde dem ADAC unterstellt, dass er mit diesem Testergebnis der deutschen Automobilbranche einen Gefallen tun wollte. Der Test wurde unter anderem von Renault, deren Tochterunternehmen Dacia ist, und von Continental, von denen die Reifen waren, nachgestellt. Außerdem wurde der Test auch von der Fachzeitschrift "Auto-Zeitung" wiederholt, alle kamen zu dem Ergebnis, dass der Logan unter normalen Testverhältnissen nicht umkippt. Nach genaueren Untersuchungen kamen deutsche und französische Experten zu dem Ergebnis, dass der ADAC den Logan falsch bereift hatte, es wurde nämlich ein Reifen mit einer zu kleinen Felge ausgestattet.<ref>[http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/billigauto-im-elchtest-hat-der-adac-geschummelt-1252802.html Billigauto im Elchtest: Hat der ADAC geschummelt?], faz.net vom 10.09.2005, abgerufen am 29.03.2017</ref> Im Nachhinein musste der ADAC die Ungereimtheiten öffentlich zugeben.<ref>[http://www.n-tv.de/auto/ADAC-mogelte-auch-bei-Autotest-article12109316.html "Billigflieger aus Rumänien": ADAC mogelte auch bei Autotest], n-tv.de vom 20.01.2014, abgerufen am 29.03.2017</ref>


===Verflechtungen mit den Wirtschaftsinteressen der Tochterfirmen===
===Verflechtungen mit den Wirtschaftsinteressen der Tochterfirmen===
* Wechselkennzeichen
* Wechselkennzeichen


Der ADAC als Interessenvertretung machte sich frühzeitig für die 2012 eingeführten Wechselkennzeichen stark. Zum Zeitpunkt der Einführung hatte die Tochtergesellschaft ADAC Autoversicherungs AG bereits einen angepassten Versicherungstarif für die Benutzer von Wechselkennzeichen entwickelt.<ref>[http://www.adac.de/infotestrat/adac-im-einsatz/motorwelt/Wechselkennzeichen.aspx Wechselkennzeichen], adac.de, abgerufen am 29.01.2014</ref>
Der ADAC als Interessenvertretung machte sich frühzeitig für die 2012 eingeführten Wechselkennzeichen stark. Zum Zeitpunkt der Einführung hatte die Tochtergesellschaft ADAC Autoversicherungs AG bereits einen angepassten Versicherungstarif für die Benutzer von Wechselkennzeichen entwickelt.<ref>[http://web.archive.org/web/20120918154449/http://www.adac.de/infotestrat/adac-im-einsatz/motorwelt/Wechselkennzeichen.aspx Wechselkennzeichen], adac.de, abgerufen am 29.03.2017</ref>


* ADAC-Postbus
* ADAC-Postbus


Lange Zeit hatte sich der ADAC um die Freigabe des deutschen Fernbusmarktes eingesetzt. Seit 2013 wurde diese Erlaubnis für Fernbusse erteilt und dies wurde vom ADAC zusammen mit der [[Deutsche Post|Deutschen Post]] direkt genutzt. Unter dem Namen "ADAC-Postbus" wurden diverse Strecken bedient.<ref>[http://www.spiegel.de/auto/aktuell/ausschuss-chef-kritisiert-politischen-einfluss-des-adac-a-944950.html Ausschuss-Chef kritisiert politischen Einfluss des ADAC], spiegel.de vom 22.01.2014, abgerufen am 29.01.2014</ref> Im November 2014 stieg der Verein aus dem Projekt aus.<ref>[http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/automobilklub-steigt-aus-aus-adac-postbus-wird-postbus/10959130.html Automobilklub steigt aus - Aus ADAC-Postbus wird Postbus], Das Handelsblatt, 10. November 2014, zuletzt aufgerufen am 8. Juni 205</ref>
Lange Zeit hatte sich der ADAC um die Freigabe des deutschen Fernbusmarktes eingesetzt. Seit 2013 wurde diese Erlaubnis für Fernbusse erteilt und dies wurde vom ADAC zusammen mit der [[Deutsche Post|Deutschen Post]] direkt genutzt. Unter dem Namen "ADAC-Postbus" wurden diverse Strecken bedient.<ref>[http://www.spiegel.de/auto/aktuell/ausschuss-chef-kritisiert-politischen-einfluss-des-adac-a-944950.html Ausschuss-Chef kritisiert politischen Einfluss des ADAC], spiegel.de vom 22.01.2014, abgerufen am 29.03.2017</ref> Im November 2014 stieg der Verein aus dem Projekt aus.<ref>[http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/automobilklub-steigt-aus-aus-adac-postbus-wird-postbus/10959130.html Automobilklub steigt aus - Aus ADAC-Postbus wird Postbus], Das Handelsblatt, 10. November 2014, zuletzt aufgerufen am 29.3.2017</ref>


* Ablehnung von Tempolimits und Null-Promille-Grenze
* Ablehnung von Tempolimits und Null-Promille-Grenze
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==Reform 2015==
==Reform 2015==
Auf der ADAC Hauptversammlung am 9 Mai 2015 in Bochum <ref>[https://www.adac.de/infotestrat/adac-im-einsatz/motorwelt/hv_bochum_1.aspx?ComponentId=236871&SourcePageId=6729 "Gemeinsam in die mobile Zukunft" ], ADAC vom 09.05.2015, abgerufen am 29.05.2015</ref> beschloss der ADAC eine Reform unter dem Namen „Reform für Vertrauen“. Laut eigener Aussage verpflichtet sich der ADAC innerhalb dieser Reform zu neuen verbindliche Verhaltensregeln und Richtlinien. Die Reform sieht eine strukturelle Trennung der wirtschaftlichen Aktivitäten und gesamtgesellschaftlichen und originären Vereins-Aufgaben vor. In Zukunft wird der ADAC dreiteilig aufgebaut sein. Der ADAC unterteilt sich in eine Organisationsstruktur zwischen Verein, gemeinnütziger Stiftung sowie einer nicht-börsennotierter Aktiengesellschaft. Aufgebaut ist die Reform auf einen sechs Punkte Programm.  
Auf der ADAC Hauptversammlung am 9 Mai 2015 in Bochum <ref>[https://www.adac.de/infotestrat/adac-im-einsatz/motorwelt/hv_bochum_1.aspx?ComponentId=236871&SourcePageId=6729 "Gemeinsam in die mobile Zukunft" ], ADAC vom 09.05.2015, abgerufen am 29.03.2017</ref> beschloss der ADAC eine Reform unter dem Namen „Reform für Vertrauen“. Laut eigener Aussage verpflichtet sich der ADAC innerhalb dieser Reform zu neuen verbindliche Verhaltensregeln und Richtlinien. Die Reform sieht eine strukturelle Trennung der wirtschaftlichen Aktivitäten und gesamtgesellschaftlichen und originären Vereins-Aufgaben vor. In Zukunft solle der ADAC dreiteilig aufgebaut sein. Der ADAC unterteilt sich in eine Organisationsstruktur zwischen Verein, gemeinnütziger Stiftung sowie einer nicht-börsennotierter Aktiengesellschaft. Aufgebaut ist die Reform auf einen sechs Punkte Programm.  


Nach eigener Aussage möchte der ADAC durch die Reform das Vertrauen der Mitglieder, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit wieder gewinnen.
Nach eigener Aussage möchte der ADAC durch die Reform das Vertrauen der Mitglieder, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit wieder gewinnen. Das Reformprogramm wurde abgeschlossen und ist in Kraft seit Januar 2017 unter dem Motto "Innovativ, attraktiv, zukunftssicher-mit dem Mitglied im Mittelpunkt".<ref>[https://www.adac.de/wir-ueber-uns/reform-fuer-vertrauen/default.aspx adac.de Reform], abgerufen am 29.3.2017</ref>


==Zitate==
==Zitate==
''"Sie dürfen mir glauben, wenn ich einen Politiker im Blatt haben will, dann bekomme ich ihn. Und wenn ich die Bundeskanzlerin bitte, eine Gastkolumne zu schreiben, dann schreibt sie." Zitat Michael Ramstetter über die Clubzeitschrift Motorwelt (Ramstetter ist ehemaliger Kommunikationsdirektor und Motorwelt-Chefredakteur, der nach publikwerden des Manipulationsskandals bei der Preisverleihung "Gelber Engel" zurücktrat.)''<ref>[http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/adac-die-magischen-19-millionen-12769650.html ADAC: Die magischen 19 Millionen], faz.net vom 26.01.2014, abgerufen am 29.01.2014</ref>
''"Sie dürfen mir glauben, wenn ich einen Politiker im Blatt haben will, dann bekomme ich ihn. Und wenn ich die Bundeskanzlerin bitte, eine Gastkolumne zu schreiben, dann schreibt sie." Zitat Michael Ramstetter über die Clubzeitschrift Motorwelt (Ramstetter ist ehemaliger Kommunikationsdirektor und Motorwelt-Chefredakteur, der nach publikwerden des Manipulationsskandals bei der Preisverleihung "Gelber Engel" zurücktrat.)''<ref>[http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/adac-die-magischen-19-millionen-12769650.html ADAC: Die magischen 19 Millionen], faz.net vom 26.01.2014, abgerufen am 29.03.2017</ref>




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==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
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Aktuelle Version vom 8. Juni 2017, 09:41 Uhr

Allgemeiner Deutscher Automobil Club e.V. (ADAC)
Rechtsform eingetragener Verein
Tätigkeitsbereich Interessenvertretung der Autofahrer
Gründungsdatum 1903 als Deutsche Motorradfahrer-Vereinigung
Hauptsitz Hansastraße 19, 80686 München
Lobbybüro
Lobbybüro EU
Webadresse ADAC

Der Allgemeine Deutsche Automobil Club e.V. (ADAC) ist mit ca. 19,15 Millionen Mitgliedern größter Automobilclub Deutschlands und repräsentiert knapp ein Viertel der deutschen Bevölkerung. Er sieht sich selbst als Interessenvertretung der Autofahrer, besitzt jedoch gleichzeitig mehrere Tochtergesellschaften in unterschiedlichen Sparten wie beispielsweise im Versicherungs- oder Verlagswesen.[1]

Kurzdarstellung und Geschichte

1903 zunächst als Deutsche Motorradfahrer-Vereinigung (DMV) gegründet, änderte sich bereits 1911 aufgrund eines enormen Mitgliederwachstums von Automobilbesitzern der Name in Allgemeiner Deutscher Automobil Club (ADAC). Nach Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit 1946 wurde auch die Pannenhilfe 1954 unter dem Namen ADAC-Straßenwacht wiederbelebt. Der Verein wuchs stetig, nach der Wiedervereinigung 1990 hatte er zehn Millionen Mitglieder[2], heute ist der Club mit mehr als 19 Millionen Mitgliedern der größte Verein Deutschlands.[3]

Laut Satzung ist der Zweck des Clubs "die Wahrnehmung und Förderung der Interessen des Kraftfahrwesens, des Motorsports und des Tourismus. In diesem Sinne wahrt er die Belange der motorisierten Verkehrsteilnehmer [...]."[4] Allerdings sind vermutlich etliche ADAC-Mitglieder vor allem wegen ihres Bedarfs an Pannenhilfe Mitglied geworden.[3]

Der ADAC unterhält Tochtergesellschaften. Diese bedienen ganz unterschiedliche Sparten, sind jedoch alle in der ADAC Beteiligungs- und Wirtschaftsdienst GmbH gebündelt, welche die Holding-Funktion übernimmt.[5]

Organisationsstruktur und Personal

Die Aufteilung in eine 3 Säulenstruktur: ADAC e.V., ADAC SE und ADAC Stiftung wurde im Januar 2017 implementiert. Desweiteren ist das Management des Vereins gegliedert in die Strukturen: Präsidium, Verwaltungsat und Geschäftsführung/Vorstand. Das Präsidium wird alle vier Jahre gewählt durch die ADAC Hauptversammlung. Der Verwaltungsrat besteht aus den mitgliedern des Präsidiums und den Vorsitzenden des Regionalclubs. Die Geschäftsführung/Vorstand bestehen aus der Geschäftsführung des ADAC e.V., dem Vorstand der ADAC SE sowie der Geschäftsführung der Stiftung. ADAC-Präsident ist Dr. August Markl.[6][7] Außerdem betreibt der ADAC in Berlin eine Vereinsrepräsentanz, das sogenannte Präsidialbüro, welches 2002 eröffnet wurde. Dieses Büro dient vor allem dazu, nah an politischen Entscheidungsträgern und Organisationen zu sein.[8] Die Leitung dieses Büros obliegt Monica Berg, sie wird von einem vierköpfigen Team unterstützt.[9][10]

Verbindungen

Im Folgenden wird nur auf die wichtigsten Verbindungen eingegangen.

Mitgliedschaft in Pro Mobilität - Initiative für Verkehrsinfrastruktur e.V.

Pro Mobilität ist ein Lobbyverband, der sich für sich für den Ausbau und Erhalt des Straßennetzes einsetzt. Mitglieder sind unter anderem Unternehmen der Straßenbau-, Mineralöl- sowie Automobilwirtschaft.[11]Auch der ADAC ist Mitglied und durch Ulrich Klaus Becker als Vizepräsident im Präsidium vertreten.[12] Zudem wechselt der vorherige Geschäftsführer der Straßenverkehrsinitiative, Stefan Gerwens, zu ADAC in den Bereich Verkehr im Mai 2017.[13]

Kooperationen mit Shell

Trotz der Aufforderung an ihre Mitglieder, bei freien Anbietern zu tanken, um die großen der Mineralölbranche zu boykottieren, gingen sie eine Kooperation mit Shell ein. Bei dieser Kooperation erhalten ADAC-Mitglieder auf jeden Liter Sprit an einer Shell-Tankstelle einen Cent Rabatt.[14]

Kooperation mit Tank & Rast

Der ADAC kooperiert des weiteren mit Tank & Rast, einem der größten Autobahn-Raststättenbetreiber Deutschlands. Raststättentests die im Auftrag des ADAC bisher von einer externen Firma durchgeführt wurden, gaben Tank & Rast teilweise zu schlechte Urteile. Daraufhin wurden die Tests vom ADAC selbst durchgeführt, woraufhin die Autobahnraststätten im Vergleich zu den nicht an den Autobahnen liegenden Autohöfen um einiges besser abschnitten. Hier wird dem ADAC vorgeworfen mit unzeitgemäßen Kriterien zu bewerten, um so den Autobahn-Raststätten einen Vorteil zu verschaffen.[15][16]

Finanzen

Die Einnahmen der Mitgliedsbeiträge des ADAC e.V. und seiner Regionalclubs belaufen sich auf über 1 Milliarde Euro. Zieht man hiervon die Gruppenversicherungsbeiträge der ADAC Plus Mitglieder und den Mitgliedsbeitragsanteil der Regionalclubs ab, verbleiben noch 483,2 Mio Euro. Diese wurden 2015 wie folgt aufgeteilt:

  • 321,5 Mio Euro für direkte Hilfeleistungen (Pannenhilfe, Unfallhilfe und Notrufzentralen)
  • 60,9 Mio Euro für Mitgliederservice (Betreuung, Telefon- und Geschäftsstellenservice)
  • 94,4 Mio Euro für Verbraucherinformationen
  • 7,0 Mio Euro für Sport
  • 29,3 Mio Euro für Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit

Der Jahresüberschuss 2015 belief sich auf 4,014 Millionen Euro.[17]

Lobbystrategien und Einfluss

Der ADAC versteht sich als die Interessenvertretung der AutofahrerInnen. Zunächst einmal gilt es den ADAC als Interessenvertretung der Autofahrer zu betrachten, so wie er sich selbst beschreibt. Mit über 19 Millionen Mitglieder ist er der mitgliederstärkste Club Deutschlands. Aus dieser Größe leitet der Verein auch seine einflussreiche Rolle im politischen Berlin ab. Ob er jedoch wirklich immer die Interessen seiner Mitglieder vertritt, ist allerdings fraglich. Ferdinand Dudenhöffer, Automobilwirtschaftsexperte von der Universität Duisburg-Essen nennt dies "geborgte Macht" und verweist darauf, dass ein Großteil der Mitglieder schließlich nur aufgrund der Pannenhilfe dem ADAC beigetreten sei. Er kritisiert die Tatsache, dass der ADAC aufgrund seiner Mitgliederzahl fähig ist, wirtschaftliche Interessen durchzusetzen.[3]

Mit seinen zahlreichen eigenen Tochtergesellschaften verfolgt der Verein auch wirtschaftliche Interessen. Die Tochtergesellschaften kommen aus unterschiedlichen Branchen: Sie reichen von der ADAC Autoversicherung AG über den ADAC Verlag GmbH & Co. KG bis hin zu der ADAC Finanzdienste GmbH. All diese Firmen sind in der ADAC Beteiligungs- und Wirtschaftsdienst GmbH, die als Holding agiert, gebündelt.[5]

Der ADAC verfügt über gute Kontakte zur Bundesregierung. Für den Zeitraum von 2009-2013 lassen sich 60 hochrangige Kontakte des ADAC mit Ministern oder Staatssekretären der Bundesregierung nachweisen, darunter zahlreiche persönliche Gespräche mit Bundesministern.[18] Peter Ramsauer nahm in seiner Funktion als Bundesverkehrsminister jährlich an der Verleihung des Preises "Gelber Engel" teil. Der damalige Staatsminister im Kanzleramt und jetztige Daimler-Lobbyist, Eckart von Klaeden, hielt ein Grußwort beim ADAC-Empfang. "Die Kontakte reichen von Runden Tischen mit der Kanzlerin über Vier-Augen-Gespräche zwischen Ministern und ADAC-Präsident Peter Meyer bis hin zur Teilnahme hochrangiger Politiker an prunkvollen ADAC-Veranstaltungen."[9]

Auch im Bundestag ist der ADAC präsent: In der vergangenen Wahlperiode trat der ADAC laut dessen Vorsitzenden Martin Burkert (SPD) bei 5 Expertenanhörungen des Verkehrsausschusses auf [19]

Die Berliner Lobbyarbeit wird im Berliner Präsidialbüro koordiniert, welches vor allem als Kontaktbörse zu Abgeordneten, Fraktionsmitarbeitern und Journalisten innerhalb des Politikgeschehens in Berlin fungiert. Aber nicht nur von Berlin aus wird Lobbyarbeit betrieben, auch in München sitzen 18 Mitarbeiter, die für die Pressearbeit zuständig sind. Dies zeigt, welche Möglichkeiten der ADAC hat, sich medial zu präsentieren.[20]

Politische Positionen

  • für strengere CO2-Werte bei Neuwagen[9]
  • gegen die Einführung eines Tempolimits[9]
  • gegen die Einführung einer Null-Promille-Grenze[9]

Fallstudien und Kritik

2015: Immobilien-Affäre um Klaus-Peter Reimer

Am 8. Juli 2015 trat der Vizepräsident für Finanzen und ADAC-Regionalclub-Vorsitzender in Westfalen Klaus-Peter Reimer von allen seinen Ämtern zurück. Er reagierte damit auf den Vorwurf, er habe als Bauherr für den ADAC Bauaufträge nicht korrekt ausgeschrieben. Bei zwei Bauvorhaben in Gelsenkirchen und Hagen soll Reimer nach Informationen der Süddeutschen Zeitung einen befreundeten Architekten beauftragt haben, ohne den Auftrag offiziell auszuschreiben und ohne Alternativangebote einzuholen. Die geplanten Immobilienvorhaben belaufen sich auf rund 15 Millionen Euro. Eine interne Untersuchung ergab, dass die Vergabe an den Architekten so nicht hätte erfolgen dürfen.[21]

2014: Stimmfälschungen beim Autopreis „Gelber Engel“

Am 14. Januar 2014 wurden erstmals Verdächtigungen in der Süddeutschen Zeitung laut, nach denen der ADAC bei der Wahl vom Publikumspreis des Autopreises "Gelber Engel" die Stimmzahlen manipuliert hätte.[22] Im Laufe der weiteren Recherchen stellte sich heraus, dass die Zahlen nach oben korrigiert wurden, da sie für einen 18 Millionen Mitglieder starken Verein viel zu gering waren. Zumindest war dies die Einschätzung des damaligen Kommunikationsdirektor Michael Ramstetter. Es wurde daraufhin aufgedeckt, dass diese Manipulation schon in früheren Preisverleihungen ähnlich gehandhabt wurde und Zahlen vermehrt noch oben korrigiert wurden.[23] Abgesehen von einem enormen Imageverlust des ADAC, zog dies auch personelle Konsequenzen nach sich. Zunächst trat Michael Ramstetter von seinem Posten als Kommunikationdirektor zurück;[24] es folgten Rücktritte vom Präsidenter Peter Meyer [25] und Geschäftsführer Karl Obermair.[26] Auch die Rangfolge der "Wahl des Lieblingsautos" wurde gefälscht und fehlerhaft ausgewertet. Ein unabhängiges Wirtschaftsprüfungsunternehmen stellt eine völlig andere Reihenfolge der Gewinner fest. Bis auf den ersten Platz, dem VW Golf, wurden alle Plätze ausgetauscht. Der 3er BMW, vorher auf Platz 69 wurde auf Platz 2 gestuft, Audi A3, Mercedes A-Klasse und Skoda Octavia rutschen jeweils einen Platz im Ranking nach unten.[27]

2005: ADAC mogelt bei Autotest

Der ADAC testete im Jahr 2005 im Rahmen seiner Auto-Tests den Dacia Logan. Diesem wurde ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt, es kursierten Filmaufnahmen im Internet auf denen der Logan umkippt. Aus ADAC-Kreisen wurde ganz klar vom Kauf dieses Autos abgeraten. Daraufhin wurde dem ADAC unterstellt, dass er mit diesem Testergebnis der deutschen Automobilbranche einen Gefallen tun wollte. Der Test wurde unter anderem von Renault, deren Tochterunternehmen Dacia ist, und von Continental, von denen die Reifen waren, nachgestellt. Außerdem wurde der Test auch von der Fachzeitschrift "Auto-Zeitung" wiederholt, alle kamen zu dem Ergebnis, dass der Logan unter normalen Testverhältnissen nicht umkippt. Nach genaueren Untersuchungen kamen deutsche und französische Experten zu dem Ergebnis, dass der ADAC den Logan falsch bereift hatte, es wurde nämlich ein Reifen mit einer zu kleinen Felge ausgestattet.[28] Im Nachhinein musste der ADAC die Ungereimtheiten öffentlich zugeben.[29]

Verflechtungen mit den Wirtschaftsinteressen der Tochterfirmen

  • Wechselkennzeichen

Der ADAC als Interessenvertretung machte sich frühzeitig für die 2012 eingeführten Wechselkennzeichen stark. Zum Zeitpunkt der Einführung hatte die Tochtergesellschaft ADAC Autoversicherungs AG bereits einen angepassten Versicherungstarif für die Benutzer von Wechselkennzeichen entwickelt.[30]

  • ADAC-Postbus

Lange Zeit hatte sich der ADAC um die Freigabe des deutschen Fernbusmarktes eingesetzt. Seit 2013 wurde diese Erlaubnis für Fernbusse erteilt und dies wurde vom ADAC zusammen mit der Deutschen Post direkt genutzt. Unter dem Namen "ADAC-Postbus" wurden diverse Strecken bedient.[31] Im November 2014 stieg der Verein aus dem Projekt aus.[32]

  • Ablehnung von Tempolimits und Null-Promille-Grenze

Der ADAC lehnt die Einführung von Tempolimits auf deutschen Autobahnen grundsätzlich ab, obwohl dies aber von rund 47% der ADAC-Mitglieder sowie 53% der Gesamtgesellschaft befürwortet wird. Noch gravierender wird dieses Handeln gegen die den Willen der eigenen Mitglieder bei der Einführung einer Null-Promille-Grenze. Diese wird von 78% der ADAC-Mitglieder gefordert sowie von 80% der Gesamtgesellschaft. Der ADAC handelt damit ganz klar gegen die Interessen seiner 18 Millionen Mitglieder, mithilfe derer er oftmals versucht, seine Macht bei politischen Entscheidungen rechtzufertigen.[9]

Reform 2015

Auf der ADAC Hauptversammlung am 9 Mai 2015 in Bochum [33] beschloss der ADAC eine Reform unter dem Namen „Reform für Vertrauen“. Laut eigener Aussage verpflichtet sich der ADAC innerhalb dieser Reform zu neuen verbindliche Verhaltensregeln und Richtlinien. Die Reform sieht eine strukturelle Trennung der wirtschaftlichen Aktivitäten und gesamtgesellschaftlichen und originären Vereins-Aufgaben vor. In Zukunft solle der ADAC dreiteilig aufgebaut sein. Der ADAC unterteilt sich in eine Organisationsstruktur zwischen Verein, gemeinnütziger Stiftung sowie einer nicht-börsennotierter Aktiengesellschaft. Aufgebaut ist die Reform auf einen sechs Punkte Programm.

Nach eigener Aussage möchte der ADAC durch die Reform das Vertrauen der Mitglieder, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit wieder gewinnen. Das Reformprogramm wurde abgeschlossen und ist in Kraft seit Januar 2017 unter dem Motto "Innovativ, attraktiv, zukunftssicher-mit dem Mitglied im Mittelpunkt".[34]

Zitate

"Sie dürfen mir glauben, wenn ich einen Politiker im Blatt haben will, dann bekomme ich ihn. Und wenn ich die Bundeskanzlerin bitte, eine Gastkolumne zu schreiben, dann schreibt sie." Zitat Michael Ramstetter über die Clubzeitschrift Motorwelt (Ramstetter ist ehemaliger Kommunikationsdirektor und Motorwelt-Chefredakteur, der nach publikwerden des Manipulationsskandals bei der Preisverleihung "Gelber Engel" zurücktrat.)[35]


Weiterführende Informationen

Einzelnachweise

  1. ↑ statista.com, zugegriffen am 29.03.2017
  2. ↑ Unternehmensdarstellung, adac.de, abgerufen am 29.03.2017
  3. ↑ 3,0 3,1 3,2 Wie der ADAC Lobbyarbeit und Geschäftsinteressen verbindet, derwesten.de vom 16.01.2014, abgerufen am 29.03.2017
  4. ↑ Satzung, adac.de, Stand 2016 abgerufen am 29.03.2017
  5. ↑ 5,0 5,1 Das Unternehmen, adac.de,Stand 31.12.2015 abgerufen am 29.03.2017
  6. ↑ adac.de Management, zugegriffen am 29.03.2017
  7. ↑ adac.de Reform für Vertrauen, abgerufen am 29.03.2017
  8. ↑ ADAC eröffnet Präsidialbüro in Berlin, presseportal.de vom 22.11.2002, abgerufen am 29.03.2017
  9. ↑ 9,0 9,1 9,2 9,3 9,4 9,5 Wie weit der Einfluss des ADAC reicht?, sueddeutsche.de vom 20.01.2014, abgerufen am 29.03.2017
  10. ↑ netzwerk-ebd.de Mitglieder,abgerufen am 29.3.2017
  11. ↑ Pro Mobilität - unsere Mitglieder, promobilitaet.de, abgerufen am 29.03.2017
  12. ↑ Infrastrukturverband Pro Mobilität - das Präsidium, promobilitaet.de, abgerufen am 29.03.2017
  13. ↑ verkehrsrundschau.de, Titel:Gerwens wechselt von Pro Mobilität zum ADAC, vom 19.1.2017, abgerufen am 29.03.2017
  14. ↑ Shell und ADAC verlängern Kooperation, autokiste.de vom 03.11.2011, abgerufen am 29.03.2017
  15. ↑ Kritik war tabu: ADAC: Miese Tricks beim Raststättentest?, express.de vom 26.01.2014, abgerufen am 29.03.2017
  16. ↑ Autohof.net, autohof.net, abgerufen am 29.03.2017
  17. ↑ Download Jahresabschlussbericht 2015, adac.de, abgerufen am 29.03.2017
  18. ↑ Antwort auf Frage 156 im Monat September, Schriftliche Frage der Linksfraktion, abgerufen am 29.03.2017
  19. ↑ Ausschusschef kritisiert politischen Einfluss des ADAC, Spiegel Online, 20.01.2014, abgerufen am 29.03.2017
  20. ↑ ADAC Presseportal, adac.de, abgerufen am 29.03.2017
  21. ↑ http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/automobilclub-maechtiger-adac-funktionaer-stuerzt-ueber-immobilienprojekt-1.2556571 Mächtiger ADAC-Funktionär stürzt über Immobilienprojekt], sueddeutsche.de.de vom 8.07.2015, abgerufen am 29.03.2017
  22. ↑ ADAC: Manipulation beim Gelben Engel, sueddeutsche.de vom 14.01.2014, abgerufen am 29.03.2017
  23. ↑ Geschönte Stimmzahlen: ADAC gibt auch frühere Manipulationen zu, spiegel.de vom 20.01.2014, abgerufen am 29.03.2017
  24. ↑ ADAC: Michael Ramstetter - der Mann den sie Rambo nannten, sueddeutsche.de vom 20.01.2014, abgerufen am 29.03.2017
  25. ↑ Rücktritt vom Präsidenten Meyer Rücktritt von Präsident Meyer: Spiegel-Online.de vom 10.02.2014 gesehen am 29.03.2017
  26. ↑ Einvernehmliche Trennung N-tv.de vom 25.02.2014 gesehen am 29.03.2017
  27. ↑ Platzierung beim gelben Engel Zeit-online.de vom 13.02.2014 gesehen am 29.03.2017
  28. ↑ Billigauto im Elchtest: Hat der ADAC geschummelt?, faz.net vom 10.09.2005, abgerufen am 29.03.2017
  29. ↑ "Billigflieger aus Rumänien": ADAC mogelte auch bei Autotest, n-tv.de vom 20.01.2014, abgerufen am 29.03.2017
  30. ↑ Wechselkennzeichen, adac.de, abgerufen am 29.03.2017
  31. ↑ Ausschuss-Chef kritisiert politischen Einfluss des ADAC, spiegel.de vom 22.01.2014, abgerufen am 29.03.2017
  32. ↑ Automobilklub steigt aus - Aus ADAC-Postbus wird Postbus, Das Handelsblatt, 10. November 2014, zuletzt aufgerufen am 29.3.2017
  33. ↑ "Gemeinsam in die mobile Zukunft" , ADAC vom 09.05.2015, abgerufen am 29.03.2017
  34. ↑ adac.de Reform, abgerufen am 29.3.2017
  35. ↑ ADAC: Die magischen 19 Millionen, faz.net vom 26.01.2014, abgerufen am 29.03.2017