Peter Skinner

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Peter Skinner (* 1. Juni 1959 in Oxford) war 20 Jahre lang Europaabgeordneter für die sozialdemokratische S&D-Fraktion. Seit November 2014 ist er als Chefberater bei dem Finanzunternehmen Allianz SE beschäftigt.
Als Europaabgeordneter war er vor allem im Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON) tätig. Er war maßgeblich an den Gesetzgebungsprozessen zur Regulierung der Finanzmärkte - insbesondere auch des Versicherungswesens beteiligt. Dabei baute Skinner ein weitreichendes Netzwerk an Kontakten auf, vor allem zu US-Politikern. [1]


Politische Karriere

  • seit 11/2014 Senior Adviser bei der Allianz SE
  • 05/2014 Gründung des Beratungsunternehmens ACEON
  • 2004-2014 Vorstand der Intergroup European Parliamentary Financial Services Forum
  • 1999-2014 Mitglied der Delegation des EU-Parlaments für die Beziehungen zu den USA
  • 1994-2014 Mitglied des Europaparlaments
  • Studium der Wirtschaft und Politik an der Bradford University


Sonstige Tätigkeiten


Verbindungen / Netzwerke

Skinner hat sich über Jahre in der Finanzpolitik profiliert und sich in einem mächtigen transatlantischen Netzwerk etabliert. Während seiner Zeit als Europaparlamentarier baute sich Skinner ein globales Netzwerk an Kontakten auf. Durch seine Tätigkeit in der Delegation des Europäischen Parlaments für die transatlantischen Beziehungen pflegt Skinner enge Kontakte zu US-Politikern. Auch durch seine Arbeit im einflussreichen Think-Tank Atlantic Council knüpfte Skinner, im Rahmen der Arbeitsgruppe Finanzdienstleistungen, enge Kontakte zu hohen US-Beamten und Kongressabgeordneten. Weitere Kontakte entstanden durch seine Tätigkeit als Vorstand der Intergroup European Parliamentary Financial Services Forum, dass sich aus EU-Parlamentarieren und Vertretern der Finanzindustrie zusammensetzt. Als Grund für die Anstellung Skinners, gibt das Finanzunternehmen Allianz SE seine gute transatlantische Vernetzung, sowie seinen guten Ruf an. Zwar schreibt die Allianz Skinner durch eine interne Karenzzeit vor, ein Jahr lang keine Kontakte zur EU-Kommission oder dem EU-Parlament aufzunehmen. Die Reglung bleibt jedoch lückenhaft: Denn sie gilt nur für die EU-Institutionen, nicht aber für Skinners zahlreiche Kontakte in die US-Politik.[1]

Wirken

Peter Skinner war während seiner Zeit als Europaparlamentarier 15 Jahre lang Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON) und maßgeblich an der Gesetzgebung zur Regulierung der Finanzmärkte beteiligt - insbesondere auch an der Regulierung des Versicherungswesens. Er war federführend bei der sogenannten Solvency-II-Richtlinie, die unter anderem die Mindestkapitalanforderung von Versicherungsunternehmen und deren Risikomanagement regelt. Der Grüne Europaparlamentarier Sven Giegold bezeichnete Skinner in diesem Kontext als "engsten[n] Verbündeten der Versicherungs-Lobby"[2]. Zudem war Skinner an der Schaffung eines Kontrollgremiums für das Versicherungswesen, dem EIOPA, beteiligt. Die Behörde wurde im Rahmen der Eurokrise geschaffen und ist Teil des Europäischen Finanzaufsichtssystems ESFS. Skinner hat die Rahmenbedingungen der Versicherungsbranche also jahrelang mit gestaltet[3].

Als parlamentarischer Berater des Transatlantic Economic Council war Skinner zudem direkt an den TTIP-Verhandlungen zu einem transatlantischen Freihandelsabkommen beteiligt. Skinner ist Mitglied im Parlamentsausschuss des TPN, einer Lobbyorganisation großer europäischer und US-amerikanischer Unternehmen, wirtschaftsnaher Netzwerke und Politikern. Außerdem war er Mitglied im Think-Tank Atlantic Council. Beide Organisationen setzen sich für Freihandel und ein umfassendes TTIP-Abkommen ein[1]

Weiterführende Informationen

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Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Allianz holt Ex-Versicherungsregulierer als Lobbyisten, lobbycontrol.de vom 25.11.2014, abgerufen am 26.11.2014
  2. Sven Giegold über Solvency-II-Richtlinien, sven-giegold.de vom 11.03.2014, abgerufen am 26.11.2014
  3. EU-Parlamentarier Skinner wir Lobbyist, spiegel.de vom 25.11.2014, abgerufen am 26.11.2014

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