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Werner Langen

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Werner Langen (* 27.11.1949 in Müden/Mosel), CDU-Politiker, Mitglied des EU-Parlament und darin Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON), im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie (ITRE) und im Sonderausschuss zu Finanzkriminalität, Steuerhinterziehung und Steuervermeidung.

Langen ist Mitglied im Landesvorstand Rheinland-Pfalz des Wirtschaftsrat der CDU und war bis 12/2018 Mitglied im Wirtschaftsrat Brüssel, einem weiteren Landesverband des Wirtschaftsrat der CDU. Weiterhin ist er Mitglied der folgenden Intergroups, die Abgeordnete und Lobbyisten zusammenbringen: European Energy Forum und Kangaroo Group. Im EU-Parlament bedient Langen regelmäßig die Interessen von Unternehmen und Wirtschaftsverbänden, die Mitglied in seinen vorgenannten Intergroups sind.

Langen macht seine Verbindung zur Wirtschaftslobby nicht transparent: In keinem seiner Internet-Profile (eigene Homepage, Abgeordneten-Datenbank des Europäischen Parlaments, Webseite der EVP-Fraktion) sind die Mitgliedschaften in den genannten Intergroups erwähnt (Stand: April 2019).


Karriere

  • 2006-2012 Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im EU-Parlament
  • 1999-2006 Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Gruppe im EU-Parlament
  • seit 1994 Mitglied des EU-Parlaments
  • 1992-1993 Landesvorsitzender der CDU Rheinland-Pfalz
  • 1990-1991 Minister für Landwirtschaft, Weinbau und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz
  • 1983-1994 Mitglied des Landtages Rheinland-Pfalz, stellv. Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion
  • 1978-1983 Grundsatz- und Pressereferent beim Minister für Wirtschaft und Verkehr in Mainz
  • 1975-1978 Projektleiter am Institut für Mittelstandsforschung

Quelle: [1]


Verbindungen / Netzwerke

EU-Ebene

Bundesrepublik

Quelle: Webseiten der genannten Organisationen (Stand: April 2019)

Wirken

2013 Interessenvertretung für die Versicherungswirtschaft

Nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung setzte sich Werner Langen 2013 im Interesse der Versicherungswirtschaft dafür ein, dass die Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (Markets in Financial Instruments Directive, Mifid) nicht - wie vom Europaparlament gefordert - auch für Lebensversicherungen gelten soll. Als Berichterstatter im EU-Parlament zur veränderten Richtlinie wollte Langen alle Verschärfungen für die Versicherer verhindern, auch bei der Neufassung der Versicherungsvermittler-Richtlinie (Insurance Mediation Directive, IMD 2). Selbst die Pflicht zum ehrlichen und redlichen Handeln im besten Interesse des Kunden (Prinzip des "best advice") wollte Lange aus IMD 2 gestrichen haben. [3][4] Im Rahmen der Veranstaltungen der Intergroup Kangaroo Group, der neben Lange u.a. Unternehmen der Finanzwirtschaft angehören, gibt es auch Veranstaltungen unter Beteiligung der European Federation of Insurance Intermediaries (BIPAR) (Verband der europäischen Versicherungsmakler und Berater). So trat Paul Carty, Präsident von BIPAR bei der "Lunch"-Gesprächsrunde der Kangaroo Group am 20. Februar 2013 als Referent zum Thema Finanzdienstleistungen auf.[5]


Automobilwirtschaft

Auf seiner Internetpräsenz unterstreicht Langen die schwere internationale Konkurrenz auf dem Automobilmarkt und prangert an, dass die ,,Umwelt- und Klimaschutzpolitik‘‘, in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage, unter Missachtung der volkswirtschaftlichen Kosten umgesetzt werde. Daran anknüpfend gibt Langen an, dass die CDU/CSU-Gruppe im EU-Parlament, die ,,Verschärfungen zur CO2-Reduzierung bei Kleintransportern‘‘ verhindern konnte.[6] Die Automobilwirtschaft ist eine gewichtige Gruppe in der Intergroup Kangaroo Group, der Langen angehört.

Zigarettenindustrie

Im Europäischen Parlament gab es am 26.02.2014 eine Mehrheit von 500 zu 63 Stimmen für neue Tabakrichtlinien. 60 Parlamentarier enthielten sich, 143 waren nicht beteiligt. Zu den 60 Parlamentariern, die dagegen stimmten, gehörte Werner Langen.[7] Die Zigarettenindustrie ist wie Langen in der Intergroup Kangaroo Group vertreten. Die Tabakindustrie hatte zuvor versucht, mit aufwändigen Kampagnen das Abstimmungsverhalten der EU-Parlamentarier zu beeinflussen.[8]

Finance Watch

Im Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON) des EU-Parlaments greift Langen regelmäßig die EU-Finanzierung der Organisation Finance Watch an, die ein kleines Gegengewicht zur mächtigen Finanzindustrie-Lobby bilden soll.[9] Finanzwatch setzt sich für ein nachhaltiges Finanzsystem ein, das im Dienst der Gesellschaft steht und auf Investition statt Spekulation setzt. Eine klare Mehrheit des Ausschusses - auch Liberale und Christdemokraten/Konservative - stimmten im September 2014 jedoch für eine stärkere Finanzierung von Finance Watch.


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Einzelnachweise

  1. Lebenslauf, Werner-langen.de, abgerufen am 17.04.2019
  2. Jahresbericht 2018 Wirtschaftsrat, Landesverband Brüssel, wirtschaftsrat.de, abgerufen am 18.04.2019
  3. Herbert Fromme: Meister des Lobbyismus, Süddeutsche Zeitung vom 20. September 2013, S. 23
  4. Meister des Lobbyismus, 20.09.2013, Webseite Sven Giegold, abgerufen am 21.09.2014
  5. Programme of the Kangaroo Group 2013
  6. Internetpräsenz des MdeP Werner Langen, zuletzt aufgerufen am 28.04.2014
  7. Verschärfung der Tabakrichtlinien auf abgeordnetenwatch, abgerufen am 21. 9. 2014
  8. Alois Berger: EU-Tabakrichtlinie Unter Druck der Lobbyisten, Beitrag vom 8. 12. 2013 im Deutschlandfunk, Webseite Deutschlandfunk abgerufen am 22. 9. 2014
  9. Werner Langen MdEP (CDU) greift Finanzierung von Finance Watch an, 04.09.2014, Webseite Sven Giengold, abgerufen am 21.09.2014